Künstliche Intelligenz
Host Europe: GoDaddy äußert sich zum Migrationsstopp bei E-Mail-Postfächern
Nach dem überraschenden Stopp beim E-Mail-Migrationsprojekt hat sich die US-amerikanische Firma GoDaddy als Besitzerin von Host Europe, einem der bekanntesten Anbieter im Bereich Hosting, gegenüber heise online geäußert. Das Unternehmen räumt darin ein, die Schwierigkeiten für einen Teil der Kunden nicht richtig eingeschätzt zu haben – hält aber an seiner Darstellung fest, dass die Migration für die Mehrheit bereits erfolgreich abgeschlossen worden sei.
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Bereits im März 2025 kündigte Host Europe die Umstellung klassischer IMAP/POP3-Postfächer auf Microsoft 365 an, wobei künftig knapp ein Euro pro Mailkonto und Monat fällig geworden wäre. Kunden äußerten sich in Foren und Zuschriften kritisch: Wer bislang dreistellige Mengen an Mailkonten kostenlos im Paket hatte, sah sich damit plötzlich mit massiven Mehrkosten konfrontiert – und obendrein mit dem Umzug seiner E-Mails zu einem US-Cloudanbieter.
Weiteres Vorgehen ist noch offen
„Leider mussten wir feststellen, dass wir die Herausforderungen der Migration für einen kleinen Teil unserer Kunden unterschätzt haben“, heißt es in der Stellungnahme. Der Migrationsstopp betreffe ausdrücklich nur diese Gruppe mit „besonderen Anforderungen“ – nicht alle Kunden. Damit widerspricht das Unternehmen zumindest implizit dem Eindruck, der durch die breit kommunizierte Kehrtwende entstanden ist.
Zugleich bleibt Host Europe vage, was die weitere Zukunft des Classic-Hostings und der Inklusiv-Mailkonten angeht. Man prüfe „sorgfältig den am besten geeigneten Weg“, um betroffenen Kunden „weiterhin sichere, zuverlässige und nachhaltige Dienste“ zu bieten. Weitere Schritte sollen erst unternommen werden, wenn „sichere Prozesse, praktische Optionen und geeignete Supportstrukturen vorhanden sind“. Eine Rückkehr zum klassischen Mailserver oder ein dauerhafter Verzicht auf die Microsoft-365-Migration wird damit nicht in Aussicht gestellt. Auch einen Zeitplan, wann sich das Unternehmen festlegt, gibt es nicht.
Host Europe: Intensiv nach Lösungen gesucht
Die zentrale Frage, warum das Unternehmen erst nach fast einem Jahr Migrationsprojekt reagiert hat, beantwortet die Stellungnahme nicht. Stattdessen betont Host Europe, man habe sich stets um „konsistente und klare Kommunikation“ bemüht und intensiv nach Lösungen gesucht, bevor der Entschluss zum Stopp gefallen sei.
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Für Kunden, die ihre Konten bereits auf Microsoft 365 umgestellt haben oder den Anbieter verlassen haben, ändert sich durch die Stellungnahme nichts. An dem Angebot, Kunden bei Rücknahme ihrer Kündigung vier Monate kostenloses Classic-Hosting zu gewähren, hält Host Europe fest – ein Angebot, das für bereits abgewanderte Kunden kaum relevant sein dürfte.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
Neue Betriebssysteme: Apple verspricht „erhebliche“ Beschleunigung
Wenn Apple im kommenden Herbst seine neuen Betriebssysteme iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 herausbringt, gibt es neben Siri AI, das zunächst nicht innerhalb der EU verfügbar sein wird, vor allem Produktpflege für die Nutzer. Der Konzern will laut eigenen Angaben an vielen Stellen geschraubt haben, um neben besserer Interface-Konsistenz mehr Geschwindigkeit herauszuholen. Die angegebenen Werte lassen dabei durchaus aufhorchen, wobei es viel vom verwendeten Gerät abhängen dürfte.
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Optimierungsstift angesetzt
Zunächst wirft etwa macOS 27 einiges an Ballast ab: Routinen, APIs und sonstiger Intel-Code, der für x86-Macs vorgesehen war, können nun weggelassen werden, das Betriebssystem mit dem Codenamen Golden Gate läuft nur noch auf Apple-Silicon-Maschinen mit ARM-Architektur. Zu den Performance-Verbesserungen, die in allen neuen Betriebssystemen stecken, gehören beschleunigte AirDrop-Übertragungen, ein schnellerer Start von Songs in Apple Music, ein schnelleres Laden von Nachrichten in Apple Mail, ein Ende des lahmen HomeKit-Pairings und beschleunigte JavaScript-Verarbeitung im Browser Safari.
„Bis zu 80 Prozent“ schneller soll das alles gehen, so Apple. In iPadOS 27 wird man zudem Fenster schneller wieder los (Schließvorgang beschleunigt), in macOS ist das Erstellen von Accounts schneller geworden und in den Gesundheits- und Fitness-Apps werden Daten schneller aktualisiert beziehungsweise Workouts schneller gestartet. iOS beherrscht eine schnellere Umsetzung von Voice-Control-Befehlen (Sprachsteuerung).
Besseres Caching, überarbeiteter CPU-Scheduler
Bei iPhone und iPad sollen Apps durch ein smarteres Caching bis zu 30 Prozent schneller starten, Fotos landen bis zu 70 Prozent schneller in iCloud-Fotos. Bei der Dateien-App verspricht Apple auf dem iPhone deutlich schnellere File-Transfers (samt Dateianzeige) und ein überarbeiteter CPU-Scheduler soll wichtige Jobs bevorzugt behandeln. Je nach Gerät sind auch WLAN-Verbindungen flotter aufgebaut und ein Wechsel zwischen WLAN und 5G erfolgt schneller – insbesondere wenn im Gerät ein N1-Chip arbeitet (z.B. iPhone 17).
Praktischerweise arbeitet zumindest iOS 27 auf allen iPhones, die bereits iOS 26 beherrschen – also inklusive iPhone 11. Beim Mac fallen wie erwähnt die Intel-Maschinen aus dem Support. Die neuen Betriebssysteme testen Apple derzeit im Rahmen einer Entwicklerbeta, im Juli folgt dann eine Public-Vorschau.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Per App im ÖPNV einchecken: Einfache Navigation statt Tarifzonendschungel
Wer in der Fremde den ÖPNV nutzen will, braucht im Tarifdschungel oft starke Nerven. Selbst wenn man am Heimatort nur gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs ist, sind die Fragen zeitraubend und kompliziert, die sich am Fahrkartenautomaten oder in den Apps der Verkehrsverbünde stellen: Welches Ticket muss ich buchen, welche Tarifzonen durchfahre ich, zahle ich zu viel oder zu wenig? Letzteres kann dann auch noch Strafen nach sich ziehen.
- Wer nur gelegentlich oder in der Fremde ÖPNV fährt, ist mit dem Tarifwirrwarr oft überfordert.
- Wir haben Verfahren erprobt, bei denen man sich mit dem Smartphone oder einer Kreditkarte ein- und ausbuchen kann.
- Wir zeigen, wie das funktioniert, Geld spart oder gar etwas extra kostet und wie die Systeme mit Daten umgehen.
Vor zwei Jahren waren „Check-in & Check-out“-fähige Apps in Deutschland noch rar, das ändert sich aber gerade. Immer mehr Apps nehmen Fahrgästen die Last, zwischen dem richtigen Ticket von A nach B oder einer Tageskarte zu entscheiden. Stattdessen checkt man in Bus und Bahn kontrollsicher auf dem Smartphone beim Einsteigen ein und beim Aussteigen aus, die App errechnet danach den richtigen Preis und bucht die Summe von einer Kreditkarte oder per Zahlungsdienstleister wie PayPal ab.
Für einen Erfahrungsbericht sind wir wie Touristen mit der neuen „Easy“-App der Üstra in Hannover gefahren und haben sie mit ähnlich gebauten dänischen Apps im Großraum Kopenhagen verglichen. Dabei haben wir uns angesehen, wie man solche Apps benutzt, für wen sie sich eignen, welche Fehler passieren können und was die App-Anbieter mit den Daten anstellen. Außerdem haben wir einen Blick in die Niederlande geworfen, wo man technisch einen anderen Weg gegangen ist.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Per App im ÖPNV einchecken: Einfache Navigation statt Tarifzonendschungel“.
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Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz soll Bairisch lernen
Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz wollen Sprachpfleger in Bayern den Dialekt stärken und erhalten. Dafür muss die KI die Varianten des Dialekts beherrschen – und folglich erst einmal erlernen. Der Landesverein für Heimatpflege in München hat jetzt ein auf drei Jahre angelegtes Projekt gestartet, um die Künstliche Intelligenz im Bairischen zu trainieren.
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„Die KI muss verstehen, dass es nicht nur ein Bairisch gibt, sondern eine Vielfalt an lokalen und regionalen Bairisch-Varianten“, sagte der Geschäftsführer des Landesvereins, Rudolf Neumaier. Bisher kenne die KI bestenfalls ein Kauderwelsch aus bairischen Mundarten. „Sie differenziert überhaupt nicht.“
Nun hat der Landesverein einen Sprachwissenschaftler als KI-Dialekttrainer angestellt, der von Fachleuten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unterstützt wird. Das Projekt beginne kleinteilig mit den lokalen Varianten des Bairischen in Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) und im Raum Mühldorf am Inn, so Neumaier. Ab Juli werde dort der Sprachwissenschaftler Interviews mit Einheimischen führen und Sprachaufnahmen sammeln.
Das seien die allerersten Schritte, um die KI gezielt zu trainieren, unterstrich Neumaier. Ziel sei es, nach und nach andere Regionen und Bairisch-Varianten hinzuzufügen. „So schaffen wir eine Basis dafür, dass Dialekte in ihrer Vielfalt erhalten bleiben. Diese dialektale Vielfalt ist schließlich eines der wichtigsten Grundelemente bayerischer Kultur.“
Dialekt im digitalen Zeitalter
Auch aus Sicht der an dem Projekt beteiligten LMU-Professoren eröffnet die KI der Dialektforschung völlig neue Möglichkeiten. „Mithilfe von KI können wir die Vielfalt der Dialekte systematisch erschließen und für unterschiedliche Anwendungskontexte nutzbar machen – etwa für die automatische Erkennung, Verarbeitung und Übersetzung regionaler Sprachformen“, teilten Barbara Plank, Inhaberin des Lehrstuhls für Künstliche Intelligenz und Computerlinguistik, und Lars Bülow, Inhaber des Lehrstuhls für Germanistische Linguistik, mit.
Wenn KI künftig Dialekte besser erkennen, unterscheiden und verarbeiten könne, stärke das die Sichtbarkeit und Wertschätzung regionaler Sprachformen. Für digitale Technologien seien Dialekte dann kein Hindernis mehr, sondern ein sprachlicher Schatz, der mit ihrer Hilfe auch im digitalen Zeitalter bewahrt werden könne, sagen die beiden Professoren.
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Lebendige Sprachvielfalt in Bayern
Im Vergleich zu vielen Dialekten in Norddeutschland seien die Dialekte in Bayern noch sehr lebendig. Deshalb sei das neu gestartete Projekt ein wichtiger Schritt. „Das ist nicht nur wissenschaftlich hoch spannend, sondern auch kulturpolitisch bedeutsam. Diese Art der Forschung eröffnet neue Perspektiven dafür, dass die dialektale Vielfalt Bayerns lebendig bleibt“, so Plank und Bülow.
Als Initiator des Projektes sieht sich der Bund Bairische Sprache. Dieser hatte 2025 das Heimatministerium aufgefordert, die Entwicklung von KI-Programmen in die Wege zu leiten, mittels derer Zeichentrickfilme oder Hörspiele für Kinder in süddeutscher Hochsprache und bayerischen Dialekten generiert werden können. Das nun begonnene Projekt setze den Gedanken der Dialektförderung durch Künstliche Intelligenz um, sagte Niklas Hilber, Vorsitzender beim Bund Bairische Sprache. „Wir sehen in der modernen Technik große Möglichkeiten der Förderung und Revitalisierung regionaltypischer Sprache.“
Unterstützt und getragen wird dieses Projekt vom Heimatministerium und von der Regierung von Oberbayern sowie von der Otto-und-Therese-Stumpf-Stiftung und der Rosner-und-Seidl-Stiftung.
(mho)
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