Connect with us

Digital Business & Startups

„Hände auf die Tastatur!“: Digitalminister Wildberger macht allen Dampf


In Berlin findet heute der erste Europäische Gipfel zur digitalen Souveränität statt. Gastgeber Karsten Wildberger rief zum Auftakt zu Tempo und Action auf. Was will er konkret?

„Hände auf die Tastatur!“: Digitalminister Wildberger macht allen Dampf

Karsten Wildberger (CDU), Bundesminister für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, spricht bei der Eröffnung des Gipfels zur Europäischen Digitalen Souveränität im Euref-Campus.
picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Gipfel, Symposien und Konferenzen stehen gemeinhin unter dem Verdacht, dass fürchterlich viel geredet, aber wenig wirklich gemacht wird. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, der heute zum ersten Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität in Berlin geladen hatte, schien das sehr bewusst zu sein, denn in seiner Eröffnungsrede betonte er: Hier und jetzt gehe es nicht ums Debattieren, sondern um „taking action“– und zwar konkret und schnell.

„Die Zeit läuft uns davon“, warnte der Minister. Denn in Sachen Datensouveränität und insbesondere KI gelte: „Speed und Scale entscheiden, wer führt und wer folgt.“ Und natürlich wolle er, dass Europa führt. „Der Zug ist nicht abgefahren“, ermutigte er weiter. „Aber wir müssen aufholen.“

Auswege aus der Abhängigkeit von Big Tech gesucht

Die Probleme sind bekannt: Der Druck und die Abhängigkeit Europas von Big Tech in den USA und digitalen Wettbewerbern in China wächst. Und das ist kein rein wirtschaftliches Problem, sondern ein geopolitisches. Deshalb, so die vielfach laute gemachte Forderung, müsse Europa technologisch unabhängiger und resilienter werden, insbesondere in Bereichen wie Dateninfrastruktur, Cloud-Technologien, künstliche Intelligenz und Open-Source-Lösungen für öffentliche Verwaltungen. 

Deshalb hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) in einer gemeinsame Initiative der Regierungen von Deutschland und Frankreich zum ersten Europäischen Gipfel zur digitalen Souveränität eingeladen. Rund 900 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft kamen dafür auf dem EUREF‑Campus in Berlin zusammen, darunter auch Minister und Delegationen von 23 europäischen Digitalministerien. 

Künstliche Intelligenz als Comeback Europas

Ja, digitale Souveränität klänge abstrakt, bekannte der Gastgeber in seiner Eröffnungsrede. Aber tatsächlich gehe es um nicht weniger als darum, die Freiheit und Demokratie in Europa zu beschützen.  

Wildberger widmete sich besonders dem Thema Künstliche Intelligenz. Das sei ein neues Paradigma. Nicht einfach nur ein Next Step. „AI can become our comeback“, so der Minister – das Comeback Europas. 

Aber natürlich nur, wenn man eben ins Machen käme. Europa müsse Technologie selbst entwickeln statt nur einzukaufen, so Wildberger, ein Wandel vom „Buyer“ zum „Builder“. „Europa war zu lange ein Zuschauer und Konsument – jetzt müssen wir zu Creatorn werden.“

Drei Punkte-Plan des Ministers

Wildberger formuliert drei konkrete Forderungen, wo die Arbeit der Teilnehmer des Gipfels anfangen soll:

1.    Intelligentere Regulierung für Innovation schaffen. Dabei adressierte er einen altbekannten Vorwurf: Regulation ersticke Innovation. Natürlich sei es wichtig, die Menschen vor Risiken zu schützen. Datenschutz, Schutz der Persönlichkeitsrechte und auch Regulierung von KI sei unumstößlich – dürfe aber eben nicht ausbremsen, führte der Minister in einer Pressekonferenz aus. 

2.    Europäische Zusammenarbeit vertiefen. Jede Nation für sich sei zu klein, zusammen habe man aber Zugriff auf einen europäischen Binnenmarkt mit 450 Millionen Menschen.

3.    Volle Beteiligung aller Länder und Unternehmen. Alle sollen an den nötigen Innovationen mitwirken. „Auch der Mittelstand muss von KI profitieren“, so Minister Karsten Wildberger. 

Auch der nach ihm sprechende Roland Lescur, Frankreichs Minister für Wirtschaft, Finanzen und Industrie, Energie und digitale Souveränität wurde in seiner Rede sehr konkret. Er nannte gleich fünf Prioritäten auf der Liste der anzugehenden Themen. Erstens: Finanzierung. Zu viel Geld fließe aus Europa in die USA. Es brauche attraktive Angebot wie etwa eine Kapitalmarktunion, „Euros in Europa“ zu halten. Cybersecurity sei ein weiteres wichtiges Feld, ebenso wie Schärfung des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) und des Gesetzes über digitale Märkte (DMA).  

Lest auch

3 Ideen, wie Europa unabhängiger von US-Techgiganten werden kann – laut Startup-Verbänden

Darüber hinaus solle eine Bevorzugung europäische Firmen in öffentlichen Beschaffungsprozessen passieren. Immerhin gehe es hier um 200 bis 250 Milliarden Euro. SpaceX sei mit öffentlichem Geld und durch Aufträge der US-Regierung gewachsen, erinnert er. Und genau so solle es hier auch laufen.

Diesen Punkt griff auch der in einem späteren Panel sprechende Marc Wietfeld, Gründer von Arx-Robotics auf: „Wir brauchen keine amerikanischen Investoren, wir brauchen europäische Kunden.“ Und auch der Startup Verband hatte im Zusammenschluss mit anderen europäischen Verbänden im Vorfeld des Gipfels genau diese Punkte gefordert.

Als fünfte Priorität nannte Lescur Tempo. Keine X-Jahrespläne. Man solle Dinge einfach mal in Tagen oder Wochen angehen. „Wir haben viel zu tun, aber ich bin sicher, dass wir es schaffen können“, schloss er seine Rede.

Ähnlich endete auch Minister Karsten Wildberger:  „Die Zukunft wird gecoded. Wir müssen dafür sorgen, dass Europa vor dem Bildschirm sitzt – Hände auf die Tastatur!“



Source link

Digital Business & Startups

+++ Finanzguru +++ recalm +++ Solaris +++ Venture Capital +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Finanz-App Finanzguru wächst auf rund 40 Millionen Umsatz +++ Hamburger Audio-Startup recalm ist insolvent +++ Berliner FinTech Solaris verbrennt weitere 103 Millionen +++ Sehr magere Investment-Bilanz für den Dezember +++

+++ Finanzguru +++ recalm +++ Solaris +++ Venture Capital +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 8. Januar).

#STARTUPLAND: SAVE THE DATE


The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere zweite STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: STARTUPLAND 2026 findet bereits am 18. März statt. Sichere Dir jetzt schon Dein Ticket zum Sparpreis

#STARTUPTICKER

Finanzguru
+++ Ein stilles Millionen-FinTech! Die schweigsame Finanz-App Finanzguru, die 2018 durch einen Auftritt bei der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ bundesweit bekannt wurde, erwirtschafte 2025 wohl einen Umsatz in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Etwa 60 % mehr als im Vorjahr. „Finanzguru ist im Stillen zu einer festen Größe unter den deutschen Finanz-Apps herangewachsen – mit mehr als drei Millionen Nutzern und ordentlichem Umsatzwachstum“, ordnet Manager Magazin den Stand der Dinge bei der Finanz-App ein, die sich vor allem über Provisionen für die Vertragsvermittlung an Versorger und Versicherer refinanziert. In den vergangenen Jahren flossen rund 27 Millionen Euro in Finanzguru, das 2015 von Alexander und Benjamin Michel sowie Sandro Sonntag und Florian Hirsch gegründet wurde. Zu den Investoren des FinTechs gehören insbesondere Deutsche Bank (16 %), coparion (16 %) und PayPal Ventures (8 %). (Manager Magazin) Mehr über Finanzguru

recalm
+++ Pleite! Das Hamburger Startup recalm ist insolvent. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wird Rechtsanwältin Astrid Pohlmann-Weide bestellt. Das Startup, 2017 gegründet, entwickelt „Audiolösungen für weniger Lärm“. Die Audiosysteme des Unternehmens basieren dabei auf „der langjährigen Analyse zahlreicher Fahrerkabinen von Bau-, Land- und Forstmaschinen, LKW, Flugzeuginnenräumen und mehr“. In den vergangenen Jahren flossen rund 5 Millionen in die Jungfirma – unter anderem von bmp Ventures, SymbiaVC, Silvercrown Capital und Greening Investment. Mehr über recalm

Solaris
+++ Lesenswert! „Das Berliner Fintech Solaris hat 2024 erneut einen Fehlbetrag in dreistelliger Millionenhöhe eingefahren. Der Jahresverlust belief sich auf insgesamt 103 Millionen Euro, nach 178 Millionen Euro im Jahr davor“, berichtet das Handelsblatt. Das Berliner Unternehmen verkündete zuletzt den Abgang von Firmenchef Carsten Höltkemeyer. Der japanische Solaris-Mehrheitseigner SBI Group (80 %) suchte bereits seit einigen Monaten einen neuen Chef für die gebeutelte Banking-Firma. Mal sehen, wann das FinTech endlich zur Ruhe kommt. (Handelsblatt) Mehr über Solaris

Venture Capital
+++ Investment-Bilanz für den Dezember: Im vergangenen Monat zählten wir gerade einmal sechs zweistellige bzw. dreistellige Millioneninvestments bei denen rund 500 Millionen Euro bewegt wurden. Darunter Black Forest Labs, Mondu und Limehome. Mehr im Deal-Monitor

TERN
+++ „Wir könnten viel weiter sein, wenn die Prozesse und Regularien nicht so sperrig wären. Trotz neuer Regierung merken wir im Alltag kaum Beschleunigung bei Anerkennungen, Visa- oder Behördenprozessen“, sagt TERN-Macher Matthias Mauch. Mehr über TERN

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



Source link

Weiterlesen

Digital Business & Startups

Funding Landscape: Ein Jahr der Neuorientierung


Europa hat in den vergangenen Jahren eine Dichte an Herausforderungen erlebt: Pandemie, geopolitische Spannungen, Energie- und Inflationsschocks, fragile Lieferketten und eine Wirtschaft, die besonders in Deutschland spürbar an Dynamik verloren hat. Bei unseren Startup-Kunden erlebe ich, wie stark diese Gemengelage Finanzierungsprozesse und Entscheidungszyklen beeinflusst. 2026 könnte das Jahr sein, in dem sich dieses Umfeld etwas beruhigt – nicht als neuer Boom, sondern als Phase der Neuorientierung. Die Frage  lautet für Gründer:innen daher weniger, wie viel Kapital fließen könnte, sondern unter welchen Bedingungen Finanzierungen zustande kommen. 

In Gesprächen zwischen Startups und Investor:innen zeigt sich: Der Markt wirkt vorsichtig, aber nicht verschlossen. Kapital könnte 2026 selektiv fließen – in einem Ökosystem, in dem Technologie, Anwendung und Industrie oft eng miteinander verbunden sind.

Technologie trifft Anwendung: Europas struktureller Vorteil

Europa ist kein klassischer Software-only-Markt. Innovation entsteht dort, wo Technologie auf reale Prozesse trifft – etwa in Energie, Gesundheit, Mobilität und Sicherheit. Viele Investor:innen, mit denen ich spreche, achten zunehmend darauf, ob Geschäftsmodelle in diesen Strukturen anschlussfähig sind. 2026 könnte deshalb ein Jahr werden, in dem jene Modelle im Vorteil sind, die sich in europäische Realitäten einfügen.

Resilienz als stiller Faktor in Investmententscheidungen

Seit 2022 fließen geopolitische und wirtschaftliche Abhängigkeiten stärker in die Betrachtungen von Investor:innen ein. Es geht dabei vor allem um Resilienz: die Frage, wie abhängig zentrale Geschäftsmodelle von globalen Lieferketten, Energiepreisen oder ausländischen Technologien sind – das betrifft Bereiche wie KI, Energie, Gesundheit, oder Infrastruktur.

Sie führt nicht automatisch zu mehr Finanzierung, könnte aber beeinflussen, welche Geschäftsmodelle Kapital erhalten. Startups, die an Schnittstellen zur Industrie arbeiten oder technologische Grundfunktionen stärken, könnten davon profitieren.

Industrienahe Partnerschaften als Alternative oder Ergänzung zur klassischen VC-Logik

Viele technologisch anspruchsvolle Modelle benötigen Anwender, Pilotkunden oder Co-Development-Partner – Strukturen, die in Europa zahlreich existieren. Industriepartnerschaften könnten für viele Startups wichtiger werden als maximale Kapitalintensität, denn sie ermöglichen früheres Feedback, erhöhen die Glaubwürdigkeit und reduzieren das Risiko in der Skalierung. Für manche Modelle könnte die Kombination aus industrieller Nachfrage und moderatem Kapital sogar sinnvoller sein als eine schnelle VC-Runde.

Was Gründer:innen sich 2026 weniger leisten dürfen

  1. Unklare Markt Erzählungen

Teams, die nicht präzise erklären können, warum ihr Modell in Europa funktioniert, verlieren oft schneller die Aufmerksamkeit von Investor:innen als solche mit noch offenen Punkten.

  1. Fehlende Priorisierung

In einem Umfeld mit begrenztem Kapital wirken Pläne überzeugender, die realistisch zeigen, was in den nächsten 12 bis 18 Monaten erreichbar ist, und warum gerade diese Schritte relevant sind.

  1. Überraschungen in der Due Diligence

Nicht jede Zahl muss stimmen. Aber Überraschungen, die zeigen, dass man die eigenen Treiber nicht kennt, sind schwerer zu kompensieren als jede Unschärfe in einem Forecast.

Worauf Investor:innen 2026 in der Due Diligence besonders achten 

In der Due Diligence erlebe ich selten, dass alles an einzelnen Problemen scheitert. Häufig entsteht Reibung, wenn ein Unternehmen ein Bild vermittelt, das später nicht zu halten ist. Drei beobachtbare Themen spielen dabei regelmäßig eine Rolle:

  1. Inkonsistente Umsatz- und Leistungsdaten

Entscheidend ist nicht die absolute Höhe der Kennzahlen, sondern deren Nachvollziehbarkeit. Wenn Vertrieb, Delivery und Rechnungsstellung nicht eindeutig zusammenpassen oder Kennzahlen wie ARR unterschiedlich definiert werden, entstehen Lücken in der „Quality of Earnings“, die zu Rückfragen führen. Sinnvoll sind dabei klare Definitionen zentraler Kennzahlen, einheitliche Reporting-Standards, regelmäßige Abstimmungen und eine „Single Source of Truth“, auf die alle Teams zugreifen.

  1. Dokumentation als Grundlage, nicht als Kür

Ein unvollständiger Datenraum ist selten das Problem. Problematisch wird es, wenn Unterlagen kein konsistentes Bild ergeben und Entscheidungen nicht nachvollziehbar dokumentiert sind. Investor:innen gehen nicht davon aus, dass alles perfekt ist, aber sie erwarten, dass das Bild kohärent bleibt. Es lohnt sich also, früh eine klare Struktur im Datenraum zu pflegen, in der zentrale Verträge, KPIs und Entscheidungsgrundlagen nachvollziehbar abgelegt sind.

  1. Forecast-Kompetenz statt Forecast-Perfektion

Annahmen müssen nicht exakt sein. Kritischer ist es, wenn ein Team von den eigenen Zahlen überrascht wird oder Dokumente unkommentiert teilt, ohne zu zeigen, welche Überlegungen dahinterstehen. Für Investor:innen ist es ein Warnsignal, wenn sie auf Aspekte hinweisen müssen, die im Unternehmen eigentlich vertraut sein sollten. Teams können dem vorbeugen, indem sie regelmäßig Plan-Ist-Abgleiche durchführen und ihre Forecasts mit den zugrunde liegenden Annahmen kommentieren.

Abseits klassischer VC-Runden: Diese Modelle sollten Gründer:innen kennen

Wer seine Zahlungsströme nicht versteht, hat kaum Spielraum für externe Finanzierung. Kennzahlen wie DSO (Days Sales Outstanding), DPO (Days Payable Outstanding) und DIO (Days Inventory Outstanding) zeigen, wie schnell Geld ins Unternehmen hinein- und herausfließt, und damit auch, wie viel Kapital tatsächlich verfügbar ist. Auf dieser Grundlage könnten 2026 verschiedene Finanzierungsbausteine in einer sinnvollen Reihenfolge kombiniert werden:

  1. Operatives Fundament & Working Capital

Zuerst sollten Zahlungsziele, Lagerbestände und Forderungsmanagement stabil sein. Je transparenter und planbarer der Cashflow, desto größer der Spielraum für externe Finanzierung.

  1. Öffentliche Mittel

Dazu gehören Förderkredite, Bürgschaften und Zuschüsse von Förderbanken oder Programmen. Sie können frühe Wachstumsphasen begleiten und sind oft günstiger als rein private Finanzierung.

  1. Industrienahe Modelle
  • Vendor Finance: Lieferanten finanzieren einen Teil der Investition oder gewähren längere Zahlungsziele.
  • Factoring: Offene Forderungen werden an einen Finanzierungspartner verkauft, um schneller Liquidität zu erhalten.
  • Fine Trading: Ein Intermediär kauft Waren beim Lieferanten und räumt dem Startup längere Zahlungsziele ein.
  1. Umsatznahe und fremdkapitalähnliche Modelle
  • Revenue-basierte Finanzierung: Rückzahlung erfolgt als Anteil am laufenden Umsatz, nicht in starren Raten.
  • Venture Debt: Fremdkapital, das stärker auf Wachstum und bestehende Investor:innen schaut als auf klassische Sicherheiten.

Klassische Bankfinanzierungen bleiben im Startup-Kontext meist theoretisch, weil sie sich stärker am EBITDA und an Sicherheiten orientieren als an reinen Wachstumsperspektiven.

2026 als Jahr der Differenzierung

Aus meinen Beobachtungen und Gesprächen heraus spricht vieles dafür, dass 2026 ein Jahr der Differenzierung wird: kein breiter Aufschwung, aber ein Umfeld, in dem Geschäftsmodelle, die sich an europäischen Realitäten orientieren, bessere Chancen haben. Das bedeutet nicht, dass jedes Startup profitieren wird. Aber es könnte heißen, dass jene Modelle sichtbarer werden, die ihre Wirkung dort entfalten, wo Europa strukturelle Stärken besitzt.

Eine Finanzierungsrunde bleibt dabei ein Werkzeug, kein Ziel. Entscheidend ist, wie klar ein Team benennen kann, welchen Beitrag es leisten will und welche nächsten Schritte realistisch sind. Europa braucht dafür Unternehmertum, das nah an echten Problemen und Märkten arbeitet: ambitioniert, aber geerdet.

Über den Autor
Kolja Heskamp ist Co-Founder und Managing Partner von torq.partners und arbeitet seit Jahren als (Interims-)CFO an der Seite wachstumsstarker (Tech-)Startups. In über 200 Mandaten – von Early Stage bis Scale-up – hat er gesehen, warum Finanzierungsrunden scheitern oder durchgehen und wie sich Teams darauf vorbereiten können. Zusätzlich lehrte er im MBA-Programm der Hochschule Bonn das Modul „Finance in Early-Stage Startups“.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock



Source link

Weiterlesen

Digital Business & Startups

Das Pitchdeck hat Carsten Maschmeyer und N8n-Gründer überzeugt


Das Pitchdeck hat Carsten Maschmeyer und N8n-Gründer überzeugt

Wollen Fabriken fitter für die Zukunft machen: Niklas Hebborn (CCO), Jeremy Theocharis (CTO) und Alexander Krüger (CEO) (v.l.n.r.).
United Manufacturing Hub

Spricht man mit Investoren über mögliche „Megatrends“ und Felder, in denen besonders viel Potenzial für Innovation und neue Lösungen steckt, nennen nicht wenige seit geraumer Zeit: die Industrie.

Deutschland und seine Fabriken. Ziemlich unter Druck, den Anschluss nicht zu verpassen. Und da wollen Firmen wie United Manufacturing Hub (UMH) aus Köln helfen.

Lest auch

Project A, Earlybird, Antler & Co: Das erwarten wir von 2026

Das Startup versteht sich als „Industrial-Data-Layer“ für die produzierende Industrie – also als Zwischenschicht, die Daten aus Maschinen, Sensoren und IT-Systemen einsammelt, ordnet und so nutzbar macht.​

„Datensteckdose“ für moderne Fabriken

Man kann sich das so vorstellen: Eine Fabrik funktioniert wie eine Stadt. Überall Sensoren, Ampeln, Zähler, Busse – alle senden Daten. UMH baut so etwas wie eine einheitliche Verkehrsleitzentrale für diese Stadt: Alle Informationen laufen in einem „Unified Namespace“ zusammen, werden mit Kontext versehen (von welcher Maschine, aus welcher Linie, in welchem Werk, zu welcher Schicht) und stehen dann in Echtzeit zur Verfügung.

So können Unternehmen einfach Dinge bauen wie Live-Kennzahlen für den Shopfloor, Energie- und Ressourcenmonitoring, Zustandsüberwachung von Maschinen oder – etwas komplexer – auch KI-Modelle, die Anomalien erkennen oder Prozesse optimieren.

Wie gesagt: Investoren glauben an dieses Segment, so auch hier. In einer Seed-Runde haben die Gründer Alexander Krüger (CEO) und Jeremy Theocharis (CTO) mehr als fünf Millionen Euro eingesammelt.

Bekannt Investoren und Business Angel an Bord

Angeführt wird die Runde von Kompas VC, dazu kommen Carsten Maschmeyers Seed + Speed Ventures, Sustainable Future Ventures (SFV Capital) und Archimedes New Ventures.

Auffällig ist auch die Angel-Riege: Mit dabei sind etwa Jan Oberhauser, Gründer und CEO des AI-Unicorns N8n, und Jeff Hammerbacher, der Cloudera mitgegründet hat und zu den frühen Data-Science-Pionieren bei Facebook zählt.

Mit dem frischen Kapital will das Startup seine Open-Source-Plattform technisch vertiefen und breiter in den Markt tragen. UMH konnte bereits einige große Kunden gewinnen, so wie den Babynahrungshersteller Hipp, die Supermarktkette Edeka oder das Montagetechnikunternehmen Böllhoff. Parallel dazu sollen Engineering- und Go-to-Market-Teams wachsen, die Expansion in Europa soll spürbar an Tempo gewinnen.

Lest auch

  • BI plus
  • Fundraising Playbook

Eine der meist unterschätzten Slides im Pitchdeck – so überzeugt ihr Investoren

Große Ziele

Allein auf weiter Flur ist UMH mit dieser Wette auf den Unified Namespace allerdings nicht. In Deutschland und Europa formiert sich ein kleines, aber wachsendes Ökosystem von Anbietern, die ebenfalls daran arbeiten, Produktionsdaten aus der Industrie in standardisierte, in Echtzeit verfügbare Strukturen zu bringen. Aus Deutschland stammt etwa i-flow, das Industrieunternehmen beim Aufbau verteilter UNS-Architekturen unterstützt.

In Bereichen wie ERP, CRM oder HR seien längst milliardenschwere Softwarekonzerne entstanden, so Niklas Hebborn, Chief Commercial Officer von UMH und ehemaliger Partner bei Frank Thelens Freigeist Capital, wo er bereits als Pre-Seed-Investor in UMH investiert hat. Im Digital Manufacturing fehle ein solcher Player noch. UMH sieht seine Chance darin, diesen Slot als Industrial-Data-Company zu besetzen.

Das ist das Pitchdeck

Wir zeigen euch exklusiv das 20-seitige Pitchdeck von United Manufacturing Hub, mit dem das Industrial Startup seine Seed-Finanzierungsrunde sichern konnte. Weitere Pitchdecks anderer Startups findet ihr hier.  

United Manufacturing Hub



Source link

Weiterlesen

Beliebt