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Energiewende: Großspeicher zwischen Ausbau, Engpässen und neuen Regeln


Fallende Preise für Energiespeicher und bislang günstige politische Bedingungen haben einen Großspeicher-Boom ausgelöst. Batteriegroßspeicher können die Energiewende unterstützen und das Netz stabilisieren. Sie können das Netz aber auch zusätzlich belasten. Politik und Netzbetreiber wollen sie deshalb stärker regulieren, allerdings in einem Ausmaß, das Investoren, Planer und Betreiber der Anlagen verunsichert.

Die aktuelle Situation trifft aber auch die Verbraucher, denn nur wenn Großspeicher netzdienlich arbeiten, lässt sich die Energiewende mit einem stabilen Netz und moderaten Stromrechnungen vereinbaren. Die Großspeicherbranche steht also vor einem Umbruch.

Während derzeit Containerspeicher in wenigen Monaten aufgestellt sind, warten Betreiber oft Jahre auf den Netzanschluss. Der Genehmigungsstau ist lang: Im November 2025 summierten sich die Anschlussanfragen für Großspeicher ab einem Megawatt Leistung laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft auf über 720 Gigawatt; zusätzlich waren 78 Gigawatt bereits genehmigt, aber noch nicht gebaut. Die tägliche Spitzenlast – also die höchste benötigte Leistung – in Deutschland liegt dagegen nur zwischen 45 und 80 Gigawatt.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Energiewende: Großspeicher zwischen Ausbau, Engpässen und neuen Regeln“.
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Skoda Peaq vorgestellt: Wenn Größe zählt


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Skoda rundet in diesem Jahr sein E-SUV-Angebot nach unten und nach oben ab. Wohin es dabei geht, ist schon seit einiger Zeit zumindest grob absehbar. Der kleinere Epiq kommt im Herbst in den Handel. Über den Peaq, der sogar den Kodiaq hinsichtlich der Abmessungen übertreffen soll, wurde nun etwas mehr verraten. Er deutet dabei auch an, wie sich größere Skoda-Modelle optisch verändern werden.

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Der Skoda Peaq wird ein für europäische Verhältnisse sehr großes Auto, wenngleich nicht ganz so riesig, wie es die Studie 7S vor vier Jahren andeutete. Mit einer Länge von 4,87 m übertrifft er den Enyaq und auch den Kodiaq. Der Radstand ist mit 2,97 m fast exakt 20 cm länger als in Elroq und Enyaq. Das Platzangebot in der zweiten Reihe dürfte geradezu verschwenderisch sein. Der Fünfsitzer soll einen Kofferraum von 1010 Litern bieten. Skoda hat ermittelt, dass sich einige Kunden trotzdem noch ein zusätzliches Ablagefach unter der vorderen Haube wünschen. Das gibt es, anders als in Enyaq und Elroq (Test), im Peaq ab Werk. Mit 37 Litern ist es allerdings nicht allzu üppig. Auf Wunsch gibt es auch eine dritte Sitzreihe. Hinter dieser bleiben immerhin noch 299 Liter Gepäckraum übrig.


Skoda Peaq

Skoda Peaq

Der Peaq wird der fast der längste Skoda: Mit 4,87 m erreicht er fast das Format des Skoda Superb Combi (Test).

(Bild: Skoda)

Skoda veröffentlicht noch keine Bilder des Innenraums. Es soll fünf unterschiedliche Stile geben. In anderen Modellen ist die auch hier angebotene Sportline mit reichlich verteilten Mikrofaser-Bezügen ziemlich beliebt. Wer mag, kann Sitze ordern, die mit dem Siegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) versehen sind. Dann ist auch eine Massage enthalten, die hoffentlich mehr kann als die im Enyaq. Dort wird im Prinzip nur ein Kissen im Rücken aufgepumpt und wieder abgelassen – kein Vergleich zu den AGR-Sesseln, die beispielsweise Opel einbaut.

Das Vorserienmodell hat noch versenkbare Türgriffe, die bei Bedarf ausfahren. Das gab es bei Skoda bislang noch nicht und könnte auch eine recht kurze Karriere vor sich haben. Denn auf dem wichtigen chinesischen Markt wird diesem funktional fragwürdigen Design-Element gerade vom Gesetzgeber her ein Riegel vorgeschoben. Fest steht schon jetzt: Wie im Enyaq Coupé muss der Fahrer des Peaq auch Abschied von einem zu öffnenden Glasdach nehmen. Skoda rühmt sich zwar, dass es das größte Glasdach der Firmengeschichte sei und sich auf Knopfdruck elektrochrom milchig stellen lasse, doch eine Öffnung ist nicht mehr vorgesehen.

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Das optionale Soundsystem im Peaq kommt von Sonos. Zumindest in diesem Segment beendet Skoda die seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit mit Canton. Erstmals wird das zentrale Display in der Mitte vertikal angeordnet. Deutlich größer als in den bisherigen Elektroautos von Skoda wird das Kombiinstrument, das nun 10 Zoll misst. Das Betriebssystem wird Android-basiert sein und weitgehend dem entsprechen, was in anderen Konzernmodellen wie dem VW ID.3 Neo auch gerade ausgerollt wird. Der große Sprung in der Systemarchitektur, also die zusammen mit Rivian entwickelte Elektronik, wird erst in einem späteren Modell debütieren.


Skoda Peaq

Skoda Peaq

Ein Design-Element wird sich bei Skoda künftig wohl öfter finden: Die Rückleuchten in Form eines gekippten „L“.

(Bild: Skoda)

Zum Start sind drei Motorisierungen geplant. Das Basismodell „Peaq 60“ hat schon 150 kW, beschleunigt den Riesen in 8,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und weiter bis maximal auf 160 km/h. Skoda greift beim Speicher nicht auf die neue LFP-Batterie der kleineren Modelle, sondern bleibt bei der Zellchemie aus Nickel, Mangan und Kobalt (NMC). Der Brutto-Energiegehalt liegt bei 63 kWh. Die Reichweite im WLTP gibt Skoda mit rund 460 km an. In 27 Minuten soll sich die Batterie von 10 auf 80 Prozent aufladen lassen. Bezogen auf den Brutto-Energiegehalt würde das eine durchschnittliche Ladeleistung von 98 kW bedeuten. Die maximale DC-Ladeleistung soll bei rund 160 kW liegen.

Das Basismodell setzt wie die nächste Stufe in der Hierarchie auf Heckantrieb. Im Topmodell kommt ein Asynchronmotor an der Vorderachse hinzu, der die Systemleistung allerdings nur von 210 auf 220 kW anhebt. Fest eingeplant ist ein RS-Modell mit erheblich mehr Leistung, das Skoda dann wohl im kommenden Jahr nachreichen wird. Die Fahrleistungen der absehbaren Spitzenmodelle liegen erwartungsgemäß nah beieinander. Beide sind auf 180 km/h beschränkt, die Werte im Standardsprint sind mit 7,1 (Heckantrieb) bzw. 6,7 Sekunden im Allradler kaum nennenswert unterschiedlich.


Skoda Peaq Antriebsdaten

Skoda Peaq Antriebsdaten

Diese technischen Daten gibt Skoda derzeit offiziell an. Dass die Marke dabei an einigen Stellen im Ungefähren bleibt, liegt einfach daran, dass eine abschließende Homologation noch aussteht.

(Bild: Skoda)

Interessant ist, dass die ersten Aussagen bei der Reichweite ebenfalls identisch sind. Die abschließende Homologation steht noch aus, doch für beide Modelle nennt Skoda eine Reichweite von etwa 600 km – bei identischer Speicherbestückung. 91 kWh brutto sind es, von denen sich die 70 Prozent zwischen einem Ladestand von 10 und 80 Prozent in 28 Minuten nachladen lassen. Das entspräche in diesem Bereich einer durchschnittlichen Ladeleistung von 136,5 kW. In der Spitze soll die große Batterie mit bis zu 195 kW geladen werden können. Das ist nah an dem, was an der gängigen, aktuellen Ladeinfrastruktur, die 500 Ampere liefern kann, auf einer 400-Volt-Plattform möglich ist: 500 Ampere mal 400 Volt sind 200.000 Watt, also 200 kW.

Der Peaq soll im Herbst seine Händler-Premiere haben. Es gibt noch keine Hinweise auf die Preise, allenfalls ein paar Indizien. Ein Skoda Enyaq kostete mit der kleinen Batterie, die einen ähnlichen Energiegehalt hat wie die Basisversion des Peaq, rund 44.000 Euro. Dort wird gerade umgestellt auf die LFP-Batterie. Zusammen mit der neuen Hardware im Infotainmentbereich dürfte der Preis leicht steigen. Für den erheblich größeren Skoda Peaq rechnen wir mit einem Aufschlag von etwa 5000 Euro. Wer für das Basismodell also mit circa 50.000, für den Hecktriebler mit etwa 54.000 und den Allradler mit 57.000 Euro rechnet, dürfte der Wahrheit schon recht nahekommen.

Mehr zur Marke Skoda


(mfz)



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Sparvorschläge: Fokus zuerst auf stabilen Finanzen später mehr Digitalisierung


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Eine breite Palette von Maßnahmen, etwa Steuern auf Alkohol, Tabak und Zucker, empfiehlt die FinanzKommission Gesundheit. In ihrem Bericht hat die Kommission auch die Kosten für die Digitalisierung des Gesundheitswesens unter die Lupe genommen. Demnach werden digitale Innovationen teilweise ohne nachgewiesenen Nutzen großzügig finanziert. Einsparungen bei der Digitalisierung gibt es für die Krankenkassen bereits, jedoch steigen die Kosten für Cybersicherheit.

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Mit der bundesweiten Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle gesetzlich Versicherten seit Januar 2025 ist laut Kommission der Zeitpunkt gekommen, die Anschubfinanzierung zu beenden. Aktuell erhalten Arztpraxen gesonderte Vergütungen für die Erstbefüllung und die Aktualisierung der ePA. Die Kommission empfiehlt, diese Vergütungen ab 2027 zu streichen und damit rund 600 Millionen Euro jährlich einzusparen. Das begründet die Kommission damit, dass die Befüllung technisch weitgehend automatisierbar ist. Es sei „davon auszugehen […], dass die Effizienzgewinne den hierfür notwendigen Zeitaufwand übersteigen“. Die gesetzliche Verpflichtung zur Nutzung der ePA bleibe davon unberührt.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken signalisierte auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Berichts, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens für sie weiterhin Priorität habe. „Gleichzeitig bringen wir die Digitalisierung voran. Da ist der Gesetzentwurf in der Abstimmung. Da geht es dann zum Beispiel darum, wie die ePA schneller genutzt werden kann, wie sie mit mehr Anwendbarkeitsfällen genutzt werden kann, wie man den Kassen da auch mehr Möglichkeiten gibt“, sagte Warken.

Parallel liefen „einige Dinge, die auch die Versorgung der Menschen“ und das System besser machen könnten, etwa Gesetze wie die Notfallreform. „Aber natürlich muss man […] den Bürgerinnen und Bürgern auch klarmachen, dass wir zum einen eben die finanzielle Situation haben, die wir stabilisieren wollen und die wir stabilisieren müssen, denn ohne stabile Finanzen ist auch das System an sich nicht stabil und zukunftsfähig“, sagte Warken. Das Primärversorgungssystem wolle sie im Sommer vorstellen, die Auswirkungen würden erst 2028 spürbar.


Grafik zu den Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen

Grafik zu den Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen

Die Grafik zeigt eine wachsende Deckungslücke von 15,3 Mrd. € (2027) auf 40,4 Mrd. € (2030) sowie eine daraus resultierende jährliche Mehrbelastung der Beitragszahler, die bis 2030 auf durchschnittlich 680 € pro Person steigt.

(Bild: FinanzKommission Gesundheit)

Kritisch äußert sich die Kommission auch kritisch zu den Kosten Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA). Außerdem würden die versprochenen Versorgungseffekte im Erprobungszeitraum häufig nicht erreicht, die Abbruchquote bei DiGA-Therapien sei fast doppelt so hoch wie bei konventionellen Therapien. Die Kommission fordert daher die Abschaffung der Erprobungsregelung und eine Nutzenbewertung ähnlich wie bei Arzneimitteln. Erstattet werden sollen DiGAs künftig erst, nachdem ein Erstattungsbetrag verhandelt wurde. Zusätzlich empfiehlt die Kommission die Einführung von Zuzahlungen, um eine verantwortungsvollere Inanspruchnahme zu fördern. Insgesamt mahnt die Kommission, dass digitale Angebote im Gesundheitswesen keine Sonderbehandlung verdienen. Prozesse müssten evidenzbasiert sein, wirtschaftlich und den Patienten helfen.

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Im Bereich der Krankenkassenverwaltung stellt die Kommission fest, dass die Digitalisierung bereits spürbare Effizienzgewinne gebracht hat. „Im Jahr 2004 hat ein Mitarbeiter im Schnitt 487 Versicherte betreut, im Jahr 2024 waren es durchschnittlich bereits 563 Versicherte, was einer Steigerung um 16 Prozent entspricht“, heißt es im Bericht. Gleichzeitig seien die Verwaltungsausgaben durch steigende Anforderungen an Cybersicherheit und digitale Infrastruktur deutlich gewachsen. „Die zunehmende Digitalisierung ist hier durch stärkere Prozessautomatisierung und mehr digitale Services geprägt, aber auch durch höhere Anforderungen an Cybersecurity und Datenschutz. So zählen die größeren Krankenkassen – seit 2024 ab 500 Tsd. Versicherte, zuvor ab 3 Mio. Versicherte – zur kritischen Infrastruktur, für die strenge Sicherheitsanforderungen gelten und entsprechende Investitionen in IT notwendig sind“, heißt es. Auch bei der Krankenhausabrechnung sieht die Kommission Potenzial durch eine konsequentere Nutzung digitaler Daten. In einem weiteren Bericht Ende 2026 will die Kommission langfristige Maßnahmen darlegen.

Zudem schlägt die Kommission vor, Vergütungsregelungen aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) und künftige Honorarsteigerungen für Ärzte zu begrenzen. Die TSVG-Regeln waren ursprünglich dafür gedacht, mehr Anreize für Arztpraxen zu schaffen, zusätzliche Termine anzubieten, insbesondere für gesetzlich Versicherte. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnt davor, die Regeln ersatzlos zu streichen sowie Vergütungsanstiege global zu begrenzen, werde „für den Wegfall von Millionen Arztterminen“ sorgen. Den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten werde nichts anderes übrig bleiben, als ihre Leistungen und Terminvergaben den ohnehin knappen und künftig weiter reduzierten Finanzmitteln anzupassen.

Schon heute gingen über 40 Millionen fachärztliche Termine „aufs Haus“, würden also nicht vergütet. Einzelne Empfehlungen, etwa die Steuererhöhung auf Alkohol, Tabak und zuckerhaltige Getränke, begrüßt die KBV jedoch ausdrücklich, sofern die Mehreinnahmen vollständig ins Gesundheitswesen fließen und nicht zur Haushaltssanierung genutzt werden.

Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, lobt unter anderem, nur evidenzbasierte Leistungen zu finanzieren, kritisiert die Sparpläne zulasten der Patientinnen und Patienten jedoch: „Höhere Zuzahlungen, etwa für Zahnersatz oder Arzneimittel, schaffen Zugangsbarrieren und schwächen die gesundheitliche Chancengleichheit. Schon heute tragen Menschen milliardenschwere Eigenanteile. Ministerin Warken hat versprochen, das Solidarprinzip zu schützen. Jetzt muss sie liefern und die Reform auf ineffiziente Strukturen ausrichten und nicht auf zusätzliche Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, lobt die Vorschläge: „Dieses Reformpaket hat das Potenzial, dafür zu sorgen, dass die Krankenkassenbeiträge im kommenden Jahr insgesamt stabil bleiben oder sogar gesenkt werden können […] Die gesetzlichen Krankenkassen geben heute pro Tag über eine Milliarde Euro für die Versorgung der 75 Millionen GKV-versicherten Bürgerinnen und Bürger aus“. Damit sei das Ende der Fahnenstange erreicht. „Bei aller Anerkennung“ für die Vorschläge für kurzfristige Änderungen seien strukturelle Reformen erforderlich, „die dann ab 2028 wirken können, unverzichtbar.“

Nach Sicht des Digitalverbands Bitkom greifen die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zu kurz, „denn sie berücksichtigen die Potenziale der Digitalisierung kaum“. Laut Bitkom könne die Digitalisierung „ganz entscheidend zur langfristigen Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems beitragen“. Aus Sicht des Bitkom soll die Digitalisierung im Zentrum der Reformüberlegungen stehen. „Digitale Lösungen wie KI-gestützte Assistenzsysteme, die elektronische Patientenakte oder Tele-Konzile und Tele-Monitoring können Abläufe effizienter machen, Fachkräfte entlasten, Doppeluntersuchungen und Fehldiagnosen vermeiden und Kosten senken“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.


(mack)



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Maritime Sicherheit: KI-Wächter Kirmes soll Saboteure auf der Ostsee jagen


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Die Ostsee ist zum Schauplatz hybrider Kriegsführung geworden: Manipulierte GPS-Signale, Drohnenflüge über Werften und zerstörte Tiefseekabel bedrohen die maritime Infrastruktur. Die Identifizierung der Täter scheitert bisher oft an starren, lückenhaften Überwachungssystemen. Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) in Hamburg hält nun mit „Kirmes“ dagegen. Das System wird derzeit auf der Kieler Förde erprobt, um Spione und Saboteure in Echtzeit zu entlarven.

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Kirmes bricht mit dem traditionellen Ansatz teurer stationärer Küstenüberwachung, wie das CML erläutert. Statt auf langwierige Genehmigungsverfahren für feste Bauten zu warten, setzt das Team um Forschungsleiter Maximilian Reimann auf Mobilität. Kernstück des Projekts sind „Cells on Wheels“: mobile Anhänger mit Sensoren, die zusammen mit dem Forschungsschiff Vektor ein flexibles Netzwerk bilden.

Das System soll einem NDR-Bericht zufolge verdächtige Schiffsbewegungen identifizieren. Großer Vorteil: Im Gegensatz zu permanenten Anlagen lässt sich Kirmes innerhalb weniger Tage an jedem Küstenabschnitt ohne langwierige Genehmigungsverfahren in Betrieb nehmen.

Technisch gesehen fungiert Kirmes als digitaler Staubsauger für maritime Daten. Die mobilen Einheiten erfassen eine Vielzahl von Signalen wie GPS, das Identifikationssystem AIS sowie ADS-B-Daten von Flugobjekten. Sogar der analoge Seefunkverkehr wird automatisch verschriftlicht und analysiert. Der Durchbruch liegt in der intelligenten Zusammenführung: Eine KI fusioniert diese Quellen zu einem digitalen Abbild der maritimen Lage.

Das System ist darauf trainiert, Anomalien zu entdecken. Es erkennt etwa, wenn ein Schiff sein AIS-Signal deaktiviert oder wenn Positionsdaten durch GPS-Spoofing manipuliert werden, um den tatsächlichen Standort zu verschleiern. Solche Taktiken wurden in der Vergangenheit immer wieder bei Vorfällen beobachtet. So geriet etwa im November 2024 unter diesen Umständen ein chinesischer Frachter in Verdacht, ein Datenkabel in der Ostsee vorsätzlich zerstört zu haben.

Diese Detektion ermöglicht es dem CMS zufolge, Einsatzkräfte automatisch zu alarmieren, bevor physischer Schaden an Pipelines oder Windparks entsteht. Das System nutzt dabei eine modulare Mikroservice-Architektur, wobei es jederzeit um neue Analysealgorithmen erweitert werden kann. So soll die Abwehr flexibel gegenüber sich ständig ändernden Taktiken hybrider Angreifer bleiben.

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Das Testgebiet an der Kieler Förde bietet durch das hohe Verkehrsaufkommen ideale Bedingungen, um die Algorithmen zu trainieren. Mit einer Reichweite von bis zu 30 Seemeilen sichert das System weite Abschnitte der Küstengewässer ab. Neben der Polizei und der Bundeswehr sollen auch Hafenbetreiber und Unternehmen der Energiewirtschaft von den präzisen Echtzeit-Daten zur Gefahrenabwehr profitieren.

Geplant ist, bis Ende des Jahres die Testphase abzuschließen. Eine mobile Einheit wird voraussichtlich einen niedrigen sechsstelligen Betrag kosten. Kirmes könnte so eine effiziente Antwort auf die russische Schattenflotte und anonyme Drohnen bieten, um die maritime Souveränität digital und mobil zu sichern.


(wpl)



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