Künstliche Intelligenz
NASA schaltet weiteres Instrument der ersten Voyager-Sonde zum Stromsparen ab
Die Stromversorgung der Raumsonde Voyager 1 wird fast 49 Jahre seit Beginn der Mission immer prekärer. Nach einem regulären Flugmanöver war der Leistungspegel der Sonde überraschend gefallen, sodass die Gefahr bestand, dass sich einige Komponenten aus Sicherheitsgründen selbst abschalten könnten. Deshalb hat die NASA kurzfristig das Messinstrument für geladene Teilchen mit niedriger Energie abgeschaltet, um Strom zu sparen. Es gibt jedoch Hoffnung, dass dieses in den nächsten Monaten wieder reaktiviert werden kann, wenn es nach den Stromsparplänen der NASA geht.
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Bereits vor rund einem Jahr hat die NASA weitere Instrumente der Voyager-Sonden abgeschaltet, damit diese noch bis in die 2030er-Jahre arbeiten können. Dafür muss aber Strom gespart werden. Die beiden Sonden werden von Radionuklidbatterien mit Energie versorgt, die elektrischen Strom aus der Wärme erzeugen, die beim Zerfall von Plutonium-238 entsteht. Allerdings verliert eine solche Batterie etwa 4 Watt Leistung im Jahr. Deshalb wurden im Laufe der Jahre nach und nach weitere Systeme deaktiviert.
Voyager als längste und fernste NASA-Mission
Voyager 1 war zusammen mit ihrer Schwestersonde Voyager 2 im Sommer 1977 im Abstand von etwa zwei Wochen gestartet. Die Primärmission war auf vier Jahre angelegt. Inzwischen sind die Sonden weiter von der Erde entfernt als jedes andere von Menschen hergestellte Objekt: Voyager 1 hat 25 Milliarden Kilometer zurückgelegt, 21 Milliarden Kilometer sind es bei Voyager 2. Sie haben das Sonnensystem verlassen und sind im interstellaren Raum unterwegs: Voyager 1 seit 2012, Voyager 2 seit 2018. Mit ihren verbliebenen Instrumenten liefern sie immer noch wertvolle Daten.
Allerdings gibt es aufgrund des Alters immer wieder Probleme mit den beiden Sonden. Die Kommunikation bricht ab, Systeme fallen aus. Reparaturen sind schon allein wegen der langen Signallaufzeiten schwierig: Bis ein Signal Voyager 1 erreicht, vergehen mehr als 23 Stunden, bei Voyager 2 sind es 19,5 Stunden. Die Voyager-Sonden hatten die gleiche Ausstattung von zehn Instrumenten an Bord, von denen aber einige schon relativ bald abgeschaltet wurden, nach dem Passieren der großen Gasplaneten Jupiter, Saturn und Neptun.
Abschaltung für längere Betriebsdauer
Am 27. Februar 2026 führte Voyager 1 laut NASA ein geplantes und reguläres Rollmanöver durch, aber der Leistungspegel der Raumsonde ist daraufhin unerwartet gefallen. Ein weiteres Absinken der Leistung würde das Unterspannungsschutzsystem aktivieren, das verschiedene Komponenten automatisch deaktiviert, um den Betrieb der Sonde zu erhalten. Eine manuelle Reaktivierung ist allerdings ein längerer Prozess mit eigenen Risiken. Deshalb mussten die NASA-Ingenieure schnell handeln und haben das Messinstrument für geladene Teilchen mit niedriger Energie (LECP, Low-energy Charged Particles) abgeschaltet. Bei Voyager 2 war dies bereits letztes Jahr deaktiviert worden.
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„Auch wenn die Abschaltung eines wissenschaftlichen Instruments niemandem gefällt, ist es die beste verfügbare Option“, erklärt Kareem Badaruddin, Missionsleiter der Voyager-Sonde. „Voyager 1 verfügt noch über zwei funktionierende wissenschaftliche Instrumente – eines zur Messung von Plasmawellen und eines zur Messung von Magnetfeldern. Sie funktionieren weiterhin einwandfrei und senden Daten aus einer Region des Weltraums, die noch nie ein anderes von Menschenhand geschaffenes Raumfahrzeug erforscht hat.“
Pläne zur Stromreduzierung und Hoffnung auf Reaktivierung
Allerdings ist das LECP-Instrument nicht komplett abgeschaltet. Ein kleiner Motor, der den Sensor im Kreis dreht, um alle Richtungen abzudecken, bleibt aktiv. Dieser benötigt mit 0,5 Watt nur wenig Leistung und erlaubt der NASA die beste Chance, das Instrument wieder in Betrieb nehmen zu können, falls zusätzliche Energie gefunden werden kann. Denn das ist das nächste Ziel des Voyager-Teams.
Derzeit arbeiten die NASA-Ingenieure an einem Plan, den sie „the Big Bang“ nennen, um den Betrieb der Voyager-Sonden noch weiter zu verlängern. Dabei sollen einige Teile mehrerer mit Strom versorgter Geräte auf einmal durch energiesparendere Alternativen ersetzt werden, wobei die Sonden warm genug gehalten werden, um weiterhin wissenschaftliche Daten zu sammeln. Das soll im Mai und Juni dieses Jahres zunächst bei Voyager 2 getestet werden, da sich diese Sonde näher an der Erde befindet. Falls dies erfolgreich ist, soll es frühstens im Juli auch bei Voyager 1 durchgeführt werden. Dann könnte auch das LECP-Instrument reaktiviert werden.
(fds)
Künstliche Intelligenz
Ungepatchte Windows-Zero-Days RedSun, UnDefend und BlueHammer werden attackiert
IT-Sicherheitsforscher melden Angriffe im Internet auf die teils ungepatchten Sicherheitslücken BlueHammer, RedSun und UnDefend. Die betreffen den Windows Defender und ermöglichen etwa die Ausweitung der Rechte zu Admin oder gar System.
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Trotz aktuellem Patch-Stand zum Meldungszeitpunk funktioniert etwa der RedSun-Exploit noch immer.
(Bild: heise medien / Christopher Kunz)
Erste Angriffe auf die BlueHammer-Lücke erfolgten offenbar bereits ab Freitag, den 10. April, wie aus einer knappen Analyse durch die HuntressLabs auf X hervorgeht. Die Lücke wurde kurz vor dem davorliegenden Wochenende bekannt und setzt beim Windows-Defender-Update-Prozess an. Immerhin, am Patchday vergangene Woche hat Microsoft die Schwachstelle mit dem Eintrag CVE-2026-33825 gefixt, außerdem hat der Defender Erkennungen für die bekannten Exploits erhalten.
Anders sieht es etwa mit RedSun und UnDefend aus. Die Analysten von HuntressLabs melden auf X, dass alle drei Lücken angegriffen werden. Allerdings stehen für RedSun und UnDefend noch keine Hotfixes bereit, sie lassen sich zum Meldungszeitpunkt weiter missbrauchen.
Rechteausweitung und Update-Blockade
Alle drei Zero-Days hat der Nutzer mit dem Handle „Nightmare-Eclipse“ auf GitHub veröffentlicht. Hinter RedSun verbirgt sich ein Angriff, der eine Datei mit der „Cloud Files API“ schreibt, im Anschluss eine Race Condition mit den Windows-Schattenkopien gewinnt und dadurch ausführbare Dateien im Systemverzeichnis von Windows platzieren kann. Damit lassen sich dann SYSTEM-Rechte erlangen.
Etwas weniger Beachtung fand die „UnDefend“-Zero-Day-Lücke. Dadurch können Angreifer mit gewöhnlichen Rechten im System den Windows Defender lahmlegen. Im passiven Modus hindert der Exploit den Defender daran, neue Aktualisierungen zu erkennen und zu installieren. Damit kann der Defender nicht vor neuen Bedrohungen schützen. Im aggressiven Modus versucht UnDefend, den Windows Defender ganz zu deaktivieren. Das klappt aber nur, wenn Microsoft ein größeres Plattform-Update verteilt, das etwa die zentrale Komponente MsMpEng.exe und andere Binärdateien ersetzt. Zugleich hat „Nightmare-Eclipse“ eine Methode gefunden, durch die die EDR-Konsole (Endpoint Detection and Response) dann trotzdem ausgibt, dass Windows Defender läuft und aktuell ist – das findet er jedoch zu gefährlich, sodass der Code (noch) nicht öffentlich ist.
Unklar ist, wie weitreichend die beobachteten Angriffe sind. Derzeit bleibt nur zu hoffen, dass Microsoft die Schwachstellen in Kürze ebenfalls ausbessert.
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(dmk)
Künstliche Intelligenz
Lokale KI auf dem MacBook Neo: Wie gut LLMs und Bild-KIs auf 8 GByte RAM laufen
Rechenleistung wird immer teurer, Grund dafür ist die Speicherkrise! Ausgerechnet Apple verspricht Abhilfe: Das neue MacBook Neo ist mit einem Startpreis von 700 Euro der bisher günstigste Laptop des Konzerns. Aber lassen sich darauf auch hardwareintensive KI-Modelle lokal ausführen?
Die Ende 2020 eingeführte „Apple Silicon“-Architektur machte Macs nämlich zur idealen Umgebung, um Sprachmodelle (LLM) offline auf der eigenen Hardware zu betreiben. Im MacBook Neo steckt mit dem A18 Pro allerdings nur ein iPhone-Prozessor. Noch dazu ist der Arbeitsspeicher auf gerade einmal 8 GByte begrenzt. Und LLMs sind eigentlich besonders speicherhungrig.
- Trotz knappem RAM lassen sich auf dem MacBook Neo lokal multimodale Sprachmodelle ausführen, wenn auch nur kleinere Versionen mit weniger Parametern.
- Mit dem kostenlosen Tool Ollama integrieren Nutzer sogar eigene Offline-Coding-Modelle in Apples Entwicklungsumgebung Xcode.
- Das Generieren von KI-BIldern bringt das MacBook Neo jedoch schnell an seine Grenzen – ist aber trotzdem möglich, wie unser Test zeigt.
Die hauseigene Apple Intelligence enttäuschte bisher. Wir testen deshalb mit praxisnahen Anwendungsfällen, welche anderen KIs auf dem Laptop mit iPhone-Hardware laufen. Dafür installieren wir das Open-Source-Tool Ollama und laden Sprachmodelle wie Gemma 4. Außerdem messen wir die Performance von KI-Unterstützung in der Programmierumgebung Xcode – und wagen uns sogar an die besonders ressourcenhungrige Bildgenerierung mit ComfyUI.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Lokale KI auf dem MacBook Neo: Wie gut LLMs und Bild-KIs auf 8 GByte RAM laufen“.
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Bezos-Rakete setzt Satellit in falscher Umlaufbahn ab
Die leistungsstarke Schwerlastrakete „New Glenn“ des Weltraumunternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos hat bei ihrem dritten Start einen Satelliten in der falschen Umlaufbahn abgesetzt. Die genauen Hintergründe seien vorerst noch unklar, teilte Blue Origin mit. „Wir untersuchen das derzeit und werden ein Update geben, wenn wir detailliertere Informationen haben.“
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Die „New Glenn“ war zuvor planmäßig vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet – und das erstmals mit einer zuvor bereits verwendeten Raketenstufe. Diese Raketenstufe landete nach dem Start auch diesmal wieder auf einer Plattform im Atlantik. Der Satellit namens „Blue Bird 7“ sei dann allerdings in einer zu niedrigen Umlaufbahn abgesetzt worden, wie auch der Hersteller AST SpaceMobile bestätigte.
Die „New Glenn“-Rakete hatte es beim Erstflug im Januar 2025 direkt ins All geschafft. Beim zweiten Flug rund zehn Monate später hatte die Rakete zwei Mars-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa ins All gebracht. In Zukunft will Blue Origin mit der „New Glenn“-Rakete dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert.
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(afl)
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