Online Marketing & SEO
Bilanz für E-Commerce: 1 Jahr KI-Suchergebnisse auf Google
Seit fast einem Jahr sind KI-Suchergebnisse in Deutschland in die Google-Suche integriert. Was zeigen die Daten rückblickend – und was bedeutet das für den E-Commerce? [Anzeige]
Am 26. März 2025 rollte Google die AI Overviews in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Im Oktober 2025 folgte mit dem Google AI Mode der nächste Schritt: ein vollwertiger KI-Suchmodus mit Chat Interface, der seitdem kontinuierlich ausgebaut wird.
Was damals viele befürchteten: weniger Klicks, weniger Traffic, weniger Kontrolle über den eigenen Suchkanal. Aber stimmt dieses Bild wirklich – zumindest für Online Shops? Knapp ein Jahr nach dem Deutschland-Start ist es Zeit für eine differenzierte Zwischenbilanz.
Von der SGE zum AI Mode: Ein kurzer Rückblick

Die Geschichte der Google-KI-Suche begann früher, als viele denken. Im Mai 2023 stellte Google auf der I/O-Konferenz die Search Generative Experience (SGE) vor – zunächst nur für angemeldete US-Nutzer:innen in den Search Labs. Die Reaktionen in der SEO- und E-Commerce-Welt reichten von Skepsis bis Panik.
Im Mai 2024 folgte der offizielle US-Rollout der AI Overviews. Der Start verlief holprig: Fehlerhafte KI-Antworten wie die Empfehlung von Klebstoff als Pizzabelag machten schnell die Runde, Google zog einzelne Funktionen zurück. Dennoch lieferte der US-Markt wertvolle Daten für den Rollout in Europa.
Am 26. März 2025 kam dann der DACH-Rollout der AI Overviews und im Oktober 2025 folgte der Google AI Mode, ein eigenständiger Tab mit Chat-Interface und konversationellen Suchanfragen. Seit Januar 2026 läuft beides auf Googles Gemini 3-Modell.
Was die Zahlen sagen und was sie nicht sagen
Die Datenlage aus den USA ist ernüchternd. Die Marketingagentur Seer Interactive analysierte zwischen Juni 2024 und September 2025 rund 25 Millionen organische Impressionen aus 42 Organisationen und stellte fest: Bei Suchanfragen mit einer AI Overview brach die organische Klickrate um 61 Prozent ein – von 1,76 auf 0,61 Prozent. Die bezahlte Klickrate sank sogar um 68 Prozent.
Eine Studie des Pew Research Center, die 68.879 echte Suchanfragen von 900 US-Erwachsenen auswertete, bestätigt den Trend: Nur acht Prozent der Nutzer:innen, die auf eine AI Overview trafen, klickten auf ein klassisches Suchergebnis – gegenüber 15 Prozent ohne KI-Übersicht. Für Deutschland liefert eine Analyse von Wordsmattr.io erste Zahlen: Im April 2025, unmittelbar nach dem DACH-Rollout, verzeichneten Websites im Schnitt 17,8 Prozent weniger Klicks, obwohl die Impressionen kaum sanken.
Der entscheidende Einwand für Online Shops: Diese Zahlen beziehen sich fast ausschließlich auf informationsorientierte Suchanfragen. Laut einer Semrush-Studie, die über zehn Millionen Keywords analysierte, lösten im Januar 2025 rund 91 Prozent aller Suchanfragen mit AI Overview informationelle Suchabsicht aus. Transaktionale Keywords – also Anfragen mit klarer Kaufabsicht – triggerten damals nur in weniger als vier Prozent der Fälle eine KI-Übersicht.
Die Analyse von Digital Bloom fasst es treffend zusammen: Transaktionale Suchanfragen mit Kaufabsicht seien weitgehend geschützt, weil Google ein starkes wirtschaftliches Eigeninteresse daran habe, Shopping Ads und Produktlistings weiter auszuspielen.
Allerdings gilt: Diese Schutzzone schrumpft. Laut seoClarity stieg der Anteil transaktionaler Suchanfragen mit AI Overview bis September 2025 bereits auf 12,5 Prozent – eine Verdreifachung gegenüber dem Jahresbeginn. Browser Media dokumentierte Anfang 2026, dass Google nach dem Dezember-Core-Update AI Overviews merklich häufiger auch bei kommerziellen Keywords ausspielt.
Chancen und Risiken für Online Shops: Eine ehrliche Bilanz

Die KI-Suche verändert das Spielfeld für Online-Händler:innen, aber nicht nur zum Schlechteren. Es gibt echte Chancen, die aktiv genutzt werden können.
Die Chancen
- Direkter Einstieg tiefer im Funnel. Wer in einer AI Overview als Produktempfehlung erscheint, trifft Nutzer:innen genau dann, wenn ein konkreter Kaufwunsch besteht. Seer Interactive belegt: Marken, die in einer AI Overview zitiert werden, erzielen 35 Prozent mehr organische Klicks und 91 Prozent mehr bezahlte Klicks als nicht zitierte Wettbewerber:innen auf denselben Suchanfragen.
- Verlinkungen direkt auf Produktdetailseiten (PDPs). KI-Systeme verlinken in der Regel nicht auf Kategorie- oder Startseiten, sondern direkt auf die relevanteste Unterseite, meistens die PDP. Wer seine Produktseiten mit strukturiertem, informationsreichem Content ausstattet, hat daher einen doppelten Vorteil: mehr KI-Sichtbarkeit und höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit beim Klick.
- Neue Werbeflächen in KI-Umgebungen. Google integriert Shopping-Anzeigen schrittweise in AI Overviews und den AI Mode. Wer einen sauber gepflegten Produkt-Feed im Merchant Center hat, profitiert automatisch auch von diesen neuen Platzierungen.
- Konversationelle Suchanfragen als Chance. Laut Google CEO Sundar Pichai formulieren Nutzer:innen im AI Mode wesentlich längere, spezifischere Anfragen. Eine Anfrage wie „Laufschuh für Marathon-Einsteiger mit Knieproblemen unter 150 Euro“ ist für Online Shops mit gutem Produktdaten-Feed eine hochqualifizierte Kaufabsicht. Wer hier erscheint, hat weniger Streuverlust als bei klassischen kurzen Keywords.
Die Risiken
- Dünner informationeller Content verliert an Reichweite. Kurze Ratgeberartikel und FAQ-Seiten, die eine einzelne Frage beantworteten, werden heute oft direkt durch AI Overviews ersetzt. Wer darüber Top-of-Funnel Traffic generiert hat, muss seine Content-Strategie auf tiefere, thematisch umfassende Inhalte, die KI-Systeme als zitierfähige Quelle nutzen, ausrichten.
- Klicks werden teurer. Skai hat in seinem Digital Advertising Trends Report Q3 2025 festgestellt, dass die durchschnittlichen Costs-per-Click auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren liegen, während paid CTRs gleichzeitig sinken.
- AI Overviews rücken in kommerzielle Bereiche vor. Der Anteil kommerzieller Keywords mit AI Overview hat sich laut Semrush innerhalb eines Jahres von 8,15 auf 18,57 Prozent mehr als verdoppelt. Der Schutz für transaktionale Suchanfragen sinkt.
- Der AI Mode ist ein weitgehend geschlossenes Ökosystem. In reinen AI Mode Sessions enden zwischen 92 und 94 Prozent der Suchvorgänge ohne einen Klick auf eine externe Website, so Semrush. Wer nicht als Quelle zitiert oder als Produkt empfohlen wird, ist faktisch unsichtbar.
Was du in deinem Google Ads Konto jetzt tun solltest
Die veränderte Suchlandschaft erfordert kein komplettes Umdenken, aber mehr Aufmerksamkeit an spezifischen Stellen. Hier sind die wichtigsten Punkte:
1. Impression Share und Klickentwicklung getrennt beobachten
Wenn Impressionen stabil bleiben, aber Klicks sinken, kann das daran liegen, dass AI Overviews deine Anzeigen nach unten drängt. Vergleiche regelmäßig Impressionen, Klicks und CTR auf Keyword-Ebene in der Google Search Console, um alles im Blick zu haben.
2. Transaktionale Keywords aktiv schützen
Analysiere, welche deiner kaufintentionalen Keywords bereits von AI Overviews beeinflusst werden. Tools wie SISTRIX oder Semrush zeigen dir, bei welchen Keywords eine KI-Übersicht erscheint. Für diese Keywords lohnt sich eine engere Gebotssteuerung.
3. Produkt-Feed im Merchant Center pflegen
Google zieht Produktdaten für Shopping-Anzeigen und den AI Mode direkt aus dem Merchant Center Feed und dem Shopping Graph. Wer hier unvollständige oder ungenaue Daten hinterlegt hat, riskiert, in KI-gestützten Produktempfehlungen gar nicht erst berücksichtigt zu werden. Aussagekräftige Titel, korrekte Preise, vollständige Attribute und saubere Produktbeschreibungen sind kein optionaler Aufwand mehr, denn sie sind die Voraussetzung dafür, dass der Google AI Mode dein Produkt überhaupt in Betracht zieht.
4. Produktdetailseiten (PDPs) mit echtem Mehrwert ausstatten
Da KI-Systeme bevorzugt direkt auf PDPs verlinken, entscheidet die Qualität dieser Seiten über Sichtbarkeit in der KI-Suche. Konkrete Produktbeschreibungen, die die Fragen „Für wen geeignet?“, „Welches Problem löst es?“ und „Was unterscheidet es?“ beantworten, werden von KI-Systemen bevorzugt zitiert. Mehr dazu in findest du in diesem Blog „Sichtbarkeit in der KI-Suche: 3 unverzichtbare Content-Optimierungen“.
5. Conversion Tracking auf Korrektheit prüfen
Wenn das Klickvolumen sinkt, werden Conversion-Signale wertvoller und Fehler darin teurer. Google nutzt Conversion-Daten für Smart Bidding. Prüfe regelmäßig, ob alle relevanten Aktionen (Käufe, Adds-to-Cart) korrekt und ohne Doppelzählungen erfasst werden.
6. Such-Anfragen-Bericht engmaschig auswerten
Wenn du Broad Match, AI Max for Search oder Performance Max einsetzt, können deine Anzeigen auch in AI Overviews und im AI Mode ausgespielt werden – und du zahlst dafür. Ein Opt-out oder separates Reporting für diese Platzierungen gibt es aktuell nicht. Da AI Mode-Suchen deutlich länger und spezifischer sind, kann es passieren, dass deine Kampagnen auf Anfragen ausgeliefert werden, für die du nie bewusst geboten hast.
Die einzige wirksame Gegenmaßnahme: Schaue mindestens einmal pro Woche in den Search Terms Report und pflege deine Ausschlusslisten konsequent. Negative Keywords werden auch in AI-Umgebungen respektiert.
7. Performance Max Channel Reporting nutzen
Mit dem Google Ads API Update v23 vom Januar 2026 gibt es erstmals kanalspezifisches Reporting für PMax-Kampagnen. Nutze diese neue Transparenz, um zu verstehen, woher deine Impressionen und Klicks kommen und ob die Verteilung zu deinen Zielen passt.
Wenn du nicht sicher bist, wo dein Konto gerade steht, lohnt sich ein externer Blick, beispielsweise durch eine Google Ads-Agentur. Viele Agenturen bieten im ersten Schritt kostengünstige oder sogar kostenlose Account-Analyse an und helfen dabei, Kampagnenstrukturen fit für die veränderte Suchlandschaft zu machen.
Fazit: Weder Panik noch Abwarten
Googles KI-Suche ist in Deutschland angekommen und die ersten Daten zeigen ein differenzierteres Bild, als viele befürchtet hatten. Für Online Shops gilt: Transaktionale Suchanfragen sind noch weitgehend geschützt, aber die Schutzzone wird kleiner. Gleichzeitig eröffnen sich durch KI-Empfehlungen, konversationelle Kaufanfragen und neue Werbeflächen echte Chancen für alle, die jetzt handeln.
Gepflegter Produkt-Feed, sauberes Conversion-Tracking, inhaltlich starke Produktdetailseiten und aktive Kampagnenkontrolle: Wer diese Grundlagen beherrscht, ist in der KI-Ära deutlich besser aufgestellt.

Der Beitrag stammt von Damian Zielinski. Er ist Gründer und Head of Growth der Google Ads Agentur Searchperts. Mit seinem Team hat er bereits über 100 Unternehmen und Online Shops betreut. Dabei managt er aktuell ein Google Budget von über zehn Millionen Euro pro Jahr. Als 3-facher Premium Partner hat sich die Agentur Searchperts eine Auszeichnung von Google verdient. Damian verfolgt mit seinem Team einen klaren Ansatz: profit-first Google Ads-Optimierung – damit mehr Deckungsbeitrag und Gewinn bleibt.
Online Marketing & SEO
Wo wirklich gesucht wird: Neue Studie zeigt Such-Shift
Wie suchst du heute – via Google, TikTok oder ChatGPT? Laut einer aktuellen Adobe Express-Studie avanciert TikTok in den USA immer mehr zur Suchmaschine, auch in Deutschland recherchieren viele Jugendliche direkt in der App. Und wo gesucht wird und Aufmerksamkeit entsteht, folgen Budgets, Creator und neue Performance-Strategien.
Wer wissen will, wie etwas funktioniert, tippt längst nicht mehr automatisch bei Google. Viele öffnen TikTok und zusätzlich formieren sich weitere Player im Suchmarkt. Laut der Adobe Express-Studie Using TikTok as a search engine: Consumer and business perspectives aus dem Januar 2026 nutzen 49 Prozent der US User TikTok gezielt als Suchmaschine. 2024 lag dieser Wert noch bei 41 Prozent. Für die Analyse befragte Adobe Express 807 Verbraucher:innen und 200 Kleinunternehmer:innen in den USA. Die Stichprobe umfasste Teilnehmer:innen aus den Altersgruppen Gen Z (15 Prozent), Millennials (53 Prozent), Gen X (25 Prozent) und Babyboomer (sieben Prozent). Auch in Deutschland zeigt sich der Trend. Laut der IKW-Jugendstudie TikTok ungeschminkt nutzen 43 Prozent der Jugendlichen TikTok zur Informationssuche.
Search verschiebt sich damit immer weiter in Richtung Social Media – und das zeigt sich auch im Budget. Nach Angaben des World Advertising Research Center (WARC) sind soziale Medien inzwischen der größte Kanal für globale Werbeausgaben und haben klassische Search-Umfelder überholt. Wo Aufmerksamkeit hingeht, folgt das Geld. TikTok profitiert davon besonders stark und entwickelt sich rasant zur Discovery- und Performance-Maschine zugleich.
Passend dazu rückt die Plattform ihre Creator stärker in den Fokus. Mit der 50 Creator to Watch 2026-Liste hob TikTok kürzlich Talente aus den Bereichen Educators, Foodies, Icons, Innovators und Originators hervor.
Die TikTok Discover List:
50 Creator to watch 2026

TikTok als Suchmaschine: Wer sucht was und warum?
Gesucht wird auf TikTok vor allem visuell und praxisnah: 61 Prozent schauen Video-Tutorials, 45 Prozent Produktbewertungen, 41 Prozent persönliche Erfahrungsberichte und 33 Prozent Influencer-Empfehlungen. Wie stark TikTok bereits im Suchverhalten verankert ist, zeigt die folgende Übersicht der Adobe Express-Studie.

Und warum ausgerechnet auf TikTok suchen? 26 Prozent nennen das Kurzvideoformat als Hauptgrund, 21 Prozent das Storytelling, 17 Prozent die Interaktivität. Gerade die Generation Z schätzt personalisierte Inhalte und schnelle visuelle Erklärungen.

Gleichzeitig differenziert sich das Bild. Der Anteil der Gen-Z-Nutzer:innen, die TikTok explizit Google vorziehen, ist von acht Prozent im Jahr 2024 auf vier Prozent im Jahr 2026 gesunken. 14 Prozent der Befragten geben an, eher ChatGPT als Google für die Suche zu nutzen – generationenübergreifend relativ stabil.
Ein direkter Ersatz für Google ist TikTok damit nicht. Nur vier Prozent der Generation Z, acht Prozent der Millennials, sieben Prozent der Generation X und zwei Prozent der Babyboomer geben an, eher TikTok als Google zu nutzen.
Wie sich der Suchmarkt fragmentiert
Interessant ist auch die Wahrnehmung der Wirksamkeit: Ein Viertel der Generation Z bewertet TikTok als hilfreiches Recherche-Tool. Bei Millennials sind es 17 Prozent, bei der Generation X zwölf Prozent und bei Babyboomern fünf Prozent. Reddit wird von 38 Prozent der Gen Z ebenfalls als nützliche Suchplattform eingeschätzt, während 89 Prozent dieser Altersgruppe Google weiterhin insgesamt bevorzugen.
Mit Google, TikTok, Reddit und KI-Diensten entsteht damit ein fragmentierter Suchmarkt für User und Marketer. Die Aufmerksamkeit verteilt sich auf mehrere Aktuer:innen und jede:r will einen Teil davon aus sich ziehen. Für schnelle Fakten setzen viele oft noch auf Google, für visuelle Erklärungen auf TikTok, für Erfahrungsberichte auf Reddit, für dialogbasierte Antworten auf KI-Tools wie ChatGPT. Doch die Suchoptionen werden so rasant erweitert, dass die verschiedenen Dienste diese unterschiedlichen Bedarfe bedienen können, gerade Google mit dem multimodalen AI Mode.
Google reagiert bereits auf diese Verschiebung und bindet Social-Videos direkt in die eigene Suche ein: In den AI Overviews werden inzwischen TikTok- und YouTube-Videos neben den KI-generierten Textzusammenfassungen ausgespielt. Gleichzeitig baut TikTok selbst die eigene Suchfunktion weiter aus. Mit sogenannten Search Highlights werden populäre Videos und relevante Text-Posts seit Kurzem algorithmisch passend zur Suchanfrage hervorgehoben.
Chance für Creator und Marken:
TikTok zeigt Search Highlights an
Diese Dienste gelten als besonders hilfreich für die Informationssuche
So stark TikTok wächst, wenn es um wahrgenommene Verlässlichkeit geht, bleibt Google vorn. 85 Prozent der Befragten nennen Google als hilfreichsten Dienst bei der Informationssuche. Dahinter folgen Reddit mit 29 Prozent, ChatGPT mit 26 Prozent und YouTube mit 24 Prozent. TikTok landet bei 16 Prozent – noch vor Google Gemini mit 14 Prozent. Klassische Alternativen wie DuckDuckGo kommen auf neun Prozent, Bing, Instagram und X jeweils auf sechs Prozent.

Das zeigt: TikTok ist im Suchalltag angekommen, wird aber noch nicht als primäre Autoritätsquelle wahrgenommen. Plattformen wie Reddit oder KI-Dienste wie ChatGPT punkten stärker bei Community-Wissen und dialogbasierten Antworten. Für Marketer bedeutet das: Reichweite im Feed ersetzt nicht automatisch Glaubwürdigkeit. Wer auf TikTok gefunden werden will, muss Expertise sichtbar machen, nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen.
Unternehmen investieren – aber kämpfen mit Conversion
Für kleine Unternehmen ist TikTok längst mehr als Branding. 58 Prozent der befragten Unternehmer:innen haben TikTok bereits für Promotions genutzt. 38 Prozent setzen auf Influencer für Produktverkäufe oder Kampagnen – deutlich mehr als noch 2024 (25 Prozent). Und das schläft sich im Werbebudget nieder:
- 16 Prozent des Marketing-Budgets fließen im Schnitt in TikTok Content.
- 15 Prozent des SEO-Budgets gehen in TikTok-Search-Optimierung.
- 38 Prozent planen, 2026 stärker in TikTok Affiliate Marketing zu investieren (gegenüber 53 Prozent im Jahr 2024).
- 31 Prozent wollen Influencer Marketing auf TikTok ausbauen.

Doch trotz wachsender Investitionen bleibt ein Problem zentral: Conversion. 38 Prozent nennen die Umwandlung von Views und Engagement in messbare Verkäufe als größte Herausforderung. Dahinter folgen der Aufbau von Reichweite (36 Prozent) und eine konsistente Markenpräsenz (31 Prozent). Auch der nachhaltige Community-Aufbau (28 Prozent) und Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen (27 Prozent) bereiten Schwierigkeiten. Kurz gesagt: Aufmerksamkeit ist da. Umsatz nicht automatisch.
Tools wie der TikTok-Video-Creator von Adobe Express oder browser-basierte Videoeditoren sollen die Produktion vereinfachen. Doch selbst optimierter Content ersetzt keine klare Strategie entlang der Customer Journey.
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Mastodon führt Share Button ein: Alternative zu X rüstet auf
Der gesamte Prozess läuft im Browser, ohne Tracking und ohne zentrale Datenspeicherung. Der Code des Tools wurde zudem als Open Source veröffentlicht und kann eingesehen, angepasst oder selbst gehostet werden.
Dieser Schritt kommt in einer Phase, in der Plattformwechsel politisch aufgeladen sind. Nicht nur bei X, sondern auch im KI-Markt: Anthropic verweigert dem Pentagon die Zusammenarbeit, während OpenAI daraufhin die Chance ergriff, den Verteidigungs-Deal dann aber nachschärfen musste. CEO Sam Altman räumte selbst ein, das Vorgehen habe „opportunistisch und wenig durchdacht“ gewirkt. Claude gewinnt in diesem Umfeld Nutzer:innen hinzu, OpenAI sieht sich Boykottaufrufen ausgesetzt.
Claude toppt App Store Charts und ChatGPT vor Boykott
– mitten im Kriegstaumel

Mastodon: Die selbstbestimmte Alternative im Plattformzeitalter
Mastodon ist kein Massenphänomen, aber auch längst kein Nischenexperiment mehr. Je nach Quelle liegt die Zahl der monatlich aktiven Nutzer:innen aktuell zwischen 750.000 und einer Million. Der Dienst Fediverse Observer weist rund 785.000 aktive Accounts aus, FediDB schätzt etwa 750.000. Auch die offizielle Server-Übersicht von Mastodon bewegt sich in dieser Größenordnung. Offizielle Daten aus dem Mastodon Annual Report 2024 zeigen zudem, dass Anfang 2025 rund 9,1 Millionen Accounts registriert waren, von denen etwa 938.000 monatlich aktiv genutzt wurden.
Im Vergleich dazu bleibt X deutlich größer. Die Schätzung von rund 570 bis 660 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen weltweit basiert auf einer Marktübersicht von Blog2Social, die verschiedene Branchenanalysen und verfügbare Datenquellen wie DataReportal und Kepios zusammenführt. Seit der Privatisierung veröffentlicht X selbst keine regelmäßig geprüften MAU-Zahlen mehr.
X ist ohne Frage eine global dominierende Plattform – aber Mastodon zieht genau die an, die etwas anderes wollen. Es gibt keinen übergreifenden Algorithmus, der Posts nach Klick- oder Empörungswahrscheinlichkeit sortiert, und keine personalisierte Werbung, die auf Basis deiner Daten ausgespielt wird. Hinter Mastodon steht eine Non-Profit-Organisation, die die Open Source Software entwickelt. Anders als bei zentralisierten Plattformen kontrolliert sie jedoch nicht das gesamte Netzwerk, denn die einzelnen Server werden unabhängig verwaltet.
Viele Timelines sind schlicht chronologisch. Du siehst die Beiträge der Accounts, denen du folgst, nicht das, was ein System oder ein:e Inhaber:in für besonders „engaging“ hält. Das Netzwerk besteht aus unabhängigen Instanzen mit eigenen Regeln und Moderations-Teams. Für viele Nutzer:innen, die sich von Plattformentwicklungen unter Elon Musk und Co. distanzieren möchten, ist das attraktiv.
Inzwischen sind auf Mastodon auch zahlreiche prominent gefolgte Accounts aktiv, die zeigen, wie vielfältig das Netzwerk genutzt wird. Laut einer Produnis-Übersicht besonders populärer Mastodon Accounts zählen dazu unter anderem der Autor und Medienmacher Cory Doctorow, der Erfinder des World Wide Web Tim Berners-Lee, die US-amerikanischen Tech-Journalistinnen Taylor Lorenz und Kara Swisher, der Satiriker und Moderator Jan Böhmermann sowie Medien- und Politik-Accounts wie ProPublica oder European Commission. Viele dieser Stimmen nutzen Mastodon als offenen Raum für Diskussionen, Dialog und kritischen Austausch
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