Künstliche Intelligenz
Interoperabilität mit Googles Android: EU-Kommission schlägt Maßnahmen vor
Die EU-Kommission hat im Rahmen eines Prüfverfahrens dem US-Konzern Google ihre vorläufigen Ergebnisse übermittelt. Das teilte die Kommission in einer am Sonntag veröffentlichten Presseerklärung mit. Die Google übermittelten Feststellungen skizzieren die Maßnahmen, die das Unternehmen umsetzen soll, um Dritten effektiven Zugang zu den wichtigsten Funktionen von Android zu ermöglichen und deren Interoperabilität zu gewährleisten.
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Ende Januar hatte die EU-Kommission das Feststellungsverfahren begonnen und Google eine Frist von sechs Monaten gesetzt, um etwaige technische Hürden für KI-Assistenten der Mitbewerber auf Android abzubauen. Die Aufsichtsbehörden der Europäischen Union prüfen, ob Google die EU-Vorgaben nach dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) einhält und konkurrierende KI-Software in Android fair behandelt.
Interoperabilität für alternative KI-Dienstleister
„Angesichts der sich rasch wandelnden KI-Landschaft ist klar, dass Interoperabilität der Schlüssel ist, um das volle Potenzial dieser Technologien auszuschöpfen“, so Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie. „Diese Maßnahmen werden Android-Geräte für ein breiteres Spektrum an KI-Diensten öffnen, sodass Nutzer die Freiheit haben, die KI-Dienste zu wählen, die ihren Bedürfnissen und Werten am besten entsprechen, ohne dabei auf Funktionalität verzichten zu müssen.“
Die nun vorgeschlagenen Maßnahmen sollen sicherstellen, schreibt die EU-Kommission in ihrer Mitteilung, „dass konkurrierende KI-Dienste effektiv mit Anwendungen auf Android-Geräten interagieren und Aufgaben wie das Versenden von E-Mails über die vom Nutzer bevorzugte E-Mail-App, das Bestellen von Essen oder das Teilen von Fotos mit Freunden ausführen können“.
Derzeit behalte sich Google diese Funktionen weitgehend für die Nutzung durch seine eigenen KI-Angebote auf Android-Smartphones und -Tablets vor, so die Kommission. Die von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen würden es Nutzerinnen und Nutzern künftig beispielsweise ermöglichen, konkurrierende KI-Dienste einfach über ein individuelles „Weckwort“ zu aktivieren. Zudem ermöglichten die Maßnahmen, so die Kommission weiter, es konkurrierenden Anbietern von KI-Diensten, Innovationen voranzutreiben und Nutzerinnen und Nutzern auf Android-Smartphones und -Tablets neben den KI-Diensten von Alphabet, wie Gemini, tief integrierte KI-Erlebnisse anzubieten.
„Die heute vorgeschlagenen Maßnahmen werden Android-Nutzern mehr Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich der KI-Dienste bieten, die sie nutzen und in ihr Smartphone integrieren, einschließlich der großen Bandbreite an KI-Diensten, die mit Googles eigener KI konkurrieren“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.
Aufruf zur Stellungnahme
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Um sicherzustellen, dass die von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen wirksam sind, lädt die EU-Kommission interessierte Parteien zur Stellungnahme im Rahmen einer öffentlichen Konsultation ein. Diese Stellungnahmen können bis zum 13. Mai eingereicht werden.
Die Kommission kündigt an, die Rückmeldungen der Beteiligten und von Google selbst sorgfältig zu prüfen und die vorgeschlagenen Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen. Den endgültigen Beschluss wird die Aufsichtsbehörde innerhalb von sechs Monaten nach Einleitung des Feststellungsverfahrens am 27. Januar erlassen. Dieser werde dann die endgültigen verbindlichen Maßnahmen enthalten, hieß es.
Der europäische Digital Markets Act (DMA) ist seit November 2022 in Kraft und soll der Marktmacht von sogenannten Gatekeepern wie Google, Amazon oder Apple Grenzen setzen und den Wettbewerb im Digitalsektor fairer machen. Als Gatekeeper oder Torwächter werden laut der EU-Verordnung Unternehmen eingestuft, die zentrale Plattformdienste anbieten und dauerhaft einen erheblichen Einfluss auf den EU-Binnenmarkt haben. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die EU-Kommission plant, die Digitalgesetzgebung rund um Digital Services Act (DSA) und DMA im Jahr 2026 entschiedener durchzusetzen.
(akn)
Künstliche Intelligenz
Familienfotos mit KI restaurieren und kolorieren
Von Familienmitgliedern vergangener Generationen bleibt oft nicht viel: die kaputte Taschenuhr, ein alter Hochzeitszylinder, Reste guten Geschirrs und eine Handvoll vergilbter Fotos. In Alben und Schuhkartons lagern kleine Schwarz-Weiß-Abzüge mit strukturiertem Büttenrand, oft unscharf, von viel Filmkorn gezeichnet, ausgeblichen und voller Flecken oder Kratzer. Der Kontrast ist verloren gegangen, Farben haben sich verändert oder sind ganz verschwunden. Oft erinnern nur sie an längst verstorbene Verwandte, an den Großonkel, der im Krieg blieb, oder die Vorfahren, bevor sie in Amerika ein neues Leben begannen.
Solche Abzüge stellen hohe Anforderungen an die Restaurierung, denn ein Großteil der Details ist verloren. Hinzu kommen veränderte Sehgewohnheiten und die Fototechnik entwickelt sich stetig weiter. Zwar gelangen auch früher detailreiche Pressefotos wie Porträts von John F. Kennedy in Berlin im Jahr 1963. Die meisten Privatfotos haben aber nicht diese Qualität. Und was früher als detailreich und scharf genug galt, wirkt heute bestenfalls mittelklassig.
Künstliche Intelligenz kann verloren geglaubte Details zumindest teilweise zurückholen und damit alten Schätzen neues Leben einhauchen. Wir haben uns auf die Suche nach geeigneten Tools begeben, die optimale Ergebnisse versprechen, ohne den Geldbeutel zu belasten. Die Wahl fiel auf die Web-Apps DeepImage, Let’s Enhance, MyHeritage und Topaz Gigapixel AI, die sich monatsweise zu einem geringen zweistelligen Betrag abonnieren lassen. Zusätzlich haben wir den KI-Dienst Google Gemini berücksichtigt. ChatGPT erwies sich als ungeeignet.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Familienfotos mit KI restaurieren und kolorieren“.
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Künstliche Intelligenz
OpenAI und Microsoft lockern ihre milliardenschwere Partnerschaft
OpenAI und Microsoft regeln ihre milliardenschwere KI-Partnerschaft neu und lockern ihre feste Umklammerung: Die bisherige Umsatzbeteiligung Microsofts bei OpenAI soll gedeckelt werden und ab dem Jahr 2030 entfallen. Derzeit bekommt der Windows-Hersteller 20 Prozent der Umsätze von OpenAI. Umgekehrt entfallen auch Zahlungen Microsofts an OpenAI. Microsoft lizenziert bis 2032 weiterhin die KI-Modelle von OpenAI, bekommt aber keine Exklusivrechte mehr. Und OpenAI hat mehr Freiheiten bei der Wahl seiner Cloud-Provider.
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Bislang war im Zuge der Partnerschaft Microsoft Azure der primäre Cloud-Provider für die Dienste von OpenAI. Microsoft Azure bleibt dabei der bevorzugte Cloud-Provider von OpenAI. OpenAI darf aber laut der Mitteilung der Unternehmen alle Produkte über beliebige Cloud-Anbieter ausliefern, also auch über Amazon und Google. Die bisherige Einschränkung sah OpenAI als Hindernis in seinem Unternehmensgeschäft.
Mehr Freiheiten für OpenAI
Gestrichen wurde auch eine Vertragsklausel, die Microsoft das Recht einräumte, beim Erreichen einer Allgemeinen Künstlichen Intelligenz (AGI) die Vereinbarung zu kündigen – eine Regelung, die bereits bei den neu verhandelten Partnerschaftsregeln vom Oktober 2025 eine zentrale Rolle gespielt hatte. Die Vereinbarungen laufen nun unabhängig vom technologischen Fortschritt bei OpenAI weiter.
Zwischen Microsoft und OpenAI hatte es in den vergangenen Monaten laut Berichten zunehmend Spannungen gegeben. Microsoft hat seit dem Jahr 2019 mehr als 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert und profitiert von dem frühen und umfassenden Zugang zu dessen KI-Modellen. Zuletzt überschnitten sich die Geschäftsaktivitäten beider Unternehmen zunehmend. Auch auf Personalseite spiegelt sich der Kostendruck wider: Microsoft baut rund 9000 Stellen ab, unter anderem um die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur zu finanzieren.
Im Februar 2026 schloss OpenAI eine milliardenschwere strategische Partnerschaft mit Amazon: Amazon sagte im Rahmen einer Finanzierungsrunde Investitionen von bis zu 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu. AWS wird exklusiver Cloud-Anbieter für OpenAIs Enterprise-Plattform Frontier, auf der Unternehmen KI-Agenten betreiben können. Amazons Cloud-Engagement erstreckt sich auch auf OpenAIs Konkurrenz: Für Anthropic stellt Amazon weitere 25 Milliarden US-Dollar bereit, wofür Anthropic im Gegenzug über zehn Jahre Ressourcen bei AWS buchen will.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Kritische Rohstoffe: EU und USA schmieden Pakt gegen China-Dominanz
Die geopolitische Landkarte der Rohstoffversorgung soll neu gezeichnet werden: In Washington haben Vertreter der EU und der Vereinigten Staaten am Freitag eine weitreichende strategische Partnerschaft besiegelt, die über bloße Absichtserklärungen hinausgeht. Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) und der Verabschiedung eines Aktionsplans für die Resilienz von Lieferketten reagieren die beiden Wirtschaftsmächte auf die zunehmende Verwundbarkeit ihrer Industrien.
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Kritische Mineralien werden darin nicht mehr als einfache Handelsgüter, sondern als strategische Vermögenswerte definiert, die untrennbar mit der nationalen Sicherheit, der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der globalen Energiewende verknüpft sind. In einer Zeit, in der Lithium, Kobalt oder Seltenen Erden etwa für den Bau von Windkraftanlagen, E-Autos und Halbleitern entscheidend ist, markiert dieser Schulterschluss trotz diverser Unstimmigkeiten in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump einen Wendepunkt in der transatlantischen Handelspolitik.
Der Kern der Vereinbarung, die EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und US-Außenminister Marco Rubio unterzeichnet haben, umfasst die gesamte Wertschöpfungskette. Diese reicht von der ersten Exploration und dem Abbau über die Verarbeitung und Raffinerie bis zum Recycling und der Rückgewinnung von Rohstoffen. Dabei geht es den Partnern nicht nur um die Sicherung physischer Mengen, sondern auch um den Aufbau eines fairen und transparenten Marktumfelds.
Neue Instrumente gegen Marktverzerrungen
Eines der Ziele ist es, gemeinsam gegen unfaire Handelspraktiken und nicht marktkonforme Politik vorzugehen, die in den vergangenen Jahrzehnten zu massiven Verzerrungen geführt haben. Damit zielen beide Seiten auf Chinas dominante Stellung ab, ohne die Volksrepublik explizit beim Namen zu nennen. Sie wollen erreichen, dass die Preise für kritische Mineralien künftig die tatsächlichen Kosten einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Gewinnung widerspiegeln und nicht durch staatliche Subventionen gedrückt werden. China führte voriges Jahr Exportkontrollen für Seltene Erden ein, verschob diese aber nach einer Absprache mit US-Präsident Trump um ein Jahr.
Noch konkreter wird die Zusammenarbeit im begleitenden Aktionsplan, den Šefčovič zusammen mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer vorstellte. Hier wird die Machbarkeit völlig neuer handelspolitischer Instrumente geprüft: Im Gespräch sind unter anderem grenzüberschreitende Mindestpreisregelungen, Preisdifferenz-Subventionen sowie Abnahmegarantien.
Diese Mechanismen sollen sicherstellen, dass westliche Bergbau- und Veredelungsprojekte auch dann rentabel bleiben, wenn Mitbewerber aus Drittstaaten den Markt mit Billigrohstoffen fluten. Der Aktionsplan dient als Fundament für eine geplante Handelsinitiative, die mittelfristig in ein verbindliches internationales Abkommen mit weiteren gleich gesinnten Partnern münden soll.
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Fokus auf Technologie-Integration und Prävention
Neben den preispolitischen Maßnahmen setzen die EU und die USA auf eine tiefe technologische Integration. Geplant sind gemeinsame geologische Kartierungen, der Austausch über innovative Abbautechnologien und die Harmonisierung von Standards für das Recycling. Auch das Thema Krisenvorsorge steht weit oben auf der Agenda: Durch Informationsaustausch über Exportbeschränkungen von Drittländern und koordinierte Bevorratungsstrategien wollen sich die zwei Partner auf plötzliche Lieferstopps vorbereiten.
Šefčovič hob hervor, dass die wahre Herausforderung nun in der Umsetzung liege, um aus den geteilten Ambitionen wirkungsvolle Projekte zu machen. Für die EU ist der Pakt bereits das 16. bilaterale Instrument dieser Art. Die EU schloss jüngst auch ihre Verhandlungen mit Australien über eine Handelspartnerschaft ab, bei der der Fokus auf der Sicherung kritischer Rohstoffe und der Reduzierung einseitiger Abhängigkeiten liegt.
(mma)
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