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Künstliche Intelligenz

Deutschland-Stack 2.0: Vom abstrakten Fundament zum digitalen Betriebssystem


Das politische Prestigeprojekt Deutschland-Stack, das eine wichtige Basis einer technologisch souveränen Bundesrepublik werden soll, verlässt die Phase der rein konzeptionellen Überlegungen. Nachdem im Herbst eine breite Beteiligung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft erste Weichen stellte, präsentiert das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) jetzt ein aktualisiertes Gesamtbild.

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Die neue Skizze vom Freitag zeigt eine umfangreiche Weiterentwicklung gegenüber dem ersten Aufschlag vom Oktober. War die ursprüngliche Fassung noch stark von abstrakten Zielen wie der „europäischen Souveränität“ und allgemeinen „Wiederverwendbarkeit“ geprägt, liest sich das aktuelle Dokument wie ein technisches und strategisches Lastenheft für ein modernes Staats-Betriebssystem.

Der direkte Vergleich zur alten, deutlich kürzeren Version des „Gesamtbildes“ macht deutlich, dass die Bundesregierung auf die Kritik der ersten Beteiligungsrunde reagiert hat. So lag der Fokus vor wenigen Monaten etwa noch vage auf „wiederverwendbaren technischen Bausteinen“ und einer allgemeinen Verknüpfung mit Ansätzen wie „Government-as-a-Platform“. Der aktuelle Entwurf ist wesentlich stärker in den politischen Realitäten der neuen Legislaturperiode verankert.

Das neue Gesamtbild stützt sich so etwa explizit auf die Modernisierungsagenda von Bund und Ländern sowie auf Beschlüsse der Digitalministerkonferenz und des IT-Planungsrats. Damit rückt die politische Verbindlichkeit in den Vordergrund: Der Bund will demnach den Plattformkern bereitstellen und verpflichtend vorgeben sowie für ein zentrales Cloud-Hosting-Angebot sorgen, um die bisherigen Lock-in-Effekte und den föderalen Flickenteppich zu überwinden.

Hinzugekommen im vorgesehenen Tech-Stack ist der Ausbau des Bereichs Künstliche Intelligenz. Während die erste Version KI nur am Rand erwähnte, setzt das Update auf gehypte Ansätze wie Agentic AI. Dabei geht es nicht mehr nur um einfache Sprachmodelle, sondern um autonome Agenten, die über standardisierte Protokolle wie das Model Context Protocol (MCP) oder das Autonomous Agent Protocol (ANP) miteinander kommunizieren sollen.

Dieser „Agent-to-Agent“-Ansatz (A2A) markiert einen Paradigmenwechsel: Die Verwaltung soll künftig nicht mehr nur digitale Formulare anbieten, sondern durch vernetzte, intelligente Systeme proaktiv handeln können. Ergänzt wird dies durch den Fokus auf semantische Technologien. Deren Aufgabe ist es, eine einheitliche Dateninterpretation über alle föderalen Ebenen hinweg sicherzustellen.

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Die Neuaufnahme definiert Leitplanken wie „API-First“, „DevSecOps by Default“ und das Prinzip „Made in EU“ für Marktlösungen. Dazu kommt eine Priorisierung: Eigenentwicklungen sollen vorrangig als Open Source realisiert werden. Beim Zukauf von Marktlösungen sind europäische Anbieter zu bevorzugen, sofern sie die Souveränitätskriterien erfüllen.

Damit adressiert das Ministerium zumindest teilweise eine Forderung der Open Source Business Alliance (OSBA). Der Verband warnte im Vorfeld davor, den D-Stack zu einem Vehikel für „Souveränitäts-Washing“ durch proprietäre Softwareanbieter verkommen zu lassen. Die OSBA und die Free Software Foundation Europe (FSFE) verlangten in ihren Stellungnahmen, dass echte digitale Souveränität zwingend die vier Freiheiten der freien Software voraussetzt. Herausgekommen ist, dass Open Source zumindest als Primärlösung für den Plattformkern und die Integrationselemente festgeschrieben werden soll.

Trotz der technischen Schärfung bleiben organisatorische Hürden. Digitalstaatssekretär Markus Richter betont, dass die Exekutive mit einer zweiten Konsultationsrunde einen wichtigen Schritt hin zu einer interoperablen Verwaltung gehe und bewusst den offenen Dialog suche. Doch die Wirtschaft mahnt, rasch Nägel mit Köpfen zu machen.

Der Branchenverband Bitkom lobt so zwar das bisherige Tempo und die Einbeziehung externer Expertise, fordert aber zugleich eine verbindliche Pflicht für Länder und Kommunen zur Nutzung des Stacks. Nur wenn der föderale Unterbau die Komponenten auch tatsächlich integriere, könne eine echte Beschleunigung der Verwaltungsdigitalisierung gelingen. Der D-Stack dürfe kein optionales Buffet bleiben, sondern müsse zur gemeinsamen technischen Basis werden.

Strukturell hat das BMDS das Gesamtbild in vier strategische Säulen gegliedert: Eine exzellente Nutzererfahrung für Bürger und Wirtschaft, ein stabiler Plattformkern als Basis, der konsequente Einsatz von KI und Daten sowie die Sicherung der digitalen Souveränität. Das Ressort räumt ein, dass die bisherigen Kriterien keinen Detailgrad aufwiesen, der für automatisierte Compliance-Prozesse tauge. Stattdessen seien die Maßstäbe auf essenzielle Punkte konsolidiert worden, um vorerst eine klare Orientierung zu bieten. An der technischen Verknüpfung einzelner Standards werde weiter gearbeitet.

Bis 2028 sollen konkrete Angebote für alle föderalen Ebenen bereitstehen. Der Weg dorthin führt über den Marktplatz Deutschland Digital und das Portal für die deutsche Verwaltungscloud, die als zentrale „Managed-Services-Plattformen“ fungieren sollen.

Mit der nun gestarteten finalen Konsultationsphase, die bis zum 31. März läuft, steht der D-Stack vor seiner ersten Bewährungsprobe in der Praxis. Es bleibt abzuwarten, ob die ambitionierten Pläne für Agenten-KI und offene Schnittstellen auf offene Ohren stoßen und den Aufprall auf die föderale Realität überstehen.


(vbr)



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Künstliche Intelligenz

KI-Bildgeneratoren für CorelDraw Graphics Suite 2026


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This article is also available in
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Corel verankert unter dem Stichwort „Artist Intelligence“ KI-Werkzeuge in die CorelDraw Graphics Suite 2026. Gestalter können über das Andockfenster „AI Generate“ Bilder per Texteingabe erzeugen. Über Referenzbilder lassen sich außerdem Bildelemente neu arrangieren. Außerdem separiert die KI Bildmotive vom Hintergrund.

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Corel integriert Bildgeneratoren von Drittanbietern in das Grafikprogramm CorelDraw, darunter Nano Banana und Nano Banana Pro von Google Gemini, Stable Diffusion 3.5 und verschiedene Flux-Modelle von Black Forest Labs. Vor der ersten Anwendung muss man dafür zunächst die Nutzungsbedingungen der jeweiligen Anbieter bestätigen.

Über das Andockfenster „KI-Erzeugung“ legt man das Seitenverhältnis fest, wählt Stilrichtung sowie Farbpalette und gibt einen Prompt ein. Je nach Präferenz lassen sich bis zu vier Bilder generieren.

Für jede Anwendung zieht Corel unterschiedlich viele Credits ab, bei Nano Banana etwa 16 Credits, bei „Flux Schnell“ zwei Credits. Unten zeigt das Andockfenster das Credit-Guthaben an. Abonnenten erhalten monatlich 2000 KI-Credits. Käufer einer Dauerlizenz bekommen einmalig 2000 Credits. Weitere Kontingente lassen sich hinzukaufen. 2000 Credits kosten 19,99 Euro, 15.000 Credits 99,99 Euro und 35.000 Credits 199,99 Euro.



CorelDraw bindet externe Dienste wie Nano Banana von Google Gemini ein. So lassen sich Bilder und Grafiken nicht nur generieren, sondern auch verändern.

(Bild: Corel)

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Über die Option „Bild neu mischen“ tauscht die KI auf Wunsch Elemente aus, ändert Hintergründe und formt Szenen um. Dazu wählt man einen Bildbereich als Quellbild aus und ergänzt im Textfenster einen Prompt. So lassen sich beispielsweise für einen Web-Shop Grafiken und Designs auf T-Shirts in einem Foto platzieren.

In der Bildbearbeitung Corel Photo-Paint hilft die KI beim Freistellen. Das Programm erkennt Motive automatisch und legt auf Wunsch über den Befehl „Maske aus Subjekt“ nicht-destruktive Masken an. Die KI soll dabei auch feine Strukturen wie Haare oder Stoffe sauber vom Hintergrund separieren können.

Das Werkzeug steht in CorelDraw über den Kontextbefehl „Hintergrund entfernen“ auch als destruktive Freistellfunktion zur Verfügung.



Per Kontextbefehl separiert CorelDraw Motive in Fotos vom Hintergrund.

(Bild: Corel)

Abgesehen von den KI-Tools verspricht Corel eine modernisierte Oberfläche, mehr Stabilität und einen dreimal schnelleren Programmstart. Nutzer können außerdem auf über 50 zusätzliche Pinsel und 200 neue Vorlagen zugreifen.

Abonnenten und Kunden mit Wartungslizenz können auf einen Großteil der Zeichenwerkzeuge auch im Webbrowser in der Variante CorelDraw Web zugreifen. Einige Details sind in der Webvariante nicht enthalten, aber ausgegraut im Menü angezeigt. Nutzer können in CorelDraw Web mit Clouddokumenten arbeiten, Entwürfe öffnen und Änderungen im Team prüfen. Auch die Web-App enthält die neuen KI-Werkzeuge.



Der Großteil der CorelDraw-Werkzeuge steht auch im Browser in der Variante CorelDraw Web zur Verfügung.

(Bild: Corel)

Mit CorelDraw Go richtet sich Corel mit vereinfachter Oberfläche und reduziertem Funktionsumfang an Einsteiger und Gelegenheitsnutzer. Die Einsteigerversion enthält ebenfalls die oben genannten KI-Werkzeuge.

Corel bietet die CorelDraw Graphics Suite 2026 für Windows, macOS und im Webbrowser an. Corel verkauft die Dauerlizenz für 779 Euro. Das Abonnement kostet 369 Euro pro Jahr. Es enthält Zugang zur Desktopversion und zur Browservariante. CorelDraw Go kostet 9,99 Euro pro Monat oder 115 Euro pro Jahr.


(akr)



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Künstliche Intelligenz

Einsteigerwebinar zu Wazuh: Erste Schritte mit dem SIEM ohne Cloudzwang


Wazuh ist ein Tausendsassa – es übernimmt die Funktion eines SIEM (Security Information Event Management, kann aber auch als EDR/XDR (Endpoint/eXtended Detection and Response) dienen und so Ihr Netzwerk sicherer machen. Zudem analysiert es angeschlossene Rechner auf Sicherheitslücken, hilft beim Patch-Management und lässt sich im Eigenbetrieb hosten.

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Derlei Funktionsumfang macht den Einstieg anspruchsvoll. Deswegen haben wir gemeinsam mit Dominik Sigl ein zweistündiges Webinar für die ersten Schritte konzipiert. Das Ziel: Jeder Teilnehmer kann nach der Veranstaltung eine fundierte Entscheidung treffen, ob Wazuh etwas für ihn ist oder nicht. Unser Dozent, einer der „Wazuh Ambassadors“ in Deutschland, ordnet dazu zunächst die Position Wazuhs im Ökosystem der Sicherheits-Tools ein und demonstriert mit einer Beispiel-Instanz, wozu die Software fähig ist. Denn Wazuh ist vielseitig und beherrscht nicht nur sichere Protokollierung, sondern kann auch Angriffe erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten.

Einen Cloudzwang wie viele andere SIEMs kennt Wazuh nicht. Es lässt sich auf eigenen Servern betreiben, sodass sensible Log-Daten im eigenen Rechenzentrum bleiben. Wer schnell ins Tun kommen will, kann sogar schnell einen Docker-Container anstarten. Wie Sie diesen „Proof of Concept“ bewerkstelligen, um praktische Erfahrungen zu sammeln, vermittelt Dominik Sigl im Webinar ebenfalls.

Das rund zweistündige Webinar am 11. März 2026 richtet sich an Systemarchitekten, Sicherheitsverantwortliche und Firewall-Admins, die über den Tellerrand kommerzieller Lösungen schauen möchten. Es wurde von der heise-security-Redaktion zusammen mit den Referenten konzipiert und ist damit – wie alle heise-security-Events – unabhängig und keine Werbeveranstaltung.

Das Webinar kostet im Vorverkauf 175 Euro. Mitglieder von heise security PRO können natürlich kostenlos teilnehmen. Es handelt sich beim Webinar um eine Wiederholung des Webinars vom vergangenen November, das wegen des großen Andrangs recht früh ausverkauft war. Zur Anmeldung geht es hier entlang: Einführung in das Opensource-SIEM Wazuh

Im Webinar gehen wir natürlich auch auf Fragen der Teilnehmer ein – in der vorigen Ausgabe ging es im Chat sehr lebhaft zu und unsere Teilnehmenden hatten reichlich Fragen. Oft ergeben die sich aber erst, wenn sich das Gelernte etwas gesetzt hat und man Dinge selbst umsetzen will. Deshalb bieten wir im Nachgang exklusiv für alle Mitglieder von heise security PRO zusätzliche Unterstützung an. Der Referent Dominik Sigl beantwortet im Nachgang zwei Wochen lang in unserem PRO-Forum konkrete Fragen zu Inhalten des Webinars.

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Und heise security PRO bietet Sicherheitsverantwortlichen noch mehr, um ihren Job besser zu erledigen: die kostenlose Teilnahme an allen heise- security-Webinaren und der jährlichen Tour, den Austausch mit der heise-security-Redaktion und anderen Security-Professionals im PRO-Forum und den wöchentlichen, exklusiven security-PRO-Newsletter. Schauen Sie es sich doch einfach mal an.


(cku)



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Erster Touchscreen-Mac: Apple plant kein „Touch-first“


Bereits im Herbst oder Winter soll es so weit sein: Apple will Insidern zufolge erstmals einen Touchscreen in einen Mac einbauen. Die Hardware-Umstellung soll aber keinen grundsätzlichen Strategiewechsel darstellen, behauptet der üblicherweise gut informierte Bloomberg-Reporter Mark Gurman: Eine Fusion von MacBook und iPad steht demnach nicht an, zu einer Hybrid-Maschine kommt es nicht. Der Grund ist einfach: Apple hat nicht vor, aus zwei lukrativen Produktlinien eine einzige zu machen.

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Der neue Touchscreen-Mac – vermutlich in Form eines umgestalteten MacBook Pro – soll daher „Touch-freundlich“, aber nicht „Touch-first“ sein. Die Idee ist, dass Nutzer vergleichsweise bequem zwischen Finger- und Tastatursteuerung wechseln können sollen. Weder an der vollwertigen Tastatur noch am Trackpad soll sich etwas ändern, stattdessen wird macOS so angepasst, dass es sich alternativ auch mit den Fingern bedienen lässt. Eine gewisse Vorarbeit gab es bereits durch Apples Liquid-Glass-Interface in macOS 26, mit macOS 27 sollen sich Menüs, Icons und andere Bedienelemente automatisch anpassen, je nachdem, wie der Nutzer arbeitet. Die Maschine soll sich nicht anfühlen wie ein iPad, so Gurman. Es sei das MacBook, das man seit zwei Jahrzehnten kennt – Touch diene als „Bonus“.

Die Hardware soll sich vom Formfaktor her auch nicht ändern. So wird man den Bildschirm nicht nach hinten klappen können, um den Mac im reinen Tabletbetrieb zu verwenden. Wie angenehm die Touch-Bedienung im Rahmen einer Notebook-Anordnung sein wird, muss sich zeigen – schon der 2011 verstorbene Apple-Mitbegründer Steve Jobs hatte vor Jahren bemängelt, dass einem dabei potenziell der Arm abfällt. Resultat war das iPad als eigene Produktkategorie.

Apple will dennoch seine Einnahmen durch Mac und iPad nicht kannibalisieren. Sowohl iPads als auch Mac tragen im Jahr rund 30 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei. Intern gibt es aber auch noch weitere Pläne. So soll Apple nach wie vor an einem klappbaren iPad mit (sehr) großem Bildschirm arbeiten. Das Gerät soll aber nicht vor 2029 auf den Markt kommen. Bis dahin könnte Apple seine Trennung zwischen Mac und iPad noch einmal überdenken.

Davor will Apple, ebenfalls laut Gurman, ein erstes MacBook Air mit OLED-Display auf den Markt bringen, vermutlich aber nicht vor 2028 und ohne Touchscreen.

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(bsc)



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