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Krebs mit 22: „Ich habe mich im Spiegel nicht wiedererkannt“


Krebs mit 22: „Ich habe mich im Spiegel nicht wiedererkannt“

Vom Krankenbett zurück in den Fahrradsattel: Gründer John Müller zieht aus seinem Schicksalsschlag neue Kraft.
John Müller/8000km.live, Collage: Gründerszene/ Dominik Schmitt

Ein Startup gegründet, den Mont Blanc bestiegen, einen Mammutmarsch über 100 Kilometer geschafft und ein Praktikum im CEO-Office von Mercedes Benz bekommen: Für John Müller läuft das Leben nach Plan. Bis eine Diagnose mit 22 Jahren plötzlich alles verändert. Karrierepläne, Leistungsdenken, Zukunft – alles muss warten. Knochenkrebs.

Vom Schüler-Startup zum VC

John Müller wächst im Allgäu auf und sammelt früh erste Gründungserfahrungen. Noch als Schüler designt und verkauft er Fahrradflaschen. Sein erstes „richtiges“ Startup gründet er 2021 während der Corona-Pandemie: das Partykartenspiel Soulmate. „Es ging dabei darum, wieder Menschen zusammenzubringen. Man war allein, sogar in Wohngemeinschaften und es gab kaum Gesprächsthemen. Da brauchte es einen Eisbrecher – etwas, das die Situation auflockert“, erzählt er Gründerszene. Er habe alles selbst gemacht: Design, Marketing, Vertrieb.

Aber nicht nur das Gründen fasziniert ihn, sondern auch die Finanzwelt: Investments, Börse, Finanzthemen. „Ich komme aus sehr einfachen Verhältnissen. Da meine Mutter mich sehr jung bekommen hat – da war sie 20 Jahre alt und aus der Ukraine frisch nach Deutschland gezogen – wusste ich, dass ich mich um die finanzielle Absicherung meiner Familie kümmern muss.“

2022 landet Müller nach einem VC-Praktikum als Intern im CEO-Office der Mercedes-Benz Group in Stuttgart. Es wirkt wie der nächste Schritt einer geradlinigen Karriere. Doch genau dort verändert sich sein Leben komplett.

Symptome bei einer Wanderung entdeckt

Die ersten Symptome bemerkt er im Urlaub. „Ich war in Schweden und am letzten Tag hatte ich Schmerzen an der Rippe. Ich dachte: Wir waren viel wandern, schwerer Rucksack, vielleicht hatte ich mir etwas gezerrt oder mich verhoben.“ Aber die Schmerzen hören nicht auf, werden immer stärker.

Für den sportlichen jungen Mann kommt das völlig unerwartet. Körperliche Herausforderungen ist er gewohnt. Er bestieg bereits den Vulkan Cotopaxi, lief den Jakobsweg und stand auf dem Mont Blanc. Nach einem kurzen Krankenhausbesuch in Schweden reist Müller zurück nach Deutschland – direkt in die Notaufnahme des Klinikums Stuttgart.

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Der Gründer, der eigentlich tot sein sollte

„Es stellte sich heraus, dass dort an der Rippe ein Tumor gewachsen war. Und zwar so schnell, dass er auf den Nerv von der Rippe gedrückt hat.“ Die genaue Diagnose erfolgt später: Ewing-Sarkom – eine sehr aggressive und gleichzeitig extrem seltene Krebsform, die meist bei Kindern und Jugendlichen auftritt. „Das ist wie ein Sechser im Lotto, nur im negativen Sinne. 25 Menschen erhalten eine Diagnose, wie ich sie bekommen habe in Deutschland.“ Er bricht weinend zusammen, weiß nicht, wie er das durchstehen soll. Mit 22 Jahren zählte Müller bereits zu den älteren Patienten mit diesem Tumor.

10 Monate Krankenhaus, eine OP, 14 Chemozyklen

Ab der Diagnose geht alles schnell. Insgesamt verbringt Müller zehn Monate im Krankenhaus. Er erhält 14 Chemozyklen, Radiotherapie und eine große Operation, bei der Ärzte den Tumor zusammen mit zwei Rippen entfernen.

Sein Körper verändert sich radikal. Die Haare fallen aus. Er wird bettlägerig, verliert Muskelmasse und Fitness. „Ich war ein Jahr zuvor noch auf dem Mont Blanc gewesen und dann bin ich ein Jahr später kaum den zweiten Stock hochgekommen. Das war für mich schwierig zu verarbeiten. Ich habe mich im Spiegel nicht wiedererkannt.“

Das Klinikum Stuttgart, in dem John Müller behandelt wurde, ist eines von 23 zertifizierten Sarkomzentren in Deutschland.

Das Klinikum Stuttgart, in dem John Müller behandelt wurde, ist eines von 23 zertifizierten Sarkomzentren in Deutschland.
John Müller/8000km.live

Dass ausgerechnet ihn eine solche Diagnose treffen könnte, hält Müller lange für unvorstellbar. Er ist Leistungssportler, ernährt sich gesund und ist viel in den Bergen. „Vielleicht sterbe ich bei einem Fahrradunfall, aber sicher niemals an Krebs“, denkt er damals. Der gesunde Lebensstil hat auch familiäre Gründe. „Mein Opa war Alkoholiker und starb daran. Mein Papa war Alkoholiker und starb daran. Da war ich zehn Jahre alt. Ich wusste, dass ich alles in meiner Kraft Stehende tun möchte, um nicht dem gleichen Schicksal zu unterliegen.“

Startup-Podcasts als Motivation

Im Krankenhausalltag zwischen Tropf und Strahlen-Therapie habe er viel Zeit gehabt. Viel Zeit um sich nicht nur mit den körperlichen Veränderungen auseinanderzusetzen, sondern auch mit seinen Zukunftsplänen. Auf seiner Heilungsreise will er keinen Tag verschwenden. Er erinnert sich an die Gedanken, die ihn im Krankenbett nicht losgelassen haben: „Ich weiß nicht, wie lange ich noch habe. Ich will mich mit den Themen beschäftigen, die den größten gesellschaftlichen Hebel haben. Etwas hinterlassen.“

Seine Motivation, weiterzumachen, findet er unter anderem im Startup-Kosmos. „Ich habe mich während des Krankenhausaufenthaltes Tag und Nacht mit dem Thema Gründung beschäftigt. 24/7 habe ich Podcasts gehört von jeglichen Gründern und VCs.“

Von der Chemotherapie zum Bewerbungsgespräch

Müller übersteht die Erkrankung. Baute eine gewisse Resilienz und Restistenz auf, sagt er heute. Und setzt sich Ziele. Noch während der Therapie beginnt er Bewerbungen zu schreiben. „Ich wollte unbedingt direkt wieder ins VC und dachte mir, Porsche Ventures wäre total toll. Für das erste Bewerbungsinterview hatte ich die Chemotherapeutika schneller durchlaufen lassen, damit ich es zeitlich schaffe. Mit meiner letzten Kraft bin ich dann nach Hause, habe den Laptop aufgeklappt und hatte das Gespräch.“

Mit Mütze auf dem Kopf, um die Krebsglatze zu verdecken, sitzt er vor dem Bildschirm. „Weil ich dachte, so erkennt man gar nicht, dass ich schwer krank bin. Und ich dachte, wenn ich erzähle, dass ich Krebs habe, habe ich keine Chance, angenommen zu werden. Im Nachhinein haben sie mir erzählt, dass es in der ersten Sekunde klar war, dass ich total krank war. Aber sie fanden meinen Mut beeindruckend.“ Er bekommt eine Zusage als Visiting Analyst. Das Feedback lautet: „John, der ist so verrückt, dass er trotz so einer schweren Diagnose bei uns anfangen will, den müssen wir haben.“

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160.000 Bewerbungen pro Jahr – und dieser Investor sucht trotzdem nur nach einer Eigenschaft

Überleben ist nicht genug

Seit drei Jahren gilt Müller als krebsfrei. Nun will er etwas zurückgeben: „Ich hätte mir damals im Krankenhaus so sehr gewünscht jemanden zusehen, der trotz tödlicher Krebs-Diagnose so schnell wieder zurück ins Leben gefunden hat.“ Nach einem Auslandsaufenthalt in Mexiko, seinem Uni-Abschluss und einer Station bei dem EdTech-Startup KnowUnity, hat er sich dazu entschlossen, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen.

Seine Mission: „Mit meiner Geschichte möchte ich Hoffnung machen, dass Krebs nicht das Ende bedeuten muss, sondern dass man seine Träume trotzdem in die Hand nehmen kann.“

Ab dem 8. Mai, genau drei Jahre nach der Entfernung des Tumors, möchte John Müller von Berlin aus mit dem Fahrrad bis zum Taj Mahal fahren, der berühmtesten Sehenswürdigkeit Indiens. Unterwegs will er Krankenhäuser entlang der Strecke besuchen und die Reise auf der Website 8000km.live und auf Social Media dokumentieren.

Support aus der Startup-Welt

Unterstützt wird er auch aus dem ganzen Startup-Netzwerk: „Ich hatte nichts als eine Idee und eine Webseite, als Marius Meiners bereits an mich geglaubt hat.“ Dessen KI-Startup Peec AI ist Hauptsponsor bei dem Projekt.

Für mich ist das ein Lebensprojekt – das ist das Größte, was ich bisher gemacht habe.

Auch operativ bekommt er Rückhalt aus dem Ökosystem: Beim Aufbau seiner Website helfen ihm Langdock und Lovable. Für den „Energy Boost“ sorgen das Softdrink-Startup Holy sowie LapCoffee. Sonnenschutz erhält er von Sun Matters, bekannt aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen“.

Minimalistisch: Alles, was John Müller auf seine 80-tägige Reise mitnimmt, passt auf in die Fahrrad-Tasche und in einen Rucksack.

Minimalistisch: Alles, was John Müller auf seine 80-tägige Reise mitnimmt, passt auf in die Fahrrad-Tasche und in einen Rucksack.
John Müller

Über die Internetseite sammelt er Spenden für einen Notfall-Fonds für junge Sarkompatienten und Sarkomzentren in Deutschland. „Schon vor dem Start konnte ich bereits 25.000 Euro an Spenden sammeln.“ Auf diese Summe ist er stolz.

„80 Tage lang 100 Kilometer Fahrrad fahren – ich mache es genau für die, die gerade nicht Fahrrad fahren können. Für die, die gerade im Krankenhaus um ihr Leben kämpfen.“

Vor drei Jahren kämpft John Müller noch selbst um sein Leben. Heute zeigt er anderen Krebspatienten, dass selbst nach der dunkelsten Diagnose wieder Zukunft möglich sein kann. Und wird damit zu genau dem Vorbild, das er sich damals im Krankenhaus selbst gewünscht hätte.





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+++ Auxxo +++ Schwarz Digits +++ Quantencomputing +++ Native Instruments +++ Creandum +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Auxxo-Team stemmte bereits 50 Investments +++ Schwarz Digits steht total auf Quantencomputing +++ Rettung für Native Instruments +++ Creandum: Jakob Stein steigt zum Partner auf +++ 18 spannende Startup-Exits +++

+++ Auxxo +++ Schwarz Digits +++  Quantencomputing +++ Native Instruments +++ Creandum +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 12. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

Auxxo
+++ Starke Bilanz! Seit sechs Jahren investierte das Auxxo-Team rund um Gesa Miczaika und Bettine Schmitz inzwischen in 50 Startups, die von mindestens einer Gründerin ins Leben gerufen wurde. „We are proud to make a real difference by channeling capital into the hands of women. And we strive to bring value to the ecosystem by backing these diverse teams early with capital, network, and everything in between“, teilt der Geldgeber auf Linkedin mit. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem Auxxo Angel Fund, der 2019 an den Start ging, im Jahre 2021 der erste Female Catalyst Fund (19 Millionen Euro, 30 Startups). 2024 legte das Team dann den zweiten Female Catalyst Fund (derzeit 28,5 Millionen, bisher 10 Investments) auf. In der Regel investiert Auxxo initial zwischen 350.000 und 800.000 Euro. Im Portfolio von Auxxo befinden sich derzeit Startups wie anybill, Biovox, Delta Labs, Dude Chem, Exakt Health und einwert. Hoffentlich folgen noch viele weitere Auxxo-Investments. (Linkedin) Mehr über Auxxo Female Catalyst Fund

Schwarz Digits – Quantencomputing
+++ Schlüsseltechnologie mit konkretem Nutzen! Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland, PreZero) steht derzeit auf das Trendthema Quantencomputing. Die Digitalsparte des milliardenschweren Handelskonzerns investierte zuletzt nach dem Einstieg bei IQM nun auch in eleQtron aus Siegen. Das Unternehmen, 2020 gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“. Schwarz Digits, Ankaa Ventures und Co. statteten die Jungfirma nun mit 57 Millionen Euro aus. Das finnische Quantencomputing-Startup IQM, das über eine starke Präsenz in München verfügt, wurde 2028 gegründet. Schwarz Digits, Ten Eleven Ventures und Co. investierten zuletzt 320 Millionen US-Dollar in das Unternehmen (Bewertung: 1 Milliarde US-Dollar). Zu den Investoren aus Deutschland gehören auch der World Fund, Vsquared, Salvia (Helmut Jeggle) und Santo Venture Capital (Sprüngmann). Für die Schwarz Digits ist Quantencomputing „eine Schlüsseltechnologie für die digitale Souveränität Deutschlands und Europas im globalen Wettbewerb“. Das Unternehmen möchte mit Quantentechnologie etwa Themen wie Lieferketten und Logistik optimieren. Das ist Zukunftsmusik, die sich gut anhört. Mit der Schwarz-Gruppe als Treiber dürfte das Thema massiv Fahrt gewinnen. Mehr über Quantencomputing

Native Instruments
+++ Rettung für Native Instruments! Das insolvente Berliner Musikunternehmen Native Instruments bekommt eine zweite Chance. Die US-amerikanische DJ-Tech-Firma inMusic übernimmt die Kultmarke. „Native Instruments represents everything we look for in a partner: exceptional products, a deeply engaged community, and a clear point of view on what musicians want“, teilt inMusic mit. Native Instruments, 1996 gegründet, kümmert sich um Software und Hardware für digitale Musikproduktion. Die Beteiligungsgesellschaft Francisco Partners übernahm 2021 die Mehrheit an Native Instruments. 350 Mitarbeitende wirkten zuletzt für Native Instruments. Mehr über Native Instruments

Creandum – Jakob Stein
+++ Aufstieg! Jakob Stein wird Partner beim schwedischen Early-Stage-Investor Creandum, der seit einigen Jahren massiv in Deutschland investiert. „The energy Jakob brings to our team and Berlin office every day is infectious. So is the impact he had“, schreibt Creandum-Partner Peter Specht auf Linkedin. Stein wirkt mit Unterbrechung, in der er für die Creandum-Beteiligung cargo.one („AI-native operating system for logistics“) tätig war, seit 2020 bei Creandum. Der Geldgeber legte zuletzt seinen sechsten Fonds (500 Millionen Euro) auf. Zum Portfolio von Creandum hierzulande gehören unter anderem Black Forest Labs, Trade Republic, Sereact, Leapsome und CarOnSale. (Linkedin) Mehr über Creandum

Exit-Time
+++ Exits sind das Salz in der Startup-Suppe! In den vergangenen vier Monaten sorgten vor allem die Exits von Talon.One (750 Millionen), Blacklane (500+ Millionen), Kaia Health (285 Millionen) und Sanity Group (250 Millionen) für Schlagzeilen. Mehr im Deal-Monitor

Startup-Radar
+++ Es ist wieder Zeit für neue Startups! Hier einige ganz frische Firmen, die jeder kennen sollte. Heute stellen wir diese Jungunternehmen vor: Delta Labs, modulo8, BubbleTax, GuardAero und Lobby. Mehr im Startup-Radar

#DEALMONITOR

Investments & Exits
++ KI-Startup Elephant erhält 5 Millionen +++ DeepTech-Startup NanoStruct sammelt 2,6 Millionen ein +++ inMusic rettet Musik-Grownup Native Instruments +++ Aareon Group übernimmt PropTech easimo. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): KI



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Darum sollten Geschäftspartner gemeinsam Urlaub machen


Die Präsidentin von Anthropic über 40 Jahre Streit mit ihrem Bruder und den Unterschied zwischen Einhörnern und Schnabeltieren.

Darum sollten Geschäftspartner gemeinsam Urlaub machen

Daniela Amodei hat einen Reisetipp.
Andrej Sokolow/picture alliance via Getty Images

Wenn die Beziehung zu deinem Mitgründer oder deiner Mitgründerin es nicht schaffen würde, ein geteiltes Hotelzimmer zu überstehen, ist das ein Problem – sagt eine Mitgründerin von Anthropic.

Daniela Amodei verließ OpenAI gemeinsam mit ihrem Bruder Dario, um Anthropic zu gründen. Das Duo – zusammen mit fünf weiteren Mitgründern – baute eines der wertvollsten KI‑Unternehmen auf, um das sich Investoren regelrecht reißen.

In einem Vortrag an der Stanford Graduate School of Business gab Amodei Ratschläge zur Wahl von Mitgründern. Zwischenmenschliche Beziehungsdynamiken „sind viel wichtiger, als man denkt“, sagte sie.

Streit seit 40 Jahren

„Dario und ich streiten uns seit über vierzig Jahren – und kommen immer wieder darüber hinweg“, sagte sie. „Er ist mein Bruder, und ich habe ihm früher seine Spielsachen geklaut.“

Einer von Amodeis Tipps, um einen guten Mitgründer zu finden: „Baut nicht zuerst gemeinsam ein Unternehmen auf – fahrt erst einmal zusammen in den Urlaub.“

Reisen könne Schwächen in einer Beziehung aufdecken, etwa bei der Planung von Zwischenstopps, dem Buchen von Flügen oder beim Zusammenleben. Mitgründer sollten im Urlaub sogar ein Zimmer teilen, sagte Amodei.

Nach der Reise solle man die Beziehung evaluieren. Wenn Unternehmer danach immer noch Zeit mit ihren Mitgründern verbringen wollten, sei das wahrscheinlich ein gutes Zeichen, sagte Amodei.

„Wenn du denkst: Ich brauche wirklich erst einmal Urlaub, um mich von meinem Urlaub zu erholen, dann war es vermutlich die falsche Wahl“, sagte sie.

Einhorn oder Schnabeltier?

Ebenso entscheidend sei es, mit dem Mitgründer oder der Mitgründerin auf derselben Linie zu sein. Unterschiedliche Fähigkeiten könnten hilfreich sein – man denke etwa an den Visionär Steve Jobs und den Realisten Steve Wozniak – doch unterschiedliche Prinzipien könnten ein Unternehmen zerstören.

Amodei stellte dem Publikum eine Aufgabe: Man solle sich vorstellen, man selbst und der Mitgründer würden in getrennten Räumen eingeschlossen und gebeten, ein Bild davon zu zeichnen, was das Startup macht. Wichtig sei, dass am Ende nicht völlig unterschiedliche Bilder entstünden – etwa ein Einhorn und ein Schnabeltier.

„Das ist die Art von Situation, in der man denkt, man arbeite an derselben Sache – aber ich glaube, es endet einfach nicht gut“, sagte sie.





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Der größte deutsche Startup-Deal aller Zeiten: Helsing bald 18 Milliarden wert


Die Münchner Rüstungsstartup sammelt Berichten zufolge 1,2 Milliarden Dollar ein. Das reicht, um wertvoller als Trade Republic oder Celonis zu werden.

Der größte deutsche Startup-Deal aller Zeiten: Helsing bald 18 Milliarden wert

Gundbert Scherf, Mitgründer und Co-CEO von Helsing, steht an einem Modell einer HX-2-Drohne.
picture alliance/dpa | Jens Kalaene

Es wäre die größte Finanzierungsrunde, die es je für ein deutsches Startup gab: Die Münchner Rüstungsfirma Helsing wird Insidern zufolge 1,2 Millionen US-Dollar raisen. Damit läge die Bewertung bei 18 Milliarden Dollar. Der KI-Drohnen-Bauer wäre damit das wertvollste deutsche Startup.

Final ist der Geldregen für das Drohnen-Startup noch nicht, niemand wollte es offiziell bestätigen. Aber sowohl die Financial Times als auch das Handelsblatt konnten mit informierten Kreisen über die Runde sprechen.

Zu den Investoren sollen den Berichten zufolge Dragoneer und Lightspeend Venture Partners aus den USA gehören. Vorher hatte Helsing beispielsweise Geld von Plural und Prima Materia eingeworben. Mit Prima Materia ist ein bekannter Name verbunden: Spotify-Gründer Daniel Ek.

Die Drohne fliegt bis zu 220 km/h schnell

Helsing sitzt in München und wurde 2021 gegründet. Das Unternehmen stellt ferngesteuerte Kampfflugzeuge mit eingebauter KI her. Das Modell HX-2 ist bereits im Einsatz. „HX-2 ist in der Lage, Artillerie, gepanzerte und andere militärische Ziele auf bis zu 100 km Reichweite zu bekämpfen“, erklärt Helsing auf der Webseite.

Die Drohne ist 12 Kilogramm schwer und kann bis zu 220 km/h schnell fliegen. Autonom attackiert sie nicht, schreibt Helsing, es bleibe immer ein Mensch am (Fern-)Steuer.

Ein Konkurrent von Helsing ist Stark Defence aus Berlin. Im Februar gab es nochmal Geld, unter anderem von Peter Thiel. Stark erreicht damit eine Milliardenbewertung, an Helsing reicht es aber nicht heran.

Bisherige Spitzenreiter unter den deutschen Startup-Bewertungen waren laut Handelsblatt die Software-Firma Celonis und die Investment-App Trade Republic. Helsing dürfte sie nun um ein paar Milliarden Dollar hinter sich lassen.





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