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Hamburg: Verkehrsbetriebe schaffen wieder Busse mit Verbrenner an
Die Hamburger Hochbahn will wieder neue Busse mit Verbrennungsmotor anschaffen. Bis zu 150 sollen in den kommenden drei Jahren ausgeliefert werden. Für die Hamburger Verkehrspolitik stellt die Entscheidung des Unternehmens eine gravierende Wende dar, denn seit 2020 hatten die Hochbahn und die ebenfalls mehrheitlich städtischen Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb angeschafft. Die neuen Busse sollen allerdings nicht im Hamburger Stadtgebiet eingesetzt werden, sondern im Umland, und Hamburg gibt das Konzept E-Bus keineswegs auf.
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Bei den nun bestellten Fahrzeugen handele es sich um Busse, die mit dem Kraftstoff HVO100 betankt werden können, wie der Sprecher des städtischen Unternehmens, Andreas Ernst, erklärte. HVO steht für Hydrotreated Vegetable Oils, also mit Wasserstoff behandelte Pflanzenöle. Ernst erklärte: „Mit dem Einsatz von HVO100 werden Treibhausgasemissionen gegenüber fossilem Diesel in der Bilanz deutlich geringer angerechnet, auch wenn Verbrennerbusse weiterhin lokal Emissionen verursachen.“
Offene Fragen
Als weniger umweltschädlich als erdölbasierte Kraftstoffe gilt HVO100, weil er im Wesentlichen aus Altfetten stammt. Jedoch setzt das voraus, dass auch der verwendete Wasserstoff „grün“ ist, also mithilfe erneuerbarer Energien hergestellt wird. Der gesamte Energieeinsatz ist allerdings wesentlich höher als bei batterieelektrischen Bussen. Zudem muss geklärt werden, woher die Mengen an Altfett herkommen sollen, die für den täglichen Betrieb einer so großen Zahl von Bussen notwendig wäre. „Grüner“ Wasserstoff ist zudem perspektivisch stark gefragt, um industrielle Prozesse zu dekarbonisieren.
E-Bus ist teuer in der Anschaffung, jedoch …
Der Hochbahn-Sprecher begründete die Anschaffung der 150 modernen Dieselbusse so: „Ziel ist die Stärkung der Resilienz-Fähigkeit und der kritischen Infrastruktur, wozu auch die Aufrechterhaltung einer ÖPNV-Versorgung der Bevölkerung in Krisenzeiten gehört.“ Zugleich blieben die Elektrifizierung der Busflotte sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Modernisierung der Betriebshöfe zentrale Bausteine der Unternehmensstrategie. Allerdings kostet ein E-Bus rund zweieinhalbmal so viel wie ein Dieselfahrzeug. Darum könne die Flotte nur dann weiter elektrifiziert werden, wenn es eine Förderung gebe. Unerwähnt blieb, dass der Betrieb eines E-Busses langfristig erheblich weniger Unterhaltskosten nach sich zieht und in der Klimabilanz wie auch bei den Lärmemissionen Vorteile bietet.
Die VHH bekräftigten, dass sie auch in Zukunft für Hamburg batteriebetriebene E-Busse beschaffen werden. Mit HVO betankbare Dieselbusse sollen im Stadtgebiet nicht eingesetzt werden. Allerdings sind die fünf angrenzenden Landkreise in Schleswig-Holstein Miteigentümer des Unternehmens. Dort sind die VHH-Busse ebenfalls im Einsatz, und im Umland gilt das Hamburger Klimaziel nicht.
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Weitere 240 E-Bussen geplant
Aus der Hamburger Verkehrsbehörde hieß es: „Mit 432 E-Bussen im Einsatz, rund 39 Prozent der gesamten Flotte, nimmt die Hochbahn bereits heute eine bundesweite Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs ein.“ Bis 2031 sei die Anschaffung von weiteren 240 E-Bussen geplant, sofern die notwendige Bundesförderung bereitstehe. Sollte dies so kommen und keiner der vorhandenen E-Busse ausgemustert werden, läge die Elektrifizierungsquote der Hochbahn dann bei rund 60 Prozent.
„Die Busflotten von Hochbahn und VHH sollen bis 2030 vollständig auf Busse mit emissionsfreien Antrieben umgestellt werden“, hieß es in einem Beschluss der Bürgerschaft vom 11. September 2019. Das Ziel wurde bereits vor zwei Jahren auf „Anfang der 2030er Jahre“ verschoben. Die Hochbahn selbst bekräftigt weiter auf ihrer Internetseite: „Wir tauschen bis Anfang der 2030er Jahre alle rund 1100 Dieselbusse gegen E-Busse aus.“ Alle Fahrzeuge würden lokal emissionsfrei sein. Doch dieses Ziel dürfte mit den neuen Bussen auf absehbare Zeit nicht erreicht werden.
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(mfz)
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Leica SL3-P: Neue Vollformatkamera mit 44 Megapixeln für 6.000 Euro
Die Leica SL3-P übernimmt die Technik der SL3 und kombiniert einen hochauflösenden Vollformatsensor mit schnellen Serienbildern und umfangreichen Videofunktionen. In ihrem Inneren steckt nach Leica-Angaben ein rückwärtig belichteter Vollformatsensor (BSI) mit 44 Megapixeln, der einen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen schaffen soll. Wer mehr Auflösung braucht, kann den Multishot-Modus nutzen: Er kombiniert mehrere Aufnahmen zu Bildern mit bis zu 176 Megapixeln. Der ISO-Bereich reicht laut Hersteller von ISO 50 bis 200.000.
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(Bild: heise )
Auch beim Autofokus hat sich etwas getan. Leica setzt hier auf drei Technologien gleichzeitig – Phasendetektion, Tiefenkarte und Kontrasterkennung. Insgesamt 819 AF-Punkte stehen zur Verfügung, Motive erkennt das System automatisch. Bis zu 40 Bilder pro Sekunde sind möglich, und das mit durchgehender Autofokus-Nachführung, wie Leica angibt.
Videoaufnahmen bis 8K
Beim Video filmt die SL3-P nach Herstellerangaben in bis zu 8K. Im sogenannten Open-Gate-Modus im 3:2-Format schafft sie 8,1K bei 24 Bildern pro Sekunde und nutzt dabei die komplette Sensorfläche. Daneben gibt es 8K bei 30p, 5,9K bei 60p sowie Zeitlupen in 4K bei 120 Bildern pro Sekunde. Der Apple-ProRes-Codec ist mit bis zu 5,8K integriert. Für den L-Log-Farbraum hat Leica zwei neue kamerainterne Farbprofile spendiert, „Leica Pure“ und „Leica Cine“.
Gehäuse ohne roten Punkt
Gefertigt wird die SL3-P in Deutschland – typisch für Leicas Fotografie-Philosophie der Handwerkskunst. Auffällig: Das Metallgehäuse kommt ohne das rote Markenlogo aus, auch die Bedienelemente sind durchgehend schwarz. In den Fotonews der Woche 45/2025 hatten wir bereits die SL3 Reporter vorgestellt, die auf derselben technischen Basis aufbaut und ebenfalls auf den roten Punkt verzichtet. Gegen Staub und Spritzwasser ist die Kamera nach IP54 geschützt. Sie nutzt das L-Mount-Bajonett und versteht sich damit auch mit Objektiven der L-Mount-Allianzpartner.

Das Display unterscheidet mittels Farbcode zwischen Foto- und Videoaufnahmen. Der Bildschirm lässt sich nach oben und unten klappen, etwa für Aufnahmen über Kopf oder in bodennähe.
(Bild: Leica)
Foto- und Videomodus hält die Bedienoberfläche strikt getrennt. Ein Farbcode hilft bei der Unterscheidung – Rot steht für Foto, Gelb für Video. Der neigbare Monitor passt seine Anzeige automatisch an die jeweilige Kameraausrichtung an, so der Hersteller.
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Anschlüsse und Cloud-Anbindung
Für die Verbindung zu anderen Geräten stehen WLAN, Bluetooth und USB-C bereit. Über die hauseigene Leica-Fotos-App lassen sich Bilder und Videos herunterladen, auch fernsteuern kann man die Kamera damit. Tethering läuft nativ mit Lightroom Classic und Capture One, und per Adobe Frame.io wandern Dateien direkt aus der Kamera in die Cloud.
Dazu kommt die Content-Credentials-Technologie, die dem Standard der Content Authenticity Initiative (CAI) folgt. Fotografen können ihre Aufnahmen so mit manipulationssicheren Metadaten versehen, um die Urheberschaft nachzuweisen. Auch die Leica Q3 Monochrom setzt auf diese Technologie – sie war das erste Modell der Q-Serie mit Content-Credentials-Unterstützung.
Zwei neue Objektive

Das neue 50 mm f/1.4 ist laut Leica eines der kompaktesten Objektive seiner Klasse, der Preis ist – typisch Leica – hoch.
(Bild: Leica)
Neben der Kamera zeigt Leica zwei neue Objektive. Das Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. ist laut Hersteller das weltweit kompakteste Autofokus-Objektiv mit 50 Millimetern Brennweite bei einer Lichtstärke von 1:1,4. Mit 74 Millimetern Durchmesser, 75,5 Millimetern Länge und 584 Gramm Gewicht bleibt es handlich. Verbaut sind zwei asphärische Linsenelemente und elf Blendenlamellen, die Naheinstellgrenze liegt bei 50 Zentimetern. Gefertigt wird auch dieses Objektiv in Deutschland; den Preis gibt Leica mit 4.500 Euro an.
Das zweite Objektiv ist das APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100 und nach Leicas Worten der Nachfolger des 1987 vorgestellten APO-Macro-Elmarit-R. Es bringt eine apochromatische Korrektur, eine Naheinstellgrenze von 30 Zentimetern und einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1 mit. Die Blende hat neun Lamellen. Mit Gegenlichtblende wiegt es 862 Gramm und misst 137,6 Millimeter in der Länge. Dafür ruft Leica 2.450 Euro auf. Beide Objektive sollen ab Ende 2026 erhältlich sein.
Preise und Kit-Angebote
Allein kostet die SL3-P 6.000 Euro. Zum Start gibt es außerdem drei Kits: mit dem Vario-Elmarit-SL 28-70 für 7.000 Euro, mit dem Vario-Elmarit-SL 24-70 für 7.500 Euro und mit den beiden Zooms – 24-70 sowie 70-200 – für 9.800 Euro. Verkaufsstart ist der 25. Juni 2026 in Leica Stores, im Online-Shop sowie bei autorisierten Händlern.
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(tho)
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Gesetz zur Stärkung der Cybersicherheit: Ärzte sehen Schweigepflicht gefährdet
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Regierungsentwurf für das „Gesetz zur Stärkung der Cybersicherheit“ kritisiert. Zwar begrüße sie grundsätzlich das Ziel, die Cyberabwehr zu stärken, die geplanten Befugnisse dürften jedoch nicht zulasten der ärztlichen Schweigepflicht gehen. „Die verdeckten Abwehrmaßnahmen können auch Gesundheitsdaten von Versicherten betreffen, die von Vertragsärztinnen und -ärzten sowie Vertragspsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten verarbeitet werden“, heißt es von der KBV.
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Ihrer Ansicht nach könnten die vorgesehenen verdeckten Cyberabwehrmaßnahmen auch Arztpraxen betreffen. Praxisverwaltungssysteme und die Telematikinfrastruktur seien regelmäßig Ziel von Schadsoftware, insbesondere Ransomware. Würden Sicherheitsbehörden auf kompromittierte Systeme zugreifen, könnten sie dadurch, ohne Wissen der Versicherten, auch auf besonders sensible Gesundheitsdaten stoßen, warnt die Ärztevertretung. Die Sorge der KBV kommt nicht von ungefähr: Einrichtungen des Gesundheitswesens gehören seit Jahren zu den bevorzugten Zielen von Cyberkriminellen.
Laut der Bundesregierung dienen die Befugnisse ausschließlich der Gefahrenabwehr und seien keine Überwachungsmaßnahmen. Nach Sicht der KBV ist für den Schutz der ärztlichen Schweigepflicht nicht entscheidend, welchem Zweck der staatliche Zugriff diene. Entscheidend sei, ob die Behörden tatsächlich Zugang zu vertraulichen Patientendaten erhalten könnten.
Die Ärztevertretung fordert deshalb, den besonderen Schutz von Berufsgeheimnisträgern nach § 62 Bundeskriminalamtgesetz auf die neuen Cyberabwehrmaßnahmen auszudehnen und eine entsprechende Regelung auch im Bundespolizeigesetz zu schaffen. So solle gewährleistet werden, dass die Kommunikation zwischen Ärzten, Psychotherapeuten und ihren Patienten auch im Rahmen staatlicher Cyberabwehrmaßnahmen besonders geschützt bleibt.
Mit dem Gesetzentwurf sollen die Befugnisse von Bundespolizei und Bundeskriminalamt erweitert werden, um Cyberangriffe schneller erkennen, bewerten und abwehren zu können. Vorgesehen ist unter anderem, Datenverkehr umzuleiten sowie auf kompromittierten IT-Systemen Daten auszulesen, zu löschen oder zu verändern.
Mit ihrer Kritik steht die KBV nicht allein. So warnt die Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG KRITIS) vor weitreichenden Eingriffsbefugnissen der Sicherheitsbehörden, fordert stärkere rechtsstaatliche Kontrollmechanismen und einen restriktiveren Umgang mit Sicherheitslücken. Während sich die AG KRITIS vor allem auf grundsätzliche Fragen staatlicher Cyberbefugnisse konzentriert, hebt die KBV insbesondere die Risiken für die ärztliche Schweigepflicht und den Schutz sensibler Gesundheitsdaten hervor.
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(mack)
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Kühl durch die Hitze: Mythen und Fakten rund um die Klimaanlage
Nichts kühlt besser bei Hitze als eine Klimaanlage. Doch gerade in Deutschland ist die Skepsis gegenüber den kühlenden Klimageräten immer noch hoch, trotz weiter steigender Sommertemperaturen. Ob nun der steife Nacken oder die Kosten, viele scheuen die Anschaffung einer eigenen Klimaanlage.
In diesem Artikel möchten wir mit einigen Mythen zur Klimaanlage aufräumen und ein paar Fakten liefern, die Ihnen die Entscheidung für oder gegen eine Klimaanlage erleichtern. Ob nun mobiles Klimagerät oder eine fest installierte Anlage, Optionen gibt es am Markt einige. Welcher Typ die richtige Wahl für Sie ist, finden Sie hier ebenfalls. Falls Ihnen weitere Mythen oder Fragen zum Thema Klimaanlage auf den Nägeln brennen, stellen Sie diese gerne im Forum unter diesem Artikel.
Klimaanlagen machen krank
Pauschal ist das falsch. Bei guter Pflege und Wartung hat man keine erhöhte Belastung durch Keime und Krankheitserreger zu erwarten. In der Regel reicht es, die Filter vor den Lufteinlässen regelmäßig zu reinigen. Die Filter halten auch Staub und Pollen ab, die für Asthmatiker und generell empfindliche Menschen zum Problem werden können.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Kühl durch die Hitze: Mythen und Fakten rund um die Klimaanlage“.
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