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Stahlproduktion mit Wasserstoff: Erzreduktion im Industriemaßstab gelungen


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In Namibia ist dem Konsortium SuSteelAG der erste Praxistest im industriellen Maßstab gelungen, um Eisenerz – auch niedrigerer Qualität – klimaneutral zu direkt reduziertem Eisen zu verarbeiten. Das meldet die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), die das Projekt leitet.

Das internationale Projekt SuSteelAG (Sustainable Steel from Australia and Germany), das von Australien, Deutschland und Namibia vorangetrieben wird, entwickelt unter Koordination der BAM ein Direktreduktionsverfahren auf Wasserstoffbasis. Damit soll die Stahlindustrie dekarbonisiert werden, die rund sieben Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verursacht.

Einer der Knackpunkte laut BAM: Bisher ist die klimaneutrale Stahlproduktion nur mit Premiumerzen möglich, die einen hohen Eisenanteil von rund 70 Prozent besitzen. Diese Erze seien weltweit allerdings knapp und entsprechend teuer. Zudem müsse dabei ein Schachtofen zum Einsatz kommen, der wiederum eine kosten- und energieintensive Vorbehandlung des Erzes zu Pellets erforderlich mache. Das Verfahren, das in Namibia zum Einsatz kommt, kann erstmals auch niedrigere Erzqualitäten nutzbar machen und soll damit eine breitere Rohstoffbasis für die grüne Stahlproduktion erschließen.

So soll es in Namibia am Standort Oshivela nun Anfang April gelungen sein, in einem elektrisch betriebenen Wasserstoff‑Drehrohrofen 80 Tonnen australisches Eisenerz klimaneutral zu direkt reduziertem Eisen zu verarbeiten. Das nicht vorbehandelte australische Eisenerz hatte einen vergleichsweise geringen Eisenanteil von rund 56 Prozent. Es wurde mit einem Durchsatz von rund fünf Tonnen pro Stunde zu Eisen veredelt.

Christian Adam (BAM), Koordinator des internationalen Konsortiums SuSteelAG erklärt hierzu: „Wir haben damit erstmals eine Größenordnung erreicht, die für die industrielle Produktion interessant ist, und bewiesen, dass die wasserstoffbasierte Direktreduktion von Erzen niedriger Qualität wirtschaftlich betrieben werden kann – ein Schlüssel, um grüne Stahlproduktion auch in Deutschland zu beschleunigen. Es droht damit auch kein Engpass bei der klimaneutralen Stahlproduktion aufgrund der knappen Verfügbarkeit von Premiumerzen.“

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Im nächsten Schritt soll das in Namibia veredelte Eisen nach Deutschland verschifft und von der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH untersucht werden. Perspektivisch soll mit dem veredelten Eisen klimafreundlicher Stahl für Autos und andere Produkte produziert werden. Zudem wird die RWTH Aachen (Lehr- und Forschungsgebiet Technologien zur Aufbereitung mineralischer Rohstoffe – AMR) untersuchen, wie sich australische Erze mit niedrigerem Eisengehalt für die Direktreduktion weiter optimieren lassen.

Der Wasserstoff-Drehrohrofen in Namibia wird vom Projektpartner HyIron Green Technologies betrieben. Entwicklung und Aufbau sollen maßgeblich auf den deutschen Industrieofenbauer TS Elino GmbH zurückgehen. Das Eisenerz wurde von dem australischen Minen- und Technologiekonzern Fortescue geliefert, der ebenfalls Teil von SuSteelAG ist. Am Konsortium SuSteelAG sind neben der HyIron GmbH zudem das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST, das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, die Heidelberg Manufacturing Deutschland GmbH und HANSAPORT beteiligt. Gefördert wird SuSteelAG vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im 7. Energieforschungsprogramm mit rund 4,5 Mio. Euro. Der Drehrohrofen von HyIron Green Technologies in Namibia entstand mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE).


(kbe)



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Microsoft beendet die Feature-Lotterie im Insider-Programm


Microsoft baut das Windows-Insider-Programm grundlegend um. Statt der bisherigen vier Kanäle gibt es künftig nur noch zwei zentrale Tracks: Experimental und Beta. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen mehr Transparenz bei neuen Funktionen und einfachere Wechsel zwischen den Kanälen.

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Hintergrund der Änderungen ist anhaltende Kritik aus der Insider-Community. Nutzer bemängelten vor allem die schwer durchschaubare Aufteilung in die Kanäle Developer, Canary und Beta. Besonders frustrierend: Microsoft kündigte neue Funktionen in Blog-Posts an, doch nur ein Teil der Tester erhielt sie tatsächlich – eine Folge gestaffelter Verteilungen. Im März 2026 hatte Pavan Davuluri, Chef der Windows-Sparte, bereits Verbesserungen bei Qualität und Programmstruktur in Aussicht gestellt.

Der neue Experimental-Kanal ersetzt die bisherigen Dev- und Canary-Zweige. Er richtet sich an Tester, die möglichst früh Zugriff auf neue Funktionen wollen und dafür Instabilitäten in Kauf nehmen. Features können sich hier noch stark verändern, verzögern oder ganz entfallen. Der Beta-Kanal bleibt bestehen, zeigt aber künftig nur noch Funktionen, die Microsoft in den darauffolgenden Wochen ausliefern will.

Die wichtigste inhaltliche Änderung betrifft den Beta-Kanal: Microsoft streicht dort die gestaffelten Feature-Rollouts (Controlled Feature Rollout, CFR). Wenn das Unternehmen eine Funktion in einem Beta-Build ankündigt, steht sie nach dem Update auf allen Geräten bereit. Kleine Testvarianten innerhalb eines Features bleiben möglich, das Feature selbst ist aber immer aktiv.

Im Experimental-Kanal geht Microsoft einen anderen Weg. Dort können Tester über eine neue Feature-Flags-Seite in den Insider-Einstellungen einzelne Funktionen gezielt ein- oder ausschalten – ähnlich wie bei Feature Flags in Chrome oder Edge. Zum Start beschränkt Microsoft das auf sichtbare Neuerungen aus den Build-Ankündigungen; Bugfixes und Hintergrundänderungen tauchen dort zunächst nicht auf.

Für fortgeschrittene Nutzer kommt eine weitere Option hinzu: Sie können unter „Erweiterte Optionen“ gezielt eine Windows-Version wählen, etwa 25H2 oder 26H1. Im Experimental-Kanal gibt es zusätzlich die Auswahl „Future Platforms“ – sehr frühe Plattform-Builds, die an keine konkrete Windows-Version gebunden sind.

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Deutlich vereinfacht hat Microsoft auch den Wechsel zwischen Kanälen. Insider können künftig in den meisten Fällen per In-Place Upgrade zwischen Experimental und Beta wechseln, ohne ihr System neu aufsetzen zu müssen. Apps, Einstellungen und Daten bleiben erhalten. Einzige Ausnahme: Wer „Future Platforms“ verlässt, muss weiterhin Windows neu installieren.

Zusätzlich bleiben in den erweiterten Optionen die Release Previews erhalten, die sich primär an kommerzielle Kunden richten und eine Art Early Access ermöglichen sollen. Inhaltlich ändert sich dort nichts. Außerdem hat Microsoft die Einstellungsseite des Insider-Programms überarbeitet: Sie soll schneller laden, übersichtlicher aufgebaut sein und weniger Neustarts erfordern.

Die Umstellung beginnt in den kommenden Wochen. Bestehende Teilnehmer ordnet Microsoft automatisch den neuen Kanälen zu – die installierte Windows-Version bleibt dabei unverändert. Dev-Nutzer landen im Experimental-Kanal, Beta-Nutzer bleiben im Beta-Kanal.

Canary-Tester wechseln ebenfalls zu Experimental und erhalten je nach bisheriger Build-Reihe die Zuordnung „Future Platforms“ (29500er-Builds) oder „26H1“ (28000er-Builds). Alle Informationen zur Umstellung finden sich in der Ankündigung von Microsoft.


(fo)



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Fitnesskette Basic-Fit: 200.000 Mitglieder von Datenleck betroffen


Ein unerlaubter Zugriff auf die Daten der börsennotierten Fitnesskette Basic-Fit betrifft Mitglieder in mehreren Ländern, davon allein 200.000 aus den Niederlanden. Er wurde kurz nach seiner Entdeckung am heutigen 13. April vom Sicherheitsteam des Fitness-Unternehmens gestoppt und den zuständigen Behörden gemeldet.

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Durch das Datenleck gelangten personenbezogene Daten wie E-Mail-Adresse, Name und Mitgliederinformationen in fremde Hände. Zu Passwörtern und Ausweisdokumenten hatten die Unbefugten laut dem Unternehmen keinen Zugang.

Basic-Fit informierte nach eigenen Angaben die betroffenen Kunden per E-Mail und versichert, dass bisher kein Datenmissbrauch nachgewiesen werden kann. Die Fitnesskette rät ihren Mitgliedern jedoch, besonders achtsam bei Phishing-Versuchen zu sein. Sie hat zudem eine eigene FAQ-Seite erstellt, in der sich die Kunden über das Datenleck informieren können.

Basic-Fit betreibt laut eigenen Angaben 2150 Fitnessstudios in zwölf europäischen Ländern. Sie zählt knapp sechs Millionen Mitglieder.

Sie können sich beispielsweise in einem Phishing-Angriff mit gefälschten E-Mails als Basic-Fit ausgeben und vermeintlich nicht bezahlte Mitgliedsbeiträge oder andere Informationen einfordern. Bei Phishing-Verdacht ist es wichtig, nicht darauf einzugehen und auf keine Links zu klicken.

Fitnessapps und -studios sind häufig von Datenlecks betroffen. So gab es eine massive Datenpanne beim Sportanbieter „Urban Sports Club“, in der tausende sensible Dateien auf einem öffentlich zugänglichen Cloudspeicher lagen. Bei der Ernährungs-App „MyFitnessPal“ brachten Hacker 150 Millionen Nutzerdaten an sich.

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(mho)



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iPhone Ultra: Neues zu möglichen Preisen, Technik und Verfügbarkeiten


In weniger als einem halben Jahr soll es so weit sein: Apples erstes faltbare iPhone wird vorgestellt. Trotz anderslautender Gerüchte gilt der September allgemein als gesetzter Vorstellungstermin für das wohl „Ultra“ genannte Foldable. Denkbar ist allerdings, dass die Auslieferung erst im Oktober beginnt. Der geplante Preisbereich ist ambitioniert: Laut Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg beginnt er bei 2000 US-Dollar, mit mehr Speicher könnte er an der Marke von 2800 Dollar kratzen. In Euro dürfte es deutlich über 2000 Euro losgehen und sich bis auf knapp 3000 Euro ziehen – dann mit 2 TByte Flash.

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Apple sind mehrere Durchbrüche gelungen, heißt es weiter. Dazu gehört die weitgehende Entfernung der bekannten „Bügelfalte“, die andere Foldables noch aufweisen, sowie eine Verbesserung der allgemeinen Haltbarkeit der Klappgeräte. Zumindest die weitgehende Faltenfreiheit ist allerdings nicht neu: So konnte erst kürzlich der chinesische Hersteller Oppo, mit dem Apple gerade in einem Rechtsstreit wegen des angeblichen Diebstahls geistigen Eigentums steht, mit dem Find N6 ein solches Gerät zeigen. Auch Samsung arbeitet an solchen Displays.

Beim iPhone Ultra plant Apple einen Reisepass-artigen Formfaktor: Das Gerät soll im geschlossenen Zustand breiter sein, als man das von regulären Smartphones kennt. Sinn der Sache ist es, dass das Gerät aufgeklappt das Bildseitenverhältnis eines iPad mini hat, was zwar nicht ganz 16:9 darstellen soll, das Design aber weniger quadratisch macht. Geplant sind angeblich gut 7,7 Zoll Innenmaß bei 5,3 Zoll außen. Auch hier gibt es aus China konkurrierende Geräte: Bei Huawei bereitet man mit dem Pura X Max gerade ein solches Gerät vor. Samsung will mit einem möglichen „Galaxy Z Fold 8 Wide“ ebenfalls in diese Richtung gehen.

Das iPhone Ultra soll ansonsten erstmals seit vielen Jahren keine Face-ID-Gesichtserkennung mitbringen, stattdessen auf einen mit Touch-ID-Fingerabdrucksensor ausgestatteten Sleep/Wake-Knopf setzen, wie man ihn etwa vom iPad mini kennt. Geplant sind zudem eine Front-Kamera und zwei rückwärtige Bildsensoren, insgesamt also ein eingeschränkteres Foto- und Videosystem als etwa bei einem iPhone-Pro-Modell.

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Spannend wird noch, wie Apple die Software umsetzt. Bislang bietet nur iPadOS mittlerweile ein echtes Fenstersystem, beim iPhone werden alle Apps im Vollformat ausgeführt. Denkbar wäre, dass Apple zumindest mehrere Apps gleichzeitig im „Side-by-Side“-Format erlaubt. Eine frei konfigurierbare Fensteroberfläche gilt (leider) als unwahrscheinlich.

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(bsc)



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