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Online Marketing & SEO

ChatGPT Ads brechen mit OpenAIs Versprechen


Die ersten ChatGPT Ads sind da. Sie bieten OpenAI mehr Umsatzpotential und dafür scheint das Unternehmen sogar Versprechen zur Werbedarstellung zu vernachlässigen. Ein Blick auf die ersten Anzeigen.

Es ist eine Zäsur im AI-Markt. Lange Zeit wollte OpenAI keine Werbung in die so populäre KI-Umgebung ChatGPT integrieren. Doch Anfang 2026 war es so weit, das Unternehmen kündigte den Start von Werbeeinblendungen an, der für deutlich mehr dringend benötigte Einnahmen sorgen soll. Allerdings beschwichtigte man die User direkt: Die Konversation werde nicht beeinträchtigt, ohnehin sollten die Ads nur hilfreiche Ergänzungen bieten und deutlich von der Antwort getrennt werden. Jetzt gibt es die ersten Werbeanzeigen auf ChatGPT zu sehen und sie sind teilweise ganz anders als die angekündigten distinguierten Werbehinweise am Rande. Erste Beobachter:innen sprechen von „ablenkenden Pop-ups“.


Adobe, Audible und Co.

– Advertiser verraten, warum sie auf ChatGPT werben

Smartphone Mockup mit Ad bei ChatGPT, Violett im Hintergrund
© OpenAI via Canva

ChatGPT Ads im Fokus: OpenAI spielt sofort Werbung aus – auch unpassende

Jetzt sind sie also da, die ersten ChatGPT Ads in den USA. Erste Erwachsene User ab 18 Jahren sehen ab jetzt Werbung. Das gilt aber nur für jene, die ChatGPT Free und Go (für acht US-Dollar im Monat) nutzen. Genau diese User, die nichts oder nur wenig pro Monat für die ChatGPT-Nutzung zahlen, möchte OpenAI mit der Werbung monetarisieren.

Für Advertiser ist schon absehbar, was Werbung bei ChatGPT kosten soll. 60 US-Dollar werden für 1.000 Views im CPM-Modell aufgerufen, während für die ersten Werbetreibenden hunderttausende US-Dollar an Ausgabezusagen gefordert sind. Trotz dieser Kosten hat OpenAI eine Reihe interessierter Unternehmen und Konzerne für das Pilotprogramm gefunden. Dazu zählt zum Beispiel WPP Media mit Klient:innen wie Adobe, Audemars Piguet, Audible, Ford, Mazda und Co. Aber auch Target und HelloFresh sind erste Kund:innen. Ihre Werbung erscheint ebenso wie Anzeigen von Expedia oder Canva in den ersten User-Umgebungen – und widerspricht zum Teil den Versprechungen von OpenAI. Denn zum Start des Werbeexperiments hieß es von Asad Awan, Ads and Monetization Lead bei OpenAI:

We believe ads play an important role in continuing to support broad access to AI. By working closely with partners like Adobe in this pilot, we’re able to thoughtfully test new ad experiences and learn together to ensure ads are separate and clearly distinct, relevant, and useful while maintaining the trust people place in ChatGPT.

Dabei sollten die Ads die Antworten im Chat nicht beeinflussen. Auch nicht visuell, denn das Unternehmen gibt an, dass die Ads markiert und deutlich von der Antwort getrennt werden. Außerdem sollen Advertiser keinen Zugriff auf Konversationen, Erinnerungen und persönliche Daten oder den Chat-Verlauf erhalten. Auch können User einzelne Anzeigen ausblenden und Informationen über die Anzeigen einholen.

In der Praxis sieht das zum Teil anders aus. Der Marketer Ashley Fletcher zeigt auf LinkedIn Beispiele von Ads, entdeckte vom Adthena Team, die unmittelbar nach dem ersten Prompt aufgetaucht sind. Eigentlich sollte die Werbung als hilfreiche Ergänzung unter einem umfassenden Dialog integriert werden. Diese Beispielanzeigen von Expedia kamen direkt nach einem simplen Frage-Prompt: „What’s the best way to book a weekend away?“.

Die Ad ist deutlich als solche mit dem Label „Sponsored“ markiert, die werbende Brand erhält im Beispiel ein Favicon zur klaren Kennzeichnung. Es gibt aber noch mehr Beispiele für erste ChatGPT Ads, die die Hoffnung auf nur relevante Einblendungen trüben.

„All I’m seeing are distracting pop-ups“

Emily Forlini berichtet für PC Mag von ersten Ads, die sie auf ChatGPT gesehen hat. Forlini kritisiert, dass OpenAI die Anzeigen durchaus nicht immer als „hilfreiche und unterhaltsame“ Ergänzungen einführt. Vielmehr seien sie zum Teil ablenkend und unpassend. Eine Anzeige habe auf ihrem Smartphone Screen fast den gesamten Bildbereich eingenommen, sodass sie die Konversation kaum noch nachvollziehen konnte. Eine weitere Ad tauchte bei ihr im Rahmen einer Diskussion von Designthemen auf. Die Werbung ist für Canva, doch Emily Forlini gibt an, weder einen Besuch bei Canva noch eigene Designpläne geteilt zu haben. So sei die Ad für sie kaum relevant gewesen.

Yikes this ChatGPT ad is huge!! First one I’ve seen. How has Sam Altman spent the last year talking about how they would blend in and then this is the final product?

[image or embed]

— emilyforlini.bsky.social (@emilyforlini.bsky.social) 15. Februar 2026 um 16:27

Sie erklärt diese Ad in ihrem Beitrag als „Ärgernis“. Damit dürfte sie nicht allein sein. Doch Werbeeinblendungen sind letztlich selten eine freudige Unterbrechung für User. Am eigenen Relevanzversprechen muss sich OpenAI jedoch messen lassen. Und diesbezüglich gibt es noch Nachholbedarf, auch bei den Desktop-Anzeigen, die immerhin weniger ablenkend erscheinen sollen, so Forlini.

Eine Erklärung für die zuweilen nicht ganz passgenau ausgespielten Ads liegt im Experimentierstadium der ChatGPT Ads. Denn noch sind nur vereinzelte Unternehmen als Werbende aktiv, die Auswahl an möglichen Ausspielungen ist begrenzt und OpenAI muss die Reaktionen der User evaluieren. Aus User-Sicht wäre es dann womöglich logischer, keine Ad auszuspielen als eine, die nur bedingt zur Konversation passt. Für OpenAI geht es aber darum, werbetreibenden Unternehmen Sichtbarkeit zu verschaffen, um das Werbemodell voranzutreiben und künftig weitere Advertiser für sich zu gewinnen. Ob dabei aber auch User-Gruppen verloren gehen, die sich von der Werbung gestört fühlen und nicht bereit sind, als Alternative auf kostenpflichtige Abonnements (ausgenommen ChatGPT Go, das auch Ads beinhaltet) zuzugreifen, wird sich im Verlauf der kommenden Monate zeigen. Vor allem, wenn ChatGPT auch in weiteren Regionen Ads bringen sollte.

Auf Google kommen die User derweil ebenfalls nicht um Werbung in KI-Kontexten herum. Der AI Mode wird aktuell mit ganz neuen Werbeformaten versorgt. Anthropics Claude hingegen soll genauso wie Perplexity künftig ohne Werbung auskommen. Das mag für viele einen weiteren Nutzungsanreiz liefern.


Nach Claude:

Auch Perplexity soll jetzt werbefrei bleiben

Person vor Laptop auf Sessel, Lichter und Bildschirme im Hintergrund, gezeichneter Stil
© Perplexity via Canva





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Digital Bash – Content Marketing: AI, Trends und Use Cases


Content ist schnell produziert, doch wie wird er wirklich wirksam? Beim Digital Bash – Content Marketing am 23. April zeigen dir unsere Expert:innen, wie du AI sinnvoll einsetzt, Prozesse strukturierst und Inhalte erfolgreich skalierst. So wird dein Content nicht nur sichtbar, sondern liefert langfristig bessere Ergebnisse.

Guter Content allein reicht längst nicht mehr aus – entscheidend ist, wie strategisch du ihn einsetzt. Zwischen AI Tools, steigenden Anforderungen und immer mehr Kanälen stellt sich die Frage: Wie erzielst du heute noch echte Wirkung?

Beim Digital Bash – Content Marketing am 23. April 2026 bekommst du genau darauf die Antworten. Unsere Expert:innen zeigen dir, wie du Content effizient produzierst, gezielt distribuierst und messbar erfolgreicher machst, ohne im Tool-Chaos den Überblick zu verlieren.

Ab 9:00 Uhr erwartet dich ein Vormittag voller praxisnaher Insights, echter Use Cases und konkreter Strategien. Erfahre, wie du AI sinnvoll in deine Content-Prozesse integrierst, welche Grenzen Standard-KI im Marketing hat, wie du deinen Martech Stack strukturierst und wie du Content erfolgreich skalierst – von Social bis Audio.

Keine Lust zum Event zu pendeln? Das musst du auch gar nicht! Denn am Digital Bash kannst du bequem per Online-Zugang teilnehmen. Egal, ob im Büro, bequem im Home Office oder von der Couch aus – mit einem Laptop, Tablet oder Smartphone bist du dabei.

Diese Inhalte erwarten dich beim Digital Bash – Content Marketing

Den Auftakt macht Lisa Maria Reith, Senior Project Managerin von Premedia GmbH, mit einem Blick auf die Grenzen klassischer KI-Tools im Marketing. Wenn Halluzinationen, inkonsistente Ergebnisse und fehlende Skalierbarkeit deine Content-Produktion ausbremsen, bist du hier genau richtig. Du erfährst, warum Standard-KI im Marketing oft nicht ausreicht und wie sich dennoch hochwertige Assets effizient produzieren lassen.

Content ist meist schneller produziert als organisiert – und genau hier liegt oft das Problem. Markus Kreth, Sales Director DACH von Canto, zeigt, wie ein strukturiertes Digital Asset Management dabei hilft, den Überblick zu behalten und Inhalte effizient nutzbar zu machen. Du erfährst, warum ein DAM-System eine zentrale Rolle im Martech Stack spielt und wie du mit klaren Prozessen und besserer Struktur mehr aus deinen bestehenden Assets herausholst.

Viele Marketing-Teams arbeiten heute mit einer Vielzahl an Tools – doch echte Effizienz entsteht dadurch selten. Nicolai Kuban, CEO von contentbird GmbH, zeigt, wie du fragmentierte Prozesse zusammenführst und daraus ein skalierbares Content-Marketing-System entwickelst. Im Fokus steht dabei die Frage, wie AI nicht nur punktuell eingesetzt wird, sondern strategisch und nachhaltig in deinem Team verankert werden kann.

Content endet nicht beim geschriebenen Wort. Nadav Shaltiel, CEO & Co-Founder von Audioboost, zeigt, wie sich bestehende Inhalte in Audioformate übersetzen lassen und welche neuen Möglichkeiten dadurch entstehen. Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Reichweite, sondern auch um bessere Zugänglichkeit und neue Wege, Nutzer:innen mit Content zu erreichen.

Guter Social Media Content entsteht nicht zufällig. Melanie Hartstock, Selbstständige Senior Creative & Creative Concepterin, gibt Einblicke in den gesamten Prozess – von der strategischen Planung über die Ideenentwicklung bis hin zur konkreten Umsetzung. Du erfährst, wie du Inhalte effizient produzierst und welche Rolle Influencer:innen sowie AI dabei im Alltag spielen.

Trends kommen schnell – und genauso schnell verschwinden sie wieder. Elena Rasmussen, Senior Social Media Managerin von OTTO, zeigt, wie OTTO aktuelle Themen identifiziert, bewertet und gezielt für die eigene Marke nutzt. Anhand konkreter Beispiele bekommst du ein Gefühl dafür, wie aus kurzfristigen Hypes relevanter Content mit echtem Mehrwert entsteht.

Agenda für den 23. April

  • 9:00 – 9:10 Uhr: Opening Digital Bash – Content Marketing
    Marc Stahlmann | CEO | OnlineMarketing.de GmbH
  • 9:10 – 9:40 Uhr: Warum Nano Banana, Midjourney & Co. im Marketing scheitern – und wie ihr mit KI trotzdem High-End-Assets produziert
    Lisa Maria Reith | Director Market Retail | Premedia GmbH
  • 9:45 – 10:15 Uhr: Canto DAM verbindet den Martech-Stack für maximalen Ertrag
    Markus Kreth | Enterprise Account Executive | Canto
  • 10:20 – 10:50 Uhr: Vom Tool-Chaos zur KI-gestützten E-Commerce-Plattform
    Nicolai Kuban | Co-Founder | contentbird GmbH
  • 10:55 – 11:25 Uhr: How to Turn Digital Content into a Scalable Audio Growth Ecosystem
    Nadav Shaltiel | Global Director of Supply | Audioboost
  • 11:30 – 12:00 Uhr: Content-Creation im Kontext von Social Media – Von der Strategie bis zur Content-Production
    Melanie Hartstock | Selbstständige Senior Creative & Creative Concepterin
  • 12:05 – 12:35 Uhr: Mit Barbie in die WirtschaftsWoche: Durch aktuelle Ereignisse Relevanz auf Social Media schaffen
    Elena Rasmussen | Senior Communications Consultant | OTTO

Die Teilnahme ist kostenlos und du kannst ortsunabhängig dabei sein. Sichere dir am besten direkt deinen Zugang, um keine Insights zu verpassen und dir zusätzlich die Aufzeichnung im Nachgang anzusehen. Wir sehen uns dann beim Digital Bash – Content Marketing von OnlineMarketing.de. 





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Frischekampagne: Kaufland wirbt mit Opus-Klassiker


„Live is Life“ ist einer der Pop-Klassiker der 80er-Jahre. Der Hit der österreichischen Band Opus bleibt auch 42 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung frisch. In den nächsten Wochen wird man den Song wieder sehr oft hören: in einer abgewandelten Version in einer neuen Kampagne von Kaufland.

„Live is Life“ läuft immer. Im Radio. In Festzelten. Beim Sport. 2024 war der Opus-Klassiker beispielsweise der offizielle Song der Handball-Europameisterschaft der Frauen. Das finnische Eishockeyteam Tappara nutzt den Hit als Tor-Song. Maradona wärmte sich im UEFA-Cup-Halbfinale Neapel gegen Bayern München dazu auf. In Deutschland bekommt der Evergreen jetzt wieder eine große Bühne. Er ist Teil der neuen Kampagne von Kaufland. Oder besser eine eigene Version davon. Der Lebensmittelriese aus Neckarsulm bewirbt damit seine Frischekompetenz in den über 780 Filialen. Mit detailreichen Bildern, die Frische unter anderem bei Obst, Fleisch, Molkereiprodukten und Backwaren zeigen und eben diesem Ohrwurm, den man schon nach 30 Sekunden auf dem Weg in die Kantine mitsingt. „Richtig frisch. Na-na-na-na-na.“ Werbemusik wirkt halt.
Es geht um Aufmerksamkeit für die Marke und deren Kernkompetenz. „Wir machen mit der Kampagne deutlich, dass erstklassige Qualität bei uns kein Zufall ist, sondern ein tägliches Versprechen, auf das sich unsere Kunden voll und ganz verlassen können”, sagt Christoph Schneider, Geschäftsführer Marketing bei Kaufland. 

Kampagne bleibt lange live

Damit schaltet die Tochter der Schwarz-Gruppe nach dem Frische-Aufschlag im vergangenen Herbst „einen Gang höher“, wie es aus dem Unternehmen heißt. Die Spots sind Teil einer 360-Grad-Kampagne, die im TV, in der Filiale, im Prospekt, im Radio, auf Plakaten und digital und Social Media zu sehen sind.

Wie wichtig Kaufland das Thema ist, wird auch an anderer Stelle deutlich. Die Kampagne wird bis Ende November on Air sein. Die Kreation stammt von Freunde des Hauses. Clobblestone aus Hamburg verantwortet Produktion und Regie des Clips.



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Wie der Widerrufs-Button zum Wettbewerbsvorteil wird


Schon bald ist der Widerrufs-Button Pflicht für Online Shops und droht, Stornoquoten zu erhöhen. Doch in der Transparenz uns strategischen Nutzung des Buttons liegt die Chance.

Ab dem 19. Juni 2026 sind Online Shops verpflichtet, eine elektronische Widerrufsfunktion bereitzustellen – den sogenannten Widerrufs-Button. Die neue Regelung macht den Widerruf für Verbraucher:innen sichtbarer, einfacher und deutlich schneller. Was bislang über Serviceanfragen, E-Mails oder nachgelagerte Retouren abgewickelt wurde, rückt heute als transparenter Prozess in den Fokus. Künftig entsteht damit ein neuer direkter Touchpoint in der Customer Journey, der nicht nur rechtliche Relevanz hat, sondern auch operative und wirtschaftliche Folgen mit sich bringt.

Für viele Händler:innen klingt das zunächst nach steigenden Stornoquoten und zusätzlichem Druck auf Margen. Diese Perspektive greift jedoch zu kurz. Denn der Widerrufs-Button schafft vor allem eines: Transparenz. Und genau darin liegt die strategische Chance.

Mehr Stornos, weniger Kosten

Tatsächlich ist davon auszugehen, dass die Zahl der frühzeitigen Widerrufe zunächst zunimmt – vor allem in Kategorien mit impulsgetriebenen Käufen, etwa in Fashion, Lifestyle oder bei Produkten mit längerer Lieferzeit und Käufen ohne starke Markenbindung. Der Grund dafür liegt in der niedrigen Hemmschwelle für Kund:innen, eine Kaufentscheidung über einen einzigen Klick auf den Widerrufs-Button direkt zu revidieren.

Entscheidend ist jedoch, wann dieser Widerruf erfolgt. Ein früh ausgelöster Widerruf ist für Händler:innen in vielen Fällen deutlich günstiger als eine spätere Retoure. Sobald eine Bestellung kommissioniert, verpackt oder versendet wurde, steigen die Prozesskosten spürbar. Im Fashion-Bereich können für eine Retoure je nach Setup schnell acht bis 15 Euro pro Auftrag anfallen. Die Verlagerung von Retouren in frühzeitige Stornos senkt im Umkehrschluss Rücksendekosten und entlastet zudem Fulfillment, Kund:innenservice und Zahlungsabwicklung. Der Kostenvorteil entsteht insbesondere dann, wenn der Widerruf erfolgt, bevor Fulfillment-Prozesse wie Kommissionierung oder Versand angestoßen wurden.

Wo der Widerrufs-Button konkrete Chancen eröffnet

Ist der Kauf einmal widerrufen, endet die Customer Journey nicht zwangsläufig. Der Widerrufs-Button markiert zwar einen Ausstieg, er stellt gleichzeitig aber eine Interaktionschance dar. Händler:innen können hier gezielt gegensteuern, statt den Abbruch lediglich zu verarbeiten.

Eine Möglichkeit liegt in der intelligenten Incentivierung: Lösen Kund:innen einen Widerruf frühzeitig aus, können Unternehmen situativ Anreize setzen, um den Kauf doch fortzuführen – beispielsweise durch Treuepunkte, einen einmaligen Vorteil oder personalisierte Angebote. Entscheidend ist, dass diese Maßnahmen nicht pauschal erfolgen, sondern an Warenkorb, Kund:innensegment und bisheriges Verhalten gekoppelt sind. In Kombination mit Daten aus Payment, Fulfillment und CRM entsteht so ein differenziertes Bild darüber, wo Kaufabbrüche entstehen – und wo gezielt gegengesteuert werden kann.

Ebenso relevant sind sinnvolle Alternativen zum vollständigen Storno. Je nach Kontext kann es hilfreich sein, einen Umtausch anzubieten, flexible Zahlungsoptionen wie einen späteren oder gestaffelten Zahlungseinstieg aufzuzeigen oder den Widerruf mit einer stationären Rückgabe zu verknüpfen. Solche Optionen helfen, Umsatz nicht vorschnell zu verlieren und Serviceorientierung zu zeigen.

Conversions treiben durch Transparenz

Langfristig ist vor allem der Effekt auf die Kundenerfahrung relevant. Händler:innen, die den Widerrufs-Button sauber integrieren, verständlich kommunizieren und aktiv in ihre Prozesse einbinden, schaffen mehr Transparenz an einem sensiblen Punkt der Customer Journey. Daraus können mehrere positive Effekte entstehen:

  • Höhere Kund:innenzufriedenheit: Ein klarer und nachvollziehbarer Widerrufsprozess stärkt das Vertrauen in den Shop.
  • Weniger Serviceaufwand: Wenn der Widerruf einfach digital möglich ist, sinkt die Zahl manueller Anfragen per E-Mail oder über den Kund:innenservice.
  • Geringere Retourenquote: Transparente Prozesse fördern bewusstere Kaufentscheidungen und können impulsive Fehlkäufe langfristig reduzieren.

Schließlich hat der Widerrufs-Button auch eine oft unterschätzte Wirkung auf die Conversion. Transparent platzierte und verständlich erklärte Widerrufsmöglichkeiten senken die wahrgenommene Kaufhürde, weil sie Sicherheit und Kontrolle schaffen. Der Widerrufs-Button wird damit vor allem zu einem sichtbaren Vertrauenssignal, das Conversion und Kund:innenbindung auf lange Sicht positiv beeinflussen kann.

Widerruf strategisch einbetten

Damit der Widerrufs-Button sein Potenzial entfalten kann, müssen Händler:innen ihn konsequent in ihre bestehenden Prozesse und Systeme integrieren. Dazu gehört zunächst die strategische Platzierung im Shop sowie eine UX, die den Widerruf verständlich und transparent macht, ohne zusätzliche Hürden aufzubauen. Gleichzeitig sollten Kund:innenkonten, ERP- und Payment-Systeme so vorbereitet sein, dass Widerrufe nahtlos verarbeitet werden können. Automatisierte Workflows – von der Stornierung über die Rückbuchung bis zur Bestätigung – helfen, Kosten und Fehlerquote zu senken.

Darüber hinaus entsteht durch den Widerrufs-Button eine neue, wertvolle Datenbasis. Die Analyse von Button-Klicks, Zeitpunkten und tatsächlichen Rückgaben liefert Hinweise auf Kaufreue, problematische Produkte oder Schwächen im Sortiment. Richtig genutzt, entwickelt sich der Widerrufs-Button damit nicht nur zum operativen Werkzeug, sondern auch zum Frühindikator für Optimierungspotenziale entlang der gesamten Customer Journey.

Von der Pflicht zum Potenzial

Der Widerrufs-Button bringt für Online-Händler:innen zunächst viele Herausforderungen wie frühzeitige Stornos und technischen Anpassungsbedarf mit sich. Sind diese Hürden aber einmal überwunden, zeigen sich die eigentlichen Potenziale der neuen Regelung. Dann kann der Widerrufs-Button dazu beitragen, Retourenkosten zu senken, Serviceprozesse zu entlasten, Vertrauen aufzubauen und die Customer Journey transparenter zu gestalten. So kann aus einer regulatorischen Pflicht langfristig ein echter strategischer Hebel für den Online-Handel entstehen. Die Frage ist nicht, ob der Widerrufs-Button kommt – sondern ob Händler:innen ihn nur umsetzen oder auch strategisch nutzen.


14 Tage Geld zurück:

Widerrufs-Button für Online Shopping kommt 2026

Frau lehnt sich vor Laptop lächelnd zurück
© Vitaly Gariev – Unsplash





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