Künstliche Intelligenz
E-Bike Engwe EP-2 3.0 Boost im Test: Fette Reifen, starker Motor, großer Akku
Das faltbare E-Bike Engwe EP-2 3.0 Boost kombiniert dicke 20×4-Zoll-Reifen mit Drehmomentsensor, hydraulischen Bremsen und einem 648-Wh-Akku.
Engwe erweitert sein Portfolio an klappbaren E-Bikes um das EP-2 3.0 Boost – ein faltbares E-Fatbike mit Tiefeinsteiger-Rahmen aus Magnesiumlegierung. Das Rad kombiniert die Vorteile eines kompakten Klappfahrrads mit der Geländetauglichkeit breiter Fat-Reifen. Angetrieben wird es von einem starken 48-V-Nabenmotor mit 75 Nm Drehmoment und Drehmomentsensor für ein natürliches Fahrgefühl.
Der herausnehmbare 648-Wh-Akku soll laut Hersteller Reichweiten von bis zu 129 km ermöglichen. Dank der Schnellladetechnik mit dem beiliegenden 4-A-Ladegerät ist der Energiespeicher in etwa 3 bis 3,5 Stunden wieder voll. Hydraulische Doppelkolben-Bremsen mit 180-mm-Scheiben sorgen für sichere Verzögerung.
Eine Besonderheit ist die legale Boost-Funktion: Per Knopfdruck am Lenker aktiviert man eine sechste Unterstützungsstufe, die bei Steigungen oder beim Anfahren zusätzlichen Schub liefert.
Mit einem Gewicht von 32,3 kg gehört das EP-2 3.0 Boost allerdings zu den Schwergewichten unter den E-Klapprädern. Zum Vergleich: Das Engwe P20 (Testbericht) wiegt nur 18,5 kg, bietet dafür aber auch keine Fat-Reifen. Wie sich 1099 Euro (Rabattcode DELIAKOL50OFF) teure das EP-2 3.0 Boost in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.
Aufbau
Der Zusammenbau des Engwe EP-2 3.0 Boost dauert etwa eine Stunde – etwas länger als bei vielen anderen E-Klapprädern. Im Karton finden sich unter anderem Lenker mit Vorbau, Sattel samt Sattelstütze, Pedale, Räder, Schutzbleche, Gepäckträger, Front- und Rücklicht, Reflektoren, Klingel, Display sowie ein 4-A-Schnellladegerät. Werkzeug und eine einfache Luftpumpe liegen ebenfalls bei.
Die deutschsprachige Anleitung erklärt die Montage verständlich. Zuerst entfernt man die zahlreichen Kabelbinder und Schaumstoffpolster. Dann folgen Lenker und Vorbau, die mit L und R markierten Pedale, Räder, Schutzbleche, Seitenständer, Gepäckträger sowie die Beleuchtung. Viele Schrauben sind bereits vormontiert, Ersatzschrauben liegen reichlich bei. Vor der ersten Fahrt sollte man alle Verbindungen nachziehen und die Reifen aufpumpen.
Engwe EP-2 3.0 Boost Bilder
Optik
Optisch zeigt sich das EP-2 3.0 Boost als massives Tiefeinsteiger-Fatbike mit dem Akku unter dem Sattel. Der Rahmen mit Magnesiumlegierung ist in Mattschwarz oder Tannengrün erhältlich – letztere Variante gefällt uns besonders gut. Lack und Schweißnähte sind sauber verarbeitet und das Kabelmanagement vorbildlich gelöst. Die Katzenaugen wirken jedoch etwas aufgesetzt.
Die breiten 4-Zoll-Reifen und der 68 cm breite Lenker verleihen dem Rad einen robusten, modernen Look. Zusammengefaltet misst das EP-2 3.0 Boost kompakte 97 × 53 × 81 cm und lässt sich dank integriertem Standbügel problemlos abstellen.
Verarbeitung
Die Verarbeitung überzeugt angesichts des Preises. Der Rahmen wirkt stabil, die hydraulischen Bremsen und die Shimano‑Schaltung arbeiten zuverlässig. Positiv fallen die Metallpedale auf, wo sonst oft Kunststoff zum Einsatz kommt. Der hintere Gepäckträger ist für eine Zuladung von bis zu 15 kg ausgelegt.
Ein Kritikpunkt: Die elektrische Hupe ist in Deutschland nicht zugelassen. Bei einer Verkehrskontrolle droht ein geringes Bußgeld. Wir empfehlen unbedingt, eine klassische Klingel am Lenker nachzurüsten. Insgesamt bietet das EP-2 3.0 Boost typische chinesische Mittelklasse-Qualität – robust genug fürs Gelände, aber ohne Premium-Anspruch.
Lenker & Display
In der Mitte des Lenkers sitzt ein 3,5 Zoll großes, farbiges LCD. Es zeigt Geschwindigkeit, aktuelle Unterstützungsstufe, Akkustand in Prozent, gefahrene Distanz und Durchschnittsgeschwindigkeit. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt die Anzeige gut lesbar. Bei aktivierter Beleuchtung dimmt das Display automatisch.
Die Steuerung erfolgt über Tasten links am Lenker: Plus und Minus wählen zwischen fünf Unterstützungsstufen, eine separate und gut erreichbare Boost-Taste aktiviert die sechste Stufe für maximale Kraftentfaltung. Das Licht schaltet man per Tastendruck ein, die Schiebehilfe unterstützt bis 6 km/h. Die Handhabung ist insgesamt selbsterklärend.
Das Frontlicht liefert 30 Lux und lässt sich im Winkel verstellen. Die Reichweite beträgt etwa 10 Meter – ausreichend für die Stadt. Das Rücklicht verfügt über eine Bremslichtfunktion, die über einen Verzögerungssensor aktiviert wird. Schade: Eine automatische Dämmerungserkennung fehlt.
App
Die Engwe-App verlangt bei der Einrichtung viele Daten: Rahmen-ID, Seriennummer, Foto der Quittung, Bestellnummer und Bestelldatum. Der einzige echte Mehrwert ist das Aktivieren einer vierstelligen Entsperr-PIN. Einen GPS-Tracker wie beim Alleskönner Engwe Engine 3.0 Pro Boost (Testbericht) gibt es nicht.
Fahren
Der 48-V-Nabenmotor mit 75 Nm Drehmoment macht richtig Laune. Der Drehmomentsensor sorgt für eine natürliche Tretunterstützung – je stärker man in die Pedale tritt, desto mehr schiebt der Motor an. Das fühlt sich deutlich besser an als bei E-Bikes mit einfachem Trittfrequenzsensor, wo der Motor erst nach einer halben Pedalumdrehung reagiert.
Fünf Unterstützungsstufen stehen zur Wahl. Per Boost-Taste am Lenker schaltet man eine sechste Stufe hinzu, die bei Steigungen oder beim Anfahren an Ampeln zusätzliche Kraft liefert. Diese Funktion ist legal, da die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h eingehalten wird. Der Motor arbeitet erfreulich leise – ganz anders als beim lauten Fiido M1 Pro 2025 (Testbericht).
Die 4 Zoll breiten Reifen und die Federgabel mit 50 mm Federweg schlucken Unebenheiten souverän. Kopfsteinpflaster, Schotterwege und Wurzeln im Wald verlieren ihren Schrecken. Zwar kann das EP-2 3.0 Boost beim Federungskomfort nicht ganz mit dem vollgefederten Engwe Engine 3.0 Pro Boost (Testbericht) mithalten, bietet aber deutlich mehr Dämpfung als schmal bereifte Klappräder wie das Engwe P20 (Testbericht).
Die Lenkerhöhe lässt sich zwischen 126 und 135 cm verstellen, sodass Fahrer verschiedener Körpergrößen eine passende Position finden.
Die hydraulischen Doppelkolben-Bremsen mit 180-mm-Scheiben packen zuverlässig zu. Der Bremsweg ist kurz, die Dosierung gelingt problemlos. Anders als beim Fiido M1 Pro 2025 (Testbericht) mit seiner weichen Federgabel besteht keine Überschlagsgefahr bei starkem Bremsen.
Das Hauptmanko ist das hohe Gewicht von 32,3 kg. Treppen werden zur echten Herausforderung. Die 7-Gang-Shimano-Schaltung funktioniert zuverlässig, ist aber etwas kurz übersetzt.
Akku
Der herausnehmbare Akku bietet eine Kapazität von 648 Wh (48 V, 13,5 Ah) und nutzt moderne 21700-Zellen mit Batteriemanagementsystem.
Engwe gibt eine maximale Reichweite von bis zu 129 km an. Im Test erreichen wir bei gemischter Nutzung mit Stufe 3 und einem 85 kg schweren Fahrer realistische 70 bis 100 km – abhängig unter anderem von Gelände, Temperatur und Fahrweise.
Dank des beiliegenden 4-A-Ladegeräts ist der Akku in nur 3 bis 3,5 Stunden vollständig geladen. Zum Laden kann der Akku entnommen werden – praktisch, wenn das Rad im Keller steht.
Preis
Das Engwe EP-2 3.0 Boost kostet regulär 1199 Euro (Stand Januar 2026). Mit dem Rabattcode DELIAKOL50OFF sinkt sein Preis auf 1099 Euro.
Fazit
Das Engwe EP-2 3.0 Boost überzeugt als vielseitiges E-Klapprad für Stadt und Gelände zum moderaten Preis. Der Drehmomentsensor sorgt für ein natürliches Fahrgefühl, das bei vielen günstigen Konkurrenten fehlt. Die legale Boost-Funktion liefert bei Bedarf Extra-Schub, die hydraulischen Bremsen packen zuverlässig zu.
Besonders gefallen uns die hohe Reichweite von realistisch 70 bis 100 km und die Schnellladung in nur 3,5 Stunden. Die breiten Fat-Reifen und die Federgabel bieten auch auf unebenen Wegen hohen Komfort. Das Farbdisplay sieht prima aus, die Bedienung ist selbsterklärend.
Abstriche muss man beim Gewicht machen: Mit über 32 kg ist das EP-2 3.0 Boost kein Leichtgewicht. Treppen werden zur sportlichen Herausforderung. Die elektrische Hupe sollte man dringend meiden und eine klassische Klingel nachrüsten. Auch die App bietet wenig Mehrwert.
Wer ein robustes E-Klapprad mit Fat-Reifen und Drehmomentsensor sucht, findet im EP-2 3.0 Boost einen soliden Begleiter. Es bietet viel Ausstattung für sein Geld – typische Mittelklasse, aber keine Premium-Qualität.
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Die beste Gaming-Maus im Test: Logitech Pro X Superlight 2 ist Testsieger
Gaming-Mäuse müssen unterschiedliche Zwecke erfüllen. Für Shooter sollten sie besonders leicht und präzise sein. Wir zeigen die besten unter ihnen.
Im Gaming-Bereich haben Spieler je nach Genre unterschiedliche Anforderungen an ihre Peripherie. Gaming-Mäuse für MMORPGs haben etwa eine Vielzahl zusätzlicher Tasten, um der Menge an Fähigkeiten und Routinen im Spiel gerecht zu werden. In der kompetitiven Shooter-Szene dreht sich währenddessen alles um Präzision und blitzschnelle Reaktionen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, setzen Hersteller auf schlanke Designs, ein geringes Gewicht und hochpräzise Sensoren. High-End-Mäuse sind zudem mit einer hohen Abtastrate ausgestattet, wodurch Verzögerungen weitestgehend ausgemerzt werden sollen. Im Bereich kompetitiver Shooter übertrumpfen sich Mäusehersteller also regelmäßig mit neuer Technik.
Wir zeigen hier die besten kabellosen Gaming-Mäuse mit einem Fokus auf schlankem Design und geringem Gewicht und zeigen in unserem Ratgeber-Teil zudem auch Mäuse aus anderen Bereichen der Gaming-Welt. Wir erklären außerdem, was hinter Fachbegriffen wie DPI und Polling-Rate (Abtastrate) steckt und was die Griffe, mit denen man eine Maus hält, unterscheidet.
Alle von uns hier getesteten Geräte haben ein Eigengewicht, das zwischen 48 und 70 g liegt.
Welche ist die beste leichte Gaming-Maus?
Unser Testsieger ist die Logitech G Pro X Superlight 2 für 112 Euro. Sie liefert eine hochwertige Verarbeitung, sensationelle Klicks sowie einen erstaunlich lang anhaltenden Akku und kommt mit einer Abtastrate von bis zu 8000 Hz.
Als Technologiesieger und beinahe Platz 1 geht die Asus ROG Harpe II Ace für 152 Euro hervor. Sie richtet sich mit ihrem Aufgebot an modernster Hardware und durch die Web-App ermöglichter Funktionen vorwiegend an ambitionierte Gaming-Enthusiasten.
Worauf muss man bei einer Gaming-Maus achten?
Wie auch bei einer Tastatur oder einem Headset muss die Maus in erster Linie bequem benutzbar sein. Abhängig von Sitzposition, Handgröße und Platz auf dem Schreibtisch kommen manche Mäuse aufgrund ihrer Form einfach nicht infrage. Wer mit gesundheitlichen Problemen wie dem Karpaltunnelsyndrom zu kämpfen hat, sollte sich eher nach einer ergonomischen Maus umsehen.
Nicht jede Gaming-Maus unterstützt die gleichen Verbindungsmodi. Während die Mäuse in unserer Bestenliste allesamt kabellos sind, gibt es weiterhin rein kabelgebundene Mäuse. Die sind dann in den meisten Fällen günstiger, dadurch aber auch weniger flexibel einsetzbar. Das ist primär dann relevant, wenn man die Maus nicht nur zum Zocken am PC verwendet, sondern auch andere Endgeräte wie Tablets mit ihr bedienen möchte. Die meisten kabellosen Gaming-Mäuse unterstützen eine Funkverbindung via 2,4-GHz-Funk-Receiver. Dieser wird per USB-A-Anschluss entweder direkt an den PC gesteckt oder – je nach Hersteller – mittels eines Verlängerungsadapters mit dem USB-C-Port des Ladekabels verbunden. Das soll vordergründig dafür sorgen, dass die Distanz zwischen dem Receiver und der Maus so kurz wie möglich gehalten wird.
Die Funktechnologie ist mittlerweile auch so stark vorangeschritten, dass die Verzögerung durch die Übertragung des Signals beim Zocken kaum noch ins Gewicht fällt. In vielen Fällen unterstützen Gaming-Mäuse auch eine Bluetooth-Verbindung. Diese eignet sich zwar, um damit zu surfen oder im Büro zu arbeiten, unterliegt aber in puncto Latenz der Funkverbindung um einiges.
Je nachdem, welche Spiele man hauptsächlich spielen möchte, ist ein Griff zu einer High-End-Maus mit 8000-Hz-Abtastrate und State-of-the-art-Sensoren unnötig. Für gelegentliches Zocken reicht auch eine Mittelklasse-Maus, wie die Hyperx Pulsefire 2 Haste. Während die Mäuse in dieser Bestenliste aufgrund ihrer Charakteristika hauptsächlich für First-Person-Shooter (FPS) ausgelegt sind, gibt es auch welche, die andere Nischen und Bedürfnisse bedienen. Anstatt ultraleicht gibt es Exemplare, die deutlich mehr wiegen und teilweise sogar mit extra einsetzbaren Gewichten kommen. Auch die bereits erwähnten MMORPG-Mäuse, die mit 8 oder mehr zusätzlichen Buttons ausgestattet sind, um Makros oder Shortcuts auszuführen, gibt es.
Weniger wichtig für die tatsächliche Performance der Maus, aber für den einen oder anderen dennoch essenziell: die RGB-Beleuchtung. Diese reicht von Akzenten wie einem beleuchteten Mausrad oder dem Logo bis hin zur Festbeleuchtung an den Seiten. Ist einem die Akkulaufzeit wichtig, sollte man jedoch auf eine permanente Beleuchtung verzichten oder direkt eine Maus kaufen, die gar keine RGBs hat.
Die Software der Maus kann ebenso ein wichtiges Entscheidungskriterium sein. Dazu zählt nicht nur der Funktionsumfang, den diese der Maus ermöglicht. Hersteller wie Logitech oder Asus ROG bieten mit ihren Software-Angeboten Schnittstellen zu anderen Produkten aus dem eigenen Sortiment. Wer also bereits Tastaturen oder Headsets eines bestimmten Herstellers besitzt, sollte sich überlegen, ob sich auch ein Kauf der Gaming-Maus aus dem gleichen Hause lohnt.
Was sind Claw-, Palm- und Fingertip-Grip?
Wie man die Maus hält, ist von Person zu Person unterschiedlich. Dennoch haben sich überwiegend drei differenzierte Handpositionen herauskristallisiert, die auch beim Design der Mäuse mitbedacht werden.
Verwendet man den Claw-Grip, um die Maus zu halten, bedeutet das, dass die Finger gekrümmt auf den Maustasten liegen und die Peripherie über Bewegungen mit dem Handgelenk manövriert wird. Beim Claw Grip lohnt es sich, auf das Gewicht der Maus zu achten, da eine leichtere Maus weniger Kraftaufwand für das Handgelenk bedeutet und dementsprechend auch weniger anstrengt.
Beim Palm-Grip liegt die Hand vollständig auf der Maus, was bedeutet, dass man sie ausschließlich über den Arm bewegt. Feine Bewegungen mittels Handgelenk sind nur schwer möglich. Um den Griff zu unterstützen, ist es ratsam, eine längere und auch etwas breitere Maus zu wählen, die Platz für die gesamte Handfläche bietet.
Hält man die Maus ausschließlich mit den Fingerspitzen, spricht man hier vom Fingertip-Grip. Dabei berührt die Handfläche nicht die Maus, welche daher über das Handgelenk bewegt wird. Neben texturierten Flächen an den Seiten der Maus, die den Fingerspitzen besseren Halt geben, ist auch hier ein leichtes Gerät zu bevorzugen, um das Handgelenk zu entlasten. Da die Handfläche keinen Kontakt mit der Maus hat, ist es auch nicht verkehrt, auf eine flachere und kürzere Maus zurückzugreifen.
Was sind Abtastrate und DPI?
Die Abtastrate sagt aus, wie häufig die Maus ihre Position an den PC weitergibt, und spiegelt die damit verbundene Reaktionszeit wider. Sie wird dabei immer in Hz angegeben. Einfach gesagt: je höher der Hz-Wert, desto schneller die Reaktionszeit und desto geringer die Verzögerung. Allerdings bedeutet eine höhere Abtastrate auch mehr Auslastung für den PC und kann dementsprechend die Leistung beeinträchtigen. Der Standard bei Gaming-Mäusen ist 1000 Hz. In jüngster Zeit haben sich Frequenzen von 4000 bis 8000 Hertz ebenfalls etabliert und werden vermehrt im exklusiven High-End-Segment genutzt. Dabei handelt es sich auch nicht um reines Marketing-Gewäsch, denn der Unterschied ist deutlich spürbar.
DPI hingegen steht für Dots per Inch und beschreibt, wie viele Pixel der Mauszeiger auf dem Monitor zurücklegt, wenn man die Maus auf dem Schreibtisch einen Inch (2,54 cm) bewegt. Erhöht man die DPI-Einstellung, wird der Sensor sensibler. Schiebt man jetzt die Maus die gleiche Distanz auf dem Schreibtisch wie zuvor, bewegt sich der Zeiger deutlich weiter. Verringert man den DPI-Wert, wird der CMOS-Sensor weniger sensibel und das Gegenteil tritt ein: Der Zeiger bewegt sich weniger weit für die gleiche zurückgelegte Distanz auf dem Schreibtisch. Bei einer DPI-Einstellung von 600 muss man die Maus etwa rund 8 cm bewegen, um von der linken Seite eines Full-HD-Monitors (1920 × 1080 Pixel) ganz auf die rechte Seite zu gelangen. Hat man einen höheren DPI-Wert eingestellt, beispielsweise 2000, dann muss man die Maus für die gleiche Strecke nur einen halben Zoll oder 1,27 cm bewegen.
Grundsätzlich ist der DPI-Wert Geschmackssache, allerdings empfiehlt es sich je nach Programm, eine niedrigere DPI zu wählen. Bei kompetitiven FPS-Games etwa, bei denen es wichtig ist, pixelgenau mit der Maus zu zielen. Andersherum lohnt sich eine etwas höhere DPI, wenn man mit einem Multi-Monitor-Setup arbeitet und die Maus etwa über drei Bildschirme bewegen muss. Da viele Mäuse aber in der Lage sind, verschiedene DPI-Profile anzulegen und per Knopfdruck zwischen diesen zu wechseln, ist die Geschwindigkeit der Maus für jede Situation problemlos anpassbar.
Welche Sensoren stecken in einer Maus?
Im Vergleich zu den Mäusen von früher, die mit ihren Kugeln und Rollen sehr anfällig für Fusselansammlungen waren und deswegen regelmäßig gereinigt werden mussten, ist man bei modernen Mäusen auf eine digitale Sensorik umgestiegen: optische Sensoren und Laser-Sensoren.
Bei optischen Mäusen beleuchtet eine LED die Fläche unter ihr, wodurch der CMOS-Sensor im Inneren der Maus in der Lage ist, Fotos vom Untergrund aufzunehmen. Die Maus ist so imstande, die Oberflächenstruktur zu erfassen und durch die digitale Verarbeitung der geschossenen Bilder festzustellen, wie weit und wohin sie sich bewegt hat, um die Cursorbewegung und -position auf dem Monitor abzubilden.
Laser-Mäuse setzen ebenfalls auf die Aufnahme tausender Bilder, um Position und Oberfläche zu bestimmen. Der Unterschied ist jedoch, dass der verbaute Laser tiefer in die Oberfläche eindringen kann als die LED einer optischen Maus und so die Feinheiten und Veränderungen in der Struktur dieser besser für die Kamera erfassbar macht. Daraus resultiert primär, dass Laser-Mäuse noch präzisere Bewegungen ermöglichen, als es optische bereits tun – und solche Mäuse auf mehr Oberflächen ohne Probleme funktionieren.
Beide Sensoren eignen sich für die Arbeit im Büro oder beim Gaming. Man sollte allerdings bei optischen Mäusen darauf achten, auf einer matten und lichtundurchlässigen Oberfläche zu arbeiten. Bei Oberflächen wie Glastischen oder bei Tischen mit einem glänzenden, reflektierenden Finish hat es der Sensor schwer, zuverlässig zu arbeiten. Laser-Mäuse haben dieses Problem nicht und finden sich auf so ziemlich allen Oberflächen gut zurecht. Aufgrund ihrer deutlich präziseren Erfassung sind sie nicht jedermanns Geschmack und je nach Modell eventuell auch etwas Overkill für den regulären Einsatz im Büro.
Fazit
Leichte kabellose Gaming-Mäuse sind flexibel einsetzbar, auf Dauer schonender für das Handgelenk als schwere Mäuse und obendrein ideal, um in FPS wie Valorant oder CS2 zu dominieren. Um eine solche Maus zu genießen, muss man nicht unbedingt tief in die Tasche greifen – aber im High-End-Bereich gibt es phänomenal gute Hardware, die beim Zocken einen deutlichen Unterschied macht. Ausschlaggebend hierfür ist in erster Linie die hohe Abtastrate, dank der die Mäuse extrem kurze Reaktionszeiten vorweisen können und im Spiel für verzögerungsfreie und präzise Klicks sorgen. Zusätzliche Funktionen, die dank der Software freigeschaltet werden, ermöglichen häufig eine zusätzliche Individualisierung im Umgang mit der Maus. Makros, Shortcuts oder gar auf den Spieler angepasste Beschleunigungskurven sind möglich.
Mit unserer Bestenliste haben wir die stärksten leichten Gaming-Mäuse vorgestellt. Unser Testsieger ist die Logitech G Pro X Superlight 2 für 112 Euro. Als Technologiesieger geht die Asus ROG Harpe II Ace für 152 Euro hervor. Der Preis-Leistungs-Sieger ist die MSI Versa 300 Elite Wireless für 52 Euro.
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OpenAI kündigt Werbung in ChatGPT an
OpenAI hat angekündigt, in ihrem KI-Chatbot ChatGPT Werbung auszuspielen. Erste Experimente mit dieser neuen Art der Monetarisierung sind auf den US-Markt beschränkt. Dort will das Unternehmen in den nächsten Wochen Werbung in der Gratisversion von ChatGPT testen, sowie in der günstigsten Bezahlvariante „ChatGPT Go“. Die teureren Abo-Varianten Plus, Pro, Business und Enterprise sollen – zumindest einstweilen – keine Werbung ausspielen.
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ChatGPT Go wurde ursprünglich im August 2025 in Indien eingeführt, allmählich auf weitere Länder ausgedehnt und ist erst seit dem 16. Januar 2026 weltweit und auch in den USA verfügbar. Am selben Tag kündigte Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, die Werbe-Experimente im Unternehmensblog an.
Drängende Probleme
Die Idee einer Finanzierung durch Werbung stellt eine deutliche Kursänderung für OpenAI dar. Noch im Oktober 2024 hatte Sam Altman, CEO von OpenAI, seine Antwort auf eine dahin gehende Frage damit eingeleitet, dass er persönlich Werbung hasse. Eine Kombination von Werbung und KI sei für ihn besonders beunruhigend, etwa wenn man als Nutzer überlegen müsse, wer wie viel dafür zahle, dass man eine bestimmte Antwort zu sehen bekomme. Er schloss zwar explizit nicht aus, dass OpenAI in Zukunft Werbung zeigen könnte, nannte das aber einen „letzten Ausweg als Finanzierungsmodell“.
Dieser letzte Ausweg soll nun beschritten werden, Hinweise darauf gab es schon länger. Als Altman Anfang Dezember 2025 bei OpenAI „Alarmstufe Rot“ aufgrund des wachsenden Konkurrenzdrucks ausrief, hieß es allerdings, dass Seitenprojekte wie die Arbeit an Werbung verschoben werden sollten. Lange hielt diese Verschiebung offenbar nicht, möglicherweise aufgrund der massiven Verluste, die OpenAI erwirtschaftet.
Werbung, aber mit Prinzipien
Im Blogpost zu den Werbe-Experimenten betont Simo, dass man weiter die Wünsche der Nutzer priorisiere und ihr Vertrauen halten wolle. Werbung in ChatGPT solle daher von fünf Prinzipien geleitet werden. Dazu zähle unter anderem, dass Werbung niemals die Antworten des Sprachmodells beeinflusst. Außerdem soll Werbung getrennt von der Antwort angezeigt und deutlich markiert werden. Inhaltlich kann sich die Werbung allerdings an der Antwort und am ChatGPT-Nutzer ausrichten. Ein Beispielbild im Blog zeigt Werbung, die unterhalb der Antwort steht und mit der Nutzer direkt chatten können.

So könnte die Werbung in ChatGPT funktionieren: Abgetrennt unter der Antwort der KI, aber mit der Option, via Chatbot damit in Interaktion zu treten.
(Bild: OpenAI)
OpenAI verspricht auch, Konversationsinhalte niemals an Werbetreibende weiterzugeben oder ihnen Nutzerdaten zu verkaufen. Die Personalisierung der Werbung sollen ChatGPT-Nutzer außerdem abschalten können. Welche Daten zur Personalisierung genutzt werden, verrät OpenAI nicht, verspricht aber, dass Nutzer diese Daten jederzeit löschen können. Zudem werde es immer eine Möglichkeit geben, keine Werbung ausgespielt zu bekommen, etwa eine kostenpflichtige Abo-Variante, die keine Werbung enthalte.
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Zumindest während der aktuellen Testphase soll Werbung auch nicht an Minderjährige ausgespielt werden oder in heiklen Kontexten wie (mentaler) Gesundheit oder Politik erscheinen. OpenAI freue sich auf das Nutzerfeedback zu diesem Experiment, mithilfe dessen man optimieren wolle, wie genau Werbung in ChatGPT erscheint.
(syt)
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BGH-Paukenschlag zum Cardsharing: Kein Computerbetrug bei Pay-TV-Piraterie
In der Welt der Pay-TV-Piraterie galt Cardsharing lange als Paradebeispiel für gewerbsmäßigen Computerbetrug. Doch mit einem aktuellen Beschluss hat der 6. Strafsenat des Bundesgerichtshofs diese Rechtsauffassung erschüttert (Az.: 6 StR 557/24). Bisher nahmen niedere Instanzen fast reflexartig einen Millionen-Vermögensschaden bei den Sendern an. Der BGH stellt nun klar, dass das bloße Abgreifen von verschlüsselten Signalen kein Computerbetrug im Sinne des Gesetzes ist. Damit weicht der Senat von der bisherigen Praxis ab und eröffnet neue Spielräume in der Strafverteidigung.
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Dem Verfahren lag ein Fall aus Bayern zugrunde, bei dem die Angeklagten über Jahre hinweg ein professionelles Cardsharing-Netzwerk betrieben hatten. Beim Cardsharing werden die für die Entschlüsselung notwendigen Kontrollwörter einer legalen Smartcard über einen Server in Echtzeit an unbefugte Nutzer weitergeleitet. Die Kunden des Netzwerks konnten so das Programm des Anbieters Sky empfangen, ohne selbst ein Abonnement abgeschlossen zu haben. Das Landgericht Hof verurteilte die Drahtzieher daraufhin wegen gewerbsmäßigen Computerbetruges und errechnete einen Schaden von über 1,4 Millionen Euro – auf Basis entgangener Abogebühren.
Die Dogmatik des Vermögensschadens
Der BGH hat dieses Urteil mit seinem jetzt veröffentlichten Beschluss vom 12. Juni in einem entscheidenden Punkt aufgehoben. Die Karlsruher Richter argumentieren, dass der Tatbestand des Computerbetruges nach Paragraf 263a Strafgesetzbuch (StGB) zwingend einen unmittelbaren Vermögensschaden voraussetzt. Ein solcher liege beim Cardsharing gerade nicht vor, da durch den unbefugten Abruf der Daten kein Vermögenswert aus dem Bestand des Anbieters abgezogen werde. Die Sendekapazitäten des Pay-TV-Anbieters blieben durch die unberechtigten Zugriffe völlig unberührt, heißt es. Auch die Vertragserfüllung gegenüber zahlenden Bestandskunden werde nicht beeinträchtigt.
Deutlich widerspricht der Senat der These, dass die bloße Inanspruchnahme einer kostenpflichtigen Leistung automatisch einen Schaden in Höhe des regulären Preises darstellt. Da zwischen dem Anbieter und den Cardsharing-Nutzern kein Vertrag zustande kam und der Anbieter für die unbefugte Entschlüsselung keinerlei zusätzliche Ressourcen aufwenden musste, fehle es an einer messbaren Vermögenseinbuße. Die Signale würden ohnehin ausgestrahlt, unabhängig davon, ob sie jemand unbefugt dekodiert. Auch das Argument der vereitelten Gewinnchancen ließ der BGH nicht gelten: Sky habe nicht nachweisen können, dass die Nutzer des illegalen Dienstes andernfalls tatsächlich ein reguläres Abo abgeschlossen hätten.
Strafbarkeit übers Urheberrechtsgesetz bleibt
Der Beschluss stellt Piraten aber keinen Freibrief aus. Das Verhalten bleibt nach Ansicht des BGH weiterhin strafbar, allerdings unter anderen Vorzeichen. Der Senat bestätigte die Verurteilung wegen des gewerbsmäßigen unerlaubten Eingriffs in technische Schutzmaßnahmen durch digitales Rechtekontrollmanagement (DRM) gemäß dem Urheberrechtsgesetz. Zudem wertete er das Vorgehen als Beihilfe zum Erschleichen von Leistungen und zum Ausspähen von Daten. Dass die Programminhalte durch ein öffentliches Telekommunikationsnetz übertragen wurden, reicht dafür aus.
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Ein interessantes Detail betrifft die Einziehung der Taterträge. Obwohl nach BGH-Ansicht kein Betrugsschaden vorliegt, darf der Staat die Einnahmen der Angeklagten in Höhe von rund 169.000 Euro einziehen. Dabei stellt der Senat nicht auf den theoretischen Verlust des Senders ab, sondern auf den tatsächlichen wirtschaftlichen Vorteil, den die Täter durch ihre illegalen Handlungen erlangt haben. Juristen wie der IT-Rechtler Jens Ferner sehen in dem Kurswechsel eine Zäsur. Die Entscheidung korrigiere eine jahrelange Praxis der „kreativen“ Schadensberechnung.
(syt)
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