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Wenn KI gefährlich wird: FLARE-AI will erstmals Alarm schlagen
GPT-5.6 ist da
– doch OpenAI, Anthropic und Google stehen vor großen Herausforderungen
FLARE-AI soll zum gemeinsamen Meldesystem für KI-Sicherheitsvorfälle werden
Die Open-Source-Plattform FLARE-AI soll Berichte über problematisches Verhalten von KI-Systemen an einer zentralen Stelle bündeln und den Austausch zwischen Unternehmen, Forschung und Sicherheitsorganisationen erleichtern. Für Mitinitiator Avijit Ghosh greift der heutige Umgang mit KI-Vorfällen zu kurz. Während zuletzt vor allem Sicherheitslücken und Cybersecurity-Risiken – etwa rund um die eingeschränkte Freigabe der Claude-Modelle von Anthropic – die Schlagzeilen bestimmten, blieben andere Risiken moderner KI häufig unbeachtet, erklärt der KI-Policy-Forscher bei Hugging Face gegenüber WIRED. Dazu zählten psychologische Schäden, Diskriminierung, Bias und Desinformation. Weil Unternehmen solche Vorfälle nach unterschiedlichen Standards bewerteten und dokumentierten, würden viele Probleme weder systematisch erfasst noch öffentlich bekannt.
In the absence of a coordinated disclosure system, there are no external mechanisms to enforce transparency,
so Ghosh. Nutzer:innen können über FLARE-AI beispielsweise Fälle melden, in denen KI-Modelle personenbezogene Daten preisgeben, Malware oder Bombenbauanleitungen generieren, Schutzmechanismen umgehen oder andere sicherheitsrelevante beziehungsweise gesellschaftliche Schäden verursachen. Nach dem FLARE-AI Framework werden die Meldungen in einem standardisierten, maschinenlesbaren Format erfasst und validiert. Anschließend können sie an Modellanbieter:innen, Incident-Datenbanken oder Sicherheitsorganisationen weitergeleitet werden. Dadurch sollen Vorfälle organisationsübergreifend vergleichbar und nachvollziehbar werden.
Neben Avijit Ghosh zählen auch Elaine Zhu und Shayne Longpre zu den Initiator:innen von FLARE-AI. Gemeinsam mit 49 weiteren Expert:innen aus 32 Organisationen entwickelten sie die Plattform. Für die Entwicklung analysierte das Forschungs-Team bestehende Meldeprozesse von KI-Unternehmen, CERT-Organisationen und Incident Registries. Daraus entstand ein gemeinsames, interoperables Verfahren. Zu den beteiligten Partner:innen und Berater:innen zählen unter anderem MITRE, die AI Incident Database (AIID), das CERT Coordination Center, Hugging Face sowie die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD).
Forschung und Politik fordern mehr Transparenz bei KI
Die Forderung nach mehr Transparenz und standardisierten Meldeverfahren wird auch von der internationalen Forschung gestützt. Der International AI Safety Report 2026 erschien Anfang Februar unter Leitung des KI-Forschers Yoshua Bengio. Er bündelt den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Fähigkeiten und Risiken moderner KI-Systeme. Mehr als 100 unabhängige Expert:innen, benannt von 29 Staaten sowie der UN, OECD und EU, wirkten an dem Bericht mit. Die Autor:innen sehen mehr Transparenz, eine systematischere Erfassung von KI-Vorfällen und einen stärkeren Austausch zwischen Forschung, Unternehmen und Regulierungsbehörden als zentrale Voraussetzungen für einen sicheren Einsatz leistungsfähiger KI.
Der Handlungsdruck wächst vor allem deshalb, weil moderne KI-Systeme immer leistungsfähiger und autonomer werden. Modelle lösen inzwischen Aufgaben auf dem Niveau einer Goldmedaille bei der Internationalen Mathematik-Olympiade, schreiben eigenständig Code oder übernehmen als KI-Agents komplette Arbeitsabläufe. Gleichzeitig steigt das Schadenspotenzial. Agentische Systeme recherchieren selbstständig im Web, bedienen Browser oder greifen auf externe Anwendungen zu. Fehler, Jailbreaks oder manipulierte Eingaben können dadurch weitreichendere Folgen haben als fehlerhafte Chatbot-Antworten.
Dass diese Risiken längst keine theoretischen Szenarien mehr sind, zeigen mehrere Vorfälle der vergangenen Monate. Sicherheitsforscher:innen von LayerX demonstrierten kürzlich, wie sich KI-Browser wie OpenAIs Atlas oder Perplexitys Comet durch manipulierte Prompts dazu bringen ließen, ihre eigenen Schutzmechanismen zu umgehen. Im April zeigte der Sicherheitsforscher Johann Rehberger, wie sich Claude mithilfe präparierter Bilder zur Preisgabe personenbezogener Informationen verleiten ließ. OpenAI musste Ende April 2025 ein kurz zuvor ausgerolltes GPT-4o Update in ChatGPT zurückziehen, nachdem das Modell durch sogenanntes Sycophancy-Verhalten Nutzer:innen übermäßig bestätigte und dadurch unkritisches Bestärken problematischer Annahmen begünstigte. Als Ursache nannte das Unternehmen eine zu starke Gewichtung kurzfristigen Nutzer:innen-Feedbacks bei der Optimierung des Modells.
Auch der US-Kongress treibt die Standardisierung von KI-Vorfallsmeldungen inzwischen voran. Die FLARE-AI-Initiator:innen wirkten nach eigenen Angaben an einem im Juni 2026 vorgestellten Gesetzentwurf des US-Kongresses mit. Dieser sieht vor, das National Institute of Standards and Technology (NIST) mit der Entwicklung eines nationalen Standards für KI-Fehlermeldungen und einer zentralen Vorfallsdatenbank zu beauftragen. Damit würde Incident Reporting für KI erstmals institutionell verankert. Wird der Gesetzentwurf verabschiedet, könnte FLARE-AI zu einem wichtigen Baustein künftiger Melde- und Transparenzstandards für KI werden. Ob aber die großen Tech-Unternehmen auf die Meldefälle reagieren und mehr Sicherheitskonzepte für die einträglichen KI-Systeme, -Modelle und -Tools entwickeln werden, steht auf einem anderen Blatt.
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Threads wird 3 und bringt gleich mehrere Überraschungen mit
Zum dritten Geburtstag überrascht Threads gleich mehrfach. Neben einem neuen Button zum Speichern direkt im Feed bringt die Plattform auch den Partyhut zurück und versteckt weitere kleine Easter Eggs für die Community.
Bei Threads geht es derzeit Schlag auf Schlag. Erst im Juni rollte die Plattform zum Meilenstein von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzer:innen neue Funktionen wie Communities, Your Algo und spezielle WM-Features aus. Jetzt entdecken erste Nutzer:innen bereits den nächsten, jedoch noch inoffiziellen Test: einen Button zum Speichern von Posts direkt im Feed.
Die Plattform feiert außerdem den dritten Geburtstag, bringt den Partyhut zurück und liefert mit einem nostalgischen Rückblick eine Hommage an die größten Community-Momente der vergangenen drei Jahre.
Threads feiert 500 Millionen User mit neuen Features

Threads könnte einen neuen Button zum Speichern von Posts erhalten
Nach Angaben des Threads Users someoneuser81 erscheint bei ersten Nutzer:innen ein neues Lesezeichensymbol direkt unter Beiträgen im Feed. Damit lassen sich interessante Posts offenbar direkt mit einem Fingertipp speichern, ohne zunächst das Drei-Punkte-Menü öffnen zu müssen. Das könnte das Sammeln von Inspirationen, hilfreichen Tipps oder Beiträgen zum späteren Lesen vereinfachen.
Dem Screenshot zufolge befindet sich der neue Button rechts neben den bekannten Interaktionsmöglichkeiten wie Like, Kommentar, Repost und Teilen. Die Speicherfunktion ist zwar bereits über das Drei-Punkte-Menü verfügbar, wäre durch die neue Platzierung jedoch deutlich schneller erreichbar. Nach den bisherigen Beobachtungen wird das Feature schrittweise ausgerollt und steht bislang nur einem Teil der Nutzer:innen zur Verfügung. Threads hat den Test bisher nicht offiziell bestätigt.
Threads feiert den dritten Geburtstag und holt den Partyhut zurück
Im offiziellen Geburtstags-Post feiert Threads das Jubiläum gemeinsam mit dem Creator Mikey Angelo (@mrgrandeofficial). Dessen Video blickt in rasantem Tempo auf die prägendsten Community-Momente der vergangenen drei Jahre zurück und greift zahlreiche Running Gags, virale Diskussionen und Insider der Plattform auf – vom „Christopher Nolan at Whole Foods“ Post über die „Bro Cruise“ und „Fossilgate“ bis hin zu Debatten rund um Blue Checks.
Der Rückblick unterstreicht, wie stark sich auf Threads inzwischen eine eigene Community-Kultur mit wiederkehrenden Memes, Running Gags und Insider-Witzen entwickelt hat. Diesen Wandel beobachtet auch die New York Times: Statt vor allem als X-Alternative wahrgenommen zu werden, entwickle sich Threads zunehmend zu einem Community-Netzwerk mit Reddit-Charakter, dessen Wachstum vor allem von themenspezifischen Interessengruppen getragen werde.
Zudem feiert Partyhut anlässlich des Jubiläums der Plattform ein Comeback auf Threads. Das Badge, das viele Nutzer:innen bereits vom ersten Geburtstag kennen, erscheint nach und nach wieder auf ersten Profilen. Wie erste Screenshots zeigen, wird die Funktion server-seitig freigeschaltet und kann anschließend bis zum 8. Juli 2026 in den Profileinstellungen jederzeit ein- oder ausgeblendet werden. Anders als 2024 ist bislang nicht bestätigt, dass sich der Partyhut erneut über den Hashtag #ThreadsBirthday aktivieren lässt.
Für zusätzliche Geburtstagsstimmung sorgt außerdem ein kleines Easter Egg: Wer aktuell einen Beitrag mit den Topics „Threads“ oder „Threads Birthday“ liked, löst eine kurze Konfettianimation aus.
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OpenAI bestätigt: GPT-5.6 Sol Ultra kommt zu Codex
OpenAIs populärer Agent Codex wird Support von GPT-5.6 Sol Ultra und damit vom bisher leistungsstärksten Modell des Unternehmens erhalten. Der Roll-out der Modellreihe steht an.
Ende Juni kündigte OpenAI den Roll-out des lange erwarteten neuen Modells GPT-5.6 an. Tatsächlich wurde sogar eine ganz neue Modellreihe vorgestellt, mit Sol, Terra und Luna.
GPT-5.6 ist da
– doch OpenAI, Anthropic und Google stehen vor großen Herausforderungen

GPT‑5.6 Sol gilt dabei als Flaggschiffmodell und ist das bisher leistungsstärkste Modell von OpenAI überhaupt. Und es erhält den „bisher robustesten Sicherheitsstack“ aller Modelle. Zunächst wurde GPT-5.6 nur für ausgewählte vertrauenswürdige Personen ausgerollt. Dieser fragmentierte Roll-out ist das Produkt einer Abstimmung mit der US-Regierung, bei der eine freiwillige Sicherheitskontrolle neuer Modelle in enger Kooperation mit der US-Regierung umgesetzt wurde. Die US-Regierung um Donald Trump hat per Präsidialerlass eine freiwillige staatliche Kontrolle für KI-Anbieter:innen eingeführt, die de facto zu einem Prüfinstrument werden könnte, das bestimmte Gruppen aktiv von der Nutzung ausschließt. Die missliche Lage der KI-Unternehmen lässt sich an OpenAIs Text im Blog Post ablesen:
„[…] We don’t believe this kind of government access process should become the long-term default. It keeps the best tools from users, developers, enterprises, cyber defenders, and global partners who need them. We are taking this short-term step because we believe it is the strongest path to broader availability in the coming weeks, while we work with the Administration to develop the cyber Executive Order framework and a repeatable process for future model releases.“
In der nahen Zukunft nun soll GPT-5.6 schrittweise in ChatGPT, Codex und der API für weitere Nutzer:innen verfügbar sein. Viele Beobachter:innen rechnen schon diese Woche mit einem umfassenden Roll-out. Erste Developer haben GPT-5.6 Sol schon im Codex Interface entdeckt.
GPT-5.6 Sol Is Starting To Roll Out
The new Codex interface is starting to appear for a small number of users, showing:
> GPT-5.6 Sol
> Terra
> Luna
> New speed controlsThis isn’t an announcement It’s a rollout
OpenAI almost always tests major UI changes with a small… pic.twitter.com/k4WiqUFekU
— Salio (@Mr_Salio) July 4, 2026
Derweil soll der Coding Agent Codex nicht nur die Sol-Variante, sondern gar die Version GPT-5.6 Sol Ultra als Support erhalten. Das bestätigte OpenAIs Codex Engineering Lead Thibault Sottiaux auf X.
Ultra will be in codex.
— Tibo (@thsottiaux) July 6, 2026
Der Ultra-Modus kann selbst einzelne Unter-Agents einsetzen, um komplexe Aufgaben zu bewältigen. So wird er in der Performance in Kombination mit einem Modell wie GPT-5.6 Sol noch effektiver als andere Modelle. OpenAI erklärt:
Für Coding-Workflows erreicht GPT‑5.6 Sol einen neuen Spitzenwert bei Terminal‑Bench 2.1, das Kommandozeilen-Workflows testet, die Planung, Iteration und Tool-Koordination erfordern.
Die Sol Ultra-Variante erzielte einen noch besseren Wert.

OpenAIs Codex wird inzwischen von Millionen Menschen pro Woche genutzt und könnte bald sogar dedizierte Hardware von OpenAI erhalten.
OpenAI bringt erste Codex Hardware

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KI-generierter Spot: Rysm und Drees & Sommer trommeln mit schwebenden Möbeln für Nachhaltigkeit
In der Vision von Drees & Sommer fügen sich Gebäude so nahtlos in die Umwelt ein, dass man sie gar nicht mehr wahrnimmt.
Dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in der Immobilienbranche nicht ausschließen müssen, möchten das Beratungsunternehmen Drees & Sommer und die Agentur Rysm in einer neuen Kampagne zeigen. Der KI-generierte Spot zeigt eine Welt, in der sich Gebäude so gut in die Natur integrieren, dass sie buchstäblich verschwinden.
Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer, das sich auf die Bereiche Real Estate, Infrastruktur und Industrie fokussiert, hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Lösungen für die Bau- und Immobilienbranche zu entwicklen. Um zu zeigen, dass sie auch in Zeiten in denen Nachhaltigkeit oft zur Nebensache wird zu diesem Anspruch stehen, haben sie mit der Kommunikationsagentur Rysm den Kampagnenspot „Unsichtbar für die Natur“ gestartet.
Der Film ist der erste vollständig mit KI kreierte Spot von Drees & Sommer: Die Szenen, Protagonisten und auch die Hintergrundmusik wurden mit künstlicher Intelligenz generiert. Für Tim Hartwig, Managing Director von Rysm, passt der Einsatz von KI zur Botschaft der Kampagne: „Wahrer Fortschritt im Gebäudesektor bedeutet nicht höher, schneller, weiter, sondern mehr Intelligenz im Hintergrund. Systeme, die wirken, ohne zu dominieren.“ Sandra Brand, CMO der Drees & Sommer SE, die den Film initiiert hat, ergänzt, der KI-Film sei „der Beweis unseres Selbstverständnisses als Digitalisierungstreiber. In der Kommunikation genauso wie in unseren Kundenprojekten.“
Umfirmierung
Aus Ressourcenmangel wird Rysm
Die Agenturgruppe Ressourcenmangel gibt sich einen neuen Namen. Über 20 Jahre nach dem Start der Keimzelle in Frankfurt an der Oder haben sich die beiden Gründer Benjamin Minack und Andreas Nickel für ein anderes Branding entschieden …
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