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Künstliche Intelligenz

Licht, Linien, Lebenszeichen: Die Bilder der Woche 13


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This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die c’t-Foto-Community zeigt auch in dieser Woche, wie vielfältig fotografisches Sehen sein kann. Ob Stadtlandschaft, Strandlicht oder Porträt – das Zusammenspiel von Form, Licht und Atmosphäre steht stets im Mittelpunkt. Einige Aufnahmen überzeugen durch präzise Geometrie und strenge Komposition, während andere flüchtige Momente einfangen, die ganz von Ruhe und Konzentration leben.

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Die Bilder führen von der portugiesischen Metropole über die kalifornische Küste bis in die afrikanischen Ebenen und die skandinavischen Kirchenräume. Zwischen Minimalismus und Emotion, Technik und Intuition entsteht ein Panorama stiller, ausbalancierter Szenen. Diese Fotos zeigen eindrucksvoll, wie Linien, Licht und Perspektive nicht nur Strukturen formen, sondern auch Geschichten von Raum, Bewegung und Wahrnehmung erzählen.



Ponte 25 de Abril…

(Bild: JeanFP)

Die Ponte 25 de Abril zieht sich durch den leichten Dunst und trifft auf das Museu de Arte in Lissabon. Alles wirkt kühl und ruhig. Die Linien des Museums führen direkt ins Bild und bilden einen klaren Kontrast zur roten Brücke, die auf der rechten Seite im Dunst und Nebel versinkt. Eine stille Stadtansicht – reduziert, ruhig und genau aufgenommen.



light show

(Bild: metapix)

Zwei Laternen ragen in den weiten, leeren Himmel. Unten schneidet eine dunkle Fläche das Bild schräg ab. Ein starker Minimalismus bestimmt die Wirkung der Szene. Die vertikalen Linien der Laternen treffen auf die schräge Kante im Vordergrund. Die Perspektive bleibt bewusst unklar und lässt Raum für eigene Interpretationen. Durch die Schwarz-Weiß-Darstellung werden Kontrast und Form betont. So entsteht ein stilles Bild mit grafischer Kraft. Es reichen wenige Elemente, um Spannung und Balance zu erzeugen.

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Pfeiffer Beach, CA

(Bild: Thomas Becher)

Die Sonne bricht sich genau durch ein Felsentor am Strand und scheint als heller Sonnenstern ins Bild. Das Licht fällt auf das Wasser und die runden Steine im Vordergrund, während die Felsen die Szenerie einrahmen. Die Komposition lebt von der zentralen Perspektive, die den Blick auf das helle Zentrum lenkt. Die sternförmigen Strahlen bringen Energie ins Bild, während die Struktur der Felsen für Ruhe und Halt sorgt. Ein perfekt geplanter und genau getroffener Moment – wenn Licht und Ort zusammenpassen.



Interessierte Blicke

(Bild: analoochjehtooch)

Eine Gruppe Giraffen steht eng beieinander. Ihre langen Hälse staffeln sich wie in einer Reihe und verleihen dem Bild Tiefe. So entsteht ein ruhiges, beinahe grafisches Gruppenporträt dieser außergewöhnlichen Tiere. Der weich abgestufte Hintergrund tritt in den Hintergrund und lässt die Szene klar wirken. Der Moment wirkt still, aber voller Spannung. Man spürt die Mischung aus Neugier und Vorsicht.



Dancing Orchid

(Bild: fossy304)

Eine Ballerina steht im Studio in einer anmutigen, zugleich dynamischen Pose. Ihre Arme und Beine formen eine elegante Linie, die an eine blühende Orchidee erinnert. Die Schwarz-Weiß-Umsetzung reduziert das Bild auf Form und Kontrast. Licht und Schatten modellieren den Körper klar und betonen die Symmetrie der Komposition. Die strenge Balance trifft auf Bewegung. Die Pose wirkt leicht und kraftvoll zugleich. So entsteht ein stiller Moment voller Spannung und Kontrolle.



Osterzeit

(Bild: Wolfgang Görgen)

Drei leuchtend gelbe Osterglocken schweben scheinbar schwerelos im Raum. Dahinter befindet sich ein ungewöhnlich weicher Hintergrund in dunklen Farben mit kleinen Lichtpunkten. Die nahe Perspektive rückt die Blüten direkt ins Blickfeld. Die drei Blüten sind locker im Bild angeordnet und wirken gut ausbalanciert. Der starke Kontrast zum dunklen Hintergrund lässt das Gelb richtig strahlen. Die weiche Unschärfe sorgt für eine klare Freistellung und viel Tiefe. Das Bild wirkt ruhig und zugleich leicht verspielt.



Warm-Kalt-Kontrast

(Bild: Marbele)

Dieser monumentale Kirchenraum beeindruckt mit seiner strengen Symmetrie: Säulen und Bögen bilden einen langen, klaren Gang. In der Mitte steht ein einzelner Mann, der die Größe dieses Raumes verdeutlicht. Warmes Licht auf der einen Seite trifft auf kühle Töne auf der anderen. Die exakt zur Mitte laufenden Linien geben dem Bild eine starke Ordnung. Durch die Wiederholung der Formen wird die Tiefe spürbar verstärkt. So entsteht ein stiller Moment von großer Wirkung. Der Mensch wirkt klein, der Raum fast überwältigend – und genau das macht den Reiz dieses Bildes aus.


(vat)



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FAQ: So bootet Windows per UEFI


Wenn ein UEFI-PC startet, läuft im Hintergrund mehr ab, als das auf dem Bildschirm angezeigte Hersteller-Logo vermuten lässt. Die Details schildert der Artikel „So bootet Windows per UEFI“, hier liefern wir Antworten zu Fragen aus der Praxis, etwa zu Compatibility Support Module, Architektur, BCDedit-Eigenheiten, UEFI-Variablen und weiteren. Wir liefern auch Hinweise, was Sie besser lassen sollten.

Wenn mein Mainboard eine UEFI-Firmware besitzt, bedeutet das automatisch, dass Windows stets per UEFI bootet?

Nein. Der UEFI-Standard sieht vor, dass die Mainboard-Hersteller ein Compatibility Support Module in die Firmware einbauen können, kurz CSM. Wenn das aktiv ist, verhält sich das UEFI, als sei es ein Legacy-BIOS, und der Bootprozess läuft ganz anders ab.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „FAQ: So bootet Windows per UEFI“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



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Künstliche Intelligenz

Altes Wissen, neue KI: SAPs Strategie für das autonome Unternehmen


Seine gerade gestartete Kundenveranstaltung Sapphire nutzt SAP, um die insbesondere von der Finanzwelt herbeigesehnte Antwort auf eine KI-geprägte Software-Welt zu präsentieren. Wenig überraschend lautet das Zielbild Autonomous Enterprise, bei dem KI-gestützte Assistenzen Hand in Hand mit dem gewöhnlichen Personal arbeiten und Geschäftsabläufe vollständig „übernehmen“.

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Die neu vorgestellte Autonomous Suite automatisiert die entsprechenden End-to-End-Prozesse. Wie das SAP-Management gerne und häufig betont, stützen sich die Arbeit und Durchführung hierbei auf das seit der SAP-Gründung in über fünfzig Jahren zusammengetragene Kontextwissen zum betrieblichen Geschehen in Unternehmen.

Die technische Grundlage für die neue Suite bildet die gleichfalls neu vorgestellte Business-AI-Plattform. Dabei handelt es sich weniger um eine wirkliche Neuentwicklung, sondern zuvorderst um das Zusammenlegen der Business Technology-Plattform (BTP), Business Data Cloud (BDC) und Business AI (Joule, Joule Agents, AI Foundation) in einer geregelten Umgebung.

Das semantische Herz bildet der Knowledge Graph, an dem SAP gleichfalls schon länger strickt. Dieser liefert den Agenten eine strukturierte Übersicht über alle Geschäftseinheiten, Prozesse und Beziehungen in der gesamten SAP-Landschaft eines Anwenderunternehmens. SAP hat inzwischen eine Reihe von Domänenmodellen erstellt, die anhand von Programmcode, Daten, Metadaten, Geschäftsprozessen, Architekturwissen und Dokumentation trainiert wurden. In Kombination mit Kontextgraphen sollen diese die inhärente Logik und Kontrolllogik der SAP-Anwendungswelt den neuen Agenten und Assistenzen zuführen.

SAP stellt auf der Sapphire mit Joule Work außerdem einen neuen dynamischen Arbeitsbereich vor, der ein absichtsgesteuertes Arbeiten unterstützt. In natürlicher Sprache sollen Anwender hier einfach formulieren, was sie erreichen wollen und den Rest an die KI beziehungsweise den Joule-Assistenten delegieren. Die Assistenten erkennen anhand des Kontexts die Absichten der Nutzer und koordinieren die entsprechenden Agenten im gesamten Unternehmen. Die Work-Umgebung ist interoperabel angelegt, soll also als zentrale Schnittstelle zwischen SAP- und Nicht-SAP-Umgebungen dienen.

Über Joule Work können Nutzer auch auf die Studio-Umgebung zugreifen. Hier lassen sich dann eigene Agenten erstellen, die über das Model Context Protocol (MCP) und das Agent2Agent-Protokolls (A2A) auch auf Tools oder Agenten von Drittanbietern zurückgreifen können.

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Für die Umsetzung agentenbasierter Funktionen verlässt sich SAP nicht allein auf Eigenentwicklungen, sondern greift weiterhin auf die Tools einschlägiger Anbieter zurück, Anthropics Claude beispielsweise wird die Joule-Agenten in den Bereichen Personalwesen, Beschaffung und Lieferkette unterstützen. Mit AWS sind künftig Datenintegrationen möglich, ohne dass zwischen der Athena und BDC Daten hin- und hergeschaufelt werden müssen.

Nvidias OpenShell dient wiederum als vertrauenswürdige, sichere Laufzeitumgebung für Joule Studio, um beliebige Agenten in der SAP Business AI Platform erstellen, bereitstellen und verwalten zu können. Ferner schließen Zukäufe mehrere funktionale Lücken im Angebot. Der Reltio-Kauf etwa soll Daten aus unterschiedlichen Quellen graphenbasiert zu einer konsistenten Sicht auf Stammdaten („Golden Record“) zusammenführen. Die angestrebte Übernahme von Dremio beschleunigt den Weg der BDC, SAP- und Nicht-SAP-Daten in ein Apache-Iceberg-natives Lakehouse.

Die gleichzeitig verkündete Akquisition von Prior Labs, einem Pionier für Tabellarische Foundation Models (TFMs), unterstützt die Entwicklung tabellarischer Grundmodelle für betriebliche Aufgaben. Da Unternehmensanwendungen Daten und Zahlen typischerweise in Tabellen organisieren, mangelt es den großen Sprachmodellen an dieser Stelle buchstäblich am grundlegenden Verständnis. Mit dem RPT (Relational Pretrained Transformer) ist SAP selbst hier bereits seit einigen Monaten mit einem eigenen Produkt unterwegs, das auf Grundlage tabellarischer ABAP-Daten Dinge wie Zahlungsverzögerungen, Upselling-Möglichkeiten et cetera vorhersagt. In der neuen 1.5-Version erhält dieses nun einen Chat-Assistenten, um mithilfe von Fragen in natürlicher Sprache tabellarische Daten und die dahinter liegenden Ergebnisse weitergehend erkunden zu können.

Die großen und kleinen Aktivitäten zahlen alle darauf ein, dass SAP über die Business-AI-Plattform auch in einer KI-geprägten Softwarewelt die Hand auf die zusammengetragene Unternehmens- und Prozess-Expertise hält. Wie es heißt, soll die neu eingeführte Autonomous Suite bereits mehr als 50 domänenspezifische Joule-Assistenten in den Bereichen Finanzen, Lieferkette, Beschaffung, Personalmanagement und Kundenbindung umfassen. Diese automatisieren die entsprechenden End-to-End-Prozesse, indem sie über 200 spezialisierte Agenten koordinieren.

Daneben hat SAP acht autonome Industrie-Lösungen eingeführt, die branchenbezogene Prozesse von Anfang bis Ende abwickeln und dabei deren spezifische Logik sowie regulatorische Anforderungen integrieren. Ein wenig aufgeweicht wird im Übrigen auch SAPs Politik, die KI-Angebote ausschließlich den Anwendern der Cloud-basierten Unternehmensprogramme zukommen zu lassen. Sie sollen künftig auch für Anwender mit traditionellen On-Premises-Plattformen zugänglich sein – vorausgesetzt sie haben mit der Einführung beziehungsweise Überführung ihrer Anwendungen in die Cloud begonnen und mit SAP einen entsprechenden (Rise-)Plan abgeschlossen.


(axk)



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Digitalisierung: Warum die Pflege mehr Mitsprache fordert


Die Pflege sei politisch endlich „angekommen“, sagt Thomas Meißner vom Deutschen Pflegerat im Gespräch mit heise online. Doch bei Digitalisierung, Selbstverwaltung und Finanzierung gebe es weiterhin massive Defizite. Meißner, gelernte Pflegefachkraft und seit Jahren eine der profiliertesten Stimmen zur Digitalisierung in der Pflege, fordert deshalb eine eigene Pflegeinformatik-Initiative, verlässliche Investitionen und mehr Mitsprache der Profession.

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Thomas Meißner

Thomas Meißner

Thomas Meißner, Vorstand AVG, Mitglied im Deutschen Pflegerat (DPR).

(Bild: Anja Dorny)

Besonders kritisch sieht er aktuelle politische Überlegungen zur Begrenzung von Pflegeleistungen sowie die schleppende Umsetzung digitaler Infrastruktur. Zudem warnt er davor, fachliche Entscheidungen zunehmend nach Kassenlage zu treffen.

Wir haben vor rund einem Jahr schon einmal miteinander gesprochen, damals vor allem über das Pflegekompetenzgesetz und die Digitalisierungpläne für die Pflege. Seitdem ist viel passiert. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Insgesamt muss man für die Pflege eine positive Bilanz ziehen. Die Pflege rückt stärker in die Öffentlichkeit und stärker ins politische Bewusstsein. Viele Forderungen, die wir über Jahre erhoben haben, kommen inzwischen zumindest schrittweise an. Natürlich ist noch viel Luft nach oben, aber man muss klar sagen: Die Pflege ist politisch angekommen.

Auch der Deutsche Pflegerat wird inzwischen ernst genommen und gesetzlich als maßgebliche Organisation anerkannt. Dahinter steht die Expertise vieler Mitgliedsverbände und damit ein sehr breites Fachwissen aus Praxis, Wissenschaft und Ausbildung. Das ist ein Fortschritt.

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Gleichzeitig hört man aus der Praxis weiterhin viel Frust über die Digitalisierung.

Die Digitalisierung ist grundsätzlich gut gedacht. Wir sind deutlich weiter als noch vor fünf Jahren. Aber wir haben nach wie vor zu viele Insellösungen. Die Verbindung zwischen den Systemen funktioniert nicht richtig.

Ich beschreibe das gern mit einem Bild: Wir haben viele digitale Autobahnen gebaut, viele Brücken dazu – aber jeder fährt mit seinem Auto irgendwo am Rand herum und kommt gar nicht auf die Autobahn. Genau das ist das Problem der fehlenden Interoperabilität.

Das betrifft allerdings nicht nur die Pflege.

Nein, natürlich nicht. Aber in der Pflege merkt man die Folgen besonders stark. Die Telematikinfrastruktur ist technisch da, viele Einrichtungen haben inzwischen KIM-Adressen. Nur: Wenn niemand sie nutzt, bringt das wenig.

Wenn ein Pflegedienst digital mit einer Arztpraxis kommunizieren will und die Praxis sagt: „Machen wir nicht“, dann scheitert es schon. Oder ein Krankenhaus möchte digital Daten austauschen und der ambulante Dienst sagt: „Zu kompliziert.“ Dazu kommen veraltete Konnektoren, lange Bearbeitungszeiten bei der Finanzierung oder technische Probleme. Das Ergebnis ist: Eine eigentlich gute Idee wird in der Praxis nicht konsequent genutzt.

Wo sehen Sie die größten strukturellen Probleme?

Wir haben bis heute keine Pflegeinformatik-Initiative. Das halte ich für einen großen Fehler. Wir brauchen standardisierte Normen für pflegerische Daten, für Dokumentation, Datenaustausch und Auswertung. Auch künstliche Intelligenz wird nur so gut sein wie die Datenbasis dahinter. Schlechte Daten führen zu schlechter KI.

Die Pflege hat dabei ganz eigene Anforderungen. Die Cybersicherheit in einem Krankenhaus ist etwas anderes als in einem kleinen ambulanten Dienst oder einer stationären Langzeitpflegeeinrichtung. Diese Besonderheiten werden bislang zu wenig berücksichtigt.

Bei den Ärzten gab es früh eigene Informatikinitiativen. Genau so etwas brauchen wir in der Pflege ebenfalls.

Sie haben sich auch den aktuellen Referentenentwurf zum GeDIG angesehen. Was fehlt Ihnen dort aus Sicht der Pflege?

Vieles im GeDIG ist weiterhin stark aus der Logik ärztlicher Versorgung gedacht. Die pflegespezifischen Anforderungen kommen aus meiner Sicht noch zu wenig vor. Wir brauchen zum Beispiel endlich eine Pflegeinformatik-Initiative, also klare Standards dafür, wie pflegerische Daten erhoben, strukturiert und zwischen den Systemen ausgetauscht werden.

Gerade in der Pflege haben wir ganz andere Arbeitsrealitäten als in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus. Ein ambulanter Pflegedienst arbeitet mobil, oft unter Zeitdruck und mit sehr unterschiedlichen technischen Voraussetzungen. Das muss sich auch in den gesetzlichen Rahmenbedingungen widerspiegeln.

Außerdem fehlen im GeDIG aus unserer Sicht verbindliche Aussagen zur Finanzierung. Digitalisierung besteht nicht nur aus einer einmaligen Anschaffung. Einrichtungen brauchen dauerhaft Mittel für Wartung, Software, Cybersicherheit und Schulungen. Wenn man Digitalisierung politisch wirklich will, dann muss man diese Investitionen auch absichern.

Trotz aller Digitalgesetze scheint die Realität oft noch sehr analog zu sein?

Absolut. Ich war gerade auf einem Digitalisierungspanel bei dem Pflegekongress „Because we care“ in Augsburg. Auf die Frage in einem Panel, wer noch Faxgeräte nutzt, hoben drei Viertel der Anwesenden die Hand.

Politisch entsteht oft der Eindruck, das Fax sei längst Geschichte. Die Realität sieht anders aus.

Wir erleben ständig Medienbrüche: Daten werden digital erfasst, anschließend ausgedruckt, unterschrieben und wieder per Fax verschickt. Das ist keine echte Digitalisierung. Das ist nur ein analoger Prozess auf einem Bildschirm.

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) sorgt nicht nur bei den Ärzten und Apothekern, sondern auch in der Pflege weiterhin für Diskussionen. Wie bewerten Sie den aktuellen Stand?

Der eHBA ist grundsätzlich wichtig und notwendig. Wenn Pflegefachkräfte künftig eigenständig E‑Rezepte oder digitale Verordnungen signieren sollen, dann braucht es natürlich auch eine sichere digitale Identität. Dafür ist der elektronische Heilberufsausweis die Grundlage.

Aber die Realität ist noch kompliziert. Die Ausstellung der Heilberufsausweise und Institutionskarten funktioniert vielerorts noch nicht flächendeckend. Viele Einrichtungen berichten über lange Bearbeitungszeiten, komplizierte Antragsverfahren und hohe Kosten. Teilweise dauert die Refinanzierung mehrere Monate, während die Technik schon wieder weiterentwickelt wird.

Digitalisierung darf nicht an Bürokratie scheitern. Wenn Menschen wochen- oder monatelang auf Ausweise, Freischaltungen oder Refinanzierungen warten, entsteht Frust statt Akzeptanz. Der eHBA darf kein zusätzliches Hindernis werden, sondern muss den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern.

Wäre eine verpflichtende Nutzung von Diensten wie KIM (Kommunikation im Medizinwesen) aus Ihrer Sicht sinnvoll?

Ich bin grundsätzlich kein Freund davon, Menschen einfach zu etwas zu verpflichten. Ich möchte überzeugen. Digitalisierung muss in der Praxis funktionieren und erlebbar werden – sonst verliert man die Menschen.

Wenn Pflegekräfte einmal gute digitale Dokumentation nutzen, möchten die meisten nicht mehr mit Kugelschreiber arbeiten. Aber solange am Ende alles wieder ausgedruckt werden muss, verliert man Akzeptanz.

Viele Einrichtungen beklagen hohe Kosten und fehlende Finanzierung.

Das Problem ist real. Digitalisierung kostet Geld – nicht nur einmalig für Hardware und Software, sondern dauerhaft für Wartung, Updates, Cybersicherheit und Support.

Deshalb brauchen wir sichere Finanzierungsmodelle. Investitionskosten müssen refinanziert werden, genauso die laufenden Betriebskosten.

Und ich sage das ganz deutlich: Über die Notwendigkeit der Digitalisierung darf man eigentlich nicht mehr diskutieren. Wenn wir als Gesundheitswesen international mithalten wollen, dann müssen wir investieren.

Das ist ähnlich wie bei Infrastruktur oder Verteidigungspolitik: Man kann diskutieren, wie investiert wird – aber nicht mehr darüber, ob investiert werden soll.

Die aktuellen Überlegungen rund um die Pflegeversicherung sehen Sie kritisch?

Ja, weil hier aus meiner Sicht eine Grenze überschritten wird. Es gibt Überlegungen, die Kriterien für Pflegegrade zu verändern, damit weniger Menschen Leistungen erhalten oder Höherstufungen schwieriger werden. Damit greift Politik unmittelbar in fachliche Bewertungen ein.

Stellen Sie sich vor, man würde Ärzten vorschreiben, bestimmte Diagnosen nicht mehr zu stellen, weil die Therapien zu teuer sind. Da gäbe es einen Aufschrei durchs ganze Land. In der Pflege scheint man so etwas eher zu akzeptieren. Das halte ich für falsch.

Welche Folgen hätte das konkret?

Natürlich würde es Einschränkungen für Versicherte geben. Aber mir geht es vor allem um die grundsätzliche Frage: Wird Pflegebedürftigkeit fachlich bewertet oder nach Kassenlage? Wenn finanzielle Erwägungen die fachliche Einschätzung bestimmen, dann haben wir ein Problem.

Warum gelingt es der Pflege bislang nicht, politischen Druck ähnlich stark aufzubauen wie etwa Ärzteverbände?

Weil die Strukturen völlig unterschiedlich sind. Ärzte verfügen seit Jahrzehnten über starke Kammern, Hauptamtliche und große Verwaltungsapparate.

In der Pflege läuft extrem viel über Ehrenamt. Viele engagieren sich neben ihrer eigentlichen Arbeit. Dafür leisten die Beteiligten Erstaunliches – aber natürlich kann man unter solchen Bedingungen schwieriger dauerhaft politischen Druck organisieren.

Trotzdem hat die Pflege in den vergangenen Jahren enorm viel erreicht. Vor 20 Jahren wären viele dieser Diskussionen noch undenkbar gewesen.

Klingt trotzdem nach einem langen Weg.

Natürlich. Andere Professionen hatten dafür hundert Jahre Zeit. Die Pflege holt viele Entwicklungen jetzt in wenigen Jahrzehnten nach. Aber wir sind da. Wir werden sichtbarer. Wir werden gefragt. Und wir werden uns weiter einmischen.


(mack)



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