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Mit diesem Auto startet Audi erstmals in der Formel 1 – mit Fintech an der Seite
Das Fintech wird nicht nur Hauptsponsor, sondern auch die Bank des Audi-Teams – und nutzt die Formel 1 als Hebel für globales Wachstum.
Als Audi und Revolut am Dienstag in Berlin ihr gemeinsames Formel-1-Team vorstellten, wurde schnell klar: Beide Seiten verbinden große Erwartungen mit dem Projekt. Für Audi ist es der erste Auftritt in der Königsklasse des Motorsports. Für das britische Fintech die bislang größte Marketingoffensive seiner Unternehmensgeschichte.
Auf dem silbernen Auto mit lava-roten Elementen prangt also künftig prominent der Name Revolut. Am Steuer sitzen der erfahrene deutsche Fahrer Nico Hülkenberg, der in seine 15. Formel-1-Saison startet, sowie das brasilianische Nachwuchstalent Gabriel Bortoleto.
Revolut tritt nicht nur als Markenpartner auf, sondern ist auch operativ in den Rennstall eingebunden. Das Fintech übernimmt die Rolle der Geschäftsbank für das Audi-Team.
„Das Audi-Team arbeitet mit Revolut Business – wir sind die Bank, über die das gesamte Team läuft“, sagt Antoine Le Nel, Chief Growth and Marketing Officer von Revolut, gegenüber Gründerszene. Dazu gehören unter anderem Gehaltszahlungen, Treasury-Management, internationaler Zahlungsverkehr, Fremdwährungsprozesse sowie die Kontrolle von Ausgaben. Auch der Verkauf von Fanartikeln ist angebunden: Über Revolut Pay können Fans direkt bezahlen.
Die strategischen Motive
Hinter dem Einstieg stehen für das Fintech mehrere übergeordnete Ziele, so Le Nel.
Zum einen will Revolut stärker als vollwertige Bank wahrgenommen werden – nicht nur als App für Zahlungen oder Reisen. Dass ein Großkonzern wie Audi Finanzprozesse über Revolut abwickelt, soll diese Wahrnehmung stützen. Gleichzeitig soll das Geschäft mit Firmenkunden ausgebaut werden. Bisher wird Revolut vor allem als B2C-Produkt wahrgenommen, künftig will das Unternehmen stärker im Business-Banking wachsen – von Startups bis hin zu größeren Unternehmen.
Zweitens zielt der Deal auf internationale Expansion. Revolut ist derzeit in 39 Ländern aktiv, die Formel 1 erreicht hingegen nahezu alle Weltmärkte. In neuen Regionen soll die Präsenz im Motorsport den Markteintritt erleichtern. Le Nel nennt Kolumbien als Beispiel: Dort will Revolut bald starten – und hofft, dass die Marke durch die Formel-1-Präsenz bereits vor dem Markteintritt bekannt ist.
Wachstumsziel: 100 Millionen Kunden
Revolut zählt aktuell rund 70 Millionen Nutzer weltweit. Die zusätzliche Sichtbarkeit durch die Formel 1 soll dieses Wachstum weiter beschleunigen. Ziel seien 100 Millionen Kunden bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027.
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Der perfekte Burger: Ex-Sternekoch und Goldies-Gründer verrät sein Rezept
Vladislav Gachyn arbeitete einst in einer Sterneküche. Weiße Jacke, präzise Handgriffe, Teller wie Kunstwerke. Doch dann traf er mit seinem Kollegen Kajo Hiesl eine Entscheidung gegen die Haute Cuisine – und für Burger. Aus Fine Dining wurde Fast Food. Was mit einer Doku über Pommes begann, wurde zu einer der spannendsten Burgergeschichten Deutschlands. Heute zählt deren Unternehmen „Goldies“ 15 Filialen deutschlandweit, schaffte es ins KaDeWe – und träumt von noch Größerem: eines Tages in einem Atemzug mit McDonald’s und Burger King genannt zu werden. Wir haben ihn zum Interview getroffen.
Gründerszene: Vladislav, wie sieht für dich der perfekte Burger aus?
Vladislav Gachyn: Ein relativ dünnes, krosses, auf der Grillplatte gebratenes Patty mit einem weichen Bun, was schön zäh, fast schon glitschig ist und nicht auseinanderbröckelt. Mit Ketchup, Senf, Zwiebeln und selbst eingelegten Gürkchen.
Wie kamt ihr damals auf die Idee, in das Burger-Business einzusteigen?
Ich war 26, kam aus der Sterneküche und habe dort mit meinem jetzigen Business-Partner in einem Drei-Sterne-Restaurant gekocht. Er wollte einen Laden in Berlin aufmachen, ich wollte auch einen Laden in Berlin aufmachen. Dann kam der Gedanke: Warum tun wir uns nicht zusammen?
Und warum Fast Food? Ihr kamt ja aus der Sterneküche.
Erst wollten wir ein schickes Restaurant eröffnen, weil wir das können. Aber dann dachten wir: In Berlin musst du dich immer neu erfinden, du musst immer den neuesten heißen Shit machen, immer am Zahn der Zeit bleiben. Das ist schwierig. Darum haben wir uns entschieden, Fast Food zu machen. Denn kaum jemand aus der Sterneküche macht Fast Food.
Die Ursprungsidee war gar kein Burger, sondern Pommes.
Genau. Wir haben zufällig eine Doku im Fernsehen über Pommes gesehen und dachten: Krass, Pommes sind überall nur die Beilage – zu jedem Fast-Food-Essen, zu jeder Currywurst, zu jedem Schnitzel. Wir wollten diese Pommes auf ein Podest stellen, auf dem sie noch nie waren. Wir wollten niemals Burger machen.
Der erste Laden machte sie fast pleite
Wie habt ihr die Gründung finanziert?
Wir haben uns damals noch mit jemandem zusammengetan, der ein Masterstudium in BWL hatte, weil wir beide Köche waren und keine Ahnung von Gründungen hatten. Wir haben ein Jahr lang an einem Businessplan geschrieben. Dann haben wir unsere Jobs gekündigt, den Gründerzuschuss beantragt. Wir haben versucht, einen Kredit zu bekommen – aber natürlich keinen erhalten. Also bin ich auf Akquise gegangen und habe im Bekanntenkreis jemanden gesucht, der genug Geld hatte und für uns gebürgt hat. Erst dann haben wir den Kredit bekommen.
Wie viel braucht man am Anfang?
Wir sind damals mit 120.000 Euro gestartet. Und ich würde heute sagen: Wenn du schon das Risiko eingehst, dann nimm dir das Doppelte, denn es war sehr eng kalkuliert.
Was habt ihr von dem Geld zuerst ausgegeben?
Wir haben den Umbau selber gemacht. Wir haben in den ganzen Ladenbau insgesamt 17.000 Euro gesteckt. Ohne Küche. Wir haben die Fliesen selber gefliest. Das hat eineinhalb Monate gedauert. Vollzeit, weil es gab auch nicht so lange mietfrei.
Und dann kam der erste Schlag.
Für unseren Business-Partner war das zu viel Stress. Kajo und ich sind das aus der Küche gewohnt. Wir wissen, wie es ist, 15 oder 16 Stunden ohne Pause zu arbeiten. Für ihn war das eine enorme Belastung, er hatte schnell ein Burnout. Von heute auf morgen standen wir mit einem großen Minus da. Unser Partner war weggebrochen und Kajo und ich hatten keine Ahnung von Zahlen. Wir waren fast pleite, bevor wir überhaupt richtig gestartet sind. Wir hatten keine andere Wahl, als weiter Essen zu verkaufen. Und innerhalb der nächsten zwei Jahre haben wir uns Schritt für Schritt alles selbst beigebracht.
Wie viel habt ihr in dieser Zeit gearbeitet?
Anfangs habe ich 18 Stunden am Tag gearbeitet. Sonntags habe ich den ganzen Tag geschlafen.
Was habt ihr in dieser Zeit verdient?
Wir hatten beide keine Ersparnisse, gar nichts. Unser erstes Gehalt waren 2.000 Euro brutto. Man kann sich den ganzen Tag von Pommes und ungesundem Zeug ernähren, aber das geht auch nicht ewig. Die ersten Jahre konnten wir nicht reisen, gar nichts. Wir waren an diesen Laden gekettet.
Smashburger-Hype sorgte für meterlange Schlangen
Wann kam der Burger?
Ich hab so langsam mitbekommen, dass in Amerika so eine neue Welle kam, der Smashburger-Hype. Da kamen auch die ersten Videos von George Motz. Und auf einmal war ich in so einem Rabbit Hole. Ich war monatelang im Internet gefangen und bin dann auch selber hin gereist.
Und dann?
Wir haben als erster Laden in Deutschland Martin’s Buns bekommen – für mich die besten Burger-Buns der Welt. Zunächst haben wir einen „Smashburger Friday“ eingeführt und das nur freitags angeboten. Das kam sehr gut an. Dann sind wir an einem Laden vorbeigegangen, der früher ein richtig guter Burgerladen war, aber nicht mehr gut lief und abgegeben wurde. Wir haben ihn übernommen und dort Smashburger verkauft. Das war genau die Zeit, als Food-YouTube in Deutschland groß wurde. Ein paar Food-YouTuber kamen vorbei – und das war ein Katalysator. Im Sommer standen plötzlich Schlangen bis zur U-Bahn.
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Was habt ihr beim zweiten Laden finanziell gesehen?
Ich weiß es gar nicht mehr genau, aber für uns war das damals natürlich großartig. Die Leute standen Schlange, wir haben jeden Tag unglaublich hohe Umsätze gemacht. Beim zweiten Laden haben wir außerdem viele Learnings aus dem ersten umgesetzt. Statt 20 Soßen hatten wir nur noch vier. Das hat man in den Zahlen und in der Marge sofort gemerkt. Auf einmal hat es richtig Spaß gemacht.
15 Läden, KaDeWe und internationale Pläne
Wie seid ihr heute aufgestellt?
Wir sind jetzt zu dritt Eigentümer. Wir haben eine klare Aufteilung. Wir haben eine sehr gute, eine immer bessere Struktur. Wir machen alle Läden in Eigenregie. Wir machen vor allem auch Franchise. Aber nur mit ausgewählten Partnern, das ist ein langer Prozess bei uns. Wir wachsen komplett organisch gerade.
Wie viele Mitarbeiter hat Goldies heute?
Mehr als 300.
Und wie viele Läden gibt es aktuell?
Wir stehen bei 15 Läden. Wir wollen dieses Jahr 15 neue Läden eröffnen. Einige Mietverträge sind bereits unterschrieben.
Wachstum bringt immer die Frage nach der Qualitätssicherung. Wie schützt ihr euch vor den Fallstricken, die andere Franchiseketten erlebt haben?
System ist alles. McDonald’s macht es vor. Das ist eine andere Dimension, aber die Qualität ist dort immer gleich. Wir optimieren unsere Prozesse täglich. Schulungen sind unglaublich wichtig. Und die Auswahl der Menschen, die bei uns arbeiten, ist entscheidend.
Wie sieht euer Franchise-Auswahlprozess aus?
Wir bekommen sehr viele Bewerbungen, aber nur wenige schaffen es am Ende durch den Prozess. Uns ist operative Klasse wichtig – also fundierte Gastronomie-Erfahrung. Viele klopfen an, die viel Geld, aber keine Erfahrung haben. Die lehnen wir ab.
Was ist langfristig das Ziel – in drei, fünf Jahren?
Wir wollen in Deutschland einen festen Platz neben Burger King und McDonald’s einnehmen. Wir wollen ein Teil der gastronomischen Quick-Service-Landschaft in Deutschland sein.
Wie wollt ihr das erreichen? Braucht ihr externes Kapital?
Im Moment wachsen wir aus dem Cashflow heraus. Sehr gesund und stetig – und so können wir weitermachen.
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admark.ai: Wie höflich müssen Investoren sein?
Der noch recht junge Gründer von admark.ai Christopher Luis Zoellner wird auf manchen Social Media Plattformen regelrecht gefeiert, nachdem er in der ersten Folge der neuen Staffel von „Die Höhle der Löwen“ Frank Thelen die Stirn zu bieten schien. Viele ZuschauerInnen schienen die Unterbrechungen des Investors ebenfalls als unhöflich zu empfinden.
Doch hatte er vielleicht gute Gründe? Und wie höflich sollen oder müssen Gründer:innen und Investor:innen in solchen Gesprächen eigentlich sein?
Natürlich ist die Diskussion über gutes oder schlechtes Benehmen eine müßige. Schließlich hängt es von verschiedenen Faktoren ab und liegt auch oft genug im Auge des Betrachters.
Gerade das Thema des „Ausreden-Lassens“ scheint in der deutschen Startup-Welt (und wahrscheinlich auch darüber hinaus) durchaus einmal eine Diskussion wert zu sein, denn bestimmt ist jede Gründerin und jeder Gründer bei Investorengesprächen schon einmal unterbrochen worden.
Anders als uns viele aufpolierte Pitch-Veranstaltungen weis machen wollen, haben Investoren geradezu den Ruf, durch den Pitch- vor und zurückzuspringen und die Präsentierenden keinen Punkt zu Ende bringen zu lassen. Und selbst Antworten auf ihre expliziten Fragen unterbrechen sie gerne einmal.
Genau das konnten auch die Zuschauer:innen der beliebten Gründershow beobachten, als Christopher Luis Zoellner von admark.ai nach seinem Pitch die Fragen der Löwen zu beantworten versuchte.
Der junge Gründer trat mit dem mutigen Claim an, seine Plattform admark.ai wäre „AI made im Kinderzimmer“ und möchte Unternehmen ein Tool an die Hand geben, dass ihre Social Media Beiträge analysiert und optimierte Version davon erstellt.
Dafür möchte er 200.000 Euro einsammeln und 20% Unternehmensanteile abgeben, ruft also eine Post-Money-Bewertung von einer Million Euro auf.
Doch er behauptet stolz, dass seine Software die erste Software ist, die es ermöglicht, Posts zu generieren, zu analysieren und zu optimieren. And dieser Stelle ist von Löwe Frank Thelen schon eine Art entrüsteter Laut zu hören, und er sagt dann auch bald im Anschluss, dass das Thema nicht neu ist, und meistens die großen KI-Modelle wie ChatGPT dazu genutzt werden. Er unterstellt dem Gründer dann auch, mit dieser Behauptung schon sehr stark „die Balken gebogen“ zu haben, doch dieser verteidigt sich vehement.
Er besteht darauf, kein OpenAI-Wrapper zu sein, sondern eine generative KI (wie eben besagtes ChatGPT von OpenAI) mit einer selbst entwickelten prädiktiven KI zu kombinieren.
Doch das ist dem Technik-affinen Löwen nicht klar genug. Er will genau wissen, wo er die großen Modelle benutzt und wo er eine eigene Entwicklungsleistung im Bereich KI erbracht hat, um so etwas zu behaupten.
Darauf antwortet der Gründer, dass der Algorithmus die Daten bekommt und mit eigenen Analysen gefüttert wird, dass er Texte analysiert, aber auch Bilder und Videos und so z.B. Gesichter erkennen und das Alter von Personen auf Fotos schätzen kann. Er zählt also eigentlich nur Funktionen auf.
Hier unterbricht Frank Thelen ihn dann auch bald und zweifelt stark an, dass er das wie behauptet mit einer eigenen KI macht.
Verständlich, denn die großen Modelle bieten solche Funktionen schon längst an.
Doch der Gründer bleibt dabei und betont neuerlich, dass der Ansatz seiner Software komplett einzigartig wäre.
Doch der Investor scheint langsam ungeduldig zu werden und unterbricht ihn erneut, um ihn aufzufordern, nun einmal ganz genau zu erklären, welche Sprache, welche Daten und welche Trainingscenter eingesetzt werden bei seiner KI aus dem Kinderzimmer.
Technik-affinen Zuschauer:innen sollte spätestens jetzt das Ziel dahinter klar sein: der Gründer soll seinen Tech-Stack und seine grobe Architektur erklären, damit sich herausstellt, an welcher Stelle KI genutzt wird und ob bzw. wo eventuell wirklich eine eigene KI-Entwicklung stattgefunden hat. Doch bisher schien es (natürlich immer, soweit man dem Schnitt trauen darf), als ob er nur mit Funktionsweisen und Features geantwortet hat und Frank Thelen trotz mehrfachen Nachfragens keine wirkliche Antwort auf seine Frage bekommen hat.
Daher gibt er ihm jetzt noch einmal 90 Sekunden, um das nachzuholen.
Doch kaum startet der Gründer seine Antwort mit „Für unsere UI…“ unterbricht der Löwen ihn schon wieder, und betont, es ginge hier um seine Behauptung, ein eigenes, proprietäres KI-Modell gebaut zu haben, womit seine UI nicht wirklich etwas zu tun haben könnte.
Hier bittet der Gründer nun darum, zu Ende aussprechen zu können, wofür er sowohl von Ralf Dümmel als auch von Frank Thelen – und später von Teilen der Internetgemeinde – Respekt gezollt bekommt.
Doch die hart erkämpfte Antwort enttäuscht leider schon wieder, denn der Gründer spricht erneut nur davon, was sein Algorithmus kann. Für Frank Thelen ist da wieder „0 Technologie“ drin und vor allem nichts, was seine nun mehrfach gestellte Frage beantwortet.
Er deutet auch an, warum er ihn zuvor immer wieder unterbrochen hatte: weil man oft schon am Anfang des Satzes gemerkt hat, dass er „falsch abgebogen“ war, dass also eine sinnvolle Antwort auf die gestellte Frage überhaupt nicht zu erwarten war.
Und das ist genau der Knackpunkt: Bestimmte Fragen müssen Investoren beantwortet werden, wenn man im Prozess vorankommen will. Denn bestimmte Sachverhalte müssen einfach glasklar sein, bevor ein Investment stattfinden kann. Hierzu gehören rechtliche Dinge, Geschäftsmodell und Unternehmenszahlen und eben auch der Tech-Stack und die Frage, wie viel Eigenentwicklung denn nun wirklich in dem ganzen steckt.
Gerade in den aktuellen Boom-Zeiten gab es schon für viele Investoren, denen hier Kompetenz fehlt, ein böses Erwachen, denn nicht überall, wo Gründer KI draufschreiben, war letztlich auch wirklich KI drin – oder eben keine eigene.
Und wenn sie das Gefühl haben, dass Gründer:innen drumherum reden oder eben zum x-ten Mal die Features ihres Produktes hervorheben, statt die Bestandteile des technischen Setups zu nennen, können sie schon einmal ungeduldig werden.
Ein einfaches Beispiel aus einem anderen Bereich, das auch oft bei den Löwen zu sehen ist: Wenn Gründer:innen auf die Frage nach den Umsatzzahlen nicht mit einer Zahl, sondern mit „nicht so viel, weil…“ oder „das ist für uns gerade weniger relevant, weil…“ antworten, ziehen sie sehr schnell den Unmut von Investoren auf sich. Denn für diese ist die Zahl nun einmal essentiell.
Und bei aller berechtigten Kritik, jemanden nicht ausreden zu lassen: ist es nicht auch unhöflich, eine Frage mehrfach nicht wirklich zu beantworten, sondern zu versuchen, vom Sachverhalt abzulenken? Ist es nicht erst recht mindestens unhöflich, etwas als etwas verkaufen zu wollen, das es nicht ist?
Natürlich kann dies auch unabsichtlich passieren, doch wenn ein Gründer mehrfach eine berechtigte Frage eines Investors nicht versteht, wird dieser zumindest seine Kompetenz in Zweifel ziehen. Und sich mehrfach nicht weiterhelfende Antworten anhören zu müssen, ist schlicht eine Verschwendung der Lebenszeit beider Parteien.
Da muss man sich auch fragen, ob man in solch einem Fall nicht lieber unterbrochen werden will.
Schlussendlich gab es für den Gründer in diesem Fall dann zwar einen Deal mit Carsten Maschmeyer, der aber nach einer technischen Prüfung absagte, da der Anteil an proprietärer IP auch für ihn nicht ausreichend erkennbar war.
Manchmal sind ständig unterbrechende Investoren einfach nur unhöflich und nervig. Manchmal können sie aber auch ein Indikator sein, dass man ihre Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet und vielleicht noch einmal reflektieren sollte.
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Foto (oben): RTL / Bernd-Michael Maurer
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1 Milliarde Dollar für neues Startup von Metas Ex-KI-Chef
KI-Pionier Yann LeCun startet mit mehr als 1 Milliarde Dollar sein neues Startup AMI Labs. Ex-Meta-Forscher Alex LeBrun übernimmt als CEO.
Yann LeCun – er gilt als Frankreichs bekanntester KI-Wissenschaftler – sicherte seinem neuen Startup ein außergewöhnlich hohes Investment von umgerechnet rund 890 Millionen Euro. Und ernennt einen neuen CEO.
In einem Beitrag auf X am Dienstag gab der Unternehmer und ehemalige Facebook-Forscher Alex LeBrun bekannt, dass er als CEO zu dem KI-Startup des Franzosen LeCun und damit zum Gründungsteam von Advanced Machine Intelligence (AMI) Labs, auch bekannt als AMI Labs, wechselt.
Mehr als 1 Milliarde Dollar Startkapital eingesammelt
„Wir haben eine Startkapitalrunde in Höhe von 1,03 Milliarden US-Dollar gesichert, um unsere Mission voranzutreiben, intelligente Systeme zu entwickeln, die in der Lage sind, die reale Welt wirklich zu verstehen – ein langfristiges wissenschaftliches Unterfangen“, sagte LeBrun.
AMI Labs teilte am Dienstag in einem Beitrag auf X mit, dass die Finanzierungsrunde gemeinsam von Cathay Innovation, Greycroft, Hiro Capital, HV Capital und Bezos Expeditions sowie weiteren Investoren geleitet wurde.
Das in Paris ansässige Startup fügte hinzu, dass es ein Team von Forschern und Ingenieuren in Paris, New York, Montreal und Singapur aufbaut.
„Kein herkömmliches Labor“
Der KI-Forscher und Informatikprofessor an der New York University, Saining Xie, teilte am Dienstag ebenfalls in einem Beitrag auf X mit, dass er dem Gründungsteam beigetreten sei. Xie, der als Mitbegründer und Chief Science Officer fungiert, schrieb: „AMI ist kein herkömmliches Labor.“
„Wir haben auch nicht die Absicht, eines zu werden”, fügte er hinzu. Laut den Stellenanzeigen des Unternehmens sucht AMI Labs Ingenieure, Wissenschaftler und Forscher für seine vier globalen Standorte.
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Fokus auf Entwicklung von „Weltmodellen“
LeCun gab im November Pläne zur Gründung des Startups bekannt, nachdem er Meta verlassen hatte. Zuletzt hatte er dort 12 Jahre lang die KI-Forschungsaktivitäten geleitet.
AMI Labs wird sich auf die Entwicklung von sogenannten Weltmodellen konzentrieren, einer Art von KI-Systemen, die entwickelt wurden, um die Funktionsweise der realen Welt besser zu verstehen und widerzuspiegeln. LeCun hatte gesagt, dass das Startup zu den wenigen bahnbrechenden KI-Labors gehören wird, die „weder chinesisch noch amerikanisch“ sind.
Bei einer Veranstaltung in Paris im Dezember sagte LeCun, dass Meta mit dem neuen Unternehmen zusammenarbeiten werde, obwohl es nicht in das Unternehmen investieren werde.„Diese neue Architektur ist ein Projekt, das Mark Zuckerberg sehr gefällt. Er glaubt, dass dies vielleicht die Zukunft ist”, sagte LeCun.
In einem im Januar veröffentlichten Interview mit MIT Technology Review sagte der KI-Pionier, dass er mit einigen Entscheidungen von Zuckerberg nicht einverstanden sei, darunter die Schließung des Robotik-Teams innerhalb von FAIR.
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Yann LeCun kritisierte auch Alexandr Wang, den ehemaligen CEO von Scale AI, nachdem Wang nach der Umstrukturierung der KI-Abteilung von Meta kurzzeitig sein Chef geworden war. „Er hat keine Erfahrung mit Forschung oder wie man Forschung betreibt, wie man sie durchführt. Oder was für einen Forscher attraktiv oder abstoßend wäre“, sagte LeCun in einem Interview mit der Financial Times im Januar.
„Man sagt einem Forscher nicht, was er zu tun hat“, sagte LeCun. „Man sagt einem Forscher wie mir ganz sicher nicht, was er zu tun hat.“
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