Künstliche Intelligenz
Wie kann dieser E-Scooter legal sein? Iscooter IX7 Pro mit 2 Motoren & 1600 Watt
Der E-Scooter Iscooter IX7 Pro mit zwei Motoren mit 1600 Watt Spitzenleistung glänzt mit brachialer Kraft und guter Federung – zeigt aber auch klare Schwächen.
Zwei Motoren in einem E-Scooter mit deutscher Straßenzulassung – das ist auf dem hiesigen Markt eine echte Rarität. Der Iscooter IX7 Pro bietet genau das: einen umschaltbaren Doppelantrieb, der wahlweise nur das Hinterrad oder beide Räder gleichzeitig antreibt. Das Ergebnis ist spürbar mehr Anfahrkraft und Steigfähigkeit als bei klassischen Einmotor-Modellen, besonders auf Schotter, Gras und losem Untergrund.
Legal bleibt der Spaß trotzdem. Die Software begrenzt die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit fest auf 20 km/h, die Gesamt-Nennleistung liegt bei 500 Watt und die Ausstattung ist StVZO-konform. Die quasi baugleiche internationale Version erreicht dagegen 60 km/h bei 2 × 1000 Watt Peak – hat aber keine ABE und ist in Deutschland im öffentlichen Verkehr nicht erlaubt.
Für 860 Euro beim Hersteller und 850 Euro bei Amazon bekommt man einen E-Scooter, der sich auf dem Feldweg pudelwohl fühlt. Ob der Dualmotor-Offroad-E-Scooter auch im Alltag überzeugt, zeigt dieser Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau des Iscooter IX7 Pro dauert rund zehn Minuten und gelingt ohne Vorkenntnisse. Lenkstange ausklappen, Lenker mit vier Schrauben fixieren, die Halterung für das Versicherungskennzeichen mit sechs Schrauben befestigen, Reifen aufpumpen – fertig. Die Bremsen waren bei unserem Testgerät ab Werk korrekt justiert. Im Lieferumfang stecken neben dem E-Scooter eine wasserdichte Transporttasche, ein 54,6-V/2-A-Ladegerät und eine deutschsprachige Bedienungsanleitung. Wir empfehlen dringend das Tragen eines Helms.
Optisch gibt sich der IX7 Pro als das, was er ist: ein Offroader ohne Schnörkel. Die breiten 10-Zoll-Tubeless-Offroad-Reifen, das großzügige Trittbrett mit 19 × 55 cm und leicht erhöhter Fußablage hinten sowie die fast 20 cm Bodenfreiheit lassen keinen Zweifel an seiner Bestimmung. Der robuste Rahmen aus Aluminiumlegierung mit Magnesium-Elementen trägt bis zu 150 kg Zuladung – ein Spitzenwert, den selbst der Isinwheel T4 (Testbericht) nur erreicht, aber nicht übertrifft. Farbelemente wie die rote Federung hinten sind selten, es dominieren Grau- und Schwarztöne.
Iscooter IX7 Pro Bilder
Die Schweißnähte sind sauber und gleichmäßig ausgeführt, die Dichtungen nach IP54 schützen vernünftig gegen Spritzwasser. Allerdings wirken einige Kunststoffteile wie die Schutzbleche etwas wackelig, und die Steuereinheit am Lenker macht keinen besonders hochwertigen Eindruck. Wer das makellose Finish eines Segway oder die edle Optik des Navee ST3 Pro (Testbericht) mit seinen matt-goldenen Akzenten erwartet, wird hier nicht fündig. Massiv – ja. Premium-Feeling – nein.
Der Klappmechanismus funktioniert gewohnt unkompliziert: Hebel lösen, Lenker einklappen, Haken am Trittbrett fixieren. In wenigen Sekunden ist der E-Scooter gefaltet und misst dann etwa 117 × 65 × 55 cm, tragen lässt er sich an der Lenkstange. Das klingt praktischer, als es sich anfühlt: Mit 30 kg Eigengewicht wird jede Treppe zum Workout. Zum Vergleich – der Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) wiegt 24,6 kg und fühlt sich beim Tragen schon schwer an. Für Pendler mit Aufzug ist der IX7 Pro machbar, für Treppenhaus-Bewohner eher ein Grund zum Umziehen.
Lenker & Display
Der Lenker des Iscooter IX7 Pro ist funktional gestaltet, auch wenn er optisch nicht mit den aufgeräumten Lösungen von Segway oder Navee mithalten kann. Rechts sitzt der Daumengriff für die Beschleunigung, links befinden sich Kippschalter für die integrierten Blinker an beiden Lenkerenden. Die Blinker schalten sich nicht automatisch ab – hier muss der Fahrer selbst dran denken, was im Eifer des Abbiegens schon mal vergessen werden kann.
Das LED-Display hingegen gehört zu den Stärken des IX7 Pro. Es zeigt Geschwindigkeit in km/h, Akkustand in Balken, den aktiven Fahrmodus, die Trip-Distanz sowie den aktuellen Antriebsmodus (1-WD oder 2-WD) und Blinkersymbole übersichtlich an. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar.
Die Bedienung erfolgt über eine zentrale M-Taste, die zwischen den vier Geschwindigkeitsstufen (Gehmodus bei 6 km/h, dann 10, 15 und 20 km/h) umschaltet. Zwei kurze Drücke auf dieselbe Taste aktivieren den Dualmotor-Modus – simpel und auch während der Fahrt schnell erreichbar, ohne den Blick lange vom Weg zu nehmen.
Beim Licht gibt sich der IX7 Pro pragmatisch. Der Front-LED-Scheinwerfer reicht für Radwege und den Alltag aus, ist aber weder besonders hell noch im Abstrahlwinkel verstellbar. Das rote Rücklicht leuchtet dauerhaft, funktioniert jedoch nicht als Bremslicht. Einen Dämmerungssensor hat der E-Scooter nicht.
Einen USB-Anschluss zum Laden mobiler Endgeräte gibt es ebenfalls nicht, während der Vmax VX2 Hub (Testbericht) mit seinem USB-C-Port zeigt, wie praktisch das im Alltag sein kann.
App
Die Iscooter-App für iOS und Android verbindet sich per Bluetooth mit dem E-Scooter und bietet solide Grundfunktionen. Der Roller lässt sich per Passwort sperren und entsperren, die Beleuchtung steuern und der Fahrmodus wechseln. Die App zeigt den exakten Akkustand in Prozent und Spannung an – deutlich präziser als die Balkenanzeige auf dem Display. Dazu kommen Routen-Tracking, Fahrstatistiken und die Möglichkeit, Firmware-Updates einzuspielen.
Iscooter IX7 Pro Screenshot
Im Vergleich zur Segway Mobility App mit Navigation, Apple-Find-My-Integration und programmierbaren Tasten wirkt der Funktionsumfang überschaubar. Dafür gibt es beim IX7 Pro keine Registrierungspflicht vor der ersten Fahrt – ein willkommener Unterschied zu Segway und Navee, die ihre Nutzer zur Anmeldung zwingen, bevor der E-Scooter überhaupt einen Meter rollt.
Motor & Leistung
Wer zum ersten Mal auf dem Iscooter IX7 Pro steht, merkt sofort den Unterschied zu herkömmlichen E-Scootern. Die Standposition ist deutlich erhöht, die fast 20 cm Bodenfreiheit und das breite Trittbrett vermitteln ein Gefühl wie auf einem kleinen Geländefahrzeug. Die aufrechte Haltung ist für längere Touren von ein bis zwei Stunden komfortabel, und dank der 150 kg Zuladung finden hier auch kräftigere Fahrer einen sicheren Stand. Allerdings ist der Iscooter IX7 Pro nicht sehr wendig. Das liegt am hohen Eigengewicht und daran, dass der Lenker nicht sehr weit einschlägt.
Die beiden Motoren sind das Herzstück des IX7 Pro und sein klares Alleinstellungsmerkmal. Im Einzelmodus treibt nur das Hinterrad an – das reicht für ebene Strecken und den normalen Stadtverkehr vollkommen aus. Per doppeltem Druck auf die M-Taste schaltet man in den Dualmodus, und dann wird es ernst: Beide Motoren mit zusammen 1600 Watt Spitzenleistung greifen gleichzeitig zu, die Beschleunigung von 0 auf 20 km/h ist schlicht brachial.
Dabei gilt eine eiserne Regel: Beim Beschleunigen im Dualmodus unbedingt das Gewicht nach vorne verlagern! Die Power ist so heftig, dass das Vorderrad gerne durchdreht. In Kurven sollte man keinesfalls Gas geben, vor allem nicht bei Nässe oder Schotter – sonst wird aus der kontrollierten Fahrt schnell eine unkontrollierte Rutschpartie. Wer das beherzigt, erlebt einen Antritt, der in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Steigungen von 25 bis 35 Prozent meistert der IX7 Pro im Dualmodus ohne Ruckeln, was Einmotor-Modelle wie der Joyor Y8-S (Testbericht) in dieser Souveränität nicht schaffen.
Ein spürbarer Schwachpunkt ist der Daumengriff: Er erlaubt im Grunde nur geringe Beschleunigung oder Vollgas, eine feinfühlige Dosierung dazwischen fehlt. Die brachiale Power ist dadurch schwer zu bändigen, besonders für Anfänger. Hier hätte Iscooter deutlich mehr Wert auf gute Elektronik legen sollen – der Segway Ninebot Max G3 D zeigt mit seinem nahezu perfektem Gasgriff, wie präzise Beschleunigungskontrolle funktionieren kann.
Federung
Die hydraulische Doppelfederung an Vorder- und Hinterrad mit einstellbarer Dämpfung gehört zu den Stärken des IX7 Pro. Auf Schotter und unebenem Asphalt schluckt sie Schläge zuverlässig weg. Feldwege, Bordsteine und Kopfsteinpflaster verlieren ihren Schrecken. Im Zusammenspiel mit den grobstolligen 10-Zoll-Offroad-Reifen ergibt sich ein Fahrwerk, das für unebenes Terrain gemacht ist.
Für leichte Fahrer unter 70 kg ist die Federung ab Werk allerdings zu hart eingestellt – hier lohnt sich das Anpassen der Dämpfung über die vorhandenen Einstellmöglichkeiten. Schwere Fahrer um 80 bis 100 kg profitieren dagegen von der strafferen Abstimmung, die ein Durchschlagen bei gröberen Hindernissen verhindert. Im Vergleich zur butterweichen Federung des Navee ST3 Pro fühlt sich der IX7 Pro deutlich straffer an. Für reinen Stadtbetrieb wäre das zu hart, für echtes Offroad-Fahren passt die Abstimmung.
Bremsen & Reifen
Die mechanischen Doppelscheibenbremsen mit 140-mm-Rotoren an Vorder- und Hinterrad überzeugen. Sie greifen direkt und kräftig, erlauben aber auch ein kontrolliertes, dosiertes Abbremsen. Bei Vollbremsungen steht der 30 kg schwere E-Scooter schnell und sicher – ein wichtiger Punkt bei der brachialen Beschleunigung, die der Dualmotor entfesselt.
Die 10-Zoll-Tubeless-Offroad-Reifen bieten guten Grip auf nahezu jedem Untergrund. Ihr grobes Profil beißt sich in Schotter, Gras und losen Boden, auf Asphalt rollen sie etwas lauter als Straßenreifen. Bei Nässe in der Stadt sollte man dennoch vorsichtig fahren – die Reifen sind klar für Gelände optimiert, nicht für regennasse Radwege.
Akku
Der fest integrierte Lithium-Ionen-Akku liefert 48 V bei 15 Ah und damit 720 Wh Kapazität. Das ist ein ordentlicher Wert, der den des Navee ST3 Pro (596,7 Wh) und den des Segway Ninebot Max G3 D (597 Wh) übertrifft.
Iscooter gibt eine Reichweite von 70 bis 80 km an – eine Angabe, die man getrost als Marketing-Optimismus verbuchen kann. Im Praxistest mit einem 80 kg schweren Fahrer, einem Mix aus Asphalt und Schotter bei 15 bis 20 km/h im Dualmodus kommen wir auf 35 bis 50 km. Bei Temperaturen unter 10 °C oder starken Steigungen sinkt die Reichweite weiter auf 25 bis 35 km. Wer ausschließlich im Einzelmodus auf ebener Strecke fährt, kommt entsprechend weiter.
Die Ladezeit beträgt 6 bis 7 Stunden mit dem mitgelieferten 54,6-V/2-A-Ladegerät. Das ist kein Schnellladen, aber deutlich erträglicher als die Marathonladezeit des Navee ST3 Pro mit seinen 10 Stunden. Ein Wechselakku ist nicht vorgesehen – der Akku bleibt fest im Rahmen.
Preis
Der Iscooter IX7 Pro kostet aktuell 860 Euro beim Hersteller und 850 Euro bei Amazon. Auf der Herstellerseite und bei Amazon gibt es regelmäßig Rabattcodes, die den Preis weiter drücken. Im Lieferumfang ist eine Lenkertasche enthalten.
Fazit
Der Iscooter IX7 Pro ist ein Spezialist mit klarem Profil. Sein Doppelantrieb liefert auf Feldwegen, Schotter und Steigungen eine Traktion, die kein Einmotor-E-Scooter in dieser Preisklasse bieten kann. Die einstellbare hydraulische Federung, die beeindruckende Zuladung von 150 kg und die grobstolligen 10-Zoll-Offroad-Reifen machen ihn zum echten Geländegänger – und das mit legaler Straßenzulassung.
Die Schwächen liegen im Detail: Der Daumengriff erlaubt kaum feinfühlige Dosierung der brachialen Motorleistung, einige Kunststoffteile wirken billig, das Rücklicht hat keine Bremslichtfunktion und 30 kg Eigengewicht machen jeden Transport zur sportlichen Herausforderung. Ddie Reichweitenangabe des Herstellers ist zu optimistisch – ein Klassiker in dieser Branche.
Wer regelmäßig abseits asphaltierter Wege unterwegs ist und einen robusten Offroad-E-Scooter mit ABE sucht, findet im IX7 Pro für 860 Euro einen starken Begleiter. Für reine Stadtfahrer gibt es komfortablere und leichtere Alternativen. Der Dualmotor ist sein Alleinstellungsmerkmal – und auf dem Feldweg ein echtes Erlebnis.
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Neural Rendering: Nvidia DLSS 5 macht Videospiele fotorealistisch
Für Nvidia-CEO Jensen Huang ist es eine „Neuerfindung der Spielegrafik“: Nvidia hat auf der GTC-Konferenz DLSS 5 (Deep Learning Super Sampling) vorgestellt. Es handelt sich um ein KI-Modell, das aus Farben und Bewegungsvektoren annähernd fotorealistische Grafik baut. Die KI soll tiefer in die Spiele integriert sein als vorherige DLSS-Versionen.
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Das Ergebnis sieht aus wie ein KI-generiertes Video – nur, dass DLSS 5 die Bilder in Echtzeit auf den Bildschirm werfen soll. Das KI-Modell wurde laut Nvidia darauf trainiert, Spielfiguren, Haar, verschiedene Stoffe und Hautmaterial auseinanderzuhalten und realistische Lichtbedingungen abzubilden und zeitlich stabil zu halten. Dafür analysiert das Modell die Frames eines Videospiels.
DLSS 5 auch für bereits veröffentlichte Spiele
Für Entwickler, die DLSS 5 in ihre Spiele integrieren wollen, stellt Nvidia Werkzeuge bereit, um den KI-Output zu steuern. Sie sollen etwa Color Grading einstellen können und verschiedene KI-Verbesserungen an- und ausschalten, damit ein Spiel seine Ästhetik behalten kann. Laut Nvidia wollen unter anderem Bethesda, Capcom, Ubisoft und Warner Bros. Games DLSS 5 in Videospielen einsetzen.
Dabei kann DLSS 5 nicht nur auf künftige Spiele angewendet werden. Auch bereits veröffentlichte Titel können ein Update auf das neue KI-Modell von Nvidia bekommen. Angekündigt ist ein DLSS-5-Update unter anderem für „Starfield“, „Assassin’s Creed Shadows“, „Hogwarts Legacy“ und „The Elder Scrolls Oblivion 4: Remastered“. DLSS 5 soll im Herbst für RTX-50-Grafikkarten erscheinen.
Die ersten Reaktionen in der Gaming-Community fallen weitgehend negativ aus: Viele befürchten, dass DLSS 5 die Vision der Entwickler überschreiben und Videospiele in optischen KI-Slop verwandeln könnte. Gleichzeitig zeigen Vergleichsbilder einen riesigen Sprung in Belichtungsqualität – vor allem Gesichter sehen aber doch noch sehr nach KI-Filter aus.
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Ergänzung für bestehende DLSS-Techniken
Vorherige Versionen von DLSS haben vor allem die Performance von Videospielen verbessert, indem sie Spielegrafik von niedrigen Auflösungen hochskalieren oder zwischen zwei gerenderten Frames KI-generierte Bilder einfügen. DLSS 5 ist ein grundlegend anderes Konzept, das ergänzend zu DLSS Upscaling und Frame Generation gesehen werden sollte. Nvidia bestätigt in einer FAQ, dass die vorhandenen Techniken parallel zu DLSS 5 eingesetzt werden können.
Unklar ist noch, welche Performance-Auswirkungen DLSS 5 mit sich bringt. Laut dem Technikmagazin Digital Foundry, das DLSS 5 bereits ansehen konnte, lief das Modell bei der Nvidia-Demo gleich auf zwei RTX-5090-Grafikkarten: eine für das Rendering des Spiels, die andere für die DLSS-5-Komponente. Eine einzelne RTX 5090 kostet mehr als 3000 Euro. Um DLSS 5 also wirklich für normalsterbliche Spiele-Fans brauchbar zu machen, hat Nvidia also noch etwas Arbeit vor sich.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Chinas zweitgrößter Chipfertiger startet angeblich 7-Nanometer-Produktion
China weitet offenbar die Produktionskapazität seiner modernsten Chipfertigungs-Generation aus. Die Chipfertigungssparte der Hua-Hong-Gruppe kann inzwischen angeblich Chips der 7-Nanometer-Klasse herstellen. Bis zum Jahresende soll die Produktion hochfahren, allerdings in einem niedrigen Maßstab: Von mehreren Tausend Wafern pro Monat Ende 2026 ist die Rede.
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Zum Vergleich: Der Weltmarktführer TSMC belichtet rund 1,3 Millionen Wafer pro Monat (inklusive älterer und neuerer Fertigungsprozesse). Aktuell ist TSMC mit 2-nm-Strukturen drei komplette Generationen weiter.
Über die 7-nm-Produktion bei der Hua-Hong-Gruppe berichtet die Nachrichtenagentur Reuters anhand von Quellen, die mit dem Prozess vertraut sein sollen. Viele Details über Hua Hongs Chipfertigung sind nicht bekannt. Es liegt aber nahe, dass die Firma den 7-nm-Fertigungsprozess von SMIC übernimmt.
SMIC ist der größte chinesische Chipauftragsfertiger. Weltweit befindet er sich auf Platz 3; laut dem Marktbeobachter Trendforce setzte SMIC 2025 etwa 9,3 Milliarden US-Dollar um. Das entspricht einem weltweiten Marktanteil von 5,3 Prozent. Chinas Nummer 2 Hua Hong belegt weltweit Platz 6 mit 4,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz.
Huawei zieht wahrscheinlich die Strippen
Laut Reuters soll Huawei bei Hua Hongs 7-nm-Chipproduktion involviert gewesen sein. Huawei betreibt angeblich auch schon eigene Halbleiterwerke, ebenfalls in Kooperation mit SMIC. Übergeordnet leitet die chinesische Regierung die eigene Halbleiterindustrie an. SMICs Fertigungstechnik soll laut früheren Berichten wiederum von TSMCs erster 7-nm-Generation (N7) kopiert sein.
Diese Generation kommt noch ohne extrem-ultraviolette (EUV-)Belichtungsquelle aus. Der einzige Hersteller von EUV-Lithografie-Systemen, ASML, darf solche aufgrund von Exporteinschränkungen nicht nach China verkaufen. Da sich Chinas eigene Lithografie-Systeme bislang für Fertigungsprozesse bis zur 28-nm-Generation eignen, könnten auch bei der Hua-Hong-Gruppe ältere ASML-Systeme zum Einsatz kommen. Sie reichen für 7-nm-Strukturen, wenn ein Wafer mehrfach belichtet wird (Multi-Patterning).
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Mehrfachbelichtungen schlagen sich allerdings negativ auf die Ausbeute nieder, da sie die Defektrate steigern. Eine hohe Ausrichtungsgenauigkeit hilft, allerdings darf ASML auch in dieser Disziplin seine besten Lithografie-Systeme nicht nach China verkaufen. Die Grenze liegt bei einer Genauigkeit von 1,5 nm; möglich ist schon weniger als 1 nm.
Hua Hongs Kapazität funktionierender 7-nm-Chips zum Jahresende dürfte vor allem für Kleinserien reichen. Laut Reuters will der chinesische GPU-Hersteller Biren die 7-nm-Linie verwenden. Denkbar wäre auch ein Fokus auf chinesische KI-Beschleuniger, bei denen auch die Kosten weniger relevant wären als etwa bei Smartphone-Prozessoren.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Apple kauft MotionVFX: Anbieter für Video-Effekte und Plug-ins
Apple hat die Firma MotionVFX übernommen und damit einen der größten Anbieter für Video-Effekte, Titel und Plug-ins. Viele Nutzer der Apple-Videoschnitt-Software Final Cut Pro greifen auf die Dienste des 2009 gegründeten Unternehmens zurück. Laut einigen Branchendiensten gilt MotionVFX als Marktführer in seinem Segment. Was genau Apple mit MotionVFX vorhat, lassen beide Firmen aber noch offen. Auch der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.
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MotionVFX bestätigte den Kauf als Neuigkeit auf seiner Website. Das Unternehmen war laut Medienberichten vorher schon Partner von Apple. Apple selbst hat sich noch nicht dazu geäußert, was aber eine übliche Vorgehensweise des iPhone-Herstellers ist. Als im November 2024 bekannt wurde, dass Apple die Fotobearbeitungs-App Pixelmator übernimmt, ließ der Käufer seine Pläne zunächst auch offen. Erst vor wenigen Wochen wurde Pixelmator in das neue Creator Studio von Apple integriert.
MotionVFX-Inhalte künftig im Creator Studio?
Apples Abo-Bundle für Kreativinhalte könnte auch der künftige Bestimmungsort von MotionVFX werden. Bislang hat Final Cut Pro nur eine etwas umfangreichere Grundausstattung an Effekten, Einblendungen und Titeln zu bieten. MotionVFX könnte die Regale um zahlreiche Premium-Vorlagen auffüllen, die ein Abo von Final Cut gegenüber dem Einmalkauf attraktiver machen. Aktuell existieren beide Varianten: Nutzer können wahlweise die Software mieten oder kaufen.
Mit dem Kauf schmälert Apple indirekt aber auch die Attraktivität der Videoschnitt-Lösungen seiner Mitbewerber. MotionVFX bot nämlich nicht nur Erweiterungen für Final Cut Pro an, sondern auch für DaVinci Resolve und Adobe Premiere Pro. Wie beim Kauf der Wetter-App Dark Sky im Jahr 2020 dürften die Angebote für die Konkurrenz mit dem Aufkauf über kurz oder lang eingestellt werden. Gegenwärtig ist noch das komplette bisherige Angebot verfügbar.
Zu MotionVFX gehören 70 Mitarbeiter, die allesamt zu Apple wechseln. Das im südpolnischen Bielsko-Biała beheimatete Unternehmen wurde von Szymon Masiak gegründet. In letzter Zeit hat es auch viele Erweiterungen mit KI-Unterstützung entwickelt, darunter KI-gestütztes Upscaling von Videos, Surface-Tracking oder automatisches 3D-Tracking. Auch dies würde gut zu Apples jüngster Strategie passen, Final Cut um Funktionen mit Machine-Learning zu ergänzen.
(mki)
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