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Cloudflare-Report: Internet wächst um 19 Prozent, Hälfte nutzt Quantenschutz
Der globale Internetverkehr ist 2025 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen, wobei der Anstieg besonders ab August deutlich wurde. Das geht aus dem aktuellen Cloudflare Radar Year in Review hervor, den das Internetunternehmen auf Basis von durchschnittlich 81 Millionen HTTP-Anfragen pro Sekunde erstellt hat. Bemerkenswert ist der rasante Aufstieg der Post-Quantum-Verschlüsselung: Bereits 52 Prozent des von Menschen generierten Web-Traffics nutzen eine Technik, die vor Angriffen durch künftige Quantencomputer schützen soll.
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Cloudflare-CEO Matthew Prince betont die fundamentalen Veränderungen im Internet: „Das Internet wandelt sich aber nicht einfach nur, es wird völlig umgekrempelt – etwa durch KI oder kreativere und raffiniertere Angriffsmethoden.“ Das Unternehmen habe in diesem Jahr mehrere Internet-Meilensteine gefeiert, aber auch Angriffe abgewehrt, die dem Begriff „Skalierung“ eine völlig neue Bedeutung verliehen hätten.
Googlebot als größter Bot-Traffic-Verursacher
Eine weitere Erkenntnis des Reports: Googlebot ist mit über 25 Prozent des verifizierten Bot-Traffics die größte Quelle für Request-Traffic bei Cloudflare. Der Bot erzeugt 4,5 Prozent aller HTML-Anfragen – mehr als alle anderen KI-Bots zusammen mit 4,2 Prozent. Google nutzt den Bot nicht nur für die Suchindizierung, sondern auch für das Training seiner KI-Modelle. Das sogenannte „user action“-Crawling für KI-Zwecke hat sich dabei um das 15-Fache erhöht.
Bei den generativen KI-Diensten führt ChatGPT weltweit, gefolgt von Konkurrenten wie Claude, Perplexity und Gemini. Im Social-Media-Bereich hat Snapchat jetzt X (ehemals Twitter) überholt, während Google zum vierten Mal in Folge den ersten Platz der meistgenutzten Internetdienste belegt. Instagram und YouTube kletterten in die Top 10.
DDoS-Attacken erreichen neue Dimensionen
Die Sicherheitslage verschärfte sich deutlich: Cloudflare verzeichnete über 25 rekordverdächtige DDoS-Angriffe (jeweils über 1 TBit/s), darunter den bislang stärksten DDoS-Angriff mit 29,7 TBit/s im dritten Quartal. Das Aisuru-Botnet bombardierte das Ziel mit 14,1 Milliarden Paketen pro Sekunde über 15.000 UDP-Ports. Insgesamt registrierte Cloudflare 8,3 Millionen Attacken – das entspricht 3780 Angriffen pro Stunde, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 40 Prozent im Jahresvergleich.
Erstmals sind zivilgesellschaftliche Organisationen und NGOs die am meisten angegriffene Zielgruppe. Cloudflare führt dies auf den besonderen Wert sensibler Daten zurück. Angriffe auf KI-Firmen schnellten im September um 350 Prozent nach oben.
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Ausfälle und Infrastruktur-Trends
Der Report dokumentiert 174 größere Internet-Ausfälle, von denen fast die Hälfte auf staatlich angeordnete Abschaltungen zurückgeht – häufig während Wahlen oder Protesten. Kabelschäden gingen um 50 Prozent zurück, während Stromausfälle sich verdoppelten. BGP-Route-Leaks verursachten weiterhin globale Routing-Probleme, die auch deutsche Nutzer durch erhöhte Latenz oder Erreichbarkeitsverluste betrafen.
Beim Satelliteninternet verdoppelte sich der Starlink-Traffic (AS14593), wobei das Netz in über 20 neue Länder und Regionen expandierte. Mobile Geräte mit iOS generierten 35 Prozent des globalen Mobile-Traffics, in vielen Ländern sogar über 50 Prozent des gesamten Geräte-Traffics. HTTPS-Verbindungen erreichten einen Anteil von über 95 Prozent, während IPv6 global noch unter einem Drittel der Dual-Stack-Anfragen liegt – mit Ausnahme von Indien, wo der Anteil bei über zwei Dritteln liegt.
Quantensicherheit und regionale Unterschiede
Die 52-prozentige Abdeckung mit Post-Quantum-Verschlüsselung ist bemerkenswert, da Cloudflare selbst die Technik erst seit Oktober 2022 standardmäßig aktiviert hat. Das schnelle Wachstum resultiert aus Browser-Updates, die die notwendige Unterstützung mitbringen. Die Implementierung schon jetzt schützt vor „harvest now, decrypt later“-Angriffen, bei denen Kriminelle verschlüsselte Daten heute sammeln, um sie später mit Quantencomputern zu entschlüsseln.
Europa führt bei der Internetqualität mit Download-Geschwindigkeiten über 200 MBit/s, wobei Spanien weltweit die Spitzenposition einnimmt. In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild wie in anderen europäischen Ländern: starker Mobilanteil, Chrome-Dominanz und niedriger IPv6-Ausbau. Die auf der Cloudflare-Microsite verfügbaren länderspezifischen Daten ermöglichen detaillierte Vergleiche für über 200 Länder und Regionen, darunter auch Deutschland.
Der Bericht basiert auf Daten vom 1. Januar bis 2. Dezember 2025 und nutzt eine mit den Vorjahresreports konsistente Methodik. Das Cloudflare-Netzwerk ist in 330 Städten in über 125 Ländern präsent und verarbeitet Spitzenwerte von über 129 Millionen HTTP-Anfragen sowie 67 Millionen DNS-Abfragen pro Sekunde.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Oscal PV800 Pro im Test: Full-HD-Beamer mit Google TV für 200 Euro
Der Oscal PV800 Pro bietet für 200 Euro natives Google TV mit Netflix-Support, Full-HD-Auflösung und automatische Bildanpassungen.
Der Markt für günstige Beamer ist hart umkämpft. Dutzende Hersteller buhlen um die Gunst preisbewusster Heimkino-Fans. Der Oscal PV800 Pro stammt von Oscal, einer Tochtermarke des chinesischen Herstellers Blackview. Ende 2025 kam er auf den Markt. Sein Ziel: unkompliziertes Heimkino für den schmalen Geldbeutel.
Auf dem Papier klingt das Angebot verlockend: natives Google TV mit offiziellem Netflix-Support, Widevine-L1-Zertifizierung für HD-Streaming und automatische Bildanpassungen. Der Hersteller gibt eine Helligkeit von 1400 Lumen an. Hier lohnt sich ein genauer Blick. Denn dabei handelt es sich laut oscal.hk nicht um Ansi-Lumen, wie bei manchen Händlern zu lesen. Der Unterschied ist erheblich: Ansi-Lumen bezeichnen einen standardisierten Messwert an der Projektionsfläche nach festgelegten Kriterien. Einfache Lumen-Angaben beziehen sich oft nur auf die Lichtquelle selbst. In der Praxis fällt die Helligkeit dann geringer aus. Wer also Beamer-Spezifikationen vergleicht, sollte stets auf die Einheit achten.
Wie sind das Design und die Verarbeitung?
Der Oscal PV800 Pro sieht nicht aus wie ein typischer billiger China-Beamer. Das Gehäuse in Silber wirkt modern und durchdacht. Über die Front zieht sich eine subtile Stofftextur. Abgerundete Kanten und die matte Haptik der Stoffummantelung runden den eleganten Eindruck ab.
Mit Abmessungen von 280 × 241 × 109,5 mm und 2,6 kg gehört der PV800 Pro zu den größeren Modellen im Testfeld. Zum Vergleich: Der Loewe We Beam misst nur 17,5 × 17,5 × 4,8 cm und wiegt 800 Gramm.
Die Verarbeitung überzeugt für diese Preisklasse. Das Gehäuse fühlt sich robust an. Die Standfüße verhindern Rutschen auf glatten Oberflächen. Kanten und Übergänge sind sauber verarbeitet. Der Materialmix hinterlässt einen guten Eindruck.
Eine kleine Stellschraube an der Unterseite erlaubt die Anpassung des vertikalen Winkels. Das ist ein nettes Detail für die Feinjustierung. Es reicht aber nicht an die Flexibilität des Xgimi Mogo 3 Pro heran. Dessen um 130 Grad verstellbarer Ständer ist direkt mit dem Gehäuse verbunden.
Was kann die Hardware?
Der Oscal PV800 Pro löst nativ mit 1920 × 1080 Pixeln auf. Full-HD ist Standard in dieser Preisklasse. Er kann 4K-Quellen wiedergeben, rechnet diese aber auf Full-HD herunter. Das Kontrastverhältnis liegt bei 4000:1. HDR10+ soll für bessere Dynamik in hellen und dunklen Bildbereichen sorgen.
An Anschlüssen bietet der Beamer einen HDMI-1.4-Port, einen USB-2.0-Anschluss, eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und den Netzeingang. Das ist das Nötigste, mehr nicht. Zum Vergleich: Der etwas teurere Casiris Omnistar L80 bietet zwei HDMI-Ports, LAN und einen AV-Eingang. Wer mehrere Zuspieler anschließen will, stößt beim Oscal schnell an Grenzen.
WLAN funktioniert über Wi-Fi 6 im 2,4- und 5-GHz-Band. Das ist zeitgemäß. Bluetooth 5.0 ermöglicht die Verbindung mit kabellosen Lautsprechern oder Kopfhörern. Screen Mirroring funktioniert über Airplay, Miracast und Chromecast.
Im Inneren arbeitet ein Quad-Core-Prozessor Hi3751 V352 mit Mali-450-MP2-GPU. Der Arbeitsspeicher beträgt nur 1 GB, der interne Speicher 8 GB. Das reicht für Streaming, begrenzt aber das Multitasking erheblich. Wer Apps wechselt oder im Hintergrund Inhalte lädt, benötigt Geduld.
Die Projektionsgröße liegt zwischen 40 und 200 Zoll. Der Mindestabstand zur Wand beträgt einen Meter. Das Seitenverhältnis lässt sich zwischen 16:9 und 4:3 wählen.
Wie gut ist das Bild?
Die Bildqualität des Oscal PV800 Pro überzeugt für seine Preisklasse. Die Full-HD-Auflösung sorgt für gute Schärfe. Auch an den Rändern bleibt das Bild detailreich. Die Schärfeverteilung ist gleichmäßig. Die Farben wirken leuchtend und natürlich. HDR10+ verbessert die Darstellung in hellen und dunklen Bildbereichen spürbar.
Die 1400 Lumen reichen für leicht beleuchtete Räume. Für Tageslicht ist er zu dunkel. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer auch bei Sonnenschein projizieren will, braucht deutlich mehr Lichtleistung. Der Acer X1528Ki liefert 5200 Ansi-Lumen und funktioniert auch in hellen Räumen. Kostet aber auch mehr als das Doppelte.
Die beste Bildqualität erreicht der PV800 Pro bei Projektionsgrößen zwischen 70 und 120 Zoll in komplett abgedunkelten Räumen. Kontrast und Schwarzwert sind für den Preis ausreichend. High-End-Niveau erreicht der Oscal nicht. Dunkle Filmszenen wirken leicht aufgehellt.
Der automatische Fokus arbeitet genau. Allerdings ist er langsamer als bei vielen Konkurrenten. Mehrere Sekunden vergehen, bis das Bild scharf steht. Im Alltag stört das kaum.
Oscal PV800 Pro Screenshot
Die Trapezkorrektur funktioniert nur vertikal, nicht horizontal. Das schränkt die Aufstellungsflexibilität ein. Die beworbene intelligente Hinderniserkennung funktioniert in unserem Test überhaupt nicht.
Wie gut ist die Software und ihre Bedienung?
Auf dem Oscal PV800 Pro läuft Google TV, basierend auf Android 11. Das ist der große Trumpf des Beamers. Netflix, YouTube, Disney+ und Prime Video sind nativ verfügbar. Die Widevine-L1-Zertifizierung ermöglicht HD-Streaming ohne Einschränkungen.
Am Gerät selbst gibt es nur eine Power-Taste. Die Bedienung erfolgt über die mitgelieferte Fernbedienung. Diese bietet Schnellwahltasten für Netflix, YouTube, Amazon Prime und Disney+. Die Sprachsteuerung über Google Assistant funktioniert für App-Suche, Lautstärke und Eingaben. Die Fernbedienung ist klein und leicht. Sie liegt angenehm in der Hand. Die Tasten lassen sich nach kurzer Eingewöhnung blind ertasten. Eine Beleuchtung fehlt allerdings.
Die Performance des Betriebssystems ist der größte Schwachpunkt. Apps öffnen sich oft mit spürbarer Verzögerung. Hier macht sich der begrenzte Arbeitsspeicher von 1 GB bemerkbar.
Wie gut ist der Klang und wie laut ist der Lüfter?
Der Oscal PV800 Pro verfügt über integrierte 8-Watt-Stereo-Lautsprecher mit 75-mm-Treibern. Stimmen klingen klar und verständlich. Für Serien und Nachrichten reicht die Qualität. Eine gewisse räumliche Wiedergabe ist vorhanden.
Die Dynamik fehlt jedoch. Actionfilme klingen flach und Musik macht keinen Spaß. Wer besseren Klang will, sollte externe Lautsprecher oder eine Soundbar über Bluetooth oder Klinke anschließen. Der Etoe Whale Pro liefert mit seinen 20-Watt-Lautsprechern und Dolby Audio deutlich mehr Wumms, kostet aber auch mehr.
Der Lüfter erzeugt ein tieffrequentes, gleichmäßiges Rauschen. Er ist leiser als bei vielen anderen Beamern dieser Preisklasse. In normalen Filmszenen fällt er kaum auf. Bei ruhigen Passagen oder leisen Dialogen kann er jedoch stören. Flüsterleise wie der Loewe We Beam ist er nicht.
Wie teuer ist der Beamer?
Der Oscal PV800 Pro kostet 200 Euro. Für diesen Preis bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Natives Google TV, Widevine L1 und automatische Bildanpassungen sind in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.
Fazit
Der Oscal PV800 Pro liefert für 200 Euro ein überzeugendes Gesamtpaket. Sein größter Trumpf ist natives Google TV mit offiziellem Netflix-Support und Widevine-L1-Zertifizierung. Kein Gefummel mit Streaming-Sticks, keine Kompromisse bei der Bildqualität der Apps. Das elegante Design mit Stofffront und metallischem Glanz wirkt hochwertig und passt ins Wohnzimmer. Er muss sich nicht verstecken.
Die Bildqualität überzeugt in abgedunkelten Räumen. Full-HD-Auflösung, natürliche Farben und HDR10+ liefern insgesamt ein gutes Heimkino-Erlebnis. Die integrierten Lautsprecher reichen für Serien, externe Boxen verbessern den Klang jedoch deutlich. Der Lüfter bleibt angenehm ruhig.
Schwächen zeigt der Beamer bei der Performance. Das Betriebssystem reagiert träge. Apps starten langsam. Die Trapezkorrektur funktioniert nur vertikal und die Hinderniserkennung versagt komplett. Für helle Räume ist die Helligkeit zu gering.
Wer einen günstigen Einstieg ins Heimkino sucht und einen abdunkelbaren Raum hat, findet im Oscal PV800 Pro eine solide Wahl. Für 200 Euro gibt es wenig zu meckern.
Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: OpenStreetMap, OpenAI vs. Bots, Pinterest, Hubble-Fotos
Tausende KI-Bots erfassen Daten von OpenStreetMap
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OpenStreetMap kämpft gegen eine Bot-Flut. Binnen 24 Stunden blockierte der Dienst Bots von über 400 000 IP-Adressen. Die Zugriffe gleichen fast einem DDoS-Angriff und belasten die Infrastruktur massiv. Woher die Bots stammen, bleibt unklar. Vermutlich handelt es sich um KI-Crawler, die Trainingsdaten sammeln.
Seit dem KI-Boom leiden viele offene Projekte unter ähnlichen Problemen, darunter Wikimedia und verschiedene Linux-Initiativen. Denkbar ist auch, dass KI-Unternehmen eigene Kartendienste aufbauen wollen. OpenAI plant bereits einen Browser und ein soziales Netzwerk, ein Kartendienst wäre der nächste logische Schritt. Besonders rätselhaft: Die OpenStreetMap-Daten stehen ohnehin unter offener Lizenz zum Download bereit. Anbieter wie Cloudflare und Akamai arbeiten bereits an Lösungen, um Bots abzufangen, bevor sie die Server erreichen.

Zuckerberg kündigt neue KI-Modelle und Shopping-Agenten an
Meta will KI-gestützte Shopping-Funktionen einführen, sogenanntes „Agentic Commerce“. Mark Zuckerberg verspricht, die KI verstehe den Kontext und kenne die Menschen. Deshalb könne sie genau die richtigen Produkte auswählen. Welche persönlichen Daten die Shopping-Agenten einsehen dürfen, bleibt offen.
Zuckerberg kündigte bei der Vorstellung der Quartalszahlen ein „großes Jahr für persönliche Superintelligenz“ an. Geplant sind neue, größere Modelle, deren Trainingsdaten mehr Komplexität abbilden sollen. Die neuen KI-Modelle sollen mit den bestehenden Algorithmen von Metas Plattformen verbunden werden.
Vivaldi 7.8 lehnt KI-first-Ansätze ab
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Vivaldi, ein europäischer Browserhersteller, distanziert sich vom KI-Hype. CEO Jon von Tetzchner schreibt, die Browser-Branche löse das falsche Problem. Sie entwickle Assistenten, die filtern, was Nutzer sehen, und letztlich deren Urteilsvermögen auslagern. Vivaldi wolle stattdessen Tools bauen, die die Fähigkeit zum Erkunden, Vergleichen und Denken erweitern.
Mit Vivaldi 7.8 kommt ein neues Tab-System mit Drag-and-drop-Tab-Tiling für Split-Screen-Darstellungen. Das soll beim Preisvergleich oder bei der Arbeit mit Referenzdokumenten helfen. Der Browser ist ab sofort für Windows, Mac und Linux verfügbar. Vivaldi betont, ohne Tracking zu arbeiten und keine Nutzerdaten zu verkaufen.
OpenAI plant soziales Netzwerk mit biometrischer Verifizierung
OpenAI plant laut einem Forbes-Bericht angeblich ein soziales Netzwerk, in dem sich Nutzer biometrisch verifizieren müssen, um Bots fernzuhalten. Zur Auswahl stehen Face ID vom iPhone oder der umstrittene Iris-Scanner von World Network. Letzterer stammt von Tools for Humanity, einem Unternehmen hinter der Kryptowährung WLD-Token.
Spanien und Portugal haben den Iris-Scan zeitweise verboten, das Bayerische Landesamt für Datenschutz stellte grundlegende Datenschutzrisiken fest. Anders als ein Passwort lassen sich biometrische Daten nicht ändern. OpenAI-Chef Sam Altman ist gleichzeitig Vorsitzender von Tools for Humanity. Der wahre Grund für das Netzwerk dürfte sein: Soziale Medien sind eine gigantische Datenquelle für das Training von KI-Modellen in Echtzeit. X nutzt Grok, Meta integriert KI in Facebook, Instagram und WhatsApp.
Microsoft investiert Milliarden in KI, Anleger reagieren skeptisch
Microsoft übertraf die Erwartungen und verzeichnete erstmals über 50 Milliarden Dollar Cloud-Umsatz in einem Quartal, ein Plus von 26 Prozent. Das KI-Geschäft sei größer als einige jahrzehntealte Kernprodukte. Trotzdem brach die Aktie am folgenden Handelstag im zweistelligen Bereich ein.
Anleger zweifeln, ob die massiven Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Microsoft investierte im Quartal 37,5 Milliarden Dollar, zwei Drittel davon in Grafikprozessoren und Hauptprozessoren. Die Bruttomarge im Cloud-Geschäft sinkt auf 67 Prozent, ein weiterer Rückgang ist prognostiziert. Beunruhigend: 45 Prozent von Microsofts kommerziellem Auftragsbestand stammen von einem einzigen Kunden, OpenAI. Finanzchefin Amy Hood wich Nachfragen zu dieser Abhängigkeit aus.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Pinterest entlässt 15 Prozent der Belegschaft für KI-Investitionen
Pinterest will 15 Prozent seiner Belegschaft entlassen, etwa 750 Mitarbeitende. Bis Ende September 2026 sollen die Kündigungen abgeschlossen sein. Anders als Amazon begründet Pinterest die Entlassungen nicht mit bereits erfolgten Effizienzsteigerungen durch KI. Das Unternehmen will vielmehr erst die Grundlagen dafür schaffen.
Mit den freigesetzten personellen Ressourcen beabsichtigt Pinterest die Implementierung von KI in die Unternehmensabläufe voranzubringen und mehr KI-gestützte Funktionen in die Plattform integrieren. Was genau geplant ist, bleibt unklar. Im Herbst häuften sich Beschwerden über KI-Müll auf der Plattform. Pinterest führte daraufhin Funktionen ein, mit denen Nutzer steuern können, wie viele KI-Inhalte sie sehen. Ganz vertreiben lässt sich der KI-Müll nicht, dafür müsste die Plattform ihn erst zuverlässig erkennen.
Neue Rechenzentren gefährden deutsche Klimaziele
Der KI-Boom treibt den Bau von Rechenzentren voran, doch der Preis wird zunehmend in Treibhausgas-Emissionen gemessen. Der Global Energy Monitor zeigt in seiner jüngsten Ausgabe des „Global Oil and Gas Plant Tracker“, dass der Ausbau von Gaskraftwerken weltweit untrennbar mit dem Wachstum der digitalen Infrastruktur verknüpft ist.
In Deutschland sieht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) neue Gaskraftwerke an Standorten wie Mainz, Frankfurt, Birstein, Leipheim und Großkrotzenburg vor, primär zur Versorgung von Rechenzentren. Was als notwendige Brückentechnologie wirkt, entpuppt sich als potenzieller Stolperstein für die nationalen Klimaziele. Ohne Kopplung von Netzausbau, zusätzlichem Grünstrom und strengen stündlichen Nachweisen für Rechenzentren droht der digitale Fortschritt zum Klimarisiko zu werden.
KI findet in Hubble-Fotos über 800 neue Anomalien
Ein neuronales Netz hat in alten Hubble-Aufnahmen über 800 bisher unbekannte Anomalien entdeckt, vorwiegend ungewöhnliche Galaxien. Ein Forschungsteam der Europäischen Weltraumagentur ESA trainierte die KI, gezielt im Hubble-Archiv nach solchen Anomalien zu suchen. Binnen zweieinhalb Tagen fand sie 1400 Anomalien, 800 davon waren bisher unbekannt.
Von den Funden können einige Dutzend nicht klassifiziert werden. Bei vielen Galaxien bleibt unklar, ob sie gerade kollidieren oder warum unerwartete Strukturen zu sehen sind.
Storage-Aktien profitieren vom KI-Boom
Während Software-Champions wie Microsoft, Adobe oder Salesforce unter Disruptionsängsten leiden, schießen die Aktien amerikanischer Speicherfirmen in die Höhe. Seit vergangenem Spätsommer erleben klassische Storage-Anbieter einen massiven Aufschwung. KI lebt von Daten: Modelle müssen abgelegt, geladen, trainiert und ständig gefüttert werden.
GPUs ohne ausreichend Speicher sind kaum mehr als teure Rechenhüllen. Je größer die Modelle, desto exponentieller steigt der Bedarf an hochdichten, zuverlässigen Enterprise-Speicherlösungen. Micron, Western Digital, Seagate und SanDisk sind die großen, bislang unterschätzten Profiteure der KI-Ökonomie. Allein seit Jahresbeginn haben die Aktienkurse der vier Unternehmen zwischen 52 Prozent und 122 Prozent zugelegt.
KI-Boom beschert Samsung historischen Rekordgewinn
Samsung Electronics hat im vierten Quartal 2025 einen historischen Rekordgewinn eingefahren. Der südkoreanische Konzern weist einen Betriebsgewinn von umgerechnet knapp 12 Milliarden Euro aus, eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es ist der größte Quartalsgewinn in der Unternehmensgeschichte.
Die positive Entwicklung fußt hauptsächlich auf dem anhaltenden KI-Boom, der die Nachfrage und die Preise für Speicherchips rasant in die Höhe getrieben hat. Samsung Electronics ist einer der weltweit führenden Produzenten für Halbleiter.
KI analysiert Essensfotos für Kalorienzählung
Kalorienzählen ist umständlich: Man muss Lebensmittel abwiegen und manuell eintragen. Ein Test zeigt, dass KI-Modelle Essensfotos analysieren und Kalorien schätzen können. Google Gemini lieferte dabei die genauesten Ergebnisse, besser als spezialisierte Kalorienzähl-Apps.
Gemini erkannte Zutaten präzise und schätzte das Gewicht genau ein. Auf Nachfrage bewertete der Chatbot auch die Ernährungsqualität und gab hilfreiche Antworten. Kalorienzähl-Apps erkannten zwar ebenfalls Zutaten, verschätzten sich aber beim Gewicht und waren insgesamt vager. Beide Ansätze haben Einschränkungen, aber die Ergebnisse zeigen das Potenzial von KI-Tools für die Ernährungsplanung.
Heise+ Angebot für euch
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(igr)
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Spuren flüchtiger Stoffe: Der Merkur ist wohl gar kein toter Planet
Der innerste Planet des Sonnensystems ist offenbar überhaupt nicht so tot, wie bisher angenommen, und stattdessen durchaus geologisch aktiv. Darauf deutet eine Untersuchung von etwa 100.000 Satellitenaufnahmen der Merkursonde Messenger der NASA hin, die jetzt vorgestellt wurde. Auf den Bildern wurden zahlreiche helle Streifen entdeckt, „die vermutlich durch das Ausgasen von flüchtigen Stoffen aus dem Innern des Planeten entstehen“, fasst die Universität Bern zusammen. Weil diese sogenannten „Lineae“ vorwiegend auf der sonnenzugewandten Seite in besonders stark exponierten Regionen auftreten, dürfte Sonneneinstrahlung bei deren Entstehung eine wichtige Rolle spielen, erklären die Forscher und Forscherinnen.
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Warten auf BepiColombo

Die hellen Streifen an einem Krater
(Bild: NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington)
Die Forschungsgruppe um Valentin Bickel von der Uni Bern erklärt jetzt, dass die „Lineae“ längst bekannt waren, eine systematische Analyse hat aber noch nicht stattgefunden. Man habe lediglich eine Handvoll davon gekannt. Um das jetzt zu ermöglichen, hat das Team erst einmal mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens eine komplette Bestandsaufnahme aller 400 gefundenen Linien erstellt. Erst danach konnten sie die jetzt vorgestellten Muster in der Verteilung finden und über die Ursache spekulieren. Gezeigt habe sich, dass die Streifen primär auf sonnenzugewandten Hängen junger Einschlagskrater auftreten.
Die Gruppe meint, dass ihr Befund darauf hindeute, dass flüchtige Stoffe aus dem Innern des Planeten freigesetzt werden, wenn dieser von Objekten getroffen wird. Dabei könnte es sich um Schwefel oder andere leichte Elemente handeln. Das lege nahe, dass der Merkur geologisch aktiver ist, als angenommen. Das Bild vom „toten, trockenen und langweiligen Planeten“ müsse offenbar angepasst werden, um diese Dynamik einzubeziehen. Wichtig sei das auch für künftige Missionen. Erst einmal hofft die Forschungsgruppe, dass Beobachtungen der Ende des Jahres am Merkur eintreffenden ESA-Sonde BepiColombo ihre Analyse bestätigen und weitere Einblicke liefern. Vorgestellt wird ihre Arbeit im Fachmagazin Nature Communications Earth & Environment.
(mho)
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