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Datenschutz & Sicherheit

Maschinen sollen Papierkram erledigen: „Kollege KI“ steht auf wackeligen Beinen


Sogenannte KI-Agenten sollen die Arbeit von Behörden einfacher machen und Personal entlasten. Digitalminister Karsten Wildberger verspricht sich viel davon. Für KI-Experimente gibt die Verfassung der öffentlichen Verwaltung aber wenig Spielraum.

Schattenrisse von zwei Figuren, die Herren mit Jacket darstellen; der eine von beiden trägt statt eines Kopfes einen Computerbildschirm mit der Aufschrift "KI"
Der „Kollege KI“ soll Verwaltungsmitarbeiter:innen entlasten. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten Figuren: IMAGO / Zoonar; Macintosh: Wikimedia/Tmarki; Montage: netzpolitik.org

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) lässt wenig Gelegenheiten aus, um über sogenannte Künstliche Intelligenz zu sprechen. Sein Plan: KI in die Workflows der öffentlichen Verwaltung bringen und die KI-Branche in Deutschland ankurbeln. Im Blick hat er dabei nicht mehr nur Chatbots wie BärGPT vom CityLab Berlin oder LLMoin des öffentlichen IT-Dienstleisters Dataport aus Hamburg. Der neue Hype ist sogenannte agentische KI.

Um diese flächendeckend in der öffentlichen Verwaltung einzuführen, hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) im Februar den Agentic AI Hub gestartet. Die Idee des Hubs: KI-Start-ups entwickeln KI-Tools, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Behörden und Ämtern. Staatssekretär Thomas Jarzombek (CDU) sagt dazu: „Wir wollen Start-ups eine Rampe in die Verwaltung bauen.“

Mit KI-Agenten soll die öffentliche Verwaltung effizienter arbeiten und Verwaltungsverfahren sollen insgesamt schneller werden, teilt das BMDS auf Anfrage mit. Das könne man dadurch erreichen, dass agentische KI die Entscheidungsfindung von Sachbearbeiter:innen unterstützt.

„Kollege KI“

Personal in Behörden ist vielerorts überlastet. Unter anderem liegt das an Personalknappheit. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich das Problem weiter verschärfen wird, wenn Mitarbeiter:innen aus der Boomer-Generation in den Ruhestand gehen.

Mit KI will das BMDS gegen diese Entwicklung ankommen. Die Idee dahinter ist ein „Kollege KI“. Den solle man in die Verwaltung bringen, sagte Heiko Geue im Kontext des KI-Marktplatzes beim Pressegespräch im November. Er ist Vorsitzender des IT-Planungsrats und Finanz- und Digitalminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Agentische KI könne ähnlich wie ein:e Mitarbeiter:in damit beauftragt werden, bestimmte Aufgaben selbstständig zu erledigen, so das BMDS gegenüber netzpolitik.org. Generative KI könne eine Aufforderung wie „Schreibe einen Bescheid“ in Text umsetzen.

Agentische KI hingegen generiere keine Inhalte wie Texte, Code oder Bilder, sondern könne Aufgaben übernehmen, etwa Antragsunterlagen auf Vollständigkeit prüfen oder personenbezogene Daten in Dokumenten schwärzen. Die Entscheidung solle am Ende aber immer der Mensch treffen, so das Ministerium.

Kommunale KI-Piloten

Ob KI-Programme Mitarbeiter:innen wirklich entlasten und die Arbeit beschleunigen, hierfür legt das BMDS gegenüber netzpolitik.org keine Belege vor. Auf die Frage, welche KI-Projekte Verwaltungsarbeit übernehmen können sollen, verweist die Pressestelle auf den KI-Marktplatz und die H2KI-Plattform. Diese Plattform nutzt KI um Genehmigungsverfahren abzuwickeln. Laut BMDS sei sie „eine Blaupause für den KI-Einsatz bei der Genehmigung von Infrastrukturprojekten“.

Ähnliche Projekte aus Kommunen wählte das BMDS Anfang März aus. Davon gehen zunächst 18 in die Pilotphase und sollen langfristig Verwaltungen bundesweit zur Verfügung stehen. Das Programm Forml der Städte Frankfurt am Main und Düsseldorf richtet sich etwa an Sachbearbeiter:innen von Anträgen auf einen Wohnberechtigungsschein. Laut Produktbeschreibung ist Forml eine Cloud-Software, die „unstrukturierte Daten aus Dokumenten, Scans oder Bildern“ verarbeitet. Es soll eingehende Anträge „auf Vollständigkeit und Einkommen“ prüfen.

Formfix, entwickelt in Köln, Heinsberg und zwei Berliner Bezirken, soll Antragsprozesse auf Hilfe zur Pflege vereinfachen; sowohl für die Antragstellenden als auch für das Amt, das die eingereichten Unterlagen schneller bearbeiten können soll.

Aus dem Neckar-Odenwald-Kreis stammt Lector.ai. „Mittels Vision-LLMs“ verarbeitet die Software Behördenpost und soll „den hohen manuellen Sortieraufwand großer Dokumentenmengen“ reduzieren.

Mehr als Marketing?

Wie viel Zeit können die Werkzeuge in der Praxis einsparen; wie viel Arbeit machen sie langfristig durch Pflege und Fehler? Während solche Fragen noch unbeantwortet sind, rührt der Digitalminister die Werbetrommel. Im Januar warb er damit, dass die KI-Agenten Genehmigungsverfahren zu über 80 Prozent beschleunigen könnten.

Die Bundestagsabgeordnete Rebecca Lenhard von den Grünen fragte nach, wie er zu dieser Einschätzung komme. Weder Methodik noch Vergleichsmaßstäbe hat der Minister offengelegt. „Für eine so weitreichende Behauptung ist das zu wenig“, kommentiert Lenhard in einem Pressestatement.

Effekte der KI-Nutzung müssten „transparent, nachvollziehbar und belastbar evaluiert werden“. Da KI bereits in Genehmigungsverfahren eingesetzt werde, brauche es umso dringlicher „klare Standards für Qualitätssicherung, Nachvollziehbarkeit und Verantwortlichkeit“, fordert die Abgeordnete.

KI ist nicht neutral

Technisch beruhen agentische und generative KI auf denselben großen Sprachmodellen und teilen deren strukturelle Schwächen: KI ist eine Black Box und liefert Output, der nicht neutral ist, sondern „biased“, verzerrt. Black Box meint, es lässt sich nicht genau nachvollziehen, warum KI-Programme zu einem bestimmten Ergebnis kommen.

Das Bias-Problem besteht darin, dass KI-Systeme auf Trainingsdaten basieren, die ihrerseits von Vorurteilen und Ressentiments geprägt sein können. KI-Output kann daher je nach Kontext diskriminierend sein, rassistisch, ableistisch, sexistisch oder ageistisch.

Dieser Effekt kann sich durch kognitive Verzerrungen bei Menschen verstärken, die mit KI-Erzeugnissen arbeiten. Vorurteile und Ressentiments verbergen sich nicht nur in Trainingsdaten, sondern auch in der Interaktion zwischen Mensch und KI. Welche Fragen Menschen KI stellen, wie sie den Output interpretieren und wie sie darauf reagieren, kann beeinflussen, was diese Systeme tun. Zudem kann der sogenannte Automation Bias dazu führen, dass Menschen die Ergebnisse einer Maschine weniger kritisch hinterfragen als Ergebnisse von Kolleg:innen.

Weiter sind Ergebnisse von KI-Systemen sind nicht verlässlich reproduzierbar. Das macht das Arbeiten nach Grundsätzen wie Nachvollziehbarkeit und Verantwortlichkeit schwer.

Verwaltung muss neutral arbeiten

Wenn Unternehmen mit KI experimentieren, haben sie größere rechtliche Spielräume. Die Verwaltung wiederum muss laut Verfassung neutral, objektiv und gesetzestreu handeln. KI-Systeme sind durch ihre Funktionsweise allerdings nicht in der Lage, Normen anzuwenden oder ethische Verantwortung zu übernehmen – ihre Outputs basieren auf berechneten Wahrscheinlichkeiten. Wie lässt sich das mit der Arbeit der Verwaltung vereinbaren?

David Wagner von der Kanzlei Spirit Legal untersucht, wie die öffentliche Verwaltung KI dennoch in verfassungskonformer Weise nutzen kann. Der Rechtsanwalt beschäftigt sich mit Legal Requirement Engineering, er übersetzt also rechtliche Vorgaben methodisch in technische Anforderungen. Unternehmen regulatorische Anforderungen effizient und rechtskonform in technische Lösungen überführen  Zwar schließe das Grundgesetz den KI-Einsatz nicht aus. Doch bedürfe es technischer und rechtlicher Leitplanken. Ein Baustein könne eine Protokollpflicht sein, die Sachbearbeiter:innen verpflichtet, Eingaben, Ausgaben und eigene Änderungen am Ergebnis zu dokumentieren. Das allein genüge aber nicht.

Das BMDS betont, am Ende treffe immer ein Mensch die Entscheidung. Wagner hält dagegen: Wenn KI-Systeme Anträge vorprüfen oder Bescheide vorbereiten, präge ihr Output die Entscheidung der Sachbearbeiter:innen. Das europäische Datenschutzrecht schränke solche Konstellationen ein. Demnach dürften Entscheidungen gegenüber Betroffenen nicht allein auf automatisierter Verarbeitung beruhen.

Der EuGH habe klargestellt, dass das Verbot auch greife, wenn die Verarbeitung eine menschliche Entscheidung maßgeblich beeinflusse, so Wagner. Menschliche Kontrolle sei ohnehin gefordert. Im Kontext der Verwaltung entbinde sie den Gesetzgeber aber nicht, den Einsatz von KI durch spezielle Rechtsgrundlagen einzuhegen.


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Datenschutz & Sicherheit

KI-Agenten sollen eigene Ausweise erhalten, aus Estland


Estland soll das erste Land der Welt werden, das digitale Identitäten für KI-Agenten ausstellt. Das hat der Premierminister des Landes, Kristen Michal, angekündigt. Er greife dabei den Vorschlag eines KI-Beirats auf und danke diesem. Michal möchte, dass Estland jenes Land wird, in dem Künstliche Intelligenz so intensiv genutzt wird wie sonst nirgendwo.

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KI-Agenten sind Softwareroutinen, die zwar Auftraggeber haben, aber eigenständig Entscheidungen berechnen und ausführen. Dabei nutzen sie regelmäßig Zugangsdaten zu Konten ihrer Auftraggeber, seien es E-Mail-Konten, Cloud-Speicher oder Bankkonten. Damit erhalten sie die selben Rechte wie der Auftraggeber selbst. Entscheidet ein Agent unvorteilhaft, kann das richtig ungemütlich und teuer werden, beispielsweise durch Datenlöschung oder Geldverschwendung. Auch unerwünschte Datenausleitung ist ein mögliches Problem.

Michal will diese Situation nicht hinnehmen. „Agenten müssen beschränkte, kontrollierbare und überprüfbare Autorisierung haben“, schreibt der seit knapp zwei Jahren amtierende Regierungschef. „Zum Beispiel muss es möglich sein, zu bestimmen, ob ein Agent Daten nur lesen kann, Dokumente ausarbeiten oder innerhalb eines fixen finanziellen Rahmens agieren darf.“

Dabei könnten eigenständige digitale Ausweise für KI-Agenten tatsächlich helfen. Eine eigenständige Identität kann ermöglichen, dass sich der KI-Agent gegenüber dem von ihm genutzten System als Agent im Auftrag eines bestimmten Auftraggebers ausgibt, anstatt so zu tun, als wäre er sein Auftraggeber selbst. Anhand dieser Unterscheidung kann das genutzte System dann granulär Zugriff auf Funktionen gewähren oder eben auch nicht.

Michal möchte Vertrauen in die neue Technik stärken. Und er denkt außenpolitisch: Wenn Estland es schaffe, „schnell und weise“ zu agieren, könne es auch als kleines Land dazu beitragen, internationale Standards zu beeinflussen. Ob die digitalen Identitäten optional oder für (bestimmte) KI-Agenten verpflichtend werden sollen, hat der liberale Politiker noch nicht gesagt. Ebenso wenig hat er über seinen Zeitplan gesprochen.


(ds)



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Datenschutz & Sicherheit

NIS2-Mahnung: BSI setzt neue Frist zur Registrierung bis Ende Juli


Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verschärft bei der Umsetzung der NIS2-Richtlinie den Ton, setzt aber zunächst weiter auf Kooperation. Seit Inkrafttreten des novellierten BSI-Gesetzes am 6. Dezember 2025 müssen sich betroffene Unternehmen beim BSI registrieren. Ziel ist es, Störungen und Sicherheitsvorfälle bei Einrichtungen mit besonderer Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft zu verhindern.

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Die gesetzliche Registrierungsfrist ist am 6. März abgelaufen. Doch die Umsetzung stockt. In einem heise online vorliegenden Schreiben an Branchenverbände räumt das BSI ein, dass sich deutlich weniger Firmen angemeldet haben als erwartet. Die Organisationen sollen ihre Mitglieder daher erneut auf die Pflicht hinweisen. Das BSI geht davon aus, dass alle noch ausstehenden Registrierungen bis spätestens 31. Juli 2026 abgeschlossen werden.

Um den Prozess zu erleichtern, verweist die Behörde auf einen Frage-Antwort-Katalog, eine unverbindliche Betroffenheitsprüfung sowie weitere Informationsangebote unter dem Hashtag „#nis2know“. Offene Fragen sollen über die Verbände gebündelt ans BSI übermittelt werden. In Ausnahmefällen gewährt die Behörde eine Nachfrist von sechs Wochen nach Klärung offener Fragen.

Eine BSI-Sprecherin sagte heise online, der Stand der Anmeldungen sei „grundsätzlich zufriedenstellend“. Bis Ende Mai hätten sich knapp 18.500 Einrichtungen registriert. Der Aufwand sei gerade für bislang nicht regulierte Firmen und den Mittelstand hoch. Deshalb baue das Amt weiter auf Aufklärung. Zugleich macht die Behörde deutlich, dass bei anhaltenden Verstößen Bußgelder möglich seien. Sie können bis zu 500.000 Euro betragen.

Der IT-Sicherheitsrechtler Dennis-Kenji Kipker und der Rechtsanwalt Stefan Hessel bewerten die Lage kritischer. Dass mehr als die Hälfte der betroffenen Unternehmen ihrer Registrierungspflicht nicht nachkommt, halten sie für ein alarmierendes Signal. Wer sich nicht melde, beachte gesetzliche Anforderungen zur Cybersicherheit nicht ausreichend.

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Die Experten drängen deshalb auf ein entschlosseneres Vorgehen des BSI. Zwar habe auch der Gesetzgeber durch unklare Ausnahmen Rechtsunsicherheit geschaffen. Die Behörde verliere sich aber zu sehr im Detail, statt klare Leitlinien zu setzen. Das Motto müsse lauten: „Zähne zeigen.“ Nur gezielte Kontrollen und spürbare Sanktionen könnten dem Gesetz die nötige Wirkung verleihen. Andernfalls drohe NIS2 zum „Papiertiger“ zu werden und die angestrebte bessere Cybersicherheit eine theoretische Vorgabe zu bleiben.


(wpl)



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Datenschutz & Sicherheit

Soziale Netzwerke : Warum W Social mehr kalter Kaffee als heißer Scheiß ist


Mit großem Brimborium startet heute das soziale Netzwerk W Social, das sich selbst seit Monaten großspurig als europäische Alternative zu Twitter darstellt. W Social will besser sein, weil man die Daten in Europa hostet. Außerdem muss man dort für einen Account über 18 Jahre alt sein und mit seinem Personalausweis nachweisen, dass man eine Person ist. So sollen Bots, Spam, Desinformation und Manipulation ausgeschlossen werden, das Versprechen des Anbieters.

Mal abgesehen davon, dass mit diesem Konzept Identifizierungspflichten und Alterskontrollen im Netz Vorschub geleistet wird, ist vollkommen unklar, warum wir ausgerechnet einem profitorientierten schwedischen Start-Up glauben sollen, es besser zu machen als die etablierten Twitter-Alternativen Mastodon, Bluesky oder auch Eurosky.

Geldgeber von W Social sind laut Medienberichten ein schwedisches Medieunternehmen, mit an Bord sind Leute von Spotify und Ericsson, die Geschäftsführerin war früher bei Ebay. W Social kündigt jetzt schon die Einführung für Werbung und Micropayments für Medienartikel hinter Bezahlschranke an.

Es gibt unkommerzielle Alternativen

Im Gegensatz dazu gibt es mit dem Fediverse, zu dem auch Mastodon gehört, seit Jahren unzählige unkommerzielle Alternativen und Projekte. Technisch ähnlicher zu W Social ist Eurosky, das Projekt der nicht-kommerziellen Modal-Stiftung aus den Niederlanden. Es hat vor einigen Tagen auch eine von Bluesky unabhängige App veröffentlicht.

Technisch baut W Social wie Bluesky und Eurosky auf dem AT-Protokoll auf. Das ist ein offenes, föderiertes Protokoll für soziale Anwendungen und Netzwerke. Es ermöglicht eine Interoperabilität zwischen verschiedenen Anwendungen sowie die Möglichkeit, Benutzerkonten umzuziehen.

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W Social profitiert davon, dass schon Millionen Nutzer:innen bei Bluesky dabei sind, mit denen die W‑Social-Nutzer:innen interagieren können. Das ist der große Vorteil föderierter Protokolle. Es ist also schon etwas los, wenn das Projekt startet. Im Gegensatz zu etablierten Gegenspielern Mastodon, Bluesky und Eurosky, die Open Source sind, setzt W Social aber auf geschlossenen Code. Auch das führt nicht gerade zu mehr Glaubwürdigkeit.

Vorschusslorbeeren von ganz oben

Was an dem ganzen Trubel aber wirklich verwundert: Die Europäische Kommission, Ursula von der Leyen, die Europäische Zentralbank und deren Präsidentin Christine Lagarde haben gerade ihren Bluesky-Account nicht irgendwann zu Eurosky umgezogen, sondern zu W Social. Das und vieles mehr hat die Aktivistin Elena Rossini herausgefunden.

Bei soviel Vorschusslorbeeren würde mich ja interessieren, welche Kontakte das schwedische Startup hat spielen lassen, um die sonst in Sachen soziale Netzwerke eher schwerfällige EU-Kommission zu sich zu locken. Geht es der Kommission darum, Identifizierungspflichten zu stärken oder Anwendungsfälle für das EUDI-Wallet zu schaffen? Oder kennt man sich einfach gut und kommerziell ist der Kommission immer lieber als unkommerziell? Oder irgendwas mit digitaler Souveränität, weil das ja immer gut kommt? Es bleibt unklar.

Bekannt ist auf jeden Fall auch, dass W Social auch Rechtsradikalen, sofern sie denn ihren Pass vorzeigen, Raum geben will. Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel sei willkommen, ließ die CEO von W Social den Schweizer „Blick“ wissen. Und Blocklisten wie bei Bluesky werde es nicht geben. Na dann, wohl bekomms!



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