Digital Business & Startups
Er hat eine 3-Milliarden-Firma aufgebaut und gibt Gründern diese 3 Tipps
Gründerszene war auf den Startup Awards 2026 – und hat Parloa Gründer Malte Kosub nach seinen drei Tipps für junge Gründer gefragt.
Er ist einer der erfolgreichsten Gründer Deutschlands: Malte Kosub von Parloa. Das Berliner Startup entwickelt KI-Agenten für den Kundenservice, die Anfragen automatisiert verstehen, beantworten und an die richtige Stelle weiterleiten.
Parloa wurde in Berlin gegründet und zählt inzwischen zu den bekanntesten KI-Startups aus Deutschland. Im Januar 2026 schloss das Unternehmen eine Series-D-Finanzierungsrunde über 350 Millionen US-Dollar ab; die Bewertung liegt derzeit bei rund drei Milliarden US-Dollar.
Gründerszene hat auf den Startup-Awards 2026 mit dem 32-Jährigen (ganz kurz) gesprochen und ihn nach seinen drei Tipps gefragt. Das hat er gesagt:
- Sehr ambitioniert sein. „Wir müssen alle in Europa und Deutschland noch ambitionierter sein. Wenn die Ambitionen nicht crazy wirken, denkt man nicht groß genug.“
- Optimistisch bleiben. Gründen sei hart: Man falle hin, müsse wieder aufstehen und brauche dafür die Überzeugung, dass es weitergeht.
- Hart arbeiten. Wer weltweit erfolgreich sein wolle, müsse bereit sein, extrem viel Einsatz zu bringen.
Wie ist es, ein Unicorn-Gründer zu sein?
Auf diese Frage antwortet Kosub: „Das Gefühl ist eigentlich immer das gleiche, der Druck ist immer der gleiche. Die Ziele werden aber immer größer.“ Parloa sei vor allem im Enterprise Sales tätig. Hier würde der Unicorn-Status und die damit verbundene Bekanntheit den Vertrieb bei Kunden deutlich erleichtern.
Digital Business & Startups
Startup putzt kostenlos eure Wohnung – wenn ihr diese eine Sache erlaubt
Das Startup Shift bietet kostenlose Reinigungen an, bei denen die Beschäftigten ihre Arbeit aufzeichnen, um KI zu trainieren.
Schmutzige Fenster könnten dabei helfen, KI-gesteuerte Putzroboter zu entwickeln. Shift, ein Startup für KI-Training, bietet in New York kostenlose Wohnungsreinigungen an – das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Es gibt nur einen Haken: Die Reinigungskräfte tragen am Kopf befestigte Kameras, die aus der Ich-Perspektive aufzeichnen, während sie Badezimmer schrubben, Böden wischen und Küchen aufräumen.
Das Material soll laut Unternehmen dabei helfen, Haushaltsroboter und KI-Systeme so zu trainieren, dass sie künftig Hausarbeit selbstständig erledigen können. „Euer Zuhause. Kostenlos gereinigt“, heißt es auf der Website des Unternehmens, die Dienstleistungen vom Wäschefalten und Geschirrspülen bis hin zum Einräumen des Kühlschranks und Schrubben des Bades bewirbt.
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Boomender Markt für KI-Trainingsdaten
Das Angebot ist das jüngste Beispiel aus dem boomenden Bereich des KI-Trainings. Unternehmen – von Startups bis hin zu größeren Akteuren wie Uber und Linkedin – versuchen, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Und während sich viele dieser Jobs auf Bürotätigkeiten konzentrieren, versuchen manche, wie das Angebot von Shift, KI für körperliche Aufgaben in der realen Welt zu trainieren.
Shift erklärte, die Trainingsdaten, die bei alltäglichen Hausarbeiten entstehen, seien wertvoll genug, um den Reinigungsservice vollständig zu finanzieren. Das Startup ist nach eigenen Angaben in mehr als 15 Ländern aktiv und arbeitet mit Tausenden Menschen zusammen, die Videos für das KI-Training aufzeichnen. Auf seiner Website hat das Unternehmen zudem ein Formular für alle, die für den Service arbeiten möchten.
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Shift versichert auf seiner Website, die Privatsphäre der Kundschaft zu schützen: Alle sensiblen Details würden im Video unkenntlich gemacht, bevor das Material für das KI-Training verwendet werde. Und man müsse sich nicht schämen, falls die Wohnung besonders schmutzig sei, so Shift.
Im Gegenteil – dreckiger könnte sogar besser sein. „Anspruchsvollere Reinigungsumgebungen können besonders nützlich sein“, heißt es in einem FAQ-Dokument auf der Website des Unternehmens. „Allerdings dürfen Reinigungskräfte jede konkrete Aufgabe ablehnen, die sie nicht ausführen möchten.“
Lest den Originalartikel auf .
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So habe ich in 4 Stunden eine App mit KI gebaut
Priscilla Tina ist Produktmanagerin aus San Francisco – und hat mit KI in vier Stunden ein Postkarten-Business gebaut.
Dieser Text basiert auf einem Gespräch mit Priscilla Tina, 28, Produktmanagerin aus San Francisco. Er wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit leicht bearbeitet.
Tagsüber arbeite ich als Tech-Produktmanagerin in San Francisco. Abends bin ich Content Creatorin. Ich mache Videos, die Menschen dazu bringen sollen, ihre Kreativität wiederzuentdecken. Nebenbei habe ich schon immer an kleinen Projekten gearbeitet. Side Hustles, Experimente – das gehört für mich dazu. Und ich liebe alles, was analog ist. Im vergangenen November habe ich mich hingesetzt und mit Claude Code eine App gebaut: Sie verschickt Postkarten – ohne Briefmarken und ohne Gang zur Post.
Warum Analog plötzlich wieder spannend ist
Viele von uns sind mit Technologie aufgewachsen. Ich auch. Gleichzeitig hatte ich als Kind noch viele analoge Dinge um mich herum – und kein Smartphone. Heute sieht das anders aus. Ich lebe gefühlt auf meinem Handy. Wir verbringen viel Zeit mit sinnlosem Scrollen. Konsumieren KI-generierten Content in Massen. Und merken dabei: Wirklich erfüllend ist das nicht. Gleichzeitig wird klar: Echte Begegnungen funktionieren besser offline. Und viele entdecken den Wert von einfachen, analogen Momenten wieder.
Die Idee: Digital trifft physisch
Ich wollte genau diese Lücke schließen – zwischen digitaler und physischer Welt. Mit Freunden habe ich schon seit Jahren Postkarten verschickt, vor allem auf Reisen. Das macht Spaß und hält den Kontakt. Irgendwann fiel mir auf: Ich hatte einen riesigen Stapel Postkarten zu Hause. Aber sie zu schreiben war umständlich. Man muss Briefmarken kaufen. Zur Post gehen. Einen Briefkasten suchen. Also habe ich mich gefragt: Geht das nicht einfacher?
Eine App in nur vier Stunden
Ich hatte mich für die ProductCon in San Francisco angemeldet und wollte dort einen Prototyp zeigen. Also habe ich Postcard Press gebaut: eine App, mit der Nutzer Fotos hochladen, eine Nachricht schreiben – und der Rest läuft automatisch. Druck und Versand übernimmt ein Dienst namens Postgrid.
Am Abend vor der Konferenz habe ich die Grundversion gebaut. In vier Stunden. Sie lief direkt auf meinem Handy. Auf der Konferenz habe ich die App anderen Produktmanagern gezeigt. Viele fragten sofort: „Wann ist sie fertig? Ich will zu Weihnachten Postkarten verschicken.“ Das war ein klares Signal: Es gibt Nachfrage.
Ich habe zusätzlich ein Video auf Social Media gepostet. Rund 20.000 Views. Also habe ich mir vorgenommen, die App bis Jahresende fertigzustellen. In den nächsten zwei Monaten habe ich Bezahlfunktionen integriert und das Produkt gelauncht. Seit dem Start im Dezember wurden mehr als 100 Postkarten verschickt. Preis pro Karte: etwa zwei Dollar. Die Kosten: 0,82 Dollar für Postgrid, 0,30 Dollar für Stripe. Viel Gewinn bleibt da nicht. Ich könnte auf ein Abo-Modell umstellen. Aber darum ging es mir nie.
Die größten Hürden
Ich habe einen technischen Hintergrund, aber ich bin keine klassische Entwicklerin. Deshalb habe ich mir Hilfe von Freunden geholt. Vor dem Launch haben sie versucht, meine Website zu „hacken“. Mit Erfolg: Einer konnte zehn Postkarten verschicken, ohne zu bezahlen. Sein Feedback: „Das musst du fixen, bevor du live gehst.“
Das hat mir geholfen, die Sicherheitslücken zu schließen. Auch das Thema Payments war schwierig. Ich wusste nicht, wie man Stripe integriert oder welche Kosten entstehen. Ein Freund meinte: „Das schaffst du in 30 Minuten.“ Ein anderer hat dagegen gewettet. Ich habe mich hingesetzt – und es tatsächlich in 30 Minuten gebaut. Normalerweise hätte ich dafür einen Entwickler gebraucht. Stattdessen habe ich Claude die gesamte Stripe-API-Dokumentation lesen lassen. Das Tool hat die Payment-Funktion direkt in den Checkout integriert.
Das ist erst der Anfang
Auch wenn das Projekt langfristig vielleicht kein großer Erfolg wird: Der wichtigste Gewinn ist das, was ich gelernt habe. Und ein bisschen Geld nebenbei bringt es auch. Inzwischen arbeite ich schon an neuen Ideen. Eine davon: Mini Print. Inspiriert von Polaroid-Wänden bei Freunden und in Cafés. Die App verwandelt Fotos in kleine digitale Polaroids. Nutzer können daraus ihre eigene Bilderwand erstellen – zum Beispiel als Handy-Hintergrund.
Auch diese App habe ich mit Claude gebaut. Rund 2000 Nutzer gibt es schon. Ich liebe es zu sehen, wie Freunde ihre Wände teilen. Viele meiner liebsten analogen Erlebnisse warten nur darauf, digital neu gedacht zu werden. Genau daran arbeite ich gerade weiter.
Als Nächstes auf meiner Liste: Natur und Pflanzen.
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