Künstliche Intelligenz
MacBook Neo: Gute Reparierbarkeit, Tastatur einzeln ersetzbar
Apples neues MacBook Neo ist nicht nur das günstigste Notebook, das der Konzern jemals hergestellt hat, sondern auch eines der am einfachsten zu reparierenden – und erinnert damit an ältere Generationen. Das zeigt ein erster Teardown, den ein Reparaturdienstleister durchgeführt hat, sowie Apples hauseigenes Reparaturhandbuch für das Modell, das bereits vorliegt. Demnach benötigt man zum Auseinanderbauen nur Torx-Schraubendreher. Die Verwendung eines Heißluftgeräts zum Entfernen von Verklebungen oder das Ziehen sogenannter Pull-Tabs (Klebestreifen), die man nachher mühsam ersetzen muss, fallen weg.
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Viele Komponenten leicht entnehmbar
Der gesamte Prozess der Zerlegung soll deutlich unter zehn Minuten gedauert haben, meldet die Firma TECH RE-NU aus Maidstone bei Melbourne. Komponenten wie die extrem kleine Hauptplatine, das Trackpad, die beiden Lautsprecher oder die beiden USB-C-Anschlüsse lassen sich einzeln abschrauben und tauschen. Auch der Akku lässt sich nach Lösen von 18 Schrauben entfernen. Beim ganzen Teardown gab es nur ein einziges minimal verklebtes Flexkabel. Der Bildschirm wurde in dem Video als Gesamtkomponente entnommen.
Beim australischen Teardown nicht entnommen wurde die Tastatur aus dem Topcase. Diese lässt sich aber, im Gegensatz zu allen MacBooks aus den vergangenen Jahren, einzeln austauschen – und nicht nur zusammen mit dem Topcase aus Alu. Alle drei Komponenten, die Apple in diesem Bereich verbaut, also reguläre Tastatur, Tastatur mit Touch-ID-Fingerabdrucksensor (beim teureren MacBook Neo) und Topcase, wird es offenbar als Ersatzteile geben. Im Self-Service-Repair-Laden des Herstellers sind sie derzeit aber noch nicht gelistet. Das Neo taucht dort derzeit noch nicht auf.
Positive Entwicklung bei Apple
Es wird spannend, welchen „Repairability Score“ (Reparierbarkeitswertung von 0 bis 10) vom renommierten Reparaturdienstleister iFixIt das MacBook Neo erhalten wird. Das Gerät dürfte auf den vorderen Plätzen landen. Die wie erwähnt extrem kleine Hauptplatine, auf der das A18-Pro-SoC samt integriertem RAM sowie der NAND-Flash-Speicher mit 256 oder 512 GByte sitzen, dürfte sich ohne Chip-Auslötkenntnisse wohl nicht weiter auseinanderbauen lassen. Apples Reparaturhandbuch zeigt hier nur, wie man die Hauptplatine (Logic Board) ausbaut und wieder einsetzt.
Insgesamt ist es erstaunlich, dass Apple sich bei der Reparierbarkeit des MacBook derart viel Mühe gegeben hat. Das Gerät ist damit nicht nur günstig, sondern dürfte auch lange halten, weil Nutzer alle wichtigen Komponenten – inklusive solchen, die gerne kaputt gehen wie etwa die USB-C-Ports oder das Trackpad – austauschen lassen können. Es handelt sich also keineswegs um ein Wegwerfprodukt. TECH RE-NU lobt Apple in dem Video denn auch. Man freue sich darauf, die Maschine für seine Kunden künftig reparieren zu dürfen.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
VW setzt auf die Telekom: T-Systems baut weltweite Cloud für Volkswagen
Volkswagen geht bei seiner digitalen Transformation neue Wege und setzt bei der IT-Infrastruktur auf europäische Souveränität. In einem großen, finanziell nicht bezifferten Deal hat der Wolfsburger Automobilriese die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems damit beauftragt, die sogenannte „Group Private Cloud 2.0“ aufzubauen und weltweit zu betreiben. Diese IT-Infrastruktur soll als Nervensystem für Anwendungen aller Konzernmarken – von Audi und Porsche bis zu Skoda und der Kernmarke VW – dienen. Neue IT-Applikationen werden ab sofort direkt in dieser neuen Umgebung laufen. Langfristig ist geplant, einen Großteil der klassischen IT-Landschaft im Eigenbetrieb in diese Cloud-Umgebung zu migrieren.
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Das Ziel hinter diesem Schritt gibt VW-IT-Vorstand Hauke Stars so aus: Es gehe darum, die digitale Resilienz des Autobauers durch eine Kombination aus Technologiepartnerschaften und eigener Infrastruktur zu stärken. Durch mehr Datenverarbeitung in Eigenregie innerhalb des europäischen Rechtsraums will sich Volkswagen wirtschaftlich und technologisch unabhängiger aufstellen.
T-Systems-Chef Ferri Abolhassan hob hervor, dass digitale Souveränität nicht teuer sein müsse. Die genutzte Produktbasis soll nach Angaben des IT-Dienstleisters nicht nur Unabhängigkeit und hohe Sicherheitsstandards garantieren, sondern preislich sogar viele Public-Cloud-Angebote der großen US-Hyperscaler wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud unterbieten. Zudem erhalte VW dadurch direkten Zugang zur KI-Infrastruktur von T-Systems in München, um industrielle KI-Anwendungen voranzutreiben.
Fokus auf Datensicherheit und europäisches Recht
Aus technologischer und strategischer Sicht bietet das Vorhaben durchaus Vorteile für den Autokonzern. Eine private Cloud verbindet die Flexibilität, Skalierbarkeit und Automatisierung moderner Rechnerwolken mit der Kontrolle über die zugrunde liegende Infrastruktur. Da geschäftskritische Anwendungen und sensible Fahrzeug- sowie Kundendaten in einer dedizierten, geschlossenen Umgebung verarbeitet werden, lassen sich europäische Vorgaben wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und regulatorische Anforderungen besser umsetzen als in einer geteilten Public-Cloud-Infrastruktur. Auch der Schutz vor Cyberangriffen und Wirtschaftsspionage lässt sich in einer exklusiven Umgebung theoretisch besser bewerkstelligen.
Der Systemwechsel wirft aber auch Fragen auf. Zwar betonen beide Konzerne die neu gewonnene Unabhängigkeit. Doch in der Realität tauscht Volkswagen ein Stück weit nur eine Abhängigkeit gegen eine andere. Statt eines „Vendor Lock-ins“ bei außereuropäischen Cloud-Riesen begibt sich VW in eine langfristige Interdependenz von T-Systems als alleinigem Betreiber dieser geschäftskritischen Infrastruktur. Ein Scheitern oder Verzögern des Projekts könnte die Digitalstrategie des Autobauers lähmen, der ohnehin seit Jahren mit Softwareproblemen in der Fahrzeugentwicklung kämpft.
Preis- und Innovationsfrage
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Zudem muss sich das Versprechen von T-Systems, die Preise der Hyperscaler zu schlagen, erst noch erfüllen. Die US-Giganten verfügen über enorme Skaleneffekte und weltweite Rechenzentrumskapazitäten, die ein europäischer Dienstleister kaum im selben Maße bieten kann. Private-Cloud-Infrastrukturen neigen bei weltweitem Betrieb im Vergleich zu Public Clouds oft zu höheren Wartungs- und Update-Kosten.
Nicht zuletzt bleibt die Herausforderung der Migration: Die Überführung tausender historisch gewachsener Altsysteme aller Konzernmarken in die neue Cloud ist ein IT-Projekt am offenen Herzen, das erfahrungsgemäß große Ressourcen verschlingt und fehleranfällig ist.
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(nie)
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Gewerkschaft: Italo-Züge könnten Städte vom Fernverkehr abkoppeln
Der geplante Einstieg des italienischen Bahnunternehmens Italo könnte im deutschen Fernverkehr aus Sicht der Gewerkschaft EVG zu deutlichen Einschränkungen führen. Mindestens 16 Städten drohe die Abkoppelung vom ICE- und IC-Verkehr, heißt es laut „Bild am Sonntag“ in einer Analyse der Bahngewerkschaft.
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Ein EVG-Sprecher betonte auf Anfrage, dass dies eine erste Analyse sei und nur Bahnhöfe aufgeführt würden, bei denen sich die Gewerkschaft Stand jetzt sicher sei, dass es zu erheblichen Auswirkungen kommen würde. Die tatsächlichen Folgen dürften weitreichender sein.
Der Fernverkehrs-Chef der Deutschen Bahn, Michael Peterson, sprach im „Tagesspiegel“ jüngst von 120 Bahnhöfen. Die Bahn betont seit Wochen, dass sie nichts gegen Wettbewerb habe, warnt aber, dass Fernverkehrsfahrten in der Fläche wegfallen könnten, wenn lukrative Trassen an Konkurrenten gehen.
Italo will ab 2028 in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten. Das Unternehmen will dafür umfangreich in Züge investieren – aber auch eine gewisse Sicherheit haben, dass es lukrative Trassen bedienen darf. Diese Trassen vergibt die Bahn-Tochter InfraGo unter Aufsicht der Bundesnetzagentur. Italo will zunächst die Strecken München-Frankfurt-Köln-Dortmund und München-Berlin-Hamburg befahren.
EVG-Chef warnt vor Rosinenpickerei
EVG-Chef Martin Burkert warnt: „Wenn Italo hier Rosinenpickerei betreiben darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerlegt das unseren Fernverkehr.“ Die Deutsche Bahn könne dann Fernzugverbindungen in der Provinz weniger quersubventionieren, sagte er dem Blatt.
Der EVG-Vorsitzende fordert Paketlösungen bei der Streckenzuteilung, mit denen Italo verpflichtet wird, auch Zuglinien in der Provinz zu bedienen: „Wer auf den Hauptstrecken ordentlich Kasse machen will, darf sich nicht zu fein sein, um Städte wie Schwerin, Augsburg oder Jena anzufahren.“
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Bahn-Chefin fordert bessere Rahmenbedingungen
Ähnlich argumentiert der bundeseigene Bahn-Konzern. Bahnchefin Evelyn Palla rief die Politik jüngst auf, bessere politische Rahmenbedingungen zu schaffen. „Sonst droht ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken“, sagte sie.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Berichte: Amazon steckt hinter plötzlichem Fable-Aus
Hinter der plötzlichen weltweiten Sperre von Anthropics neuem KI-Modell Fable steckt offenbar ein anderer großer Tech-Player: Amazons CEO Andrew Jassy soll unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent von einem mutmaßlichen Jailbreak berichtet haben, die US-Regierung verhängte daraufhin eine Exportdirektive, die Anthropic wiederum zu der Sperre des KI-Modells zwang.
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Mehrere Medien berichten übereinstimmend über den Fall. Demnach ließ Andrew Jassy seine Cybersicherheits-Abteilung zunächst das neue KI-Modell auf mögliche Jailbreaks testen – Tricks, mit denen man ein KI-Modell dazu bringt, Prompts zu bearbeiten, die es aus Sicherheitsgründen sonst verweigern würde. Die Experten sollen dann einen Bericht vorgelegt haben, demzufolge das KI-Modell funktionierende Exploits von Sicherheitslücken vier gängiger Programme lieferte. Jassy berichtete demnach auch US-Regierungsangehörigen davon. Ein Amazon-Sprecher bestätigte dem Wall Street Journal, dass die US-Regierung in Technologiefragen häufig den Rat von Amazon als führendes Tech-Unternehmen suche, wollte sich zu konkreten Einzelfällen aber nicht äußern.
Sacks: US-Regierung handelte „widerwillig“
Als Reaktion auf den Bericht setzte die US-Regierung Anthropic ein Ultimatum: Innerhalb von 24 Stunden müssten die Jailbreak-Probleme behoben werden – oder stattdessen der Zugang zu Fable für Nicht-Amerikaner gesperrt. David Sacks, selbst Tech-Investor und Co-Vorsitzender des Beraterstabs des US-Präsidenten für Wissenschaft und Technologie, berichtete auf X, wie das genau abgelaufen sein soll. Demnach soll Anthropic-CEO Dario Amodei sich geweigert haben, die von Amazon ausgemachten Sicherheitslücken zu schließen. Bereits zuvor hatte Anthropic in einer Stellungnahme bestritten, dass es sich um einen vollwertigen Jailbreak handele, die ausgeführten Aufgaben sind demnach auch problemlos mit OpenAIs Konkurrenz-Modell ChatGPT 5.5 machbar. „Nur widerwillig“ habe die US-Regierung wegen Amodeis Weigerung das strenge Verbot auf den Weg gebracht, lautet Sacks Darstellung. Die Hoffnung sei immer noch, dass Anthropic die vorgeworfenen Probleme behebt und das Modell wieder normal genutzt werden kann. Derweil kann Anthropic den Auflagen nur nachkommen, indem das Unternehmen sein neues KI-Modell weltweit sperrt.
Der Ansatz der US-Regierung, ein einzelnes KI-Modell wegen eines mutmaßlichen Jailbreaks zu sperren ist etwas widersinnig – nach dieser Logik ließe sich jedes KI-Modell sperren, denn jedes lässt sich theoretisch jailbreaken. Besonders bei Fable ist, dass es sich um eine Variante von Anthropics KI-Modell Mythos handelt. Um dieses hatte Anthropic selbst viel Getöse veranstaltet, weil es in kürzester Zeit vorher unbekannte Sicherheitslücken in nahezu jeder Software finden und auch gleich den nötigen Code zur Ausnutzung mitliefern soll. Anthropic hielt es deswegen für zu gefährlich für eine allgemeine Veröffentlichung. Damit lieferte Anthropic auch die Vorlage für das jetzige Vorgehen der US-Regierung, welches auch als Seitenhieb in einem längeren Streit zwischen ihr und Anthropic verstanden werden kann. Die US-Regierung darf Anthropics KI nicht für autonome Waffensysteme nutzen, was dem Unternehmen in der Vergangenheit Sanktionen bescherte. Das jetzige Fable-Zugangsverbot für nicht-amerikanische Staatsangehörige trifft auch viele ausländische Anthropic-Beschäftigte. Sie dürfen aktuell nicht an dem Modell arbeiten.
Sacks streitet in seinem X-Post ab, dass die jetzige Entwicklung mit dem Streit zusammenhänge. Die US-Regierung schätze Anthropics technische Fähigkeiten sehr, „der Ball liegt nun bei Anthropic“. Diesen Ball – um im sprachlichen Bild zu bleiben – spielte die US-Regierung Anthropic auch im Februar zu, als das Unternehmen den Einsatz seiner Technologie für autonome Waffensysteme verweigerte und als Lieferkettenrisiko und Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft wurde. Anthropic wehrt sich dagegen vor Gericht. Ob das auch in diesem Fall passieren wird und ob die US-Regierung nun konsequenterweise jailbreakbare Modelle anderer KI-Hersteller ins Visier nimmt, bleibt abzuwarten. Das letztere sei aber unwahrscheinlich, will das News-Portal „The Information“ aus Regierungskreisen erfahren haben.
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