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Intel Core Ultra X9 388H im Test: das iGPU-Biest
Intel Panther Lake alias Core Ultra 300 startet morgen. Was das Topmodell X9 388H kann, zeigt der Test des Gesamtpakets, das aus modernen P-, E- und LPE-Kernen, einer sehr großen integrierten Xe3-Grafik, aber auch einer NPU und schnellem Speicher besteht. Ist das schon der beste Notebook-Chip 2026?
Intel Core Ultra 300 im Test
Zur CES 2026 final angekündigt, fällt heute das Embargo für Tests neuer Notebooks mit Intel Core Ultra 300 „Panther Lake“. Gerüchten zufolge betrifft das vorerst nur das Topmodell Core Ultra X9 388H, offiziell bestätigt ist das aber nicht. Doch in der Tat lag auch ComputerBase nur ein Testmuster dieses Flaggschiffs vor. Was der in Sachen Leistung in Anwendungen und Spielen und Akkulaufzeit zu leisten imstande ist und wie er sich im Wettstreit mit AMDs Ryzen AI 9 HX 370 schlägt, klärt der Test anhand des brandneuen Asus Zenbook Duo (2026).
Verkaufsstart am morgigen 27. Januar
Verkauft werden sollen die ersten Core-Ultra-300-Systeme offiziell ab dem morgigen Dienstag, den 27. Januar. Schon seit 6. Januar konnte man ausgewählte Notebooks (zumindest in den USA) vorbestellen. Intel betont, dass der Rollout der über 200 Partner-Designs über das ganze erste Halbjahr vollzogen wird, es kommt also nicht alles auf einmal und auch zum Start wohl nicht direkt in riesigen Stückzahlen.
Intel Core Ultra 300 im Überblick
Was sich hinter Intel Core Ultra 300 „Panther Lake“ verbirgt, hat ComputerBase in der Vergangenheit bereits wiederholt ausführlich dargelegt. An dieser Stelle soll es daher nur noch einmal den Blick auf die bisher angekündigten Modellvarianten mit dem Topmodell Intel Core Ultra X9 388H sowie die wesentlichen Eckdaten der Architektur in Stichpunkten geben.
- Intel Core Ultra 300: Panther Lake startet mit 14 Modellen und sehr hoher Leistung
- Intel Panther Lake im Detail: Das ist „Core Ultra 300“ mit Intel 18A, neuen Kernen und Xe3
Diese Core Ultra 300 gibt es bisher
Die bis dato verfügbaren 14 Core-Ultra-300-Modelle gliedern sich in drei Serien: Core Ultra X 300H, Core Ultra 300H und Core Ultra 300. Zusammengestellt werden sie aus einem Baukasten auf zwei CPU-Tiles (Dies), zwei GPU-Tiles und einem I/O-Tile, der aber nicht immer vollständig aktiv ist. Drei der vier Modelle mit der großen iGPU werden von Intel als „Core Ultra X“ besonders hervorgehoben.
Die nachfolgende Tabelle führt alle bisher von Intel offiziell angekündigten Core Ultra 300 mit ihren technischen Daten im Detail auf. Getestet hat ComputerBase vorerst das Topmodelle Core Ultra X9 388H (fett).
Die 10 wichtigsten Panther-Lake-Eigenschaften
Was ist Panther Lake alias Core Ultra 300? Für eine detaillierte Beantwortung der Frage sei abermals an die bereits zum Einstieg verlinkten Berichte verwiesen, in zehn Stichpunkten zusammengefasst lässt sich aber sagen:
- Klassisches System on a Chip (SoC), kein DRAM auf dem Package mehr (wie Intel Lunar Lake)
- Baukastensystem aus zwei CPU-Tiles, zwei GPU-Tiles und einem (anpassbaren) I/O-Tile
- LPE-Cores, Speichercontroller und NPU liegen wieder im CPU-Tile
- Fertigung der zwei CPU-Tiles in Intel 18A, TSMC liefert eine von zwei GPU-Tiles und den I/O-Tile
- 16 Kerne: 4 Performance (P-Cores), 8 Efficiency (E-Cores) und 4 Low Power Island Cores (LPE)
- P-Cores: Cougar Cove, ungenannter IPC-Zuwachs vs. Lion Cove (Core Ultra 200)
- E-Cores: Darkmont, ungenannter IPC-Zuwachs, im Low-Power-Bereich stärker als Raptor Cove (Core i-13000/14000)
- Die E-Kerne wird auch Intel Clearwater Forest im Server nutzen, dort +17% IPC vs. Crestmont in Intel Sierra Forest
- iGPU: Premiere für Xe3 mit bis zu 12 Kernen
- NPU mit 50 TOPS für Windows Copilot+
Neben den neuen Prozessorkernen ist vor allem die integrierte Xe3-Grafikeinheit mit bis zu 12 Xe-Cores das Aushängeschild der neuen CPU-Generation. Auf diese ist Intel so stolz, dass der Hersteller zur CES 2026 in Las Vegas bereits erste eigene Tests mit Samples vor Ort erlaubten, die ComputerBase in einem Bericht zusammengefasst hat. Das Ergebnis sah sehr positiv aus – und wird sich in diesem Artikel auch bestätigen.
- Core Ultra 300: Erste Benchmarks der großen Xe3-iGPU Intel Arc B390
Das Testmuster: Asus Zenbook Duo (2026)
Getestet hat ComputerBase den Core Ultra X9 388H in einem von Intel gestellten Asus Zenbook der neuesten Generation.
Zenbooks bilden bei Asus die Speerspitze im Notebook-Consumer-Portfolio abseits von Gaming-Systemen, dort hört die höchste Klasse auf die Bezeichnung Zephyrus. Die Zenbooks sind auch dank des Einsatzes innovativer Materialien (z.B. Ceraluminum) dünn und leicht und bis in Größen von bis zu 16 Zoll verfügbar. Zuletzt wurden sie wiederholt von AMD und Intel als Muster für den Test neuer Architekturen bereitgestellt:
- Das Zenbook S 16 hatte sich die Redaktion im Sommer 2024 mit Ryzen AI 300 „Strix Point“ angesehen.
- Im Herbst 2024 gab es Core Ultra 200V „Lunar Lake“ im Zenbook S14.
Und auch in diesem Jahr hat Intel der Redaktion ein Zenbook für den ersten Panther-Lake-Test zur Verfügung gestellt: das Asus Zenbook Duo 2026 (UX8407).
Das Zenbook mit zwei Displays
Das Asus Zenbook Duo (UX8407) führt das von Asus vor Jahren aufgegriffene Dual-Display-Notebook-Konzept in einem Ceraluminum-Chassis konsequent fort. Aufgeklappt ist es anfangs „nur“ ein 14-Zoll-Notebook, doch wird die magnetisch haftende Tastatur entfernt, liegt darunter ein zweites Display gleicher Größe. Beide nutzen ein OLED mit 2.800 × 1.800 Pixeln und entsprechend satten Farben und Kontrasten, aber auch 144 Hz als Bildwiederholfrequenz und 1.000 Nits Helligkeit (HDR, SDR: 500 Nits) bieten sie.
Die Lücke zwischen den beiden Displays am Scharnier ist beim neuen Modell 70 Prozent kleiner als zuvor, auch insgesamt ist das Notebook noch etwas kompakter geworden. Das Gewicht von 1,65 Kilogramm liegt für ein 14-Zoll-Notebook vergleichsweise hoch, es steckt aber hier eben auch ein zweites Display im System. Und ein großer Akku: 99 Wh und damit so viel wie maximal erlaubt verbaut Asus dieses Mal.
Technische Eckdaten
Das Zenbook Duo 2026 gibt es in zwei Varianten, wobei der einzige Unterschied der verwendete Prozessor ist: Die teurere nutzt den Core Ultra X9 388H mit Intel Arc B390, die günstigere den Core Ultra 9 386H mit gleicher Anzahl CPU-Kerne, aber der kleinen Grafikeinheit (4 statt 12 Xe-Cores).
Sehr teuer, aber es geht auch günstiger
Das Problem bei dem speziellen Notebook: der Preis liegt sehr hoch. In Deutschland ruft Asus in der Maximalkonfiguration mit Core Ultra X9 388H satte 2.599 Euro auf.
Dass Intel Core Ultra 300 mit einem X-Serie-Prozessor, also mit großer Grafikeinheit, auch viel günstiger starten kann, zeigt wiederum das ebenfalls zur CES 2026 vorgestellte MSI Prestige 14 Flip AI+: Die UVP und der Pre-Order-Preis im MSI-Shop in den USA liegt bei 1.299,99 US-Dollar (vor Steuern), in Deutschland erscheint es in eigenen Wochen für 1.549 Euro (Vorbestellpreis) – das sind 1.550 Euro weniger.
Erste Listungen gibt es derweil auch schon von Panther Lake ohne die Arc-B390-Grafikeinheit. Die Preise hier sind bisher zudem ganz ähnlich gelagert, Vobeispielsweise bei Notebooksbilliger.de*. Dort gibt es viele klassische Notebooks, von denen erneut viel zu große CPU präferieren, den Rest dann aber vergessen respektive zu teuer werden: Einen Core Ultra 9 braucht es in der normalen Version auch bei Panther Lake schlichtweg nicht, schon gar nicht, wenn noch nicht einmal eine zusätzliche diskrete GPU verbaut wird und das ganze fast 2.000 Euro kostet.
Wie in den letzten 20 Jahren heißt es auch im Jahr 2026: Die Ligen darunter sind die viel sinnvolleren, in dem Fall mit Core Ultra 7 und Core Ultra 5. Bis diese jedoch verfügbar sind, könnte es noch ein wenig dauern, viele Hersteller werden erst in den kommenden Wochen liefern.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
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Nicht nur für Vielreisende: Apple erneuert beliebtes iPhone-Zubehör
Nachdem Apple im Jahr 2021 nach vielen Gerüchten das erste Modell des beliebten iPhone-Zubehörs vorgestellt hat, folgt nun fast fünf Jahre später die zweite Generation des AirTag. Das lange Warten hat damit ein Ende.
Bereits die erste Generation des AirTag war ein beliebtes Zubehör für Reisende. Aber nicht nur die Vielflieger sind eine Zielgruppe für das kleine runde iPhone-Zubehör. Egal, ob die Airline eure Koffer verloren hat oder ihr euren Schlüsselbund sucht, der weiße Chip kann euch bei der Suche helfen. Und auch wenn die Fernbedienung für den Fernseher mal wieder zwischen die Kissen gerutscht ist, sorgt der integrierte Lautsprecher für ein einfaches Wiederfinden. Die zweite Generation bringt nun eine Reihe nützlicher Neuheiten im Inneren mit. Am Äußeren hat sich nicht viel geändert.
Apple AirTag: Größere Reichweite dank neuer Technik
Der AirTag der zweiten Generation benutzt wie gehabt Apples „Wo ist?“-Netzwerk, um euch bei der Suche nach verlorenem Gepäck, Schlüsseln, Fahrrädern, Taschen und vielem mehr zu unterstützen. Der iPhone-Hersteller hebt erneut hervor, dass er „ausschließlich für die Ortung von Gegenständen entwickelt“ wurde. Das Zubehör von Drittanbietern für eure Haustiere sieht man in Cupertino also weiterhin ungern.
Im neuen AirTag arbeitet die zweite Generation des Ultrabreitband-Chips (UWB) von Apple, welcher auch im iPhone 17 und Air, der Apple Watch Ultra 3 und Series 11 verbaut ist. Dieser soll dafür sorgen, dass ihr eure Gepäckstücke oder Rucksäcke aus einer größeren Distanz finden könnt. UWB kommt für das „Genaue Suchen“ zum Einsatz. Apple spricht von einer Entfernung, die jetzt 50 Prozent größer als zuvor ist. Apple hat dank eines neuen Bluetooth-Chips auch die reguläre Reichweite verbessert.

Die „Genaue Suche“ kann nun auch erstmals auf einer Apple Watch Series 9 oder neuer oder einer Ultra 2 oder neuer genutzt werden. Bei dieser Suche wird euch eine exakte Distanz und Richtung auf dem Display von iPhone oder Watch zum AirTag angezeigt.
Stärkerer Lautsprecher im neuen iPhone-Zubehör
Der iPhone-Hersteller schreibt weiter, dass man das interne Design überarbeitet hat. Das sorgt dafür, dass der neue AirTag 50 Prozent lauter sein soll als die Vorgängergeneration. Ihr könnt den AirTag damit „aus einer bis zu doppelt so großen Entfernung wie zuvor hören“. Gleichzeitig hat man der „Genauen Suche“ einen neuen Signalton spendiert, der das Finden noch leichter machen soll.
Für die Nutzung des neuen AirTag und der „Genauen Suche“ setzt Apple iOS 26.2.1 beziehungsweise watchOS 26.2.1 voraus. Diese neuen Software-Updates dürften also in den kommenden Stunden für iPhone und Apple Watch erscheinen.
Der neue AirTag kann ab sofort bestellt werden. Die Einzelverpackung kostet 35 Euro, für das Viererpack verlangt Apple 119 Euro. Auf Wunsch könnt ihr den weißen Plastikchip auch mit einer persönlichen Gravur versehen.
Mit diesem Symbol kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, nextpit weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!
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Remote-Software AnyDesk 7.1.3: Update erhöht Stabilität bei Linux und Raspberry Pi

Erst vor wenigen Tagen hatten die Entwickler von AnyDesk mit Version 9.6.8 unter Windows zahlreiche Fehler in der Remote-Software behoben. Nun folgt mit AnyDesk 7.1.3 das Update für Linux inklusive Raspberry Pi, bei dem sich die Entwickler ausschließlich auf die Beseitigung von Fehlern beschränkt haben.
Vor allem Dialog-Fenster verursachen Probleme
So wurden in AnyDesk 7.1.3 insgesamt 15 Fehlerkorrekturen umgesetzt, die unterschiedliche Bereiche der Anwendung betreffen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bedienoberfläche und hier insbesondere auf verschiedene Dialog-Fenster.
So wurde unter anderem ein Problem behoben, bei dem sich der Dialog zur Bestätigung einer Lizenzänderung beim Wechseln zwischen Registerkarten nicht automatisch schloss. Gleiches gilt für einen nicht reagierenden Warndialog beim Start von AnyDesk als Root sowie für einen fehlenden Dialog, wenn der Privatsphäre-Modus verweigert wurde. Zudem berichten die Release Notes von einem „unerwarteten Fehlerdialog“, der beim Schließen einer ausgehenden Sitzung aus der Registerkartenleiste erschien. Ebenfalls korrigiert wurde ein falsches Popup-Fenster, das beim Einrichten eines Passworts für den unbeaufsichtigten Zugriff angezeigt wurde.
Darüber hinaus konnte ein Rechtsklick auf Elemente der letzten Sitzung unter Umständen einen Absturz der Anwendung verursachen, was ebenfalls behoben wurde. Weiterhin kam es in bestimmten Szenarien vor, dass direkte Verbindungen innerhalb eines LAN nicht zuverlässig funktionierten, was nun korrigiert sein soll. Ebenso sollte der Countdown im AnyMessage-Dialogfeld vor dem Starten einer ausgehenden Sitzung bei nicht lizenzierten Clients nun nicht mehr fehlen. Zusätzlich bleibt das Kontrollkästchen für den Datenschutzmodus bei nicht lizenzierten Clients künftig nicht mehr aktiv.
Eine komplette Übersicht aller Änderungen bieten die ausführlichen Release Notes.
Ab sofort erhältlich
AnyDesk 7.1.3 für Linux und dem Raspberry Pi steht ab sofort auf der Website des Herstellers bereit. Alternativ kann die Remote-Software auch wie gewohnt über den am Ende dieser Meldung angebrachten Link bequem aus dem Download-Bereich von ComputerBase geladen werden.
Downloads
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3,6 Sterne
AnyDesk ist eine Software für den Remote-Zugriff auf den eigenen oder externe Rechner.
- Version 7.1.3, Linux Deutsch
- Version 9.6.8 Deutsch
- Version 9.6.1, macOS Deutsch
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Europa sagt USA den Kampf an
Grönland kaufen, die Ukraine vertrösten – Trumps Unberechenbarkeit entlarvt Europas größte Schwäche: die totale digitale Knechtschaft. Lest hier, warum die transatlantische Nabelschnur zum Sicherheitsrisiko geworden ist und wie wir uns jetzt aus der Abhängigkeit der US-Techkonzerne befreien.
Stellen wir uns für einen Moment vor, die transatlantische Freundschaft wäre nicht nur ein romantisches Überbleibsel des letzten Jahrhunderts, sondern eine verlässliche Konstante. Ein schöner Gedanke, aber ein falscher. In Washington ordnet ein erratischer Donald Trump die Weltpolitik nach Gutsherrenart und ordnet sie via Social-Media-Dekret neu, während er gleichzeitig sein Land in den Bürgerkrieg manövriert. Europa wirkt währenddessen ohnmächtig, und starrt wie ein Kaninchen auf die Schlange. Wir haben uns in eine digitale Knechtschaft manövriert, die ihresgleichen sucht.
Ändert sich das jetzt? Zumindest hat das Wall Street Journal lesenswert darauf hingewiesen, dass in der EU jetzt aufgeregte Betriebsamkeit herrscht.
Das Silicon Valley gehorcht Trump
Es ist ein bizarres Schauspiel: Da sind auf der einen Seite die US-Tech-Giganten, jene vermeintlichen Weltverbesserer aus dem Silicon Valley, die bei der ersten Regung aus dem Weißen Haus prophylaktisch Knie fallen. Sie buhlen um die Gunst eines Mannes, dessen einzige Konstante seine Unberechenbarkeit ist, und erklären ihm ihre bedingungslose Loyalität. Und wir? Wir sitzen in Brüssel, Berlin und Paris und hoffen inständig, dass der Stecker, an dem unsere gesamte Verwaltung, unsere Wirtschaft und unsere Privatleben hängen, nicht zum Spielball einer nächtlichen Laune wird. Wir sind exakt ein einziges Präsidenten-Dekret von einer Katastrophe entfernt.
Diese Arschkriecherei der Konzerne (pardon my french) illustriert nur zu deutlich: Wenn es hart auf hart kommt, zählt nicht der Datenschutz in Dortmund-Scharnhorst, sondern der Aktienkurs an der Nasdaq und der Frieden mit dem Möchtegern-König. Unsere Abhängigkeit von Microsoft, Google und Apple ist keine Bequemlichkeit mehr – sie ist eine strategische Bankrotterklärung. Es ist Zeit, die digitale Nabelschnur zu kappen, bevor uns in Übersee einfach der Sauerstoff abgedreht wird. Es ist der letzte verzweifelte Akt der Selbstbehauptung eines Kontinents, der verlernt hat, technologisch auf eigenen Beinen zu stehen.
In meiner Analyse lege ich die Finger in die Wunde: Wir werfen einen Blick auf die Risiken – von rechtlichen Sackgassen bis zur Marktdominanz –, entlarven die Schein-Lösungen der US-Anbieter und zeigen, wie Europa bereits jetzt das Fundament für echte digitale Freiheit legt.
Das Kernproblem: Wir hängen am Tropf
Die Abhängigkeit von US-Technologie ist keine abstrakte Sorge, sondern eine reale Gefahr für unsere Wirtschaft und Souveränität. Ein Blick auf die Zahlen ist ernüchternd: Über 80 Prozent unserer digitalen Produkte kommen von außerhalb der EU. Im Cloud-Sektor kontrollieren US-Anbieter sogar satte 83 Prozent des Marktes. Das erstickt nicht nur heimische Innovationen, sondern macht uns erpressbar.
Dazu kommt noch der rechtliche Dauer-Clinch: Unsere DSGVO prallt frontal auf den US „CLOUD Act“. Letzterer zwingt US-Firmen dazu, Daten herauszugeben – egal, wo auf der Welt sie liegen. Verträge mit Kunden zählen da wenig, das US-Bundesgesetz sticht alles. Wie ernst die Lage ist, zeigte sich im Juli 2025: Vor dem französischen Senat konnte der Chefanwalt von Microsoft Frankreich nicht ausschließen, dass Daten ohne Zustimmung an US-Behörden fließen.
Die Angst vor einem „digitalen Kill Switch“ – also der Abschaltung kritischer Infrastruktur durch Washington – ist damit kein Hollywood-Szenario mehr, sondern ein plausibles geopolitisches Druckmittel. Ein simpler Befehl könnte uns morgen handlungsunfähig machen.
Die US-Antwort: Souveränität als Marketing-Gag?
Um den Druck aus Brüssel zu mindern, präsentieren Microsoft, AWS und Google nun „souveräne“ Lösungen. Das bedeutet, dass unsere Daten auf deren Servern liegen, diese Server aber immerhin in Europa stehen. Auf diese Weise probiert es beispielsweise Google in München und Amazon in Brandenburg. Doch Vorsicht: Das ist oft mehr Schein als Sein. Kritiker nennen es „Sovereignty-Washing“.
Zwar gibt es technische Kontrollen und lokale Partner (wie Delos Cloud in Deutschland), aber an der rechtlichen Unterordnung unter US-Gesetze ändert das nichts. Am Ende sind diese Angebote vor allem taktische Manöver, um Marktanteile zu sichern, ohne die echte Kontrolle abzugeben. Europa muss sich entscheiden: Wollen wir Abhängigkeit mit neuem Etikett oder echte Alternativen?
Europas Aufbruch: Der Weg zum „Eurostack“
Europa wartet nicht mehr ab. Der politische Wille zur Emanzipation ist da: Anfang 2026 forderte das EU-Parlament mit einer riesigen Mehrheit technologische Souveränität. Der Trend geht klar zu „Buy European“.
Um nicht nur Regeln aufzustellen, sondern auch technologisch wieder in der ersten Liga mitzuspielen, plant die EU für Anfang 2026 den Cloud and AI Development Act (CADA). Während bisherige Gesetze vor allem vorschreiben, was KI nicht darf, soll der CADA die Ärmel hochkrempeln. Das Ziel: Der Aufbau echter europäischer „KI-Gigafactories“. Dabei geht es um massive Rechenpower und Cloud-Infrastrukturen unter EU-Kontrolle, damit wir unsere KI-Modelle nicht länger auf den Servern von Microsoft oder Google trainieren müssen. Er ist das industriepolitische Rückgrat für den „Eurostack“.

Aber: Was nützt die Förderung lokaler Firmen, wenn diese kurz darauf von US-Giganten geschluckt werden? Die Übernahme des niederländischen Anbieters Solvinity durch Kyndryl Ende 2025 war ein Weckruf. Souveränität braucht nicht nur Aufträge, sondern auch Schutz vor Ausverkauf.
Digitalisierung im All? Hört dazu unbedingt in unseren überMORGEN-Podcast rein:
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Es gibt sie, die europäischen Lichtblicke
Gleichzeitig zeigen Open-Source-Projekte, dass es auch ohne Silicon Valley geht:
- OpenDesk: Die vom deutschen Innenministerium vorangetriebene Alternative zu Microsoft 365. Sie nutzt Tools wie LibreOffice und Nextcloud und wird bereits erfolgreich eingesetzt – sogar beim Internationalen Strafgerichtshof.
- Nextcloud: Diese Plattform beweist täglich bei Behörden in ganz Europa, dass sicheres Arbeiten in der eigenen Infrastruktur möglich ist.
Das Ziel ist ein „Eurostack“: Eine Industriepolitik, die auf drei Säulen ruht: „Buy European“ (Beschaffung priorisieren), „Build European“ (private Investitionen fördern) und „Fund European“ (gezielte öffentliche Finanzierung). Wir brauchen keine Abschottung, aber wir brauchen einen stabilen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent, um nicht mehr am Tropf hängen zu müssen.
Fazit: Handeln statt Hoffen
Die Zeit der naiven Technik-Gläubigkeit ist vorbei. Wer glaubt, digitale Infrastruktur sei bei einem Partner sicher, der im Vorbeigehen Grönland kaufen will wie eine sanierungsbedürftige Immobilie, der leidet unter gefährlicher Realitätsverweigerung. Trumps erratischer Kurs – von bizarren Gebietsansprüchen bis hin zum sicherheitspolitischen Eiertanz um die Ukraine – zeigt eines unmissverständlich: Verlässlichkeit ist in Washington zu einer Währung geworden, die nichts mehr wert ist.
Wenn die USA bereit sind, langjährige Verbündete und globale Sicherheitsgarantien für eine Schlagzeile oder einen persönlichen Deal zu opfern, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der europäische Datenfluss dem MAGA-Kult geopfert wird. Wer sich heute noch freiwillig in diese Abhängigkeit begibt, darf sich morgen nicht wundern, wenn er als geopolitische Verhandlungsmasse aufwacht.
Damit ist klar: Digitale Souveränität ist kein Nischenthema für IT-Experten, sondern eine Überlebensfrage für unseren Kontinent. Der Weg in die Unabhängigkeit wird Geld kosten und Mut erfordern. Aber er ist alternativlos, wenn wir unsere Werte und unsere Handlungsfreiheit in einer digitalen Welt verteidigen wollen. Die Werkzeuge sind da – wir müssen sie jetzt konsequent nutzen.
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