Künstliche Intelligenz
„Leute mögen ihn nicht“: Musk-Kritiker in Jury im Prozess von Musk vs. Altman
Im kalifornischen Oakland ist der Rechtsstreit zwischen Elon Musk und den Chefs von OpenAI in die entscheidende Phase eingetreten, am Montag wurde die neunköpfige Jury ausgewählt. In Anwesenheit des OpenAI-CEOs Sam Altman und von Greg Brockman, dem Präsidenten der KI-Firma, hat die zuständige Richterin den Geschworenen den Zeitplan erklärt, berichtet CNBC. Einige haben demnach eingestanden, ein negatives Bild von Musk zu haben, was sie laut Yvonne Gonzalez Rogers aber nicht disqualifiziert habe: „Die Wahrheit ist, dass Leute ihn nicht mögen“, hat die Richterin demnach an einer Stelle über den Milliardär gesagt. Trotzdem habe sie sich zuversichtlich gezeigt, dass die Ausgewählten das juristische Vorgehen und die Fakten respektieren.
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AGI zum Wohl der Menschheit
In dem Verfahren (Az. 4:24-cv-04722) geht es um eine Klage, die Elon Musk vor zwei Jahren gegen seine ehemaligen Geschäftspartner eingereicht hat. Der Milliardär war drei Jahre lang im Vorstand von OpenAI, ist aber ausgeschieden, bevor die KI-Firma mit ChatGPT den aktuellen KI-Hype ausgelöst und später ein gewinnorientiertes Tochterunternehmen gegründet hat. Er wirft den Verantwortlichen vor, damit gegen die Gründungsvereinbarung verstoßen zu haben, in der festgelegt wurde, dass OpenAI eine sogenannte Artifiical General Intelligence (AGI) zum Wohle der Menschheit entwickeln würde und nicht zur Gewinnmaximierung Einzelner. Als AGI wird ein KI-System bezeichnet, das jede intellektuelle Aufgabe wie ein Mensch verstehen und ausführen kann.
Musk hat versucht, den Wechsel zur gewinnorientierten Arbeit bei OpenAI mit verschiedenen Mitteln zu verhindern. Dazu gehörte auch ein fast 100 Milliarden US-Dollar schweres Übernahmeangebot für das KI-Unternehmen. Von insgesamt 26 Vorwürfen, die Musk ursprünglich gegen die OpenAI-Führung vorgebracht hat, sind laut CNBC nur noch zwei übrig geblieben. Die beziehen sich demnach auf ungerechtfertigte Bereicherung und Verletzung einer gemeinnützigen Treuhandpflicht. Musk besitzt mit xAI einen direkten Konkurrenten von OpenAI, die KI-Firma wurde inzwischen von seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX übernommen. Das soll in diesem Jahr an die Börse gebracht werden und dabei Rekorde brechen. Auch OpenAI bereitet einen Börsengang vor.
Der Vorlauf zu dem Gerichtsverfahren war auch von Sticheleien zwischen Elon Musk und Sam Altman auf Musks Kurznachrichtendienst X geprägt. Zur Auswahl der Geschworenen wiederholte Musk dort jetzt den Vorwurf, dass Altman und Brockman (die er „Scam Altman und Greg Stockman“ nennt) eine gemeinnützige Organisation gestohlen hätten. Der Account von OpenAI erklärte dort, dass man es kaum erwarten könne, den eigenen Standpunkt vor Gericht darzulegen. Die Klage sei von Beginn an unbegründet gewesen und habe nur das „von Neid getriebene“ Ziel, einen Konkurrenten auszubremsen.
Zweigeteilter Prozess
Musk verlangt von dem Gericht unter anderem, dass OpenAI komplett in eine Non-Profit-Forschungsorganisation umgewandelt wird und Altman sowie Brockman von ihren Posten enthoben werden. Auch fordert er eine Wiedergutmachung von mehr als 100 Milliarden US-Dollar – das Geld soll aber nicht an ihn, sondern an den gemeinnützigen Arm von OpenAI gehen. Der Prozess wird jetzt in zwei Phasen aufgeteilt. In der ersten sollen die Geschworenen eine Empfehlung an Richterin Gonzalez Rogers abgeben, die dann entscheidet, ob Musk seine Vorwürfe belegen konnte. Sollte Musk sich hier durchsetzen, wird sie sich dann in der zweiten Phase mit seinen Forderungen beschäftigen und auch dazu eine Entscheidung treffen.
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(mho)
Künstliche Intelligenz
Googles Home Speaker mit Gemini: Marktstart steht offenbar bevor
Ein gutes dreiviertel Jahr nach Ankündigung des Home Speakers, der laut Google für den neuen KI-Assistenten Gemini entworfen wurde, soll er nun tatsächlich in den Handel kommen. Ursprünglich nannte Google als Starttermin „im Frühjahr“ – das endet am 21. Juni. Gemini for Home musste wohl vorher noch runder laufen.
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Erster neuer Google-Speaker für „Gemini for Home“
Anish Kattukaran, Googles Chief Product Officer (CPO) Google Home, hat auf Reddit einen Beitrag veröffentlicht, in dem er sich bei der Google-Home-Community für das reichhaltige Feedback bedankt, das Google von den 3,5 Millionen Early-Access-Nutzern erhielt: „Das Feedback der Early-Access-Nutzer hat dazu beigetragen, dass fast alle zwei Wochen regelmäßige Updates veröffentlicht wurden, über 2.500 Fehler behoben wurden, das System auf 20 Länder in 10 Sprachen ausgeweitet wurde und das gesamte System deutlich reaktionsschneller und besser in der Lage ist, komplexe Anfragen zu bearbeiten“, schreibt er unter anderem.
Ganz am Ende seines Beitrags als P.S. schreibt er noch: „Und alle, die geduldig auf einen bestimmten Lautsprecher gewartet haben … behaltet nächste Woche euren Posteingang ganz genau im Auge. :)“
Damit bestätigt Kattukaran recht deutlich, dass Google nächste Woche zumindest ein Lebenszeichen des neuen Home-Speakers verkünden dürfte. Unklar ist jedoch, ob er dann auch direkt in den Verkauf geht. Denn Best Buy hatte in Kanada vor ein paar Wochen den 25. Juni als Termin für den Marktstart angedeutet.
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Gemini-Lautsprecher ab etwa 100 Euro
Mit dem neuen Home Speaker bringt Google nicht nur ein neues Produkt auf den Markt, sondern hebt den Einstiegspreis seiner Smart-Speaker an. Zwar wird er mit um die 99 Euro genauso viel kosten wie der 2020 eingeführte Nest Audio, der bereits vor wenigen Tagen aus dem Programm genommen wurde. Im gleichen Zuge hat Google nämlich auch die 60 Euro teure Sounddose Nest Mini gestrichen.
Beide Produkte sind im Google Store zwar noch gelistet, jedoch sind sie als „Nicht auf Lager“ markiert. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die beiden Speaker wieder in den Store zurückkehren – den Mini-Speaker hatte Google 2019 eingeführt und ist damit noch älter als der Nest Audio.
Google hat bereits bestätigt, dass der neue Lautsprecher neben der Integration von Gemini und Gemini Live auch 360-Grad-Sound bieten wird. Ferner sollen Nutzerinnen und Nutzer zwei Lautsprecher für Stereoklang miteinander koppeln können. Zudem könne der Lautsprecher ins Heimkino-Setup eingebunden werden. Ein Leuchtring soll anzeigen, wenn Gemini aktiv ist. Laut Google wird er in den vier verschiedenen Farben „Jade“, „Berry“, „Hazel“ und „Porcelain“ angeboten, dabei ist jedoch ungewiss, ob es alle Farbvarianten in Deutschland geben wird.
Mehr Speaker erwartet
Beim Google Home Speaker wird es derweil nicht bleiben. Google hatte zum einen bereits einen Nachfolger des Smart-Displays im Oktober 2025 angedeutet. Zum anderen dürften im Laufe der nächsten Monate einige Fremdanbieter mit Smart-Speakern für Gemini for Home um die Ecke kommen. Denn dafür hatte Google Referenzhardware angekündigt, die andere Hersteller verwenden dürfen, um Gemini-Lautsprecher im eigenen Design zu bauen.
Es wäre nicht das erste Mal: In der Vergangenheit hat Google mit den Audiomarken Bose, Sony und JBL bei Smart-Speakern zusammengearbeitet. Wer dieses Mal dabei sein wird, ist noch unklar. Allerdings haben die Hersteller offenbar weniger Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der Hardware, dafür sollen immerhin viele Gemini-for-Home-Funktionen unterstützt werden.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Tools für Umfragen auf deutschen und EU-Servern im Test
Sie haben es geschafft – Ihr Vortrag ist beendet. Was hat den Nerv des Publikums getroffen? Wo gehen die Meinungen auseinander? Gibt es ergänzende Aspekte? Abfragen mit Onlineformularen liefern wertvolle Rückmeldungen. Alle Besucher können sich beteiligen – jede Antwort zählt.
Viele der dazu genutzten Umfragedienste wie Google Forms, SurveyMonkey, Microsoft Forms oder Mentimeter verarbeiten und speichern alle Daten jedoch auf US-Servern und somit erhalten amerikanische Behörden Zugriff – und einige Firmen nutzen sie auch zum Trainieren ihrer KI.
- Umfragen und Abstimmungen sind mit online arbeitenden Diensten wie MS Forms oder Mentimeter schnell durchgeführt, diese speichern aber alles auf US-Servern.
- Wir haben sechs Alternativen getestet, die die Daten auf deutschen oder zumindest in der EU stehenden Servern verarbeiten.
- Alle Tools unterstützen eine große Auswahl an Fragetypen und Abstimmungsformen, teils spezialisiert, zum Beispiel auf den Unterrichtseinsatz.
Wir haben sechs Alternativen getestet, deren Serverstandorte sich in Deutschland oder zumindest innerhalb der EU befinden. Alle versprechen, die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen. easyfeedback, edkimo, LimeSurvey, LamaPoll, SoSci Survey und Wooclap setzen verschiedene Schwerpunkte. Sie enthalten eine Palette von Antwortformaten: Dazu gehören Multiple-Choice-Fragen, freie Textfelder, Rankings, Skalen, komplexe Antwortmatrizen sowie das eine oder andere Spezialwerkzeug.
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Fable 5 im Test: Das kann das teuerste Anthropic-Modell
Dass Anthropic nicht nur etwas von KI-Training, sondern auch vom Marketing versteht, muss man dem Unternehmen zugestehen. Ende März wurde durch einen Leak bekannt, dass ein Modell namens Mythos in Arbeit sei, im April verkündete die Firma dann, dass dieses zu gefährlich sei, um es zu veröffentlichen. In einem Programm namens Glasswing durften es ausgewählte Unternehmen und Organisationen zur Suche nach Sicherheitslücken verwenden. Unter anderem Mozilla bewies in der geschlossenen Testphase, dass das gut funktionierte und schloss Hunderte Sicherheitslücken.
Im Juni dann die Ankündigung: Fable 5 wird allgemein verfügbar (Mythos 5 erscheint als weniger restriktive Variante für ausgewählte Nutzer), allerdings in einer Version mit eingebauten Schutzmechanismen, die verhindern sollen, dass man damit nach Zero-Day-Sicherheitslücken forscht oder gefährliche Biowaffen entwickelt. Ein Modell, so mächtig, dass man es einzäunen muss – mit einer solchen Erzählung macht man neugierig auf ein neues Produkt.
Klar ist seit der Ankündigung: Wer das Modell nutzen will, muss künftig tief in die Tasche greifen. Bis 22.6. läuft eine Testphase, in der Abokunden von Anthropic es nutzen können. Danach ist Fable nicht in den Abos enthalten, sondern wird pro Token abgerechnet – und ist doppelt so teuer wie Claude Opus 4.8. Um herauszufinden, ob sich diese Mehrkosten lohnen, haben wir das Modell in verschiedenen Disziplinen herausgefordert: Programmieren, Datenanalyse, Textproduktion und Recherche.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Fable 5 im Test: Das kann das teuerste Anthropic-Modell“.
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