Digital Business & Startups
iPhone & Co.: Diese neuen Geräte wird Apple 2026 vorstellen, laut Insidern
- Apple plant für 2026 die Einführung eines faltbaren iPhones und eine verbesserte Siri.
- Analysten erwarten, dass das faltbare iPhone über 2000 US-Dollar (etwa 1700 Euro) kosten wird und Apple den Marktanteil nutzen kann.
- Apples Dienstleistungsbereich zeigt stetiges Wachstum, während das Unternehmen weiterhin neue Produkte wie iPads und Macs einführt.
Apple ist bekannt dafür, dass es sich über seine aktuellen Projekte in Schweigen hüllt. Gelegentlich gibt der Technologieriese jedoch Hinweise auf kommende Neuheiten.
So hat er beispielsweise auf große Veränderungen bei seinem Sprachassistenten Siri hingewiesen.
2026 wird ein entscheidendes Jahr für Apple, das voraussichtlich ein faltbares iPhone auf den Markt bringen und seine KI „Apple Intelligence“ verbessern wird, eine Technologie, die CEO Tim Cook nur mühsam als Begriff etablieren konnte.
„Viele werden KI als Cooks Achillesferse bezeichnen – und diese Kritik ist nicht unberechtigt, wenn auch nicht aufgrund mangelnder Ambitionen in der Anfangsphase. Das Defizit liegt in der Umsetzung“, sagte Forrester-Analyst Dipanjan Chatterjee gegenüber BUSINESS INSIDER (BI).
Das Unternehmen gibt in der Regel im Juni auf seiner Worldwide Developers Conference und im Herbst, wenn es in der Regel eine neue iPhone-Generation vorstellt, große Produktankündigungen bekannt. Darüber hinaus bringt es das ganze Jahr über weitere Produkte auf den Markt, wie beispielsweise neue iPads und Macs.
Hier ist, was Technologieanalysten, Insider und Apple selbst für 2026 von dem Technologieriesen erwarten.
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Apple reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.
Apple hat Updates für seine Abonnementdienste veröffentlicht
Apples Dienstleistungsgeschäft, das seine abonnementbasierten Angebote umfasst, hat über mehrere Gewinnperioden hinweg ein stetiges Wachstum verzeichnet. Es liegt nahe, dass Apple in diesem Bereich weiterhin innovativ sein möchte.
Am 2. Januar veröffentlichte der Technologieriese ein Update für seinen Apple Fitness Service veröffentlicht, das es bereits zu Beginn des neuen Jahres angekündigt hatte.
Zu den neuen Funktionen gehören neue Trainingsprogramme, ein „Artist Spotlight“ mit Trainings-Playlists, die bestimmten Künstlern gewidmet sind, sowie neue Ergänzungen zum „Time to Walk“-Programm, das Geschichten mit Musik kombiniert, die man sich beim Spazierengehen anhören kann.
Eine gesprächigere Siri kommt
Apple gab erstmals auf der WWDC 2024 einen Vorgeschmack auf eine aktualisierte, KI-gestützte Siri-Version in einem inzwischen gelöschten Clip, in dem die Schauspielerin Bella Ramsey Siri bittet, sie an den Namen einer Person zu erinnern, mit der sie in der Vergangenheit zu Abend gegessen hat. In dem Clip konnte Siri den Namen anhand des vorherigen Kontexts von Texten und des Kalenders abrufen.
Als Apple Intelligence im Herbst 2024 auf den Markt kam, fehlte diese Version von Siri. Im März 2025 unternahm Apple den seltenen Schritt, die Markteinführung zu verschieben, und kündigte an, dass sie „im kommenden Jahr“ erfolgen werde.
Apple bestätigte Tom’s Guide im Juni 2025, dass die neue Siri-Version 2026 erscheinen würde.
Auch faltbare iPhones werden erwartet
Der Apple-Analyst Ming-Chi Kuo von TF International Securities, bekannt für seine Apple-Prognosen und seine Kenntnisse der Lieferkette, erklärte 2025 in einer Mitteilung, dass er davon ausgeht, dass Apple 2026 das erste faltbare iPhone mit einem Verkaufspreis von über 2000 US-Dollar (etwa 1700 Euro) auf den Markt bringen wird.
Mark Gurman von Bloomberg berichtete über einen ähnlichen Zeitplan und Preis für die Einführung eines faltbaren iPhones.
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Konkurrenten wie Samsung und der chinesische Handyhersteller Huawei sind seit Jahren auf dem Trend der faltbaren Handys, sodass Apple nicht das erste Unternehmen sein wird, das seine Produktpalette auf diese Weise innoviert.
Derzeit haben faltbare Smartphones einen relativ „geringen Marktanteil“ auf dem Smartphone-Markt, erklärte Chatterjee im August 2025 gegenüber BI. Apple verfügt jedoch über den Marktanteil, um diesen Formfaktor unter Smartphone-Besitzern zum Mainstream zu machen.
„Apple wird, wie schon zuvor im Smartwatch-Geschäft, wo Samsung den ersten Schritt gemacht hat, ein Katalysator für das Wachstum in dieser Kategorie sein“, sagte Chatterjee.
Ein erschwingliches MacBook wurde angekündigt
Der Apple-Analyst Kuo veröffentlichte im Juni 2025 einen Bericht über ein erschwinglicheres 13-Zoll-MacBook, das laut Bloomberg weniger als das 999 Dollar (etwa 840 Euro) teure MacBook Air kosten könnte, wie aus Kreisen bekannt wurde, die mit der Angelegenheit vertraut sind.
Es wäre das erste MacBook, das mit einem für das iPhone entwickelten Chip läuft, so Kuo. Kuo prognostizierte, dass die Massenproduktion im vierten Quartal 2025 oder Anfang 2026 beginnen würde.
Es gibt Gerüchte über ein iPhone 17e mit wichtigen Upgrades
Im Februar 2025 stellte Apple das 600 Dollar (etwa 500 Euro) teure iPhone 16e vor, ein Einstiegsmodell, das Apple Intelligence unterstützt. Bloomberg berichtete im Februar, dass eine aktualisierte Version, das iPhone 17e, mit einem neuen A19-Chip und MagSafe-Ladefunktion auf den Markt kommen könnte. Dem Bericht zufolge soll das Modell auch auf Apples hauseigene Mobilfunk- und Wireless-Chips umgestellt werden, und zwar zum gleichen Preis wie sein Vorgänger.
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Ein neues iPad der Einstiegsklasse mit Apple Intelligence
Die nächste Version des Einstiegs-iPads könnte dank des A18-Chips mit Apple Intelligence ausgestattet werden, berichtete Bloomberg ebenfalls im Februar. Was die Designelemente angeht, sind keine großen Veränderungen zu erwarten, mit Ausnahme des iPad mini, das laut Bloomberg einen OLED-Bildschirm ähnlich dem des teureren iPad Pro erhalten könnte.
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INVESTMENTS
Kandou AI
+++ Der amerikanische Halbleiter-Investor Maverick Silicon, SoftBank, Synopsys, Cadence und Alchip investieren 225 Millionen US-Dollar in Kandou AI. Mehr über Kandou AI
Upvest
+++ Sapphire Ventures, Tencent, Bessemer Venture Partners und BlackRock investieren 125 Millionen US-Dollar (Fremd- und Eigenkapital) in Upvest. Mehr über Upvest
Dash0
+++ Balderton Capital, DTCP Growth, Accel, Cherry Ventures, DIG Ventures, July Fund und T.Capital investieren 110 Millionen US-Dollar in Dash0. Mehr über Dash0
Entrix
+++ Die französische Großbank BNP Paribas (Solar Impulse Venture Fund), der Versicherungskonzern Allianz, der belgische Junction Growth Investors, der belgische Geldgeber Korys (Colruyt Family Office), der Berliner Venture Capitalist AENU, das Berliner Unicorn Enpal, der Hamburger Investor Abacon Capital und die Arvantis Group aus München investieren 43 Millionen Euro in Entrix. Mehr über Entrix
PAVE Space
+++ Der Berliner Investor Visionaries Club, Creandum aus Schweden, Lombard Odier Investment Managers (Genf), Atlantic Labs, Sistafund, b2venture, ACE Investment Partners, Ilavaska Vuillermoz Capital, Pareto und Motier Ventures investieren 40 Millionen US-Dollar (Seed-Investment) in PAVE Space. Mehr über PAVE Space
Interloom
+++ Der englische Investor DN Capital, UiPath-Investor Bek Ventures (früher Earlybird Digital East Fund) und Altinvestor Air Street Capital investieren 16,5 Millionen US-Dollar in Interloom. Mehr über Interloom
Rivia
+++ Der Berliner Geldgeber Earlybird Venture Capital, Defiant aus London, Speedinvest, Amino Collective und Nina Capital investieren 15 Millionen US-Dollar in Rivia. Mehr über Rivia
Kewazo
+++ Schooner Capital, Chevron Technology Ventures, Asahi Kasei, Benson Capital, Mana Ventures, Gaingels, Atlas Ventures, True Ventures und Cybernetix Ventures investieren eine zweistellige Millionensumme (vermutlich 15 Millionen US-Dollar) in Kewazo. Mehr über Kewazo
WeSort.AI
+++ Der niederländische Investor Infinity Recycling, der Berliner Geldgeber Green Generation Fund (GGF), vent.io und SPRIND investieren 10 Millionen Euro in WeSort.AI. Mehr über WeSort.AI
Wellster HealthTech
+++ Der britische Growth Debt-Geldgeber Claret Capital investiert erneut in Wellster HealthTech. „Insgesamt wurde die bestehende Finanzierungslinie mit Claret Capital Partners auf 10 Millionen Euro erweitert“, teilt das Unternehmen mit. Mehr über Wellster Healthtech
Cellbricks
+++ Der englische Investor Silicon Roundabout Ventures (SRV), SPRIND, ACT Venture Partners und weitere Geldgeber investieren 10 Millionen Euro in Cellbricks Therapeutics. Mehr über Cellbricks
blue activity
+++ Wind Capital (Paris), Venture Stars (München) und Angel Invest (Berlin) investieren 8,5 Millionen Euro in blue activity. Mehr über blue activity
eternal.ag
+++ Der Düsseldorfer Early-Stage-Investor Simon Capital, Oyster Bay Venture Capital, EquityPitcher Ventures und Backbone Ventures investieren 8 Millionen Euro in eternal.ag. Mehr über eternal.ag
Tower
+++ Der Londoner Investor DIG Ventures, der Wiener Investor Speedinvest, Flyer One Ventures, Roosh Ventures, Celero Ventures, Angel Invest sowie Business Angels wie Jordan Tigani, Olivier Pomel, Ben Liebald und Maik Taro Wehmeyer investieren 6,4 Millionen US-Dollar in Tower. Mehr über Tower
Logistikbude
+++ Der Kölner Investor Capnamic Ventures, der Supply Chain-Investor Moguntia Capital und Altinvestoren wie Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds (FTTF), Rethink Ventures, XPRESS Ventures sowie Golzern investieren 5 Millionen Euro in Logistikbude. Mehr über Logistikbude
pace club
+++ Vorwerk Ventures und ESN-Gründer Benjamin Burkhardt investieren 5 Millionen Euro in pace club. Mehr über pace club
sequestra
+++ Die Dr. Rudolf Fries Familien-Privatstiftung investiert über die VSE Beteiligungs-GmbH in sequestra. „Gemeinsam mit bestehenden Förderungen von FFG und aws stehen dem Unternehmen damit rund 5 Millionen Euro zur Verfügung“, heißt es in einer Presseaussendung. Mehr über sequestra
Incirt
+++ Der finnische Early Stage-Investor Lifeline Ventures und Altinvestor High Tech Gründerfonds (HTGF) investieren 4,8 Millionen Euro in Incirt. Mehr über Incirt
Level Nine
+++ Der Berliner Investor Visionaries Tomorrow, Zero Carbon Capital, Rockstart, IBB Ventures und das Angel-Investoren-Netzwerk better ventures investieren 4 Millionen Euro in Level Nine. Mehr über Level Nine
Bounti
+++ Der französische Frühphasen-Investor Ventech, IBB Ventures, Robin Capital, Common Magic und Business Angels wie Paul Forster, Koen Bok und Jorn van Dijk investieren 4 Millionen Euro in Bounti. Mehr über Bounti
MERGERS & ACQUISITIONS
Eversports – MATCHi
+++ Das 2013 gegründeten Wiener Unternehmen Eversports, eine Softwareplattform für Boutique-Fitnessstudios und Betreiber von Sportanlagen, und der 2012 gegründete schwedische Wettbewerber MATCHi Group schließen sich zusammen. Mehr über Eversports
Amazon – RIVR
+++ Der amerikanische Versandriese Amazon übernimmt das 2023 gegründete Schweizer Robotik-Startup RIVR, das vierbeinige Maschinen für Zustellungen bis an die Haustür entwickelt. Mehr über RIVR
Berentzen – JUMA
+++ Die Berentzen-Gruppe übernimmt über ihre Tochter Vivaris den Functional Drink JUMA. Mehr über JUMA
Bending Spoons – Tractive
+++ Die italienische Softwarefirma Bending Spoons, zu der Evernote, Meetup und WeTransfer gehören, übernimmt das erfolgreiche österreichische Haustier-Tracking-Grownup Tractive. Mehr über Tractive
myneva Group – GETECO
+++ Die Essener myneva Group, ein Softwareanbieter für den sozialen Sektor, übernimmt das Unternehmen GETECO, eine 1998 gegründete Softwarelösungen für soziale Einrichtungen. Mehr über myneva
VENTURE CAPITAL
Operator Circle
+++ Mehr als 35 Gründer:innen sowie „C-Level-Exekutives“ starten mit Operator Circle einen DeepTech-Investor für Startups (DACH-Region) in der Wachstumsphase. Mehr über Operator Circle
OFFLINE
FarmInsect
+++ Pleite! Das Münchner AgriTech FarmInsect ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Alexander Zarzitzky bestellt. Mehr über FarmInsect
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Foto (oben): Shutterstock
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Startup-Schock in Berlin: Wer keine Azubis einstellt, muss zahlen
Berlin führt eine Ausbildungsumlage ein: Unternehmen ohne Azubis sollen ab 2028 zahlen. Warum besonders Startups die Pläne kritisieren.
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag die sogenannte Ausbildungsplatzumlage beschlossen. Klingt kompliziert, heißt aber: Wer nicht ausbildet, muss blechen.
Ab 2028 sollen Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden zur Kasse gebeten werden, wenn ihre Ausbildungsquote unter dem Bundesdurchschnitt von aktuell 4,6 Prozent liegt. Und: Es reicht nicht mehr, Stellen einfach auszuschreiben – sie müssen auch besetzt werden.
Berlin will damit 75 Millionen Euro einnehmen
Der Beschluss kommt nicht von ungefähr: Er ist Teil des Koalitionsvertrags von CDU und SPD. Darin steht: Schafft die Berliner Wirtschaft bis Ende 2025 nicht 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze im Vergleich zu 2023, greift die Umlage.
Genau das zeichnet sich ab. Im vergangenen Jahr entstanden nur rund 1300 neue Plätze.
Das Geld soll in einen Fonds fließen, der laut Senat rund 75 Millionen Euro pro Jahr einnehmen könnte. Die Idee: Unternehmen, die die Quote verfehlen, zahlen ein – und finanzieren damit Betriebe, die überdurchschnittlich viele Azubis einstellen. „Solidarischer Ausgleich“, nennt es die SPD-Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe, die das Projekt vorangetrieben hat.
Ein Exit ist eingebaut: Schafft Berlin drei Jahre in Folge jeweils mehr als 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze, wird das Gesetz automatisch wieder abgeschafft.
Was bedeutet das für Startups?
Die Wirtschaft sieht die Umlage kritisch. Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), nennt das Gesetz „überflüssig“ und warnt vor wachsender Bürokratie durch Quoten, Meldungen und zusätzliche Vorgaben.
Auch die Startup-Szene sieht sich direkt betroffen. Bitkom-Chef Bernhard Rohleder spricht von einem „Bärendienst“ für den Standort Berlin. Die Umlage treffe insbesondere Startups und Scaleups aus der Digitalwirtschaft.
Viele von ihnen bilden schlicht nicht klassisch aus – nicht aus Unwillen, sondern wegen ihrer Struktur: kleine Teams und meist akademische Rollen. „Gleichzeitig sind diese Unternehmen zentrale Wachstumstreiber und stehen in einem scharfen internationalen Wettbewerb“, sagt Rohleder.
Christoph Stresing, Geschäftsführer des Startup-Verbands, wird noch deutlicher: Die neue Regel sei „wirtschaftsfeindliche Politik“. Berlin schwäche sich damit selbst im Wettbewerb um die besten Gründer.
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Warum es sich lohnt, mit 16 einem US-Konzern zu schreiben
Gründer Gilles Backhus fragte schon mit 16 Jahren sein Traumunternehmen, was er studieren solle. Ihre Antwort – und was Backhus heute macht.
„Heute machen wir keinen Unterricht. Jeder geht in den Informatikraum und guckt mal, was er später so machen will“, sagt der Lehrer. Der damalige Teenie Gilles Backhus findet bereits da das Unternehmen „Advanced Micro Devices“ (AMD) spannend, einen führenden Hersteller von PC-Hardware aus den USA.
„Ich war so ein klassischer Dorf-LAN-Party-Gamer: Counter-Strike 1.6, Warcraft 3, you name it. In der Folge war ich dann irgendwann auch ein riesiger AMD-Fan. Bei jeder Sternschnuppe habe ich mir wirklich gewünscht, irgendwann mal bei AMD zu arbeiten“, erzählt er Gründerszene.
Und so schrieb er in der Schulstunde mit 16 Jahren AMD per Mail an. „Ich hab damals einfach an jobs@amd geschrieben: ‘Ich will später Computerchips entwickeln – was muss ich dafür studieren?’ Und das Geile ist: da hat mir wirklich jemand aus HR geantwortet und mir eine Infomappe nach Hause geschickt.” Backhus studierte dann Elektrotechnik an der Technischen Universität München (TUM).
Rennautos und CDTM
An der TUM engagierte er sich bei Formula Student Racing. Das ist eine Studentengruppe, die ihr eigenes Rennauto zusammenschraubt und damit gegen andere Unis antritt. Seine Motivation, neben dem Studium aktiv zu sein, sei dabei durch seine Begeisterung für Technik gekommen, meint Backhus.
Das Center for Digital Technology and Management (CDTM) habe diese Begeisterung dann weiter gefördert. Das CDTM ist ein Programm, welches Studierende an der Schnittstelle von Technik und Management fördert.
Hier lernte er, wie man „seine Stärken und Schwächen besser einschätzt. Und dass Menschen von vermeintlich elitären Institutionen wie Stanford oder dem MIT auch nur mit Wasser kochen.“ Diese Einsicht gab ihm den entscheidenden Anstoß, die eigene Zurückhaltung abzulegen und selbst etwas zu starten, erzählt er.
Schwere Zeit bei Lilium
Zuerst ging es aber nach dem Studium zu Lilium. Dort startete er als „Sensor Systems Engineer“. Das Münchner Startup Lilium, welches inzwischen insolvent ist, arbeitete damals an der Entwicklung von Flugtaxis. Backhus wollte bei Lilium eigentlich die KI-Entwicklung vorantreiben, doch die Realität sah anders aus: Statt Algorithmen zu schreiben, bestand sein Alltag aus Telefonaten mit Zulieferern.
Nach viereinhalb Monaten bei Lilium kam Backhus‘ heutiger Co-Founder RK Anand dann auf ihn zu, um mit ihm das Tensordyne-Team in Europa aufzubauen – trotz eines Altersunterschieds von 29 Jahren. Backhus sagte zu und verließ Lilium.
Vom Automotive-Partner zum Nvidia-Konkurrenten
Tensordyne startete zunächst mit der Entwicklung von Chips für E-Autos, mit einem Büro in München und einem im Silicon Valley. Laut Backhus sei die Chip-Branche für Autos in 2018 im „großen Hype“ gewesen, es hätte eine hohe Kundennachfrage und viel Investorengelder gegeben. Einziges Problem: Als Startup hätten sie Automobilstandards erfüllen müssen, die für ein Jungunternehmen mit nur 40 Mitarbeitern schwer erreichbar waren.
Dann kam laut Backhus der „ChatGPT-Moment“: Durch den Boom von LLMs (= KI-Sprachmodelle wie ChatGPT) sei ihnen schnell klar geworden, dass sich der Schwerpunkt bei Chips „massiv Richtung Rechenzentren“ verschiebe. Deswegen schwenkten die Tensordyne-Gründer von Chips für autonomes Fahren zu AI-Infrastruktur für Data Center um.
Der eigene Ansatz der „logarithmischen Mathematik“ habe sich dabei als Vorteil erwiesen, da er demnach nicht nur beim autonomen Fahren, sondern auch im AI‑Bereich hervorragend funktioniere. „Logarithmische Mathematik“ bedeute dabei, dass Tensordyne Zahlen als Logarithmen speichere. So würden Multiplikationen zu einfachen Additionen werden und die KI‑Berechnungen damit energieeffizienter. Die Kerntechnik konnte so weitergenutzt werden. Da im Team viele aus der „Data‑Center‑ und Networking‑Welt“ gekommen seien, hätten sich diese mit dem Pivot wohlgefühlt.
Tipps für den erfolgreichen Pivot
Wie ein erfolgreicher Pivot auch bei euch gelingen kann? Dafür hat Backhus drei Tipps:
- Den richtigen Zeitpunkt finden: Balanciert Geduld und Marktfeedback – nicht zu früh aufgeben, sagt Backhus, aber vor allem nicht zu spät. Sonst seid ihr pleite
- Das Ego abschalten: Hört auf den Markt, nicht auf euer eigenes Baby, meint Backhus. Mini-Pivots sind oft smarter als große Sprünge ins kalte Wasser
- Praktisch testen: Baut Übergangsphasen mit Partnern auf, prüft den Marktfit und beobachtet die Konkurrenz, rät Backhus – genau wie sie Automotive vs. Data-Center parallel sondiert haben
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