Künstliche Intelligenz
Event-Plattform Eventbrite entlässt einen großen Teil ihrer Mitarbeiter
Wochen nachdem das italienische Unternehmen Bending Spoons die Event-Plattform Eventbrite übernommen hat, kündigte es einen Großteil des Teams. Die betroffenen Mitarbeiter seien nach eigenen Angaben umfassend entschädigt worden. Versprochen wurden gleichzeitig einige Verbesserungen am Produkt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Ende 2025 beschäftigte Eventbrite laut eigener Börsenmeldung 636 Mitarbeiter. Ende 2023 waren es noch 866. Wie viele jetzt noch beim Unternehmen bleiben, verrät der neue Inhaber nicht. Die vielen Entlassungen begründet der neue Eventbrite-Leiter Andrea Parodi damit, das „volle Potenzial“ der Firma als Event-Plattform auszuschöpfen, indem ein kleineres Team effizienter Änderungen umsetzen könne.
Kürzere Ladezeiten versprochen
Für den April sind bereits Verbesserungen am Produkt geplant. So soll beispielsweise laut Parodi die Plattform zuverlässiger und schneller durch geringere Ladezeiten werden. Event-Besucher sollen außerdem leichter Zugang zu ihren Tickets bekommen, indem sie diese in der Apple- oder Google-Wallet oder auch offline speichern können. Eine eigene Seite listet alle Neuerungen von Eventbrite auf.
Bending Spoons erwarb Eventbrite bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres für 500 Millionen US-Dollar. Die Übernahme ist seit Anfang März 2026 abgeschlossen. Seitdem ist das jetzt privatisierte Unternehmen auch nicht mehr an der Börse.
Eventbrite ist laut eigenen Angaben eine globale Selfservice-Ticketing-Plattform, auf der Nutzer verschiedenste Events entdecken, erstellen und teilen können. Im Jahr 2024 zählte Eventbrite rund 89 Millionen Nutzer (Unique Visits) im Monat und 83 Millionen verkaufte Tickets.
Entlassungswellen als gängige Praxis bei Bending Spoons
Weiterlesen nach der Anzeige
Bending Spoons ist bekannt dafür, etablierte digitale Produkte zu kaufen und kurz danach viele Mitarbeiter zu entlassen – meist unter dem Vorwand, die Produkte in kleineren Teams zu verbessern. So hat sich das Unternehmen zuletzt nach der Übernahme von Vimeo im vergangenen Herbst in zwei Entlassungswellen von vielen Mitarbeitern getrennt. Auch die Übernahme der Wander-App „Komoot“ sorgte für Aufsehen. Weitere betroffene Produkte sind der Mail-Provider AOL, der Datei-Austausch-Service WeTransfer und der Notizbuch-Onlinedienst Evernote.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Kommentar: Was John Ternus bei Apple angehen muss
Tim Cook hat Apple in eine unglaubliche Gelddruckmaschine verwandelt, das ist unbestritten. Allein von Januar bis März 2026 erzielte der Konzern mehr Umsatz und mehr Gewinn als im gesamten Geschäftsjahr 2011, als Cook den CEO-Posten übernahm. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Statt vergeblich den Produktvisionär zu mimen, nahm Cook die bahnbrechenden Produkte, die unter Jobs und Ive entstanden waren, und skalierte diese in ungeahnte Höhen.
Ähnliches glückte ihm mit dem Dienstegeschäft, das inzwischen das zweitgrößte Standbein hinter dem iPhone ist. Und Cook stellte fraglos wichtige Weichen bei Datenschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsfunktionen.
Um die ultraeffiziente Lieferkette aufzubauen, begab sich Cook allerdings in tiefe Abhängigkeit von China.
Auch Apples knallhart geführte Services-Sparte birgt zusehends Schattenseiten: Das reicht von frustrierten Entwicklern über immer argwöhnischere Wettbewerbshüter bis zu verärgerten Kunden, die in Betriebssystemen und Apple-Apps weder Reklame noch Abo-Upselling sehen wollen.

Leo Becker betrachtet die Technikbranche seit über 25 Jahren durch die Apple-Lupe – von digitaler Musik über den Durchmarsch von Mobilgeräten und Cloud bis zu Künstlicher Intelligenz. Für die Mac & i schreibt und spricht er über iPhones, Macs, iPads, Watches und manchmal sogar die Vision Pro.
Grundlegende Produktinnovationen waren in der Ära Cook spärlich gesät: Die beiden größten Hits – Watch und AirPods – stehen nicht auf eigenen Beinen, da Apple sie als iPhone-Accessoires konzipiert hat. Bei Apple Home war in den vergangenen Jahren wenig Bewegung zu erkennen. Gewagtere Projekte wie das „Apple Car“ hat Cook bereits selbst abgesägt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Vision Pro schaffte es zwar bis in den Handel, kam seitdem aber kaum vom Fleck. Und generative KI hat Apple verschlafen und muss erst beweisen, dass sie hier überhaupt etwas Sinnvolles liefern können.
Nun darf mit John Ternus ein Ingenieur das nächste Kapitel an der Apple-Spitze aufschlagen. Wo dessen Prioritäten liegen, wissen wir aktuell nicht.
Das MacBook Neo macht aber Hoffnung: Statt ältere Modellreihen über Jahre mitzuschleifen, wie unter Cook nur allzu gängig, hat Apple sich die Mühe gemacht, einen bezahlbaren Computer neu zu bauen. Das war hoffentlich erst der Anfang einer langen Reihe spannender Hardware-Innovationen.
Dieser Kommentar erschien zuerst als Editorial in Mac & i 3/2026 – jetzt frisch am Kiosk und im heise shop.
(bsc)
Künstliche Intelligenz
Mistrals Chatbot heißt jetzt „Vibe“ und erhält neue Fähigkeiten
Mistral hat auf dem hauseigenen AI Now Summit mehrere Neuerungen vorgestellt. Der Chatbot Le Chat heißt jetzt Vibe und verbindet agentische Fähigkeiten mit Funktionen für Softwareentwicklung. Zudem gab Mistral Industriepartnerschaften mit Airbus, der BMW Group und ASML bekannt und kündigte ein neues Rechenzentrum für KI-Inferenz in Les Ulis nahe Paris an. Der Standort soll 10 Megawatt Leistung bieten und im dritten Quartal 2026 eröffnet werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Mit Vibe folgt Mistral den Trends zu agentischer KI sowie KI-gestützten Programmierwerkzeugen und vereint beide Bereiche in einem einzigen Assistenten. Im sogenannten Work Mode soll Vibe mehrstufige Aufgaben weitgehend selbstständig bearbeiten. Der Assistent kann dazu auf verbundene Anwendungen und Datenquellen wie Google Workspace, Outlook, SharePoint, Slack oder GitHub zugreifen. Mistral zufolge analysiert Vibe Dokumente, wertet Tabellen und Datenbanken aus, erstellt Diagramme und fasst Ergebnisse in Berichten zusammen. Vor dem Start einer Aufgabe holt Vibe die Zustimmung des Nutzers ein, die einzelnen Arbeitsschritte und verwendeten Werkzeuge sollen dabei nachvollziehbar sein. Aufgaben lassen sich täglich, wöchentlich oder monatlich wiederholen und wiederkehrende Abläufe als Vorlagen speichern.
Vibe: Vom Coding-Werkzeug zur Plattform
Für Softwareentwickler bietet Vibe einen Code Mode. Nach der Verbindung mit GitHub-Projekten analysiert und verändert der Assistent Code, führt Programme in einer isolierten Umgebung aus und legt Änderungsvorschläge zur Überprüfung vor. Mehrere Entwicklungssitzungen können parallel laufen und auch dann fortgesetzt werden, wenn der Rechner des Nutzers zwischenzeitlich ausgeschaltet wird.
Ganz neu sind die angekündigten Funktionen nicht: Mistral hatte den Work Mode im April in Le Chat eingeführt, während Vibe bislang das bestehende Coding-Werkzeug des Unternehmens bezeichnete. Nun überträgt Mistral den Namen auf den gesamten Assistenten und bündelt Wissensarbeit und Softwareentwicklung in einer gemeinsamen Plattform.
Vibe startet in vier Tarifen von Free bis Enterprise. Pro kostet 17,99 Euro im Monat, Team 29,99 Euro pro Nutzer und Monat. Einige Nutzungslimits bleiben unklar, da Mistral sie teils nur als Vielfaches des kostenlosen Tarifs ausweist.
Weiterlesen nach der Anzeige
Mistral zielt auf industrielle KI
Neben Vibe stellte Mistral neue Industriepartnerschaften mit Airbus, der BMW Group und ASML vor. Bei Airbus soll KI von der frühen Produktentwicklung bis zu möglichen Anwendungen in Bordsystemen eingesetzt werden. Mit BMW arbeitet Mistral an multimodalen Modellen für Daten aus der Fahrzeugentwicklung, etwa für Crashsimulationen. ASML prüft Anwendungen in der Halbleiterindustrie, darunter die Optimierung von Hochleistungskomponenten, Ersatzmodelle für Simulationen und Regelungssysteme.
Grundlage dafür liefert auch die Übernahme des österreichischen Start-ups Emmi AI, die Mistral wenige Tage vor dem Summit bekannt gab. Emmi wurde in Linz gegründet und entwickelt KI-Modelle, die physikalische Prozesse schneller simulieren oder annähern sollen. Mistral will sich damit stärker als KI-Partner für komplexe industrielle Entwicklungsprozesse positionieren.
Siehe auch:
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Klassischer Editor BBEdit: Version 16 nutzt KI sinnvoll
Bare Bones Software hat ein großes Update für BBEdit vorgelegt. Version 16 verstärkt den Trend, KI-Funktionen in den Editor zu integrieren – allerdings nach wie vor datenschutzfreundlich nicht übermäßig nervig. Auch wurden viele Kleinigkeiten überarbeitet und verbessert, vom HTML5-Syntax-Checker über schnellere SFTP-Transfers bis zum integrierten Git-Support.
Weiterlesen nach der Anzeige
Shortcuts, Bildersuche mit KI und mehr
BBEdit gehört zu den ältesten regelmäßig aktualisierten Mac-Werkzeugen überhaupt. Die erste Version erschien vor mittlerweile 34 Jahren. Aus einem „einfachen“ Editor wurde über die Jahre ein Werkzeug für Webdesigner, Planer und zunehmend auch Entwickler. Es bietet Anbindungen zu den wichtigsten externen Plattformen, außerdem baut Bare Bones Software regelmäßig Support für aktuelle Apple-Funktionen ein.
BBEdit 16 kommt erstmals mit der Möglichkeit, direkt aus dem Editor heraus Textinhalte in Bildern zu finden. Das geht auch über zahlreiche Dateien hinweg und unterstützt alle grep-Funktionen. Es gibt neue Kurzbefehle, für die BBEdit nun Apples App Intents nutzt. Damit stehen die bekannten Textumformungen aus BBEdit für eigene Shortcuts bereit. Beim sogenannten AI Chat Worksheet kann man sich nun Serverergebnisse direkt streamen lassen. Projekte und Notizbücher bieten neue Farbeinstellungen.
vi-Tastaturkürzel, wenn man will
Wer möchte, kann nun auch vi-Tastaturkürzel nutzen (über einen Emulator und für Navigation und Editing). Code-Verbesserungen sollen BBEdit 16 insgesamt beschleunigen. Web-Projekte lassen sich in Produktions- und Testumgebungen unterteilen. Eine Übersicht aller Neuerungen ist in den wie üblich umfangreichen Release Notes platziert worden.
BBEdit kostet als frische Lizenz 60 US-Dollar plus Umsatzsteuer. Wer die Vorversion 15 ab dem 1. November 2025 erworben hat, bekommt das Upgrade kostenlos. Ansonsten zahlen BBEdit-15-Kunden 30 Dollar und verwendet von BBEdit 14.6.9 oder früher 40 Dollar (ebenfalls jeweils plus Umsatzsteuer). Wie üblich lassen sich alle Funktionen von BBEdit 30 Tage lang testen. Außerdem gibt es einen an Funktionen eingeschränkten „Free“-Modus, der immer gratis bleibt und sich für Basisarbeiten gut eignet.
Weiterlesen nach der Anzeige
Siehe auch:
- BBEdit: Download schnell und sicher von heise.de
(bsc)
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenMähroboter ohne Begrenzungsdraht für Gärten mit bis zu 300 m²
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenPetra‑AI: KI soll Frauen in der Perimenopause unterstützen
