Künstliche Intelligenz
Kaspersky: Entweder das BSI streicht seine Warnung, oder…
Die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky hat ein Problem – und das ist ihr Herkunftsland: Russland. Als das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im März 2022 erstmals öffentlich vor dem kompletten Produktsegment eines Herstellers gewarnt hatte, war das ein Novum. Bis heute ist die Warnung vor Kasperskys Virensoftware die einzige vom BSI ausgesprochene öffentliche Produktwarnung – und sie soll weg, fordert die Firma.
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Kaspersky-Lobbyisten schrieben kürzlich Mitglieder des zuständigen Innenausschusses an, worüber zuerst der Spiegel berichtet hatte. In den E-Mails legte das Unternehmen sein Ansinnen dar, dass das BSI die Produktwarnung zurücknehmen solle. Kaspersky sieht das BSI dazu in der Pflicht: Unterlagen der Bonner Behörde sollen belegen, dass das BSI keinerlei Anhaltspunkte für Gefahren gefunden habe. Dem Unternehmen sei durch die Warnung mittlerweile ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden. Auch in den USA und anderen Staaten sind verschiedene Kaspersky-Unternehmensteile, darunter Kaspersky Lab und dessen Führungspersonal wie Gründer Eugene Kaspersky, sanktioniert.
BSI hält an Warnung fest
Die Behörde gibt sich von den Forderungen der Firma unbeeindruckt, nachdem sie erst vor wenigen Wochen noch einmal intern über die Einstufung gesprochen hat – Warnungen müssen regelmäßig überprüft werden. „Das BSI hält die Warnung vor AV-Produkten des Herstellers Kaspersky weiterhin aufrecht“, teilt ein Sprecher am Dienstagmittag auf Anfrage von heise online mit. „Die Gründe für die Warnung sind in der Warnung selbst hinlänglich dargestellt und haben sich aus Sicht des BSI nicht geändert.“ Zur Kommunikation durch den Hersteller äußere sich das BSI nicht.
Im Parlament führt der Kaspersky-Vorstoß eher zu Irritation als zu Unterstützung für das Unternehmen. „Kaspersky steht der Rechtsweg in unserem deutschen Rechtsstaat immer offen“, sagt der CDU-Digitalpolitiker und IT-Sicherheitsspezialist Henri Schmidt. Und appelliert: „Wer in der aktuellen Situation immer noch russische Software nutzt, hat den Ernst der Lage nicht verstanden.“ Russland führe seit Jahren hybride Angriffe gegen Deutschland durch. „Die Russische Föderation ist eine Diktatur und selbsterklärter Gegner der EU, die jeden vorhandenen Hebel gegen Europa nutzt oder nutzen wird“, sagt der CDU-Politiker Schmidt. „Kein Unternehmen im heutigen Russland kann unabhängig von Putins Regime agieren.“ Also auch nicht Kaspersky mit Hauptsitz an der Leningrader Chaussee in Moskau.
Politische oder wissenschaftlich-technische Entscheidung?
Die Vorgänge würden sehr aufmerksam verfolgt, sagt Konstantin von Notz, Grünen-Innenpolitiker und stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstaufsichts-Gremiums des Deutschen Bundestages. „Als Parlament interessiert uns hierbei vor allem die Positionierung der Bundesregierung in dem nunmehr schon länger bestehenden Konflikt zwischen Kaspersky und dem BSI, die ja weiterhin die Fach- und Rechtsaufsicht über das Bundesamt ausübt.“ Das zielt in erster Linie auf das von Alexander Dobrindt geführte Bundesministerium des Innern ab, dem das BSI nachgeordnet ist. Das neue Digitalministerium ist nur für jene Teile des BSI zuständig, die unmittelbar für die Bundesverwaltung relevant sind.
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Seit dem Aussprechen der Warnung wird immer wieder der Verdacht laut, das BSI habe die Warnung nicht aufgrund technischer Beurteilungen ausgesprochen, sondern politische Gründe hätten eine Rolle gespielt. Doch das hat sich bis heute nicht weiter erhärtet, auch wenn das BSI damals in enger Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium agierte. Andere wiederum hatten das BSI dafür kritisiert, mit der Produktwarnung vor Kaspersky viel zu lange gezögert zu haben. Das BSI ist, was seine Entscheidungsgrundlage angeht, eine ungewöhnliche Bundesbehörde: „Seine Aufgaben führt das Bundesamt auf Grundlage wissenschaftlich-technischer Erkenntnisse durch“, heißt es im BSI-Gesetz. Sprich: es darf sich anders als andere Behörden nicht politisieren lassen, wenn das der Erkenntnislage widerspricht.
Kein Gerichtsverfahren anhängig
Kaspersky war bislang mit allen Versuchen gescheitert, rechtlich gegen die Warnung des BSI vorzugehen. Das Unternehmen hatte sowohl auf dem Weg des einstweiligen Rechtschutzes als auch mit einer Verfassungsbeschwerde seine Rechte geltend gemacht, die Richter aber nicht davon überzeugen können, dass das BSI hier unverhältnismäßig gehandelt habe. Eine weitere gerichtliche Klärung – sprich: ein Hauptsacheverfahren – hatte das Unternehmen bislang aber ebenfalls nicht auf den Weg gebracht.
Beim örtlich für das BSI zuständigen Verwaltungsgericht Köln ist jedenfalls aktuell keinerlei solches Verfahren bekannt, teilte der zuständige Pressesprecher auf Anfrage mit. Es gibt also weiterhin kein Anzeichen dafür, dass Kaspersky vier Jahre nach dem Aussprechen der Produktwarnung nun ein Hauptsacheverfahren anstrengen würde. Eine Kaspersky-Sprecherin betont denn auch, dass Kaspersky dem BSI nicht mit einer Klage drohe, sondern sich lediglich rechtliche Schritte vorbehalte.
(cku)
Künstliche Intelligenz
Western Digital beschleunigt SATA-Festplatten auf 500 MByte/s
Festplatten schaffen in den Außenzonen bislang rund 300 MByte/s, im Vergleich zu PCIe-SSDs ist das sehr langsam: Die schnellsten M.2-SSDs kommen beim Schreiben auf fast 14.000 MByte/s. Viele in Rechenzentren eingesetzte SSDs aber verzichten auf einen beschleunigenden SLC-Cache und schreiben die Daten direkt in die Flash-Zellen; dadurch sinken die Schreibraten von QLC-SSDs teils auf deutlich weniger als 1000 MByte/s.
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Western Digital (WDC, Western Digital Corporation) will seine Rechenzentrumsfestplatten nun auf eine Schreib- und Lesegeschwindigkeit von 500 MByte/s bringen. Änderungen in der Hardware sind dazu nicht notwendig, sagte der Produktchef des Unternehmens, Ahmed Shihab, im Gespräch mit heise online. Der Grundgedanke leuchtet sofort ein: Statt nur einen Kopf zu benutzen, um eine Spur zu schreiben oder zu lesen, nutzt WDC dabei mehrere und beschreibt gleichzeitig mehrere Scheiben oder liest deren Daten aus.
Bislang hat noch kein Festplattenhersteller diese Technik kommerziell eingesetzt. Die Spuren auf modernen Festplatten sind gerade noch etwa 30 Nanometer breit, auf verschiedenen Scheiben „übereinander“ liegende Spuren sind wahrscheinlich niemals wirklich an der gleichen Stelle. Erst durch den Einsatz eines sehr fein verstellbaren Gelenks an der Kopfspitze lässt sich dieser auf die richtige Position bringen – das Unternehmen setzt dazu auf den vor einigen Jahren eingeführten Triple Stage Actuator (WDC erklärt dessen Funktion in einem Youtube-Video).
Laut Shihab sind bereits solche Laufwerke bei Pilotkunden im Einsatz. Es seien keine Änderungen an der Schnittstelle oder den Gehäusen notwendig, sagte er. Die Reaktionen der Kunden seien positiv, sie fragten nach kommerzieller Verfügbarkeit und noch höheren Geschwindigkeiten.
Western Digital nennt diese Laufwerke High-Bandwidth Drives. Primäres Ziel sei es, das SATA-Interface vollständig auszureizen. Grundsätzlich seien aber noch weit höhere Geschwindigkeiten möglich, etwa mit dem bewährten SAS-Interface oder auch mit einer PCIe-Schnittstelle. Shihab betonte, dass Entwicklungen auf der Basis konkreter Kundenanforderungen erfolgten. Ziel sei es, die Festplatte für das KI Zeitalter neu zu erfinden, ohne bestehende Infrastrukturen der Kunden aufzubrechen. Eine spätere Aufwertung bestehender Laufwerke mit einer Unterstützung für das parallele Arbeiten erwarten wir nicht.
Zu den aufgrund von Kundenanforderungern entwickleten Dingen gehört auch einer Verringerung der Leistungsaufnahme der Laufwerke um rund 20 Prozent durch eine verringerte Drehzahl. Solche Laufwerke könnten etwa in einem günstigeren Storage-Tier zum Einsatz kommen; trotz der 20-prozentigen Energieeinsparung sei ihre Leistung nur um 7 Prozent geringer. Konkrete Produkte kündigte Shihab nicht an.
Mehr Festplattenkapazität
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Noch sind die High-Bandwitdh-Laufwerke nicht serienreif. Shihab kündigte eine weitere Kapazitätsstufe für traditionelle Serverlaufwerke an: In der zweiten Jahreshälfte soll eine UltraSMR-Festplatte mit 40 TByte Kapazität erscheinen. Sie nutzt wie bereits die Modelle mit 32 und 36 TByte eine Energieunterstützung beim Schreiben, WDC nennt die Technik Energy Assisted Perpendicular Magnetic Recording (ePMR).
Bei UltraSMR handelt es sich um eine Erweiterung der normalen SMR-Festplatten, die Daten überlappend schreiben (Shingled Magnetic Recording) und damit 10 bis 15 Prozent höhere Kapazitäten aufweisen. UltraSMR bringt durch größere SMR-Bereiche sowie verbesserte Fehlerkorrektur mehr als 20 Prozent Kapazitätszuwachs, setzt aber ebenfalls die passende Ansteuerung durch den Hostcontroller beziehungsweise die Storage-Software voraus. An einem handelsüblichen PC sind solche Laufwerke nicht einsetzbar.
ePMR soll für Kapazitäten bis zu 50 TByte ausreichen, zum Marktstart solcher Laufwerke sind jedoch noch keine Termine bekannt. Parallel dazu entwickelt WDC die HAMR-Technik weiter, die für Laufwerke mit weit über 100 TByte taugen soll. 100-TByte-Laufwerke seien im Labor bereits möglich, auch die physikalischen Grundlagen für 200-TByte-Laufwerke seien bekannt.
(ll)
Künstliche Intelligenz
Speicherkrise: Preise sollen noch stärker steigen als befürchtet
Im ersten Quartal 2026 könnten die Speicherpreise so stark steigen wie noch nie. Zu dem Ergebnis kommt der auf Speicher spezialisierte Marktbeobachter Trendforce, unter anderem anhand von bereits abgeschlossenen Lieferverträgen zwischen Speicher- und PC-Herstellern.
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Im Falle von konventionellem Arbeitsspeicher revidiert Trendforce seine Prognose nach oben: Anfang Januar ging der Marktbeobachter noch von Preissteigerungen zwischen 55 und 60 Prozent aus, jetzt sind es 90 bis 95 Prozent. DDR5- und DDR4-RAM für Desktop-PCs (UDIMMs) und Notebooks (SO-DIMMs) soll es mit bis zu 110 Prozent am stärksten treffen.

Aufschlüsselung der steigenden Preissteigerungen.
(Bild: Trendforce)
Bei Servern (DDR5, DDR4) und Smartphones (LPDDR5X, LPDDR4X) sollen die Preissteigerungen mit 88 bis 93 Prozent nur etwas darunter liegen. In allen Fällen würde es sich um Rekorderhöhungen binnen eines einzigen Quartals handeln.
Die Lieferknappheit soll inzwischen so weit ausgeprägt sein, dass selbst bei den größten PC-Herstellern die Lagerbestände sinken. Trotz langfristiger Lieferverträge bekommen sie demnach nicht so viele DRAM-Riegel geliefert, wie sie in Desktop-PCs und Notebooks einbauen.
Auch NAND-Flash betroffen
Bei SSDs sollen die Preise um bis zu 60 Prozent steigen, da auch hier die Nachfrage das Angebot übersteigt. Speicherhersteller haben offenbar bereits Produktionslinien von NAND-Flash für SSDs auf DRAM für Arbeitsspeicher umgestellt, um die Profitabilität zu erhöhen.
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Grund für die enormen Preissteigerungen ist der hohe Speicherbedarf von KI-Rechenzentren. Hyperscaler kaufen derzeit alles, was sie in die Finger bekommen. Weil sie auch hohe Preise zahlen, reguliert sich der Markt derzeit nicht von selbst: Die Nachfrage sinkt trotz der Preissteigerungen nicht.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Klipsch Flexus Core 200 im Test: 3.1.2-Soundbar mit viel Bass und Dolby Atmos
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200. Aber es gibt auch Nachteile.
Die Klipsch Flexus Core 200 ist die größere Soundbar der Flexus-Reihe. Sie arbeitet als 3.1.2-System mit Dolby Atmos und integriertem Subwoofer. Ein Netzwerkmodul fehlt, daher laufen App und Musikstreaming nicht über WLAN. Inhalte kommen stattdessen hauptsächlich über den Fernseher, über Zuspieler am Fernseher oder per Bluetooth zur Soundbar. Das macht die Bedienung einfach, schränkt aber Nutzungsumfang und Komfort ein. Wir haben im Test überprüft, für wen sich die Soundbar lohnt.
Design und Verarbeitung
Die Klipsch-Soundbar ist knapp 112 cm breit, 7,8 cm hoch und fast 13 cm tief. Mit 8,5 kg ist sie für eine Einzel-Soundbar recht schwer und wirkt stabil. Das deutet auf ordentliche Bassreserven hin. Das Format passt gut zu großen Fernsehern, kann aber bei kleinen TVs das Bild unten leicht verdecken. Die Optik ist zurückhaltend und vor allem auf Funktion ausgelegt. Das kantige Design wirkt eigenständig. Oben sitzen seitliche Metallgitter, in der Mitte eine Abdeckung in dunkler Holzoptik. Vorn und an den Seiten nutzt Klipsch Stoff. Das Metalllogo ragt vorne rechts sichtbar in die Front – außergewöhnlich.
Tasten auf der Oberseite ermöglichen eine Grundbedienung ohne App, ein Display gibt es leider nicht. Die Verarbeitung ist solide, die ganze Soundbar wirkt hochwertig. Die beiliegende Fernbedienung besteht zwar nur aus Kunststoff, liegt mit ihren deutlichen Rundungen aber gut in der Hand und wirkt nicht billig.
Bilder: Klipsch Flexus Core 200
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Dolby Atmos, kräftiger Bass ohne Subwoofer, einfache Einrichtung – das ist die Klipsch Flexus Core 200.
Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Anschlüsse und Ausstattung
Für den Fernseher ist ein HDMI-Anschluss mit eARC vorgesehen. HDMI-Eingänge für Zuspieler gibt es nicht – Spielkonsole, Streaming-Box oder Blu-ray-Player müssen daher direkt an den Fernseher gehängt werden. Zusätzlich sind ein optischer Digitaleingang und ein Sub-Out für einen frei wählbaren externen Subwoofer vorhanden. Der ebenfalls vorhandene USB-C-Anschluss ist im Alltag hingegen nicht nutzbar, er dürfte für Service-Aufgaben reserviert sein.
Für kabellose Verbindungsaufnahme gibt es nur Bluetooth. WLAN, Air Play, Chromecast, Spotify Connect und Multiroom-Funktionen sind nicht Teil der Ausstattung. Gleiches gilt für Sprachsteuerung, eine entsprechende Funktion ist ebenfalls nicht integriert. Zu den nutzbaren Tonformaten gehören Dolby Atmos, Dolby Digital, DTS Digital Surround und Dolby Digital Plus. DTS:X wird hingegen nicht unterstützt. 9 Treiber baut Klipsch in den Klangriegel mit einer Gesamtleistung von 185 Watt ein: 2 × Tieftöner mit je 4 Zoll, 2 × Höhenlautsprecher mit je 2,25 Zoll, 2 Lautsprecher für die Kanäle links und rechts mit je 2,25 Zoll und ein Center, bestehend aus 2 × 2,25 Zoll für Mitten und einem Hochtöner mit 0,75 Zoll. Mit diesem Set-up soll die Flexus Core 200 einen Frequenzbereich von 43 Hz bis 20 kHz spielen.
Aufbau, Inbetriebnahme und Steuerung im Alltag
Die Einrichtung ist grundsätzlich einfach. HDMI-eARC verbinden, Strom anschließen, fertig. Weil kein WLAN genutzt wird, entfällt die Netzwerkkonfiguration. Eine App gibt es trotzdem. Die Klipsch Connect Plus-App verbindet sich per Bluetooth mit der Soundbar und ermöglicht Zugriff auf Funktionen wie Klangmodi, Pegel, Dialog-Anhebung sowie einen einfachen Equalizer.
Klangqualität
Bei Film und Fernsehen fällt als Erstes der kräftige Bass auf. Als Standalone-Soundbar liefert die Core 200 für diese Klasse spürbaren Tiefgang und Druck. Im Test zeigt sich, dass die Soundbar nicht nur wie vom Hersteller versprochen bis 43 Hz, sondern tatsächlich sogar bis rund 37 Hz runterspielt – enorm! Dank leichter Überhöhungen bei etwa 50 und 40 Hz erweckt das in den meisten Fällen den Eindruck, dass ein separater Subwoofer nicht zwingend nötig ist. Da aber der „Punch“ unter 50 Hz deutlich nachlässt, empfiehlt sich ein Sub spätestens bei Musikrichtungen wie Hip-Hop oder für intensiven Filmgenuss. Das gibt bei sehr tiefen Effekten und hoher Lautstärke noch einmal deutlich mehr Fundament.
Dialoge werden klar und gut verständlich wiedergegeben. Ein Dialogmodus ist vorhanden, muss aber nicht dauerhaft aktiv sein, weil Stimmen auch so bereits klar und sogar etwas spitz durchkommen. Der Dolby-Atmos-Effekt ist hörbar, aber leider nicht sehr stark ausgeprägt. Eine Anpassung an den Aufstellraum ist mangels automatischer Einmessung bedauerlicherweise nicht möglich. So werden Höheninformationen wie Regen, Hall oder generelle Geräusche von oben zwar dank passender Reflexion durchaus angedeutet, allerdings bleibt der 3D-Eindruck ohne zusätzliche Rear-Lautsprecher eingeschränkt. Außerdem muss der Raum passen, andere Konkurrenzprodukte wie Sennheiser Ambeo Soundbar Plus oder Bose Smart Ultra Soundbar sind hier deutlich flexibler.
Bei Musik waren wir enttäuscht, schließlich gilt Klipsch als Audiospezialist. Während die Soundbar in Tests oft als dynamisch und kräftig beschrieben wird, empfanden wir die Flexus Core 200 hier als eher flach und wenig dynamisch. Das mag für Stile wie Pop und Elektro noch passen, weil Kickbass und Grundton voll und ausreichend deutlich klingen. Zudem bleibt die Soundbar auch bei höherer Lautstärke stabil. Bei komplexer Musik wirkt die Abstimmung hingegen weniger ausgewogen. Begriffe wie „fein“ oder „differenziert“ finden wir hier eher unpassend – schade.
Preis
Die UVP in Deutschland liegt für die Klipsch Flexus Core 200 bei 499 Euro. Der aktuelle Straßenpreis laut Geizhals.de (Deutschland) liegt bei rund 411 Euro (Stand: 2/2026). Wer die Soundbar mit einem Sub erweitern möchte, zahlt zusätzlich für den 10-Zoll Sub 100 249 Euro und für das 12-Zoll-Modell Sub 200 449 Euro. Für ein Paar Surround-Lautsprecher fallen weitere 250 Euro (Surr 100) oder 400 Euro (Surr 200) an.
Fazit
Die Klipsch Flexus Core 200 ist eine Soundbar mit Fokus auf kräftigen Heimkinoklang und guter Sprachverständlichkeit. Sie richtet sich an Nutzer, die es möglichst einfach und überschaubar haben wollen. Ein Subwoofer ist dabei dank kräftigem Bass nicht zwingend nötig. Schwächen gibt es hingegen beim Komfort. Ohne WLAN fehlen integriertes Streaming, Multiroom und Sprachsteuerung. Surround-Sound ist darüber hinaus wenig beeindruckend und auch bei Musik konnte uns die Flexus Core 200 nicht restlos überzeugen – das hätten wir von einem Audiospezialisten anders erwartet. Wer eine Soundbar primär für Film und Fernsehen sucht und später mit Subwoofer und Rear-Lautsprechern der Reihe nach erweitern möchte, bekommt unter den genannten Einschränkungen dennoch ein stimmiges Konzept.
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