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Salesforce kauft Contentful – 4DMedical übernimmt Contextflow – bayshore sammelt 6,9 Millionen ein
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Salesforce kauft Contentful +++ 4DMedical übernimmt Contextflow +++ bayshore sammelt 6,9 Millionen ein +++ Cherry Ventures, Redstone und Co. investieren in INXM +++ Visionaries Club, Outlier Grove und Co. investieren in ContextFab +++

Im #DealMonitor für den 2. Juni werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
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INVESTMENTS
bayshore
+++ Der Berliner Frühphasen-Geldgeber Earlybird Venture Capital, der junge Berliner Investor Lucid Capital, der Münchner B2B-Geldgeber Booom (Felix Plapperer und Co.) und Heliad investieren 6,9 Millionen Euro in bayshore. Das Startup aus München, 2024 von Erik Krauter, Philipp Wiegand und Paul F. Welter gegründet, möchte die „Art und Weise, wie Juristen Technologie einsetzen“ verändern. „Wir sind spezialisiert auf die Automatisierung von Rechtsprozessen für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen und helfen, Arbeitsabläufe zu optimieren, die Genauigkeit zu verbessern und die Effizienz zu steigern – ohne blindem Hype zu folgen“, heißt es zum Konzept. Earlybird hält nun 15,3 % am Unternehmen. Mehr über bayshore
INXM
+++ Der Berliner Investor Cherry Ventures, der Berliner Geldgeber Redstone, der Berliner Frühphasen-Investor Angel Invest und Co. investieren nach unseren Informationen in INXM. Das Startup aus Berlin, 2025 vom Seriengründer Alexander Oelling (Sensorberg), Jesper Bylund, Matthias Kainer und Kamil Klüber gegründet, entwickelt mit Orchestrator eine Process Execution Engine für Unternehmen. „Orchestrator verwandelt Nutzerabsicht in ausführbare Pläne: geregelte Workflows, die wiederholbare, prüfbare Transaktionen über bestehende Systeme abwickeln“, heißt es zum Konzept. Cherry hält nun 19,4 % am Unternehmen. Mehr über INXM
ContextFab
+++ Der Berliner Investor Visionaries Club, der Pre-Seed-Investor Yellow, Plug & Play, Outlier Grove und Co. investieren nach unseren Informationen in ContextFab. Das junge Startup, 2025 von Marc Krüger-Sprengel und Louis Saade in München gegründet, setzt auf „Decision Intelligence für die Fertigungsindustrie“. Auf der Website heißt es zur Idee: „Verwandeln Sie die operativen Daten, die Sie bereits erfassen, in kontextbasierte Erkenntnisse, die Ihr Unternehmen voranbringen – Werk für Werk, über Ihr gesamtes Netzwerk hinweg.“ Mehr über ContextFab
MERGERS & ACQUISITIONS
Salesforce – Contentful
+++ Der US-Softwarekonzern Salesforce übernimmt die Berliner Content-Management-Plattform Contentful. „The acquisition will enhance Salesforce’s Headless 360 with a native, enterprise-grade content layer that connects customer data with engaging content experiences across Salesforce’s leading applications“, teilt Salesforce zur Übernahme mit. Investoren wie Tiger Global, Sapphire Ventures, General Catalyst, Salesforce Ventures und Co. investierten in den vergangenen Jahren rund 333 Millionen US-Dollar in das „Headless CMS“-System. Zu den weiteren Investoren gehören Balderton Capital, Benchmark, Hercules und Point Nine Capital aus Berlin. Point Nine Capital stieg bereits 2013 bei Contentful ein. Die Bewertung von Contentful lag zuletzt bei 3 Milliarden Dollar. Informationen zum Kaufpreis gibt es bisher nicht. Das Berliner Startup, das 2013 von Sascha Konietzke und Paolo Negri gegründet wurde, positioniert sich als sogenanntes „Headless CMS“. Über das Startup können Content-Builder, also Entwickler, Designer und Content Creator, Inhalte erstellen und für alle Kanäle und Geräte verbreiten. Mehr über Contenful
4DMedical – Contextflow
+++ Das australisches Medizintechnikunternehmen 4DMedical, das auf Atemwegsmedizin mit KI-basierter Bildgebung setzt, übernimmt das Wiener KI-Startup Contextflow. Das Spin-Off der Medizinischen Universität Wien unterstützt Nutzer:innen „mit dem Einsatz von Deep Learning Radiologen bei der Bildinterpretation und verkürzt die Zeit für eine genaue Diagnose“. Der Kaufpreis liegt bei rund 11 Millionen Euro. Zuletzt flossen rund 7 Millionen Euro in Contextflow – unter anderem von Peak Pride Management, APEX Ventures und B&C Innovation Investments. Mehr über contextflow
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Foto (oben): azrael74
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Der brutale Nebeneffekt jeder Millionen-Finanzierung

Mit jeder Finanzierungsrunde verlieren Gründer Anteile an ihrer Startup. Ein Stanford-Professor erklärt, warum Verwässerung bei VC-Startups unvermeidbar ist.
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Man muss nicht menschlich schwierig sein, um erfolgreich zu werden
Muss man als Gründer ein Arschloch sein, um erfolgreich zu werden? Jason Modemann von Mawave erklärt, warum Angstkultur und Ego langfristig eher Startups schaden.
Warum werden toxische Menschen oft als besonders starke Unternehmer wahrgenommen? Jason Modemann, CEO der Agentur Mawave, erklärt, warum hohe Standards nichts mit Angstkultur zu tun haben, weshalb direkte Kommunikation oft falsch verstanden wird und warum erfolgreiche Führung nicht automatisch bedeutet, menschlich schwierig zu sein.
Wer heute lange genug in der Startup- oder Unternehmens-Bubble unterwegs ist, hört dieselbe Frage immer wieder: Muss man im Business ein Arschloch sein, um erfolgreich zu sein?
Klar, die Frage wirkt erstmal provokant. Aber sie kommt nicht von ungefähr. Denn die Business-Welt – und vor allem auch LinkedIn – feiert Eigenschaften, die im normalen sozialen Leben eher problematisch sind: extreme Selbstüberzeugung, permanente Leistungsorientierung, emotionale Distanz und die Fähigkeit, andere Menschen zu überzeugen.
Viele der bekanntesten Gründer weltweit werden genau dafür glorifiziert. In fast jeder Steve-Jobs-Doku gibt es beispielsweise diesen einen Satz: Mitarbeiter hätten Angst gehabt, ihm im Fahrstuhl zu begegnen. Trotzdem gilt der Apple-Gründer bis heute als Blaupause des genialen Unternehmers.
Meiner Meinung nach ist diese Sicht auf Erfolg nicht nur moralisch, sondern auch strategisch falsch.
Hohe Standards funktionieren nur, wenn Menschen angstfrei arbeiten können
Viele Gründer glauben, dass maximaler Druck automatisch zu maximaler Leistung führt. Kurzfristig stimmt das manchmal vielleicht sogar: Mitarbeitende arbeiten länger und intensiver und Entscheidungen werden schneller getroffen.
Langfristig produzieren ein permanenter Leistungsdruck und zu hohe Standards aber auch Angst. Und Angst ist fast nie ein guter Nährboden für Kreativität, Loyalität oder gute Entscheidungen. Ganz im Gegenteil: Wenn Mitarbeitende Angst haben, scheitert meist auch die Kommunikation. Probleme werden dann spät oder gar nicht angesprochen, Risiken kleingeredet, Fehler vertuscht.
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Natürlich sind hohe Standards wichtig. Aber sie funktionieren nur in einem Umfeld, in dem Menschen Probleme offen ansprechen können, ohne sofort Angst vor Konsequenzen zu haben. Deshalb stelle ich unseren Mitarbeitenden zum Beispiel auch regelmäßig Coffee Chats ein – einfach damit sie wissen, dass sie mit jeder Thematik zu mir kommen können und sich trauen dürfen, Dinge bei mir anzusprechen.
Direktheit verliert ihren Wert, wenn sie respektlos ist
Direkte Kommunikation hat eigentlich einen sehr einfachen Zweck: Sie soll Reibung langfristig reduzieren und Probleme schneller lösbar machen. Führungskräfte, die direkt kommunizieren, lassen ihr Gegenüber wissen, woran sie sind und räumen Missverständnisse aus dem Weg.
Das Problem: Viele verwechseln direkte Kommunikation mit emotionaler Härte. Als müsste Kritik automatisch verletzend sein oder als wäre Respekt ein Zeichen von Schwäche. Doch emotionale Härte macht Gespräche oft unnötig persönlich. Dann geht es plötzlich nicht mehr um die eigentliche Sache, sondern darum, wer sich im Raum durchsetzt, wer dominanter wirkt oder wer das letzte Wort hat.
Um das zu vermeiden, versuche ich in der Zusammenarbeit vor allem auf zwei Dinge zu achten: Dass meine Kommunikation zwar direkt, aber auch immer lösungsorientiert ist und ich es wirklich gut mit meinem Gegenüber meine. Und dass Fehler offen angesprochen werden können und ich auch meine eigenen eingestehe. Denn genau dadurch entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist am Ende die Grundlage dafür, dass direkte Kommunikation überhaupt funktioniert.
In meinen Augen braucht es viel mehr Empathie als strategische Fähigkeit. Denn wer Menschen lesen kann, kommuniziert besser. Wer Emotionen versteht, führt Teams stabiler. Wer zuhören kann, trifft oft präzisere Entscheidungen. Und wer kein permanentes Ego-Theater veranstaltet, schafft meistens Umfelder, in denen andere überhaupt erst ihr volles Potenzial entfalten.
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Vielleicht ist genau das die Wahrheit hinter dem Mythos vom psychopathischen Unternehmer: Man muss nicht menschlich schwierig sein, um außergewöhnlich erfolgreich zu werden. Manche waren es einfach trotzdem.
Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“
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Dieser eine Skill entscheidet künftig über Erfolg
90 Prozent des Internets könnten bald nur noch Ablenkung sein. Warum Gründer jetzt lernen müssen, Informationen radikal zu filtern.
Felix Haas ist Unternehmer, Investor und Gründer von Bits & Pretzels, Deutschlands größtem Festival für Startups und VCs. In diesem Gastbeitrag schreibt er darüber, welcher Skill aus seiner Sicht für Gründer im Jahr 2026 entscheidend wird. Ursprünglich veröffentlichte er den Text auf LinkedIn. Wir fanden ihn aber zu gut, um ihn nur dort zu lassen und dürfen ihn mit seiner Zustimmung hier bei uns auf Deutsch veröffentlichen.
Bei einem privaten Founder-Offsite habe ich kürzlich die These aufgestellt, dass in den kommenden Jahren dieser Skill zu einem der größten Wettbewerbsvorteile für Gründer und Investoren werden könnte: die Fähigkeit, relevantes von irrelevantem Wissen zu trennen.
Denn wir ertrinken in Lärm. Endlose Newsfeeds. KI-generierte Inhalte auf jeder Plattform. Podcasts, Newsletter, Whatsapp-Gruppen, Cold Pitches, Hot Takes und „Expertenmeinungen“.
Die unbequeme Wahrheit ist aber: Die meisten Informationen werden nicht geschaffen, um dich zu informieren. Sondern um der Agenda des Absenders zu dienen: Aufmerksamkeit, Status, Reichweite, Fundraising, Recruiting, Politik oder schlicht Verkauf.
Auf dem Treffen erzählte ein hochrangiger Manager einer globalen Plattform, dass inzwischen über 90 Prozent der Social-Media-Inhalte im Grunde Werbung in Verkleidung seien. Ob die Zahl exakt stimmt oder nicht – jeder, der Zeit im Internet verbringt, merkt, wohin sich alles entwickelt.
KI beschleunigt das zusätzlich: Empörung schlägt Differenzierung. Emotion schlägt Relevanz. Engagement schlägt Wahrheit.
Was ist wirklich relevant?
Ein Musikmanager sagte dort außerdem, dass bereits mehr als 40 Prozent aller neu hochgeladenen Songs KI-generiert seien. Und das ist erst der Anfang. Schon bald wird ein relevanter Teil von allem, was wir lesen, sehen und hören, von Maschinen produziert werden.
Meine These: Der Engpass ist heute nicht mehr der Zugang zu Informationen. Der Engpass ist die Fähigkeit zu erkennen, was wirklich relevant ist. Die besten Gründer, die ich kenne, sind deshalb radikal geworden:
- Sie konsumieren weniger.
- Sie lesen langsamer.
- Sie wählen ihre Quellen extrem bewusst aus.
- Sie optimieren auf Signal statt auf Masse.
Im Investment entscheidet das Verhältnis von Signal zu Noise über Rendite. Im Unternehmertum entscheidet es über Entscheidungen und damit über Wachstum. Und in einer Welt voller künstlichem Lärm könnte genau diese Fähigkeit darüber entscheiden, wer den Bezug zur Realität behält und wer relevant bleibt.
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