Connect with us

Apps & Mobile Entwicklung

Warum Tech-Milliardäre nach Grönland wollen


Vergesst die Rohstoffe. Tech-Milliardäre träumen von Grönland als „Freedom City“ – einer privaten Utopie ohne Regeln, in die sich Staaten nicht einmischen. Was steckt wirklich hinter der Obsession, die selbst Donald Trump befeuert?

Wenn Ihr an neue Städte denkt, kommen Euch wahrscheinlich Bilder von sorgfältiger Planung, nachhaltiger Infrastruktur und gesellschaftlichem Konsens in den Sinn. Die Vision einer „Freedom City“, von der aktuell mit Bezug auf Grönland die Rede ist, ist das exakte Gegenteil. Es geht hier nicht um einen Beitrag zum Gemeinwohl, sondern um die Errichtung einer stark deregulierten Sonderzone – ein Experimentierfeld für Kapital und Technologie, befreit von den Fesseln, die wir gemeinhin als Demokratie, Recht und Öffentlichkeit bezeichnen.

Die Ideologie dahinter: nicht einfach nur eine Stadt

Diese Idee ist allerdings keine staatliche Initiative. Sie entstammt den Denkfabriken der Tech- und Investorenszene, angetrieben von Gruppen wie „Praxis“, die Kapital von Fonds erhalten, die Support von Tech-Größen wie Marc Andreessen und Peter Thiel genießen. An der Spitze von Praxis steht Dryden Brown, der Grönland als „eine der letzten Grenzen der Erde“ bezeichnet und das Konzept sogenannter „network states“ vorantreibt.

Dahinter verbirgt sich die Fantasie libertärer Utopien und Teilen der Tech-Milliardärs-Clique: Gemeinschaften, die online entstehen, per Crowdfunding Territorien aufkaufen und sich als steuerfreie Enklaven etablieren, regiert von einem „König-CEO“ an der Spitze von „Bürger-Aktionäre“. Doch warum soll ausgerechnet das dünn besiedelte, eisige Grönland zum Schauplatz dieser radikalen Vision werden?

Grönland als Projektionsfläche: Das perfekte Labor

Die naheliegende Antwort: Rohstoffe. Aber sie greift zu kurz. Zwar verfügt Grönland tatsächlich über bedeutende Vorkommen an seltenen Erden, doch die Realität ist ernüchternd: Die Förderung ist kostspielig, logistisch aufwendig und politisch heikel. Immerhin ist das Packeis Grönlands teilweise kilometerdick! Lokaler Widerstand gegen Umweltrisiken, wie die Sorge vor radioaktiver Verschmutzung durch Uranabbau, blockierte in der Vergangenheit bereits ambitionierte Projekte. Grönlands Regierung hat zudem bereits 2021 neue Öl- und Gas-Explorationen aus Klimaschutzgründen verboten. Schnelle Profite sind hier weit und breit nicht zu sehen.

Infografik zur
Freedom City ist ein perfider Plan überreicher Tech-Eliten! Bildquelle: nextpit/KI-generiert mit notebookLM

Also ja: Grönland ist für diese Visionäre viel mehr als eine Mine. Es ist eine Projektionsfläche – und das perfekte Labor für den gewünschten „Network State“. Grönland scheint für diese Vision perfekt zu sein: Ein riesiges, fast leeres Territorium mit einem komplexen Autonomiestatus, irgendwie gefangen zwischen Selbstverwaltung und dänischer Souveränität. In den Augen von Tech-Investoren erscheint ein solcher Ort als formbar, verhandelbar und widerstandsarm. Er ist die ideale politische Leinwand, um ein neues Gesellschaftsmodell ohne lästige demokratische Altlasten zu errichten. Diese Wahrnehmung von Formbarkeit ruft fast zwangsläufig eine politische Figur auf den Plan, die bereit ist, etablierte Regeln zu ignorieren.

Trump als Brandbeschleuniger: Wie eine Idee salonfähig wird

Donald Trump ist nicht der Architekt dieser Pläne, das müssen wir hier festhalten. Aber er ist ihr entscheidendes politisches Werkzeug. Mit seiner typischen Ignoranz für diplomatische Gepflogenheiten gießt er fässerweise erratisches Öl in ein Feuer, das andere längst entfacht haben. Doch es ist mehr als das: Er liefert die staatliche Macht, um eine libertäre Fantasie in die Tat umzusetzen. Der beste Beweis: Trumps Ernennung von Ken Howery – Risikokapitalgeber und PayPal-Mitgründer an der Seite von Peter Thiel – zum US-Botschafter in Dänemark. Er wurde von der Trump-Administration explizit beauftragt, die Übernahmeverhandlungen für Grönland zu leiten. Die Social-Media-Kanäle von Praxis kommentierten dies trocken mit: „According to plan.“

Unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit werden so die privatwirtschaftlichen Interessen seiner oligarchischen Unterstützer zu strategischen Notwendigkeiten erklärt. Und es sind dieselben Figuren, die sowohl die utopischen Network States finanzieren als auch in den Bergbauunternehmen investiert sind. Menschen, die von einer US-Übernahme direkt profitieren würden. Ob KoBold Metals, unterstützt von Jeff Bezos und Mark Zuckerberg, oder Critical Metals Corp, hinter der Trumps Handelsminister Howard Lutnick steht – sie alle bilden einen geschlossenen Kreislauf aus Gier, Macht und politischem Einfluss. Staatsräson? Private Interessen, sonst nichts!

Der große Exit: Wenn die demokratische Gesellschaft zum Risiko wird

Das Grönland-Projekt steht nicht allein. Es ist das Symptom eines beunruhigenden Paradigmenwechsels in der Tech-Elite. Seit Jahren beobachten wir einen Exodus von Milliardären aus Innovationszentren wie Kalifornien in steuer- und regulierungsfreundlichere Gebiete. Sie fliehen, weil sie ihre Geldberge schützen wollen. Weil sie sich für zu reguliert halten und vielleicht auch, weil sie mit dem einfachen Pöbel nicht zu sehr aneinandergeraten wollen. Parallel entstehen Fantasien von privaten Bunkern und ganzen Privatstädten. Die gemeinsame Stoßrichtung ist unverkennbar: der Rückzug aus der Gesellschaft.

Dahinter steckt eine tiefgreifende Überzeugung, die – wenn Ihr mich fragt – einen zentralen Gedanken offenbart: Gesellschaft gilt zunehmend als Störfaktor, Regulierung als Hemmnis, Öffentlichkeit als Risiko. In dieser Logik wird Freiheit radikal neu definiert. Es geht nicht mehr um die Freiheit für viele innerhalb eines demokratischen Rahmens, sondern um die absolute Freiheit von Regeln für wenige. Doch Deregulierung ist niemals neutral. Sie verschiebt Macht – fast ausnahmslos zugunsten derer, die ohnehin schon die besten Karten haben. Wir anderen sind lediglich Püppchen in diesem Spiel. Nicht viel mehr als Wahl- und Konsumvieh.

Fazit: Freedom City – Symptom statt Zukunftsmodell

Die „Freedom City“ ist kein erstrebenswertes Zukunftsmodell. Sie ist der kleine, missratene Bastard, der herauskäme, wenn man das Taka-Tuka-Land mit dem Silicon Valley kreuzt und eine ordentliche Menge Narzissmus-Glitzer drüberstreut. Sie ist das alarmierende Symptom einer unheiligen Allianz aus libertären Tech-Utopien, rücksichtslosen geopolitischen Machtspielen und einem elitären Denken, das den Ausstieg aus der demokratischen Solidargemeinschaft probt. Grönland ist dabei weniger das konkrete Ziel als vielmehr ein Symbol für eine Denkweise, die demokratische Aushandlungsprozesse durch private, kontrollierte Räume ersetzen will.

Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob diese Städte jemals gebaut werden. Sondern, wie viel von diesem Denken bereits politische Realität geworden ist – lange bevor der erste Grundstein gelegt wird. Vordergründig geht es um Sicherheit und um Rohstoffe, wenn wir über Grönland reden. Aber behaltet diese elitären Pläne im Hinterkopf, die in den Köpfen der Milliardärs-Bros schon so lange reifen.

Was haltet Ihr von diesen Plänen? Seht Ihr darin eine Chance oder eine Gefahr? Teilt Eure Meinung gerne in den Kommentaren!



Source link

Apps & Mobile Entwicklung

E-Mail-Client Mailspring: Großes Updates bringt bessere Synchronisierung


Die Entwickler von Mailspring haben nach eigenen Angaben das bislang größte Update seit Langem für ihren freien E-Mail-Client veröffentlicht. Version 1.17.0 bringt neben zahlreichen Fehlerbehebungen vor allem Verbesserungen bei der Synchronisierung und eine höhere Sicherheit.

Das ist Mailspring

Mailspring handelt es sich um einen schnellen und übersichtlichen Mail-Client für Windows, macOS und Linux. Die Anwendung will eine einfache und intuitive Bedienung mit einer schlichten, aufgeräumten Benutzeroberfläche vereinen und kann zudem beliebig über verschiedene Designs angepasst werden.

Mailspring ist in der Free-Variante kostenlos und wird unter der GPL als freie Software lizenziert. Die Pro-Variante bietet gegen eine monatliche Gebühr zusätzliche Funktionen, Details liefert eine Übersicht auf der Hersteller-Website. Exchange-Konten werden vom E-Mail-Client hingegen nach wie vor per se nicht unterstützt, hier würde sich Mozillas Thunderbird anbieten.

Erhöhte Sicherheit und zahlreiche Aktualisierungen

In der nun veröffentlichten Version wurden nach einer umfassenden automatisierten Code-Überprüfung mehrere Speicherlecks, Race Conditions und potenzielle Deadlocks behoben. Zudem enthält das Update Korrekturen an CardDAV, die künftig eine vollständige Neuerkennung der Adressbücher bei der Synchronisierung vermeiden sollen. Darüber hinaus wurden Fehler im Zusammenhang mit SMTP EHLO/HELO bei IPv6-Adressen unter Linux sowie bei der Verarbeitung leerer IMAP-Teile von Outlook.com-Servern beseitigt. Auch der „Infinite Sync Bug“, der bei iCloud-Konten zu Problemen führen konnte, wurde behoben. Zusätzlich flossen zahlreiche weitere, nicht näher beschriebene Patches für Mailcore und libetpan ein, um die E-Mail-Synchronisierung weiter zu verbessern.

Zahlreiche Komponenten wurden zudem auf den neuesten Stand gebracht, um sowohl die Sicherheit als auch die Funktionalität und Leistung zu erhöhen. Mailspring verwendet ab sofort auf allen Linux-Plattformen die systemintegrierten Bibliotheken sasl2, ssl, crypto und curl. Außerdem kommen je nach System jetzt Electron 39, Chromium 140 und Node.js 22 zum Einsatz. Ergänzend wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die Erstellung der Anhangsvorschau eingeführt.

Die Builds für macOS, Windows und Linux werden nun vollständig über GitHub Actions verwaltet. Neue Actions für mailsync prüfen, ob die Linux-Binärdatei portabel ist und unter Ubuntu, Fedora und Arch Linux korrekt läuft. Darüber hinaus wurden viele weitere Abhängigkeiten aktualisiert, um Probleme bei der npm-Prüfung zu beheben, die unter anderem better-sqlite, uuid, ical.js, juice, lru-cache, snarkdown und node-emoji betreffen.

Neue Funktionen im Kalender und systemspezifische Änderungen

Die Kalender-Vorschau bietet nun eine Vollmonatsansicht mit Tages-, Wochen- und Monatsnavigation. Anwender können außerdem direkt im Kalender nach Ereignissen suchen. Durch Ziehen von Einträgen lässt sich deren Zeit nun bequem anpassen, was die Umplanung vereinfacht. Die CalDAV-Synchronisierung unterstützt mit dem Update zusätzlich Kalenderfarben, wiederkehrende Ereignisse mit Ausnahmen sowie eine intelligente Ratenbegrenzung für 429-Antworten („Too Many Requests“) und nutzt ctags, um unnötige Synchronisierungen zu vermeiden, wenn ein Kalender unverändert geblieben ist.

Auch systemspezifische Neuerungen sind Teil des Updates. Unter Linux wurde die Benutzeroberfläche auf die neueste Electron-Version umgestellt, die nun native Unterstützung für Wayland bietet – auch im Snap-Paket ist diese aktiviert. Zudem teilt sich das Tray-Symbol unter Linux nicht länger die ID mit anderen Electron-Anwendungen. Unter Windows wurde die Startmenü-Integration für Windows 11 überarbeitet; die Option „Standard-E-Mail-Client“ führt jetzt direkt zur Mailspring-Seite in den Windows-Einstellungen. Außerdem sollte die Rechtschreibprüfung unter Windows wieder korrekt funktionieren.

Nutzer von macOS profitieren ebenfalls vom Update: Benachrichtigungen berücksichtigen nun die Einstellungen für „Nicht stören“, außerdem kann Mailspring die LaunchAgent-Datei für den automatischen Start beim Hochfahren jetzt korrekt erstellen und auch wieder löschen.

Eine vollständige Übersicht der Neuerungen und Änderungen bieten die ausführlichen Release Notes.

Ab sofort verfügbar

Mailspring 1.17.0 steht in derkostenlosen Variante ab sofort auf der Projektseite auf GitHub zum Download bereit. Alternativ kann die Anwendung wie gewohnt bequem über den am Ende der Meldung verlinkten Eintrag im Download-Bereich von ComputerBase bezogen werden.

Downloads

  • Mailspring

    3,1 Sterne

    Mailspring ist ein schneller und übersichtlicher Mail-Client für jedermann.



Source link

Weiterlesen

Apps & Mobile Entwicklung

Premium-Fernseher von LG unter 1000 Euro: Lohnt sich das?


Beim Online-Shopping fliegen einem die Rabatte nur so um die Ohren. Das gilt auch für einen aktuellen MediaMarkt-Deal, bei dem der Elektrofachmarkt kurzerhand den Preis eines QNED-TVs von LG um 60 Prozent senkt.

Durch den Mega-Rabatt sinkt der Preis des LG QNED963A6A deutlich unter die 1.000-Euro-Marke. Das Gerät zählt zur oberen Mittelklasse und kann unter anderem mit einer Bilddiagonale von 65 Zoll, einer Bildwiederholrate über 144 Hz und zahlreichen Bildverbesserungen punkten. Dennoch solltet Ihr diesen Deal mit Vorsicht genießen.

Schauen wir vorab auf den Preis. Die unverbindliche Preisempfehlung des 4K-Fernsehers liegt bei 2.299 Euro. Für LG-Geräte kein unüblicher Preis. Hiervon zieht MediaMarkt jetzt die 60 Prozent Rabatt ab, wodurch Ihr noch 899 Euro zahlen dürft. Versandkosten erwarten Euch hier nicht. Im Falle des LG QNED93A6A handelt es sich zudem um einen oberen Mittelklasse- beziehungsweise High-End-Fernseher des Unternehmens, die nicht selten 1.500 Euro und mehr kosten.

Allerdings übertreibt MediaMarkt mit dem Rabatt deutlich. Da sich dieser auf den UVP bezieht, wirken die Prozente deutlich besser, als sie im direkten Preisvergleich tatsächlich sind. Das nächstbeste Angebot (ohne Drittanbieter) im Netz erhaltet Ihr aktuell bei electronic4you. Hier zahlt Ihr jedoch bereits 1.148 Euro. Den bisherigen Bestpreis verpasst der MediaMarkt-Deal ebenfalls um 100 Euro. Allerdings galt dieser im November 2025 und somit in der größten Rabatt-Zeit des Jahres. Versteht mich nicht falsch: Der Deal kann sich wirklich rentieren, da auch die vergangenen Angebote nur bedingt besser waren. Dennoch solltet Ihr nicht mit dem Gedanken kaufen, dass Ihr hier 60 Prozent spart. Gut ist dieser LG-Deal dennoch.

4K, 144 Hz und 65 Zoll: Das bietet Euch der Fernseher

Doch wofür zahlt Ihr denn nun fast 900 Euro? Beim angebotenen LG QNED93A6A erwartet Euch eine Bilddiagonale von 65 Zoll (ca. 1,65 m). Wie der Name es vermuten lässt, kommt hier ein QNED-Panel zum Einsatz. Dieses bietet Full-Array-Mini-LED-Backlight mit lokalem Dimming, was zu höheren Helligkeiten und besserem Kontrast führt. Die native Bildwiederholrate liegt bei 100 bzw. 120 Hz, kann durch VRR im Gaming-Modus jedoch auf 144 Hz erhöht werden. Dank HDR10, Dolby Vision, Dolby Vision IQ und HLG wird zudem das Serien- und Filmerlebnis verbessert.

Die nötige Leistung bringt zudem ein „a8 Gen2 AI“-Prozessor, der über AI Super Upscaling verfügt und sogar in teureren Geräten zum Einsatz kommt. Auf der Rückseite finden sich vier HDMI-2.1-Ports, die Gaming bei 4K@120 Hz ermöglichen. Zur weiteren Verbesserung zählen ALLM, AMD FreeSync und ein geringer Input-Lag. Natürlich könnt Ihr den LG-TV auch via Sprachbefehl steuern und dank 40-W-Audioleistung ist auch eine Soundbar eher optional. Möchtet Ihr das volle Heimkino-Erlebnis, kommt Ihr dennoch nicht um eine solche herum.

Für wen lohnt sich der Fernseher?

LG ist Marktführer im Bereich der OLED-TVs. Diese kosten jedoch auch deutlich mehr, als ein QNED-Modell. Dennoch befinden sich letztere nur knapp unter den teureren Geräten und können mit einer starken Bildqualität und vielen Premium-Features aufwarten. Das gilt auch für den hier angebotenen LG QNED93A6A. Legt Ihr Wert auf diese Dinge und zockt zudem noch gerne auf Eurer Playstation 5, können wir Euch diesen Deal nur ans Herz legen.

Was haltet Ihr von dem Angebot? Ist der LG-Fernseher interessant für Euch oder investiert Ihr lieber in ein OLED-Modell? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!





Mit diesem Symbol kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, nextpit weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!



Source link

Weiterlesen

Apps & Mobile Entwicklung

Nachgefragt: Diese Technik steckt in der Mini SSD von Biwin


Nachgefragt: Diese Technik steckt in der Mini SSD von Biwin

Welche Technik steckt eigentlich in der winzigen Mini SSD von Biwin? Auf diese Frage hat ComputerBase jetzt Antworten direkt vom Hersteller. Auf Anfrage der Redaktion nannte Biwin sowohl den Controller als auch den NAND-Flash. Beide sitzen nebeneinander in dem kleinen Chip-Gehäuse.

Eine SSD im Speicherkartenformat

Einen ganz neuen Formfaktor für SSDs hat Biwin mit der Mini SSD geschaffen. Diese misst lediglich 17 × 15 × 1,4 mm und ist damit etwa halb so groß wie eine 1-Euro-Münze. Wie eine Speicherkarte wird die SSD in ein kompatibles Gerät von außen eingeschoben, sie lässt sich also sehr leicht wechseln. Bisher nutzen aber nur einige Gaming-Handhelds wie der GPD Win 5 das neue SSD-Format von Biwin.

Biwin CL100 Mini SSD
Biwin CL100 Mini SSD

So sieht es von innen aus

Als Controller setzt Biwin nach eigenen Angaben auf den SM2268XT2 von Silicon Motion. Dieser misst normalerweise selbst bereits 11 × 7,7 mm in seinem Package für herkömmliche SSDs, doch kommt er „nackt“, also ohne Chip-Gehäuse in der Mini SSD zum Einsatz, die im Grunde selbst das Chip-Gehäuse darstellt.

Das Innenleben der Biwin Mini SSD
Das Innenleben der Biwin Mini SSD (Bild: Biwin)

Somit bleibt auch genügend Platz für den flächenmäßig größeren NAND-Flash-Speicher. Hierbei handelt es sich laut Biwin um Samsungs V8 TLC, also die achte Generation mit 236 Layern. QLC-NAND gibt es in dieser Generation nicht.

In der maximalen Konfiguration werden 16 NAND-Dies zu je 128 GB (1 Tbit) übereinander gestapelt, um 2 TB SSD-Speicherplatz zu bieten.

Der Controller in der Mini SSD

Der Controller SM2268XT2 ist kein Unbekannter, denn er kommt zum Beispiel in der Crucial E100 oder der Kingston NV3 zum Einsatz. Er unterstützt PCIe 4.0 x4 und NVMe 2.0, bietet vier Speicherkanäle sowie zwei Kerne (Arm Cortex R8). Auf der Mini SSD wird er aber praktisch „halbiert“, denn es wird nur PCIe 4.0 x2 genutzt. Während er also sonst bis zu 7.400 MB/s erreicht, sind es hier nur 3.700 MB/s. Beim Schreiben verspricht Biwin maximal 3.400 MB/s.

Eindrücke von der CES

Zur CES 2026 hat die SSD einen Namen erhalten: Biwin CL100 nennt sich die Serie, die Modelle mit 512 GB, 1 TB und 2 TB Speicherplatz umfasst.

Ähnlichkeiten zu einer Speicherkarte zeigen sich auch daran, dass Biwin einen „Mini SSD Reader“ mit der Kennung RD510 präsentierte. Dieser wird via USB4 mit 40 Gbit/s angebunden. Dass die maximalen Datenraten dort nur mit 3.300 MB/s lesend und 3.000 MB/s schreibend angegeben werden, verwundert allerdings. Zumal darin ein kleiner Lüfter zum Einsatz kommt. Im Benchmark vor Ort mit dem Handheld GPD Win 5 wurden wiederum über 3.500 MB/s erzielt.

Rund 3.500 MB/s wurden live demonstriert
Rund 3.500 MB/s wurden live demonstriert
Der Einschub für die Mini SSD im GPD Win 5
Der Einschub für die Mini SSD im GPD Win 5



Source link

Weiterlesen

Beliebt