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Künstliche Intelligenz

KI-Update kompakt: OpenStreetMap, OpenAI vs. Bots, Pinterest, Hubble-Fotos


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OpenStreetMap kämpft gegen eine Bot-Flut. Binnen 24 Stunden blockierte der Dienst Bots von über 400 000 IP-Adressen. Die Zugriffe gleichen fast einem DDoS-Angriff und belasten die Infrastruktur massiv. Woher die Bots stammen, bleibt unklar. Vermutlich handelt es sich um KI-Crawler, die Trainingsdaten sammeln.

Seit dem KI-Boom leiden viele offene Projekte unter ähnlichen Problemen, darunter Wikimedia und verschiedene Linux-Initiativen. Denkbar ist auch, dass KI-Unternehmen eigene Kartendienste aufbauen wollen. OpenAI plant bereits einen Browser und ein soziales Netzwerk, ein Kartendienst wäre der nächste logische Schritt. Besonders rätselhaft: Die OpenStreetMap-Daten stehen ohnehin unter offener Lizenz zum Download bereit. Anbieter wie Cloudflare und Akamai arbeiten bereits an Lösungen, um Bots abzufangen, bevor sie die Server erreichen.


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Meta will KI-gestützte Shopping-Funktionen einführen, sogenanntes „Agentic Commerce“. Mark Zuckerberg verspricht, die KI verstehe den Kontext und kenne die Menschen. Deshalb könne sie genau die richtigen Produkte auswählen. Welche persönlichen Daten die Shopping-Agenten einsehen dürfen, bleibt offen.

Zuckerberg kündigte bei der Vorstellung der Quartalszahlen ein „großes Jahr für persönliche Superintelligenz“ an. Geplant sind neue, größere Modelle, deren Trainingsdaten mehr Komplexität abbilden sollen. Die neuen KI-Modelle sollen mit den bestehenden Algorithmen von Metas Plattformen verbunden werden.

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Vivaldi, ein europäischer Browserhersteller, distanziert sich vom KI-Hype. CEO Jon von Tetzchner schreibt, die Browser-Branche löse das falsche Problem. Sie entwickle Assistenten, die filtern, was Nutzer sehen, und letztlich deren Urteilsvermögen auslagern. Vivaldi wolle stattdessen Tools bauen, die die Fähigkeit zum Erkunden, Vergleichen und Denken erweitern.

Mit Vivaldi 7.8 kommt ein neues Tab-System mit Drag-and-drop-Tab-Tiling für Split-Screen-Darstellungen. Das soll beim Preisvergleich oder bei der Arbeit mit Referenzdokumenten helfen. Der Browser ist ab sofort für Windows, Mac und Linux verfügbar. Vivaldi betont, ohne Tracking zu arbeiten und keine Nutzerdaten zu verkaufen.

OpenAI plant laut einem Forbes-Bericht angeblich ein soziales Netzwerk, in dem sich Nutzer biometrisch verifizieren müssen, um Bots fernzuhalten. Zur Auswahl stehen Face ID vom iPhone oder der umstrittene Iris-Scanner von World Network. Letzterer stammt von Tools for Humanity, einem Unternehmen hinter der Kryptowährung WLD-Token.

Spanien und Portugal haben den Iris-Scan zeitweise verboten, das Bayerische Landesamt für Datenschutz stellte grundlegende Datenschutzrisiken fest. Anders als ein Passwort lassen sich biometrische Daten nicht ändern. OpenAI-Chef Sam Altman ist gleichzeitig Vorsitzender von Tools for Humanity. Der wahre Grund für das Netzwerk dürfte sein: Soziale Medien sind eine gigantische Datenquelle für das Training von KI-Modellen in Echtzeit. X nutzt Grok, Meta integriert KI in Facebook, Instagram und WhatsApp.

Microsoft übertraf die Erwartungen und verzeichnete erstmals über 50 Milliarden Dollar Cloud-Umsatz in einem Quartal, ein Plus von 26 Prozent. Das KI-Geschäft sei größer als einige jahrzehntealte Kernprodukte. Trotzdem brach die Aktie am folgenden Handelstag im zweistelligen Bereich ein.

Anleger zweifeln, ob die massiven Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Microsoft investierte im Quartal 37,5 Milliarden Dollar, zwei Drittel davon in Grafikprozessoren und Hauptprozessoren. Die Bruttomarge im Cloud-Geschäft sinkt auf 67 Prozent, ein weiterer Rückgang ist prognostiziert. Beunruhigend: 45 Prozent von Microsofts kommerziellem Auftragsbestand stammen von einem einzigen Kunden, OpenAI. Finanzchefin Amy Hood wich Nachfragen zu dieser Abhängigkeit aus.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Pinterest will 15 Prozent seiner Belegschaft entlassen, etwa 750 Mitarbeitende. Bis Ende September 2026 sollen die Kündigungen abgeschlossen sein. Anders als Amazon begründet Pinterest die Entlassungen nicht mit bereits erfolgten Effizienzsteigerungen durch KI. Das Unternehmen will vielmehr erst die Grundlagen dafür schaffen.

Mit den freigesetzten personellen Ressourcen beabsichtigt Pinterest die Implementierung von KI in die Unternehmensabläufe voranzubringen und mehr KI-gestützte Funktionen in die Plattform integrieren. Was genau geplant ist, bleibt unklar. Im Herbst häuften sich Beschwerden über KI-Müll auf der Plattform. Pinterest führte daraufhin Funktionen ein, mit denen Nutzer steuern können, wie viele KI-Inhalte sie sehen. Ganz vertreiben lässt sich der KI-Müll nicht, dafür müsste die Plattform ihn erst zuverlässig erkennen.

Der KI-Boom treibt den Bau von Rechenzentren voran, doch der Preis wird zunehmend in Treibhausgas-Emissionen gemessen. Der Global Energy Monitor zeigt in seiner jüngsten Ausgabe des „Global Oil and Gas Plant Tracker“, dass der Ausbau von Gaskraftwerken weltweit untrennbar mit dem Wachstum der digitalen Infrastruktur verknüpft ist.

In Deutschland sieht Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) neue Gaskraftwerke an Standorten wie Mainz, Frankfurt, Birstein, Leipheim und Großkrotzenburg vor, primär zur Versorgung von Rechenzentren. Was als notwendige Brückentechnologie wirkt, entpuppt sich als potenzieller Stolperstein für die nationalen Klimaziele. Ohne Kopplung von Netzausbau, zusätzlichem Grünstrom und strengen stündlichen Nachweisen für Rechenzentren droht der digitale Fortschritt zum Klimarisiko zu werden.

Ein neuronales Netz hat in alten Hubble-Aufnahmen über 800 bisher unbekannte Anomalien entdeckt, vorwiegend ungewöhnliche Galaxien. Ein Forschungsteam der Europäischen Weltraumagentur ESA trainierte die KI, gezielt im Hubble-Archiv nach solchen Anomalien zu suchen. Binnen zweieinhalb Tagen fand sie 1400 Anomalien, 800 davon waren bisher unbekannt.

Von den Funden können einige Dutzend nicht klassifiziert werden. Bei vielen Galaxien bleibt unklar, ob sie gerade kollidieren oder warum unerwartete Strukturen zu sehen sind.

Während Software-Champions wie Microsoft, Adobe oder Salesforce unter Disruptionsängsten leiden, schießen die Aktien amerikanischer Speicherfirmen in die Höhe. Seit vergangenem Spätsommer erleben klassische Storage-Anbieter einen massiven Aufschwung. KI lebt von Daten: Modelle müssen abgelegt, geladen, trainiert und ständig gefüttert werden.

GPUs ohne ausreichend Speicher sind kaum mehr als teure Rechenhüllen. Je größer die Modelle, desto exponentieller steigt der Bedarf an hochdichten, zuverlässigen Enterprise-Speicherlösungen. Micron, Western Digital, Seagate und SanDisk sind die großen, bislang unterschätzten Profiteure der KI-Ökonomie. Allein seit Jahresbeginn haben die Aktienkurse der vier Unternehmen zwischen 52 Prozent und 122 Prozent zugelegt.

Samsung Electronics hat im vierten Quartal 2025 einen historischen Rekordgewinn eingefahren. Der südkoreanische Konzern weist einen Betriebsgewinn von umgerechnet knapp 12 Milliarden Euro aus, eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Es ist der größte Quartalsgewinn in der Unternehmensgeschichte.

Die positive Entwicklung fußt hauptsächlich auf dem anhaltenden KI-Boom, der die Nachfrage und die Preise für Speicherchips rasant in die Höhe getrieben hat. Samsung Electronics ist einer der weltweit führenden Produzenten für Halbleiter.

Kalorienzählen ist umständlich: Man muss Lebensmittel abwiegen und manuell eintragen. Ein Test zeigt, dass KI-Modelle Essensfotos analysieren und Kalorien schätzen können. Google Gemini lieferte dabei die genauesten Ergebnisse, besser als spezialisierte Kalorienzähl-Apps.

Gemini erkannte Zutaten präzise und schätzte das Gewicht genau ein. Auf Nachfrage bewertete der Chatbot auch die Ernährungsqualität und gab hilfreiche Antworten. Kalorienzähl-Apps erkannten zwar ebenfalls Zutaten, verschätzten sich aber beim Gewicht und waren insgesamt vager. Beide Ansätze haben Einschränkungen, aber die Ergebnisse zeigen das Potenzial von KI-Tools für die Ernährungsplanung.

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(igr)



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Oscal PV800 Pro im Test: Full-HD-Beamer mit Google TV für 200 Euro


Der Oscal PV800 Pro bietet für 200 Euro natives Google TV mit Netflix-Support, Full-HD-Auflösung und automatische Bildanpassungen.

Der Markt für günstige Beamer ist hart umkämpft. Dutzende Hersteller buhlen um die Gunst preisbewusster Heimkino-Fans. Der Oscal PV800 Pro stammt von Oscal, einer Tochtermarke des chinesischen Herstellers Blackview. Ende 2025 kam er auf den Markt. Sein Ziel: unkompliziertes Heimkino für den schmalen Geldbeutel.

Auf dem Papier klingt das Angebot verlockend: natives Google TV mit offiziellem Netflix-Support, Widevine-L1-Zertifizierung für HD-Streaming und automatische Bildanpassungen. Der Hersteller gibt eine Helligkeit von 1400 Lumen an. Hier lohnt sich ein genauer Blick. Denn dabei handelt es sich laut oscal.hk nicht um Ansi-Lumen, wie bei manchen Händlern zu lesen. Der Unterschied ist erheblich: Ansi-Lumen bezeichnen einen standardisierten Messwert an der Projektionsfläche nach festgelegten Kriterien. Einfache Lumen-Angaben beziehen sich oft nur auf die Lichtquelle selbst. In der Praxis fällt die Helligkeit dann geringer aus. Wer also Beamer-Spezifikationen vergleicht, sollte stets auf die Einheit achten.

Wie sind das Design und die Verarbeitung?

Der Oscal PV800 Pro sieht nicht aus wie ein typischer billiger China-Beamer. Das Gehäuse in Silber wirkt modern und durchdacht. Über die Front zieht sich eine subtile Stofftextur. Abgerundete Kanten und die matte Haptik der Stoffummantelung runden den eleganten Eindruck ab.

Mit Abmessungen von 280 × 241 × 109,5 mm und 2,6 kg gehört der PV800 Pro zu den größeren Modellen im Testfeld. Zum Vergleich: Der Loewe We Beam misst nur 17,5 × 17,5 × 4,8 cm und wiegt 800 Gramm.

Die Verarbeitung überzeugt für diese Preisklasse. Das Gehäuse fühlt sich robust an. Die Standfüße verhindern Rutschen auf glatten Oberflächen. Kanten und Übergänge sind sauber verarbeitet. Der Materialmix hinterlässt einen guten Eindruck.

Eine kleine Stellschraube an der Unterseite erlaubt die Anpassung des vertikalen Winkels. Das ist ein nettes Detail für die Feinjustierung. Es reicht aber nicht an die Flexibilität des Xgimi Mogo 3 Pro heran. Dessen um 130 Grad verstellbarer Ständer ist direkt mit dem Gehäuse verbunden.

Was kann die Hardware?

Der Oscal PV800 Pro löst nativ mit 1920 × 1080 Pixeln auf. Full-HD ist Standard in dieser Preisklasse. Er kann 4K-Quellen wiedergeben, rechnet diese aber auf Full-HD herunter. Das Kontrastverhältnis liegt bei 4000:1. HDR10+ soll für bessere Dynamik in hellen und dunklen Bildbereichen sorgen.

An Anschlüssen bietet der Beamer einen HDMI-1.4-Port, einen USB-2.0-Anschluss, eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und den Netzeingang. Das ist das Nötigste, mehr nicht. Zum Vergleich: Der etwas teurere Casiris Omnistar L80 bietet zwei HDMI-Ports, LAN und einen AV-Eingang. Wer mehrere Zuspieler anschließen will, stößt beim Oscal schnell an Grenzen.

WLAN funktioniert über Wi-Fi 6 im 2,4- und 5-GHz-Band. Das ist zeitgemäß. Bluetooth 5.0 ermöglicht die Verbindung mit kabellosen Lautsprechern oder Kopfhörern. Screen Mirroring funktioniert über Airplay, Miracast und Chromecast.

Oscal PV800 Pro

Im Inneren arbeitet ein Quad-Core-Prozessor Hi3751 V352 mit Mali-450-MP2-GPU. Der Arbeitsspeicher beträgt nur 1 GB, der interne Speicher 8 GB. Das reicht für Streaming, begrenzt aber das Multitasking erheblich. Wer Apps wechselt oder im Hintergrund Inhalte lädt, benötigt Geduld.

Die Projektionsgröße liegt zwischen 40 und 200 Zoll. Der Mindestabstand zur Wand beträgt einen Meter. Das Seitenverhältnis lässt sich zwischen 16:9 und 4:3 wählen.

Wie gut ist das Bild?

Die Bildqualität des Oscal PV800 Pro überzeugt für seine Preisklasse. Die Full-HD-Auflösung sorgt für gute Schärfe. Auch an den Rändern bleibt das Bild detailreich. Die Schärfeverteilung ist gleichmäßig. Die Farben wirken leuchtend und natürlich. HDR10+ verbessert die Darstellung in hellen und dunklen Bildbereichen spürbar.

Oscal PV800 Pro Screenshot

Die 1400 Lumen reichen für leicht beleuchtete Räume. Für Tageslicht ist er zu dunkel. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer auch bei Sonnenschein projizieren will, braucht deutlich mehr Lichtleistung. Der Acer X1528Ki liefert 5200 Ansi-Lumen und funktioniert auch in hellen Räumen. Kostet aber auch mehr als das Doppelte.

Die beste Bildqualität erreicht der PV800 Pro bei Projektionsgrößen zwischen 70 und 120 Zoll in komplett abgedunkelten Räumen. Kontrast und Schwarzwert sind für den Preis ausreichend. High-End-Niveau erreicht der Oscal nicht. Dunkle Filmszenen wirken leicht aufgehellt.

Der automatische Fokus arbeitet genau. Allerdings ist er langsamer als bei vielen Konkurrenten. Mehrere Sekunden vergehen, bis das Bild scharf steht. Im Alltag stört das kaum.

Die Trapezkorrektur funktioniert nur vertikal, nicht horizontal. Das schränkt die Aufstellungsflexibilität ein. Die beworbene intelligente Hinderniserkennung funktioniert in unserem Test überhaupt nicht.

Wie gut ist die Software und ihre Bedienung?

Auf dem Oscal PV800 Pro läuft Google TV, basierend auf Android 11. Das ist der große Trumpf des Beamers. Netflix, YouTube, Disney+ und Prime Video sind nativ verfügbar. Die Widevine-L1-Zertifizierung ermöglicht HD-Streaming ohne Einschränkungen.

Am Gerät selbst gibt es nur eine Power-Taste. Die Bedienung erfolgt über die mitgelieferte Fernbedienung. Diese bietet Schnellwahltasten für Netflix, YouTube, Amazon Prime und Disney+. Die Sprachsteuerung über Google Assistant funktioniert für App-Suche, Lautstärke und Eingaben. Die Fernbedienung ist klein und leicht. Sie liegt angenehm in der Hand. Die Tasten lassen sich nach kurzer Eingewöhnung blind ertasten. Eine Beleuchtung fehlt allerdings.

Oscal PV800 Pro

Die Performance des Betriebssystems ist der größte Schwachpunkt. Apps öffnen sich oft mit spürbarer Verzögerung. Hier macht sich der begrenzte Arbeitsspeicher von 1 GB bemerkbar.

Wie gut ist der Klang und wie laut ist der Lüfter?

Der Oscal PV800 Pro verfügt über integrierte 8-Watt-Stereo-Lautsprecher mit 75-mm-Treibern. Stimmen klingen klar und verständlich. Für Serien und Nachrichten reicht die Qualität. Eine gewisse räumliche Wiedergabe ist vorhanden.

Die Dynamik fehlt jedoch. Actionfilme klingen flach und Musik macht keinen Spaß. Wer besseren Klang will, sollte externe Lautsprecher oder eine Soundbar über Bluetooth oder Klinke anschließen. Der Etoe Whale Pro liefert mit seinen 20-Watt-Lautsprechern und Dolby Audio deutlich mehr Wumms, kostet aber auch mehr.

Der Lüfter erzeugt ein tieffrequentes, gleichmäßiges Rauschen. Er ist leiser als bei vielen anderen Beamern dieser Preisklasse. In normalen Filmszenen fällt er kaum auf. Bei ruhigen Passagen oder leisen Dialogen kann er jedoch stören. Flüsterleise wie der Loewe We Beam ist er nicht.

Wie teuer ist der Beamer?

Der Oscal PV800 Pro kostet 200 Euro. Für diesen Preis bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Natives Google TV, Widevine L1 und automatische Bildanpassungen sind in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.

Fazit

Der Oscal PV800 Pro liefert für 200 Euro ein überzeugendes Gesamtpaket. Sein größter Trumpf ist natives Google TV mit offiziellem Netflix-Support und Widevine-L1-Zertifizierung. Kein Gefummel mit Streaming-Sticks, keine Kompromisse bei der Bildqualität der Apps. Das elegante Design mit Stofffront und metallischem Glanz wirkt hochwertig und passt ins Wohnzimmer. Er muss sich nicht verstecken.

Die Bildqualität überzeugt in abgedunkelten Räumen. Full-HD-Auflösung, natürliche Farben und HDR10+ liefern insgesamt ein gutes Heimkino-Erlebnis. Die integrierten Lautsprecher reichen für Serien, externe Boxen verbessern den Klang jedoch deutlich. Der Lüfter bleibt angenehm ruhig.

Schwächen zeigt der Beamer bei der Performance. Das Betriebssystem reagiert träge. Apps starten langsam. Die Trapezkorrektur funktioniert nur vertikal und die Hinderniserkennung versagt komplett. Für helle Räume ist die Helligkeit zu gering.

Wer einen günstigen Einstieg ins Heimkino sucht und einen abdunkelbaren Raum hat, findet im Oscal PV800 Pro eine solide Wahl. Für 200 Euro gibt es wenig zu meckern.



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Spuren flüchtiger Stoffe: Der Merkur ist wohl gar kein toter Planet


Der innerste Planet des Sonnensystems ist offenbar überhaupt nicht so tot, wie bisher angenommen, und stattdessen durchaus geologisch aktiv. Darauf deutet eine Untersuchung von etwa 100.000 Satellitenaufnahmen der Merkursonde Messenger der NASA hin, die jetzt vorgestellt wurde. Auf den Bildern wurden zahlreiche helle Streifen entdeckt, „die vermutlich durch das Ausgasen von flüchtigen Stoffen aus dem Innern des Planeten entstehen“, fasst die Universität Bern zusammen. Weil diese sogenannten „Lineae“ vorwiegend auf der sonnenzugewandten Seite in besonders stark exponierten Regionen auftreten, dürfte Sonneneinstrahlung bei deren Entstehung eine wichtige Rolle spielen, erklären die Forscher und Forscherinnen.

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Die hellen Streifen an einem Krater

(Bild: NASA/JHUAPL/Carnegie Institution of Washington)

Die Forschungsgruppe um Valentin Bickel von der Uni Bern erklärt jetzt, dass die „Lineae“ längst bekannt waren, eine systematische Analyse hat aber noch nicht stattgefunden. Man habe lediglich eine Handvoll davon gekannt. Um das jetzt zu ermöglichen, hat das Team erst einmal mithilfe von Methoden des maschinellen Lernens eine komplette Bestandsaufnahme aller 400 gefundenen Linien erstellt. Erst danach konnten sie die jetzt vorgestellten Muster in der Verteilung finden und über die Ursache spekulieren. Gezeigt habe sich, dass die Streifen primär auf sonnenzugewandten Hängen junger Einschlagskrater auftreten.

Die Gruppe meint, dass ihr Befund darauf hindeute, dass flüchtige Stoffe aus dem Innern des Planeten freigesetzt werden, wenn dieser von Objekten getroffen wird. Dabei könnte es sich um Schwefel oder andere leichte Elemente handeln. Das lege nahe, dass der Merkur geologisch aktiver ist, als angenommen. Das Bild vom „toten, trockenen und langweiligen Planeten“ müsse offenbar angepasst werden, um diese Dynamik einzubeziehen. Wichtig sei das auch für künftige Missionen. Erst einmal hofft die Forschungsgruppe, dass Beobachtungen der Ende des Jahres am Merkur eintreffenden ESA-Sonde BepiColombo ihre Analyse bestätigen und weitere Einblicke liefern. Vorgestellt wird ihre Arbeit im Fachmagazin Nature Communications Earth & Environment.


(mho)



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Pro & Contra: Sollte iOS so offen wie der Mac sein?


Apple wird zunehmend dazu genötigt, seine iOS-Plattform zu öffnen – mit alternativen App-Läden, mehr Kompatibilität zu Drittanbieterprodukten und mehr. Wie sinnvoll ist eine solche Öffnung und sollte das iPhone-Betriebssystem am besten wie macOS sein? Mit dieser Frage beschäftigt sich unser Pro & Contra.

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Wolfgang Kreutz wünscht sich ein iPhone, das Apple nicht künstlich einschränkt.,

Wolfgang Kreutz wünscht sich ein iPhone, das Apple nicht künstlich einschränkt.,

Wolfgang Kreutz wünscht sich ein iPhone, das Apple nicht künstlich einschränkt.

Als Erstes in der EU, nun Ähnliches in Japan: Regierungen drängen Apple dazu, iOS an einigen Stellen zu öffnen. Statt jedoch weltweit einheitlich vorzugehen, frickelt der Konzern an verschiedenen Varianten. Dabei machen die Öffnungen das System attraktiver: Ich kann jetzt hierzulande Standard-Apps für Telefonate, Messaging und Navigation auswählen, mit Banking-Apps kontaktlos per NFC bezahlen oder künftig Bluetooth-Headsets so einfach wie AirPods koppeln.

Dass mehr Freiheiten automatisch für Sicherheitsprobleme sorgen, ist ein Märchen: Seit Einführung der neuen Funktionen ist uns EU-Usern nichts Schlimmes passiert. Und mit macOS beweist Apple, dass auch ein freieres System gut geschützt sein kann. Etwa, indem ich Zugriffe auf sensible Daten zunächst bestätige. Genauso werden sich beim iPhone mithörende Bluetooth-Wanzen nicht heimlich mit meinem iPhone koppeln können.

Das Pro & Contra stammt aus Mac & i Heft 1/2026, das ab dem 30. Januar 2026 verfügbar ist. Die neue Ausgabe lässt sich ab Donnerstag im heise shop bestellen – als Print-Magazin oder als PDF.

Dass ein geschlossenes System nicht zwangsläufig vor schadhaften Apps schützt, demonstriert ausgerechnet Apple selbst: Sie lassen nämlich immer wieder offensichtliche Fake-Apps in ihren Store. So war „LassPass“ tagelang verfügbar und hatte es auf Zugangsdaten des Passwortmanagers „LastPass“ abgesehen.

Apple sollte endlich aufhören, so viele erzwungene Sonderlocken zu drehen. Ein per se offenes iOS muss zudem weniger reguliert werden. Statt die Systeme vorwiegend visuell anzugleichen, wünsche ich mir auch funktionale Gleichberechtigung. Wo bleiben etwa der Finder oder das Terminal? Selbst für einfachste Shell-Skripte muss ich Drittanbieter-Apps vertrauen – obwohl iOS auf Unix basiert. Es muss ja nicht vorinstalliert sein. Root-Zugang und voller Dateisystemzugriff dürfen gerne unmöglich bleiben. Ich fühle mich jedenfalls am offeneren Mac nicht weniger sicher. Apple hat längst bewiesen: Freiheit und Sicherheit schließen einander nicht aus. (wre)

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Ben Schwan schätzt die Sicherheit und Integrität von Apples geschlossenem System.,

Ben Schwan schätzt die Sicherheit und Integrität von Apples geschlossenem System.,

Ben Schwan schätzt die Sicherheit und Integrität von Apples geschlossenem System.

Das iPhone ist kein Mac. Von Anfang an hat Apple darauf geachtet, iOS als Plattform gleichzeitig sicher und gut bedienbar zu machen. Das bedeutet, dass ich beispielsweise keinen Kommandozeilenzugriff auf dem iPhone habe und keine App im Dateisystem herumfuhrwerken darf. Das Resultat: Große Angriffswellen, wie sie bei Android immer wieder vorkommen, sind auf dem iPhone unterblieben. Geheimdienste und Regime, die iOS-Nutzer gezielt ausspionieren wollen, müssen für den Kauf sogenannter Zero-Day-Lücken Hunderttausende bis Millionen Euro in die Hand nehmen. Das hat Gründe.

Wenn nun die Europäische Kommission ankommt und Apple per gesetzlichem Holzhammer dazu zwingt, Drittanbietern schwer abzusichernde Türen ins System zu öffnen, ist das unschön. Apple bemüht sich offenbar nach Kräften, Nutzer mit der Umsetzung nicht zu gefährden. An gewissen Stellen ist das meiner Ansicht nach problematisch. Ein Beispiel: Dass Wearables anderer Hersteller Zugriff auf Benachrichtigungen erhalten müssen, klingt erst einmal gut. Doch mein Vertrauen in Drittanbieter wie Meta, die ihr Geld mit Werbung und nicht mit Hardware verdienen, damit keinen Mist zu veranstalten, hält sich in Grenzen. Apple hingegen hat einen Ruf in Sachen Datenschutz zu verlieren.

Ich kann nachvollziehen, dass sie Features wie das iPhone-Mirroring oder die Erfassung besuchter Orte in Apple Maps erst gar nicht in die EU bringt, weil hierfür Regulierung droht. Eine zwangsweise Öffnung der Gerätespiegelung würde anderen Unternehmen weitreichenden Zugriff auf das iPhone eröffnen, die Historie besuchter Orte wäre wiederum ein gefundenes Fressen für Datenkraken. In einer idealen Welt wäre das iPhone offen wie der Mac. Aber in der leben wir nicht. Und wozu kaufe ich ein teures iPhone, wenn ich damit nicht mehr so sicher und privat bin, wie mir Apple das verspricht? (bsc)

Wer hat Recht? Diskutieren Sie mit!

Zuletzt bei Pro & Contra: Verzichtet Apple zu Recht auf das MacBook-Netzteil? 


(wre)



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