Künstliche Intelligenz
Für 56 Milliarden US-Dollar: GameStop will eBay übernehmen
Der US-Videospielhändler GameStop will eBay kaufen und hat dem deutlich größeren Online-Marktplatz dafür ein Angebot unterbreitet, das insgesamt 56 Milliarden US-Dollar wert ist. Sollte die Unternehmensführung das Angebot nicht annehmen, werde man sich direkt an die Aktionäre wenden, kündigte der GameStop-CEO Ryan Cohen am Sonntag an. Vorher waren die Übernahmepläne publik geworden. Laut GameStop stehen für die Übernahme Barreserven in Höhe von 9,4 Milliarden US-Dollar und eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US-Dollar von der Bank TD Securities zur Verfügung. Woher der Rest in Höhe von immerhin 26,1 Milliarden US-Dollar kommen soll, ist unklar. Cohen will aus eBay angeblich einen ernst zu nehmenden Konkurrenten Amazons machen.
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eBay bleibt stumm
Das Wall Street Journal hatte den ungewöhnlichen Übernahmeplan am Wochenende vorab publik gemacht. Die US-Zeitung weist jetzt darauf hin, dass eBay vorher rund 46 Milliarden US-Dollar wert war, GameStop lediglich 12 Milliarden. Nach dem Bericht war der Aktienkurs von eBay um etwa 12 Prozent gestiegen. Im Rahmen des Übernahmeangebots hat GameStop zudem mitgeteilt, bereits fünf Prozent der Aktien an eBay zu halten. Der Videospielhändler verspricht darin auch noch, die jährlichen Kosten bei eBay innerhalb von 12 Monaten nach einer Übernahme um insgesamt zwei Milliarden US-Dollar zu senken. Das Geld soll hauptsächlich beim Marketing für den Marktplatz „mit nahezu universeller Markenbekanntheit“ eingespart werden.
Cohen hat 2023 den Chefposten bei GameStop übernommen, vorher hatte er das Management des Videospielhändlers als zu langsam kritisiert und seine Beteiligung kontinuierlich ausgebaut. GameStop war Anfang 2021 in die Schlagzeilen gerückt, als der Aktienkurs, angetrieben von im Internet organisierten Privatanlegern, eine atemberaubende Rallye hingelegt hat. Das bescherte Hedgefonds, die auf einen Kursverfall gewettet hatten, enorme Verluste. Unter Cohens Führung hat GameStop unter anderem alle Filialen in Deutschland geschlossen und sich primär auf das Geschäft mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen konzentriert. Im Falle einer eBay-Übernahme soll Cohen „ausschließlich auf Basis der Leistung des fusionierten Unternehmens“ vergütet werden.
Von eBay gab es zunächst keine Reaktion auf den ungewöhnlichen Übernahmeplan. Das Unternehmen versucht schon seit einer Weile, sich stärker auf lukrative Kategorien wie beispielsweise Sammelartikel, Autoteile und gebrauchte Modeartikel zu konzentrieren. Bei dem Marktplatz setzt man zudem verstärkt auf KI-Technik, um das Einkaufen auf der Plattform zu erleichtern. Erst vor wenigen Tagen hat das Unternehmen einen Zuwachs bei Umsatz und Gewinn im jüngsten Quartal publik gemacht, die auf alle großen Warenkategorien zurückzuführen seien. CEO Jamie Iannone hat von einem starken Start ins Jahr gesprochen.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Schummeln mit KI: Was gegen ein Pauschalverbot spricht
Die Klagen in den Lehrerzimmern wegen KI-gestützter Schummeleien mit Smartphones, Smartwatches oder Scan-Stiften werden lauter. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hält technische Sperren – vor allem bei Abschlussprüfungen – jedoch für zu kurz gegriffen.
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Die Frage sei nicht, wie Künstliche Intelligenz (KI) aus dem Unterricht verbannt werden könne, sagte Landeschef Gerhard Brand. Vielmehr müsse geklärt werden, wie Schule unter anderem in Prüfungen mit einer derart prägenden Technologie umgehen könnte.
Forderung nach technischen Maßnahmen
Zuvor hatte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in einem offenen Brief einfache technische Regelungen gefordert. Verwendet würden inzwischen etwa Smart Glasses, KI-Pins oder Scan-Stifte, mit denen sich während Prüfungen unbemerkt recherchieren lasse.
KI-gestütztes Spicken unterminiere die Chancengerechtigkeit, schrieb BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann an das Kultusministerium in München. Sie fordert technische Maßnahmen, etwa zur Blockade des Datenverkehrs.
Bildungsverband setzt auf neue Prüfungsformate
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Aus Sicht des VBE greift die Diskussion über Störsender, Sperren und Kontrollinstrumente zu kurz. Es müsse zunächst geklärt werden, welche Rolle KI künftig in Bildung, Gesellschaft und Arbeitswelt spielen solle. Statt sie pauschal auszuschließen, plädiert der Verband dafür, Prüfungsformate weiterzuentwickeln.
„Mündliche Prüfungen, projektorientierte Aufgabenstellungen und andere Formate können dazu beitragen, individuelle Leistungen auch in einer von KI geprägten Welt verlässlich zu erfassen“, sagte Brand der Deutschen Presse-Agentur. Die Risiken der rasanten technologischen Entwicklung dürften aber auch nicht ausgeblendet werden.
Schulen sollen auf KI-Alltag vorbereiten
Der Einsatz von KI sei Teil einer Entwicklung, auf die Schülerinnen und Schüler in den Schulen vorbereitet werden. Entscheidend sei daher nicht nur, wie KI in Prüfungen verhindert werden könne, sagte Brand. Vielmehr müsse Schule auf eine Zukunft vorbereiten, in der KI selbstverständlich zum Alltag gehört.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
Deutschland-Stack: Bund und Länder feiern Durchbruch bei der Verbindlichkeit
Bund und Länder feiern sich für einen Durchbruch bei den Verhandlungen über den Deutschland-Stack: Die 16 Bundesländer haben eine „verbindliche Anbindung und Flächendeckung“ von Basiskomponenten des Stacks zugesagt. Im Gegenzug übernimmt der Bund überwiegend die Kosten für Entwicklung und Betrieb der Komponenten. Damit habe man eine „entscheidende Weichenstellung vorgenommen“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung des IT-Planungsrates von Bund und Ländern.
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Bislang geht es allerdings nur um eine überschaubare Zahl von Basiskomponenten. Die Zusage der Länder zur Anbindung, Flächendeckung und Nutzung gelte für die bereits definierten Komponenten, erklärte Markus Richter, Staatssekretär im Bundesdigitalministerium, bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des IT-Planungsrates sowie auf LinkedIn. Dabei handelt es sich um die digitale Identität (eID und EUDI-Wallet), um das National Once Only Technical System (NOOTS) für den Nachweisdatenabruf sowie um die Datentransportinfrastruktur FIT-Connect.
Zur Akzeptanz von eID und (ab 2027) EUDI-Wallet sind Behörden im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes allerdings sowieso verpflichtet. Und die Verbindlichkeit des NOOTS ist bereits im NOOTS-Staatsvertrag geregelt. Neu sind daher im Wesentlichen die Regelungen zur Finanzierung und Verbindlichkeit von FIT-Connect. Schnittstellen für diese Transportinfrastruktur müssen in vielen Fällen allerdings von privaten Softwareanbietern gebaut werden, die dazu nicht verpflichtet sind. Das Bekenntnis von Bund und Ländern zu FIT-Connect könnte dabei helfen, dieses Produkt weiter zu etablieren und ältere Infrastrukturen wie OSCI zurückzudrängen.
Bezahldienst und Postfachsystem noch nicht fertig
Der Deutschland-Stack umfasst aktuell zwei weitere Basiskomponenten: Einen Bezahldienst auf Basis von ePayBL sowie ein umfassendes System für die Kommunikation zwischen Staat, Bürgern und Unternehmen auf Matrix-Basis, das aktuell noch unter dem Projektnamen ZaPuK läuft. Diese beiden Komponenten sind laut Richter allerdings noch „in Ausgestaltung“. Was genau die Länder hier zugesagt haben, ist noch unklar, da der Beschluss des IT-Planungsrates erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll.
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Vor allem mit einem flächendeckenden Rollout von ePayBL und ZaPuK könnte der Deutschland-Stack eine spürbare Wirkung entfalten. Bei den Bezahldiensten gibt es aktuell noch einen föderalen Flickenteppich. Und aufgrund des Scheiterns von De-Mail existiert aktuell kein umfassendes System für die rechtssichere Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und dem Staat. Bund und Länder wollen nach und nach weitere Komponenten in den Deutschland-Stack aufnehmen. Dafür soll laut Richter ein „Portfolio-Board“ eingerichtet werden, in dem der Bund und fünf Länder die Weiterentwicklung und die föderale Nutzung begleiten.
Aus Sicht der Beteiligten ist ihnen trotzdem schon jetzt ein Durchbruch gelungen. „Der gordische Knoten ist durchschlagen“, sagte Richter bei der Pressekonferenz. Staatssekretär und IT-Planungsrat-Mitglied Fedor Rose aus Rheinland-Pfalz kommentierte, er sei von der Verbindlichkeit des Beschlusses begeistert. „Die Länder werden die Basiskomponenten verbindlich nutzen und in die Fläche bringen!“ Im Dezember hatte Bayern als einziges Land noch gegen einen Beschluss zur verbindlichen Nutzung des Stacks gestimmt. Damals waren die Komponenten noch nicht verbindlich definiert.
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Experte fordert Qualitätskriterien
Auch aus Sicht von Florian Theißing, Experte für Digitales Regierungshandeln beim Think-Tank Agora Digitale Transformation, ist der Beschluss „ein Riesenschritt hin zu einer einheitlichen Plattform für die digitale Verwaltung, die wir dringend brauchen“. Die Nutzungsverpflichtung müsse allerdings auch mit verbindlichen Qualitätskriterien für die Komponenten einhergehen. „Es wäre fatal, wenn die Behörden durch den Beschluss gezwungen würden, untaugliche Lösungen einzusetzen“, betonte Theißing im Gespräch mit c’t. „Die BundID ist hier ein warnendes Beispiel.“ Erst vor Kurzem hatten Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Digitalministerkonferenz die Usability der BundID und der damit verbundenen eID kritisiert.
Zum Deutschland-Stack gehört neben den Basiskomponenten auch noch ein Katalog aus technischen Standards, auf den sich Bund und Länder im Frühjahr geeinigt haben. Dieser soll ebenfalls noch weiter ausgestaltet werden.
(cwo)
Künstliche Intelligenz
Qwen-Robot Suite: Alibabas neue KI lässt Roboter simulieren, bevor sie handeln
Im Februar 2026 hatte Alibaba mit Rynnbrain ein KI-Modell für Roboter vorgestellt, das diesen ein besseres Verständnis für ihre Umgebung sowie ein Erinnerungsvermögen geben soll. Jetzt folgen mit der Qwen-Robot Suite gleich drei KI-Modelle für den Bereich „Embodied AI“, also KI-Systeme, die mit einem physischen Körper in der realen Welt handeln können.
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Alibaba arbeitet an KI für Roboter
Wie Alibaba mitteilt, besteht die Qwen-Robot Suite aus den Foundation-Modellen Qwen-Robot-Nav, Qwen-Robot-Manip und Qwen-Robot-World. Ziel ist es laut dem chinesischen Tech-Konzern, die Lücke zwischen reinen sprachlichen Anweisungen und der Erzeugung physikalischer Aktionen zu überbrücken. Letztlich also die Welt der großen Sprachmodelle mit der Robotik-KI zu verbinden.
Qwen-Robot-Nav soll den Robotern helfen, physische Räume zu verstehen und sich in ihnen zu bewegen. Qwen-Robot-World, eine Art Video-Weltmodell, soll es dann ermöglichen, dass Roboter vorhersagen oder vorab simulieren können, wie eine Handlung auf physischer Ebene abläuft, bevor sie diese dann in Angriff nehmen.
Für Qwen-Robot-Manip haben die Alibaba-Entwickler über 38.000 Stunden an Trainingsdaten aus Roboterdatensätzen und menschlichen Videos verwendet. Dieses KI-Modell soll dafür sorgen, dass unterschiedliche Arten von Robotern Greif- oder Manipulationsaufgaben, etwa Sortieren, Transportieren oder Zusammenbauen, mit Armen oder Händen durchführen können.
Zur Konkurrenz gehören Nvidia und Neura Robotics
Noch steckt die KI-Robotik laut Alibaba in den Kinderschuhen. Aber das Ziel ist es, dass ein physischer KI-Agent überall hingehen, alles machen und vorhersehen kann, was als Nächstes kommt. Die Qwen-Robot Suite, so der Konzern, sei der erste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.
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Neben Alibaba arbeiten freilich weitere Konzerne daran, ähnliche Modelle und Roboter zu entwickeln, wie die South China Morning Post schreibt. Aktuell werden demnach Milliarden in den Sektor gepumpt. Zu den US-Konzernen mit großen KI-Robotik-Ambitionen gehören etwa Nvidia mit seinen KI-Plattformen Cosmos, Isaac und Groot und Google Deepmind mit dem Gemini-Robotcos-Projekt. Darüber hinaus gibt es etwa mit Physical Intelligence, Skild AI und Figure AI eine Reihe von Start-ups. In Deutschland gilt Neura Robotics als Vorreiter. Das Unternehmen ist unter anderem an einem Roboter-Trainingszentrum am Münchener Flughafen beteiligt.
Qwen-Robot Suite: Pilotprogramm läuft
Wann Alibaba die von seiner Forschungseinheit Tongyi Lab entwickelte Qwen-Robot Suite Entwicklern verfügbar macht, hat das Unternehmen nicht bekannt gegeben. Aktuell werden Pilottests mit ausgewählten Firmenkunden von Alibaba Cloud durchgeführt.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
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