Künstliche Intelligenz
Post zum Freitag: Apple bringt Neo, Schnäppchenfallen, Filmtipp fürs Wochenende
In dieser Woche gab es gleich mehrere Ankündigungen von Apple. Ich muss zugeben, dass ich die Keynotes zu den Produktvorstellungen vermisse, hauptsächlich diejenigen, die nicht perfekt durchinszeniert waren. Aber nun zu den Produkten: Zum einen hat Apple mit dem MacBook Neo ein Einsteigernotebook ab 700 Euro vorgestellt, das den Markt gehörig aufmischen dürfte. Erstmals seit dem Kunststoff-MacBook von 2009 gibt es wieder ein Apple-Notebook, das gezielt unter die 1000-Euro-Marke zielt – eine echte Kampfansage an die Windows-Konkurrenz, die dieses Segment 15 Jahre lang für sich hatte. Um den Preis zu drücken, hat Apple allerdings den Rotstift angesetzt: Keine Tastaturbeleuchtung, kein Thunderbolt, kein MagSafe, und statt eines M-Prozessors steckt ein iPhone-Chip im Inneren – ein Novum für die MacBook-Reihe. Ob der Spagat zwischen Sparsamkeit und Schnelligkeit gelingt, hat mein Kollege Holger Zelder im ausführlichen Test des MacBook Neo untersucht.
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Am anderen Ende der Apple-Preisskala stehen die neuen MacBook Pros mit M5 Pro und M5 Max, die gerade in den Handel gekommen sind. Die neue Fusion-Architektur kombiniert erstmals zwei Dies zu einem SoC, das SSD-Tempo hat sich verdoppelt, und die Leistung ist beeindruckend. Allerdings produzieren die Max-Chips unter Dauerlast ordentlich Wärme und damit Lüfterlärm. Und die Preise? Nun ja, ich sage es mal so: Das Neo am anderen Ende der Skala hat durchaus seine Daseinsberechtigung.
Apropos teure Hardware: Wer gerade eine neue Grafikkarte braucht, hat es nicht leicht. Die Preise sind durch den KI-bedingten Speicherhunger der Industrie massiv gestiegen, und wer nach vermeintlichen Schnäppchen bei Grafikkarten mit viel RAM sucht, tappt schnell in die Falle. Ob ausgenudelte Gebrauchtkarten von Auktionsplattformen oder Uraltmodelle mit beeindruckenden Speicherzahlen – die Kollegen erklären, worauf Sie achten müssen, und haben einige alte wie neue Karten mit aktuellen Treibern erneut auf den Prüfstand gestellt.
Deutlich günstiger als Grafikkarten sind Klemmbausteine. Mit „Smart Play“ macht Lego einen gewagten Schritt: Der neue Smart Brick bringt Licht, Sound und Bewegungssensorik in die Klemmbausteinwelt – und zwar, ohne dass man dafür ein Smartphone benötigt. Die ersten Sets sind Star-Wars-Modelle, X-Wing und TIE Fighter. Alexander Spier hat sie ausgiebig getestet. Ich fand besonders spannend, wie viel Technik Lego in einen einzelnen Stein gepackt hat: Sensoren, Akku, Bluetooth – alles geschützt durch zahlreiche Patente. Das Spielerlebnis bleibt dabei erfreulich analog, die App wird nur für Firmware-Updates benötigt.

Lego startet seine „Smart Play“-Serie mit Sets aus der Star-Wars-Reihe.
(Bild: Alexander Spier / heise medien)
Ob Legos Smart Play ein richtiger Schritt in die Zukunft ist, muss sich ebenso zeigen wie beim digitalen Euro. Die Europäische Zentralbank zielt darauf ab, ihn im Jahr 2029 einzuführen. Klingt noch weit weg, aber die Vorbereitungsphase läuft bereits, Rahmenabkommen für zentrale Komponenten sind geschlossen, und die Diskussionen über die Architektur – zentral oder Blockchain-basiert – werden intensiver. Gleichzeitig wächst die Kritik, die längst über reine Kostenfragen hinausgeht. Ich habe den aktuellen Stand in einem Hintergrundartikel zusammengetragen.
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Kennen Sie das? Man hat sich gemütlich eingerichtet – die Notizen in der Cloud, alles synchron, alles bequem – und dann kommt dieser nagende Gedanke: Was passiert eigentlich, wenn der Dienst mal nicht erreichbar ist? Oder schlimmer: wenn er mich aussperrt? Genau dieses Unbehagen hat Liane Dubowy zum Anlass genommen, den Umzug der eigenen Wissensdatenbank von Notion zu Obsidian durchzuspielen. Obsidian speichert alles lokal in Markdown-Dateien, die sich jederzeit sichern und sogar ohne die App bearbeiten lassen. Wer also sein „zweites Gehirn“ lieber auf der eigenen Festplatte wissen möchte, findet in dem Artikel eine praxiserprobte Anleitung – inklusive Lösungen für die Stolpersteine, die beim Import unweigerlich auftauchen.
Zum Schluss habe ich noch einen Filmtipp fürs Wochenende, der nichts mit Technik im engeren Sinne zu tun hat – und doch alles: „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist die beste Science-Fiction seit „Interstellar“, findet meine Kollegin Sabrina Patsch. Die Verfilmung von Andy Weirs Roman verzichtet auf die üblichen Katastrophenfilm-Klischees und erzählt stattdessen eine intime Geschichte über einen Mann, der zwölf Lichtjahre von der Erde entfernt aufwacht, ohne Erinnerung, ohne Kontakt zur Heimat – und trotzdem Hoffnung findet. Ryan Gosling spielt die Hauptrolle, und wer „Der Marsianer“ mochte, wird diesen Film lieben.
In dem Sinne: Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und eine gute Lese- und Filmzeit!
Ihr
Volker Zota
(Chefredakteur heise medien)
(vza)
Künstliche Intelligenz
WeRide und Lenovo wollen 200.000 autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen
Lenovo und WeRide wollen in den kommenden Jahren eine große Anzahl autonom fahrender Autos auf die Straße bringen. Eine entsprechende Kooperation haben die beiden Unternehmen auf der Messe Auto China 2026 in Peking vereinbart.
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Ziel der Zusammenarbeit sei, die Kommerzialisierung des hochautonomen Fahrens (SAE-Level 4) weltweit voranzutreiben, teilte WeRide mit. Dazu wollen die Partner in den kommenden fünf Jahren 200.000 autonome Fahrzeuge auf die Straße bringen.
Darunter sind Robotaxis, allerdings nicht nur: WeRide betreibt daneben weitere autonome Fahrzeuge: Lieferwagen, Busse oder Straßenkehrmaschinen.
WeRide ist in 12 Ländern aktiv
WeRide entwickelt Systeme für autonomes Fahren und gehört neben Baidu und Pony.ai zu den großen Anbietern von autonomen Taxidiensten in China. Insgesamt ist das Unternehmen nach eigenen Angaben in mehr als 40 Städten in 12 Ländern aktiv, darunter in Belgien, Frankreich, der Schweiz, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie den USA.
Lenovo ist einer der größten Computerhersteller der Welt. Er will „seine Stärken im Bereich Intelligent Computing sowie seine globalen Fertigungs- und Lieferkettenkapazitäten“ einbringen. Daneben stellt der Konzern eine KI-Computing-Infrastruktur für den Flotteneinsatz bereit.
WeRide und Lenovo kooperieren bereits im Bereich autonomes Fahren: Im vergangenen Jahr haben die beiden Partner die Rechnerplattform HPC 3.0 auf den Markt gebracht. HPC 3.0 basiert auf dem AD1-Domain-Controller für hochautonomes Fahren von Lenovo. Darin arbeitet ein DRIVE AGX Thor von Nvidia. Das erste Fahrzeug, in dem HPC 3.0 verbaut ist, ist das Robotaxi GXR von WeRide.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
Autonome Unterwasserdrohne mit Brennstoffzelle bleibt über 2000 km unter Wasser
Das auf Autonomous Underwater Vehicles (AUV) spezialisierte kanadische Unternehmen Cellula Robotics hat mit seinem autonomen Unterwasserfahrzeug Envoy eine Strecke von insgesamt 2023 km vollständig abgetaucht zurückgelegt. Das AUV wurde dabei von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle befeuert, die Strom für den elektrischen Antrieb produziert.
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Insgesamt 385 Stunden dauerte die Mission der rund 8,5 m langen und 2,7 t schweren Envoy-Unterwasserdrohne, die bei einem Durchmesser von etwa einem Meter eine Wasserverdrängung von 3,7 t aufweist. Die Tauchtiefe des AUV beträgt bis zu 6000 m, die operative Tauchtiefe liegt bei etwa 2000 m.
Ausgerüstet ist die Drohne mit einem elektrischen Antrieb, der den Strom aus Lithium-Ionen-Batterien bezieht. Die werden während der Fahrt von einem Wasserstoff-Brennstoffzellensystem von Infinity Fuel Cell and Hydrogen aufgeladen. Das Unternehmen produziert Brennstoffzellen- und Elektrolysesysteme für die Luft- und Raumfahrt sowie für Unterwasseranwendungen und den Verteidigungsbereich.
Einsatzdauer von mehr als zwei Wochen
Das Brennstoffzellen-System ist mit seinen Tanks für Wasserstoff und Sauerstoff dafür ausgelegt, etwa 370 Stunden (15,4 Tage) lang Strom zu liefern. Bei der Testfahrt hielt das System jedoch mit 385 Stunden etwas länger durch. Die maximale Reichweite von 2000 km übertraf Envoy mit 2023 km geringfügig. Bei der Stromproduktion scheidet die Brennstoffzelle Wasser ab, das in Ballasttanks zum Austarieren des AUV genutzt wird.
Die hohe Tauchtiefe und Reichweite sowie die Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum von über zwei Wochen zu operieren, prädestinieren das Unterwasserfahrzeug für den Einsatz bei Langzeitmissionen. Cellula sieht etwa eine Einsatzmöglichkeit in wissenschaftlichen Missionen, aber auch beim Militär zur Aufklärung und für die Wirtschaft zur Überwachung und Inspektion von Unterwasserpipelines und Seekabeln.
Um über eine längere Zeit an einem Ort unter Wasser ausharren zu können, ist ein spezieller Anker von Solus-LR eingebaut. Der Anker wird über eine Winde auf den Meeresgrund abgelassen. Er besteht aus einer Art Saugglocke, die von einer Umrandung umgeben ist, die beim Absaugen des Wassers in der Glocke dann im Meeresboden verankert wird. Envoy schaltet in einen Stromsparmodus, bei dem nur noch etwaige Sensoren zur Überwachung und minimale Steuerungssysteme aktiv sind. Das AUV soll dabei nur eine geringe Geräuschsignatur aufweisen, sodass es bei militärischen Einsätzen nicht so einfach geortet werden kann. Soll die Fahrt weitergehen, wird Wasser in die Saugglocke gepumpt und damit die Verankerung gelöst.
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Auf der mehr als zwei Wochen dauernden Testfahrt führte Envoy etwa 4000 Drehungen und Manöver durch. Dadurch sei der Energieverbrauch erhöht gewesen, sodass die Fahrt praxisnahe Ergebnisse liefert, heißt es von Cellula Robotics.
(olb)
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Mythen zu Akkus, Stromsparen und PV-Anlagen aufgedeckt
IT und Technik durchziehen den Alltag, dennoch sind sie für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Schnell vermischen sich anekdotische persönliche Erfahrungen mit Erzählungen anderer, mit veralteten Tipps aus dem Internet und immer mehr mit halluzinierten Ratschlägen von ChatGPT & Co. – so entstehen schließlich teils haarsträubende Technik-Mythen.
c’t untersucht gängige Behauptungen aus fünf Themenbereichen: KI-Systeme, Energie, Forschung, Hardware und Security. Die folgenden zwölf Mythen drehen sich um Energiesparen, Akkubehandlung und Solarspeicher.
Unter anderem klären wir die Frage, ob man ungenutzte Ladegeräte noch aus der Steckdose ziehen sollte, ob Schnellladen den Akkus schadet und ob man sie wirklich nicht ganz vollladen sollte. Wie gefährlich sind Solarakkus fürs Balkonkraftwerk? Und lohnen sie sich überhaupt? Außerdem prüfen wir Mythen zu smarten Thermostaten und zur LED-Beleuchtung. Haben wir einen wichtigen Mythos vergessen? Schreiben Sie uns gern eine Mail an mythen@ct.de.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Mythen zu Akkus, Stromsparen und PV-Anlagen aufgedeckt“.
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