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Menschliche Blähungen: Forscher messen deutlich mehr „Ereignisse“ als gedacht


Heiße Luft wird bekanntlich vielerorts produziert. Forscher der Universität Maryland haben jetzt aber buchstäblich Wind davon bekommen, dass dies deutlich häufiger der Fall ist als bislang angenommen. Im Schnitt gehen pro Tag 32 Blähungsereignisse vom Menschen aus. Bislang wurde angenommen, dass es 14-mal täglich Rückenwind gibt. Ermöglicht hat diese Erkenntnis ein Sensor, den die Forscher entwickelt haben. Dieser wird an der Unterwäsche befestigt und misst die Darmgase.

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WTF

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Der Sensor detektiert hierzu Wasserstoffgas. Während manche beim Thema Blähungen zuerst an Methan denken, sind es in Wirklichkeit die Wasserstoffemissionen, die die Blähung verraten – egal ob als stille Post oder als lautes Darmgewitter. Wasserstoff entsteht, wenn Darmbakterien Kohlenhydrate fermentieren. Bisherige Studien stützten sich auf Patiententagebücher, Labortests oder kurze klinische Beobachtungen, wie die Originalstudie zeigt. Der Sensor zeigte hingegen auch an, ob nachts und in anderen Alltagssituationen die Luft rein ist.

Die Studie ist Teil eines größeren Forschungsprojekts namens „Human Flatus Atlas“. Es geht dabei darum, die normale Gasproduktion über verschiedene Personen, Ernährungsweisen und Mikrobiome hinweg zu kartieren.

Die Spanne der Auslassungen lag den Forschern zufolge zwischen vier und 59 „Ereignissen“ pro Tag. Die Probanden selbst waren keine verlässlichen Ansprechpartner – ihre Selbstauskünfte hätten sich im Vergleich zum Gassensor als hochgradig unzuverlässig erwiesen. Was die Forscher auch feststellten: Einige Menschen seien „Wasserstoff-Hyper-Produzenten“, andere produzieren hingegen trotz ballaststoffreicher Ernährung überraschend wenig Gas.

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Doch allen Späßchen zum Trotz dienen Sensor und Forschung einem guten Zweck: Ziel ist es, ein besseres Verständnis von Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom und Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu gewinnen. Bei diesen ist übermäßige Gasproduktion ein Symptom. Diese war bislang aber schwer messbar.


(mki)



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E-Scooter Ausom L1 im Test: großer Akku, gute Federung & Blinker für 499 Euro


Der Ausom L1 zeigt im Test viel Offroad-Tauglichkeit fürs Geld: Vollfederung, 749-Wh-Akku, Blinker und Straßenzulassung. Doch ein Punkt trübt den positiven Gesamteindruck.

Vollfederung, Riesenakku, Blinker und Straßenzulassung für unter 500 Euro? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch der Ausom L1 will genau das liefern. Der robuste Offroad-E-Scooter kombiniert einen 749 Wh großen Akku mit einem 930-W-Motor, einstellbarer Federung an beiden Rädern und StVO-konformen Blinkern. Hier ist dank Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) alles legal.

Damit wildert der Ausom L1 im Revier etablierter Offroad-Modelle. Der Joyor Y8-S (Testbericht) kostet ähnlich wenig und bringt sogar mit 1248 Wh einen fast doppelt so großen Akku mit. Wer mehr investieren kann, greift zum Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) – geniale Federung, perfekte Verarbeitung und 2000 W Spitzenleistung sprechen für unseren Testsieger.

Aktuell kostet der Ausom L1 bei Amazon 499 Euro. Ob er trotz des günstigen Preises mit der Konkurrenz mithalten kann, zeigt unser Test.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Der Aufbau des Ausom L1 dauert rund 15 Minuten – etwas länger als bei den meisten Konkurrenten. Nach der Fixierung der Lenkerstange müssen Lenker, Display und Frontlicht separat angeschraubt werden. Im Karton liegen neben dem E-Scooter ein Netzteil, drei NFC-Karten, Montagehandschuhe und eine Bedienungsanleitung. Anschließend muss man den Reifendruck und die Bremsen prüfen. Wir empfehlen das Tragen eines Helms.

Optisch macht der Ausom L1 mehr her, als sein günstiger Preis vermuten lässt. Der massive Stahlrahmen in Grau mit gelb-orangen Akzenten wirkt erwachsen und robust. Das breite Trittbrett (51 × 19 cm) bietet ausreichend Standfläche. Am Heck schützt eine leicht erhöhte Ablage das Schutzblech und dient gleichzeitig als Stütze für den hinteren Fuß. 15 cm Bodenfreiheit sorgen dafür, dass auch höhere Bordsteinkanten oder Wurzeln kein Problem darstellen. Die großen Schutzbleche aus Kunststoff sitzen fest und halten Spritzwasser zuverlässig ab.

Die Verarbeitung überrascht für diese Preisklasse. Saubere Schweißnähte, ein steifes Lenkrohr, ein verwindungsarmer Rahmen – Billig-Plastikteile oder störende Spaltmaße sucht man vergeblich. Der E-Scooter sieht schlicht teurer aus, als er ist. Mit IP54-Zertifizierung trotzt er Spritzwasser aus beliebigem Winkel.

Mit 28 kg ist der Ausom L1 allerdings ein echtes Schwergewicht. Selbst der schwere Doppelmotor-Bolide Iscooter IX7 Pro (Testbericht) wiegt mit 30 kg nur wenig mehr. Wer den Ausom L1 regelmäßig in den dritten Stock ohne Aufzug schleppen muss, sollte vorher seinen Bizeps trainieren.

Ausom L1: Unnötig komplizierter Klappmechanismus.

Der Klappmechanismus ist unnötig kompliziert. Statt eines einfachen Schnellverschlusshebels muss zunächst eine große Kunststoffschraube gelöst werden – das dauert etwa zehn Sekunden. Auch das Einhaken der Lenkstange am hinteren Trittbrett gelingt nicht intuitiv: Die Lenkstange muss erst auf die richtige Höhe gebracht werden, bevor der Haken greift. Das hätte man deutlich einfacher lösen können. Zusammengeklappt misst der E-Scooter etwa 125 × 69 × 56 cm. Für den täglichen Transport im ÖPNV oder häufiges Treppensteigen ist er damit weniger geeignet.

Lenker & Display

Der Lenker ist mit 69 cm erfreulich breit und vermittelt gute Kontrolle. Seine Höhe lässt sich zwischen 113 und 133 cm verstellen – damit eignet sich der E-Scooter für Fahrer von 150 bis 200 cm Körpergröße. Die ergonomisch geformten Griffe liegen angenehm in der Hand.

Der Kippschalter für den Blinker des Ausom L1.

Etwas gewöhnungsbedürftig: Der Gashebel wird nicht mit dem Daumen, sondern mit dem Zeigefinger bedient. Er geht etwas straff. Bei längeren Fahrten kann das zu Ermüdung oder gar Schmerzen im Finger führen.

Das 4,5-Zoll-LC-Display ist eines der größten, die wir bisher an einem E-Scooter gesehen haben. Es zeigt Geschwindigkeit, Fahrmodus, Akkustand, Distanz und verschiedene Untermenüs übersichtlich an. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar.

Die integrierten Blinker an den Lenkerenden sind erfreulich hell. Ein Wippschalter auf der linken Seite aktiviert sie. Ein akustisches Signal gibt es nicht und der Blinker schaltet sich nicht automatisch ab – hier muss der Fahrer aufpassen.

Das Voll-LED-Lichtsystem überzeugt. Der im Abstrahlwinkel verstellbare Frontscheinwerfer leuchtet hell und hat einen seitlichen Lichtaustritt, der die Sichtbarkeit bei Nachtfahrten verbessert. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf. Einen Dämmerungssensor gibt es nicht, das Licht wird über einen separaten Schalter aktiviert.

Ohne Anleitung ist das Sicherheitssystem des Ausom L1 nicht zu verstehen.

Besonders ist das Sicherheitskonzept. Vor jeder Fahrt muss ein Passwort eingegeben (Standard: 0000) oder eine der drei beiliegenden NFC-Karten ans Display gehalten werden. Über ein verstecktes Untermenü – Plus- und Minus-Taste gleichzeitig gedrückt halten – lassen sich unter Position P23 neue Passwörter und unter P18 neue NFC-Karten binden. Sogar das eigene Smartphone funktioniert mit einer entsprechenden NFC-App als Schlüssel. Coole Option, aber alles andere als selbsterklärend. Ohne Bedienungsanleitung steht man hier auf dem Schlauch.

Eine eigene App gibt es leider nicht. Schade, denn sie hätte die Passwort- und NFC-Verwaltung deutlich komfortabler gemacht.

Fahren

Auf dem Ausom L1 stehen – das fühlt sich erst mal gut an. Das breite Trittbrett bietet viel Platz, die erhöhte Ablage am Heck gibt dem hinteren Fuß Halt. Dank des höhenverstellbaren Lenkers und der ergonomischen Griffe finden Fahrer unterschiedlicher Statur eine bequeme Position. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: Eco (ca. 10 km/h), Sport (ca. 15 km/h) und Race (ca. 20–22 km/h). Die Umschaltung erfolgt über die Plus- und Minus-Tasten an der rechten Seite des Lenkers.

Die Federung des Ausom L1 ist fantastisch!

Die Vollfederung mit einstellbaren Federn an Vorder- und Hinterrad ist das Herzstück des E-Scooters. Sie schluckt Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster, Schotter und kleine Wurzeln hervorragend. Auf Feldwegen fühlt sich der Ausom L1 richtig wohl – hier spielt er seine Stärken voll aus. Die 10-Zoll-Tubeless-Offroad-Reifen bieten guten Grip auf Asphalt und leichten Waldwegen.

Allerdings – und das ist der größte Kritikpunkt am E-Scooter – fühlt sich das Fahren ungewöhnlich schwammig an. Präzise Lenkmanöver gelingen nur mit Mühe. Das liegt vermutlich an der weichen Federung. Dieses Problem kennen wir auch vom Trittbrett Fritz (Testbericht), dort ist es aber weniger ausgeprägt. Andere vollgefederte Modelle wie der Segway Ninebot Max G3 D oder der Navee S65D bekommen das deutlich besser hin. Wer ein knackiges, direktes Fahrgefühl erwartet, wird enttäuscht.

Der Heck-Nabenmotor mit 500 W Nennleistung (48-V-System) und bis zu 930 W Spitzenleistung zieht kräftig aus dem Stand an. 29 Nm Drehmoment sorgen dafür, dass auch leichte Steigungen souverän gemeistert werden. Im Race-Modus schöpft der Motor den gesetzlichen Rahmen mit 20 bis 22 km/h gut aus.

Das Trittbrett des Ausom L1 ist auch für Schuhgröße 46 geeignet.

Das Bremssystem mit E-ABS und mechanischen Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad packt satt zu. Der Bremsweg ist kurz, die Dosierung gelingt feinfühlig. Auch bei Vollbremsungen bleibt der E-Scooter kontrollierbar.

Akku

Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 749 Wh (48 V / 15,6 Ah) und ist fest eingebaut. Laut Hersteller soll eine Reichweite von bis zu 70 km möglich sein – unter Idealbedingungen.

Im Praxistest mit einem 85 kg schweren Fahrer, Race-Modus, flacher Strecke und 15 °C Außentemperatur kommen wir auf 35 bis 45 km. Ein solider Wert, der für die meisten Pendelstrecken und Freizeitausflüge ausreicht. Die reale Reichweite hängt wie immer von Fahrergewicht, Temperatur, Streckenprofil und Fahrstil ab.

Die Ladezeit ist mit bis zu 10 Stunden deutlich zu lang.

Die Ladezeit von 9 bis 10 Stunden mit dem mitgelieferten 54,6 V / 1,5-A-Ladegerät ist eine echte Geduldsprobe. Über Nacht laden – andere Optionen gibt es kaum.

Preis

Der Ausom L1 kostet aktuell 499 Euro bei Amazon. Für einen vollgefederten Offroad-E-Scooter mit 749 Wh Akku, Blinkern und Straßenzulassung ist das ein ausgesprochen fairer Preis. In dieser Ausstattungskombination gibt es aktuell kaum Konkurrenz zu diesem Kurs.

Fazit

Der Ausom L1 liefert für vergleichsweise wenig Geld eine beeindruckende Ausstattung. Der große 749-Wh-Akku sorgt für ordentliche Reichweite, die Vollfederung schluckt Feldwege und Schlaglöcher zuverlässig, die Blinker erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr. Auch schwerere Fahrer zieht der kräftige Motor souverän durch die Gegend. Die Bremsen packen verlässlich zu. Und die Verarbeitung überrascht positiv für diese Preisklasse – saubere Schweißnähte, steifer Rahmen, keine Billig-Anmutung.

Doch es gibt Schattenseiten. Das schwammige Fahrgefühl ist der größte Kritikpunkt. Andere vollgefederte E-Scooter fahren sich deutlich präziser. Der umständliche Klappmechanismus nervt, das Gewicht von 28 kg macht den Transport zur Kraftübung, und die Ladezeit von 9 bis 10 Stunden erfordert Geduld. Auch der straffe Zeigefinger-Gashebel ist ein Minuspunkt.

Wer einen günstigen Offroad-E-Scooter mit großem Akku und Straßenzulassung sucht und über das schwammige Fahrgefühl hinwegsehen kann, bekommt hier viel E-Scooter fürs Geld. Für den Preis gibt es schlicht keinen besser ausgestatteten Offroad-Roller mit ABE – man muss nur damit leben, dass er sich eher wie ein gemütlicher Feldweg-Cruiser als ein präzises Fahrinstrument anfühlt.



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GeForce: Nvidias aktuelle Sicht auf Gamer


Die Eröffnungsrede vom Nvidia-Chef Jensen Huang zur Hausmesse GTC 2026 verdeutlicht, wie weit sich die Firma inzwischen von ihrem einstigen Kerngeschäft Gaming distanziert hat. Huang sagte zu Beginn der Präsentation (nach der Wartemusik ab Minute 46:00):

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„Ich weiß, wie viele von euch mit GeForce aufgewachsen sind. GeForce ist Nvidias größte Marketingkampagne. Wir gewinnen zukünftige Kunden schon lange, bevor ihr es euch selbst leisten könnt. Eure Eltern haben dafür bezahlt, dass ihr Nvidia-Kunden werdet. Und jedes einzelne Jahr haben sie weiter dafür bezahlt. Jahr für Jahr für Jahr, bis ihr eines Tages zu hervorragenden Informatikern geworden seid und zu richtigen Kunden, zu richtigen Entwicklern. Das ist das Haus, das GeForce geschaffen hat.“

Nur jemand, der sich selbst eine Grafikkarte leisten kann, ist demnach ein „richtiger Kunde“. Der Fokus liegt offensichtlich auf Kunden, die mit einer Nvidia-GPU nicht spielen, sondern damit entwickeln.

Schon in einem kurzen Video zum 25. Jubiläum der GeForce 3 resümierte Huang: „Ohne GeForce gäbe es kein CUDA, ohne CUDA gäbe es keine KI, ohne KI gäbe es kein Heute.“ CUDA ist Nvidias Verbund aus GPU-Architektur und Programmierschnittstelle, auf den das eigene KI-Ökosystem ausgelegt ist. Token sieht Huang als umfassende Währung für Unternehmen, die Wachstum ermögliche.

Die stiefmütterliche Behandlung von Spielern zeichnete sich schon bei der Vorstellung der RTX-5000-Serie ab. Bis auf die GeForce RTX 5090 sind die Neulinge nur moderat schneller als die 4000er-Vorgängerinnen. Nvidia differenziert die verschiedenen Generationen zusätzlich über KI-Funktionen, etwa die RTX-5000-exklusive mehrfache Multi-Frame-Generation (MFG), also künstliche Bilder zwischen normal gerenderten.

Auf der GTC 2026 stellte Nvidia DLSS 5 mit Neural Rendering vor, das künstliche Intelligenz tiefer in ein Spiel verankert. Die gezeigten Spielszenen werden aber auch als KI-Slop kritisiert, weil Figuren einen KI-Look erhalten.

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Aus wirtschaftlicher Sicht ist Nvidias Fokus auf KI derweil nachvollziehbar. Im letzten Quartal machte die Firma mit KI-Beschleunigern und Server-Hardware mehr als 62 Milliarden US-Dollar Umsatz. GeForce-Grafikkarten kamen nur auf sechs Prozent davon: 3,7 Milliarden US-Dollar. Die Schere dürfte dieses Jahr noch weiter auseinandergehen.

Mit dem neuen ARM-Prozessor Vera will Nvidia auch verstärkt reine CPU-Systeme für Rechenzentren verkaufen. Huang glaubt, dass CPUs zu einem Milliardengeschäft für Nvidia heranwachsen könnten. Auch sie würden dann potenziell GeForce-Grafikkarten überholen.


(mma)



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Zahlen, bitte! Stimmt so: Das Drei-Millionen-Dollar-Trinkgeld


Wer sich mit dem Thema Trinkgeld beschäftigt, kennt die Geschichte von dem Lottoschein, den der Polizist Robert Cunningham und die Kellnerin Phyllis Penzo im März 1984 gemeinsam ausfüllten. Cunnigham versprach ihr die Hälfte des möglichen Gewinns als Trinkgeld — und hielt Wort, als er sechs Millionen US-Dollar in der Lotterie gewann.

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Penzo arbeitete in Yonkers (New York) in einer Pizzeria, die gern von Polizeibeamten besucht wurde und war mit Cunningham befreundet. Sie hatte die Lottoschein-Vereinbarung längst vergessen, als Cunningham sie später kontaktierte und sagte, dass der gemeinsam ausgefüllte Lottoschein einen Gewinn von sechs Millionen Dollar einbrachte, und ihr somit ein Trinkgeld von drei Millionen Dollar zustand. Die drei Millionen, die Penzo bekam, schrumpften in dem von dem Fall inspirierten Spielfilm zu „2 Millionen Dollar Trinkgeld“. Er war ohnehin nicht realistisch. Denn anders als im Film lebten Penzo und Cunningham nach dem Gewinn einfach weiter mit ihren jeweiligen Partnern zusammen.


Bitte Zahlen

Bitte Zahlen

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.

Die wahre Begebenheit wiederholte sich nach dieser Aufstellung im Jahre 1995 in Kanada, als ein Gast und seine Kellnerin jeweils umgerechnet 92.350 Dollar gewannen. In die Liste der wundersamen Verteilung von Trinkgeldern gehören auch die 10.000 Dollar Trinkgeld für ein einziges Glas Wasser, die der YouTuber Mr. Beast anlässlich einer Kampagne für sauberes Trinkwasser weltweit einer studentischen Aushilfe hinterließ. Sie teilte das Geld unter den mehr als 80 Angestellten des Schnellrestaurants auf.

Ursprünglich war das Trinkgeld eine kleine Summe, um einen Trunk zum Wohle des Geldgebers zu bezahlen. Diese Sitte gab es in vielen Ländern, wie es Benennungen wie Pourboire im Französischen oder Drikkepenge im Dänischen belegen. Heute ist es umgedreht und zeigt die Wertschätzung für den Empfänger, für eine Dienstleistung wie bei einem guten Service in einem Restaurant. Obwohl die Deutschen im internationalen Vergleich recht geberfreundlich sind und meistens 10 Prozent auf eine Rechnung als Trinkgeld aufaddieren, ist dieses „Schwarzgeld“ nun angeblich in Gefahr.



Das Trinkgeld zählen wie diese New-Yorker-Barista-Barkraft konnte Frau Phyllis Penzo nicht: Erst verschwand der Kunde mit einem gemeinsam ausgefüllten Los, dann kam er später wieder mit einer Summe, die man händisch kaum zählen kann.

(Bild: CC BY-SA 3.0, Tennekis)

Eine neue Umfrage spricht von einer Trinkgeld-Erosion. Sie macht dafür die Trinkgeldtaste bei der Kartenzahlung verantwortlich, weil sie häufig mehr als die besagten 10 Prozent vorschlägt und das Geben oder eben Nicht-Geben von Trinkgeld kompliziert. Nach der Umfrage (PDF-Datei) der Hochschule Fresenius erodieren klassische Trinkgeld-Normen.

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Einen Beitrag zur Erosion liefert die Trinkgeldtaste, wenn etwa das Drücken der Auswahl „Kein Trinkgeld geben“ für Anwesende der Transaktion sichtbar wird. Auch das Angebot von größeren Trinkgeldbeträgen wie 20 oder 25 Prozent gehört dazu. Da immerhin 82 Prozent der 750 Befragten noch zustimmen, dass es üblich ist, in einem Restaurant Trinkgeld zu geben, kann man schwer von einer aussterbenden Praxis sprechen.

In der Vergangenheit hat es etliche Versuche gegeben, das Trinkgeld abzuschaffen. In Deutschland sind sie mit der Schrift „Das Trinkgeld“ des Juristen Rudolf von Jhering verbunden. Jhering störte sich in seinem Text unter anderem daran, dass es Gaststätten gab, in denen Kellner ohne Entlohnung arbeiteten und dass diejenigen, die in einem Restaurant „hinter den Coulissen bleiben“, nichts von dem Trinkgeld haben. Außerdem beklagte er den sozialen Zwang, Trinkgeld zu geben. Sein Versuch, das Trinkgeld abzuschaffen, verlief im Sande.

Erfolgreicher war da die 1904 gegründete „Anti-Tipping Society in America“, die ihre Mitglieder dazu verpflichtete, 12 Monate lang kein Trinkgeld zu geben. Ihre Aktionen führten dazu, dass das Tipping in einigen US-Bundesstaaten zeitweilig verboten wurde. Das Ganze muss allerdings vor dem Hintergrund gesehen werden, dass in den USA das Geben von Trinkgeld zunächst als aristokratische Praxis gesehen wurde, die aus Europa kam.



Nicht ganz unumstritten sind die Tip-Funktionen moderner Bargeldlos-Zahlsysteme, die einen gewissen sozialen Druck auslösen können, ein Trinkgeld zu zahlen.

(Bild: CC BY-SA 4.0, Canadian2006)

Vorbild war das „vail“, ein Briefumschlag mit Trinkgeld, den britische Adelige als Gäste den Bediensteten eines Hauses hinterließen. Bis zum amerikanischen Bürgerkrieg wurde selten ein Tipp gegeben, danach war das Trinkgeld häufig die einzige Einnahmequelle für die befreiten Sklaven wie die Kofferträger von Pullman. In seiner 1916 erschienenen Kampfschrift „The Itching Palm“ machte William Rufus Scott auf die unamerikanischen Wurzeln des Trinkgeldes aufmerksam, das fundamental gegen die Prinzipien von Gleichheit und Demokratie verstößt, auf der die Vereinigten Staaten gegründet wurden. Er starb 1951. Die Tipflation erlebte er nicht mehr.


(mawi)



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