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Grundsatzurteil: Bei Flugausfällen müssen Airlines auch Provisionen erstatten


Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Rechte von Fluggästen gegenüber Airlines bei Annullierungen deutlich gestärkt. Die Luxemburger Richter entschieden am Donnerstag, dass der Anspruch auf Erstattung des Flugticketpreises grundsätzlich auch Provisionen umfasst, die von Vermittlern wie Online-Reisebüros beim Kauf erhoben wurden. Damit erteilt das Gericht der Praxis vieler Fluggesellschaften eine Absage, bei Rückzahlungen lediglich den Nettopreis des Tickets zu erstatten. Kunden mussten sich in solchen Fällen bislang oft selbst an die Vermittler wenden, um auch Buchungsgebühren zurückzuverlangen.

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Auslöser des Verfahrens war ein Rechtsstreit in Österreich. Mehrere Reisende hatten über das Portal Opodo Flüge der Fluggesellschaft KLM von Wien nach Lima gebucht. Nachdem die Verbindung annulliert wurde, erstattete KLM zwar den Ticketpreis, behielt jedoch rund 95 Euro ein. Diesen Betrag hatte das Reisebüro den Kunden als Vermittlungsprovision in Rechnung gestellt. Die betroffenen Passagiere traten ihre Ansprüche an einen Verbraucherschutzverband ab, der die vollständige Summe vor den nationalen Gerichten einklagte.

KLM argumentierte im Verfahren, dass man nicht zur Erstattung der Provision verpflichtet sei. Die Airline gab an, dass ihr weder die Existenz noch die exakte Höhe dieser Zusatzgebühr bekannt gewesen sei. Der österreichische Oberste Gerichtshof legte den Fall schließlich dem EuGH vor, um die Auslegung der Fluggastrechteverordnung von 2004 zu klären.

In seinem Urteil in der Rechtssache C−45/24 räumt der Gerichtshof nun zwar ein, dass Provisionen in früheren Urteilen nur dann als erstattungsfähig galten, wenn sie mit Wissen der Fluggesellschaft festgelegt wurden. Doch diese Vorgabe interpretieren die Richter eng: Akzeptiere eine Fluggesellschaft, dass ein autorisierter Vermittler in ihrem Namen Tickets ausstellt, kenne sie zwangsläufig auch dessen Geschäftspraxis, Gebühren zu erheben. Da das Ansetzen einer solchen Provision einen unvermeidbaren Bestandteil des Gesamtpreises darstelle, gelte sie rechtlich als von der Airline genehmigt.

Besonders relevant für die Praxis ist die Klarstellung, dass die Airline die genaue Höhe der Provision nicht kennen muss. Der EuGH betont, dass der vom EU-Recht angestrebte hohe Schutz für Fluggäste sonst massiv geschwächt würde. Müssten Reisende ihren Erstattungen bei verschiedenen Stellen hinterherlaufen, würde zudem die Attraktivität von Buchungsportalen sinken. Das Urteil bindet nicht nur die österreichische Justiz, sondern dient als Präzedenzfall für ähnliche Konstellationen in der gesamten EU.

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(vbr)



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Stromversorgung: Deutschland greift Habecks Gaskraft-Plan wieder auf


Deutschland hält in weiten Teilen an früheren Plänen für seine Stromversorgung fest – das zeigt die Einigung zwischen EU-Kommission und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Nach monatelangen Verhandlungen steht jetzt fest, dass die Bundesregierung nur wenig von dem abweichen wird, was die Vorgängerregierung geplant hat.

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Es ist ein großes Ziel: Deutschland soll dekarbonisiert werden. Trotz Ausbau von Sonnen- und Windkraft reichen Erneuerbare Energien zumindest in Zeiten längerer Dunkelflauten auf absehbare Zeit nicht. Vor allem dann, wenn sowohl Autofahrer als auch Industrie auf Strom umstellen. Davon geht – vereinfacht – das Bundeswirtschaftsministerium aus, das für die Energiepolitik zuständig ist. Bis 2035 braucht Deutschland, auch wegen des Kohleausstieges, mehr Stromerzeugungskapazität. Über die Art der gut regelbaren und nur bei Bedarf zugeschalteten Stromquellen wurde in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert.

Weil es dabei um staatliche Garantien geht, muss die EU-Kommission dem deutschen Plan zustimmen. Und die erteilte den ursprünglichen Plänen der Bundeswirtschaftsministerin, Gaskraftwerke mit einer Leistung von 20 Gigawatt zu errichten, eine deutliche Absage. Nach monatelangen Verhandlungen gibt es nun eine Einigung zur sogenannten Kraftwerksstrategie. Reiche gibt es kleiner: „Mit den kurzfristigen Ausschreibungen über zwölf Gigawatt neuer, zusätzlicher steuerbarer Leistung schaffen wir auch für die Zukunft die Grundlage für gesicherte Stromversorgung in Deutschland“, sagt die Ministerin.

Noch 2026 sollen Kraftwerkskapazitäten in dieser Größenordnung ausgeschrieben werden. Die Verträge des Bundes mit potenziellen Betreibern werden 15 Jahre laufen.

Zehn Gigawatt davon müssen bis 2031 nicht nur zur Verfügung stehen, sondern auch in der Lage sein, über längere Zeiträume durchgehend Strom zu liefern. Kleinere Speicher scheiden somit von vornherein aus. Allerdings soll, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium, die Aggregation von Kapazitäten zulässig sein: Mehrere kleinere Anlagen könnten gemeinsam mitbieten. Vieles spricht dafür, dass die zehn Gigawatt Leistung vor allem aus neuen Gaskraftwerke kommen werden.

Die neuen Gaskraftwerke sollen alle „H2-ready“, also in der Lage sein, auch mit Wasserstoff betrieben zu werden. Spätestens ab 2040 soll stückweise der Umstieg beginnen, 2045 will auch Reiche kein Erdgas mehr verfeuern lassen. Das ist deutlich später als in der früheren und von Reiche verworfenen Kraftwerkstrategie des Ampel-Wirtschaftsministers Robert Habeck geplant war: Der hat 2024 ebenfalls zwölf Gigawatt zusätzliche Kapazität geplant, die acht Jahre nach Errichtung schrittweise auf Wasserstoff hätten umgerüstet werden sollen – also ab etwa 2035. Habecks Pläne wurden mit dem vorzeitigen Regierungsende jedoch ad acta gelegt.

Bislang mangelt es an Erzeugungskapazitäten für Wasserstoff, der für die Umrüstung genutzt werden könnte. Auch der Aufbau des sogenannten Wasserstoffkernnetzes, das den Energieträger sicher durch Deutschland transportieren und die bisherige Erdgasinfrastruktur zumindest teilweise ablösen soll, steckt noch in den Kinderschuhen. Mit der jetzt getroffenen Einigung verpflichtet sich aber auch die neue Bundesregierung zu Wasserstoff.

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Zwei weitere Gigawatt wird Deutschland technikoffen ausschreiben. Speicherverbünde könnten dafür ebenso infrage kommen wie virtuelle Kraftwerke mit Mindesterzeugungskapazitäten. Details dazu will das Wirtschaftsministerium noch veröffentlichen, nicht förderfähig sollen allerdings Kapazitätsgarantien durch Lastabwurf („Demand Side Response“) sein.

Die Ministerin sieht in ihrer Kraftwerksstrategie einen „Startpunkt für umfassende, technologieoffene Kapazitätsmärkte“. Am Ausstieg aus der Kohleverstromung 2038 und dem Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung 2045 hält die Einigung mit der EU-Kommission fest. Deutschland muss die Pläne noch formell bei der EU-Kommission einreichen.


(ds)



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Bandcamp-Betreiber verbieten KI-generierte Musik auf ihrer Plattform


Umarmen oder verbannen? Die Kreativindustrie ringt gerade um ihren Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Musik-Plattform Bandcamp hat für sich einen Weg gefunden: Die Verantwortlichen schließen KI-generierte Musik aus.

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Musik, die „vollständig oder zu einem wesentlichen Teil mit KI erzeugt“ worden sei, sei auf Bandcamp nicht erlaubt, schreibt das Team in einem Beitrag auf der Plattform Bandcamp. „Wir wollen, dass Musiker weiter Musik machen und Fans darauf vertrauen können, dass die Musik, die sie auf Bandcamp finden, von Menschen geschaffen wurde.“

Daneben untersagen die Betreiber, KI-Werkzeuge dazu einzusetzen, Musiker oder Musikstile zu imitieren. Nutzer werden aufgefordert, KI-generierte Musik oder Sounds zu melden. Musik, bei der der Verdacht bestehe, sie sei mit KI erstellt worden, könne von der Plattform entfernt werden.

Kreative aus den unterschiedlichsten Bereichen suchen derzeit einen Umgang mit KI. Diese kann die Arbeit erleichtern. Gegner befürchten jedoch eine Verflachung der Inhalte, also etwa dass KI-Generatoren gefällige, aber keine innovative Musik komponieren – auch deshalb, weil die Algorithmen anhand bereits vorhandener Werke trainiert werden.

Das wiederum wirft die Frage nach Urheberrechten auf. In den USA etwa haben Autoren eine Sammelklage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. In Deutschland hat das KI-Unternehmen OpenAI in erster Instanz gegen die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema verloren. Schließlich kann der Einsatz von KI die Künstler schlicht überflüssig machen und ihnen so die Lebensgrundlage nehmen. Bereits 2023 streikten deshalb über 11.000 Drehbuchautoren in den USA.

Es gibt aber auch Unternehmen aus der Entertainment-Branche, die von sich aus den Einsatz von KI ausschließen. So hat etwa Kevin Rountree, Chef von Games Workshop, dem Hersteller des Tabletop Games Warhammer, seinen Angestellten den Einsatz von KI explizit untersagt. Rountree setzt auf menschliche Kreativität und hat mehr Kreative eingestellt. Das belgische Videospielstudio Larian hat auf die Kritik seiner Fangemeinde reagiert und beschlossen, bei der Konzeptentwicklung für das Spiel „Divinity“ keine KI-generierten Inhalte zu nutzen.

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(wpl)



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Grafikkartenpreise schießen hoch, GeForce RTX 5070 Ti verschwindet


Alle Desktop-Grafikkarten mit mehr als 8 GByte Speicher sind in den vergangenen Wochen teurer geworden. Am stärksten trifft es Nvidias Topmodell GeForce RTX 5090, das nur noch vereinzelt für unter 3500 Euro erhältlich ist. Seit dem Sommer 2025 sind die Preise um mehr als 50 Prozent gestiegen.

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Das zweitschnellste Modell GeForce RTX 5080 kostet inzwischen mindestens 1180 Euro statt knapp über 1000. Bei der nahen verwandten RTX 5070 Ti sind die Preiserhöhungen noch nicht ganz so stark, allerdings dürfte das nur noch eine Frage der Zeit sein: Kartenhersteller sagten dem renommierten Youtube-Kanal Hardware Unboxed, dass Nvidia die RTX 5070 Ti einstellen will. In den kommenden Wochen würden demnach nur noch Lagerbestände abverkauft.

Aus Nvidias Sicht erscheint die Entscheidung nachvollziehbar: Die GeForce RTX 5070 Ti nutzt die gleiche GPU wie die RTX 5080, allerdings in einer beschnittenen Form. Die Ausbeute beim Chipauftragsfertiger TSMC sollte inzwischen aber so hoch sein, dass die Teildeaktivierung nur noch selten nötig ist und Nvidia lieber die teurere RTX-5080-Version verkauft.

Generell wollen AMD und Nvidia offenbar den Fokus auf Einstiegs- und Mittelklasse-Grafikkarten mit 8 GByte Speicher legen. Diese Behauptung von Hardware Unboxed haben wir uns von deutschen Händlern bestätigen lassen.

Passend dazu trotzt gerade die GeForce RTX 5060 dem Preistrend – die Preise sind zuletzt sogar gefallen (ab 279 €). Die RTX 5060 Ti mit 8 GByte zeigt sich stabil. Die 16-GByte-Versionen stiegen zuletzt und sollen wie die RTX 5070 Ti absehbar vom Markt verschwinden.

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Die GeForce RTX 5070 mit 12 GByte Speicher steht zwischen den Stühlen. Sie soll erhältlich bleiben, dürfte aber stärker im Preis steigen als die 8-GByte-Grafikkarten.

Der Fokus auf 8-GByte-Modelle lässt insbesondere bei AMD die Augenbrauen aufzucken. Schon im Jahr 2023 bewarb die Firma den Vorteil der eigenen 16-GByte-Grafikkarten gegenüber Nvidias Konkurrenz mit 8 und 10 GByte.

In einem Blog-Beitrag zum Bau eines High-End-PCs schrieb AMD: „Für diesen Enthusiasten-PC empfehlen wir Grafikkarten mit mindestens 16 GByte Videospeicher für ultimatives Gaming in 1440p und 4K. Für Grafikkarten der Mittelklasse, die auf 1440p ausgerichtet sind, bietet AMD Radeon-GPUs mit 12 GByte, die sich hervorragend für QHD-Displays eignen.“

Der Blog-Beitrag ist gelöscht, lässt sich aber noch archiviert finden.

Bei AMD steigen die Preise derweil durch die Bank. Eine Radeon RX 9070 XT kostet mindestens 650 statt knapp 600 Euro. Die RX 9070 steigt noch stärker von rund 520 auf 600 Euro. Eine RX 9060 XT ist nicht mehr unter 300 Euro zu bekommen.


(mma)



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