Künstliche Intelligenz
Saudi-Arabien kürzt Neom stark zusammen
Es sollte das große Prestige-Projekt Saudi-Arabiens schlechthin werden, initiiert von Kronprinz Mohammed bin Salman persönlich: das Infrastrukturprojekt Neom im Nordwesten des Landes. Nach einer Reihe von Querelen über überschrittene Zeit- und Budgetpläne soll das Vorhaben deutlich verkleinert werden.
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Kurz vor dem Ende einer umfassenden Überprüfung sei Mohammed bin Salman zu dem Schluss gekommen, dass das Projekt sehr viel kleiner ausfallen solle, berichtet die britische Wirtschaftstageszeitung Financial Times (Paywall) unter Berufung auf Insider. Die Ergebnisse der Prüfung sollen in den kommenden Monaten vorliegen.
Ein wichtiger Grund für die Änderungen ist die finanzielle Lage des Landes: Jahrelang wurde viel Geld ausgegeben. Der Preis für Öl, die Haupteinnahmequelle des Landes, ist jedoch vergleichsweise niedrig. Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien 2030 die Expo und 2034 die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten wird, was weitere Investitionen bedeutet.
Megaprojekt in der Wüste
Neom ist Teil von Saudi Vision 2030, einem Konzept zum Umbau der Wirtschaft, um vom Öl unabhängig zu werden. Das Infrastrukturprojekt soll im Nordwesten des Landes entstehen, auf einem Gebiet etwa von der Größe Belgiens. Dazu gehören Einzelprojekte wie die 2024 eingeweihte Luxusferieninsel Sindalah, das Ski-Resort Trojena in den Bergen sowie die Stadt Oxagon, die zur Hälfte an Land, zur Hälfte auf Schwimmpontons entstehen soll.
Wichtigstes Teilprojekt von Neom ist The Line, eine über 170 Kilometer lange, 200 Meter breite und 500 Meter hohe Stadt, in die ein Tiefwasserhafen für Kreuzfahrtschiffe sowie ein Fußballstadion in großer Höhe integriert werden sollten.
Das schwer kritisierte Megaprojekt gilt in dieser Form als gescheitert und soll deutlich verkleinert werden. Nach den neuen Plänen bin Salmans sollen dort Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) entstehen. Nach Angaben von Neom will sich das Land „als globaler Knotenpunkt für Daten und KI etablieren“ und deshalb Investoren und Partner in diesem schnell wachsenden Bereich gewinnen.
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Wasser und sauberer Strom
The Line eignet sich laut Neom gut als Standort für Rechenzentren: Diese brauchen Strom und Wasser zum Kühlen. Die Stadt sollte am Golf von Akaba entstehen. Wasser gebe es also in großer Menge. Zudem steht laut Neom günstige Energie aus erneuerbaren Quellen in großer Menge zur Verfügung – The Line sollte komplett mit sauberer Energie betrieben werden.
Aber nicht nur The Line wird verkleinert: Auch Trojena, das in den Bergen im Hinterland gebaut wird, soll kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen. Zudem hat die Regierung angekündigt, dass die Asiatischen Winterspiele 2029 nicht wie geplant in Trojena stattfinden werden.
Nach offizieller Lesart ist das Projekt Neom damit nicht gescheitert: Die Änderungen zeigten, dass die Regierung und das System in der Lage seien, die Ziele anzupassen, sagte einer der Insider der Financial Times. Neom selbst teilt der Zeitung mit, es werde darauf geachtet, Initiativen abzustimmen und zu priorisieren, „dass sie mit nationalen Zielen übereinstimmen und langfristigen Wert schaffen“.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Micron baut Speicherwerk für 24 Milliarden US-Dollar, aber über 10 Jahre
Auf Milliardeninvestitionen in New York folgen weitere Milliarden in Singapur: Micron kündigt eine Erweiterung seines dort vorhandenen Standorts zur Produktion von NAND-Flash-Speicher für SSDs an. Rund 24 Milliarden US-Dollar sollen in ein neues Halbleiterwerk in Singapur fließen. Das entspricht aktuell umgerechnet gut 20 Milliarden Euro.
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Erneut liegt die Krux beim Zeitplan: Micron gibt nicht direkt Vollgas, sondern plant die Investitionen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Erste NAND-Flash-Chips sollen in der zweiten Jahreshälfte 2028 vom Band rollen. Bis die Serienproduktion läuft, könnte es allerdings noch länger dauern. Das neue Halbleiterwerk ist final für 65.000 Quadratmeter Reinraumfläche ausgelegt.
Wenig in Stein gemeißelt
Je nachdem, wie sich die aktuelle Speicherkrise entwickelt, könnte Micron die Baupläne auch noch nach hinten schieben. „Micron wird bei der Steuerung des Kapazitätsausbaus in der neuen Anlage flexibel bleiben, um sich an die Marktnachfrage anzupassen“, heißt es in der Ankündigung.
Dieses Vorgehen zeigte sich bereits beim Ausbau im Onondaga County, in New York, USA. Im Herbst 2022 kündigte Micron dort Investitionen von 100 Milliarden Dollar über zehn Jahre hinweg an. Ein erstes Halbleiterwerk sollte 20 Milliarden Dollar kosten. 2025 verzögerte der Hersteller den Bau, 2026 beschleunigte er ihn wieder.
Aufgrund der Bauzeiten und der benötigten Zeit, um ein Halbleiterwerk nach der Fertigstellung hochzufahren, bringen die Ankündigungen keine kurzfristige Besserung der Speicherverfügbarkeit. Auch die Übernahme eines vorhandenen Halbleiterwerks resultiert erst 2027 in zusätzlicher Fertigungskapazität.
Die drei Speicher-Weltmarktführer SK Hynix, Samsung und Micron zeigen sich wegen des industriebekannten „Schweinezyklus“ bei kurzfristigen Neubauten zögerlich. Schon in der Vergangenheit kollidierten neue Halbleiterwerke mit einer abnehmenden Nachfrage, was in massiv sinkenden Speicherpreisen resultierte. 2023 mussten die Hersteller Speicherbausteine mit Verlust verkaufen.
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(mma)
Künstliche Intelligenz
Nanoleaf Sense+: Schalter nicht mit Expo-Vitrinen kompatibel
Eine Firma, inkompatible Hardware: Der auf smarte Beleuchtung spezialisierte Anbieter Nanoleaf hat eingeräumt, dass seine LED-Vitrinenserie Expo Display Cases, die bereits seit 2024 auf den Markt ist, nicht mit dem hauseigenen physischen Schalter Sense+ kompatibel ist – und das auch ohne Firmware-Update so bleiben wird. Zwar arbeitet das Unternehmen daran, kann aber keine zeitliche Abfolge nennen, wann diese denn fertig ist.
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Entweder zum Gerät laufen oder App nutzen
Wer Gegenstände von der Größe eines Paars Sneakers, Figuren oder andere Dinge hübsch beleuchtet ausstellen möchte, ist bei der Expo-Reihe eigentlich richtig. Die leicht aufzubauenden Kunststoffboxen sind mit einer LED-Beleuchtung ausgerüstet, die sich mittels Nanoleaf-App sowie – aktuell aber nur vereinfacht – via HomeKit kontrollieren lässt. Die Nanoleaf-App ermöglicht auch Farbmuster, Farbanimationen und die Anpassung an Raumklänge, zudem gibt es einen Katalog mit vorgefertigten Designs, aus dem man sich bedienen kann. Physisch schalten lassen sich die Vitrinen allerdings nur an diesen selbst, hierzu sind Sensorknöpfe verbaut. Die Fernbedienung ist nur per App möglich, obwohl Nanoleaf bereits für ein Viererpack 300 Euro aufruft.
Der 30 Euro teure Schalter Sense+ lässt sich zwar in der Nanoleaf-App hinterlegen, die Verbindung mit einer Expo-Display-Case-Installation scheitert aber sogleich. Die App teilt dann kryptisch mit, die Firmware der Vitrinen müsse aktualisiert werden. Allerdings wird diese Firmware nicht angezeigt, weder auf Neustart der App noch Neustart der Vitrinen noch mittels anderer Workarounds. Des Rätsels Lösung: Die Firmware existiert schlicht noch nicht, auch wenn sich das aus der App nicht erkennen lässt.
Noch kein Zeitrahmen
„Derzeit wird der Sense+-Wireless-Switch noch nicht für das Expo Display Case unterstützt. Die Kompatibilität wird voraussichtlich ab der Firmware-Version 12.x.x verfügbar sein. Derzeit gibt es jedoch noch keinen Zeitrahmen für die Veröffentlichung dieses Firmware-Updates“, so der Support von Nanoleaf auf Nachfrage. Das verwirrt, da neuere Produkte als die LED-Vitrinen bereits unterstützt werden, etwa die Standleuchten des Unternehmens.
Probleme macht bei manchen Nutzern unterdessen auch, den Sense+ in HomeKit zu hinterlegen, um ihn zur Steuerung von Apple-Home-Geräten zu verwenden. Dies ist aus der App heraus zum Teil nicht möglich, der Vorgang bricht ab und muss mehrfach wiederholt werden. Die Gesamtfunktionalität des Sense+ – unter anderem das Einstellen der Farbtemperatur – steht sowieso nur über die Nanoleaf-App zur Verfügung.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
App Store: Apple zeigt ab März mehr Anzeigen in Suchergebnissen an
Ab März bekommen Nutzer von Apples App Stores mehr Werbung in den Suchergebnissen angezeigt. Dies hat Apple auf seiner offiziellen Ads-Seite bekannt gegeben. Die Erweiterung im Jahr 2026 war bereits Ende vergangenen Jahres bekannt geworden, allerdings noch ohne konkreten Starttermin. Die Einführung soll schrittweise erfolgen und bis Ende März abgeschlossen sein, teilt Apple mit. Bislang wird jeweils nur eine Anzeige an der Spitze der Suchergebnisse angezeigt. Künftig sollen im weiteren Verlauf weitere folgen.
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Der iPhone-Hersteller dürfte sich von diesem Schritt steigende Einnahmen für seine Dienstesparte versprechen. Aus Apples Ausführungen lässt sich entnehmen, dass viele Nutzer die Werbeanzeigen aber offenbar auch gut annehmen. So gebe es eine durchschnittliche Conversion-Rate von 60 Prozent für die Anzeigen auf der Top-Position. Mehr als die Hälfte derer, die die Anzeige sehen, drückt darauf oder installiert die App gar. Anzeigenkunden zahlen Apple wahlweise für das Antippen (Cost-per-Tap) oder für erfolgte Installationen (Cost-per-Install).
Anzeigenkunden können Plätze nicht frei wählen
Mit der Erweiterung wird es allerdings für Anzeigenkunden nicht möglich sein, sich gezielt Plätze auszusuchen. Dies soll automatisch erfolgen. Bestehende Anzeigenkampagnen sollen automatisch für die neuen Positionen freigeschaltet werden. Anzeigenkunden müssen also keine Änderungen vornehmen. Apples Suchfunktion ist nach Angaben des Ads-Teams der wichtigste Weg, um Apps zu finden und herunterzuladen. 65 Prozent aller Downloads erfolgten direkt nach einer Suche.
Immerhin bleibt es aber dabei, dass im App Store nur Apps beworben werden können. Diese würden thematisch passend ausgespielt, heißt es, und dies unabhängig vom Gebotspreis. Laut Apple besuchen mehr als 800 Millionen Nutzer wöchentlich den App Store.
Indie-Entwickler sind skeptisch
In Indie-Developer-Kreisen wird die Ausweitung der App-Store-Werbung skeptisch gesehen. Apple stärke damit die Sichtbarkeit finanzstarker App-Entwickler, ist zu hören. Kleine Apps würden damit in Suchergebnissen in den Hintergrund rücken.
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Offen ist auch noch, wie die Europäische Kommission Apples Anzeigenaktivitäten insgesamt bewertet. Derzeit läuft eine Untersuchung, ob Apple Ads so viele Nutzer erreicht, dass dieser Teil der Plattform unter die Regeln des Digital Markets Act (DMA) fällt. Dies würde eine stärkere Regulierung nach sich ziehen. Apple hatte das Überschreiten eines Schwellenwertes pflichtgemäß selbst bei der EU gemeldet, die daraufhin eine Prüfung einleitete.
Die neuen Anzeigenpositionen erfordern auf Nutzerseite ein iPhone oder iPad, auf dem mindestens iOS 26.2 beziehungsweise iPadOS 26.2 installiert ist. Weiterhin wird es auch Anzeigeneinblendungen im Today-Tab, am Ende von App-Produktseiten und in der Liste vorgeschlagener Apps im Such-Tab geben.
(mki)
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