Künstliche Intelligenz
„The Boroughs“: Opa entdeckt Stranger Things
Schon von Weitem sieht „The Boroughs“ aus wie „Stranger Things“ mit Rentnern statt mit Schülern. Der Vergleich drängt sich auf, weil die neue Netflix-Serie von den Duffer-Brüdern zwar nicht geschrieben, aber produziert wird. Parallelen gibt es viele. Auch hier geht es um eine Clique normaler Menschen in einer trügerischen Kleinstadtidylle, die mit dem Einbruch des Übernatürlichen in ihren Alltag klarkommen müssen, sich zusammenschließen und dagegen kämpfen. Sie schleichen mit der Taschenlampe durch verbotene Tunnel, streiten und vertragen sich, fahren nachts heimlich noch wohin. Nur eben nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem Golfcart. Alle acht Folgen sind am 21. Mai auf Netflix gelandet, bereit zum Bingen.
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Wut in Gottes Wartezimmer
Die Serie wird hauptsächlich aus der Perspektive des alten, gebrochenen Ingenieurs Sam Cooper erzählt. Wie Alfred Molina den trauernden, wütenden und verlorenen Witwer darstellt, ist die vielleicht größte Attraktion der Serie. Die künstliche Idylle zerschellt an Molinas hängenden Mundwinkeln. Cooper wird zu Beginn mehr oder weniger gegen seinen Willen von der hilflosen, wohlmeinenden Tochter in der titelgebenden Senioren-Community abgeliefert. Er will in Ruhe gelassen werden. Als er beim Einzug einen KI-Sprachassistenten in seinem neuen Heim entdeckt, reißt er das Gerät aus der Wand. Überhaupt schaut der alte Ingenieur lieber unter Wandabdeckungen und Motorhauben, als sich mit anderen Menschen abzugeben. Abends entspannt er vor dem Röhrenfernseher.

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Dass diese und viele andere Rollen nicht ins Klischeehafte kippen, liegt an der quicklebendigen Präsenz von Molina und einem gutgelaunten Altstar-Ensemble. Alfre Woodard als furchtlose Ex-Journalistin und Denis O’Hare als Cocktails schlürfender Krebspatient spielen so überzeugend, dass man nie wieder Teenagern zuschauen will.
Gekommen, um zu leben
Mit Freude stürzt sich das Ensemble auf die explizite Darstellung all der Dinge, die ab einem gewissen Alter als unangemessen oder unanständig gelten. Sams wilde alte Nachbarn flirten, plaudern über ihr Sexualleben, trinken Cocktails und reiben sich mit Cannabis-Balsam ein.
Allerdings werden sie auch schon ab der ersten Folge von einem namenlosen Schrecken dezimiert, der aus dem Senioren-Suburb eine doppelte Falle macht. Anfangs lehnt sich Sam noch gegen den Einzug in „Gottes Wartezimmer“ auf. Schnell versteht er aber, dass man in die Boroughs kommt, um nochmal richtig zu leben. Einige leben hier allerdings auffällig kurz.
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Etwas schrill fällt die Gestaltung der Gated Community aus. „The Boroughs“ sehen aus wie eine Disney-Planstadt der 1950er Jahre. Alles ist zu sauber, zu perfekt, das Personal schleimig, dazu liegt es isoliert in der Wüste. Spätestens, als man die Einrichtung für Demenzkranke sieht, will man schreiend fliehen. So lassen sich anfangs ein paar treffende Pointen darüber platzieren, wie alte Menschen bevormundet werden. Einige Dialoge klingen wie aus dem Altersheim abgeschrieben.
Gutgemeinte Geheimnisse
Leider fällt der Mystery-Teil der flotten Rentnergeschichte nicht besonders geheimnisvoll aus. Für Genre-Fans oder einfach nur Menschen, die in den vergangenen Jahren Netflix abonniert hatten, ist hier eigentlich nichts neu. Nostalgisch wirkt die Serie nicht nur, weil die Oldies ihre Lieblingsplatten der 70er, 80er und 90er auflegen, sondern weil man den Body Horror, die widernatürlichen Schrecken, schrecklichen alten Geheimnisse und das unheimliche Leuchten aus diversen Filmen wiedererkennen könnte.
Die ersten Takte des Mysterys-Plots fallen noch sehr launig aus. Eher banal und etwas wahllos wirken die Enthüllungen, doch die Geschichte funktioniert. Nicht der Anblick eines Monsters ist das Erschütternde, sondern Molinas Reaktion darauf. Im Verlauf der Staffel muss man dann aber schon viel guten Willen mitbringen, um dem Quatsch noch zu glauben. Einige dramatisch gemeinte Enthüllungen scheitern einfach an der Inszenierung, vor allem Maskeneffekte sehen leider nicht so überzeugend aus. Ein besonders dramatischer Augenblick gegen Ende der Staffel kippt ins unfreiwillig Komische.
Authentische Kreuzschmerzen
Ein paar gute Ideen stecken in dem Geheimnis. Es passt zu den Problemen, über die Sams Nachbarn auch abends an der Feuerschale plaudern. Doch die Stärke der Serie bleibt das Schauspiel-Ensemble. Die rebellischen, ungezogenen Alten machen einfach Spaß beim Zuschauen, und sie verwandeln den düsteren Stoff in etwas Leichteres. Teenager haben noch etwas zu verlieren. Die Senioren dagegen wussten schon vorher, dass sie irgendwann demnächst sterben könnten. Und sie sind nicht bereit, brav auf das Ende zu warten.
Die furchtlosen Helden haben etwas Erfrischendes. Endlich muss man mal nicht mehrere Episoden lang warten, bis irgendwelche Teenager den Mund aufbekommen. Auch deswegen ist „The Boroughs“ öfter lustig als spannend. Wie eine Jugendbande mit Knie- und Rückenschmerzen ziehen die Senioren mit großen Augen und gezückten Messern in die Gefahr. Munter klopfen sie dabei Sprüche, schmieden Pläne und überlisten fiese junge Menschen. Als Komödie funktioniert die Serie in solchen Szenen hervorragend.
Irgendwie flackert’s
„The Boroughs“ ist aber nicht nur eine Komödie. Die Geschichte dreht sich um ein wahllos inszeniertes, schlecht erklärtes Geheimnis, das nach dem Schauen keinen rechten Sinn ergibt. Sam ist Ingenieur, auch seine Nachbarn bringen alle eine besondere Expertise mit, die bei diesem Fall helfen könnte. Doch die Szenen, in denen etwas recherchiert, gebaut oder endlich verstanden wird, sind besonders einfallslos. Wenn etwas Unerhörtes aus Röhrenfernsehern gebaut wird, oder eine Bildersuche zu einem unwahrscheinlichen Ergebnis führt, dann bekommt man das nur abgekürzt, vielleicht als Montage zu sehen.
Wer bei einer Mystery-Serie nachverfolgen möchte, wie ein vertracktes Geheimnis Schicht um Schicht aufgedeckt wird, sollte „The Boroughs“ also eher nicht gucken. Das könnte enttäuschend werden. Wer aber mitlachen kann, wenn ein paar Senioren nochmal auf das Leben anstoßen, der wird gut unterhalten. Und wenn dann die Ausdauer nur für die ersten sechs Folgen reicht, hat man vielleicht gar nicht so viel verpasst.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
CATL eröffnet 2000. Wechselstation und baut die Infrastruktur weiter aus
Wechseln statt laden: In China treibt der Akkuhersteller Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL) das Thema Akkuwechsel weiter voran. Das Unternehmen baut sein Akkuwechselnetz Choco-SEB weiter aus – mit großem Engagement.
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Gerade sei die 2000. CATL-Akkuwechselstation eingeweiht worden, berichtet das chinesische Autonachrichtenportal CarNewsChina.com. Die Stationen seien in 31 Provinzen – also praktisch im ganzen Land – und in 180 Städten zu finden. In 80 Prozent der in kleinen und mittelgroßen Städten gebe es eine Station. Hinzu kommen zwei in Hongkong.
Das Ziel ist demnach, bis Ende des Jahres die Zahl der Stationen auf 3000 zu erhöhen. Das klingt viel, allerdings hat CATL im zweiten Quartal im Schnitt über 200 Stationen im Monat eröffnet. Geht es in dem Tempo weiter, sollte das selbst gesteckte Ziel zu schaffen sein. Im Herbst 2025 gab es 700 Stationen.
CATL konzentriere sich derzeit darauf, neue Stationen entlang der wichtigen Fernverkehrsstraßen zu bauen, darunter etwa die Verbindung von Peking nach Harbin, die Hauptstadt der Provinz Heilongjiang im Nordosten des Landes, von Peking nach Kunming, die Hauptstadt der Provinz Yunnan im Süden oder von Peking nach Tibet. Weitere Elektrokorridore sollen zwischen Daqing und Guangzhou parallel zur Ostküste entstehen sowie zwischen Lanzhou in der nordwestchinesischen Provinz Gansu und Haikou auf der Insel Hainan im südchinesischen Meer.
Mehrere Hersteller verbauen Wechselakkus
Die Wechselakkus nennt CATL Choco Swapping Electro Block (SEB). Sie heißen so, weil sie von der Optik her an eine Tafel Schokolade erinnern. CATL bietet sie in mehreren Varianten an, darunter zwei für Pkw und eine für kleinere Lkw. Mehrere chinesische Fahrzeughersteller, darunter Changan und GAC Aion, verbauen die Akkus bereits. Der Autokonzern Nio will die Fahrzeuge seiner Marke Firefly mit Choco-SEBs ausstatten.
Vor etwa 20 Jahren versuchte der ehemalige SAP-Manager Shai Agassi, eine Infrastruktur für den Akkuwechsel aufzubauen, zunächst in Israel, Dänemark und Australien. Allerdings scheiterte das Projekt mit dem Namen Better Place. Der chinesische Konzern Nio belebte das Konzept wieder und hat ein großes Netz an Ladestationen aufgebaut, darunter auch einige wenige in Deutschland.
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Einen leeren Akku zu tauschen, statt ihn zu laden, hat einen Zeitvorteil: Der Tausch ist schneller. Allerdings relativiert sich dieser Vorteil mit der Einführung von 800-Volt-Systemen, die deutlich kürzere Ladezeiten ermöglichen. Fortschritte in der Akkutechnik werden weitere Verbesserungen bringen.
Kürzlich hat CATL eine Kooperation mit dem britischen Energiekonzern Octopus Energy geschlossen. Sie haben das Joint Venture Swaptopus gegründet, das in Europa eine Infrastruktur mit Akkutauschstationen für Elektro-Lkw aufbauen will.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
iOS 27 Beta 3: Siri AI greift erstmals auf Daten aus Dritt-Apps zu
Mit der dritten Beta-Version von iOS 27 erhält Apples KI-verbesserte Sprachassistenz Siri AI jetzt offenbar auch die Möglichkeit, Informationen von Dritt-Apps zu beziehen. Testern gelang es, per Sprachsteuerung Daten aus ersten einzelnen Apps abzufragen. Damit zeigt sich auch ein großer Vorteil für den Start, aus dem Apple seinen Nutzen ziehen kann: Durch Verwendung vorhandener Schnittstellen werden bei Veröffentlichung von iOS 27 wahrscheinlich bereits viele Apps über Siri ansteuerbar sein. Damit muss Apple zumindest für einfachere Abfragen keine speziellen neuen Siri-APIs einführen.
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Mehreren Testern der Developer-Beta 3 gelang es laut 9to5Mac, den aktuellen Ladestand eines Teslas via Siri in Erfahrung zu bringen. Dies funktionierte aber bislang nur mit der App Tessie, nicht mit der offiziellen Tesla-App. Tessie greift über Schnittstellen auf die Daten des Fahrzeugs zu und bietet Nutzern mehr Datenansichten und Funktionen als die App des Herstellers. Ein anderer Tester berichtete, er habe den Ladestand seines Ford mittels der Hersteller-App abfragen können.
App Intents als Grundlage
In den ersten beiden Betas konnten Tester ausschließlich Daten aus Apple-eigenen Apps abfragen. Um erstmals auszuprobieren, wie sehr der neue persönliche Kontext die Qualität der Antworten der Sprachassistenz verbessert, genügte das zunächst. Da viele Nutzer aber für E-Mails oder Kommunikation andere Apps nutzen, ist die Unterstützung von Dritt-Apps eine wichtige Erweiterung, die jetzt offenbar die erste Hürde genommen hat.
Apple nutzt für die Kommunikation mit Dritt-Apps das App-Intents-Framework. Dies war bislang die Grundlage dafür, dass Apps Daten und Funktionen für die Kurzbefehle (Shortcuts) bereitstellen können. Auch die Suche per Spotlight und das Anbieten von Widgets, die auf Sperrbildschirm und Homescreen platziert werden können, hingen von dieser Schnittstelle ab. Mit iOS 27 sollen die App Intents in einer erweiterten Form auch Siri AI mit Informationen bedienen. Neu sind Funktionen für Streaming-Antworten, Dialoge über mehrere Schritte und erweiterte Datentypen. App-Entwickler können darauf basierende Apps aber derzeit noch nicht im App Store anbieten. Erst mit dem finalen Release des großen Softwareupdates von Apple können sie auch auf dem neuen iOS-27-SDK basierende Apps für den App Store einreichen.
SiriKit wird in Rente geschickt
Für Grundfunktionen scheint aber auch die bisherige Implementierung durchaus auszureichen. Die App Intents wurden mit iOS 16 im Jahr 2022 eingeführt. Im Zuge des Siri-Umbaus schickt Apple die Schnittstelle SiriKit gleichzeitig in Rente. Diese existierte seit 2016 und war XML-basiert. Künftig sind die App Intents der einzige Weg für Siri AI.
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EU-Nutzer werden sich auf iPhone und iPad erstmal gedulden müssen, da Apple wegen der laufenden Diskussionen mit der EU-Kommission hier vorerst auf eine Veröffentlichung verzichtet. Dafür wird Siri AI aber im Herbst in der EU auch auf dem Mac und der Vision Pro erscheinen – vorerst allerdings nur in US-Englisch.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
Bericht: Peking prüft Einschränkung des Zugangs zu Chinas führenden KI-Modellen
KI als Frage der nationalen Sicherheit. Chinesische Behörden haben im Juni mit führenden Technologiekonzernen des Landes Beratungen über eine mögliche Einschränkung des Zugangs aus dem Ausland zu Chinas fortschrittlichsten KI-Modellen geführt. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf drei mit den Gesprächen vertraute Personen.
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Die Gespräche, an denen unter anderem Vertreter von Alibaba, ByteDance und des KI-Start-ups Zhipu AI (bekannt als Z.ai) teilnahmen, unterstrichen, so Reuters, dass Peking ähnlich wie Washington modernste künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile als kritisches nationales Gut betrachtet, das staatlicher Kontrolle bedarf. Bei den vom chinesischen Handelsministerium geleiteten Treffen ging es laut zwei der Reuters-Quellen um Beschränkungen für die fortschrittlichsten chinesischen KI-Modelle – sowohl für Closed-Source- als auch für offenere Versionen.
Diebstahl von KI-Technologie als Straftatbestand
Alle drei genannten Unternehmen verfügen über verschiedene KI-Modelle. Einige davon sind Closed-Source, also geschlossene Modelle, während andere Open-Weight-Modelle sind, d. h. Nutzer können die zugrundeliegenden Systeme herunterladen, ausführen und anpassen. Zu den am weitesten verbreiteten KI-Modellen in China gehören Alibabas Qwen und ByteDances Doubao. Z.ai hat kürzlich im Silicon Valley für Aufsehen gesorgt, da die Leistungsfähigkeit seines Modells GLM-5.2 an führende US-Modelle wie Anthropics Mythos heranreicht – und das zu einem Bruchteil der Kosten.
Einer der Quellen zufolge wurde bei den Treffen zudem erörtert, das Durchsickern oder den Diebstahl proprietärer KI-Technologie als Straftatbestand in das nationale Sicherheitsgesetz aufzunehmen. Zudem sprachen die Regierungsvertreter über mögliche neue Regelungen dazu, wer heimische KI-Start-ups finanzieren darf.
Der Umfang der möglichen Beschränkungen wird laut Reuters noch diskutiert. Zwei der Quellen zufolge könnten sie unter Umständen nur auf künftige KI-Modelle angewandt werden. Auch ist unklar, wann oder ob diese Maßnahmen überhaupt in Kraft treten. Weder die chinesische Regierung noch Alibaba, ByteDance oder Z.ai reagierten auf Anfragen von Reuters in der Angelegenheit.
Gefahr für die nationale Sicherheit?
Die immer leistungsfähigeren KI-Modelle haben wegen ihres möglichen Missbrauchs nicht nur in Peking Bedenken über die Auswirkungen auf die nationale Sicherheit ausgelöst. Als das US-KI-Unternehmen Anthropic im April sein neues leistungsstarkes KI-Modell Mythos vorstellte, das Sicherheitslücken in Softwaresystemen identifizieren kann, war die Aufregung groß. Mythos sei zu leistungsfähig und damit zu gefährlich für die Öffentlichkeit, beschied Anthropic. Mitte Juni verlangte die US-Regierung eine Sperre von Anthropics KI-Modellen Fable und Mythos. Ausländische Staatsangehörige dürften keinen Zugriff auf die fortschrittlichsten KI-Modelle von Anthropic haben, hieß es. Angst vor Spionage durch China soll Auslöser für die Sperren gewesen sein. Später hob die US-Regierung die Exportbeschränkungen teilweise wieder auf.
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Laut zwei der Reuters-Quellen sind die chinesischen Behörden ihrerseits zutiefst besorgt darüber, dass Mythos von Anthropic Software-Schwachstellen ausnutzen und die US-Regierung das Modell gegen chinesische Interessen einsetzen könnte. Erst kürzlich verbannte Alibaba Anthropics KI-Modell Claude. Aus Angst vor Überwachung dürfen Alibaba-Mitarbeiter Claude nicht mehr nutzen.
China hat in diesem Jahr zudem zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um im Inland entwickelte KI-Technologie im Land zu halten. Ende April legte die Regierung ihr Veto gegen die zwei Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des chinesischen KI-Start-ups Manus durch den Facebook-Konzern Meta ein. Im Rahmen der Überprüfung des Deals untersagten die chinesischen Behörden dem Manus-CEO Xiao Hong und dem Chefforscher Ji Yichao das Verlassen des Landes. Ende Mai weitete die Regierung bestehende Ausreisebeschränkungen für KI-Talente aus, darunter KI-Führungskräfte privater Firmen wie Alibaba und DeepSeek. Wie mehrere Reuters-Quellen berichten, leitete Peking in diesem Jahr zudem Untersuchungen gegen Manus und andere ins Ausland abgewanderte chinesische KI-Start-ups ein, um festzustellen, ob diese gegen Exportkontrollgesetze verstoßen haben.
Neue Vorschriften und mögliches Stufen-Modell
Vor wenigen Wochen erließen die chinesischen Behörden weitreichende neue Vorschriften, die die Kontrolle über Auslandsgeschäfte verschärfen, bei denen chinesische Investoren, Technologie, Daten und die nationale Sicherheit eine Rolle spielen. Diese könnten nun weiter verschärft werden – das legen die Beratungen zwischen Regierung und Unternehmen nahe.
Nach eigenen Angaben konnte Reuters allerdings nicht in Erfahrung bringen, wie mögliche neue Beschränkungen für den Zugriff aus dem Ausland auf chinesische KI-Modelle konkret aussehen könnten. Die Nachrichtenagentur verweist in diesem Zusammenhang auf eine im Mai abgehaltene Diskussionsrunde chinesischer Rechtsexperten zu den Regelungen für Open-Source-KI. Laut einer in einer offiziellen Fachzeitschrift des Obersten Volksgerichtshofs veröffentlichten Zusammenfassung der Diskussionen schlugen die Teilnehmer ein Mehr-Stufen-System vor: einfache Open-Source-KI-Modelle sollten lediglich einer unkomplizierten Meldepflicht unterliegen, für fortgeschrittenere Modelle wären Sicherheitsüberprüfungen vorgesehen, und die Spitzenmodelle dürften entweder nicht öffentlich zugänglich gemacht oder nur im Inland genutzt werden.
Seit der Einführung des Modells R1 von DeepSeek im vergangenen Jahr haben chinesische KI-Modelle dank niedriger Kosten und schnell wachsender Leistungsfähigkeit weltweit stark an Bedeutung gewonnen. Sollte die chinesische Regierung die Entscheidung treffen, den Zugang zu chinesischen KI-Modellen spürbar einzuschränken, könnte dies Auswirkungen auf die KI-Märkte haben, da dies für viele Unternehmen voraussichtlich mit steigenden Kosten verbunden wäre, so Reuters.
(akn)
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