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Digitale Souveränität: Wildberger will weniger Microsoft und Palantir


Im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) weht ein frischer Wind: Ressortchef Karsten Wildberger (CDU) hat der technologischen Abhängigkeit von den USA den Kampf angesagt. Er konkretisiert, wie die Bundesverwaltung und die Sicherheitsbehörden mittelfristig ohne die Dominanz von Branchengrößen wie Microsoft und der umstrittenen Big-Data-Firma Palantir auskommen sollen. Für den Minister ist es dabei nicht nur eine Frage der IT-Infrastruktur, sondern auch eine der nationalen Souveränität.

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Dass die Dringlichkeit hoch ist, belegen Zahlen aus der Haushaltsrechnung. Demzufolge sind allein die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Produkte im Jahr 2025 auf 481,4 Millionen Euro angewachsen.

In einem Gespräch mit dem Online-Nachrichtenangebot Politico verdeutlicht der Minister, dass Microsoft jahrzehntelang ein vertrauensvoller Partner gewesen sei. Das Ziel der Unangreifbarkeit wiege aber schwerer als gewachsene Geschäftsbeziehungen. Der Weg in die Unabhängigkeit soll ihm zufolge über Open-Source-Lösungen führen, die derzeit im eigenen Ministerium bereits auf den Arbeitsplätzen ausgerollt werden.

Das Kalkül hinter dem verstärkten Interesse an quelloffener Software: Durch die freie Veränderbarkeit und die Option, Schwachstellen öffentlich zu dokumentieren, entzieht sich der Staat der proprietären Kontrolle einzelner Konzerne. Wildberger strebt daher eine umfassende, frei verfügbare Verwaltungssoftware an, die über den Eigenbedarf hinaus Relevanz für den Markt entfalten könnte.

Umstritten ist aktuell vor allem Palantir. Die Analyse-Software für Sicherheitsbehörden gilt hier international als feste Größe. Hierzulande liebäugelt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mit dem Einsatz der US-Software, um die polizeiliche Handlungsfähigkeit kurzfristig sicherzustellen. Länder wie Bayern und Hessen haben hier schon vorgelegt. Doch die Bundesregierung bremste vor Kurzem.

Sicherheitsinteressen haben Vorrang, solange keine europäische Lösung existiere, räumt Wildberger ein. Zugleich kündigte er aber an, gezielt europäische Unternehmen auf diesem Feld zu unterstützen, die das Potenzial zur Marktreife haben. Der Staat müsse als Geburtshelfer fungieren und an kleinere, aufstrebende Firmen das Signal senden, dass der Staat ihnen solche komplexen Aufgaben zutraue.

Der Minister rechnet mit einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren, bis eine konkurrenzfähige europäische Alternative zu Palantir fertig sein könne. Um den Umbau voranzutreiben, will er zu einem neuen Schwert gegen Bürokratie greifen: dem IT-Planungsvorbehalt.

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Ihm schwebt vor, diesen erstmals in der kommenden Haushaltsaufstellung konsequent einzusetzen. Damit bekommt das BMDS faktisch ein Vetorecht über IT-Projekte anderer Häuser. Wildberger vergleicht seine Rolle dabei mit der eines Videoschiedsrichters im Fußball, der eingreife, wenn gemeinsame Standards missachtet werden.

Die wirtschaftliche Logik hinter dem angekündigten Durchgreifen: Wenn jedes Ministerium eigene KI-Plattformen oder isolierte Softwarelösungen entwickelt, kostet das Steuergelder und führt zu Zersplitterung. Stattdessen soll die bundeseigene KI-Plattform Kipitz verbindlich werden. Durch das Bündeln von Ressourcen und das Stoppen von Doppelstrukturen verspricht sich Wildberger Entlastungen für den strapazierten Haushalt. Das Eingriffsrecht gilt dabei für Projekte ab einem Volumen von 500.000 Euro pro Jahr oder drei Millionen Euro Gesamtkosten. Diese Schwelle soll sicherstellen, dass das BMDS bei allen relevanten Digitalisierungsvorhaben mitreden kann.

Bei kommerzieller KI-Software wie ChatGPT mahnt der Minister zur Vorsicht. Er warnt vor einem leichtfertigen Einsatz in sensiblen Bereichen, den er als sehr gefährlich einstuft.

Die Marschrichtung ist so gesetzt: Mehr Kontrolle, mehr Transparenz durch Open Source und eine gezielte Förderung heimischer Tech-Talente sollen das Ende der Ära markieren, in der Deutschland bloß als Lizenznehmer in Redmond und im Silicon Valley agierte. Die voraussichtlich Ende April anstehende Entscheidung im Kabinett über Big-Data-Software für die Sicherheitsbehörden wird zeigen, wie schnell die Regierung in Richtung Eigenständigkeit voranschreitet.


(wpl)



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Kommentar: Was John Ternus bei Apple angehen muss


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Tim Cook hat Apple in eine unglaubliche Gelddruckmaschine verwandelt, das ist unbestritten. Allein von Januar bis März 2026 erzielte der Konzern mehr Umsatz und mehr Gewinn als im gesamten Geschäftsjahr 2011, als Cook den CEO-Posten übernahm. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

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Statt vergeblich den Produktvisionär zu mimen, nahm Cook die bahnbrechenden Produkte, die unter Jobs und Ive entstanden waren, und skalierte diese in ungeahnte Höhen.

Ähnliches glückte ihm mit dem Dienstegeschäft, das inzwischen das zweitgrößte Standbein hinter dem iPhone ist. Und Cook stellte fraglos wichtige Weichen bei Datenschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsfunktionen.

Um die ultraeffiziente Lieferkette aufzubauen, begab sich Cook allerdings in tiefe Abhängigkeit von China.

Auch Apples knallhart geführte Services-Sparte birgt zusehends Schattenseiten: Das reicht von frustrierten Entwicklern über immer argwöhnischere Wettbewerbshüter bis zu verärgerten Kunden, die in Betriebssystemen und Apple-Apps weder Reklame noch Abo-Upselling sehen wollen.


Leo Becker

Leo Becker

Leo Becker betrachtet die Technikbranche seit über 25 Jahren durch die Apple-Lupe – von digitaler Musik über den Durchmarsch von Mobilgeräten und Cloud bis zu Künstlicher Intelligenz. Für die Mac & i schreibt und spricht er über iPhones, Macs, iPads, Watches und manchmal sogar die Vision Pro.

Grundlegende Produktinnovationen waren in der Ära Cook spärlich gesät: Die beiden größten Hits – Watch und AirPods – stehen nicht auf eigenen Beinen, da Apple sie als iPhone-Accessoires konzipiert hat. Bei Apple Home war in den vergangenen Jahren wenig Bewegung zu erkennen. Gewagtere Projekte wie das „Apple Car“ hat Cook bereits selbst abgesägt.

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Die Vision Pro schaffte es zwar bis in den Handel, kam seitdem aber kaum vom Fleck. Und generative KI hat Apple verschlafen und muss erst beweisen, dass sie hier überhaupt etwas Sinnvolles liefern können.

Nun darf mit John Ternus ein Ingenieur das nächste Kapitel an der Apple-Spitze aufschlagen. Wo dessen Prioritäten liegen, wissen wir aktuell nicht.

Das MacBook Neo macht aber Hoffnung: Statt ältere Modellreihen über Jahre mitzuschleifen, wie unter Cook nur allzu gängig, hat Apple sich die Mühe gemacht, einen bezahlbaren Computer neu zu bauen. Das war hoffentlich erst der Anfang einer langen Reihe spannender Hardware-Innovationen.

Dieser Kommentar erschien zuerst als Editorial in Mac & i 3/2026 – jetzt frisch am Kiosk und im heise shop.


(bsc)



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Mistrals Chatbot heißt jetzt „Vibe“ und erhält neue Fähigkeiten


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Mistral hat auf dem hauseigenen AI Now Summit mehrere Neuerungen vorgestellt. Der Chatbot Le Chat heißt jetzt Vibe und verbindet agentische Fähigkeiten mit Funktionen für Softwareentwicklung. Zudem gab Mistral Industriepartnerschaften mit Airbus, der BMW Group und ASML bekannt und kündigte ein neues Rechenzentrum für KI-Inferenz in Les Ulis nahe Paris an. Der Standort soll 10 Megawatt Leistung bieten und im dritten Quartal 2026 eröffnet werden.

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Mit Vibe folgt Mistral den Trends zu agentischer KI sowie KI-gestützten Programmierwerkzeugen und vereint beide Bereiche in einem einzigen Assistenten. Im sogenannten Work Mode soll Vibe mehrstufige Aufgaben weitgehend selbstständig bearbeiten. Der Assistent kann dazu auf verbundene Anwendungen und Datenquellen wie Google Workspace, Outlook, SharePoint, Slack oder GitHub zugreifen. Mistral zufolge analysiert Vibe Dokumente, wertet Tabellen und Datenbanken aus, erstellt Diagramme und fasst Ergebnisse in Berichten zusammen. Vor dem Start einer Aufgabe holt Vibe die Zustimmung des Nutzers ein, die einzelnen Arbeitsschritte und verwendeten Werkzeuge sollen dabei nachvollziehbar sein. Aufgaben lassen sich täglich, wöchentlich oder monatlich wiederholen und wiederkehrende Abläufe als Vorlagen speichern.

Für Softwareentwickler bietet Vibe einen Code Mode. Nach der Verbindung mit GitHub-Projekten analysiert und verändert der Assistent Code, führt Programme in einer isolierten Umgebung aus und legt Änderungsvorschläge zur Überprüfung vor. Mehrere Entwicklungssitzungen können parallel laufen und auch dann fortgesetzt werden, wenn der Rechner des Nutzers zwischenzeitlich ausgeschaltet wird.

Ganz neu sind die angekündigten Funktionen nicht: Mistral hatte den Work Mode im April in Le Chat eingeführt, während Vibe bislang das bestehende Coding-Werkzeug des Unternehmens bezeichnete. Nun überträgt Mistral den Namen auf den gesamten Assistenten und bündelt Wissensarbeit und Softwareentwicklung in einer gemeinsamen Plattform.

Vibe startet in vier Tarifen von Free bis Enterprise. Pro kostet 17,99 Euro im Monat, Team 29,99 Euro pro Nutzer und Monat. Einige Nutzungslimits bleiben unklar, da Mistral sie teils nur als Vielfaches des kostenlosen Tarifs ausweist.

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Neben Vibe stellte Mistral neue Industriepartnerschaften mit Airbus, der BMW Group und ASML vor. Bei Airbus soll KI von der frühen Produktentwicklung bis zu möglichen Anwendungen in Bordsystemen eingesetzt werden. Mit BMW arbeitet Mistral an multimodalen Modellen für Daten aus der Fahrzeugentwicklung, etwa für Crashsimulationen. ASML prüft Anwendungen in der Halbleiterindustrie, darunter die Optimierung von Hochleistungskomponenten, Ersatzmodelle für Simulationen und Regelungssysteme.

Grundlage dafür liefert auch die Übernahme des österreichischen Start-ups Emmi AI, die Mistral wenige Tage vor dem Summit bekannt gab. Emmi wurde in Linz gegründet und entwickelt KI-Modelle, die physikalische Prozesse schneller simulieren oder annähern sollen. Mistral will sich damit stärker als KI-Partner für komplexe industrielle Entwicklungsprozesse positionieren.

Siehe auch:


(tobe)



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Klassischer Editor BBEdit: Version 16 nutzt KI sinnvoll


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Bare Bones Software hat ein großes Update für BBEdit vorgelegt. Version 16 verstärkt den Trend, KI-Funktionen in den Editor zu integrieren – allerdings nach wie vor datenschutzfreundlich nicht übermäßig nervig. Auch wurden viele Kleinigkeiten überarbeitet und verbessert, vom HTML5-Syntax-Checker über schnellere SFTP-Transfers bis zum integrierten Git-Support.

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BBEdit gehört zu den ältesten regelmäßig aktualisierten Mac-Werkzeugen überhaupt. Die erste Version erschien vor mittlerweile 34 Jahren. Aus einem „einfachen“ Editor wurde über die Jahre ein Werkzeug für Webdesigner, Planer und zunehmend auch Entwickler. Es bietet Anbindungen zu den wichtigsten externen Plattformen, außerdem baut Bare Bones Software regelmäßig Support für aktuelle Apple-Funktionen ein.

BBEdit 16 kommt erstmals mit der Möglichkeit, direkt aus dem Editor heraus Textinhalte in Bildern zu finden. Das geht auch über zahlreiche Dateien hinweg und unterstützt alle grep-Funktionen. Es gibt neue Kurzbefehle, für die BBEdit nun Apples App Intents nutzt. Damit stehen die bekannten Textumformungen aus BBEdit für eigene Shortcuts bereit. Beim sogenannten AI Chat Worksheet kann man sich nun Serverergebnisse direkt streamen lassen. Projekte und Notizbücher bieten neue Farbeinstellungen.

Wer möchte, kann nun auch vi-Tastaturkürzel nutzen (über einen Emulator und für Navigation und Editing). Code-Verbesserungen sollen BBEdit 16 insgesamt beschleunigen. Web-Projekte lassen sich in Produktions- und Testumgebungen unterteilen. Eine Übersicht aller Neuerungen ist in den wie üblich umfangreichen Release Notes platziert worden.

BBEdit kostet als frische Lizenz 60 US-Dollar plus Umsatzsteuer. Wer die Vorversion 15 ab dem 1. November 2025 erworben hat, bekommt das Upgrade kostenlos. Ansonsten zahlen BBEdit-15-Kunden 30 Dollar und verwendet von BBEdit 14.6.9 oder früher 40 Dollar (ebenfalls jeweils plus Umsatzsteuer). Wie üblich lassen sich alle Funktionen von BBEdit 30 Tage lang testen. Außerdem gibt es einen an Funktionen eingeschränkten „Free“-Modus, der immer gratis bleibt und sich für Basisarbeiten gut eignet.

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Siehe auch:

  • BBEdit: Download schnell und sicher von heise.de


(bsc)



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