Künstliche Intelligenz
Ultimatum an Meta: Philippinen verlangen Maßnahmen gegen Fake News
Die philippinische Regierung verlangt vom Facebook-Mutterkonzern Meta schärfere Maßnahmen gegen Falschnachrichten auf seinen Plattformen. Das Präsidialbüro und das Digitalministeriums drohen in einem Schreiben vom 10. April rechtliche Schritte an, sollte das Unternehmen nicht binnen einer Woche einen Umsetzungsplan vorlegen. Die Regierungsvertreter sprechen von einer Gefahr für die nationale Sicherheit und werfen dem Konzern Verstöße gegen geltende Gesetze vor.
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Hintergrund der Forderung sind laut den philippinischen Behörden kursierende Falschmeldungen, die angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Land zu Panik und Instabilität führen könnten. Die Regierung nennt als Beispiele erfundene Berichte über Krankheiten oder den Tod von Regierungsmitgliedern sowie irreführende Warnungen vor Energieengpässen, Preissteigerungen und Krisen im Finanzsektor. Dies stelle Risiken für die öffentliche Ordnung, wirtschaftliche Stabilität und nationale Sicherheit dar, so die Mitteilung.
In dem Schreiben an Meta-CEO Mark Zuckerberg verlangen die Behörden, Hochrisiko-Desinformation proaktiv zu erkennen. Zudem solle es etwa ein beschleunigtes Löschverfahren für Posts geben, die von staatlichen Stellen gemeldet werden, sowie einen rund um die Uhr erreichbaren Ansprechpartner auf Führungsebene. Meta solle strengere Abläufe bei der Bekämpfung von Falschnachrichten einführen und regelmäßige Transparenzberichte anfertigen.
Strafverfolgung angedroht
Lässt Meta das siebentägige Ultimatum ohne Umsetzungsplan für die geforderten Maßnahmen verstreichen, droht die philippinische Regierung dem US-Konzern mit juristischen Konsequenzen. Die Regierung behalte sich Maßnahmen vor, die von strafrechtlichen Ermittlungsverfahren bis hin zu Einschränkungen des Plattformbetriebs auf den Philippinen reichen können.
Als rechtlicher Hebel sollen Verstöße gegen das nationale Strafgesetzbuch sowie das Cybercrime-Gesetz und Beihilfe zu Straftaten im digitalen Raum dienen. Da Falschmeldungen laut den Behörden auch Panikkäufe und künstliche Preisverzerrungen auslösen können, wird Meta zudem für Verstöße gegen das nationale Preisgesetz mitverantwortlich gemacht. Hier drohen strafrechtliche Konsequenzen wegen Marktmanipulation, Wucher und dem illegalen Horten von Gütern. Eine Stellungnahme von Meta zu den philippinischen Forderungen liegt bisher nicht vor.
Verfahren in der EU noch offen
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Die Philippinen sind nicht das einzige Land, das von Meta mehr Maßnahmen gegen Falschnachrichten einfordert. In der EU wird das Vorhaben im seit 2022 geltenden Digital Services Act adressiert. Nach dessen Inkrafttreten hatte auch EU-Kommissar Thierry Breton einen mahnenden Brief an Mark Zuckerberg gerichtet. Die EU-Kommission begann danach eine Prüfung auf Gesetzesverstöße, wozu auch unzureichende Maßnahmen gegen Desinformationskampagnen zählen.
Insgesamt drohen dem Konzern hierbei Strafen in Höhe von bis zu 6 Prozent seines weltweiten Jahresumsatzes. Während der Abschluss des Verfahrens noch aussteht, zeigt eine Bertelsmann-Studie, dass sich die Mehrheit der EU-Bürger einen verstärkten Einsatz gegen Desinformation im Netz wünscht.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte sich über den DSA in der Vergangenheit kritisch geäußert und ihn zu einer „ständig wachsenden Anzahl von Gesetzen, die Zensur institutionalisieren“ gezählt. Als Zukunftsmodell sieht er daher, dass Nutzer stattdessen Inhalte selbst kontextualisieren können sollen, wie es etwa auf der Plattform X möglich ist. Dort wird ein von der Community bestbewerteter Hinweis dauerhaft unter einem Post angezeigt. Bisher beauftragte Faktenchecker seien politisch voreingenommen gewesen und hätten „zumindest in den USA mehr Vertrauen zerstört als geschaffen“, so Zuckerberg.
(hag)
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Hitzewelle: Satellitenaufnahme zeigt Oberflächentemperaturen wie im Sommer
Die aktuelle Hitzewelle in weiten Teilen Europas spiegelt sich inzwischen sogar in Satellitenaufnahmen wider. Das zeigt ein Bild der Europäischen Weltraumagentur ESA, das auf Daten des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus beruht. Es zeigt die Oberflächentemperaturen in Europa und dass sie Anfang der Woche in weiten Teilen Süd- und Westeuropas sowie in Großbritannien deutlich über 30 Grad Celsius gelegen haben. Die Temperaturen auf der Erdoberfläche können im Sommer noch einmal deutlich über der Lufttemperatur liegen, weil Steine und Erde die Hitze viel länger speichern, erläutert die ESA.
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Die Hitzerekorde purzeln
Die aktuelle Hitzewelle dauert schon seit Tagen an, in mehreren Ländern wurden dabei Saisonrekorde aufgestellt. So wurden in Großbritannien Lufttemperaturen von 35 Grad Celsius erreicht, das liegt deutlich über dem bisherigen Mairekord. Auch in Irland wurden bisherige Rekordmarken deutlich übertroffen, ergänzt die ESA. Die Hitze ist aber nicht auf Westeuropa beschränkt, in Ungarn seien ebenfalls Rekordtemperaturen von mehr als 32 Grad Celsius gemessen worden. In Süd- und Zentraleuropa, in Italien, Spanien, Deutschland und der Schweiz gab es vor allem über das Pfingstwochenende ungewöhnlich hohe Lufttemperaturen. Die Aufnahme der Bodentemperaturen stammt vom Dienstag.
Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus umfasst gegenwärtig 11 Satelliten, die den Namen Sentinel tragen und nummeriert sind. Sie werden in sechs Kerngruppen zusammengefasst, die unterschiedliche Daten sammeln. Sie beobachten kontinuierlich die Erdoberfläche und die Ozeane, aber auch die Erdatmosphäre. Die gesammelten Daten sind frei im Internet verfügbar, auch die regelmäßig gemachten Satellitenbilder mit einer Auflösung von 10 m. Die Messungen zur Bodentemperatur stammen von Sentinel-3B, der unter anderem noch die Meeresspiegelhöhen erfasst und Multispektralbilder aufnehmen kann. Der Satellit deckt den gesamten Globus alle zwei Tage ab.
(mho)
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Digitalisieren und Restaurieren: So retten Sie alte Fotos & Filme | c’t uplink
Verstaubte Kartons mit Dias, Filmrollen und VHS-Kassetten lagern auf so manchem Dachboden. Sie bergen Erinnerungen an Silberne Hochzeiten, Familienurlaube und Kindheiten – und werden mit der Zeit nicht besser. Doch wie rettet man diese Schätze?
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Den wöchentlichen c’t-Podcast c’t uplink gibt es …
Im c’t uplink sprechen wir darüber, wo man am besten anfängt und welche Werkzeuge dabei helfen können. Die c’t-Redakteurinnen Ulrike Kuhlmann und Greta Friedrich und der c’t-Redakteur André Kramer diskutieren, ob man sich selbst an diese Aufgabe wagen oder doch lieber einen Dienstleister beauftragen sollte.
Ulrike Kuhlmann hat sich für die c’t-Ausgabe 10/2026 mit der Digitalisierung von Filmen befasst. „Die erste Hürde ist, ein Abspielgerät zu organisieren. Da kann man im Bekanntenkreis fragen oder bei Ebay gucken, es gibt aber auch Verleiher“, erzählt Ulrike. Um das Video zu digitalisieren, brauche es außerdem einen Videograbber, bevor es dann mit der passenden Software ans Bearbeiten gehe.
Bei KI immer genau hinschauen
André Kramer hat für die Artikelstrecke sechs KI-Werkzeuge getestet, die dabei helfen sollen, digitalisierte Fotos zu restaurieren: „Früher musste man teure Software kaufen, heute kann man sie monatsweise abonnieren und teils kostenlos nutzen – das macht den Einstieg sehr viel niedrigschwelliger.“ Einige der getesteten Dienste richten sich an Profis, andere an Endnutzer, entsprechend unterschiedlich seien ihre Ergebnisse.
Faszinierend waren die Resultate, die mithilfe solcher KI-Tools entstanden. Hier sahen Fotos aus dem frühen 20. Jahrhundert plötzlich aus wie mit dem Smartphone geschossen – doch es schlichen sich auch etliche Fehler und Ungereimtheiten ein. „Wenn die erste Begeisterung abflaut, sieht man plötzlich: Moment, das Hemd ist ein anderes, die Schuhe auch und der Hund hat einfach die Rasse gewechselt“, erzählt André. „Meine Erkenntnis war, dass man sich das Resultat schon sehr, sehr genau angucken sollte.“
Und wohin nun mit all den Dateien, die beim Digitalisieren entstehen? Ulrike empfiehlt: „Wenn man viel Arbeit in die Digitalisierung und Bearbeitung investiert hat, sollte man sich unbedingt ein paar Gedanken zu einem Ablagesystem machen.“ Die uplink-Runde gibt Tipps dazu, wie man die Dateien sinnvoll organisiert, sicher speichert und die Originale geschützt aufbewahrt.
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Zu Gast im Studio: André Kramer, Ulrike Kuhlmann
Host: Greta Friedrich
Produktion: Carine Kinarian
Unsere Tipps dazu, wie Sie alte Filme und Fotos digitalisieren und restaurieren, lesen Sie in der c’t-Ausgabe 10/2026, auf ct.de sowie in der c’t-App für iOS und Android.
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(gref)
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Kommentar: Was John Ternus bei Apple angehen muss
Tim Cook hat Apple in eine unglaubliche Gelddruckmaschine verwandelt, das ist unbestritten. Allein von Januar bis März 2026 erzielte der Konzern mehr Umsatz und mehr Gewinn als im gesamten Geschäftsjahr 2011, als Cook den CEO-Posten übernahm. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
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Statt vergeblich den Produktvisionär zu mimen, nahm Cook die bahnbrechenden Produkte, die unter Jobs und Ive entstanden waren, und skalierte diese in ungeahnte Höhen.
Ähnliches glückte ihm mit dem Dienstegeschäft, das inzwischen das zweitgrößte Standbein hinter dem iPhone ist. Und Cook stellte fraglos wichtige Weichen bei Datenschutz, Sicherheit, Umweltschutz und Gesundheitsfunktionen.
Um die ultraeffiziente Lieferkette aufzubauen, begab sich Cook allerdings in tiefe Abhängigkeit von China.
Auch Apples knallhart geführte Services-Sparte birgt zusehends Schattenseiten: Das reicht von frustrierten Entwicklern über immer argwöhnischere Wettbewerbshüter bis zu verärgerten Kunden, die in Betriebssystemen und Apple-Apps weder Reklame noch Abo-Upselling sehen wollen.

Leo Becker betrachtet die Technikbranche seit über 25 Jahren durch die Apple-Lupe – von digitaler Musik über den Durchmarsch von Mobilgeräten und Cloud bis zu Künstlicher Intelligenz. Für die Mac & i schreibt und spricht er über iPhones, Macs, iPads, Watches und manchmal sogar die Vision Pro.
Grundlegende Produktinnovationen waren in der Ära Cook spärlich gesät: Die beiden größten Hits – Watch und AirPods – stehen nicht auf eigenen Beinen, da Apple sie als iPhone-Accessoires konzipiert hat. Bei Apple Home war in den vergangenen Jahren wenig Bewegung zu erkennen. Gewagtere Projekte wie das „Apple Car“ hat Cook bereits selbst abgesägt.
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Die Vision Pro schaffte es zwar bis in den Handel, kam seitdem aber kaum vom Fleck. Und generative KI hat Apple verschlafen und muss erst beweisen, dass sie hier überhaupt etwas Sinnvolles liefern können.
Nun darf mit John Ternus ein Ingenieur das nächste Kapitel an der Apple-Spitze aufschlagen. Wo dessen Prioritäten liegen, wissen wir aktuell nicht.
Das MacBook Neo macht aber Hoffnung: Statt ältere Modellreihen über Jahre mitzuschleifen, wie unter Cook nur allzu gängig, hat Apple sich die Mühe gemacht, einen bezahlbaren Computer neu zu bauen. Das war hoffentlich erst der Anfang einer langen Reihe spannender Hardware-Innovationen.
Dieser Kommentar erschien zuerst als Editorial in Mac & i 3/2026 – jetzt frisch am Kiosk und im heise shop.
(bsc)
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