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Digital Business & Startups

Diese Fehler sollten Gründer:innen beim Fundraising vermeiden


Die meisten Gründer in Deutschland sind Tüftler. Sie glänzen als Entwickler. Das treibt sie zu den Innovationen und Lösungen, von denen Startups leben. 

Doch spätestens, wenn zum ersten Mal Kapital von außen eingesammelt wird, muss der Blick ganzheitlicher werden. Statt ausschließlich das eigene Produkt aus Entwicklerbrille zu sehen, muss erstens das ganze Unternehmen ins Visier genommen werden, und zweitens aus verschiedenen Perspektiven. Nur so können die folgenschwersten Fehler im Fundraising vermieden werden. 

1. Spray and Pray bei der Investorensuche

Oft lassen Gründer das Thema Fundraising zu lange liegen. Wenn sie sich mit dem Thema beschäftigen, tickt die Uhr. Die Lösung der Wahl ist dann oft, möglichst viele Investoren anzuschreiben in der Hoffnung, dass einer von ihnen schnell anbeißt. Was dabei zu kurz kommt, ist die Frage, welcher Investor denn der Richtige für genau dieses Unternehmen in genau dieser Phase ist. Habe ich ein schnell wachsendes Tech-Unternehmen, so dass ein Wagniskapitalfonds die richtige Wahl ist? Habe ich schon ein reifes Geschäft mit schwächerem Wachstum, für das sich Private Equity als Investor eignet? Oder ist mein Geschäftsmodell eher mittelständisch-konservativ und vielleicht mit der einen oder anderen Besonderheit verbunden, so dass eher Family Offices in Frage kommen? 

Neben dieser groben Unterscheidung in Investorengruppen lohnt es sich, beim spezifischen Kandidaten genauer hinzuschauen. Und dabei geht es nicht nur um die Bewertung und das Investitionsvolumen. Wann immer möglich, sollten Gründer sich für Investoren entscheiden, die Expertise und ein Netzwerk für genau den Sektor mitbringen, in denen das Startup aktiv ist. So können sie einen echten, inhaltlichen Mehrwert leisten – und Strategiegespräche wie auch Reportings laufen deutlich produktiver. 

2. Keine Liquiditätsplanung

Wenn es ans Fundraising geht, haben viele Gründer eine Summe im Kopf. Die orientiert sich aber eher daran, was andere Unternehmen zuletzt eingesammelt haben. Was fehlt, ist eine klare Planung des Kapitalbedarfs der nächsten zwölf bis 18 Monate. Denn man bekommt kein Geld ohne einen überzeugenden Plan, was damit passiert.  

Wie viel Runway haben wir heute realistisch? Wie hoch sind die Fixkosten und variablen Kosten wirklich? Welche Zahlungszeitpunkte kommen wann (Gehälter, Marketing, Produktentwicklung, Warenbestand, Steuern)? Und wie verändert sich der Cash-Burn je nach Wachstumsszenario? Diese Fragen beantwortet die Liquiditätsplanung.

3. Keine Equity Story

Warum ist dein Unternehmen ein Investment? Die Antwort auf diese Frage liegt in der Equity Story. Sie ist der rote Faden, der Zahlen, Produkt, Markt, Team und Exit-Perspektive zu einem Investment-Case verbindet. 

Ein fundamentaler Teil der Equity Story ist, zu erklären, was das Unternehmen überhaupt macht. Und zwar in wenigen Minuten. Das klingt trivial. Ist es aber nicht – ich habe bei Kunden manchmal sechs bis acht Meetings gebraucht, um zu verstehen, welches Problem er für welchen Konsumenten löst. Ich empfehle, diese Verortung an den Anfang der Equity Story zu stellen. 

Der Kern der Equity Story ist eine überzeugende Vision. Mit welchen Hebeln wächst das Unternehmen über die nächsten fünf bis zehn Jahre? Wie münzt es das Wachstum mit der Zeit in Profitabilität um? Welche Faktoren auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (so genannte Ebitda-Multiples) sind auf lange Sicht realistisch, wenn der Investor das Unternehmen etwa an die Börse bringt oder weiterverkauft?  

Blick aus der Vogelperspektive

Eins haben alle diese Fehler gemeinsam: Sie resultieren daraus, dass die Gründer den Perspektivwechsel vergessen. Sie sind so tief im Unternehmen, dass ihnen der unvoreingenommene Blick auf das Unternehmen fehlt. Ich gehe soweit, zu sagen, dass Gründer von Tag Eins an ihr Unternehmen als investierbares Asset betrachten sollten. 

Über den Autor
Lucas Roemer ist Gründer und Geschäftsführer von Roemer Capital, einer unabhängigen Investment-Boutique mit Fokus auf Fundraising-Beratung und Fractional CFO Services. Seit der Gründung des Unternehmens im Juli 2023 hat er Kunden dabei geholfen, über 500 Millionen einzuwerben, mit einem Fokus auf Technologie-Unternehmen.

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#StartupTicker

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Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!

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STARTUP-RADAR

Brandneu
+++ In den vergangenen Tagen haben wir folgende Startups vorgestellt: Soyle, AeroSurvey, Kopexa, Genius Writer, Proxdeal, ahron.ai, Notisent, PAYeasy, intuvis und autonomIQ. Mehr im Startup-Radar

Newsletter
+++ Im Startup-Radar-Newsletter, unserem kostenpflichtigen Newsletter, berichten wir über diese Startups: Telura, Refactum, agriBIOME, Finto, Sidetracked Day, Diligent AI, Fermeta, Sunvested, Gainback, Collabry, finperks, PomPilz, Deepvac, Fintora und Fertara. 30 Tage kostenlos testen

INVESTMENTS

Qdrant
+++ Der französische DeepTech-Investor AVP, Bosch Ventures, Unusual Ventures, Spark Capital und 42CAP investiere 50 Millionen US-Dollar in Qdrant. Mehr über Qdrant

Airmo
+++ Ananda Impact Ventures, Unconventional Ventures, kopa ventures, Desai Ventures, Hypernova / New Venture Securities, Matthias Fackler and Francesco Starache sowie die Altinvestoren Antler, Findus Ventures, E2MC und Pilabs investieren 5 Millionen Euro in Airmo. Mehr über Airmo

heycare
+++ Der Osnabrücker Early Stage-Investor Scalehouse Capital und Swiss Post Ventures investieren in einer „Extended Seed Runde“ rund 4 Millionen Euro in heycare (früher als heynanny bzw. heynannyly bekannt). Mehr über heycare

Telura
+++ Der Berliner DeepTech-Investor Nucleus Capital, Possible Ventures aus München und First Momentum aus Karlsruhe investieren 4 Millionen Euro in Telura. Mehr über Telura

finperks 
+++ Der New Yorker Investor Motive Partners, der Berliner Investor seed+speed Ventures (Carsten Maschmeyer) und Co. investieren 4 Millionen US-Dollar in finperks. Mehr über finperks

MERGERS & ACQUISITIONS

ShowHeroes – Traffective
+++ Das Berliner Unternehmen ShowHeroes, ein Produzenten für Videos, die für mobile Einsätze und Social Media-Kanäle optimiert sind, übernimmt das Münchner Unternehmen Traffective, eine programmatische Monetarisierungs-plattform. Mehr über ShowHeroes

Superhuman – Rows 
+++ Das amerikanische Unternehmen Superhuman (früher als Grammarly bekannt) übernimmt das Berliner Startup Rows. Mehr über Rows

OFFLINE

Code Intelligence
+++ Pleite! Das Bonner Unternehmen Code Intelligence, das auf Application Security Testing für Entwickler setzt, ist insolvent. Mehr über Code Intelligence

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Der Mythos vom perfekten Investor – und warum er dein Fundraising ausbremst




Viele Gründer wollen den perfekten Investor. Doch wer nur auf den Super-Angel hofft, verpasst Chancen – und macht sich das Fundraising schwer.



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+++ finperks +++ Barzahlen +++ Swarm Biotactics +++ DefenseTech +++ niceshops +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ STARTUPLAND: Quitting as a Power Move +++ Barzahlen-Team meldet sich mit finperks zurück +++ DefenseTech Swarm Biotactics: Die Kakerlaken sind los +++ niceshops wächst auf 169 Millionen Umsatz +++

+++ finperks +++ Barzahlen +++ Swarm Biotactics +++ DefenseTech +++ niceshops +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 13. März).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 18. März findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere dritte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

Masterclass im STARTUPLAND: Quitting as a Power Move: What Founders Get Wrong About Letting Go

Die meisten Gründer:innen betrachten Durchhaltevermögen als höchste Tugend. Agnieszka Walorska gehörte lange selbst zu ihnen. Sie kämpfte sich beim Ironman Frankfurt bei 40 Grad im Schatten ins Ziel – und konnte im Jahr danach nicht mehr laufen. In ihrem ersten Unternehmen hielt sie zu lange fest. Dann gründete sie ein zweites – und machte etwas anders: Sie hörte relativ früh auf. Im STARTUPLAND argumentiert Agnieszka, dass Aufhören nicht das Gegenteil von Durchhaltevermögen ist – sondern ein Teil davon. Basierend auf ihren Erfahrungen mit drei Unternehmen und vier Ironman-Wettkämpfen zeigt sie, woran man den Unterschied erkennt zwischen Schmerz, der einen wachsen lässt, und Schmerz, der einen zerstört – und warum Gründer:innen systematisch schlecht darin sind, diese Entscheidung zu treffen.

#STARTUPTICKER

finperks
+++ Alte Bekannte melden sich zurück! Achim Bönsch, Sebastian Seifert und Andreas Veller (alle zuvor Barzahlen bzw. viafintech) entwickeln mit finperks eine „API-Infrastrukturschicht für den globalen Prepaid-Markt“ (Geschenkkarten, eCash und Prepaid-Karten). „Banken brauchen Cashback, um Nutzer zu binden und zu begeistern. HR-Plattformen brauchen Benefits als logische Erweiterung, um Kunden weiterzuentwickeln. Keiner von ihnen möchte Prepaid-Infrastruktur selbst aufbauen. Sie wollen sich einfach einklinken“, sagt Gründer Seifert. Der New Yorker Investor Motive Partners, der Berliner Investor seed+speed Ventures (Carsten Maschmeyer) und Co. investierten kürzlich 4 Millionen US-Dollar in das junge FinTech. Barzahlen, 2011 von Achim Bönsch, Florian Swoboda und Sebastian Seifert gegründet, wurde 2021 vom Bezahldienstleister Paysafe übernommen (Bewertung: 100+ Millionen). Zu den Investoren des Unternehmen gehörte einst auch Alstin, also Carsten Maschmeyer. Der bekannte Unternehmen setzt somit erneut auf das bewährte Team. Mehr über finperks

Swarm Biotactics
+++ SciFi pur! Unter den vielen spannenden DefenseTech-Startups sticht Swarm Biotactics weiter heraus. Das DefenseTech aus Kassel, das 2024 vom Dedrone-Gründer Jörg Lamprecht und Seriengründer Moritz Strube gegründet wurde, arbeitet daran, eine Armee aus lebenden Kakerlaken für den Einsatz in Kriegsgebieten aufstellen. Nun kann das Unternehmen erste Ergebnisse präsentieren! „One year ago, this didn’t exist. Today, we deploy programmable cyborg insect swarms – field-tested and operational with paying NATO customers. What you’re seeing is real. Living organisms, controlled through bioelectronic neural interfaces, carrying sensors, edge AI, and secure comms. Moving as a coordinated unit. Scaling through breeding, not factories“, teilt das Team auf Linkedin mit. Seit der Gründung sammelte das Team bereits 13 Millionen Euro ein – insbesondere von Vertex Ventures aus den USA, Possible Ventures aus München und dem Kölner Investor Capnamic Ventures. (Linkedin) Mehr über Swarm Biotactics

niceshops
+++ Zahlencheck! Das E-Commerce-Unternehmen niceshops verkündet 169 Millionen Euro. „Das EBITDA erhöhte sich auf 8 Millionen Euro. Rund 2 Millionen Pakete wurden 2025 aus dem Logistikzentrum im südoststeirischen Saaz in 80 Länder versendet“, teilt das Unternehmen mit. Es gibt somit auch im E-Commerce noch gute Geschichten. Das Unternehmen geht auch weiter von einer guten Entwicklung aus und plant „2026 rund 50 zusätzliche Mitarbeiter:innen einzustellen“. Zur Erinnerung: Noch 2024 trennte sich das Unternehmen von 20 % seiner Mitarbeitenden. Aktuell beschäftigt niceshops rund 400 Mitarbeiter:innen. (Brutkasten) Mehr über niceshops

#DEALMONITOR

Investments & Exits
+++ DeepTech-Startup Qdrant bekommt 50 Millionen +++ SpaceTech Airmo sammelt 5 Millionen ein +++ HealthTech heycare erhält 4 Millionen +++ Another Earth bekommt 3,5 Millionen +++ Remi Health sammelt 3 Millionen ein +++ Neuramancer streicht 1,7 Millionen ein. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



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