Künstliche Intelligenz
Nvidia: Gerichtsdokumente enthüllen Korrespondenz um Raubkopie-Datensatz
Der US-Konzern Nvidia soll das Archiv-Projekt Anna’s Archive kontaktiert haben, um Zugang zu Millionen von raubkopierten Büchern zu erhalten. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der Blog Torrentfreak zuerst veröffentlichte. Den im Rahmen einer Klageerweiterung am Bundesbezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens eingereichten Dokumenten zufolge wandte sich ein Mitglied des Datenstrategieteams von Nvidia direkt an Anna’s Archive. Dabei sollen die Rahmenbedingungen für einen besonders schnellen Zugriff auf rund 500 Terabyte an Daten aus der Schattenbibliothek thematisiert worden sein.
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Hintergrund der nun veröffentlichten Interna ist eine bereits im Januar 2024 eingereichte Sammelklage dreier US-Schriftsteller gegen Nvidia. Sie werfen dem Grafikprozessorhersteller vor, ihre urheberrechtlich geschützten Werke ohne Erlaubnis für das Training der hauseigenen KI-Modelle, etwa des Frameworks NeMo, genutzt zu haben und fordern Entschädigungen. Die betroffenen Werke der Autoren seien Teil des mehr als 196.000 Bücher umfassenden Books3-Datensatzes der Schattenbibliothek Bibliotik gewesen. Den ursprünglich klagenden Schriftstellern haben sich bereits weitere angeschlossen. Potenziell könnten allerdings noch hunderte weitere Autoren folgen.
Brisante E-Mail-Verläufe
Vergangenen Freitag reichten die Kläger eine Klageerweiterung beim Bezirksgericht in Kalifornien ein, die unter anderem brisante Korrespondenzen zwischen einem Angestellten des Datenstrategieteams von Nvidia und Anna’s Archive enthält. Die seitens Torrentfreak zitierten E-Mail-Verläufe belegen, dass Nvidia die Schattenbibliothek gezielt kontaktierte, um eine Integration ihrer Inhalte in die Trainingsdaten von Nvidias eigenen Large Language Models (LLM) zu ermöglichen.
Anna’s Archive habe mehr als 10.000 US-Dollar für einen sogenannten Schnellzugang zu den gehosteten Daten gefordert, woraufhin Nvidia die genauen Modalitäten eines solchen beschleunigten Zugriffs erfragt habe. Nvidia sei von den Verantwortlichen der Schattenbibliothek auch darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die angefragten Datensätze illegal erworben und gepflegt worden seien. Anna’s Archive habe deshalb erfragt, ob eine interne Genehmigung vorliege. Diese habe Nvidia innerhalb einer Woche erteilt, woraufhin die Schattenbibliothek den Zugang zu den rund 500 Terabyte an raubkopierten Büchern ermöglicht habe. Ob Nvidia für den Zugriff auf die Daten tatsächlich bezahlt hat, geht aus den Gerichtsdokumenten nicht hervor.
Torrentfreak zufolge ist es das erste Mal, dass E-Mail-Verläufe zwischen einem großen US-Technologieunternehmen wie Nvidia und Anna’s Archive veröffentlicht wurden.
Nvidia soll weitere illegale Datensätze für LLM-Training verwendet haben
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Nvidia wird im Rahmen der Klageerweiterung vorgeworfen, neben dem Books3-Datensatz weitere Daten aus den Schattenbibliotheken LibGen, Sci-Hub und Z-Library heruntergeladen und für das LLM-Training genutzt zu haben. Zudem soll Nvidia Skripte und Tools vertrieben haben, die es Firmenkunden ermöglicht haben sollen, „The Pile“ herunterzuladen. „The Pile“ ist ein mehr als 886 Gigabyte großer Open-Source-Datensatz, der zum Training von LLMs genutzt wird. Das Korpus enthält neben gemeinfreien Werken auch den raubkopierten Books3-Datensatz.
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Die Klage gegen Nvidia ist nicht die erste ihrer Art. Die New York Times hat bereits gegen OpenAI geklagt. ChatGPT, der KI-gestützte Chatbot des Unternehmens, soll urheberrechtlich geschützte Inhalte der Zeitung wortwörtlich wiedergegeben haben. Die New York Times hat schon die nächste Klage eingereicht, dieses Mal gegen die KI-Suchmaschine Perplexity. In Deutschland hat die GEMA in erster Instanz gegen OpenAI gewonnen.
(rah)
Künstliche Intelligenz
Disney+ für Meta Quest startet in Deutschland
Die offizielle Disney+-App für Meta Quest ging im Dezember in den USA an den Start und ist seit letzter Woche auch international erhältlich. Unterstützt werden Meta Quest 3, 3S und 2.
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Das Standard-Abo präsentiert Inhalte wie auf anderen Plattformen in maximal Full HD und 5.1-Surround-Sound, während das teurere Premium-Abo mit Ultra HD, HDR und Dolby Atmos aufwartet. Auf Meta Quest 3 und 3S kommen die visuellen Upgrades allerdings kaum zur Geltung, da die Auflösung der LCD-Bildschirme deutlich unter der eines 4K-Displays liegt und diese auch kein HDR unterstützen.
Das 3D-Audioformat Dolby Atmos unterstützt die Meta Quest seit dem System-Update 71. Während herkömmliche Surround-Konzepte den Ton festen Kanälen zuordnen, behandelt Atmos Klänge als einzelne „Objekte“, die sich frei im dreidimensionalen Raum bewegen können. Die VR-Brille erfasst dabei jede Kopfbewegung in Echtzeit, sodass die Klänge stets fest im Raum verortet bleiben und aus der korrekten Richtung wahrnehmbar sind.
Inhalte lassen sich mit beiden Abos auf das Gerät herunterladen und später offline anschauen, was sich etwa bei Reisen anbietet. Damit ist Disney+ nach Amazon Prime Video der zweite große Streamingdienst mit nativer Download-Funktion für Meta Quest. Das für den Quest-Browser optimierte Netflix lässt diese Möglichkeit vermissen. Sowohl Amazon Prime Video als auch Netflix sind zudem auf Full-HD-Darstellung limitiert.
Keine 3D-Filme
Dargestellt werden die Filme und Serien in der Passthrough-Ansicht auf einem virtuellen Display, das sich neben anderen Fenstern (Browser, 2D-Apps) nutzen lässt. Immersive Umgebungen, wie sie das App-Pendant auf Apple Vision Pro bietet, gibt es nicht.
Was im direkten Vergleich zur Apple Vision Pro ebenfalls fehlt, sind 3D-Inhalte. Allerdings sind diese in Deutschland aktuell ohnehin abgeschaltet. Warum das so ist, sagte Disney bislang nicht. Möglicherweise ist ein Patentstreit mit InterDigital für die Streichung dieser und anderen Funktionen wie Dolby Vision verantwortlich.
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Sollte dieser beigelegt werden, könnten eines Tages auch deutsche Quest-Nutzer in den Genuss von 3D-Filmen kommen: Im Quest Store schreiben die Entwickler der App, dass Disney+ auf Meta Quest in Zukunft um 3D-Funktionen erweitert werden soll. Da VR-Brillen hervorragende Abspielgeräte für 3D-Filme sind, liegt bis dahin viel Potenzial brach.
Metas nächste VR-Brille ist angeblich für 2027 geplant und wird Berichten zufolge stärker auf den Medienkonsum ausgelegt sein. Sie könnte somit die Apple Vision Pro über Displays verfügen, auf denen hochauflösende Inhalte wie die von Disney+ besser zur Geltung kommen.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Gartner: Firmen erwarten keinen sofortigen Nutzen von lokalen KI-Fähigkeiten
Der Markt für Desktop-PCs und Notebooks ist 2025 erheblich gewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt der Marktforscher Gartner und untermauert damit die vorherigen Beobachtungen von IDC. Während sich die absoluten Zahlen aufgrund unterschiedlicher Zählweisen etwas unterscheiden, sind die relativen Zuwächse ähnlich. Gartner zählt in seiner Statistik alle Desktop-PCs und Notebooks mit Windows, macOS sowie ChromeOS.
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Gartner schätzt die Verkäufe auf 270 Millionen Geräte im gesamten Jahr 2025, ein Plus von 9,1 Prozent gegenüber 2024. Im vierten Quartal waren es demnach 71,5 Millionen, +9,3 Prozent verglichen mit dem vierten Quartal 2024. Zuletzt beobachtete Gartner allerdings einen Rückgang, trotz Rabattaktionen der Hersteller.
| PC- und Notebookverkäufe 2025 (in Millionen Einheiten, Quelle: Gartner) | |||||
| Hersteller | Verkäufe 2025 | Marktanteil 2025 | Verkäufe 2024 | Marktanteil 2024 | Wachstum |
| Lenovo | 73,567 | 27,2% | 62,542 | 25,3% | 17,6% |
| HP Inc. | 57,457 | 21,3% | 53,035 | 21,4% | 8,3% |
| Dell | 41,392 | 15,3% | 39,448 | 15,9% | 4,9% |
| Apple | 24,826 | 9,2% | 22,504 | 9,1% | 10,3% |
| ASUS | 18,512 | 6,9% | 17,351 | 7,0% | 6,7% |
| Acer | 16,963 | 6,3% | 16,927 | 6,8% | 0,2% |
| Andere | 37,501 | 13,9% | 35,839 | 14,5% | 4,6% |
| Gesamt | 270,218 | 100% | 247,646 | 100% | 9,1% |
Windows-10-Support, Zölle und KI
Für das Wachstum nennt der Marktforscher maßgeblich drei Gründe: der auslaufende Windows-10-Support, einhergehend mit hohen Kosten für erweiterte Security-Updates, Unsicherheit vor möglichen Zöllen sowie steigende Speicherpreise. Unternehmen sollen deswegen verstärkt aufgerüstet haben.
Künstliche Intelligenz spielt offenbar nur eine untergeordnete Rolle. „Die meisten KI-PC-Funktionen, wie lokale Inferenz, [haben] im Vergleich zu cloudbasierten KI-Lösungen noch keine signifikanten Produktivitätssteigerungen gebracht“, merkt Gartner an. „Daher führen viele Unternehmen Upgrades in erster Linie durch, um ihre Flotten zukunftssicher zu machen, und nicht, um einen unmittelbaren geschäftlichen Nutzen aus den KI-Fähigkeiten zu ziehen.“
Die Speicherkrise erwähnt der Marktbeobachter nur am Rande. IDC zeigte sich da in seinem Bericht alarmierter mit wahrscheinlichen Verkaufsrückgängen im Jahr 2026.
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(mma)
Künstliche Intelligenz
IT-Sicherheit: Roter Draht zwischen Peking und London
Zum Thema Unterwanderung von IT-Sicherheit tauschen sich fortan hochrangige Vertreter der Sicherheitsapparate der Volksrepublik China und des Vereinigten Königreichs aus. Dafür haben sie einen sogenannten Cyber Dialogue eingerichtet, als Basis für nicht öffentlichen Diskurs. Hintergrund sind laufende IT-Attacken und Spionagecoups.
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Offiziell ist von dem Cyber Dialogue keine Rede. Doch inoffiziell haben Eingeweihte dem Nachrichtendienst Bloomberg davon erzählt. Ziel sei, die Kommunikation zwischen den Sicherheitsverantwortlichen zu verbessern, damit sich diese insgeheim über Abwehrmaßnahmen austauschen können. Dass die Spione von ihren Verbrechen ablassen und sich fortan an geltendes Recht halten, erwartet niemand. Ziel sei vielmehr, Eskalationen zu vermeiden.
Es ist der erste Kommunikationsmechanismus dieser Art zwischen den beiden Staaten, und wahrscheinlich zwischen China und einem anderen Land überhaupt. Bislang seien einschlägige Kontaktaufnahmen oft schwierig gewesen. Der Austausch soll nun formalisiert auf hoher Ebene erfolgen. Parallel hat das Vereinigte Königreich am Donnerstag den Bau einer neuen, ungewöhnlich großen Botschaft Chinas in London genehmigt, samt geheimen Kammern zu geheimen Zwecken.
Chinesen machen ganze Arbeit
Seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren sucht der britische Premierminister Keir Starmer, die Beziehungen zu verbessern. Laufende, China zugeschriebene Angriffe auf britische Infrastruktur und Regierungs-IKT erschweren das. Welche Erfolge britische IT-Spione in China aufweisen können, ist nicht bekannt. Ende des Monats soll Starmer in Peking vorsprechen.
Im Oktober hat Bloomberg berichtet, dass chinesische Spione ein Jahrzehnt lang in als Geheimsache eingestuften britischen IT-Systemen mitgelesen haben. Zudem sei die Kompromittierung Kritischer Infrastruktur durch chinesische Angreifer wesentlich schlimmer, als die britischen Zuständigen bislang öffentlich zugegeben haben.
(ds)
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