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Künstliche Intelligenz

KI-Update kompakt: GTC-Neuigkeiten, Iran-Konflikt, Deepfakes, didacta


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Nvidia-Chef Jensen Huang hat auf der Hausmesse GTC 2026 die nächste Generation von KI-Rechenzentrum-Hardware vorgestellt. Auf den diesjährigen Rubin-Chip folgt 2027 Rubin Ultra mit vier statt zwei GPU-Chiplets, was die Rechenleistung grob verdoppelt und bis zu 512 GB Speicher ermöglicht. Für 2028 kündigte Huang den Feynman-Chip an, bei dem Nvidia erstmals GPU-Dies stapelt statt nebeneinander zu platzieren. Die Wärmeabfuhr wird zur Herausforderung: Feynman könnte mehr als 2000 Watt aufnehmen.

Ebenfalls 2026 erscheint der ARM-Prozessor Vera mit eigenen CPU-Kernen. Nvidia zielt damit direkt auf AMD und Intel, denn Vera kommt erstmals für reine CPU-Server und nicht mehr nur an GPUs gekoppelt. Zur Vernetzung der Server stellte Huang wie gewohnt eine Reihe neuer Netzwerkprozessoren und Switches vor.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

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Nvidia will mit DLSS 5 das Spiele-Rendering grundlegend verändern: Ein KI-Modell soll aus Farben und Bewegungsvektoren eines Spiels fotorealistische Grafik erzeugen. Die Spielecommunity reagiert allerdings ablehnend. In Vergleichsbildern sehen Spielfiguren aus wie mit übertriebenen Instagram-Filtern bearbeitet, besonders die Gesichter landen tief im Uncanny Valley. Spieler befürchten, die KI könnte die künstlerische Vision der Entwickler überschreiben.

Die Kritik bezieht sich jedoch auf eine frühe Beta-Version. Nvidia betont, dass Entwickler kontrollieren können, wo und wie stark DLSS 5 eingreift. Sie könnten etwa Gesichter aussparen und die KI nur für Materialien oder Beleuchtung einsetzen. Die grundlegende Technik gilt als vielversprechend. Der Release ist für Herbst geplant.

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Die Encyclopaedia Britannica, einer der ältesten Enzyklopädie-Verlage der Welt, verklagt OpenAI. Der Vorwurf: OpenAI habe ohne Genehmigung knapp 100.000 Online-Artikel sowie Einträge von Britannica und dem Wörterbuch Merriam-Webster genutzt, um ChatGPT zu trainieren. Der Chatbot habe daraufhin nahezu wortgetreue Kopien erstellt und Nutzer von den Originalseiten abgelenkt, was Werbeeinnahmen kostete.

Britannica wirft OpenAI zudem einen Markenrechtsverstoß vor: ChatGPT habe erfundene Inhalte generiert und diese fälschlicherweise der Enzyklopädie zugeschrieben. Das schade dem Ruf der Marke. Britannica fordert Entschädigung und ein Ende dieser Praxis. Laut Reuters hatte der Verlag im vergangenen Jahr bereits eine ähnliche Klage gegen Perplexity AI eingereicht, die noch nicht entschieden ist.

Die New York Times hat in den ersten zwei Wochen des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran über 110 KI-generierte Fake-Bilder und Videos auf Plattformen wie X, TikTok und Facebook gefunden. Die Fälschungen erreichten ein Millionenpublikum. Das Analyseunternehmen Cyabra ordnet die Mehrheit pro-iranischer Propaganda zu. Frei erfundene Explosionen in Tel Aviv, nie angegriffene Straßenzüge und protestierende Soldaten, die nicht existieren, sollen laut Medienforschern die militärische Stärke des Iran übertreiben.

Unabhängige Überprüfungen werden zunehmend schwieriger. Der Satellitenbetreiber Planet Labs hat die Verzögerung für hochauflösende Bilder der Region von vier Tagen auf zwei Wochen verlängert. Auch Branchenführer Maxar blockiert Aufnahmen von US-Stützpunkten. In dieses Vakuum stoßen gefälschte Accounts, die sich als seriöse Analysten ausgeben und KI-generierte Satellitenbilder als echte Aufklärung verbreiten. Die Desinformation erreicht auch deutsche Redaktionen: Der Spiegel entfernte mehrere Bilder aus seiner Iran-Berichterstattung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-generiert waren.

Drei Personen in den USA haben Klage gegen xAI eingereicht, das KI-Unternehmen von Elon Musk. Dessen Chatbot Grok soll sexualisierte Deepfakes von ihnen erstellt haben, als sie minderjährig waren. Zwei der Klägerinnen sind weiterhin minderjährig. Nutzer konnten auf der Plattform X ein Bild kommentieren und Grok auffordern, die abgebildete Person nackt darzustellen. Die Betroffenen erfuhren erst davon, als die Bilder auf Discord geteilt wurden.

Der Fall könnte einer der ersten größeren Prozesse zu diesem Thema werden. Die Anwaltskanzlei wirft xAI vor, aus Profitgier gehandelt zu haben, ohne an die Betroffenen zu denken.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

OpenAI will seine Ressourcen künftig auf Coding-Werkzeuge und Geschäftskunden konzentrieren. Fidji Simo, verantwortlich für alle Anwendungen, stellte die Pläne laut dem Wall Street Journal in einem unternehmensweiten Meeting vor. Man dürfe diesen Moment nicht verpassen, weil man sich von Nebenmissionen ablenken lasse, sagte sie. Im vergangenen Jahr hatte OpenAI zahlreiche Produkte angekündigt: den Videogenerator Sora, den Webbrowser Atlas, ein Hardware-Gerät mit Designer Jony Ive sowie E-Commerce-Funktionen für ChatGPT.

Der Auslöser ist der Aufstieg von Anthropic. Der Konkurrent hat sich mit Claude Code und Cowork zum schnell wachsenden KI-Anbieter für Unternehmen entwickelt, dabei aber bewusst auf Audio-, Bild- und Videogenerierung verzichtet.

OpenAI bringt zwei neue Modelle auf den Markt: GPT-5.4 nano und mini. Beide sollen effizienter und leistungsfähiger als ihre Vorgänger sein. GPT-5.4 nano ist das kleinste und günstigste Modell, gedacht für Aufgaben wie Klassifizierung, Datenextraktion und Sub-Agenten. GPT-5.4 mini zielt auf Coding-Workflows, die von schnellen Iterationen profitieren, und soll in Benchmarks durchweg besser abschneiden als GPT-5 mini.

GPT-5.4 mini ist ab sofort über die API, Codex und in ChatGPT verfügbar. Die nano-Version gibt es nur über die API.

OpenAIs Sprachmodell GPT-4.5 hat den Turing-Test bestanden, allerdings nur mit einem Trick: Die KI musste sich absichtlich schlechter geben, als sie ist. Lässig schreiben, Tippfehler einstreuen, schlecht in Mathe sein. Mit dieser Persona hielten 73 Prozent der Studienteilnehmer GPT-4.5 für einen Menschen, häufiger als den tatsächlichen menschlichen Gesprächspartner. Ohne die Anpassung lag die Quote bei nur 36 Prozent.

Der KI-Risikobewerter Charbel-Raphaël Segerie nennt das Ergebnis ironisch: KI kann seitenlange, gut strukturierte Texte in Sekunden produzieren, und genau das muss sie verbergen, um als Mensch durchzugehen. Der Turing-Test gilt als Maßstab für KI mittlerweile als überholt.

Microsoft rückt Berichten zufolge von seinen Plänen ab, den KI-Assistenten Copilot tief in die Windows-Oberfläche zu integrieren. Laut Windows Central wurde die Nutzung von „Copilot“ als Oberbegriff für KI in Windows kurz nach den Verzögerungen von Windows Recall pausiert. Geplante KI-Funktionen auf Systemebene für Einstellungen, Benachrichtigungen und den Datei-Explorer, vor rund zwei Jahren angekündigt, wurden gestoppt.

Anonyme Quellen geben an, Microsoft wolle Windows 11 dieses Jahr weniger mit KI aufblähen und taktvoller vorgehen, wo die Marke Copilot auftaucht. Das sei Teil größerer Anstrengungen, der Kritik von Nutzern zu begegnen, die Windows 11 Aufblähung und „Enshittification“ vorwerfen. Neue KI-Funktionen soll es trotzdem geben, sie sollen aber optional und abschaltbar bleiben.

Die Linux Foundation hat 12,5 Millionen Dollar von Anthropic, Google, Microsoft und OpenAI gesammelt, um Open-Source-Projekte zu stärken. Ein wachsendes Problem ist sogenannter KI-Slop: KI-Tools ermöglichen auch unerfahrenen Nutzern, Codebeiträge einzureichen. Die Flut minderwertiger Pull-Requests überlastet die ehrenamtlichen Maintainer. Das curl-Projekt stoppte deshalb kurzzeitig sein Bug-Bounty-Programm, GitHub kündigte Funktionen an, um schlechte Vorschläge leichter zu löschen.

Die Geldgeber sind allerdings selbst Teil des Problems, da sie die KI-Tools anbieten, die den Slop erzeugen. Gleichzeitig erkennen sie den Wert von Open Source als Fundament vieler Systeme. Die Mittel fließen über Initiativen wie Alpha-Omega und die Open Source Security Foundation.

Auf der Bildungsmesse didacta in Köln war KI in diesem Jahr weniger Schlagwort als Selbstverständlichkeit. Statt den Begriff auf jede Oberfläche zu drucken, integrierten Aussteller KI stillschweigend in ihre Produkte. Das dominierende Thema war stattdessen die „smartphonefreie Schule“. Die Bandbreite der KI-Angebote reichte von präzisen Prompting-Anleitungen für die Differenzierung von Lernmaterialien bis zu Ein-Klick-Versprechen.

Handshake AI, ein Vermittler von Fachkräften für KI-Training, sucht Menschen mit Erfahrung in Theater, Improvisation oder Comedy. In Online-Sessions sollen sie Szenen spielen, Dialoge entwickeln und Emotionen möglichst realistisch darstellen. Die Bezahlung liegt bei rund 75 Dollar pro Stunde. Das genaue Ziel nennt die Anzeige nicht, sie deutet aber auf Trainingsdaten für Sprachmodelle hin, die Emotionen und Gespräche besser verstehen sollen.

Alibaba, der chinesische Technologiekonzern, fasst seine KI-Aktivitäten in einer neuen Geschäftseinheit namens „Alibaba Token Hub“ zusammen. CEO Eddie Wu leitet die Sparte persönlich, berichtet Bloomberg. Sie vereint das Forschungsteam hinter den Qwen-Sprachmodellen, die Verbraucher-App-Sparte, die Kommunikationsplattform DingTalk und Hardware wie Smart Glasses. Alibaba plant zudem, noch diese Woche einen KI-Agenten für Firmenkunden zu veröffentlichen, der schrittweise mit der Handelsplattform Taobao und dem Bezahldienst Alipay verknüpft werden soll.

Der estnische Fahrdienstvermittler Bolt plant eine Zusammenarbeit mit Nvidia für den Einstieg ins Robotaxi-Geschäft. Die technische Grundlage liefert Nvidias Drive Hyperion, eine Plattform, die Hardware, Sensorik und Software für autonomes Fahren auf Level 4 bündelt. Bolt will seine umfangreichen Fahrdaten beisteuern, um die KI-Systeme zu trainieren.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

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(igr)



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Künstliche Intelligenz

Digitalsteuer im Blick: EU-Parlament fordert Milliarden-Abgabe für Big Tech


Das EU-Parlament hat sich für die kommenden Jahre viel vorgenommen und schickt eine deutliche Botschaft in Richtung Ministerrat. Die Abgeordneten positionierten sich unter der Woche für einen deutlich erweiterten EU-Haushalt im Zeitraum von 2028 bis 2034. Die EU will damit handlungsfähig bleiben, ohne dass die Mitgliedstaaten durch zusätzliche nationale Beiträge übermäßig belastet werden. Den Schlüssel dazu sehen die Volksvertreter in einer grundlegenden Reform der Einnahmenseite, die vor allem globale Akteure stärker in die Pflicht nimmt.

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Im Zentrum der parlamentarischen Position steht die Einführung neuer Eigenmittel, die jährlich rund 60 Milliarden Euro in die Gemeinschaftskasse spülen sollen. Ein wichtiges Augenmerk liegt dabei auf der Besteuerung der großen Technologiekonzerne. Die Abgeordneten fordern eine dezidierte Abgabe auf digitale Dienstleistungen. Sie soll sicherstellen, dass Unternehmen wie die Plattformen von Meta oder andere Silicon-Valley-Riesen einen „fairen Beitrag“ leisten.

Es sei, argumentieren etwa die Grünen im Parlament, schlicht nicht mehr vermittelbar, dass Big-Tech-Konzerne schwindelerregende Gewinne einfahren. Dabei gehe ihr Geschäftsmodell oft mit gesellschaftlichen Verwerfungen einher. Zudem genössen die Datengiganten bislang steuerliche Privilegien, von denen der Mittelstand nur träumen könne.

Das Pochen des Parlaments markiert eine Konfrontation mit der EU-Kommission. Mitte 2025 hatte die Brüsseler Regierungsinstitution das Vorhaben, eine Steuer auf große Digitalkonzerne zu erheben, fallen lassen. Die Option war von der Vorschlagsliste der Einnahmequellen für den nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmen gestrichen worden. Der Rückzieher war ein diplomatisches Signal: Die Kommission wollte in der heißen Phase der Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit den USA keine unnötigen Reizpunkte setzen, um drohende Strafzölle zu verhindern.

Damals werteten Beobachter den Schritt als Sieg für US-Präsident Donald Trump und Tech-Giganten wie Amazon, Apple, Google oder Meta. Der Republikaner hatte bereits im Vorfeld Druck ausgeübt und etwa Kanada mit Vergeltungszöllen gedroht, falls dort eine Digitalsteuer eingeführt würde. Diese Drohgebärden zeigten Wirkung, doch die Entspannung hielt nicht an. Trotz des Brüsseler Entgegenkommens eskalierte Trump die Situation gerade. Er kündigte an, die Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EU in die USA auf 25 Prozent anzuheben. Dieser Satz soll schon ab nächster Woche gelten.

Damit steht das im Juli 2025 mühsam zwischen Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ausgehandelte Rahmenabkommen vor dem Abgrund. Damals hatten sich beide Seiten auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte, inklusive Autos, geeinigt. Im Gegenzug versprach die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.

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Der Deal scheint nun hinfällig, was die Befürworter einer harten Linie in Europa stärkt. Einzelne Mitgliedstaaten preschten bereits vor. In Polen kündigte Digitalminister Krzysztof Gawkowski Mitte 2025 an, die Umsätze großer Tech-Unternehmen als Finanzquelle anzapfen zu wollen. Er bezog sich vor allem auf Konzerne, die mit personalisierter Werbung und Nutzerdaten operieren. Der Finanzausschuss der französischen Nationalversammlung stimmte im Oktober dafür, die nationale Digitalsteuer für Google, Apple & Co. von drei auf 15 Prozent zu erhöhen.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Parlamentsbeschluss wie eine Flucht nach vorn. Die Abgeordneten schlagen vor, das Haushaltsvolumen auf etwa 1,78 Billionen Euro zu erhöhen. Das entspricht einem Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Kommissionsentwurf. Die Parlamentarier warnen, dass der bisherige Ansatz faktisch einem Investitionsstopp gleichkäme. Das Problem: Die Kommission wollte die Rückzahlung der Schulden für den Corona-Aufbaufonds innerhalb der regulären Obergrenzen abwickeln, was den Spielraum für Zukunftsprojekte eingeengt hätte.

Das Parlament fordert indes, dass der Umgang mit den Schulden außerhalb der normalen Haushaltshürden erfolgt. Um die ambitionierten Ziele zu finanzieren, setzt es neben der Digitalsteuer auf einen Korb an neuen Einnahmequellen. Dazu gehören Abgaben auf Online-Glücksspiele, Kapitalgewinne aus Kryptowerten und eine Ausweitung des CO2-Grenzausgleichsystems.

Nur so könne die EU sicherstellen, heißt es, dass sie als Investitionsinstrument erhalten bleibe und nicht zum Verwalter des Mangels verkomme. Mittel für strategisch wichtige Bereiche wie Verteidigung, Innovation sowie den digitalen und ökologischen Wandel sollen verdoppelt werden.

Ein Streitpunkt in den Verhandlungen mit dem Rat wird nicht nur das „Wieviel“, sondern auch das „Wie“ der Mittelverwaltung sein. Das Parlament lehnt das von der Kommission ins Spiel gebrachte Modell „ein Plan pro Mitgliedstaat“ ab. Es befürchtet eine schleichende Renationalisierung, bei der die Transparenz auf der Strecke bleibt und ein schädlicher Wettbewerb unter Begünstigten entsteht. Ein „Haushalt à la carte“ würde die europäische Idee schwächen und den Mehrwert der Gemeinschaft untergraben. Stattdessen drängt das Parlament auf bewährte Strukturen wie die gemeinsame übergreifende Sektorenpolitik, die aber modernisiert und angemessen finanziert werden müssten.


(nie)



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Wie uns das Smartphone in den Bann zieht | c’t uplink


Nur noch ein Video, nur noch ein Post – und schon ist eine Stunde vergangen. Social-Media-Plattformen, Online-Shops und Spiele wollen uns möglichst lange am Bildschirm halten. Über die Suchtfalle Smartphone dreht sich diese Folge von c’t uplink. Mit welchen Tricks die Anbieter die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer einfangen – und was man dagegen tun kann, darüber diskutieren die c’t Redakteure Andrea Trinkwalder, Jo Bager und Holger Bleich mit Moderator Keywan Tonekaboni.

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Logo mit dem Schriftzug "c't uplink – der Podcast aus Nerdistan"

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Den wöchentlichen c’t-Podcast c’t uplink gibt es …

Holger Bleich erklärt, ab wann die Wissenschaft von problematischer Nutzung spricht und warum Jugendliche besonders anfällig sind. Andrea Trinkwalder hat sich den Empfehlungsalgorithmus von TikTok genauer angesehen: Warum spielt die App in Echtzeit so treffsicher Videos aus? Und welche Rolle spielt neben der Belohnung auch gezieltes Enttäuschen der Erwartung? Die sogenannten Dark Patterns – jene Designtricks in Shops, Spielen und Apps, die uns zum Kauf drängen oder im Abo-Hamsterrad halten – nimmt Jo Bager auseinander.

Die Runde diskutiert außerdem, was die EU mit dem Digital Services Act erreichen kann, warum die Verfahren so quälend lange dauern und ob ein Social-Media-Verbot für Jugendliche tatsächlich die Lösung ist. Aber die Vier aus der c’t Redaktion geben auch praktische Tipps, wie man die Tricks und Fallen umschifft oder abmildert.

Zu Gast im Studio: Andrea Trinkwalder, Jo Bager und Holger Bleich
Host: Keywan Tonekaboni
Produktion: Tobias Reimer

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(ktn)





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In-Ear-Kopfhörer Soundcore Liberty 5 im Test: Endlich richtig gutes ANC für 75 €


Mit Hi-Res-Klang, Dolby 3D-Audio, längerer Akkulaufzeit und ANC in dritter Generation sollen die Soundcore Liberty 5 den gelungenen Vorgänger ablösen.

Zur Erinnerung: Das Vorgängermodell Soundcore Liberty 4 (Testbericht) überzeugte uns mit einem starken Gesamtpaket zum fairen Preis und sticht nach wie vor in der Mittelklasse durch Features wie Spatial Audio und Herzfrequenzmessung aus der Masse heraus. Zu bemängeln waren lediglich die schwache Akkulaufzeit und das mittelmäßige ANC. Ob die Soundcore Liberty 5 hier nachbessern und welche Besonderheiten an Bord sind, schauen wir uns im Test an.

Design und Tragekomfort

Optisch hat sich bei den Liberty 5 wenig getan. Sie zeigen sich erneut im klassischen In-Ear-Look mit spitz zulaufendem Stift, über den die Click-Steuerung läuft. Die Designsprache wirkt leicht futuristisch mit vielen Rundungen, glänzendem Kunststoff und wenigen Details. Der Soundcore-Schriftzug an der Stift-Außenseite ist gewichen, das Marken-Logo bleibt. Das kompakte Ladecase hält wieder Farbtreue zu den In-Ears, allerdings mit mattem Finish. Zur Auswahl stehen Schwarz, Weiß, Blau und Pink.

Beim Tragekomfort zeigt sich die erste deutliche Verbesserung: Zwar war dieser bereits beim Vorgänger gut. Nun legt Soundcore aber sechs statt vier Aufsätze in unterschiedlichen Größen bei und reduziert das Gewicht der Earbuds von 6 auf 5 Gramm. Damit liegen die In-Ears noch leichter und fester in den Ohren – selbst intensiver Sport ist möglich. Dazu kommt ein Staub- und Wasserschutz nach IP55. Outdoor-Sport bei starkem Regen ist also kein Problem.

Soundcore Liberty 5

Bedienung und App

Dank Google Fast Pair lassen sich die Soundcore Liberty 5 einfach mit Android-Smartphones verbinden. Alternativ klappt auch die manuelle Kopplung. Die Click-Steuerung an den Earbuds ist angenehm simpel und geht nach kurzer Eingewöhnung intuitiv von der Hand. Wer mag, passt die Bedienung über die Begleit-App an. Diese ist gut strukturiert und bietet Zugriff auf alle Features. Einziges Manko: Beim Vorgänger war der Soundcore-Account noch optional, um Features wie die Herzfrequenzmessung freizuschalten – nun ist er Pflicht.

Die Soundcore Liberty 5 setzen auf Bluetooth 5.4 inklusive Multipoint für die Verbindung mit zwei Geräten gleichzeitig. An Codecs stehen SBC, AAC und mit LDAC auch eine Hi-Res-Variante für kompatible Android-Geräte zur Verfügung. Praktisch: Beim Vorgänger muss man sich noch zwischen Multipoint und LDAC entscheiden, jetzt funktioniert beides parallel.

Hinzu kommen Trageerkennung, HearID-Klangtest, Gaming-Modus für geringere Latenz und ein Passform-Test. An die Stelle von Spatial Audio tritt nun Dolby 3D-Audio. Über den 8-Band-Equalizer lässt sich das Soundbild gut individualisieren. Die 22 Klang-Presets empfinden wir hingegen als zu viel des Guten, zumal sich kaum Unterschiede ausmachen lassen. Weniger wäre hier mehr gewesen.

Akku

Im Idealfall halten die Soundcore Liberty 5 laut Hersteller bis zu 12 Stunden ohne ANC durch – drei Stunden mehr als beim Vorgänger. Mit Ladecase sind bei mittlerer Lautstärke bis zu 48 Stunden drin. Mit ANC reduzieren sich die Laufzeiten auf 8 beziehungsweise 32 Stunden. Diese Werte decken sich mit unserer Testerfahrung. Wer laut hört und Dolby 3D-Audio sowie den Hi-Res-Codec aktiviert, muss mit deutlich kürzerer Laufzeit rechnen: Im ANC-Modus ist bei uns nach rund fünfeinhalb Stunden Schluss. Trotzdem hat sich die zuvor bemängelte Laufzeit klar verbessert.

Ist der Akku leer, lädt er per beigelegtem USB-C-Kabel in rund zwei Stunden vollständig. Dank Fast Charging reichen 10 Minuten für etwa 5 Stunden Spielzeit ohne ANC. Kabelloses Laden wird ebenfalls unterstützt, dauert allerdings deutlich länger.

Klang

In der Königsdisziplin Sound schneiden die Liberty 5 ähnlich ab wie der Vorgänger: In den Standard-Einstellungen treffen die 9,2-mm-Treiber mit Wollpapier-Membran nicht ganz unseren Geschmack. Die Höhen sind etwas zu präsent, der Bass zu zurückhaltend. Über die 22 Klang-Presets oder – besser noch – den 8-Band-Equalizer lässt sich das gut anpassen. So machen auch LDAC-Codec und Dolby 3D-Audio Freude.

Bei der Sprachqualität hat sich wenig verändert. Soundcore setzt weiterhin auf sechs Mikrofone und bietet bei Telefonaten KI-Geräuschunterdrückung. Ein Modus zur Reduzierung von Windgeräuschen ist ebenfalls an Bord. Insgesamt telefoniert es sich gut und verständlich. Für längere Gespräche greifen wir dann aber doch lieber direkt zum Smartphone.

ANC

Erfreulich: Bei der ANC-Performance hat sich etwas getan. Soundcore bietet seine adaptive Geräuschunterdrückung nun in dritter Generation an. Das Ergebnis: Hat der Vorgänger noch deutlich mit hohen Tönen wie klirrendem Geschirr oder Stimmen zu kämpfen, rücken diese jetzt spürbar in die Ferne. Andere High-End-Modelle arbeiten zwar effektiver, kosten aber gerne mal das Doppelte oder mehr. Bei einem Preis unter 100 Euro gibt es also nichts zu meckern.

Ähnlich gut gefällt uns die Weiterentwicklung des Transparenzmodus: Das starke Grundrauschen und die unangenehm brummende eigene Stimme sind weitgehend passé. Umgebungsgeräusche werden natürlich wirkend durchgeschleift, die eigene Stimme liegt beim Sprechen nur noch leicht dumpf in den Ohren.

Preis

Mit einer UVP von 99,99 Euro siedeln sich die Soundcore Liberty 5 im Mittelklasse-Segment der ANC-Kopfhörer an. Zum Testzeitpunkt sind alle vier Farbvarianten (Schwarz, Weiß, Blau, Pink) ab 74 Euro (Amazon) erhältlich.

Fazit

Soundcore macht mit den Liberty 5 einen guten Job und bietet genügend Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger. Zwar fallen Spatial Audio und Herzfrequenzmessung weg. Dafür gibt es Dolby 3D-Audio und klare Fortschritte bei Akkulaufzeit und ANC-Performance – ein ordentliches Upgrade, das einen Wechsel vertretbar macht.

Aber auch sonst sind die Liberty 5 eine klare Empfehlung. Ein so starkes Gesamtpaket für rund 75 Euro ist etwas Besonderes. Für einen absolut runden Wurf fehlt nur noch das Klang-Feintuning. Damit überrascht uns Soundcore dann hoffentlich beim Nachfolger.



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