Künstliche Intelligenz
Eiskaltes Händchen: Roboterhand läuft selbstständig los und sammelt Gegenstände
Das Video erinnert ein wenig an das „Eiskalte Händchen“ aus der Serie „The Addams Family“: Die Hand eines Roboterarms löst sich von dem Arm, krabbelt los und sammelt farbige Klötzchen ein. Dann läuft sie zurück zum Arm, koppelt sich wieder an, und der Arm hebt die Hand, die die Klötzchen weiter festhält.
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Es gehört zu einer Forschungsarbeit, die jetzt in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ vorgestellt wurde. Sie beschreibt eine autonome Roboterhand, die sich selbstständig von einem Roboterarm lösen, auf den Fingern laufen und mehrere Gegenstände greifen und transportieren kann. Sobald die Hand ihren Auftrag erfüllt hat, kehrt sie zum Arm zurück und dockt wieder an.
Das Design ermöglicht Aufgaben wie das Erreichen von Gegenständen außerhalb der normalen Reichweite und die Handhabung mehrerer Objekte gleichzeitig und bietet damit „potenzielle Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie-, Dienstleistungs- und Erkundungsrobotik“ schreiben die Autoren. Das Team um Xiao Gao arbeitet schon seit einigen Jahren an dem Projekt und hatte zuletzt 2024 einen Prototypen vorgestellt, der aber noch von einem Menschen ferngesteuert werden musste.
Hand mit sechs Fingern
Aktuell stellen Gao und seine Kollegen nun zwei neue Versionen der Roboterhand vor: ein Design mit fünf Fingern und eines mit sechs Fingern. Roboterhände sind oft so konstruiert, dass sie die menschliche Hand nachahmen, die als äußerst geschickt gilt. Ihre asymmetrische Struktur – die nur das Greifen von einer Seite ermöglicht – und ihre begrenzte Reichweite können jedoch die Fähigkeiten bei bestimmten Aufgaben einschränken, etwa dann, wenn es darum geht, mehrere Objekte gleichzeitig zu greifen.
Tatsächlich erweist sich die Hand mit den sechs Fingern als leistungsfähiger. Sie ermöglicht das Greifen von Gegenständen von beiden Seiten. Sie kann bis zu drei Objekte nacheinander greifen, transportieren und dann wieder am Arm andocken, während sie die Objekte sicher festhält. In Experimenten schaffte sie das mit einer Pappröhre, einem Gummiball, einem Whiteboard-Marker und einer Blechdose. „Studien der Hand-Anatomie haben dazu geführt, dass wir sehr viel besser verstehen, warum unsere Hände so sind, wie sie sind“, schreiben die Autoren. „Sie haben allerdings sehr viel weniger geholfen zu verstehen, warum sie nicht ganz anders aussieht.“
Tatsächlich können Gao und sein Team sich durchaus vorstellen, die abnehmbare Roboterhand künftig auch in Prothesen oder als zusätzliches Körperteil einzusetzen. Weltweit arbeiten Forschungsteams schon jetzt an künstlichen Körperteilen, deren Design vom biologischen Vorbild abweicht.
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Beschränkte Möglichkeiten – coole Technologie
Technisch gibt es aber noch einiges zu tun. So muss die autonome Roboterhand extern – per Kabel – mit Energie versorgt werden. Die Kreisbewegung ist noch immer sehr langsam – das Video ist mit dreifacher Geschwindigkeit abgespielt. Und auch bei der Sensorik gibt es noch Luft nach oben: Man erkennt im Video deutlich die Marker, die dem Roboter zur räumlichen Orientierung dienen. Bei echten Anwendungen würden diese natürlich fehlen.
Dennoch gibt es viele Details an der Arbeit, die technisch sehr beeindruckend sind. Das automatische An- und Abkoppeln der Hand haben die Forschenden beispielsweise mit motorgetriebenen Schrauben gelöst. Und die Hand verfügt gleich über mehrere Gangarten – je nachdem, welche und wie viele Gegenstände sie gerade transportiert.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
Künstliche Intelligenz
Software Testing: Formale Methoden in der Softwarequalität
In dieser Folge spricht Richard Seidl mit Michael Sperber und Markus Schlegel über formale Methoden der Softwareentwicklung. Sie erklären, warum Mathematik und Spezifikationen ein solideres Fundament liefern als typische Testverfahren. Besonders anschaulich wird es, wenn sie die Vorteile funktionaler Programmierung diskutieren und zeigen, wie sich Softwareeigenschaften beweisen lassen. Praktische Einblicke in Typsysteme, Beweisassistenten und Property-Based Testing machen das Thema greifbar.
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Dr. Michael Sperber ist Geschäftsführer der Active Group GmbH, die Individualsoftware ausschließlich mit funktionaler Programmierung entwickelt. Er ist international anerkannter Experte für funktionale Programmierung und wendet sie seit über 20 Jahren in Forschung, Lehre und industrieller Entwicklung an. Außerdem hat er zahlreiche Fachartikel und Bücher zum Thema verfasst, sowie das Curriculum für das iSAQB-Advanced-Modul „Formale Methoden“ (zusammen mit Lars Hupel). Michael Sperber ist Mitbegründer des Blogs funktionale-programmierung.de und Mitorganisator der Entwicklerkonferenz BOB.
Markus Schlegel ist Softwarearchitekt bei der Active Group GmbH. Er hat 2013 die funktionale Programmierung für sich entdeckt und schläft seither wieder ruhig.
Software Testing im Gespräch
Bei diesem Format dreht sich alles um Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste schauen sich Dinge an, die mehr Qualität in die Softwareentwicklung bringen.
Die aktuelle Ausgabe ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar: „Formale Methoden in der Softwarequalität – Dr. Michael Sperber und Markus Schlegel“.
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(mai)
Künstliche Intelligenz
Gewinn bei Volkswagen hat sich 2025 halbiert
Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autohersteller mit. Der Umsatz sank um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro. Die Dividende soll mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern dürfte sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen, prognostiziert der Konzern. Vergangenes Jahr war sie deutlicher als gedacht um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent abgerutscht.
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Tendenz zur Besserung
Im Schlussquartal schnitt Volkswagen dabei besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Grund waren vor allem die Belastungen bei Porsche wegen des Strategie-Schwenks zur Verbrenner-Verlängerung, die auf den gesamten Konzern durchschlugen. Hinzu kamen Milliardenbelastungen aus den US-Zöllen.
Weniger Autos ausgeliefert als 2024
Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen gerutscht: Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus. Das waren 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte Volkswagen zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen.
Volkswagen steht nicht nur bei den Verkaufszahlen unter Druck. Der Konzern muss in diesem und vermutlich auch im nächsten Jahr den Verkaufsanteil von Elektroautos und Plug-in-Hybriden massiv steigern. Anders sind die Flottengrenzwerte, die Volkswagen im vergangenen Jahr verfehlt hat, für die Jahre 2025 bis 2027 im Mittel nicht zu schaffen. Die Chancen dafür stehen allerdings gut. Eine ganze Reihe von neuen oder überarbeiteten Elektroautos steht vor dem Verkaufsstart. Dazu zählen unter anderem der ID.Polo und ID.Cross von VW, der Skoda Epiq und die überarbeiteten Fassungen von Cupra Born, VW ID.3 und VW ID.4 als ID.Tiguan.
Mehr zur Marke Volkswagen
(mfz)
Künstliche Intelligenz
Klage gegen die US-Regierung: Anthropic wehrt sich juristisch gegen das Pentagon
Im Streit mit dem Pentagon hat Anthropic jetzt Klage gegen die US-Regierung eingereicht, um die Platzierung auf einer Sanktionsliste zum Schutz der nationalen Sicherheit noch zu verhindern. In der Klage gegen zahlreiche US-Ministerien sowie deren Minister und Ministerinnen bezeichnet das KI-Unternehmen deren Maßnahmen als „beispiellos und gesetzeswidrig“. Die Verfassung der USA erlaube es nicht, dass die Regierung ihre enorme Macht dafür verwendet, „ein Unternehmen für sein geschütztes Rederecht zu bestrafen“. Man wende sich an die Justiz als letzte Instanz, „um die eigenen Rechte geltend zu machen und die unrechtmäßige Vergeltung der Exekutive zu beenden“. Unterstützung hat Anthropic umgehend von zahlreichen Angestellten der Konkurrenten OpenAI und Google erhalten.
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Unterstützung von der Konkurrenz
In dem seit Wochen öffentlich ausgetragenen Streit geht es um den Versuch des US-Verteidigungsministeriums, sich und dem ganzen Militär einen uneingeschränkten Zugriff auf die KI-Technik von Anthropic zu sichern. Die gilt der Konkurrenz demnach als haushoch überlegen und wird an verschiedenen Stellen bereits benutzt. Anthropic hat da auch prinzipiell nichts dagegen, hat aber zwei rote Linien formuliert und will es der US-Regierung nicht erlauben, dass die eigene KI für die Massenüberwachung der US-Bevölkerung und zur Entwicklung von vollautonomen Waffen genutzt wird. Darauf wollte die US-Regierung nicht eingehen und anstatt deshalb lediglich die Verträge zu kündigen, hat sie drastische Maßnahmen ergriffen.
Die Einstufung als „Lieferkettenrisiko für die nationale Sicherheit“ bedeute, dass keine Firma, die Geschäfte mit dem US-Militär betreibt, mit Anthropic kooperieren darf, erklärt das KI-Unternehmen in der Klageschrift. Das müsse laut der US-Regierung umgehend umgesetzt werden, obwohl es widerrechtlich sei. Zuspruch hat Anthropic kurz nach Einreichung der Klage von einer Reihe von Angestellten konkurrierender KI-Firmen erhalten, die dazu als unbeteiligte Dritte ein sogenanntes Amicus Curiae bei Gericht eingereicht haben. Darin bezeichnen sie die Argumente von Anthropic als „legitim“ und die Handlungen der US-Regierung als einen „unangemessenen und willkürlichen Einsatz von Macht mit schwerwiegenden Folgen für unsere Branche“.
Anthropics KI-Software Claude ist ein scharfer Konkurrent von OpenAIs ChatGPT und während des Streits hieß es mehrfach aus dem US-Verteidigungsministerium, dass sie der Konkurrenz überlegen ist. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte die roten Linien in einem Blogeintrag begründet und erklärt, dass KI über das Internet verstreute Daten einzelner Menschen in großem Stil automatisiert zu einem detaillierten Bild ihres Lebens zusammenfügen könne. Zudem sei die Technik noch nicht zuverlässig genug, um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. In dem Amicus Curiae wird jetzt noch darauf hingewiesen, dass alleine das Wissen um solche Fähigkeiten eine abschreckende Wirkung auf die demokratische Partizipation haben könnte.
Kritik am Vorgehen von OpenAI
Nach der Auseinandersetzung mit dem Pentagon hat OpenAI eine Vereinbarung mit dem Pentagon geschlossen. Sam Altman hat sich dabei zwar auf die Bedingungen eingelassen, später aber versichert, dass technische Hürden einen Einsatz zur Massenüberwachung verhindern würden. Trotzdem hat die Robotik-Chefin von OpenAI am Wochenende deshalb das Unternehmen verlassen. Mit den Risiken hätte sich OpenAI vorher besser auseinandersetzen müssen, kritisierte sie. Zudem haben Amazon, Google und Microsoft Anthropic den Rücken gestärkt. Ihre Kunden könnten Claude und andere Tools von Anthropic weiterhin mit den eigenen Werkzeugen nutzen, versicherten die Konzerne.
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(mho)
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