Künstliche Intelligenz
Transrapid 2.0: Bundesverkehrsministerium plant Comeback für den ÖPNV
Deutschland und die Magnetschwebebahn: Das ist eine Geschichte, die irgendwo zwischen technologischer Euphorie, politischem Slapstick und tragischem Scheitern schwankt. Wer an das Schweben auf dem Magnetfeld denkt, hat die Bilder des Transrapids im Kopf, der mit 500 km/h durchs Emsland raste. Doch während der Transrapid als Fernverkehrshoffnung längst im Museum und in China gelandet ist, bereitet Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nun hinter den Kulissen eine Rückkehr der Technologie vor – allerdings mit neuem Fokus.
Weiterlesen nach der Anzeige
Unvergessen bleibt der rhetorische Höhepunkt der deutschen Magnetbahn-Historie: Edmund Stoibers legendäre Rede aus dem Jahr 2002. In einem verzweifelten Versuch, die Vorzüge einer Anbindung des Münchner Flughafens an den Hauptbahnhof zu preisen, verstieg sich der damalige bayerische CSU-Ministerpräsident in Sätze wie: „Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München mit zehn Minuten, ohne dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug.“ Die Vision, dass der Verkehrsknotenpunkt im Zentrum quasi zum Gate wird, scheiterte am Ende ebenso wie das Projekt selbst.
Neue Technik für den urbanen Pendlerwahnsinn
Die Vision von Schnieder zielt nun nicht mehr auf die Langstrecke zwischen Metropolen oder die Stoibersche Flughafen-Anbindung ab, sondern auf den täglichen Pendlerwahnsinn in den Städten. Die Magnetschwebebahn soll künftig im Personennahverkehr (ÖPNV) als ernsthafte Konkurrenz zu klassischen U-Bahnen und Straßenbahnen etabliert werden. Das Fundament für diese Pläne bildet eine Machbarkeitsstudie, die bereits Ex-Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) 2020 in Auftrag gegeben hatte.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung, die das Verkehrsressort weiter als valide Grundlage erachtet, sind eindeutig: Die moderne Magnettechnologie werde als „verfügbare und konkurrenzfähige Alternative zu klassischen spurgeführten Verkehrssystemen“ eingestuft, erklärte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der Rheinischen Post. Es gehe dabei nicht um eine bloße Wiederbelebung des alten Transrapid-Konzepts, sondern um eine neue Generation von Zügen, die technisch weitaus flexibler und effizienter agieren könnten als ihre Ahnen aus den Neunzigerjahren.
Der Sprecher hob insbesondere die Vorteile unter schwierigen topografischen Bedingungen hervor, bei denen das System herkömmlichen Bahnen überlegen sei.
Flexibilität auf Stelzen statt teurer Tunnelbauten
Weiterlesen nach der Anzeige
Ein entscheidender Vorteil der neuen Schwebebahnen liegt in ihrer baulichen Flexibilität. Da die Züge auf Stelzen, also „geständert“, geführt werden, lassen sie sich nach Einschätzung des Verkehrsressorts deutlich schneller realisieren als bodengebundene Schienensysteme, die oft langwierige Tunnelbauten oder massive Eingriffe in die bestehende Infrastruktur erfordern. Wo die klassische Straßenbahn an ihre Grenzen stößt und der U-Bahn-Bau Milliarden verschlingt, könnte der Transrapid 2.0 eine Lücke schließen, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch attraktiv ist.
Damit aus der technologischen Machbarkeit auch reale Infrastruktur wird, plant das Ministerium laut dem Bericht derzeit den entscheidenden Hebel auf politischer Ebene: die Öffnung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG). Bisher waren die Fördertöpfe primär für konventionelle Schienenprojekte reserviert. Durch eine Gesetzesnovelle sollen künftig auch innovative Ansätze wie Magnetschwebebahnen förderfähig werden. Das GVFG ermöglicht eine Finanzierung von bis zu 90 Prozent der Kosten durch Bundesfinanzhilfen. Bei einem aktuellen Budget von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr wäre das ein handfester Investitionsschub für mutige Kommunen.
Berlin als Schaufenster?
Ein prominentes Beispiel für diesen alt-neuen Ansatz findet sich in der Hauptstadt. In Berlin werden seit Kurzem wieder Pläne für eine Magnetschwebebahn-Teststrecke vorangetrieben. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) lässt aktuell eine Verbindung prüfen, die das Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel – die heutige „Urban Tech Republic“ – mit dem Bahnhof Spandau verknüpft. Diese etwa fünf bis sieben Kilometer lange Strecke könnte eine bislang geplante Straßenbahn ersetzen und als Pilotprojekt für ganz Deutschland dienen.
Kritiker etwa von den Grünen sprechen von „unverantwortlicher“ Politik. Sie warnen vor einem „teuren Spielzeug“ sowie „Luftschlössern“ und erinnern an das Scheitern der Berliner M-Bahn am Potsdamer Platz. Doch Befürworter in Berlin wittern die Chance, technologische Pionierarbeit zu leisten. Die Strecke im Nordwesten der Metropole könnte ihnen zufolge zum Schaufenster für das werden, was Schnieder bundesweit forcieren will: Ein leises, emissionsarmes und platzsparendes Verkehrsmittel, das den ÖPNV ins 21. Jahrhundert katapultiert. Wenn die rechtlichen Hürden im GVFG erst einmal gefallen sind, könnte das Schweben über dem Asphalt – ganz ohne Stoibersche Sprachnot – doch noch zum gewohnten Anblick in deutschen Citys werden.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Medienbildung im Praxistest: Social-Media-Führerschein in Niedersachsen
In der Debatte um Social-Media-Verbote für Heranwachsende unter 16 Jahren wird das Erlangen von Medienkompetenz als wichtigstes Rüstzeug herausgestellt, um den Gefahren von Social Media nicht völlig schutzlos ausgeliefert zu sein. Dass Medienbildung allein nicht ausreicht, wird aber auch vielfach betont. Dass sie auch nicht flächendeckend und nach abgestimmten Qualitätskriterien Eingang in die schulische Arbeit findet, ist zudem Realität. In Niedersachsen will man dem Bedarf an Medienbildung seit diesem Schuljahr mit einem Social-Media-Führerschein für Schülerinnen und Schüler begegnen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das Materialpaket für die Schulen heißt „Social Media Pass“ und kommt vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ). Heise online konnte mit Hans-Jakob Erchinger sprechen, der sowohl Lehrkraft als auch Mitarbeiter des NLQ ist und auch schon bei der Entwicklung des Materials beratend mitwirkte. Er hat das Materialpaket mit einer siebten und achten Klasse ausprobiert und später noch eine zehnte Klasse in das Projekt eingespannt. Das Besondere an dem Konzept: Im Unterricht dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones mit bekannten Social-Media-Apps benutzen, werden aber auch gezielt in die Konfrontation geschickt. Erchinger erlebte bei seinem Praxisversuch auch schwierige Momente.
Interview mit Jako Erchinger
Das Materialpaket für den „Social Media Pass“ wurde Interessierten bereits am Tag der Medienkompetenz in Niedersachsen 2025 vorgestellt. In Gruppen konnten wir Erwachsenen selbst ein paar der Aufgaben ausprobieren. Sie haben dieses Paket nun auch im eigenen Unterricht mit der eigentlichen Zielgruppe auf den Prüfstand gestellt. Wie haben Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klasse auf das Angebot reagiert und was konnten Sie bei der Durchführung beobachten?
In beiden Lerngruppen, insbesondere bei der siebten Klasse, stieß das Thema „Social Media“ auf großes Interesse. Allein die Ankündigung, dass dafür die Handys im Unterricht benutzt werden dürfen, löste Begeisterung aus. Alle wollten sofort erzählen, was sie alles wissen und können, und fragten, ob sie die Handys sofort herausholen dürfen. Eines wurde mir bei diesem Praxistest aber schnell klar: Der „Social Media Pass“ ist kein Selbstläufer. Lehrkräfte brauchen Vorbereitung, selbst Medienkompetenz und eine vertrauensvolle Beziehung zur Klasse, damit offene Gespräche über digitale Erfahrungen wirklich möglich werden.
Müssten Lehrkräfte also vor der Nutzung des Materialpakets mit Schülern vorher selbst einen Kurs durchlaufen?
Ohne Grundkenntnis über soziale Medien wird es schwierig. Aber einen Lehrgang müssen Lehrkräfte nicht absolvieren. Hilfreich ist es, die Infokästen in den Materialien vorher zu lesen. Das ist auch notwendig, da recht viele Fachbegriffe auftauchen, die ich dann auch den Schülerinnen und Schülern erklären muss. Teilweise sind aber auch Schüler in der Rolle der Erklärenden, darin sehe ich aber eine Chance. Der Social Media Pass hilft auf jeden Fall dabei, mit Schülerinnen und Schülern richtig ins Gespräch zu kommen, und ist auch mehr als nur ein Materialpaket – er ist ein Türöffner, um Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren. Und wenn wir uns als Lehrkräfte entsprechend vorbereiten, liefert der Pass uns Lehrkräften ebenfalls das nötige Medienwissen, um mit den Schülern sprechen zu können.
(Bild: NLQ, Medienberatung Niedersachsen )
Hans-Jakob, kurz Jako, Erchinger ist beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) im Fachbereich Medienbildung tätig. Dort ist er für den Bereich Journalismus und Schule zuständig.
Als Lehrer für die Fächer Geschichte, Politik, Erdkunde und Religion lässt er journalistische Projekte in den Unterricht einfließen.
Was ist Ihnen in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler aufgefallen? Wie erfahren waren sie schon mit Social-Media-Angeboten, obwohl sie ob ihres Alters eigentlich noch gar keine nutzen dürften?
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. In den Klassen reichte das Spektrum von einem Schüler, der einen fast professionellen Store auf TikTok betreibt, bis zu Schülern, die Social-Media-Apps überhaupt nicht nutzen oder nur online gesteuerte Nutzungszeiten für das Smartphone von ihren Eltern haben. In beiden Lerngruppen habe ich diese Unterschiede gut mit der Methode des wahldifferenzierten Unterrichts adressieren können. Mein Ziel war es, die Schülerinnen und Schüler selbst zu Expertinnen und Experten zu machen und an den Teilbereichen zu arbeiten, die sie dann den Mitschülern vorstellten. Dazu eignet sich das Materialpaket auch ganz gut. Es gibt drei Module: Modul 1: Wie nutze ich Social Media? Beobachtung des eigenen Nutzungsverhaltens. Modul 2: Wie funktioniert Social Media? Algorithmen, Geschäftsmodelle und Datenschutz, und Modul 3: Wie wirkt Social Media? Auseinandersetzung mit Auswirkungen, Emotionen und gesellschaftlicher Verantwortung.
Wie gut hat das funktioniert? Wie viel Zeit konnte dafür im Unterricht aufgebracht werden?
Das war schon eine anspruchsvolle Zielsetzung für meine Erprobung in einer siebten Klasse mit 28 Schülerinnen und Schülern im Fach Werte und Normen und nur sechs Wochen Zeit für das Thema. In einer achten Klasse erprobte ich das Material in den Projekttagen zum Thema Digitalisierung. Das musste innerhalb von acht Unterrichtsstunden geschehen. Und das eine Jahr älter macht schon viel aus, denn das Material ist auch sprachlich recht anspruchsvoll, wobei Prävention ja gerade bei jüngeren Schülerinnen und Schülern dringend notwendig ist, was wiederum der Einsatz in Klasse 7 sehr deutlich gemacht hat. Daher wird aktuell auch schon an einem weiteren Paket für die Klasse 5/6 gearbeitet, das etwas einfacher gestaltet sein wird.
Welche Durchführungsdauer hat sich als besser erwiesen? Und konnten die verschiedenen Arbeitsgruppen die Module jeweils gut bearbeiten und dann auch den anderen Schülerinnen und Schülern vermitteln?
Die Arbeit an ganzen Projekttagen eignet sich eigentlich besser für die Arbeit mit dem Social Media Pass. Und es hat sich bestätigt, dass die Schüler in der 10. Klasse ihr Nutzungsverhalten schon viel besser reflektieren können als die Jüngeren. Ich glaube, dass die 16-Jährigen daher auch die besten Vermittler für die jüngeren Schülerinnen und Schüler sein können – man den Social Media Pass also gar nicht nur exklusiv für eine Klasse oder einen Jahrgang denken sollte, sondern auch über Altersgruppen hinweg daran arbeiten kann. Das habe ich dann auch so ausprobiert.
Bei der Erprobung des Materials habe ich das Thema „Wie Social-Media-Plattformen um deine Aufmerksamkeit kämpfen“ zum Teil in der Gesamtgruppe durchgeführt, weil sich das als besser herausstellte. Diese Aufgabe war für mich auch wirklich erhellend.
Warum?
Das Highlight im Modul 3 ist die Phase, in der die Schüler in kurzen Zeitabschnitten von nur wenigen Minuten mit den Social-Media-Apps arbeiten sollen. Alle Schülerinnen und Schüler waren sehr ruhig und dennoch aufgeregt. Im Material bei der Aufgabe „Arbeit am Handy“ heißt es: „Öffne eine App, in der du endlos scrollen kannst (zum Beispiel TikTok, Instagram oder YouTube) und scrolle 2 Minuten.“ Dann kommen die Fragen im Arbeitsblatt: „Wie viele Inhalte hast du ungefähr gesehen? Wolltest du weiter scrollen? Begründe deine Antwort in einem Satz.“
Ich konnte dann Folgendes feststellen: Es ist nahezu unmöglich, 28 Schüler, die durch Dopamin komplett fokussiert sind, nach zwei Minuten wieder von ihren Handys zu trennen und über ihr Verhalten reflektieren zu lassen. Wir mussten diese Phase mindestens um zehn Minuten verlängern.
Was denkt man, wenn man diesen Effekt so drastisch vorgeführt bekommt – ihn sogar provoziert?
Für mich war das selbst ein großer Erkenntnisgewinn. Ich sehe als Lehrkraft, was Kinder – unversteckt – konsumieren und in welcher Situation sie sich dann befinden. In Bruchteilen von Sekunden werden die Schülerinnen und Schüler meist mit KI-Inhalten konfrontiert. Kaum ein Film wird zu Ende geschaut, Werbung und Medieninhalte zu Sport, Hobbys und verschiedensten Dingen strömen auf sie ein. Nur durch meine Lenkung ließ sich dann erreichen, dass einzelne Sequenzen reflektiert werden. Mir hat das gezeigt, wie wichtig unsere Rolle ist, um auf die Reflexionsebene zu kommen. Diese Aufgabe des Materialpakets durchzuführen, mag erschrecken, dennoch empfehle ich, diese Phase so umzusetzen. In keiner anderen Situation kann ich als Lehrkraft in dieser Deutlichkeit erfahren, wie die Lebenswelt unserer Schüler teilweise über mehrere Stunden aussieht.
Diese Erfahrung klingt gravierend. Ist der Social Media Pass vor diesem Hintergrund überhaupt ausreichend, um Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Social Media zu sensibilisieren?
Es braucht ganz sicher regulatorische Veränderungen und trotzdem bin ich der Meinung – auch gerade nach diesen Praxiserfahrungen: Verbote allein reichen nicht aus. Auch wenn soziale Medien stärker reguliert würden, bleibt die Aufgabe, Jugendliche über die technischen, wirtschaftlichen und psychologischen Mechanismen der Plattformen aufzuklären. Wer Empfehlungsalgorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie und Geschäftsmodelle nicht versteht, kann soziale Medien kaum selbstbestimmt nutzen. Denn die Nutzung geht auch nach Verboten weiter, wie wir an dem Beispiel Australien sehen.
Aus meiner Sicht leistet das Material des Social-Media-Passes deshalb Wichtiges: Es gibt uns Lehrkräften einen Baukasten, um das Thema Social Media aufzugreifen, und die Jugendlichen brauchen Hilfe! Nicht nur, dass sie im Unterricht extrem abgelenkt werden; der Unterricht selbst findet immer mehr mit digitalen Geräten statt. Das heißt, wir liefern die Geräte, die für das Lernen genutzt werden sollen, aber öffnen auch die Tür zur Nutzung von Social-Media-Plattformen. Damit liegt auch Verantwortung bei uns. Daher plädiere ich für eine aktive Medienarbeit – auch mit sozialen Medien. Die aktive Medienarbeit ist immer der Königsweg der Medienbildung, das gilt auch für das Digitale. Daher begrüße ich auch das Betreiben von schulischen Social-Media-Accounts. Auch hier ist Kompetenz von außen wichtig. Ein Social-Media-Führerschein, der nach Prüfung von der Schule erteilt wird, sollte im nächsten Schritt dazu befähigen, in der Social-Media-AG mitzuarbeiten. Auf diesen schuleigenen Kanälen, die mit der Webseite der Schule verknüpft sind, sollte die Schule den vorbildlichen Umgang beispielhaft zeigen.
Sie haben erwähnt, dass Sie später auch über Jahrgänge hinweg gearbeitet haben. Wie genau lief das ab?
Ja. Am Anfang stand die Erprobung in der siebten Klasse. Mit diesen Erfahrungen konnte ich Kollegen zum Einsatz im Projektunterricht überzeugen. Zum Schluss habe ich im Informatikunterricht eine Gruppe aus einer zehnten Klasse einen Videofilm produzieren lassen, der jüngere Schüler über Social Media informiert. Grundlage dafür war auch wieder der Social Media Pass. Ich wollte, dass sich die Schüler der zehnten Klasse mit dem Material auseinandersetzen, aber auch die Jüngeren von dieser Arbeit profitieren, indem die Module aus Schülersicht erklärt und nähergebracht werden.
Schon in der siebten und achten Klasse war zu beobachten, dass sie in ihren Kleingruppen zu Expertinnen und Experten ihres Themas werden. Sie setzten sich intensiv mit den Inhalten auseinander und eigneten sich diese eigenständig an, um sie dann ihren Mitschülern vorstellen zu können. Ich konnte dabei sehen, dass die Schülerinnen und Schüler selbst den Ton und die Sprache finden, die bei ihren Mitschülerinnen und Mitschülern tatsächlich ankommt.
Der Kern eines sinnvollen Umgangs mit diesem Themenfeld liegt nach meiner Erfahrung tatsächlich darin, dass Jugendliche zunächst den technischen, psychologischen und wirtschaftlichen Hintergrund erhalten und diesen anschließend in ihre eigene Sprache übersetzen. Erst dadurch wird aus abstraktem Wissen eine Diskussion auf Augenhöhe.
Sie hatten am Anfang darauf hingewiesen, dass Lehrkräfte wenigstens ein bisschen Vorwissen mitbringen sollten, um das Materialpaket zu nutzen. Gibt es über das Paket hinaus gute Materialien, um diesen Themen näherzukommen und sich mehr Wissen anzueignen?
Ich kann – ob für Lehrkräfte oder Schülerinnen und Schüler – die ZDF-Doku „Jung, online, süchtig“ und die Netflix-Doku „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ empfehlen. Sie informieren und liefern gute Screenshots und Ausschnitte, um über Social Media und seine Auswirkungen zu diskutieren.
Der Titel der Netflix-Doku „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ ist bezeichnend für die Situation der Schüler in der siebten Klasse: Ihr Leben spielt sich online ab, sie sind stolz darauf, sich mit der Technik der Apps auszukennen, sich dort auszuprobieren, und gleichzeitig ahnen sie schon, dass die Nutzung auch Nachteile für sie hat, dass sie darunter leiden, und sie wissen auch, dass sie süchtig werden können.
Ich habe diese Dokus auch in meinen Unterrichtseinheiten genutzt und insbesondere Ausschnitte aus der ZDF-Doku haben die Schüler wirklich betroffen gemacht und noch einmal mehr motiviert, sich in der Gruppenarbeit vertieft und reflektiert mit den dargestellten Themen auseinanderzusetzen.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
Liquid Glass: Neuer Regler soll Gemüter beruhigen
Apple will mit iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 alles besser machen: Statt großer Designänderungen und – außerhalb Siri AI – zahlreichen neuen Funktionen setzt der Hersteller auf Produktpflege. Das gilt insbesondere für den umstrittenen Liquid-Glass-Look, der mit macOS 26 eingeführt worden war: Er ist nun besser konfigurierbar und zurückgefahren worden. Manchen Fans des alten Designs geht das sogar zu weit, während andere sich freuen, dass die Betriebssysteme wieder lesbarer geworden sind.
Weiterlesen nach der Anzeige
Regler-Effekt wirkt zunächst sehr subtil
Dreh- und Angelpunkt ist ein neuer Regler, den es in allen drei neuen Betriebssystemen in den Systemeinstellungen gibt. Er befindet sich auf dem Mac im Menü Erscheinungsbild im Bereich Liquid Glass. Standardmäßig steht der Regler in der Mitte, dies soll der neue Standard sein. Er steht für eine Kombination aus Glaseffekt und vergleichsweise guter Lesbarkeit. Da die Darstellung ein Hintergrundbild aufweist, kann man den Look vor verschiedenen Darstellungen prüfen. Dreht man den Regler ganz nach links, ist der größte Durchsichtigkeitsgrad erreicht, ganz nach rechts werden die Designelemente zu Milchglas.
Der Unterschied zwischen der mittleren Position und der größten Durchsichtigkeit ist auf den ersten Blick je nach Hintergrund erstaunlich gering. Apple tendiert also weniger in Richtung „altes“ Liquid Glass als zuvor. Wer es besonders glasig mochte, könnte daher enttäuscht sein. Apple sollte erwägen, hier wieder mehr Durchsichtigkeit zu ermöglichen, da der Nutzer sie ja einstellen kann. Ob sich das in den kommenden Betas ändern wird, bleibt abzuwarten, aktuell gibt es nur allererste Developer-Previews und keine Public Betas. Letztere folgt im Juli.
Fenster-Rundungen abgeschliffen
Die Liquid-Glass-Änderungen ziehen sich durch die gesamten Betriebssysteme. Auf dem Mac ist das besonders deutlich, wo es wieder mehr Trennung zwischen Seitenleiste und Tab-Leiste gibt. Selbst die stark abgerundeten Fenster wurden zurückgefahren, der Radius ist sanfter und kehrt zum Look von Sequoia (macOS 15) zurück. Die zahllosen verwirrenden Menü-Icons, die Apple in macOS 26 ergänzt hatte, sind auf ein Mindestmaß zurechtgestutzt.
Geschraubt wurde an den App-Icons für alle Systeme, die etwas plastischer geworden sind. Die Seitenleisten auf dem Mac etwa im Finder sind nicht mehr nur einfarbig, was sie übersichtlicher macht. An diversen Stellen hat Apple auch an der Rendering-Engine geschraubt. Die soll etwa Icons besser absetzen. Einige Effekte wurden hingegen kassiert, etwa das Schimmern der iOS-Homescreen-Icons, wenn man das Gerät bewegt. Apples neue Betriebssysteme erscheinen im Herbst.
Weiterlesen nach der Anzeige
(bsc)
Künstliche Intelligenz
Schutz vor Sonnenstürmen: Satelliten sollen Schutzschild der Erde stärken
Ein halbes Dutzend Satelliten mit alkalischen Chemikalien könnte die Erde im Fall eines heftigen Sonnensturms vor den potenziell katastrophalen Folgen schützen – zu einem Bruchteil der Kosten. Das meint jedenfalls eine Forschungsgruppe aus den USA, die ihre Überlegungen jetzt vorgestellt haben. Die sehen vor, dass die Satelliten im Fall eines auf die Erde zielenden Sonnensturms Gas ablassen, das dann zu Plasma ionisieren würde. In der Folge würde es an den Rand der Magnetosphäre gedrückt, wo es die Folgen des Sonnensturms abschwächen würde. Dessen Intensität könnte dadurch halbiert werden, schreibt die Gruppe. Innerhalb von Stunden würde das Material dann von der Magnetosphäre „herausgespült“. In der Folge müssten die Satelliten durch neue ersetzt werden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Nötige Technik existiert bereits
Sonnenstürme oder magnetische Stürme sind Störungen der Magnetosphäre ausgelöst durch Schockwellen des Sonnenwinds, beispielsweise durch Sonneneruptionen. Die elektrisch geladenen Teilchen schwächen das Erdmagnetfeld, mit potenziell weitreichenden Folgen für unsere Technik. Die Partikel können moderne Infrastruktur im Weltall und auf der Erdoberfläche lahmlegen, betroffen wären beispielsweise Strom- und Kommunikationsnetze. Vor fünf Jahren hat eine US-Forscherin gewarnt, dass eine besonders starke Sonneneruption dramatische Folgen für die Internetinfrastruktur auf der Welt haben und eine „Internet-Apokalypse“ auslösen könnte.
Das Team um den Maschinenbauingenieur Brian Walsh von der Boston University versichert jetzt, dass die vorgeschlagene Methode nur zur Verfügung stehende Technik und Materialien benötigt. Das mache es zu „einer praktischen Lösung für den künftigen Schutz vor Weltraumwetter“. Die Gruppe nennt ihr Konzept „StormWall“ und meint, das größte Hindernis seien die Kosten. Angesichts der Kosten für die Schäden eines heftigen Sonnensturms ginge es aber um nicht so viel. Insgesamt müssten die Satelliten so viel Material an Bord haben wie ein Dutzend Tanklastwagen. Das Team will jetzt daran arbeiten, die Kosten weiter zu senken. Die Studie stellen sie im Fachmagazin Space Weather vor.
(mho)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenOscars 2026: Was die heise‑Leser anders entschieden hätten
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
-
Social Mediavor 3 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
