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UX/UI & Webdesign

»I don’t think in terms of layouts, more in big gestures« › PAGE online


No one thinks as freely as Irma Boom when it comes to book design. She transforms books into objects and sometimes even encourages readers to tear the pages into pieces. No wonder she is celebrated as the world’s best book designer.

»I don’t think in terms of layouts, more in big gestures« › PAGE online
Irma Boom

Already her first book was a sensation. When Irma Boom was still learning the craft, she was commissioned to design the official annual Dutch postage stamp books. Even back then, she didn’t care in the slightest about the rules of book design, and instead went her very own way. And she still does. Sometimes she puts the entire contents of a book on its cover, then roughens the paper to feel like fabric. Boom – which means tree in Dutch – works worldwide and also exhibits internationally, designs for the most exciting artists, and turns extraordinary projects into publications.

This fall, »Susie« will be published, a unique declaration of love from singer and artist Nick Cave to his wife. While Irma Boom keeps jumping to her feet to fetch a book from the shelf in her Amsterdam office, we talk about the relationship between books and bodies, about ideas that seem to appear out of nowhere—and why she was almost thrown out of the Vatican libraries.

PAGE: You were always interested in conceptual art. What fascinates you so much about it?

Irma Boom: I think, basically the imagination. For me, there is so much more to see in abstract art than in figurative art. Instead of seeing what is shown to me, abstraction gets my brain working.



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Porträt der Woche: Katharina Wanke › PAGE online


PAGE gefällt…: Design von Katharina Wanke aus Hamburg, die Gestaltung in Zeiten von KI als einen körperlichen Prozess versteht, Events schillern lässt und das Year of the Firehorse glühen – und die ein Faible für Typografie hat, für Organisches und »happy accidents«.

Porträt der Woche: Katharina Wanke › PAGE onlineBild: ANTINE KARLA YZER

Name Katharina Wanke

Location Hamburg

Web @katharina.wnke

Start Ich habe Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg studiert und dabei einen Schwerpunkt für feministische Designtheorie und experimentelle Typografie entwickelt. Angetrieben vom theoretischen Diskurs und dem Bedürfnis, die flachen Oberflächen von Bildschirm und Digitaldruck zu verlassen, suche ich in meiner Praxis die bewusste Auseinandersetzung mit Materialien und deren Widerstand, Eigenlogik und gestalterischem Potenzial. In einer Zeit, in der KI-generierte, digitale Designs immer glatter, körperloser und vorhersehbarer werden, verstehe ich Gestaltung als ein im Raum verorteter, körperlicher Prozess — als Arbeit mit Dingen, die Reibung generieren und Spuren hinterlassen. Meine Arbeiten bewegen sich daher im Spannungsfeld von Design, Kunst und Handwerk. Nach einem Praktikum bei Studio Dumbar in den Niederlanden studiere ich inzwischen im Master an der HfBK Hamburg, wo die unmittelbare Nähe zur freien Kunst mich weiterhin prägt. Seit zwei Semestern habe ich einen Lehrauftrag an der HAW Hamburg und erforsche diese Themen und Arbeitsweisen zusammen mit Studierenden.

Stil Meine Arbeiten wurden von Grafiker:innen als »zu künstlerisch« und von Künstler:innen als »zu grafisch« oder „angewandt“ bezeichnet. Ich denke, genau darin liegt der Reiz — ich bewege mich gerne zwischen den Welten und grade diese Irritation macht es meiner Meinung nach spannend. Ausgangspunkt ist für mich immer Typografie, da sieht man ganz klar, dass ich aus der Grafik komme. Mein Einsatz von beispielsweise Farben und Materialien überschreitet aber häufig bewusst die Konventionen des klassischen Grafikdesigns.

Lieblingsmotive Typografisch-grafische Figuren kombiniert mit organischen, abstrakten Formen oder Oberflächen.

Technik In meinem Gestaltungsprozess wechsle ich konstant zwischen digitalen und analogen Prozessen. Oft starte ich mit analogen Skizzen oder ausgehend von den Eigenschaften eines Materials. Dann gehe in den digitalen Entwurfsprozess, in dem cmd+z viel Freiheit gibt, um dann wieder ins Material zu gehen. Dort entstehen dann nochmal viele ungeplante, spontane und widerrufbare »happy accidents«, die den Gestaltungsprozess interessant machen.

Inspiration Ich fühle mich häufig inspiriert von Interior- oder Produktdesign. Dort kommen oft spannende Materialien,
Oberflächen und Farbwelten zusammen. Inzwischen gestalte ich auch Objekte wie Taschen, Ringe oder Möbelstücke selbst.

Kunden Aram Bartholl, HAW Hamburg, HfBK Hamburg, Softrot Kollektiv, Qualitize, FC St. Pauli

Großformatiger Druck mit rotem Rechteck und stilisiertem, hellrosa Augenmotiv lehnt auf gestapelten Holzstühlen; Hintergrund mit gelb gefliester Wand und schwarzem Graffiti.
Siebdruck, DINA2. Gewinner Mut zur Wut Bild: Katharina Wanke
Das Year of the Firehorse
Zwei Hände halten ein Buch vor blauem Himmel; Cover mit unscharf überlagerter Typografie und Titel »Aram Bartholl Kunstverein Roterburg« in Weiß.
Kunstkatalog für Aram Bartholl in Zusammenarbeit mit Rebecca Söhlke Bild: Katharina Wanke
Weißer kurzärmeliger Pullover mit schwarzer, grafischer Tierzeichnung liegt auf grünem Rasen mit verstreuten weißen Gänseblümchen; Draufsicht bei natürlichem Licht.
Textilarbeit in Zusammenarbeit mit Katharina Mumme Bild: Katharina Wanke

 

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Adobe Photoshop Update: Neue Firefly-Features für generative Bildbearbeitung im Test › PAGE online


Adobe erweitert Photoshop erneut um KI-gestützte Funktionen. Im Fokus stehen diesmal präzisere Bildbearbeitung, realistischere generative Ergebnisse und neue Möglichkeiten für typografische Gestaltung.

Adobe Photoshop Update: Neue Firefly-Features für generative Bildbearbeitung im Test › PAGE online

Adobe Photoshop & Adobe Firefly: Wie KI die Bildbearbeitung verändert

Photoshop gehört seit Jahrzehnten zu den zentralen Werkzeugen für Bildbearbeitung und Compositing. Mit der Integration von Adobe Firefly hat sich das Programm in den letzten Jahren allerdings deutlich verändert, denn KI-gestützte Funktionen übernehmen zunehmend Aufgaben, die früher zeitaufwendig manuell erledigt werden mussten.

Dazu gehören etwa generative Bildbearbeitung, automatisches Entfernen von Objekten oder das Erweitern von Bildern per Prompt. Firefly bildet dabei die technische Grundlage für viele dieser Funktionen und ist inzwischen tief in Photoshop integriert. Die neuesten Updates setzen genau an diesem Punkt an: Sie sollen repetitive Arbeitsschritte reduzieren und gleichzeitig mehr Kontrolle über generative Ergebnisse ermöglichen.

Ein Aspekt, der Adobe Firefly besonders macht, ist die sichere, kommerzielle Nutzbarkeit der mit Firefly generierten Inhalte. Adobe verwendet für das Training des Firefly-Modells ausschließlich lizenzierten Content, etwa von Adobe Stock, sowie gemeinfreie Inhalte, für die kein Urheberrechtsschutz mehr besteht. Damit positioniert sich Adobe bewusst in einer Debatte, die die KI-Entwicklung aktuell stark prägt: die Frage, wie sich neue Technologien mit den Rechten und Interessen von Kreativen vereinbaren lassen.

Wichtig ist dabei, dass diese Form der kommerziellen Absicherung nur für Inhalte gilt, die direkt mit Adobe Firefly erstellt werden. Nutzer:innen haben zwar die Möglichkeit, auch andere KI-Modelle in ihre Workflows zu integrieren, bewegen sich dann jedoch außerhalb dieses von Adobe definierten Rahmens. Entsprechend liegt die Verantwortung für die rechtliche Einordnung und Nutzung der dort generierten Inhalte stärker bei den Anwender:innen selbst.

Bildkorrekturen mit KI

Eine der auffälligsten Neuerungen betrifft die klassischen Bildkorrekturen. Photoshop erweitert seine Adjustment Layers um drei Funktionen, die bisher eher aus RAW-Bearbeitungstools bekannt waren: Klarheit, Dunst entfernen und Körnung. Der entscheidende Unterschied ist, dass alle drei vollständig nicht-destruktiv arbeiten und sich wie andere Einstellungsebenen maskieren, überblenden und kombinieren lassen. So können Kreative direkt im Dokument Struktur, Kontrast oder Atmosphäre verändern, ohne die ursprüngliche Bilddatei zu überschreiben.

Klarheit verstärkt die Struktur und den lokalen Kontrast eines Motivs und hebt Details stärker hervor. Mit Dunst entfernen lassen sich atmosphärische Schleier oder flache Kontraste ausgleichen, wodurch Bilder oft deutlich mehr Tiefe erhalten. Die Körnung wiederum fügt kontrollierte Textur hinzu und kann Fotos einen analogen Look oder mehr Charakter verleihen – ideal, wenn ein bewusstes Film- oder Korn-Feeling erzeugt werden soll. Diese Layer sparen im Workflow Zeit, weil Anpassungen direkt im Dokument vorgenommen werden können, ohne dass externe Filter oder zusätzliche Tools nötig sind.

Screenshot von Adobe Photoshop: In der Arbeitsfläche ist ein Panorama mit Berglandschaft im Morgenlicht geöffnet, während rechts Farb- und Korrektur-Panels sowie links die Werkzeugleiste sichtbar sind.
Über das Layers-Panel lässt sich eine neue Einstellungsebene erstellen, in der die Optionen Klarheit, Dunst entfernen und Körnung verfügbar sind.

Screenshot von Adobe Photoshop: Bearbeitung einer stimmungsvollen Berglandschaft bei Sonnenaufgang; rechts sind Einstellungen für Klarheit und Dunstentfernung sichtbar sowie Ebenen für Bildanpassungen.

Die Funktionen Klarheit und Dunst entfernen haben im Test besonders gut funktioniert. Sie holten deutlich mehr Tiefe und Kontrast aus dem Bild heraus und bewirken eine spürbare Verbesserung bei Gegenlicht und nebligen Situationen.

Die Körnung haben wir an einem Porträt getestet. Dabei fiel auf, dass die Wirkung subtiler ist und sich weniger für jedes Bild eignet, sie kann schnell den Eindruck einer leichten Unschärfe erzeugen. Normalerweise wird sie eingesetzt, um Fotos eine analoge Textur oder künstlerische Körnung zu verleihen, etwa für Editorial-Design oder Retro-Optik.

Screenshot von Adobe Photoshop: Schwarzweiß-Porträt einer lächelnden Frau mit Brille; rechts sind Einstellungen für Körnung sichtbar sowie Ebenen für Schwarzweiß- und Rausch-Effekte.
Mit einer stärkeren Körnung kann man einem modernen Porträtfoto schnell eine Retro-Optik verleihen.

Die Bedienung ist sehr intuitiv. Über das Layers-Panel lässt sich der Schieberegler direkt anwenden und in Echtzeit beobachten, wie das Bild sich verändert. Besonders bei Landschaftsaufnahmen mit Nebel oder Gegenlicht liefert die Kombination aus Klarheit und Dunst entfernen einen starken, sofort sichtbaren Effekt. Die Einstellungsebenen lassen sich jederzeit wieder anpassen oder maskieren, sodass der Workflow flexibel bleibt.

Präzisere generative Werkzeuge

Auch die generativen Werkzeuge in Photoshop wurden überarbeitet. Generatives Füllen, generatives Erweitern und das Remove Tool liefern nun Ergebnisse in höherer Qualität und mit einer Auflösung von bis zu 2K. Adobe verspricht außerdem schärfere Details, weniger Artefakte und natürlichere Übergänge zwischen generierten und bestehenden Bildbereichen. Besonders beim Compositing oder bei Retuschen soll dies ein realistischeres Gesamtbild erzeugen, bei dem generierte Elemente weniger auffallen.

Gerade beim Erweitern von Bildrändern oder beim Entfernen von Objekten sind diese Verbesserungen entscheidend, da hier oft sichtbare Übergänge auftreten.

Screenshot von Adobe Photoshop: Vorher-nachher-Darstellung eines Porträts, bei dem ein freigestelltes Bild einer Frau durch „Generative Fill/Expand“ in einen erweiterten Innenraum-Hintergrund eingebettet wird.

Beim Erweitern eines Bildes haben wir statt eines konkreten Prompts die Funktion »Fill and Expand« genutzt und ein bestehendes Foto mit Bürohintergrund automatisch vergrößern lassen. Dabei zeigt sich, dass das Tool besonders in solchen Szenarien überzeugend arbeitet: Perspektive, Tiefenschärfe und Proportionen werden konsistent weitergeführt, sodass die Erweiterung visuell stimmig und überraschend realistisch wirkt.

Das Entfernen-Werkzeug funktionierte auch sehr gut: Auf einem Tischfoto wurde eine Pflanze entfernt, und Photoshop fügte automatisch eine passende Schale ein. Farben und Lichtstimmung passen sich nahtlos an, sodass das Ergebnis sehr natürlich wirkt.

Screenshot einer Bildbearbeitungsoberfläche: Vorher-nachher-Darstellung eines Wohnzimmers, bei dem ein markiertes Objekt auf dem Tisch mithilfe einer generativen Entfernen-Funktion aus dem Bild entfernt wird.

Beim generativen Erweitern eines Porträtfotos probierten wir, den Körper nach unten zu verlängern. Das Tool erzeugte zwar einen proportional etwas verzerrten Körper, die Person wirkte deutlich größer, dennoch waren die Übergänge flüssig, und die Erweiterung wirkte insgesamt stimmig. Bei Landschafts- oder Raumfotos funktionierte das Erweitern besonders gut und lieferte überzeugende Resultate.

Screenshot einer Bildbearbeitungsoberfläche: Vorher-nachher-Darstellung eines Porträts, bei dem ein freigestelltes Bild durch „Generative Fill/Expand“ zu einer vollständigen Ganzkörperaufnahme erweitert wird.

Das Entfernen von Objekten und das Erweitern von Bildern funktionieren in der Praxis zuverlässig, während das Füllen komplexerer Szenen noch limitiert ist, vor allem wenn Hintergrundinformationen fehlen. Firefly übernimmt die vorhandene Lichtstimmung sehr gut, und generierte Elemente lassen sich in den meisten Fällen harmonisch ins Bild einfügen.

Mehr Kontrolle beim Generativen Füllen

Eine weitere Verbesserung betrifft die Funktion Referenzbild beim generativen Füllen. Mit ihr können Nutzer:innen ein Bild als Referenz für Stil oder Objekt verwenden und dieses gezielt in eine neue Szene integrieren. Adobe hebt besonders hervor, dass Photoshop das Aussehen des Referenzobjekts beibehält. Das System analysiert dabei verschiedene Eigenschaften des Referenzbildes und versucht, diese konsistent in die neue Komposition zu übertragen. Dazu gehören unter anderem Perspektive, Skalierung, Beleuchtung, Farbgebung und die räumliche Ausrichtung innerhalb der Szene.

Vorher-nachher-Darstellung einer Bildbearbeitung: In einem Wohnzimmer wird ein markiertes Objekt auf dem Tisch per generativer KI durch ein anderes Objekt (Kaugummiautomat) ersetzt.

Für einen weiteren Test haben wir ein Esszimmer-Foto genutzt, auf dessen Tisch ursprünglich eine Pflanze stand, und diese durch ein anderes Objekt ersetzt. Dafür haben wir die Pflanze markiert, ein Referenzbild einer kleinen Vintage-Kaugummimaschine hochgeladen und die generative Füllfunktion verwendet. Mit einem entsprechend präzisierten Prompt, der den gewünschten fotorealistischen Stil definiert, wird das Referenzobjekt überzeugend in die Szene integriert. Die Kaugummimaschine orientiert sich klar an Form und Farbgebung des Referenzbildes und fügt sich insgesamt stimmig und realistisch in die Umgebung ein, auch wenn sie leicht variiert.

Der Test zeigt vor allem, wie entscheidend die Prompt-Gestaltung für das Ergebnis ist: Wird der gewünschte Stil klar benannt, lassen sich deutlich konsistentere Resultate erzielen. Adobe stellt dazu auch eigene Guidelines und Hilfestellungen bereit, die bei der Formulierung präziser Prompts unterstützen und besonders bei komplexeren Bildbearbeitungen hilfreich sein können.

Hier geht’s zu den Adobe Prompt Guidelines und Hilfestellungen

Im zweiten Versuch nutzten wir ein Straßenbild aus Italien, den Prompt »A bright yellow vintage Vespa scooter parked on a street« und luden als Referenz eine gelbe Vespa mit weißem Hintergrund hoch. Dabei zeigte sich etwas Interessantes und zwar wurden grundlegende visuelle Eigenschaften wie Farbe und Form teilweise übernommen, das Ergebnis wirkte jedoch bewusst verändert und entfernte sich deutlich vom Original-Design.

Auch nach mehreren Durchläufen ließ sich kein überzeugend realistisch wirkender Motorroller erzeugen. Stattdessen entstanden wiederholt uneindeutige, teils verzerrte Formen, die weder klar als Vespa noch als klassischer Roller oder Motorrad erkennbar waren, sondern eher wie eine schwer einzuordnende Mischung aus verschiedenen Fahrzeugtypen wirkten.

Das ist kein Zufall, sondern vielmehr eine bewusste Entscheidung im Modell-Design. Firefly ist darauf ausgelegt, keine markengeschützten Produkte oder eindeutig identifizierbaren Designs zu reproduzieren.

Vorher-nachher-Darstellung einer Bildbearbeitung: Eine mediterrane Straßenszene wird per generativer KI ergänzt, indem ein kleines gelbes Fahrzeug am Straßenrand hinzugefügt wird.
Die Funktion hält, was sie verspricht, insofern, dass sie die Hauptattribute eines Objekts erkennt und überträgt.

Im Vergleich zu anderen generativen KI-Modellen, die solche Schutzmechanismen oft gar nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigen, wird deutlich, wie stark Adobe auf rechtliche Sicherheit und den Schutz von geistigem Eigentum setzt. Für Nutzer:innen bedeutet das: Wer mit konkreten Marken oder geschützten Designs arbeitet, muss damit rechnen, dass diese bewusst abstrakter dargestellt werden. Gleichzeitig schafft genau dieser Ansatz eine Grundlage für kommerziell nutzbare Inhalte, bei denen rechtliche Risiken reduziert werden.

Dynamic Text in Photoshop Beta

Neben Bildbearbeitung und KI-Features bekommt auch die Typografie ein kleines Update. Mit Dynamic Text lassen sich Textebenen mit wenigen Klicks entlang von Formen anordnen, etwa kreisförmig, gebogen oder gewölbt. Photoshop passt dabei automatisch Größe und Position des Textes an den gewählten Pfad an. Damit entfällt ein Teil der manuellen Arbeit mit klassischen Text-on-Path-Werkzeugen, bei denen der Text zunächst an einem Pfad ausgerichtet und anschließend oft noch manuell angepasst werden muss.

Wichtig: Die Funktion ist derzeit nur in Photoshop Beta verfügbar. Um sie zu nutzen, muss die Beta-Version zunächst über die Creative-Cloud-App installiert werden. Gerade für Logos, Verpackungsdesign oder Poster kann Dynamic Text Zeit sparen, weil sich typografische Experimente schneller umsetzen lassen.

Dreiteilige Darstellung einer Designbearbeitung: Eine Monstera-Pflanze wird mit unterschiedlichen Typografie-Layouts kombiniert – von überlagertem Text über kreisförmige Schrift bis hin zu angepasstem Textfluss entlang der Blätter.
Für unseren Test haben wir ein Foto einer Monstera-Pflanze verwendet und den Schriftzug „Cool Monstera Plant“ darüber gelegt.

Zunächst erscheint der Text ganz normal als klassischer Textblock. Über die Dynamic-Text-Option lässt sich dieser anschließend mit wenigen Klicks in verschiedene Formen umwandeln.

Im Test haben wir mehrere Varianten ausprobiert: einen kreisförmigen Text, eine nach oben gewölbte Version sowie eine Variante mit nach unten gebogenem Schriftzug. Auffällig ist dabei, dass Photoshop die Textgröße automatisch an die jeweilige Form anpasst, sodass der Schriftzug sauber entlang des Pfades verläuft.

Die Bedienung wirkt im Test überraschend unkompliziert. Nachdem der Text gesetzt ist, lässt sich die Form direkt auswählen und anschließend über Ankerpunkte weiter anpassen. Diese können verschoben werden, sodass sich der Verlauf des Textes flexibel verändern lässt. Auch Größe und Position des Schriftzugs lassen sich weiterhin wie gewohnt anpassen. Insgesamt wirkt die Funktion sehr intuitiv und lässt sich ohne große Umwege in bestehende Layouts integrieren.

Dynamic Text eignet sich vor allem für Layouts, bei denen Schrift eine stärkere grafische Rolle spielt. Denkbar sind etwa kreisförmige Logos, Schriftzüge auf Verpackungen, Poster Designs oder Social-Media-Visuals, bei denen Text um ein Motiv herum angeordnet wird. Gerade bei Produktfotos oder Branding-Elementen kann es hilfreich sein, wenn sich Typografie schnell an Formen oder Bildmotive anpassen lässt, ohne dass dafür aufwändig mit Pfaden gearbeitet werden muss.

Lohnt sich das neue Photoshop-Update?

Viele der neuen Features wirken auf den ersten Blick subtil, aber zeigen in der Praxis eine spürbare Wirkung. Nicht-destruktive Bearbeitung wird weiter ausgebaut, während KI-gestützte Funktionen direkt in den Workflow integriert werden. Besonders die verbesserten generativen Werkzeuge (Füllen, Erweitern und Entfernen) liefern nun realistischere Ergebnisse und erleichtern Retusche und Compositing erheblich.

Mit den neuen Einstellungsebenen für Klarheit, Dunst entfernen und Körnung können Bildkorrekturen direkt im Dokument durchgeführt werden, ohne die Originaldatei zu verändern. In Kombination mit Dynamic Text lassen sich sowohl Bilder als auch Typografie flexibler und kreativer gestalten.

Unser erster Eindruck nach den Tests:

Nach den ersten Anwendungen wird deutlich, wie stark KI-gestützte Funktionen den Workflow in Photoshop verändern. Viele Prozesse wirken flüssiger, Übergänge realistischer und Anpassungen lassen sich dank non-destruktiver Ebenen deutlich präziser steuern. Gerade Funktionen wie generatives Füllen oder Dynamic Text eröffnen neue kreative Möglichkeiten und beschleunigen klassische Arbeitsschritte spürbar.

Gleichzeitig zeigt sich, dass das Zusammenspiel aus Prompt, Referenzbild und Anwendungsszenario entscheidend für das Ergebnis ist. Je klarer Stil, Kontext und gewünschte Wirkung definiert werden, desto konsistenter und überzeugender fallen die Resultate aus.

Für komplexere Aufgaben kann es sich daher lohnen, schrittweise zu arbeiten, Ergebnisse zu iterieren oder gezielt mit Referenzen und präziseren Prompts zu experimentieren. Auch ein Blick in die von Adobe bereitgestellten Prompt-Guides und Best Practices kann helfen, das volle Potenzial der Tools auszuschöpfen und Ergebnisse gezielt zu steuern. Die kommerzielle Nutzbarkeit der mit Firefly generierten Inhalte ist dabei definitiv eine Besonderheit und ein klarer Vorteil gegenüber anderen Bildgenerierungstools.



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»Der Designprozess ist nicht tot – aber die Ausreden sterben« › PAGE online


Mark Meyer, Vertretungsprofessor für AI + Design an der HfG Schwäbisch Gmünd, über die Frage, die gerade alle beschäftigt: Jenny Wen von Anthropic hat den Designprozess für tot erklärt. Die Wahrheit ist differenzierter – und die Chance größer, als die meisten denken.

»Der Designprozess ist nicht tot – aber die Ausreden sterben« › PAGE onlineBild: Mark MeyerJenny Wen, Head of Design für Claude bei Anthropic, hat Anfang März bei Lenny’s Podcast den Designprozess für tot erklärt. Double Diamond, Divergenz, Konvergenz – alles Geschichte. Wen beschreibt eine konkrete Verschiebung in ihrer eigenen Arbeit: Früher gingen 60–70 Prozent ihrer Zeit in Mockups und Prototypen, heute sind es 30–40 Prozent – der Rest fließt in direkte Zusammenarbeit mit Engineers und in die Implementierung selbst. Der Grund: Wenn Engineers mit mehreren AI-Coding-Agents gleichzeitig arbeiten und funktionierende Features in Stunden liefern, wird der klassische Designprozess, von wochenlanger Discovery und dann Handoff zu Engineers, zum Flaschenhals. Sie trifft damit einen wichtigen Punkt: Es ist tatsächlich Zeit aufzuwachen, nicht aber unbedingt, um Panik zu machen.

Die unbequeme Wahrheit: Design hatte schon vor Generative AI ein Problem

Wer die letzten paar Jahre nicht verschlafen hat, weiß, dass die Design Disziplin in einer Krise steckt. Google hat 2025 über 100 Designer:innen entlassen, und auch IDEO musste große Einbußen in Kauf nehmen.

Es wäre einfach, das alles jetzt auf neue AI-Tools zu schieben, allerdings liegt die Wahrheit woanders: Die bisherigen Bemühungen Design als strategische Kompetenz zu positionieren sind gescheitert. Kaum etwas ist von dem Design-Thinking Hype vor einigen Jahren noch zu spüren. Zu sehr wurde sich auf der »Craft«, also den handwerklichen Aspekten von Design, ausgeruht. Zu sehr nahmen wir als Designer:innen unseren Wert als selbstverständlich wahr. Design hat es sich zu lange bequem gemacht in der Überzeugung, dass gute Arbeit für sich spricht. Sie tut es nicht – jedenfalls nicht in Organisationen, in denen Budgets und Roadmaps von Menschen entschieden werden, die andere Sprachen sprechen. Wer jetzt jammert, AI würde Designer:innen überflüssig machen, sollte sich ehrlich fragen: Haben wir jemals überzeugend erklärt, warum wir nicht überflüssig sind? Die Antwort ist nicht mehr Design-Rhetorik. Sie ist Interdisziplinarität – raus aus der eigenen Blase, rein in die Sprache von Engineering, Product, Business und Daten. Genau hierbei können AI-Tools helfen: uns von der »Craft« zu lösen und die strategischen Kompetenzen des Designs endlich zu etablieren. Um das zu erreichen, lohnt sich ein genauerer Blick in das, was sich gerade rapide ändert: die Tool Landschaft.

Was sich ändert: Weg von Mockups, hin zum Produkt

Die vielversprechendsten AI-Tools aktuell sind Produktions-Tools, also Tools, die es ermöglichen, schnell UIs nicht nur zu entwerfen, sondern tatsächlich zu bauen. Machen diese Tools das schon genauso gut wie erfahrene Designer:innen? Sicherlich nicht. Teilweise werden noch grobe gestalterische Fehler gemacht, und Accessibility ist in der Regel auch noch ein Fremdwort. Allerdings wäre es leichtsinnig, sich auf diesen paar Prozentpunkten, die wir noch besser sind, auszuruhen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis diese paar Prozentpunkte verschwinden, und Generative AI Tools genauso gute Ergebnisse liefern wie erfahrene Designer:innen.

Statt also den durchgemachten Nächten Pixel-Schubserei nachzutrauern sollten wir uns freuen: Generative AI Tools stellen es uns in Aussicht, näher als je zuvor am realen Produkt zu sein! Noch nie war ein Mockup gleichzusetzen mit dem realen Produkt, und jetzt können wir, einfacher als je zuvor, ein Teil davon sein. Wir müssen nicht mehr große Handoff-Prozesse vorbereiten und darauf hoffen, dass möglichst viel unserer wunderschönen Mockups auch tatsächlich ihren Weg ins Produkt finden – wir können selbst mitmischen.

Was wir uns allerdings genau überlegen sollten ist, was uns überhaupt berechtigt mitzumischen. Welche Kompetenzen bringen wir als Designer:innen – also abseits unserer »Craft« – mit? »Kreativität« oder »Empathie« können es nicht sein – das sind keine Kompetenzen, die ausschließlich Designer:innen mitbringen. Engineers können genauso kreative Lösungen entwickeln, und emphatisch kann sowieso jeder Mensch kann sein. Die realen Kompetenzen des Designs liegen woanders: in der Fähigkeit, Aufgabenstellungen selbst in Frage zu stellen, bevor man Lösungen baut – also korrektes Problem Framing statt vorschnellem Lösungsmodus. Sie liegen in der Synthese widersprüchlicher Inputs, um Nutzer-Feedback, technische Einschränkungen und Business-Ziele zu einer kohärenten Richtung verdichten. Und die Kompetenzen liegen letztlich auch darin, die Endnutzer-Perspektive in Räumen zu vertreten, in denen alle anderen auf Metriken, Timelines oder technische Eleganz optimieren. Keine dieser Kompetenzen steht in einer Figma-Datei. Aber jede davon entscheidet darüber, ob das Richtige gebaut wird – oder nur irgendetwas, aber schnell.

Wo anfangen?

Wenn die eigentliche Designkompetenz nicht in der Figma-Datei steckt, dann ist der erste Schritt auch kein Tool-Wechsel, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viel meiner Zeit fließt aktuell in Problem Framing, in Synthese, in die Vertretung der Nutzer-Perspektive? Und wie viel in Pixel-Produktion, die ein AI-Tool in Minuten erledigen könnte? Wer diese Frage beantwortet hat, weiß auch, wo AI-Tools ansetzen sollten: nicht als Ersatz für die eigene Urteilskraft, sondern als Mittel, um schneller dort anzukommen, wo die eigentliche Designarbeit beginnt.

Anfangen kann man dann mit Figmas oder Adobes eigenen AI-Features. Gleichzeitig kann man Prototyping-Tools wie Lovable oder v0 ausprobieren und in den Workflow integrieren. Perspektivisch kann man die Brücke zu Coding-Tools über Figmas MCP-Server schlagen. All das sind Wege, die Produktionsschicht zu komprimieren. Nicht um weniger zu arbeiten, sondern um mehr Zeit für die Arbeit zu haben, die das Profil von uns Designer:innen wirklich ausmacht.

Der Designprozess lebt – er entwickelt sich lediglich weiter

Jenny Wen hat also recht: Etwas Grundlegendes verschiebt sich. Und ihr Impuls – raus aus dem Elfenbeinturm, rein in die Zusammenarbeit mit Engineering, Product und Business – ist genau richtig. Aber der Designprozess ist nicht tot. Was stirbt, ist die Möglichkeit, sich hinter dem Prozess zu verstecken. Wer wochenlang in Discovery-Phasen verschwindet, ohne klare Entscheidungen zu treffen, für diejenigen wird es eng. Und wer Pixel-Perfektion als Wertbeitrag verkauft wird ebenfalls keinen Erfolg mehr verzeichnen können.

Für alle anderen ist das hier eine Chance, den eigenen Wertbeitrag klarer zu definieren. Nicht als isolierte:r Designer:in mit den perfekten Mockups. Sondern als integraler Bestandteil des Teams, das entscheidet, was gebaut werden soll und warum.

HfG Schwäbisch Gmünd

Die Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd bildet Designer:innen in drei Bachelorstudiengängen aus, die das Spektrum vom Physischen bis zum Digitalen abdecken: Produktgestaltung, Kommunikationsgestaltung und Interaktionsgestaltung. Der Master Strategische Gestaltung richtet den Blick auf Designmanagement und Forschung. Was die Programme verbindet: ein starkes Fundament in gestalterischen Grundlagen, geprägt durch die Tradition der HfG Ulm und des Bauhauses. Mit dem AI+D Lab baut die Hochschule eine programübergreifende Praxis an der Schnittstelle von KI und Design auf — nicht als Werkzeugkurs, sondern als kritische Auseinandersetzung mit der Frage, welche Rolle Gestaltung in der Entwicklung von KI-Systemen spielt.

Quellen



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