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Klagen von Passagieren wegen Flugverspätungen fordern Justiz heraus


Klagen von Passagieren wegen verspäteter oder stornierter Flüge stellen die Justiz zunehmend vor Herausforderungen. Bei den 19 Gerichten an Standorten mit größeren Flughäfen in Deutschland gab es im vergangenen Jahr nach Angaben des Deutschen Richterbundes mehr als 121.000 Entschädigungsfälle von Reisenden. Das waren 44 Prozent (rund 37.000 Klagen) mehr als fünf Jahre zuvor, wie es hieß.

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Die Verfahren von Fluggästen machen nach den Angaben an vielen Gerichten inzwischen deutlich mehr als die Hälfte aller Zivilfälle (etwa 60 Prozent) aus. Bei dem für den Hauptstadtflughafen BER zuständigen Amtsgericht Königs Wusterhausen liegt deren Anteil sogar bei 93 Prozent. Die steigenden Zahlen stellten das Gericht „dauerhaft vor erhebliche Herausforderungen“, teilte ein Sprecher mit.

19.239 Entschädigungsklagen von Reisenden landeten laut Richterbund 2025 bei dem Gericht in Brandenburg – rund 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Im bundesweiten Vergleich landete das Gericht damit auf Platz drei. An der Spitze lag das Amtsgericht Köln 2025 mit 22.491 Fällen (2024: knapp 41.300 Klagen), gefolgt vom Amtsgericht Frankfurt mit 19.374 Klagen (2024: rund 16.000 Fälle).

Während es in der hessischen Metropole im Vergleich zum Vorjahr etwa 21 Prozent mehr Fälle gab, ging die Anzahl in Köln fast um die Hälfte zurück. Der deutliche Rückgang dürfte aus Sicht des Richterbundes darauf zurückzuführen sein, dass die Lufthansa verstärkt außergerichtliche Einigungen anstrebt. Zudem hat die Airline für das Geschäftsjahr 2025 von einem wesentlich pünktlicheren Betrieb berichtet, bei dem in der Folge weniger Entschädigungsfälle entstanden seien. Europas größter Luftverkehrskonzern hat in der Domstadt mit dem Flughafen Köln-Bonn seinen juristischen Firmensitz.

Vor allem der starke Rückgang beim Amtsgericht Köln hat nach Einschätzung des Richterbundes dazu geführt, dass es im Jahr 2025 bundesweit fast 10.000 weniger Klagen von Passagieren gab (2024: etwa 131.000 Fälle).

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Fluggäste haben nach Justizangaben die Wahl, ob sie am Sitz der Gesellschaft oder am Abflugort vor Gericht ziehen. Zunehmend nutzen Menschen Portale, um ihre Ansprüche schnell und einfach durchsetzen zu können.

Die Justiz ist aus Sicht des Richterbundes dafür nicht ausreichend gewappnet. „KI-gestützte Richterassistenzsysteme, die eine schnellere Bearbeitung dieser gleichförmigen Massenfälle ermöglichen, befinden sich weiterhin in der Testphase“, sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn der Deutschen Presse-Agentur. Es fehle eine fertige Standardsoftware, die Fälle in Sekundenschnelle erfasse, mit Urteilen vergleiche, Ansprüche herausfiltere und Entscheidungsvorschläge mache. „Diese KI-Assistenz würde Verfahren vereinfachen und die Gerichte spürbar entlasten“, so Rebehn.


(nen)



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Liquid Glass: Neuer Regler soll Gemüter beruhigen


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apple will mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 alles besser machen: Statt großer Designänderungen und – außerhalb Siri AI – zahlreichen neuen Funktionen setzt der Hersteller auf Produktpflege. Das gilt insbesondere für den umstrittenen Liquid-Glass-Look, der mit macOS 26 eingeführt worden war: Er ist nun besser konfigurierbar und zurückgefahren worden. Manchen Fans des alten Designs geht das sogar zu weit, während andere sich freuen, dass die Betriebssysteme wieder lesbarer geworden sind.

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Dreh- und Angelpunkt ist ein neuer Regler, den es in allen drei neuen Betriebssystemen in den Systemeinstellungen gibt. Er befindet sich auf dem Mac im Menü Erscheinungsbild im Bereich Liquid Glass. Standardmäßig steht der Regler in der Mitte, dies soll der neue Standard sein. Er steht für eine Kombination aus Glaseffekt und vergleichsweise guter Lesbarkeit. Da die Darstellung ein Hintergrundbild aufweist, kann man den Look vor verschiedenen Darstellungen prüfen. Dreht man den Regler ganz nach links, ist der größte Durchsichtigkeitsgrad erreicht, ganz nach rechts werden die Designelemente zu Milchglas.

Der Unterschied zwischen der mittleren Position und der größten Durchsichtigkeit ist auf den ersten Blick je nach Hintergrund erstaunlich gering. Apple tendiert also weniger in Richtung „altes“ Liquid Glass als zuvor. Wer es besonders glasig mochte, könnte daher enttäuscht sein. Apple sollte erwägen, hier wieder mehr Durchsichtigkeit zu ermöglichen, da der Nutzer sie ja einstellen kann. Ob sich das in den kommenden Betas ändern wird, bleibt abzuwarten, aktuell gibt es nur allererste Developer-Previews und keine Public Betas. Letztere folgt im Juli.

Die Liquid-Glass-Änderungen ziehen sich durch die gesamten Betriebssysteme. Auf dem Mac ist das besonders deutlich, wo es wieder mehr Trennung zwischen Seitenleiste und Tab-Leiste gibt. Selbst die stark abgerundeten Fenster wurden zurückgefahren, der Radius ist sanfter und kehrt zum Look von Sequoia (macOS 15) zurück. Die zahllosen verwirrenden Menü-Icons, die Apple in macOS 26 ergänzt hatte, sind auf ein Mindestmaß zurechtgestutzt.

Geschraubt wurde an den App-Icons für alle Systeme, die etwas plastischer geworden sind. Die Seitenleisten auf dem Mac etwa im Finder sind nicht mehr nur einfarbig, was sie übersichtlicher macht. An diversen Stellen hat Apple auch an der Rendering-Engine geschraubt. Die soll etwa Icons besser absetzen. Einige Effekte wurden hingegen kassiert, etwa das Schimmern der iOS-Homescreen-Icons, wenn man das Gerät bewegt. Apples neue Betriebssysteme erscheinen im Herbst.

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(bsc)



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Schutz vor Sonnenstürmen: Satelliten sollen Schutzschild der Erde stärken


Ein halbes Dutzend Satelliten mit alkalischen Chemikalien könnte die Erde im Fall eines heftigen Sonnensturms vor den potenziell katastrophalen Folgen schützen – zu einem Bruchteil der Kosten. Das meint jedenfalls eine Forschungsgruppe aus den USA, die ihre Überlegungen jetzt vorgestellt haben. Die sehen vor, dass die Satelliten im Fall eines auf die Erde zielenden Sonnensturms Gas ablassen, das dann zu Plasma ionisieren würde. In der Folge würde es an den Rand der Magnetosphäre gedrückt, wo es die Folgen des Sonnensturms abschwächen würde. Dessen Intensität könnte dadurch halbiert werden, schreibt die Gruppe. Innerhalb von Stunden würde das Material dann von der Magnetosphäre „herausgespült“. In der Folge müssten die Satelliten durch neue ersetzt werden.

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Sonnenstürme oder magnetische Stürme sind Störungen der Magnetosphäre ausgelöst durch Schockwellen des Sonnenwinds, beispielsweise durch Sonneneruptionen. Die elektrisch geladenen Teilchen schwächen das Erdmagnetfeld, mit potenziell weitreichenden Folgen für unsere Technik. Die Partikel können moderne Infrastruktur im Weltall und auf der Erdoberfläche lahmlegen, betroffen wären beispielsweise Strom- und Kommunikationsnetze. Vor fünf Jahren hat eine US-Forscherin gewarnt, dass eine besonders starke Sonneneruption dramatische Folgen für die Internetinfrastruktur auf der Welt haben und eine „Internet-Apokalypse“ auslösen könnte.

Das Team um den Maschinenbauingenieur Brian Walsh von der Boston University versichert jetzt, dass die vorgeschlagene Methode nur zur Verfügung stehende Technik und Materialien benötigt. Das mache es zu „einer praktischen Lösung für den künftigen Schutz vor Weltraumwetter“. Die Gruppe nennt ihr Konzept „StormWall“ und meint, das größte Hindernis seien die Kosten. Angesichts der Kosten für die Schäden eines heftigen Sonnensturms ginge es aber um nicht so viel. Insgesamt müssten die Satelliten so viel Material an Bord haben wie ein Dutzend Tanklastwagen. Das Team will jetzt daran arbeiten, die Kosten weiter zu senken. Die Studie stellen sie im Fachmagazin Space Weather vor.


(mho)



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Bildungsminister setzen auf Medienkompetenz statt Social-Media-Verbot


Während der laufenden Debatte um eine Altersbegrenzung der sozialen Medien hat sich die Bildungsministerkonferenz auf eine Stärkung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern verständigt. „Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu befähigen, ihre Medienkompetenz zu stärken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu schützen“, erläuterte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz (CSU), in München. Es gehe um einen Dreiklang aus sensibilisieren, stärken und schützen.

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„Wir wollen junge Menschen stark machen für die digitale Welt voller Chancen, aber auch voller Herausforderungen“, betonte Stolz, die auch bayerische Kultusministerin ist. Die zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder hätten sich daher in einer Erklärung zum Umgang mit Social Media in den Schulen erstmals auf gemeinsame Ziele, Leitlinien und Maßnahmen verständigt. Im Mittelpunkt stehe dabei die Entwicklung von digitaler Resilienz, der Schutz vor negativen Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung sowie die enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus.

Über die Notwendigkeit dieser drei Komponenten bestehe Einigkeit, betonte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) – „unabhängig davon, ob wir jetzt im Einzelnen für oder gegen ein pauschales Social-Media-Verbot – das ist ja eine sehr vereinfachte Debatte, die hier geführt wird – sind“.

Wie in anderen Ländern wird auch in Deutschland derzeit über Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert; aktuell erarbeitet eine Expertenkommission Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Prien kündigte an, dass die Ergebnisse am 24. Juni vorgestellt würden und knapp 50 Empfehlungen enthielten, die sich neben den Schulen auch an Eltern, Kitas und etwa Ärzte richteten.

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Dessen ungeachtet müssten die Länder die Stärkung von Medienkompetenz in den Schulen noch mehr in den Mittelpunkt rücken, sagte die Bildungsministerin des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot (SPD). „Social Media kann verbinden, informieren und inspirieren, aber auch verunsichern, unter Druck setzen oder manipulieren. Deshalb müssen junge Menschen lernen, kritisch hinzuschauen, Informationen einzuordnen und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen.“

Ihre Kollegin Dorothee Feller (CDU) aus Nordrhein-Westfalen ergänzte, Angebote wie „Kompetent im Netz“ würden daher weiter ausgebaut. Es werde aber ohne die Einbindung der Eltern nicht funktionieren, die Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der Social Media, künstliche Intelligenz und sonstige digitale Entwicklungen den Alltag prägen.


(kbe)



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