Digital Business & Startups
Über 25 millionenschwere Startup-Pleiten, die alle mitbekommen haben sollten
Nicht alle Startups sind eine Erfolgsgeschichte! Auch 2025 sind wieder einige millionenschwere deutsche Startups, Scaleups und Grownups gescheitert.
Darunter der Flugtaxi-Entwickler Lilium, das Berliner InsurTech Element, das Berliner GreenTech Zolar, das Lithium-Ionen-Batterie-Unternehmen CustomCells, das Berliner Wasserstoff-Scaleup HPS, das Münchner Mobility-Unternehmens Evum Motors, das musikalische Berliner Startup Idagio, das Pflege-Startup Kenbi, das LegalTech RightNow und das Robotik-Unternehmen German Bionic.
Startups, die 2025 gescheitert sind (Auswahl)
Lilium
Der Flugtaxi-Entwickler Lilium schlitterte Ende Februar erneut in die Insolvenz. Erst wenige Wochen zuvor war die spektakuläre Rettung des gescheiterten Unternehmens verkündet worden. Das deutsch-amerikanische Investorenkonsortium Mobile Uplift Corporation (MUC) wollte das Unternehmen nach der ersten Insolvenz weiterführen. Die rettende Finanzspritze blieb jedoch aus. Der Münchner Lufttaxi-Hersteller, 2015 gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 1,5 Milliarden Euro ein. Mehr über Lilium
Element
Das Berliner InsurTech Element, eine „White-Label-Produktfabrik für Versicherungen“ schlitterte im Januar in die Insolvenz. Ein „bedeutender Rückversicherer soll sich zurückgezogen haben“, hieß es damals beim Handelsblatt zu den Hintergründen für die Insolvenz. In den vergangenen Jahren flossen rund 150 Millionen Euro in das Unternehmen, das 2017 von FinLeap angeschoben wurde. Das Versorgungswerk Zahnärztekammer Berlin (VZB) und Alma Mundi investierten zuletzt noch 50 Millionen Euro in die Jungfirma. Ursprünglich wollte das Unternehmen, das von der ehemaligen Axa-Managerin Astrid Stange geführt wird, in der letzten Investmentrunde rund 100 Millionen einsammeln. Was im Frühjahr des vergangenen Jahres aber nicht umsetzbar war. Mehr über Element
Zolar
Das Berliner GreenTech Zolar, das zuletzt aus dem Endkundensegment ausgestiegen ist, setzte im Mai auf eine „Sanierung in Eigenverwaltung“. 2023 erwirtschaftete das Unternehmen 86 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr: 41 Millionen). Der Jahresfehlbetrag lag bei 24 Millionen (Vorjahr: 32 Millionen). Für 2024 plante das Team zuletzt mit weiteren Verlusten. Im Herbst 2024 entschied sich das GreenTech dann für einen radikalen Schritt, den Ausstieg aus dem Endkundensegment (samt Entlassungen). Zuletzt beschäftigte Zolar „deutschlandweit rund 500 Mitarbeitende“. Der radikale Strategieschwenk führte aber nicht zum schnellen Erfolg – vor allem wegen „zahlreicher alter Verpflichtungen“: „Wir haben einen klaren Plan, um uns nach dem Rückzug aus dem Privatkundengeschäft als Partner des Solar-Handwerks zukunftsfähig neu aufzustellen. Wir mussten allerdings einsehen, dass die bisherigen Planungen zur Neupositionierung mit einem profitablen B2B-Geschäft nicht in der erforderlichen Zeit umzusetzen sind. Also haben wir den Entschluss gefasst, die Sanierungschancen des Insolvenzrechts zu nutzen, um die laufende Neuausrichtung zu intensivieren und zu beschleunigen.“ In der letzten Presseaussendung des Unternehmens ist von noch „50 Beschäftigten im Unternehmen“ die Rede. Seit der Neuausrichtung fokussiert sich die Jungfirma „vollständig auf Softwarelösungen für kleinere und mittlere PV-Handwerksbetriebe“. In den vergangenen Jahren flossen rund 135 Millionen in Zolar. Mehr über Zolar
CustomCells
Das Lithium-Ionen-Batterie-Unternehmen CustomCells schlitterte im Mai in die Insolvenz. „The financial difficulties at CustomCells stem primarily from the insolvency and payment default of its largest customer, aerospace company Lilium“, teilte das Unternehmen dazu mit. „Outstanding receivables in the tens of millions of euros remained unpaid and could no longer be absorbed. Despite promising business developments, no new investors with sufficient capital were secured in time to offset these losses, due in part to the current challenging macroeconomic environment“, hieß es in einer Presseaussendung. Der ClimateTech-Investor World Fund, das Hamburger Family Office Abacon Capital, Vsquared Ventures, Porsche Ventures, Primepulse und 468 Capital investierten in den vergangenen Jahren mehr als 60 Millionen Euro in Customcells, das 2012 von Leopold König und Torge Thönnessen als Spin-off aus der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet wurde. Der CustomCells-Großkunde Lilium schlitterte im Oktober in die Insolvenz, wurde dann auf dem Papier gerettet und musste dann erneut ins Insolvenzverfahren. Rund 200 Mitarbeitende arbeiteten zuletzt für CustomCells. Mehr über Customcells
HPS
Das Berliner Wasserstoff-Scaleup HPS (Home Power Solutions) schlitterte im April in die Insolvenz. Die Firma, 2014 von Zeyad Abul-Ella und Henrik Colell gegründet, setzte auf „Ganzjahres-Stromspeichern auf Basis von grünem Wasserstoff für Gebäude“. Noch Anfang 2023 flossen 22 Millionen in HPS. Insgesamt sammelte das Team in den vergangenen Jahren mehr als 55 Millionen ein. 2023 erwirtschaftete das Unternehmen gerade einmal 8,6 Millionen Euro Umsatz (Vorjahr: 8 Millionen). „Damit liegt der Umsatz aufgrund der außergewöhnlichen Herausforderungen im Besonderen in der Materialbeschaffung in vergleichbarer Größe zum Vorjahr – was jedoch gegenüber der Planung eine signifikante Einbuße bedeutet“, heißt es im Jahresabschluss. Der Jahresfehlbetrag lag 2023 bei imposanten 45,7 Millionen (Vorjahr: 22,7 Millionen). 2024 sicherte sich HPS noch einmal Kapital in Millionenhöhe. Mehr über HPS
Evum Motors
Das Münchner Mobility-Unternehmen Evum Motors schlitterte im Mai in die Insolvenz. Die Jungfirma, 2017 von Sascha Koberstaedt und Martin Soltes gegründet, setzt auf elektrische Nutzfahrzeuge. In den vergangenen Jahren flossen rund 50 Millionen in das Unternehmen – unter anderem von Jolt Capital, Bayern Kapital und der Glatthaar Gruppe. Im Jahre 2023 lieferte Evum Motos 384 Fahrzeuge aus und erwirtschaftete einen Umsatz in Höhe von 17,7 Millionen Euro. „Der Jahresfehlbetrag lag bei -14,7 Mio. EUR und damit höher als prognostiziert und um -2,8 Mio. EUR mehr als im Vorjahr. Der Verlust resultiert hauptsächlich aus der Produktionserweiterung und dem Aufbau der Gesamtorganisation, die teilweise schon für das weitere Wachstum in den nächsten Jahren ausgelegt ist“, heißt es im Jahresabschluss. Für 2024 plante das Unternehmen pessimistisch: „Aufgrund dieses weltweiten schwierigen Umfelds für Elektrofahrzeuge gehen wir trotz der verstärkten Verkaufsanstrengungen sowie der weiter vorangetriebenen Internationalisierung für das Jahr 2024 von einem Rückgang der Umsätze im mittleren zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr aus.“ Mehr über Evum Motors
Idagio
Das musikalische Berliner Startup Idagio, eine „Streaming-App für klassische Musik“ schlitterte im Juli in die Insolvenz. „Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung als Hauptinsolvenzverfahren eröffnet. Es wird Eigenverwaltung angeordnet“, heißt es im Handelsregister. Der Aufbau des Unternehmens, 2015 von Till Janczukowicz und Christoph Lange (beide nicht mehr an Bord) gegründet, kostete bis Ende 2022 (neuere Zahlen liegen nicht vor) bereits knapp 35 Millionen Euro. 2021 übernahm der englische Investor Lansdowne Partners, hinter dem vor allem Steven Heinz steckt, die Mehrheit bei Idagio. Zuvor wurde der Streamingdienst von Tengelmann Ventures (TEV), btov Partners und Macquarie finanziell unterstützt. Details zum Niedergang und dem geplanten Sanierungsverfahren sind bisher nicht bekannt. Erst im Februar heuerte der erfahrene Musik-Manager Erwin Stürzer bei Idagio an. Mehr über Idagio
Kenbi
Das Berliner Pflege-Startup Kenbi schlitterte Ende März in die Insolvenz. Das Unternehmen betreut derzeit rund 2.500 Pflegebedürftige an rund 50 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg. Kenbi, von Clemens Raemy, Katrin Alberding und Bruno Pires in Düsseldorf gegründet, digitalisiert seit 2019 die Pflegebranche. Dabei geht es um die Entlastung des Pflegepersonals durch Technologie. Vom technischen Element nimmt die Jungfirma nun aber erst einmal Abstand. SPFF Holding, das Investmentvehikel der Familie Flick, Helsana HealthInvest und Achmea Innovation Fund investierten im Rahmen einer Series-B-Investmentrunde zuletzt eine ungenannte Summe in Kenbi. Endeavour Vision, Mutschler Ventures, Redalpine, Heartcore, Headline und Partech investierten zuvor bereits 30 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Kenbi
German Bionic
Das Augsburger Robotik-Scaleup German Bionic schlitterte im November in die Insolvenz. Das Unternehmen, 2016 gegründet, entwickelt „intelligente und vernetzte Exoskelette für die Industrie und Logistik“. Der deutsche Automobilzulieferkonzern Mubea, Benhamou Global Ventures, Bayern Kapital und Co. investierten zuletzt (Ende 2023) rund 15 Millionen Euro in German Bionic. Zuvor pumpten Samsung Catalyst, MIG, Storm Ventures und Co. rund 20 Millionen in das Unternehmen. Bis Ende 2023 kostete der Aufbau von German Bionic bereits rund 26,5 Millionen. Mehr über German Bionic
RightNow
Das Düsseldorfer LegalTech RightNow schlitterte Ende Februar in die Insolvenz. „Aufgrund des Ausbleibens der Finanzierungsquellen für das ursprüngliche Geschäftsmodell war die Insolvenz unumgänglich“, sagte RightNow-Gründer Phillip Eischet zur Insolvenz. Das Unternehmen, 2017 von Torben Antretter, Phillip Eischet und Benedikt Quarch gegründet, setzte auf sogenanntes Consumer Claims Purchasing und kaufte dabei Kunden Rechtsansprüche – etwa gegen Fluggesellschaften – ab. Die Finanzierung erfolgte dabei über Fremdkapital. Zu den Investoren von RightNow gehörten in der Vergangenheit insbesondere VR Ventures, seed + speed Ventures sowie der luxemburgische Fonds EPI und ein Schweizer Private-Equity-Fonds. Mehr als 33 Millionen Euro (Eigen- und Fremdkapital) sammelten die Rheinländer bisher ein. Mehr über RightNow
Homelike
Der Kölner Business Apartments-Marktplatz Homelike gab im März auf. Das Unternehmen stand zuvor schon einmal vor dem Aus und konnte nur durch eine Einigung über eine „zusätzliche Finanzierung“ den bereits gestellten Insolvenzantrag zurückziehen. Anfang 2025 folgte dann ein erneuter Insolvenzantrag. Die Rheinländer fusionierten im Mai 2023 mit dem britischen Unternehmen QGN. Im Zuge der Fusion (QGN hielt zuletzt die Mehrheit an Homelike) war damals von einer „beträchtlichen achtstelligen Investition“ in Homelike die Rede. Homelike, 2014 von Dustin Figge und Christoph Kasper (beide lange nicht mehr an Bord) gegründet, erwirtschaftete zuletzt einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 4,8 Millionen (Vorjahr: 6,9 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau bis Ende 2022 rund 33 Millionen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen rund 33 Millionen eingesammelt. Mehr über Homelike
Y42
Das Berliner Vorzeige-Unternehmen Y42, 2020 von Hung Dang gegründet, schlitterte im April in die Insolvenz. Die beiden mächtigen Investoren Insight Partners und Atomico investierten zuletzt 31 Millionen US-Dollar in Y42. Die Bewertung lag nach unseren Informationen bei rund 150 Millionen (Pre-Money). Insgesamt flossen bereits 34 Millionen Dollar in das Unternehmen, das früher als Datos Intelligence bekannt war. Die Jungfirma beschreibt sich selbst als „eine einfach zu bedienende, interoperable und skalierbare Plattform für die Erfassung, die Analyse und den Austausch von Daten“. 2022/23 (Februar bis Januar) erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 11,4 Millionen (Vorjahrszeitraum: 626.162 Euro). Insgesamt kostete der Aufbau von Y42 bis Anfang 2023 rund 16,5 Millionen. Die letzte Investmentrunde, die nicht kommuniziert wurde, ging 2024 über die Bühne. Mehr überY42
Jucr
Das Berliner Lade-Startup Jucr schlitterte im Februar in die Insolvenz. Die junge Firma, 2020 von Richard Birich, Max Grollmann und Lukas Puls gegründet, verspricht seinen Nutzer:innen „unkomplizierten Zugang zu europaweit 330.000 Ladepunkten für Elektroautos“. Vector Venture Capital, 2bX sowie der German Media Pool (GMPVC) investierten zuletzt 6,2 Millionen Euro in Jucr. Zudem nahm das Unternehmen 25 Millionen Euro Fremdkapital auf. Insgesamt flossen knapp 33 Millionen in das Unternehmen. Mehr über Jucr
FreewayCamper
Das Münchner Camping-Startup FreewayCamper, das zuletzt mit dem tschechischen Wettbewerber Campiri fusionierte, schlitterte im März in die Insolvenz. FreewayCamper, 2019 gegründet, positioniert sich als Buchungsplattform für die boomende Campingbranche. „In den letzten Monaten haben wir alle Herausforderungen einer schwierigen Markt- und Wirtschaftslage erlebt. Trotz unserer intensiven Bemühungen, den anhaltenden makroökonomischen Herausforderungen zu begegnen, mussten wir leider feststellen, dass diese Situation nicht ohne Auswirkungen auf unser Unternehmen geblieben ist“, teilte das Unternehmen zur Insolvenz mit. Rockaway Ventures, die FlixBus-Gründer und Bridge to Growth (BTG) investierten zuletzt 30 Millionen Euro (Eigen- und Fremdkapital) in FreewayCamper. Mehr über FreewayCamper
The Creative Club
Das Schenefelder Do-it-yourself-Unternehmen The Creative Club (TCC), früher als fabfab bekannt, schlitterte im Oktober in die Insolvenz. Die 2003 gegründete Firma ist vor allem für ihren Online-Shop Stoffe.de sowie ihre vielen Ableger in ganz Europa bekannt. Bei der DIY-Community makerist, die seit 2020 zum Unternehmen gehört, zog das Team Anfang dieses Jahres den Stecker. In den vergangenen Jahren flossen rund 26 Millionen in TCC bzw. fabfab. Die Mehrheit (75 %) an der Stofffirma hält die luxemburgische Holding Lesing Fabfab, ein Family Office mit Wurzeln in der Textilindustrie. Das Unternehmen TCC beschreibt sich selbst als „Europe’s leading company in the online market for fabrics and sewing accessories“. Aktuelle Zahlen sind leider Mangelware. 2021 erwirtschaftete der Stoffhändler ein Rohergebnis in Höhe von 26,1 Millionen Euro (Vorjahr: 21,6 Millionen). Der Jahresfehlbetrag lag bei 3 Millionen (Vorjahr: 2,3 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau des Unternehmens bis Ende 2021 bereits rund 30 Millionen. 2021 wirkten „im Jahresdurchschnitt (ohne Auszubildende) 287 Mitarbeiter (Vorjahr: 235)“ für TCC. Mehr über The Creative Club
Scantinel Photonics
Das junge Unternehmen Scantinel Photonics aus Ulm, das „Chips für das autonome Fahren“ entwickelt, schlitterte im August in die Insolvenz. Grund für die Insolvenz seien Liquiditätsprobleme, heißt es in einer Presseaussendung. „Aufgrund der Krise der europäischen Automobilindustrie und der damit zusammenhängenden Verzögerung bei der Einführung autonomer Mobilität ist eine geplante Finanzierungsrunde nicht zustande gekommen.“ In den vergangenen Jahren flossen knapp 25 Millionen in das Unternehmen, das 2019 Spin-off von Zeiss ausgegründet wurde. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit für Scantinel Photonics. Zu den Investoren der Jungfirma gehören Scania Growth Capital (49 %), Zeiss Ventures (38 %) und PhotonVentures (10 %). Mehr über Scantinel Photonics
Ampeers Energy
Ampeers Energy aus München, 2019 gegründet, schlitterte im November in die Insolvenz. Das Unternehmen entwickelt ein Software-basiertes System für das Energiemanagement von Immobilien. Das Solarunternehmen SolarEdge und Co. investierten zuletzt eine zweistellige Millionensumme in das Unternehmen. Das Unternehmen Sistems und die österreichische Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) investierten zuvor bereits einen zweistelligen Millionenbetrag in Ampeers Energy. Insgesamt flossen bis Ende 2024 rund 23 Millionen in das Unternehmen. Mehr über Ampeers Energy
Bayes Esports
Das Berliner Esports-Daten-Firma Bayes Esports schlitterte im September in die Insolvenz. „Der Absturz hat mehrere Ursachen. Besonders schwer wog der Verlust zentraler Großkunden, allen voran der Esports World Cup“, berichtet Esports Insider zur Insolvenz. Das Unternehmen ging 2018 aus Dojo Madness und Sportradar hervor. Die Bayes Esports-Mutter Dojo Madness, die inzwischen als Bayes Holding firmiert und nicht insolvent ist, sammelte in den vergangenen Jahren rund 20 Millionen Euro ein. Zu den Investoren des Unternehmens, zu dem auch Shadow Esports gehört, gehören unter anderem Bitkraft Ventures, March Capital Partners und DN Capital. Mehr über Bayes Esports
coboworx
Das Robotik-Scaleup coboworx schlitterte im Oktober in die Insolvenz. Das Unternehmen aus Osann-Monzel, 2019 von Ralf Zeisberger, Olaf Gehrels, Klaus Wagner und Georg Matheus gegründet, entwickelt prozessfertige Roboterzellen, die besonders einfach installiert werden können. Northstar Family Holdings, SquareOne, Picus Capital und Business Angels wie Mirko Novakovic investierten zuletzt (2024) rund 11,4 Millionen Euro in das Unternehmen. Picus Capital, Team Global, Paua Ventures und Business Angels investierten zuvor zudem 4,5 Millionen Euro in coboworx. 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 8,2 Millionen Euro (Vorjahr: 2,5 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau von coboworx bis Ende 2023 bereits rund 12,5 Millionen. Mehr über coboworx
Teraki
Das Berliner Mobility-Startup Teraki („Enabling safer autonomous mobility with edge-AI“) schlitterte im Oktober in die Insolvenz. Die Firma, 2015 von Daniel Richart, Edouard Rozan and Markus Kopf gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 15 Millionen Euro ein – unter anderem von Horizons Ventures, Paladin Capital Group und Innogy Ventures. Hinzu kommen zwei Wandeldarlehen aus den Jahren 2023 und 2024. Im Jahre 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von rund 1,7 Millionen. Insgesamt kostete der Aufbau der Jungfirma bis dahin knapp 16 Millionen. Mehr über Teraki
Next Matter
Das 2018 gegründete Unternehmen Next Matter, ein stiller, aber millionenschwerer Operations-Hit aus Berlin, schlitterte im Oktober in die Insolvenz. Die umtriebige Firma gehörte für uns schon längere Zeit zu den vielen Startups, die alle unbedingt im Blick behalten sollten. Omers Ventures, BlueYard Capital und Crane Venture Partners sowie Business Angels wie Frank Freund, Tamaz Georgadze, Marius Luther und Charles Songhurst investierten zuletzt 16 Millionen US-Dollar in Next Matter. Das Berliner Startup, 2018 von Jan Hugenroth gegründet, positioniert sich als „End-to-End-Plattform zur Automatisierung im Bereich Operations“. Ein Thema, das zuletzt eigentlich vermehrt im Fokus stand. Hintergründe zur Insolvenz sind bisher nicht bekannt. Mehr über Next Matter
Doctorly
Das Berliner Startup Doctorly, das auf eine Software für Arztpraxen setzt, schlitterte Ende März in die Insolvenz. Simon Capital, Geschwister Oetker Beteiligungen und UNIQA ventures investierten zuletzt 7,2 Millionen US-Dollar in das Unternehmen, 2018 gegründet. Well Health Technologies, Horizons Ventures, The Delta, Speedinvest, UNIQA Ventures, Calm/Storm und Seedcamp investierten zuvor zudem 10 Millionen US-Dollar in Doctorly. „MedizinerInnen sind gegenüber der Digitalisierung sehr aufgeschlossen. Ihre obligatorische, zentrale Praxissoftware ist allerdings auf dem Stand der 90er. Diese Silo-Strukturen sind das größte Hindernis für Innovationen im Bereich der medizinischen Grundversorgung“, sagte Gründer Teicke 2023 zum Konzept hinter doctorly. Mehr über doctorly
Bind-X
Das BioTech-Unternehmen Bind-X aus Martinsried bei München schlitterte im September in die Insolvenz. Das Unternehmen, 2013 von Martin Spitznagel, entwickelt Bindemittel, die auf Wegen und offenen Flächen ausgebracht werden und das Aufwirbeln von Staub verhindern. „We’re making mining cleaner with biological dust control. It’s safe, non-toxic, and long-lasting“, heißt es in der Selbstbeschreibung. HG Ventures, K&K 1, Saxovent, Greeneering Invest sowie die Altinvestoren High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Vantage Value investierten zuletzt 10 Millionen Euro in Bind-X. Bis Ende 2023 flossen rund 15 Millionen in das Unternehmen. Mehr über Bind-X
Labforward
Die Berliner Laborsoftware-Firma labforward schlitterte im August in die Insolvenz. Das Unternehmen entstand 2019 durch die Fusion von labfolder (2013 von Simon Bungers und dem Biophysiker Florian Hauer gegründet) und cubuslab (2015 gegründet). Wobei das Gründerteam schon längere Zeit nicht mehr an Bord ist. Seit 2024 wird Labforward Jörg Hoffmann geführt. Ende 2024 schlossen sich die Hauptstädter zudem mit LabTwin, einer Tochtergesellschaft des Life-Science-Konzerns Sartorius, zusammen. Der Berliner Life-Science-Investor Peppermint Venture Partners hielt zuletzt – nach einer üppigen Pay to play-Investmentrunde – rund 51 % an labforward. Auf Vogel Ventures entfallen 15 % und auf den Laborgerätehersteller Tecan rund 11 %. In den vergangenen Jahren flossen mehr als 11 Millionen Euro in das mehrfach fusionierte Unternehmen.. Mehr über Labforward
Sento
Das Münchner Software-Startup Sento wird seit September liquidiert. Das Unternehmen, 2021 von Lucian Riediger, Felix Krauth und Nimar Blume gegründet, positionierte sich als „cloudbasierte EDI Plattform für die Supply Chain“. Insight Partners, Discovery Ventures, Picus Capital und Co. investierten zuletzt beachtliche 9 Millionen Euro in Sento. Insgesamt flossen in den vergangenen Jahren rund 11 Millionen in das aufstrebende Unternehmen, dessen Ende wohl bereits schon länger vorbereitet wurde. „Sento’s next-generation EDI platform is already showing potential to become the data layer for B2B transactions globally“, sagte Rachel Geller von Insight Partners im Jahre 2022. Die Erwartungen waren somit hoch. Ganz offenbar ging die Wette aber nicht auf – trotz der vielen bekannten Unterstützer im Hintergrund. Mehr über Sento
Sunhero
Heimlich, still und leise hat sich das deutsch-spanische GreenTech Sunhero aus dem Netz verabschiedet. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Barcelona, 2021 von Christopher Cederskog und Stefan Braun in Berlin gegründet, setzte voll und ganz auf Solaranlagen. Die Berliner Gesellschaft schlitterte bereits im Frühjahr unbemerkt in die Insolvenz. Planet A Ventures, Vorwerk Ventures, Redstone, Speedinvest und All Iron Ventures investierten zuletzt 10 Millionen Euro in Sunhero. Damals hieß es: „Das Unternehmen hat fast 1.000 Systeme in Spanien installiert und fast 2.000 MWh Strom produziert. Sunhero wird seine Position auf dem spanischen Markt, der als einer der attraktivsten Märkte für private Solaranlagen in Europa gilt, weiter ausbauen.“ Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiteten seinerzeit für Sunhero. Aufstrebende und auch etablierte Solar-Unternehmen hatten es zuletzt nicht leicht. Was auch der Niedergang von Zolar zuletzt gezeigt hat. Mehr über Sunhero
CareerFoundry
Die Berliner Weiterbildungsfirma CareerFoundry („The Online Career Academy For Tech“) schlitterte im Oktober in die Insolvenz. Dabei setzt das Team auf Eigenverwaltung. In den vergangenen Jahren flossen rund 10 Millionen Euro in das Unternehmen, das 2013 von Raffaela Rein (2019 ausgestiegen) und Martin Ramsin gegründet wurde. Zu den Investoren von CareerFoundry gehören Verdane (21,6 %), Tengelmann Ventures (20,6 %) und IBB Ventures (9,1 %). 2023 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 21,5 Millionen Euro (Vorjahr: 19,5 Millionen). Die Planungen für 2024 waren extrem zurückhaltend: „Für das Geschäftsjahr 2024 erwarten wir eine EBITDA-Marge von 6%, und gehen von einem Umsatzrückgang von 25 % aus, der in erster Linie auf den weiteren Rückgang der Nachfrage nach privat finanzierten Umschulungsprogrammen zurückzuführen ist“. Der Jahresfehlbetrag lag 2023 bei 1,3 Millionen (Vorjahr: 3,3 Millionen). Insgesamt kostete der Aufbau von CareerFoundry bis Ende 2023 bereits rund 11,7 Millionen. Zuletzt wirkten „durchschnittlich 112 Beschäftigte“ (Vorjahr: 114) für das Unternehmen. Das die Lage bei CareerFoundry aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage nicht rosig war, zeigt ein kurzer Satz am Ende des Jahresabschlusses: „Nach dem Bilanzstichtag wurde der Personalbestand um ca. 50 % reduziert. Hieraus werden positive Auswirkungen auf die Ertragslage erwartet.“ Offenbar aber reichte dies nicht aus. Nun gelingt hoffentlich die Sanierung des Unternehmens. Mehr über CareerFoundry
ReActive Robotics
Das Münchner Unternehmen Reactive Robotics, 2015 gegründet, schlitterte im Februar in die Insolvenz. Die Firma entwickelt ein „intelligentes Assistenzsystem, das die Frühmobilisierung von Intensivpatienten unterstützt“. In den vergangenen Jahren flossen mehr als 10 Millionen in den Assistenz-Roboter – unter anderem von Bayern Kapital, High-Tech Gründerfonds (THGF), Dr. Doll und TQ Group. 2022 wirtschaftete das Unternehmen profitabel. Mehr über Reactive Robotics
Sushi Bikes
Das Münchner E-Bike-Startup Sushi Bikes schlitterte im November in die Insolvenz. Das Unternehmen, 2018 von Andreas Weinzierl und TV-Moderator Joko Winterscheidt (2024 ausgestiegen) gegründet, setzt auf „E-Bikes für den modernen Stadtmenschen“. In den vergangenen Jahren flossen rund 5 Millionen in Sushi Bikes. Der Markt für E-Bikes war in den vergangenen Jahren nicht einfach. Nach dem Hype folgte eine große Flaute. Mehr über Sushi Bikes
Tipp: Über 100 Startups, die 2024 leider gescheitert sind
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Digital Business & Startups
+++ Neura Robotics +++ Gropyus +++ Flink +++ UniverCell +++ Lio +++ Enpulsion +++ cargo.one +++
Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!
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STARTUP-RADAR
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INVESTMENTS
Neura Robotics
+++ Stablecoin-Emittent Tether und Co. investieren 1 Milliarde Euro in Neura Robotics – siehe Bloomberg. Im Zuge der Investmentrunde wird das Unternehmen wohl mit 4 Milliarden Euro bewertet und steigt somit zum Unicorn auf. Mehr über Neura Robotics
Gropyus
+++ Der Wohnungskonzern Vonovia, Semapa Next, der Pensionsfonds des US-Bundesstaats Michigan, und Co. investieren 100 Millionen Euro in Gropyus. Mehr über Gropyus
Flink
+++ Btomorrow Ventures, das Investmentvehikel des Tabakkonzerns BAT, Prosus und andere Altinvestoren investieren 100 Millionen US-Dollar in Flink. Mehr über Flink
UniverCell
+++ DeepTech & Climate Fonds (DTCF) und der European Innovation Council (EIC) Fund investieren 30 Millionen Euro in UniverCell. Mehr über UniverCell
Lio
+++ Der amerikanische Investor Andreessen Horowitz (a16z), SV Angels, 20VC (Harry Stebbings) und Y Combinator investieren 30 Millionen US-Dollar in Lio (früher als askLio bekannt). Mehr über Lio
Enpulsion
+++ Der Münchner Growth-Investor Nordwind Growth investiert 22,5 Millionen Euro in Enpulsion. Mehr über Enpulsion
cargo.one
+++ Der amerikanische Geldgeber Bessemer Venture Partners und Co. investieren 20 Millionen US-Dollar in cargo.one. Zudem übernimmt das portugiesische Unternehmen Cargofive (Lissabon). Mehr über cargo.one
ISPTech
+++ Der Berliner DeepTech-Investor Join Capital, High-Tech Gründerfonds (HTGF), Faber, First Momentum Ventures, Lightfield Equity, Final Frontier Liftoff, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Start-up BW Seed Fonds und weitere Investoren investieren 5,5 Millionen Euro in ISPTech. Mehr über ISPTech
MERGERS & ACQUISITIONS
Holidu – bestfewo.de
+++ Das Münchner Ferienhaus-Scaleup Holidu übernimmt die die Ferienhaus-Plattformbestfewo.de. Mehr über Holidu
Snocks – Les Lunes
+++ Das Mannheimer Socken- und Wäschelabel snocks übernimmt die insolvente Modemarke Les Lunes (Slogan: „Langlebige Damenmode mit Komfort & Stil“). Mehr über snocks
storabble – on-storage
+++ Das 2023 gegründete Schweizer Unternehmen storabble, ein Marktplatz für Lagerräume, übernimmt die „zentralen Vermögenswerte“ des Düsseldorfer Startups on-storage, einer „digitale Plattform zur dezentralen Lagerung von Gegenständen für Privat- und Geschäftskunden“. Mehr über storabble
Flowpay – Tapline
+++ Das Prager FinTech Flowpay (Embedded Financial Services for SME Platforms) übernimmt das Berliner FinTech Tapline. Mehr über Tapline
VENTURE CAPITAL
backtrace capital
+++ Millionen für junge Startups! Der junge Münchner Investor backtrace capital verkündet das Final Closing seines ersten Fonds Im Topf sind 50 Millionen Euro und somit mehr als die geplanten 30 Millionen. Mehr über backtrace capital
amberra
+++ Der Berliner Geldgeber amberra, das Corporate Venturing Studio der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, verkündet das Final Closing seines ersten Fonds (100 Millionen Euro). Mehr über amberra
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Shutterstock
Digital Business & Startups
Wann sich Kapstadt für Gründer wirklich lohnt – und wann nicht
Kapstadt ist zum Winter-Hotspot deutscher Gründer geworden: morgens arbeiten, abends Dinner mit Investoren. Doch funktioniert das wirklich für jeden?
Cephas Ndubueze ist Gründer der Newsletter- und Eventplattform FOMO, die sich in Berlin und München eine feste Community aus Gründern, Investoren und Unternehmern aufgebaut hat. In Kapstadt betreibt er auch die FOMO-Whatsappgruppe. Für Gründerszene schreibt er aus Kapstadt über das Leben, Arbeiten und Netzwerken zwischen Ozean, Open Tabs und Open Minds.
Morgens um sieben ist der Strand voll. Ein paar Gründer stehen mit Surfbrett im Wasser, andere laufen die Promenade entlang. Um zehn sitzen viele wieder am Laptop. Slack, Mails, Calls mit Deutschland. Um 19 Uhr beginnt das nächste Dinner. Kapstadt ist ein Ort, an dem sich Arbeit und Leben anders mischen.
Ich bekomme hier an guten Tagen sechs oder sieben Stunden konzentrierte Arbeit hin. In Berlin sind es eher zehn. Manchmal zwölf. Oft noch zwei Stunden nachts, wenn endlich Ruhe ist.
Kapstadt macht dich nicht produktiver, es macht aber dein Leben angenehmer. Die Frage ist nur: In welcher Phase deines Unternehmens bist du gerade?
Wann Kapstadt euch was bringt
Für mich hat Kapstadt konkret funktioniert. Bei einem kleinen Dinner habe ich den Reporter John Puthenpurackal kennengelernt, der bei Axel Springer arbeitet. Ein paar Gespräche später kam das Intro zur Gründerszene – und diese Kolumne entstand.
Bei einem anderen Dinner saß eine Marketingmanagerin eines Infrastruktur-Investors neben mir. Sie hatte noch nie von FOMO gehört. Zwei Gespräche später stand fest: Wir machen gemeinsam ein Event für ihre Zielgruppe.
Und eine Kontaktperson, die ich in Berlin nur flüchtig kannte, traf ich hier zufällig auf einer Konferenz wieder. Zwei Tage später saßen wir beim Lunch – daraus entstand eine Kooperation für ein Event.
Kapstadt beschleunigt Beziehungen. Du siehst Menschen nicht einmal auf einem Networking-Event mit Nametag. Du siehst sie mehrmals. Beim Run. Beim Lunch. Beim Sundowner. Beim nächsten Dinner. Vertrauen entsteht schneller. Und Vertrauen ist Business.
Aber Kapstadt hat eine zweite Seite
Ich habe mit einer Gründerin gesprochen, die bewusst nicht kommuniziert, dass sie hier ist. Ihre Investoren wissen nicht, dass sie in Kapstadt arbeitet. Warum? Weil sie weiß, dass sie hier weniger arbeitet. Sie kitet. Sie surft. Sie genießt die Sonne. Für ihr Unternehmen ist es kein klarer Vorteil. Für ihre Lebensqualität schon.
Und das ist eine ehrliche Antwort. Kapstadt ist ein Upgrade für dein Leben. Nicht automatisch für dein Growth-Modell. Eine Beobachtung fällt hier schnell auf. Ich treffe überproportional viele Gründer, die bereits Unternehmen verkauft haben oder mehrere Finanzierungsrunden hinter sich haben. Menschen, die Series-C- oder Series-D-Runden geraised haben. Menschen mit Teams und Operatoren. Warum? Weil sie es sich leisten können.
Im Jacuzzi die Deals closen
Wenn dein Unternehmen bereits läuft, dein Team operativ arbeitet und du strategische Beziehungen pflegst, kann Kapstadt ein unfairer Vorteil sein. Dann sitzt du sonntags im Jacuzzi eines Members-Clubs wie Wonderland, triffst zufällig einen Investor, den du seit zwei Jahren aus Berlin kennst, und verabredest dich zwei Tage später zum Gespräch. Solche Momente passieren hier häufiger.
Aber die Gründer, die gerade Product-Market-Fit suchen oder ihre erste Runde geraced haben, sieht man hier seltener. Die sitzen nicht beim Wine Tasting. Die sitzen zu Hause.
Und dann gibt es noch eine dritte Gruppe: Founder, die bewusst anders priorisieren. Bootstrapped-Businesses, Agenturen, E-Commerce-Brands. Unternehmen, die nicht von VC-Growth abhängig sind. Für sie ist Work-Life-Balance Teil der Strategie.
Wie oft saßen wir hier beim Dinner oder am Pool und haben uns angeschaut und gesagt: Life could be worse. Und das stimmt. Bei 25 Grad aufzustehen fühlt sich anders an als im Berliner Winter. Sonnenlicht verändert deinen Alltag. Dein Energielevel. Dein Rhythmus. Die eigentliche Frage ist also nicht: Ist Kapstadt gut oder schlecht für Gründer? Die Frage ist: Was willst du gerade maximieren? Dein Unternehmen – oder dein Leben?
Die Wann-Kapstadt-für-mich-sinnvoll-ist-Checkliste
Kapstadt kann für dich sinnvoll sein, wenn:
- Dein Business stark auf Beziehungen basiert und persönliche Kontakte dein Wachstum beschleunigen können.
- Du kurz vor einer Fundraising-Phase stehst und informelle Gespräche mit Investoren wertvoller sind als zusätzliche Stunden am Laptop.
- Dein operatives Team stabil arbeitet und du dich stärker auf Strategie und Partnerschaften konzentrieren kannst.
- Dein Unternehmen nicht von maximaler täglicher Execution abhängt und du dir erlauben kannst, etwas weniger Stunden zu arbeiten.
- Du bewusst auch dein Leben optimieren willst – und nicht nur dein Wachstum.
Kapstadt ist wahrscheinlich keine gute Idee, wenn:
- Du gerade Product-Market-Fit suchst und jede konzentrierte Stunde zählt.
- Du frisch eine Runde geraced hast und in wenigen Monaten harte Umsatz- oder Wachstumsziele erreichen musst.
- Dein Business stark execution-getrieben ist und Relationship-Management aktuell kaum eine Rolle spielt.
- Dein Runway knapp ist und Ablenkung dich teuer zu stehen kommen kann.
- Du hauptsächlich kommst, weil „alle da sind“ – und nicht genau sagen kannst, welchen strategischen Vorteil du hier nutzen willst.
Digital Business & Startups
Wie baut man ein globales Milliarden-Fintech? SumUp-Gründer erzählt es
SumUp-Mitgründer Marc-Alexander Christ erzählt im Delta Campus, wie aus einem Kartenleser eine globale Finanzplattform wurde. Kommt vorbei!
Wie baut man aus Europa ein Fintech, das Millionen kleine Händler weltweit nutzen? Marc-Alexander Christ hat genau das geschafft. Als Mitgründer von SumUp hat er aus einem kleinen Kartenlesegerät eines der größten Fintech-Unternehmen für kleine Businesses aufgebaut. Heute ist SumUp in mehr als 30 Ländern aktiv.
Am 19. März ist Christ zu Gast bei der nächsten Ausgabe von Gründerszene x The Delta Campus, der monatlichen Eventreihe für die Berliner Startup-Szene.
Er spricht darüber, wie man ein globales Fintech aufbaut: über Fundraising, internationale Expansion, harte Wettbewerber und die Realität hinter Milliardenbewertungen.
Die Veranstaltung ist Teil der monatlichen Reihe „Gründerszene x The Delta“. Rund 200 Gründer, Investoren und Operatoren aus der Berliner Startup-Szene kommen dort zusammen, um über die wichtigsten Themen der Tech-Welt zu sprechen.
Wer verstehen will, wie europäische Startups global skalieren können, dürfte hier einige Antworten bekommen.
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