Künstliche Intelligenz
Ein echter Roboter für 343 Euro
Wozu soll denn bitte ein Roboter für den Schreibtisch gut sein? Die Antwort darauf gibt’s im c’t-3003-Testvideo zu Reachy Mini von Hugging Face beziehungsweise Pollen Robotics.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guckt mal hier, ich habe jetzt einen Roboter auf dem Schreibtisch stehen! Der heißt Reachy Mini, ist komplett Open Source und hat mich inklusive Versand und Steuern 343 Euro gekostet. Ja, guckt mal, Reachy erkennt mich und begrüßt mich, ich kann Radiosender mit seinen Antennen einstellen, ich steuere ihn mit meinem Finger und tanzen kann er auf jeden Fall besser als ich. Ja, was soll ich sagen: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal mit einem Technik-Gadget so viel Spaß hatte.
Und ihr denkt jetzt vielleicht: Hä, testen die bei c’t 3003 jetzt Spielzeug? Also, würden wir durchaus. Aber Reachy ist meiner Meinung nach alles andere als ein Spielzeug. In diesem Video sage ich euch, warum, und ich zeige euch, was man alles damit machen kann. Bleibt dran.
Ja, Reachy Mini, meinen neuen Roboterfreund, den habe ich lustigerweise in unserem eigenen c’t-3003-Newsletter entdeckt, den ich meistens nicht mehr selbst schreibe, sondern das macht mein Kollege Jonathan. Und der ist in Sachen Robotik und KI offenbar manchmal besser informiert als ich – oder schneller auf jeden Fall. Ich habe jedenfalls vorher noch nie von dem Ding gehört und im Newsletter davon gelesen und habe ihn dann sofort bestellt. Im Juli 2025 war das. Mich hat vor allem das putzige Aussehen überzeugt, aber auch weil ich den Hersteller Pollen Robotics kenne und schätze. Das ist ein Roboterhersteller aus Frankreich, der kürzlich von Hugging Face gekauft wurde. Wenn ihr mal was mit Machine Learning oder lokaler KI gemacht habt, kennt ihr die vielleicht. Da werden zum Beispiel die ganzen KI-Modelle von den lokalen LLMs gehostet.
Naja, ich habe auf jeden Fall auch mal peinlicherweise auf einer Roboterveranstaltung in Frankreich so einen großen Reachy-2-Roboter von Pollen vielleicht so ein bisschen kaputt gemacht. War aber wirklich ein Versehen, aber vermutlich war das der Grund, warum die auf meine Anfrage nach dem Testmuster nicht geantwortet haben. Naja, ich habe den Reachy Mini dann also ganz normal bezahlt und ganz normal gekauft und das Ding kam jetzt an in einem ziemlich kleinen, aber dafür umso schwereren Paket. Und da wusste ich auf jeden Fall noch nicht, was da auf mich zukommt, was das Ding so alles kann. Hat mich echt positiv überrascht, da komme ich gleich aber noch zu.
Was man auf jeden Fall vorher sagen muss: Man kann den nur als Bausatz kaufen. Tatsächlich ist das auch nicht einfach nur ein paar vorbereitete Module zusammenstecken, sondern das sind zum großen Teil wirklich Standardbauteile. Dass da in dem Handbuch drinsteht, dass der Aufbau drei Stunden braucht, das hat mir tatsächlich erst ein bisschen Angst gemacht. Aber ganz ehrlich, am Ende hat das richtig, richtig Spaß gemacht. Also wenn ich so überlege, hätte ich direkt noch mal Lust, so ein Ding zusammenzubauen. Also ich kam mir auf jeden Fall – also ich als jemand, der nicht wirklich viel Erfahrung mit Elektronikbasteleien hat – sehr clever vor.
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Und das Handbuch, wow, also für so ein kleines Serien-Gadget extrem gut gemacht und auch schön, dass es das nicht nur als PDF gibt, sondern richtig gedruckt im Karton. Ich wusste immer genau, was zu tun war. Es wurden auch oft häufige Fehler direkt proaktiv angemerkt bei den Arbeitsschritten, also dass man direkt weiß, da müsste man besonders aufpassen. Man bekommt direkt beim Aufbauen ein richtig gutes Gefühl dafür, wie Roboter funktionieren. Und ich habe auch direkt was Neues gelernt, nämlich was eine Stewart-Plattform ist, also was eigentlich heute Hexapod heißt, mit sechs Motoren, die sich jeweils immer nur in eine Richtung bewegen können. Und ja, damit wird Reachys Kopf bewegt.
So, also jedenfalls alles fertig gebaut und was jetzt? Ja, ich habe die Lite-Version gekauft. Die braucht zwingend einen per USB angeschlossenen Computer. Es gibt auch noch eine Wireless-Variante mit Raspi 4 und Akku an Bord, aber die kostet 150 Euro mehr. Weil das Ding eh stationär ist, dachte ich mir, ich habe eh in jedem Raum einen Computer stehen, ist egal. Auf jeden Fall Rechner dran. Dann habe ich mir die Desktop-Steuerung runtergeladen. Die braucht man nicht, kann man auch direkt alles über das SDK machen. Aber so ist es viel komfortabler. Das Ding heißt auf jeden Fall Reachy Mini Control, gibt es für Linux, macOS und Windows. Und ja, ich muss sagen, hat mich wirklich direkt beeindruckt, weil das Teil wirklich sehr poliert aussah. Es hat so eine richtig schöne Science-Fiction-mäßige Startanimation. Und dann laufen da die ganzen Motor-Checkups durch. Und dann kann man auch direkt so Apps starten. 13 Stück gibt es offiziell vom Hersteller, also heute. Aber wenn man hier den Haken bei „Official“ wegnimmt, dann sind es – also während ich das Video aufnehme – 69 und es werden wirklich täglich mehr zurzeit.
Aber jetzt mal ganz kurz, ganz stumpf technisch: Was kann der physisch, der Reachy? Also der Reihe nach. Er kann sehen. Konkret ist da eine Raspberry Pi Camera V3 eingebaut mit 12 Megapixeln Auflösung. Er kann hören mit dem 4er-Mikrofon-Array. Er kann sprechen oder singen mit dem 5-Watt-Soundsystem. Und bewegungsmäßig kann er auf der Stelle rotieren. Er kann seinen Kopf über diesen erwähnten Hexapod in alle Richtungen bewegen und er kann die beiden Antennen unabhängig voneinander bewegen. Die Software kennt tatsächlich immer die Position aller Motoren. Eigentlich sind das Aktoren, also Smart-Aktoren, konkret Dynamixel-Servomotoren. Und man kann hier in der Desktop-Software auch ganz schön sehen, wenn ich da dran rumdrücke und den Roboter bewege, dann verändert sich das Rendering hier in Echtzeit. Also die Software weiß immer, wo sie sich befindet. Und das Coole ist, dass man die Motoren auch weich schalten kann, also dass die nachgeben sozusagen. Und dann lässt sich damit so etwas wie Motion Capturing machen. Ich kann Reachy Mini so marionettenmäßig Bewegungsabläufe beibringen. Auch übrigens mit Ton. Ich kann dabei auch Sachen sagen.
Und das Spannende dabei: Alleine die Dynamixel-Servos, die dabei liegen, würden auf dem freien Markt schon 450 Euro kosten. Also über 100 Euro mehr, als ich für das ganze Paket bezahlt habe. Und wenn man sich die Motoren auf freiem Markt kauft, dann ist da natürlich noch kein Gehäuse dabei, keine Kamera, keine Mikrofone. Also das ist tatsächlich preislich ein wirklich, wirklich gutes Angebot und auch wirklich sehr knapp kalkuliert, muss das sein. Womöglich sogar von Hugging Face subventioniert. Und die sind ja wegen des völlig von der Realität abgekoppelten KI-Booms ganz gut mit Risikokapital finanziert. Also wer weiß.
So, aber jetzt natürlich die wichtigste Stelle des Videos, auf die ihr alle hinfiebert: Was kann das Ding Sinnvolles? Wozu ist das überhaupt gut? Und meine Antwort ist: Für nichts. Nein, das stimmt natürlich nicht. Nee, je nachdem. Ich finde es total sinnvoll, aber es kann erstmal nichts Sinnvolles. Denn es geht darum, dass ihr und ich lernen können, wie man für Roboter entwickelt und wie man Roboter programmiert. Und da das Ding sehr viel mitbringt, was echte, große Roboter auch mitbringen, würde ich das so einschätzen, dass sich das wirklich auch extrem gut übertragen lässt. Pollen hat ja mit Reachy 2 auch einen großen Roboter mit Armen im Programm und für den lässt sich nahezu genau auf die gleiche Weise entwickeln wie Reachy Mini. Die nutzen auch beide das genau gleiche SDK.
Und jetzt sagt ihr vielleicht: SDK, was ist das eigentlich und kompliziert und Softwareentwicklung? Ich kann auch nicht wirklich gut programmieren, aber wir haben 2026, No-Code ist das Ding und ich habe da auch überhaupt keine Sicherheitsbedenken bei so einem Roboter, der bei mir einfach am Schreibtisch steht. Und ich habe es dann einfach mal ausprobiert mit Claude Code, das habe ich benutzt, und habe gesagt, hey, ich möchte aus Reachy gerne Grüßy machen, den Grüßroboter. Das heißt, er soll irgendwo am Eingang stehen, also weiß ich nicht, im Büro zum Beispiel, und dann unterschiedliche Menschen erkennen und je nach Tageszeit mit Namen begrüßen. Und ganz wichtig, das soll alles lokal passieren. Ich habe kein Interesse daran, dass das Ding die ganze Zeit ein Video streamt, irgendwie so um AI schickt mit allen Leuten, die da bei mir vorbeikommen. Vor allem wäre das auch teuer, so über deren API, aber da sage ich gleich noch konkret was zu.
Ja, und dann habe ich Claude Code einfach einen Link auf die Reachy-Dokumentation gegeben und dann hat er sich das reingezogen und dann hat er losgelegt. Und ja, was soll ich sagen, das hat erstaunlich gut funktioniert. Ich werfe da ein paar Bilder der Leute drauf und wenn die jetzt in den Raum kommen, begrüßt Reachy die mit Namen und das funktioniert alles lokal. „Guten Abend, Kino.“ Also, ist ein bisschen zeitverzögert, das ist ja in dem Fall gar nicht mal so problematisch.
Ich habe auch so eine Konversations-Laber-App, Vibe, gekodet, die auch lokal läuft, wo dann erst das, was ich sage, über Whisper transkribiert wird, dann an ein lokales LLM geschickt wird und dann die Antwort aus dem Reachy-Lautsprecher über die Sprachsynthese-Bibliothek Piper ausgegeben wird. Ah, boah, das ist super langsam. Man muss auch manuell mit so einem Aufnahmeknopf im Browser-Frontend da rumfummeln und naja, ist nicht so richtig cool.
Hey, kannst du was Cooles sagen auf Englisch? „Hallo, ich bin Reachy Mini, ein kleiner expressiver Roboter von Pollen Robotics. Teuer ein Spinett Osage in Englisch. Hello World!“ Die offizielle Konversations-App zapft einfach die OpenAI API an, also die sogenannte Real-Time API, und ja, das funktioniert viel besser. „Yo Reachy, altes Haus, kannst du bitte nur plattdeutsch mit mir reden?“ Klar, ich snack nur platt mit dir. Was gibt das für dich? Kannst du wohl ein bisschen tanzen? Aber das Ding hat in meinen ungefähr 20 Minuten Nutzung über 5 Euro Kosten angesammelt. Also das lag auch daran, weil das Reachy-Kamerabild auch übertragen und ausgewertet wurde. Kannst du sehen, was ich mache? „Jo, nun kann ich mitkicken. Wenn du was zeigen willst, kannst du das ruhig machen.“ Also finanziell würde ich sagen, ist das auf Dauer nicht so richtig nachhaltig. Obwohl es tatsächlich erstaunlich gut funktioniert. Also auch das GPT-5 über dieses MCP-Protokoll, da haben wir ja schon mal ein Video drüber gemacht, wo die Roboterbewegung steuern kann. Man kann also einfach so locker sagen: „Hö, bewegt doch mal den Kopf nach links.“ Und zack, macht er das. „Bewegt den Kopf nach links.“
Was ich auf jeden Fall sehr interessant fand: Alle verfügbaren OpenAI-Stimmen passten null zu so einem kleinen süßen Roboter. Hört mal. Da konnte ich auf jeden Fall mit meiner lokalen Variante und mit Piper deutlich überzeugendere Ergebnisse hinkriegen, finde ich.
Es gibt aber außer so „ich will mit meinem Roboter reden“ auch wirklich etliche andere kreative Anwendungen, die ohne Cloud-KI auskommen. Zum Beispiel hier Reachy Mini Radio, wo man mit der Antenne unterschiedliche Webradiosender auswählen kann. Richtig cool ist auch die riesige mitgelieferte Emotionsbibliothek. Die kann man sich hier zum Beispiel mit der Emotions-App angucken und hat dann hier in so Kreisen und da kann man dann so unterschiedliche Emotionen auswählen. Und ich finde das wirklich ganz überzeugend und natürlich ganz wichtig: Tanzen.
Die Software-Plattform, das muss man auch ganz deutlich sagen, die ist noch sehr frisch. Also heute zum Beispiel ist die Kontrollsoftware dreimal geupdatet worden und hat zwischendurch auch einfach mal gar nicht funktioniert, was natürlich blöd ist, wenn man da gerade dran rumbastelt an dem Roboter. Also alles wirklich sehr, sehr Work in Progress, muss man bedenken. Aber auch ganz klar ist: Reachy gehört für mich zu den ausdrucksstärksten Robotern, die ich bislang gesehen habe. Da kann man richtig mit Persönlichkeit arbeiten.
Was man aber auch noch sagen muss: Reachy kann halt natürlich nicht woanders hingehen. Da sind keine Beine oder Räder dran. Und obwohl er Reachy heißt, kann er nichts „reachen“, also nix greifen. Aber ey, tut mir einen Gefallen, kommt mir jetzt bitte nicht mit diesem für mich absoluten Anti-Wort „Spielerei“. Denn das ist keine Spielerei, denn ich weiß nicht, wie ich auf andere Weise so viel in so kurzer Zeit über die ganz konkrete Nutzung und Entwicklung von modernen Robotern hätte lernen können. Ja, und auch über Bilderkennung zum Beispiel. Dafür muss man natürlich ein Interesse haben, ist klar. Oder halt eine konkrete Anwendung, die man mit Reachy umsetzen will. Ist das beides nicht vorhanden, dann braucht man Reachy natürlich nicht. Und also als reines Deko-Objekt sind 343 Euro natürlich auch viel zu viel.
Interessiert ihr euch aber für Roboter und sind beim Gucken dieses Videos bei euch direkt tausend Ideen rausgesprudelt, was man mit dem lustigen Gesellen alles anstellen kann, dann kann ich euch Reachy Mini wirklich doll ans Herz legen. Ich habe auch das Gefühl, dass die Community da gerade sehr aktiv wird und da gerade sehr viele interessante Sachen entstehen. Also ich bleib da auf jeden Fall dran. Schreibt mir gerne in die Kommentare, was ihr damit machen würdet. Interessiert mich wirklich sehr. Ich werde da sicherlich auch noch etwas mehr in unserem Podcast c’t 4004 drüber reden. Wenn euch das interessiert, gern reinhören. Tschüss.
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(jkj)
Künstliche Intelligenz
Dienstag: Einigung im Ticketmaster-Kartellverfahren, Russland knackt Messenger
Überraschend einigen sich das US-Justizministerium und Live Nation Entertainment im Kartellverfahren um illegale Monopolisierung. Doch aus zahlreichen US-Bundesstaaten kommt Widerspruch. Sie beabsichtigen, den begonnenen Prozess fortzusetzen. Niederländische Geheimdienste warnen vor einer „großangelegten weltweiten“ Spionagekampagne durch staatliche russische Cyberkriminelle. Im Visier: hochrangige Würdenträger, Militärpersonal und Regierungsbeamte. Und die Amazon-Tochter Zoox baut ihr Robotertaxi-Angebot weiter aus – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Seit einigen Tagen wird vor einem Bundesgericht in Manhattan eine Klage gegen den Unterhaltungskonzern Live Nation Entertainment verhandelt. Die war im Jahr 2024 noch unter der Regierung von Präsident Joe Biden eingereicht worden. Darin werfen das US-Justizministerium und mehrere US-Bundesstaaten Live Nation eine illegale Monopolisierung des Livegeschäfts vor. Der Konzern nutze seine marktbeherrschende Stellung, um Konkurrenz auszubremsen. Bei einer Verurteilung droht dem Mutterkonzern von Ticketmaster sogar die Zerschlagung. Nun aber haben das Justizministerium und Live Nation überraschend eine vorläufige Übereinkunft erzielt. Zahlreiche Bundesstaaten zeigen sich davon alles andere als begeistert. US-Regierung gegen Ticketmaster: Vorläufige Einigung im Kartellverfahren
Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs verschärft sich in Russland zusehends die Zensur des Internets. Messenger-Dienste wie WhatsApp und Signal sind im Land bereits offiziell gesperrt. Zuletzt geriet auch Telegram verstärkt unter Druck. Gegen dessen Gründer Pawel Durow ermitteln russische Behörden im Rahmen eines Strafverfahrens. Sie werfen Durow die Unterstützung terroristischer Aktivitäten vor. Gleichzeitig greifen russische Cyberkriminelle gezielt ausländische Nutzerkonten von Messengern an. Darauf machen jetzt niederländische Geheimdienste aufmerksam. Niederländische Dienste warnen: Russland knackt Signal- und WhatsApp-Konten
Die Amazon-Tochter Zoox hat Aktivitäten zuletzt schrittweise ausgebaut. Im vergangenen Jahr startete das Unternehmen seinen autonomen Taxidienst in US-amerikanischen Großstädten wie San Francisco oder Las Vegas. Hinzu kommen die Standorte Seattle, Austin, Miami, Los Angeles, Atlanta und Washington D.C. Nun stärkt Zoox seine Präsenz auf dem umkämpften US-Markt weiter und dehnt seine Testflotte auf Dallas und Phoenix aus. Zudem eröffnet der Robotaxi-Anbieter eine neue Zentrale für den Flottenbetrieb. Auf Expansionskurs: Amazons Zoox testet Robotaxis in Dallas und Phoenix
Nicht nur auf die Benzinpreise hat der Irankrieg Auswirkungen. Sollte er länger andauern, könnte auch die weltweite Chipproduktion leiden. Insbesondere in Südkorea wachsen die Sorgen, sind doch zwei der weltweit größten Speicherhersteller, Samsung und SK Hynix, dort beheimatet. Ein längerer Krieg könnte sich insbesondere auf die Lieferketten für die Speicherproduktion auswirken. Denn aus der Golfregion stammen große Mengen des für die Chipfertigung benötigten Heliums. Hersteller verwenden Helium etwa zur Kühlung von Silizium-Wafern in der Produktion. Noch gibt es Vorräte, aber die sind endlich. Irankrieg: Langfristig potenzielle Gefahr für die Chip- und Speicherproduktion
Während der Gebrauch von Bargeld in vielen Ländern immer weiter abnimmt, haben die Schweizer am Wochenende Münzen und Banknoten Verfassungsrang gegeben. Was bisher lediglich auf Gesetzesebene geregelt war, wird nun fest in der Bundesverfassung verankert: der Schutz von physischem Geld. In einer Volksabstimmung am Sonntag haben drei von vier Schweizern dem Bundesbeschluss über die schweizerische Währung und die Bargeldversorgung ihre Zustimmung erteilt. Damit wird die Versorgung mit Bargeld als staatliche Aufgabe festgeschrieben. Aktivisten wollten mit einer anderen Bargeld-Initiative einen noch weitreichenderen Schutz, auch von „Münzen und Banknoten“, erreichen. Doch damit scheiterten sie. Schweizer Franken: Eidgenossen verankern Bargeld in der Verfassung
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(akn)
Künstliche Intelligenz
US-Regierung gegen Ticketmaster: Vorläufige Einigung im Kartellverfahren
Der Prozess ist mit Spannung erwartet worden. Nun könnte er vorbei sein, bevor er richtig losgeht. Oder doch nicht? In dem Kartellverfahren des US-Justizministeriums und mehrerer US-Bundesstaaten gegen Ticketmaster und dessen Mutterkonzern Live Nation Entertainment haben beide Seiten eine vorläufige Einigung erzielt. Das berichtete am Montag die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP).
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Die geschlossene Vereinbarung soll die Ticketpreise für Verbraucher senken und die illegale Monopolisierung der Live-Entertainment-Branche in den USA beenden. Einige US-Bundesstaaten signalisierten jedoch, dass sie sich der Einigung nicht anschließen und den laufenden Prozess fortsetzen werden.
Dieser hatte Anfang März vor einem Bundesgericht in Manhattan begonnen. In der Klage, die unter der Regierung von Präsident Joe Biden im Jahr 2024 eingereicht wurde, werfen das Justizministerium sowie 40 Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten Live Nation Entertainment vor, zentrale Bereiche des Livegeschäfts zu kontrollieren – von der Künstlerpromotion über große Veranstaltungsorte bis zum Ticketverkauf. Der Konzern nutze diese marktbeherrschende Stellung, um Konkurrenz auszubremsen. Die Klage stützt sich auf das US-Kartellrecht, insbesondere auf das Verbot der Monopolisierung und wettbewerbsbeschränkender Exklusivvereinbarungen. Im Falle einer Verurteilung könnte das Gericht weitreichende Auflagen verhängen – bis hin zur Zerschlagung des Entertainment-Konzerns.
Einigung mit Auflagen
Zu Beginn des Verhandlungstages am Montag verkündete das US-Justizministerium die zwischen Justizministerium und Live Nation erzielte Übereinkunft. Laut AP zeigte sich der Vorsitzende Richter Arun Subramanian ungehalten. Es sei „völlig inakzeptabel“, dass er erst am späten Sonntagabend über die vorläufige Einigung informiert worden sei. Ein Eckpunktepapier für die erwartete Einigung war demnach bereits am Donnerstag unterzeichnet worden.
Die Übereinkunft sieht vor, dass Live Nation eine Geldstrafe von bis zu 280 Millionen US-Dollar zahlt und sich von mindestens 13 Veranstaltungsorten im ganzen Land trennt, so AP mit Verweis auf eine mit der Einigung vertraute Quelle. Darüber hinaus öffnet das Unternehmen seinen Ticketvertrieb, um Wettbewerbern die Teilnahme am Ticketverkauf zu ermöglichen. Die AP-Quelle erwartet, dass sich eine zweistellige Anzahl von Bundesstaaten der Übereinkunft anschließen wird.
Bundesstaaten stellen sich quer
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Einige Bundesstaaten aber opponieren gegen den Deal. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James erklärte in einer Stellungnahme am Montag, die mit dem US-Justizministerium verkündete Einigung gehe nicht auf das im Mittelpunkt dieses Falles stehende Monopol ein und begünstige Live Nation auf Kosten der Verbraucher. „Wir können ihr [der Einigung, Anm.] nicht zustimmen“, schreibt sie. „Meine Kollegen in der Generalstaatsanwaltschaft und ich haben starke Argumente gegen Live Nation, und wir werden unsere Klage fortsetzen, um die Verbraucher zu schützen und fairen Wettbewerb in der Live-Entertainment-Branche wiederherzustellen.“
Man werde den Fall auch ohne die Unterstützung der Bundesregierung weiterführen, so James. Neben der New Yorker Generalstaatsanwältin führen auch die Generalstaatsanwälte von Arizona, Kalifornien, Colorado, Connecticut, Illinois, Kansas, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Nevada, New Hampshire, New Jersey, New Mexico, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Rhode Island, Tennessee, Utah, Vermont, Virginia, Washington, Wisconsin, Wyoming und dem District of Columbia die Klage gegen Live Nation fort, heißt es in der Mitteilung.
Der Generalstaatsanwalt von North Carolina, Jeff Jackson, nannte laut AP die Vereinbarung einen „schrecklichen Deal“, der den Bundesstaaten bis zuletzt vorenthalten worden sei. „In diesem Fall geht es darum, dass Live Nation und Ticketmaster Verbraucher schädigen, Künstler in die Falle locken und die Ticketpreise in die Höhe treiben. Wir werden sie in Kürze wieder vor Gericht sehen“, sagte er.
Wie AP berichtet, informierte Richter Subramanian die Jury über die geplante Einigung mit dem Justizministerium und teilte ihr mit, dass „einige Bundesstaaten ihre Klagen weiterverfolgen“. Demnach wird der Prozess voraussichtlich in der kommenden Woche fortgesetzt.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Bluetti Elite 300: Weltweit kleinste Powerstation mit 3 kWh im Test
3 kWh Kapazität, 2.400 W Leistung und schnelles Laden: Wir testen die Bluetti Elite 300 auf Effizienz, Solarleistung und Praxistauglichkeit.
Bluetti positioniert die Elite 300 bewusst als Gegenentwurf zum klassischen „3-kWh-Klotz“. Unter dem Motto „More Power, Less Bulk“ soll sie eine der kompaktesten und leichtesten Powerstations ihrer Klasse sein.
Tatsächlich bietet die Station 3014 Wh Kapazität, wiegt aber nur rund 2 kg mehr als viele typische 2-kWh-Geräte. Dieser Gewichtsvorteil ist vor allem bei mobilen Anwendungen relevant, bei denen Größe und Masse den Einsatzbereich bestimmen.
Mit 2400 W Dauerleistung und kurzfristig bis zu 4800 W richtet sich die Elite 300 an mehrere Szenarien: Home-Backup bei Stromausfällen, Off-Grid-Set-ups, Camping- oder Wohnmobilinstallationen sowie Werkstatt- und Baustellenbetrieb. Bluetti versucht damit, die Lücke zwischen klassischen mobilen Powerstations und stationären Heimspeichern zu schließen.
Auch bei der Lebensdauer setzt der Hersteller auf starke Zahlen. Die verbaute LiFePO₄-Batterie soll 6000 Ladezyklen bis 80 % Restkapazität erreichen. Bluetti gewährt zusätzlich fünf Jahre Garantie, was derzeit über dem Marktdurchschnitt vieler Powerstations liegt.
Für längere Lagerzeiten empfiehlt das Handbuch (PDF), den Akku bei etwa 40 bis 60 % Ladezustand aufzubewahren, das Gerät vollständig auszuschalten und alle Kabel zu trennen. Zudem sollte der Speicher etwa alle sechs Monate einmal vollständig geladen und entladen werden. Diese Empfehlung entspricht den allgemeinen Eigenschaften von Lithium-Batterien, deren Alterung sowohl durch Nutzung als auch durch Zeit und Temperatur beeinflusst wird.
Bilder: Bluetti Elite 300
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Bluetti Elite 300: Solarpanels mit 12–60 V mit maximal 22 A können die Powerstation mit bis zu 1200 W laden.
Design, Gewicht und Verarbeitung der Bluetti Elite 300
Die Powerstation wird gut gepolstert geliefert. Im Karton befinden sich neben dem Gerät lediglich ein etwa 1,5 Meter langes Schuko-Ladekabel, eine kleine Erdungsschraube sowie ein kurzes Informationsblatt. Der Lieferumfang ist damit bewusst funktional gehalten.
Das Gehäuse wirkt robust und hochwertig verarbeitet. Die integrierten Tragegriffe erleichtern den Transport des rund 26 kg schweren Systems deutlich. Materialqualität, Passgenauigkeit und Oberflächen vermitteln insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck.
Anschlüsse und 12-Volt-Architektur der Bluetti Elite 300
Bei den Anschlüssen bietet die Elite 300 eine solide Auswahl für mobile und stationäre Anwendungen. Neben klassischen 230-Volt-Steckdosen stehen mehrere Gleichstromanschlüsse zur Verfügung, darunter ein leistungsstarker 12-Volt-XT60-RV-Port mit bis zu 30 Ampere, ein klassischer Zigarettenanzünderanschluss sowie moderne USB-Ports. Besonders hervorzuheben ist der USB-C-Port mit bis zu 140 W Power Delivery, der selbst leistungsstarke Laptops direkt versorgen kann.
Wichtig ist jedoch ein Detail der internen Architektur: Der XT60-RV-Port und der Zigarettenanzünderanschluss sind elektrisch parallel geschaltet und teilen sich ein gemeinsames 30-Ampere-Gesamtlimit. Wird beispielsweise über den Zigarettenanzünder bereits ein größerer Verbraucher betrieben, reduziert sich entsprechend die maximal verfügbare Leistung des RV-Ports. In der Praxis spielt das vor allem bei Camper-Installationen eine Rolle.
Lautstärke im Test: Lüfterverhalten im Alltag und unter Last
Wie laut eine Powerstation arbeitet, hängt stark von der aktuellen Last und der Ladeleistung ab. Unter maximaler Belastung – etwa beim Turbo-Laden mit rund 2,3 kW oder bei hoher AC-Last – messen wir etwa 53 dB in einem Meter Abstand und bis zu 67 dB direkt am Gehäuse. In solchen Situationen ist die aktive Kühlung deutlich wahrnehmbar.
Im normalen Betrieb arbeitet die Elite 300 jedoch meist deutlich leiser. Bei deaktivierten AC-Ausgängen oder reinem DC-Betrieb bleibt das Gerät häufig komplett lautlos.
Sobald der Wechselrichter aktiv ist, können die Lüfter allerdings auch ohne große Last kurzzeitig anlaufen. Hintergrund ist der Eigenverbrauch des Inverters, der selbst im Leerlauf Wärme erzeugt und deshalb gekühlt werden muss. In Technikräumen, Werkstätten oder im Camper fällt dieses Verhalten kaum auf, in sehr ruhigen Wohnräumen kann es jedoch gelegentlich wahrnehmbar sein.
Schutzklasse, Temperaturgrenzen und Einsatzbedingungen
Die Elite 300 besitzt laut Handbuch die Schutzklasse IP20. Das bedeutet, dass das Gerät gegen feste Fremdkörper über 12,5 mm geschützt ist, jedoch keinen Schutz gegen Wasser oder Spritzwasser bietet. Der Hersteller empfiehlt daher ausdrücklich, die Powerstation nicht bei Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit zu betreiben.
Auch bei den Betriebstemperaturen gelten klare Grenzen. Der Speicher kann zwischen −20 °C und +40 °C entladen, während das Laden nur im Bereich von 0 °C bis +40 °C erlaubt ist. Unterhalb des Gefrierpunkts blockiert das Batteriemanagementsystem den Ladevorgang vollständig. Die Station kann dann zwar weiterhin Energie abgeben, nimmt jedoch keine neue Ladung auf, bis sich die Zellen wieder erwärmen.
Effizienz und Wechselrichterleistung im Praxistest
Um die reale Entladeeffizienz zu bestimmen, haben wir zwei vollständige Entladezyklen durchgeführt. Die Messung erfolgte mithilfe der smarten Zwischenstecker Shelly Plug S Gen3 und Refoss P11.
Bei einer konstanten Last von rund 500 W konnten wir etwa 2,85 bis 2,89 kWh aus dem Akku entnehmen. Bei 1000 W Last waren die Werte praktisch identisch. Bezogen auf die Nennkapazität ergibt sich daraus eine AC-Entladeeffizienz von rund 95,5 %, was für eine Powerstation dieser Klasse ein außergewöhnlich guter Wert ist.
Der integrierte Wechselrichter liefert einen reinen Sinus mit stabilen 230 Volt bei 50 Hz. Auch bei schnellen Lastwechseln blieb die Ausgangsspannung im Test stabil. Selbst empfindliche IT-Geräte wie Monitore oder Netzwerksysteme zeigten keinerlei Auffälligkeiten.
Ladefunktionen: AC-Lademodi und Turbo-Ladetest
Die Elite 300 bietet mehrere Lademodi, die sich über das Gerät oder die App auswählen lassen. Im Silent-Modus lädt die Station mit rund 800 W, wodurch Geräuschentwicklung und Netzbelastung reduziert werden. Der Standardmodus nutzt etwa 1200 W, während im Turbo-Modus bis zu 2300 W Ladeleistung erreicht werden.
Zusätzlich lässt sich im Custom-Modus der Ladestrom zwischen 1 und 10 Ampere einstellen. Dadurch kann die Ladeleistung sehr präzise an schwache Stromquellen angepasst werden, etwa auf Campingplätzen oder in älteren Hausinstallationen.
Im Praxistest lädt die Elite 300 im Turbo-Modus von 0 auf 100 % in etwa 1 Stunde und 52 Minuten. Bereits nach rund 92 Minuten sind etwa 95 % Ladezustand erreicht. Danach reduziert das System die Leistung deutlich, um ein gründliches Zell-Balancing durchzuführen.
Insgesamt wurden für eine vollständige Ladung etwa 3,70 bis 3,74 kWh Energie aus dem Netz aufgenommen. Daraus ergibt sich eine AC-zu-AC-Round-Trip-Effizienz von rund 77 %, was für schnelles LiFePO₄-Laden mit intensiver Balancing-Phase ein typischer Wert ist.
Solar laden mit der Bluetti Elite 300: Limits, Module und Praxistest
Für die Solarladung besitzt die Elite 300 einen einzelnen XT60-PV-Eingang. Dieser erlaubt Eingangsspannungen zwischen 12 und 60 Volt sowie einen maximalen Strom von 22 Ampere, was theoretisch eine Solarladeleistung von bis zu 1200 W ermöglicht.
Wichtig ist jedoch, dass die Leerlaufspannung der Module (Voc) niemals über 60 Volt steigen darf. Wird diese Grenze überschritten, kann die Elektronik beschädigt werden.
Dachmodule, Bluetti-Panels und Winter-Praxistest
Viele klassische Dachmodule arbeiten mit relativ hohen Spannungen. Zwei dieser Module in Serie würden häufig bereits deutlich über 60 Volt erreichen und sind daher nicht kompatibel. In der Praxis bleibt bei vielen Dachmodulen nur der Betrieb eines einzelnen Panels.
Die von Bluetti angebotenen faltbaren Solarmodule sind besser auf das Spannungsfenster abgestimmt und ermöglichen deshalb höhere Gesamtleistungen.
Ein kurzer Praxistest mit mehreren parallel geschalteten 500-Wp-Panels unter winterlichen Bedingungen zeigte, dass die Eingangsleistung bereits ab etwa drei Modulen durch das 22-Ampere-Stromlimit begrenzt wird. Zusätzliche Module erhöhen die Ladeleistung dann nur noch geringfügig.
High-Current-Modus und Powerlifting erklärt
Der sogenannte High-Current-Modus steuert, wie das Gerät bei niedriger Eingangsspannung mit hohen Strömen umgeht. Standardmäßig wird der Strom in solchen Situationen auf etwa 8 Ampere begrenzt, da dies typischerweise einer Fahrzeugbatterie entspricht.
Wird der Modus aktiviert, hebt das System diese Begrenzung auf. Das ist besonders bei Solarkonfigurationen mit niedriger Spannung und hohem Strom sinnvoll.
Der Powerlifting-Modus wird dagegen häufig missverstanden. Die Station liefert dadurch keine echten 4800 W, sondern reduziert gezielt die Ausgangsspannung, damit bestimmte ohmsche Verbraucher wie Wasserkocher oder Heizlüfter nicht sofort zur Überlastabschaltung führen.
USV-Funktion im Test: Umschaltzeit und System Switch Recovery
Die Elite 300 kann auch als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) eingesetzt werden. Für den Test haben wir ein typisches Home-Office-Set-up mit zwei Laptops, Monitoren, NAS, Router und Switch angeschlossen. Die Gesamtlast lag bei rund 115 W.
Beim Ziehen des Netzsteckers wechselte das System nahtlos auf Akkubetrieb. Die Umschaltzeit lag im Bereich der Herstellerangabe von unter 10 Millisekunden. Während des Tests kam es weder zu Bildschirmflackern noch zu Netzwerkabbrüchen.
Ein praktisches Detail ist die Funktion System Switch Recovery. Schaltet sich die Station wegen leerem Akku ab, merkt sie sich den Zustand der Ausgänge. Sobald wieder Energie anliegt und der Akku etwa 5 % Ladezustand erreicht, werden die Ausgänge automatisch wieder aktiviert. Gerade für Router, Kühlschränke oder kleine Server ist das sehr hilfreich.
App, Energiemanagement und ECO-Modi
Die Bluetti-App ermöglicht sowohl eine lokale Steuerung per Bluetooth als auch den Fernzugriff über WLAN und Cloud. Bluetooth funktioniert auch ohne Internetverbindung und ist daher besonders für Off-Grid-Einsätze geeignet.
Firmware-Updates werden ausschließlich über Bluetooth übertragen und erfordern einen Bluetti-Account. Der Aktualisierungsvorgang dauert in der Regel etwa fünf bis zehn Minuten.
Über die App stehen außerdem verschiedene Energiemanagement-Modi zur Verfügung, darunter zeitbasierte Lade- und Entladepläne sowie Prioritätssteuerungen für Netz- oder Solarstrom.
Die ECO-Modi schalten Ausgänge automatisch ab, wenn die angeschlossene Last über längere Zeit unter eine definierte Schwelle fällt. Das spart Energie, kann jedoch bei Geräten mit geringem Verbrauch problematisch sein. Gerade Router, NAS-Systeme oder andere Dauerverbraucher sollten deshalb besser ohne ECO-Automatik betrieben werden.
Preis
Im Shop des Herstellers kostet die Elite 300 zur Einführung knapp 1500 Euro. Mit dem Code Heise300 (an der Kasse eingeben) gibt es einen Rabatt in Höhe von 8 %, sodass die kompakte Powerstation bereits für 1379 Euro erhältlich ist. Der Versand ist derzeit kostenlos. Wer die Bedingungen nach § 12 Abs. 3 Nr. 1 UStG erfüllt und dies Bluetti bestätigt, erhält die Elite 300 für 1159 Euro (Code Heise300 an der Kasse eingeben).
Fazit
Im Test überzeugt die Bluetti Elite 300 vor allem durch sehr hohe Effizienz, schnelle Ladeleistung und hochwertige Verarbeitung. Besonders positiv fällt das Verhältnis aus Kapazität, Gewicht und Baugröße auf. Eine Powerstation mit 3 kWh Speicher in diesem vergleichsweise kompakten Format ist derzeit noch selten.
Zu den größten Stärken zählen die AC-Effizienz von rund 95,5 %, die schnelle Turbo-Ladung und die langlebige LiFePO₄-Batterie mit bis zu 6000 Ladezyklen. Auch als USV für Home-Office-Set-ups funktioniert die Station zuverlässig.
Kritikpunkte gibt es nur wenige. Die Lüfter können in sehr ruhigen Umgebungen gelegentlich hörbar sein, und die 2400 W Dauerleistung sind gemessen an der großen Kapazität eher konservativ ausgelegt. Zudem erfordert die relativ niedrige 60-Volt-PV-Grenze etwas Planung bei der Solaranbindung.
Wer jedoch eine effiziente, langlebige und vielseitige 3-kWh-Powerstation sucht, erhält mit der Elite 300 ein technisch sehr solides Gesamtpaket mit nur wenigen Einschränkungen.
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