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YouTube ohne Werbung: DuckDuckGo blockiert automatisch Ads



DuckDuckGo bietet kostenfreies AI Chat Feature mit GPT-4o mini, Claude 3 Haiku, Llama und Mixtral
– ohne Datenspeicherung

AI-Chat-Optionen auf DuckDuckGo, Text vor verschwommenem hellen Hintergrund, vier Kästchen
Screenshot des DuckDuckGo AI Chats, © DuckDuckGo

Duck Player und Werbeblocker: Zwei Wege zu YouTube ohne Werbung

YouTube geht seit Jahren konsequent gegen Werbeblocker vor. Nutzer:innen mit aktivierten Adblockern werden regelmäßig mit Warnhinweisen konfrontiert, Videos laden verzögert oder lassen sich zeitweise gar nicht mehr abspielen. 2024 sorgte zudem ein teilweise versteckter Skip Button zum Überspringen von Werbung für Empörung. Hinter den Kulissen passt Google YouTube regelmäßig technisch an, damit Werbeblocker nicht mehr zuverlässig funktionieren und ständig aktualisiert werden müssen. All diese Maßnahmen verfolgen unter anderem das Ziel, Nutzer:innen für YouTube Premium als offizielle werbefreie Alternative zu gewinnen oder alternativ mit der Werbeausspielung viel Geld zu verdienen. Das Abo wurde in Deutschland erst kürzlich teurer.

Mit der neuen Browser-Funktion bietet DuckDuckGo all jenen eine Lösung, die von YouTubes Vorgehen gegen Werbeblocker zunehmend frustriert sind. Die integrierte Werbeblockierung entfernt die meisten Videoanzeigen direkt im regulären YouTube Player und macht zusätzliche Browser-Erweiterungen überflüssig. Den bereits verfügbaren Duck Player ersetzt sie jedoch nicht, sondern ergänzt ihn.

Je nach Nutzungsszenario bietet DuckDuckGo damit zwei unterschiedliche Optionen. Die integrierte Werbeblockierung richtet sich an alle, die YouTube wie gewohnt nutzen, aber auf Werbeunterbrechungen verzichten möchten. Der Duck Player eignet sich dagegen für alle, die Videos möglichst privat ansehen möchten. Dabei nutzt er YouTubes strengste Datenschutzeinstellungen für eingebettete Videos. Dadurch werden weder personalisierte Werbung noch Tracking eingesetzt. Außerdem fließen angesehene Videos weder in den YouTube-Verlauf noch in die persönlichen Empfehlungen ein.

YouTube-Werbeblocker startet zunächst als Beta

Die neue Funktion blockiert die meisten Videoanzeigen ausschließlich auf der YouTube Website im DuckDuckGo Browser. Öffnet sich ein Video stattdessen in der YouTube App, greift die Funktion nicht.

Einstellungen zur YouTube-Werbeblockierung und zum Duck Player im DuckDuckGo Browser für iOS, © Screenshot DuckDuckGo

Auf Windows, macOS und iOS ist die Funktion standardmäßig aktiviert. Auf Android muss sie zunächst in den Einstellungen eingeschaltet werden. Technisch basiert die Funktion auf den Filterlisten von uBlock Origin, die DuckDuckGo bei Bedarf um eigene Regeln ergänzt.

DuckDuckGo weist darauf hin, dass sich die Werbeblockierung noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet und deshalb noch nicht in jedem Fall fehlerfrei funktioniert. Nutzer:innen können mögliche Probleme anonym melden. Da YouTube die Technik hinter den Werbeeinblendungen regelmäßig verändert, muss auch DuckDuckGo die Werbeblockierung laufend anpassen, damit sie zuverlässig funktioniert. Wie bei anderen Werbeblockern kann es außerdem vereinzelt zu etwas längeren Ladezeiten kommen, bevor ein Video startet. Ist ein Video einmal geladen, sollen die meisten Videoanzeigen ausbleiben.


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Am Vertrauen hakt’s: AI in Deutschland Suchquelle Nummer 2


AI-Dienste und Suchmaschinen prägen die Online-Suche inzwischen nebeneinander. Chatbots und Assistants werden immer häufiger und differenziert eingesetzt, wie YouGovs neue Zahlen zeigen. Allerdings folgt daraus ein Problem.

Die Suche nach Informationen im Digitalraum beginnt noch immer am häufigsten direkt in Suchmaschinen. Doch KI-Dienste in diesen, dedizierte Chatbots und AI Assistants verändern zusehends die Informationsbeschaffung, sodass eine erste Suchanfrage oft auch auf ChatGPT, Claude, Perplexity, Grok und Co. gestellt wird. Neue Daten von YouGov aus der Studie „Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026“ zum Suchverhalten in Deutschland offenbaren ein Nebeneinander von Suchmaschinen und AI-Diensten bei der Informationssuche und zeigen, dass sich AI-Dienste als Informationsquellen etabliert haben. Dabei kämpfen sie aber mit einem großen Problem, das zuweilen erst nach der ersten Nutzungsintention aufkommt.


Jedes Thema 24 Stunden verfolgen:

Googles Information Agents im AI Mode verfügbar

Google-Schriftzug, Ask AI Mode-Schriftzug in Suchleiste, dunkler Hintergrund
© Google via Canva

So sucht Deutschland nach Informationen im Netz: AI hinter Suchmaschinen, aber stark vertreten

Für die neue YouGov-Studie hat das Unternehmen in Deutschland vom 21. April 2026 bis zum 29. Mai 2026 1.005 Personen befragt. Insgesamt gibt es in der Studie aber auch bevölkerungsrepräsentative Stichproben für Australien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Malaysia, Polen, Saudi‑Arabien, Singapur, Spanien, Schweden, die Schweiz, die VAE und die USA. Laut YouGov sind die Ergebnisse in Indien und Mexiko repräsentativ für die städtische Bevölkerung, in Hongkong, Indonesien und Thailand, repräsentativ für die Online‑Bevölkerung.

Als Online-Suchende gelten in Deutschland alle Personen, die mindestens einmal pro Woche etwas im Internet suchen. Unter diesen Suchenden (über 900 an der Zahl) hat YouGov AI-Suchende differenziert:

  • User mit hoher Suchfrequenz (über 250), die pro Tag mindestens eine Suchanfrage per KI-Dienst starten
  • User mit regelmäßiger Suchfrequenz (über 200), die einige Suchanfragen pro Woche per KI-Dienst starten
  • User mit gelegentlicher Suche (über 200), die nur eine Suchanfrage oder weniger pro Woche per KI-Dienst starten
  • User, die gar nicht mit KI-Diensten suchen (über 250), bei der Frage danach angaben, es nicht zu tun oder nicht zu wissen

Im Erhebungszeitraum haben in Deutschland 39 Prozent der Befragten AI Assistants oder Chatbots zur Suche eingesetzt. Parallel dazu wurden von 79 Prozent der Befragten auch Suchmaschinen genutzt, um Informationen einzuholen. Das zeigt die anhaltende Relevanz der klassischen Suchmaschinen ebenso wie den Wert von KI-Tools für die Suche.

Differenzierung bei Altersgruppen, aber Zugriffsdefinition für KI-Nutzung vage

Ob die Befragten eine klare Differenzierung zwischen klassischer Suchmaschine und KI-Assistant oder Chatbot vorgenommen haben, bleibt aber unklar. Denn die größte Suchmaschine von allen, Google, leitet User inzwischen sehr prominent in die unmittelbare Nutzung des AI Mode über – der eher als Assistant oder Chatbot gelten dürfte als als klassisches Suchmaschinenumfeld. Auch YouGov differenziert nicht weiter zwischen Assistants und Chatbots, sodass damit KI-Dienste gemeint sind, die nicht mit der klassischen Suchmaschine vergleichbar sind.

Bei jüngeren Usern werden die AI-Dienste indes noch häufiger genutzt als bei älteren. In der Generation Z nutzen 49 Prozent AI Assistants als Informationsquelle, gefolgt von Social-Media-Plattformen (45 Prozent) und Video-Plattformen (42 Prozent) als weitere Quellen hinter der Suchmaschine. Auch nutzen in der Gen Z 56 Prozent der Befragten mindestens einmal am Tag AI Assistants für Anfragen. Insgesamt sind es in Deutschland 31 Prozent. 63 Prozent aller AI User geben in diesem Kontext an, ihre Nutzung im Vergleich zum Vorjahr gesteigert zu haben.

Wie die AI oft eingesetzt wird

 Zu den Hauptanwendungsfällen für AI Assistants zählen in Deutschland:

  • die direkten Antworten auf Fragen (64 Prozent)
  • die Zusammenfassung von Web-Inhalten (37 Prozent)
  • die Überprüfung von Informationen (32 Prozent)
  • der Vergleich von Optionen (26 Prozent)

Dabei wird die KI oftmals als ein Element einer fragmentierten Sucherfahrung eingesetzt, wie YouGov betont. Denn vielfach können AI-Dienste in anderen Nutzungskontexten integriert sein, etwa die Meta AI auf den Plattformen von Meta oder der AI Mode mit Gemini auf Google. Außerdem bedeutet der Start einer Suche über einen Dienst nicht, dass sie mit diesem auch fortgesetzt wird. Allerdings können insbesondere Agents wie die Information Agents von Google oder Claude Cowork und OpenAIs Deep Research autonom bestimmte Suchanfragen und -aufgaben übernehmen, sodass via AI Agent auch mit Seiten oder Suchmaschinen interagiert wird, aber nicht direkt vonseiten der User. Eine über KI-Dienste hinausgehende Recherche kann überdies ebenso mit einem Vertrauensproblem zusammenhängen.

Vertrauen auf KI-Antworten und Search-Antworten beschädigt

Nur 36 Prozent aller Online User aus der YouGov-Erhebung für Deutschland vertrauen Informationen von AI Assistants. Navigations-Apps (76 Prozent) und Suchmaschinen (72 Prozent) erhalten dagegen deutlich höhere Vertrauenswerte. Justus Riemann, Senior Business Development Manager bei YouGov, sagt:

Die klassische Suchanfrage bleibt eine der vertrautesten Schnittstellen des Internets. Der Austausch ist einfach: Nutzer geben eine Suchanfrage ein, die Suchmaschinen liefern Links und die Nutzer entscheiden schließlich, welchen Quellen sie vertrauen. KI-Assistenten stellen dieses Muster in Frage, indem sie direkte Antworten, Zusammenfassungen und Vergleiche bieten – nicht nur eine Liste von Links.

Zur Förderung des Vertrauens gegenüber AI-Diensten wünschen sich User vor allem folgende Maßnahmen:

  • klare Erklärungen, wie die KI zu ihrer Antwort gelangt ist (16 Prozent)
  • eindeutige Links oder Quellenangaben (15 Prozent)
  • Antworten aus offiziellen Quellen (12 Prozent)

Das Vertrauen in Chatbots und Assistants wird immer wieder erschüttert. Schon 2023 galt Bard (heute Gemini) als gefährlich, sogar das Personal warnte vor dem Launch vor Lügen und gefährlichen Aussagen. Fast alle bekannten Chatbots und Assistants haben schon mit Fehlern und Falschaussagen zu kämpfen gehabt – immer wieder geben die Unternehmen an, dass es dazu kommen kann. ChatGPT etwa zitierte unlängst oft Grokipedia, die KI-Enzyklopädie ohne umfassenden Kontrollmechanismus. Auf Claude wurde kürzlich eine Desinformation aus Russland als Nachrichtenquelle angegeben. Auch das gibt es öfter: Halluzinationen von vermeintlich echten Nachrichten.

Auch Falschaussagen und verzerrte Titel sorgen für Unklarheit

Google hat zuletzt sogar Vorwürfe hinnehmen müssen, in den AI Overviews Falschaussagen zu Unternehmen zu treffen, weil die Verknüpfung zu Drittinhalten nicht den Tatsachen entsprach. Das Landgericht München I machte Google für Falschaussagen in AI Overviews direkt verantwortlich, sprach eine einstweilige Verfügung aus und bereitet damit möglicherweise den Weg zu mehr juristischer Handhabe für Publisher bei Googles Ergebniskuratierung. Der Einfluss der KI kann aber ebenso bei klassischen Suchergebnissen zu Verzerrungen führen. Wie schon bei Discover ersetzt Google auch in der Suche Titel mit eigenen KI-generierten Versionen. Doch die sind nicht immer akkurat und manchmal schlichtweg irreführend. Für User gilt daher umso mehr, ihre Informationen nach der ersten Suchanfrage zu überprüfen, mit vertrauenswürdigen Quellen.

Laut 2026 Digital News Report des Reuters Institute for the Study of Journalism sind dedizierte KI-Dienste, deutlich hinter Social Media und Videoplattformen, als News-Quelle im Internet immer gefragter. Studienleiter Jim Egan schreibt:

A central theme this year is this growing ‘platformisation’ of news consumption. For the first time, social media and video networks are, on average across the markets covered, more popular than both TV and owned news websites and apps as sources of news. Growing numbers are also experimenting with AI chatbots as a new means of access […]. 

Besonders die Option, bei Assistants oder Chatbots direkt Follow-up-Fragen zu stellen, hilft vielen Usern aus dem Reuters Report bei der Nutzung von AI für die News-Rezeption. Das kann bei der Suche ebenfalls unterstützen. Und so dürften KI-Voice-Modelle wie das neue GPT-Live von OpenAI in ChatGPT dazu beitragen, dass künftig noch mehr User ihre Anfragen und Nachfragen über eine natürliche Konversation direkt an den KI-Dienst stellen. Ob die Antworten dann immer korrekt sind, müsste geprüft werden.


GPT-Live ist da:

Das sind OpenAIs neue Voice-Modelle für lebensechte Konversationen

© OpenAI via Canva

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Meta schürt Angst mit AI Glasses, die immer aufnehmen


Meta verspricht mehr Datenschutz für seine Smart Glasses. Hinter den Kulissen arbeitet der Konzern laut Berichten jedoch bereits an „Super Sensing“ – einem KI-Gedächtnis für die Brillen, das sich an nahezu alles erinnern soll.

Metas Smart Glasses sehen auf den ersten Blick aus wie gewöhnliche Brillen. Spätestens seit den neuen Modellen, die Meta gemeinsam mit Kylie Jenner bewirbt, setzen die Smart Glasses zudem stärker auf Mode und Lifestyle, um mehr User für diese begeistern zu können. Hinter den Gläsern stecken jedoch Kameras, Mikrofone und zahlreiche KI-Features. In einem neuen Blog-Beitrag reagiert der Konzern auf die wachsende Datenschutzdebatte rund um die KI-Brillen und kündigt zusätzliche Schutzmaßnahmen an. Sie sollen Manipulationen der Aufnahme-LED verhindern, die Menschen in der Umgebung während Foto- und Videoaufnahmen auf eine aktive Kamera hinweist.

Doch intern arbeitet Meta offenbar bereits an dem Projekt „Super Sensing“. Laut der Financial Times, die sich in einem kürzlich veröffentlichten Bericht auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, soll die Funktion künftige Meta Smart Glasses in die Lage versetzen, nahezu jeden Moment des Alltags zu erfassen. Ein Widerspruch zu den neuen Datenschutzmaßnahmen? Wir werfen einen Blick auf die Hintergründe.


Das sind die neuen Meta Glasses von Meta mit Kylie Jenner, Muse Spark und 26 Styles

Meta setzt zum Launch der neuen Meta Glasses auf die Reichweite von Kylie Jenner. Die Unternehmerin und Social-Media-Ikone steht im Mittelpunkt einer groß angelegten Kampagne für die gemeinsam entwickelte Starfire Edition.
© Meta via Canva

Die Aufnahme-LED soll Vertrauen schaffen – doch die Kritik wächst

Im Blog-Beitrag beantwortet Meta häufige Fragen zum Umgang mit Fotos, Videos und Privatsphäre und stellt zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Smart Glasses vor. Im Fokus steht die weiße Aufnahme-LED an der Vorderseite der Brille. Sie blinkt während Foto- und Videoaufnahmen und soll Menschen in der Umgebung signalisieren, dass gerade Inhalte aufgezeichnet werden.

Bereits seit der zweiten Generation deaktivieren sich die Kameras automatisch, wenn erkannt wird, dass die LED verdeckt wurde. Künftig soll dies auch dann gelten, wenn die Kontrollleuchte beschädigt oder bewusst zerstört wurde. Auslöser der neuen Maßnahmen sind unter anderem kostenpflichtige Manipulationsdienste, die Umbauten anbieten, um die Aufnahme-LED dauerhaft außer Kraft zu setzen. Meta kündigt an, entsprechende Anzeigen, Beiträge und Marketplace-Angebote von den eigenen Plattformen zu entfernen, beteiligte Konten zu sperren und auch rechtlich gegen Anbieter:innen solcher Dienste vorzugehen.

Mit den neuen Schutzfunktionen will Meta das Vertrauen in Smart Glasses stärken. Nach Angaben des Konzerns bietet bislang kein anderes Unternehmen vergleichbare Maßnahmen gegen Manipulationen. Für Kritiker:innen greift dieser Ansatz jedoch zu kurz. Die Aufnahme-LED gilt zwar als wichtigstes Transparenzmerkmal der Smart Glasses, wird im Alltag aber häufig übersehen, etwa bei starkem Sonnenlicht oder weil moderne Kamerabrillen äußerlich kaum noch von gewöhnlichen Brillen zu unterscheiden sind. Seit Längerem warnen Datenschützer:innen deshalb davor, dass Meta und andere Hersteller:innen von KI-Brillen schrittweise als alltägliche Begleiter:innen etablieren und damit allgegenwärtige Aufzeichnungstechnik normalisieren könnten.

Die Berichte über „Super Sensing“ verleihen dieser Kritik nun zusätzliches Gewicht. Denn wenn KI-Brillen den Alltag künftig nahezu kontinuierlich erfassen und analysieren, stellt sich nicht mehr nur die Frage, ob eine Aufnahme-LED ausreicht, sondern ob das bisherige Transparenzkonzept grundsätzlich noch trägt.

„Super Sensing“: Die Brille, die sich an alles erinnert

Unter dem Projektnamen „Super Sensing“ testet Meta laut der Financial Times KI-Funktionen, die Smart Glasses zu einem permanent mitlaufenden KI-Assistant machen sollen. Statt nur dann Fotos oder Videos aufzunehmen, wenn diese – wie etwa mit einem Smartphone – bewusst ausgelöst werden, sollen die Brillen mithilfe von Kameras, Mikrofonen und KI nahezu jeden Moment des Tages erfassen. Anschließend könnten Träger:innen den KI-Assistant der Brille beispielsweise fragen: „Wo habe ich meine Schlüssel zuletzt gesehen?“, „Wen habe ich heute getroffen?“ oder „Worüber habe ich heute Morgen gesprochen?“

Nach Informationen der Financial Times könnten sogar die aktuellen Meta Smart Glasses-Modelle per Software Update einige der geplanten „Super Sensing“-Funktionen erhalten. Meta wollte die Berichte über das interne Entwicklungsprojekt nicht kommentieren.

Smart Glasses von Meta könnten den Alltag somit künftig kontinuierlich erfassen, analysieren und als durchsuchbares KI-Gedächtnis speichern. Sie würden sich damit nicht nur an einzelne Momente erinnern, sondern an nahezu alles, was im Laufe des Tages passiert. Genau darin sehen Datenschutzexpert:innen das zentrale Problem: Je mehr Informationen eine KI-Brille kontinuierlich sammelt, desto wichtiger wird Transparenz für Menschen in der Umgebung.

Ausgerechnet daran könnte sich mit „Super Sensing“ jedoch etwas ändern. Während aktuelle Smart Glasses beim Fotografieren oder Filmen über die bereits beschriebene Aufnahme-LED auf eine aktive Kamera hinweisen, erwägt Meta laut der Financial Times intern offenbar, diese Anzeige während der Nutzung von „Super Sensing“ nicht dauerhaft zu aktivieren. Stattdessen sollen andere Datenschutzmechanismen zum Einsatz kommen.

Meta Smart Glasses: Droht die Normalisierung permanenter Aufzeichnung?

Die aktuellen Datenschutzdebatten sind nicht die ersten rund um Metas Smart Glasses. Anfang des Jahres machten Recherchen der schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet öffentlich, dass Beschäftigte eines externen Unternehmens im Rahmen der KI-Datenannotation Zugriff auf sensible Aufnahmen von Smart Glasses-Nutzenden hatten, darunter auch intime Videos. Meta beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Eine umfassende öffentliche Aufarbeitung des Falls blieb bislang jedoch aus.

Im aktuellen Blog-Beitrag betont Meta erneut, dass grundsätzlich nur Nutzende selbst auf Fotos und Videos zugreifen können, es sei denn, sie teilen Inhalte mit anderen Personen, veröffentlichen sie in sozialen Netzwerken oder nutzen sie gemeinsam mit Meta AI. Gerade dieser Punkt bleibt jedoch umstritten, da Meta Inhalte zur Verbesserung der eigenen KI-Systeme verarbeiten kann und sich diese Verarbeitung derzeit offenbar nicht vollständig deaktivieren lässt.

Mit „Super Sensing“ könnte die Debatte nun eine neue Dimension erreichen. Denn wenn KI-Brillen den Alltag kontinuierlich erfassen, analysieren und als durchsuchbares Gedächtnis speichern, geht es nicht mehr nur um einzelne Fotos oder Videos. Die Systeme könnten potenziell auch Bewegungsprofile, Gespräche, soziale Kontakte, Gewohnheiten und zahlreiche Informationen über Menschen in der Umgebung erfassen – selbst dann, wenn diese einer solchen Datenerfassung nie zugestimmt haben.

Datenschutzexpert:innen warnen außerdem vor einem schrittweisen Gewöhnungseffekt. Sobald sich KI-Brillen mit permanent aktiven KI-Funktionen gesellschaftlich etabliert haben, könnten nach und nach weitere Funktionen folgen, die noch tiefere Eingriffe in die Privatsphäre ermöglichen. Hinweise auf eine solche Entwicklung gibt es bereits: Seit Längerem berichten Medien darüber, dass Meta Gesichtserkennungsfunktionen für Smart Glasses prüft. Recherchen von WIRED zufolge enthielt die Begleit-App der Brillen zeitweise bereits deaktivierten Code für eine Gesichtserkennungsfunktion. Zudem soll Meta für interne Tests Gesichtserkennungstechnologie des US-Unternehmens Rank One Computing genutzt haben, das auch das Pentagon beliefert.


Muse Image ist Metas erstes KI-Bildmodell
– mit 30 neuen Effekten für Stories

KI-Bildegenerierung von Frau, Sodadose und Hund mit Kleidung, violetter Hintergrund
KI-generierte Visuals von Muse Image, © Meta via Canva

Wer legt die Regeln für KI-Brillen fest?

Ob und wann Meta „Super Sensing“ tatsächlich einführt, ist offen. Die eigentliche Frage stellt sich jedoch schon heute. KI-Brillen verlassen langsam die Nische und könnten den Mainstream erreichen. Welche Regeln für Smart Glasses gelten sollen, darf nicht allein von den Unternehmen entschieden werden, die diese entwickeln.

Bislang drehte sich die Debatte vor allem um Fotos und Videos. Doch wenn KI-Brillen künftig Gespräche, Begegnungen, Gewohnheiten und ganze Tagesabläufe erfassen und als digitales Gedächtnis speichern können, steht weit mehr auf dem Spiel als der Datenschutz ihrer Träger:innen. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie selbstverständlich es werden darf, dass intelligente Geräte Menschen im öffentlichen Raum permanent beobachten, analysieren und sich an sie erinnern.


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Grok 4.5 bietet hohes Tempo und Kosteneffizienz


Mit Grok 4.5 liefert SpaceXAI das bisher beste eigene KI-Modell, welches neben Cursor trainiert wurde und vor allem in den Bereichen Coding und agentische Aufgaben performen soll. Das hat einen guten Grund.

In die Reihe brandneuer KI-Modelle auf dem Markt reiht sich jetzt Grok 4.5 ein. Damit folgt eine weitere Option auf neue Modelle wie GPT-5.6 von OpenAI mit seinen Varianten Sol, Terra und Luna, Claude Sonnet 5 von Anthropic oder das neue KI-Bildmodell Muse Image von Meta. SpaceXAI hat sich bei der Entwicklung von Grok 4.5 aber eher an ersteren orientiert, denn das Modell soll im Agentic-Zeitalter besonders bei Coding-Aufgaben unterstützen können, dank höherem Tempo und Kosteneffizienz. Dafür hat das KI-Unternehmen ein besonderes Training ermöglicht, aus dem das bisher beste Grok-Modell entsprungen ist.


Das Unternehmen hinter Grok ist jetzt offiziell SpaceXAI. Dieses bietet umfassenden Support für die KI-Entwicklung von Diensten wie Grok, die auch auf X eingesetzt werden.

xAI jetzt SpaceXAI:

Unternehmen bringt neue Grok-Stimmen und hofft auf KI-Support aus dem All

SpaceXAI-Logo, in Weiß auf schwarzem Hintergrund
© SpaceXAI via Canva

Grok 4.5: Hohes Tempo, Kosteneffizienz und Training mit Cursor

Das brandneue Modell von SpaceXAI wird als intelligentestes Grok-Modell aller Zeiten beschrieben. Dieses Prädikat erhält Grok 4.5 nicht zuletzt dank der Entwicklungsgeschichte. Es wurde gemeinsam mit dem Coding Agent Cursor trainiert. Cursor gab bereits im April bekannt, mit SpaceX zusammenzuarbeiten, um KI-Modelle besser trainieren zu können. Die eigenen Modelle Composer 1.5 und Composer 2 konnten so schon skaliert werden. Und durch den Support des Colossus-Datencenters von SpaceXAI sollen diese Modelle in Zukunft deutlich intelligenter werden.

Das gilt auch für die Grok-Modelle, die den umfassenden Support von SpaceXAI genießen – selbst satellitenbetriebene Datencenter im Orbit, die die Computing-Bedarfe der KI bedienen, sind bei dem Unternehmen in der Planung. Grok 4.5 ist aber schon heute das stärkste Modell der Reihe.

Es ist besonders schnell, agiert mit 80 TPS (Transaktionen pro Sekunde) und soll dabei deutlich weniger Tokens verbrauchen, als Vergleichsmodelle wie Claude Opus 4.8 bei vergleichbaren Aufgaben. In diesem Sinne verspricht Grok 4.5, schneller und kosteneffizienter zu arbeiten als manch anderes Modell.

Ein Vergleich der Token-Effizienz von Grok 4.5 und Claude Opus 4.8 bei einer vergleichbaren Aufgabe, © SpaceXAI
Ein Vergleich der Token-Effizienz von Grok 4.5 und Claude Opus 4.8 bei einer vergleichbaren Aufgabe, © SpaceXAI

Die Kosten für den Grok 4.5-Einsatz liegen aktuell bei zwei US-Dollar pro Million Input Tokens und sechs US-Dollar pro Million Output Tokens. Nach eigenen Angaben liefert das Modell die „höchste Intelligenzrate pro Zeit- und Kosten-Unit“. Das lässt sich aber allein anhand der Preise schwer belegen. Zumindest liegen die Preise aber unter denen der aktuellen Claude-Modelle und jenen neuerer GPT-Modelle von OpenAI.

Einsatzoptionen und Building-Beispiele für Grok 4.5

Das neue Grok-Modell ist ab sofort in Grok Build, in den Cursor-Abonnements und via SpaceXAI Console verfügbar. User in der EU können aber erst Mitte Juli mit der Bereitstellung rechnen. Wer einen API Key hat, kann direkt loslegen und das Modell zum Coding einsetzen. Grok 4.5 übertrifft laut SpaceXAI einige Modelle wie Claude Opus 4.8 und GPT-5.5 bei manchen Aufgaben aus den Bereichen Software-Entwicklung, wenngleich je nach Benchmark auch andere Modelle wie Claude Fable 5 bessere Performance-Werte aufweisen.

Im SWE Bench Pro Benchmark-Kontext zeigt Grok 4.5 eine gute, aber nicht die beste Leistung unter den Modellen, © SpaceXAI, Balkendiagramm
Im SWE Bench Pro Benchmark-Kontext zeigt Grok 4.5 eine gute, aber nicht die beste Leistung unter den Modellen, © SpaceXAI

Für die User dürfte aber ohnehin eher die praxisnahe Verwendung mitsamt der individuellen Ergebnisse zählen. Grok 4.5 kann im Coding-Kontext aus einem einzigen Prompt etwas erstellen. Dafür liefert das Unternehmen ein Beispiel samt Prompt:

Make a beautiful simulation of the universe and solar system. should be sped up with adjustable time, realistic motion, orbits, stars. use threejs. Make the HUD well styled and conform to modern design principles.

Screenshot der interaktiven Erfahrung, die Grok 4.5 auf Basis des Prompts erstellt hat, © SpaceXAI
Screenshot der interaktiven Erfahrung, die Grok 4.5 auf Basis des Prompts erstellt hat, © SpaceXAI

Das Modell lässt sich indes vielfältig einsetzen, für Office-Aufgaben wie die Excel-Sheet-Kreation mit Input aus dem Web oder die Erstellung von Präsentationen und Textvorlagen aller Art. Außerdem können User in diversen Kontexten auf das Modell bauen. Grok 4.5 ist zum Beispiel in Notion verfügbar, in Warp, OpenCode und sogar in OpenClaw.

Mithilfe des Modells können User beispielsweise Apps und Seiten kreieren oder diverse Alltagsaufgaben an die KI auslagern.

Dass sich SpaceXAI bei der Entwicklung des neuen Grok-Modells besonders auf Coding und Agentic Tasks verlegt hat, dürfte ein Zeichen der Zeit sein. Denn die Konkurrenz von Google, OpenAI, Anthropic und Co. feiert gerade mit coding-spezifischen Diensten Erfolge. Insbesondere Codex von OpenAI und Claude Code von Anthropic erfreuen sich großer Beliebtheit und werden wöchentlich von Millionen Usern umfassend eingesetzt. Davon profitieren die KI-Unternehmen besonders, weil der erweiterte Coding-Einsatz an kostenpflichtige Abonnements geknüpft ist – ähnlich wie bei SpaceXAI mit SuperGrok oder X Premium.


OpenAI bestätigt:

GPT-5.6 Sol Ultra kommt zu Codex

OpenAIs Codex-App-Oberfläche mit Prompt-Feld, in dem die KI aufgefordert wird, eine Funktion für eine Wetter-App zu erweitern.
© OpenAI via Canva

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