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OpenAI bringt GPT-5.4: ChatGPT zeigt Denkweg und klickt selbst
Darüber hinaus kann das Tool bestehende Arbeitsmappen analysieren. Nutzer:innen können Fragen zu Daten stellen, Trends über mehrere Tabellenblätter hinweg erkennen lassen oder sich Berechnungen erklären lassen. ChatGPT verknüpft Antworten dabei direkt mit den referenzierten Zellen und zeigt, auf welche Daten sich die Analyse bezieht. Fehler in Formeln, inkonsistente Beschriftungen oder doppelte Einträge lassen sich ebenfalls automatisch identifizieren und korrigieren.
Auch bei Änderungen bleibt der Prozess nachvollziehbar. Das System erklärt seine Schritte, erhält bestehende Formeln und Formatierungen und fragt vor größeren Anpassungen nach Bestätigung. So sollen Nutzer:innen nachvollziehen können, wie Ergebnisse entstehen und Änderungen bei Bedarf rückgängig machen.
Das Add-in ist derzeit als Beta für Plus-, Pro-, Business-, Enterprise- und Edu Accounts verfügbar und wird zunächst in den USA, Kanada und Australien ausgerollt. Die Integration fügt sich in OpenAIs Strategie ein, ChatGPT stärker als Werkzeug für reale und komplexe Arbeitsprozesse zu positionieren, etwa für Datenanalysen, Finanzmodelle oder Projektplanung direkt in bestehenden Office-Umgebungen.
Von Antworten zu Aktionen: GPT-5.4 steuert Programme und Tools
Der größere Sprung steckt allerdings hinter der ChatGPT-Oberfläche. GPT-5.4 ist laut OpenAI das erste Allzweckmodell des Unternehmens mit nativer Computernutzung. Agents können damit Software bedienen, Screenshots analysieren und mehrstufige Workflows über verschiedene Anwendungen hinweg ausführen. Auch Benchmarks zeigen laut OpenAI deutliche Fortschritte. Beim OSWorld-Test zur Computernutzung erreicht GPT-5.4 75 Prozent, während GPT-5.2 bei 47,3 Prozent lag.
Zusätzlich bringt das Modell eine Suche für große Tool-Ökosysteme. Agents können dadurch passende Werkzeuge effizienter auswählen, ohne jede Tool-Definition vollständig im Prompt zu laden. Unter der Haube integriert GPT-5.4 außerdem die Coding-Stärken von GPT-5.3-Codex. Laut OpenAI soll das Modell besonders bei komplexen Frontend-Aufgaben bessere Ergebnisse liefern. Auch die visuelle Verarbeitung wurde verbessert. GPT-5.4 kann hochauflösende Bilder mit bis zu 10,24 Megapixeln analysieren, etwa bei Dokumenten, Interfaces oder visuellen Inhalten.

Parallel baut OpenAI auch Codex weiter aus. Mit der neuen Windows App sollen Entwickler:innen mehrere Agents parallel einsetzen, Routineaufgaben automatisieren und Workflows direkt in ihrer Entwicklungsumgebung steuern können. OpenAI betonte in einer Mail an das Team von OnlineMarketing.de, dass sich die Zahl der wöchentlich aktiven Codex-Nutzer:innen inzwischen auf über 1,6 Millionen verdreifacht und die Nutzung mehr als verfünffacht hat. Die macOS App soll in der ersten Woche bereits mehr als eine Million Downloads erreicht haben. Für die Windows-Version haben sich außerdem schon mehr als 500.000 Entwickler:innen auf die Warteliste setzen lassen.

Noch lässt sich schwer abschließend beurteilen, wie stabil GPT-5.4 in allen realen Arbeitsumgebungen performt. Viele Leistungsversprechen basieren auf Benchmarks und Tests von OpenAI selbst. Wenn sich die angekündigten Fähigkeiten in der Praxis bestätigen, könnte das Modell vor allem für Entwickler:innen, Teams und Wissensarbeit einen neuen Standard setzen.
Claude toppt App Store Charts und ChatGPT vor Boykott
– mitten im Kriegstaumel

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Nach 15 Jahren: Apple-Chef Tim Cook tritt ab – Hardware-Boss wird Nachfolger
Apple-CEO Tim Cook hört auf
Tim Cook machte Apple nach dem Tod von Mitgründer Steve Jobs 2011 zu einer Geldmaschine. Sein Nachfolger wird nun unter anderem Umwälzungen durch Künstliche Intelligenz meistern müssen.
Apple bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef: John Ternus, der bisher für Hardware zuständig war, rückt an die Spitze vor. Sein Vorgänger Tim Cook, der 2011 die Führung vom legendären Mitgründer Steve Jobs übernahm, wird Vorsitzender des Verwaltungsrates. Der Wechsel soll am 1. September vollzogen werden.
KI-Zukunft
Die Entscheidung für Ternus ist auch eine strategische Weichenstellung in der Chefetage. Cook wurde von Jobs Ende der 90er Jahre als Lieferketten-Experte an Bord geholt und galt als jemand, der für das reibungslose Funktionieren des Mega-Konzerns sorgte. Ternus ist ein Technologie-Spezialist, der tief in die Entwicklung verschiedener Apple-Geräte involviert war.
Die Berufung von Ternus – und nicht etwa von Software-Chef Craig Federighi – signalisiert, dass Apple auch in der anbrechenden KI-Ära seinen Technik-Wurzeln treu bleiben will. Rivalen wie Google und Samsung werben mit immer neuen KI-Funktionen für ihre Smartphones. Apple tat sich bisher schwer, eine bereits 2024 angekündigte bessere Version seiner Sprachassistentin Siri mit Künstlicher Intelligenz auf den Markt zu bringen. Die Kunden scheint das jedoch nicht zu stören: Apple stieß mit dem iPhone im vergangenen Jahr den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung vom Thron.
Apple-Höhenflug unter Cook
Unter Cooks Führung stieß Apple unter anderem ins Geschäft mit Computer-Uhren und einer Datenbrille vor und verdiente immer mehr Geld mit Geräten wie iPhones und Mac-Computern. Zugleich zog er Apples Elektroauto-Projekt nach Milliarden-Investitionen den Stecker.
Das Wachstum des Apple-Geschäfts unter Cook war enorm. Im Geschäftsjahr 2011, in dem er wenige Wochen vor Jobs‘ Krebstod an die Spitze rückte, machte Apple knapp 26 Milliarden Dollar Gewinn bei gut 108 Milliarden Dollar Umsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr blieben in der Kasse 112 Milliarden Dollar Gewinn bei Erlösen von rund 416 Milliarden Dollar. An der Börse ist Apple mehr als vier Billionen Dollar wert.
Apples Trump-Flüsterer
Zuletzt fiel es dem 65-jährigen Cook zu, Kontakte zu US-Präsident Donald Trump zu pflegen. Unter anderem gab es einen gemeinsamen Auftritt, bei dem Cook dem US-Präsidenten eine Glas-Plakette mit einem Ständer aus Gold überreichte. Unter den oft liberal eingestellten Apple-Fans – und auch in Teilen der Belegschaft – gab es einige Kritik dafür.
Allerdings zeigte sich insbesondere in Trumps zweiter Amtszeit – mit zum Teil erratisch wirkenden Entscheidungen etwa über Importzölle und Ausnahmen davon – wie unerlässlich für ein US-Unternehmen ein freundliches Verhältnis zum Weißen Haus und zum Präsidenten ist. Cook gelang es unter anderem, anfängliche Forderungen nach einer schnellen iPhone-Produktion in den USA wieder verstummen zu lassen. Wie es aussieht, wird Cook Ternus den heiklen Umgang mit dem Weißen Haus auch weiterhin abnehmen: Er werde mit Politikern rund um die Welt interagieren, teilte Apple mit.
Rückschau zum Jubiläum
50 Jahre Apple und drei extrem mutige Markenentscheidungen
Kaum eine Marke hat sich so oft neu erfunden wie Apple – und dabei nicht nur Produkte, sondern auch die Regeln moderner Markenführung geprägt. Drei besonders mutige Entscheidungen zeigen laut Talking Head Michael Brandtner, warum der Aufstieg vom Krisenfall zum wertvollsten Unternehmen der Welt kein Zufall war. …
„Kandidat der Kontinuität“
Mit Ternus entschied sich Apple erneut für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Unter seiner Führung schaffte es Apple in den vergangenen Jahren unter anderem, ultrakompakte Technik wie die AirPods-Ohrhörer zu bauen und mehr Rechenleistung in Geräte zu integrieren. Er sei ein „Kandidat der Kontinuität“, sagte Technologie-Analyst Patrick Moorhead. Die Apple-Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem hauchdünnen Minus von 0,5 Prozent im nachbörslichen Handel.
Ternus‘ Nachfolger als Hardware-Chef wird Johny Srouji, der bisher die Chipentwicklung führte. Dank der Entwicklung eigener Halbleiter konnte Apple Intel-Chips aus seinen Mac-Computern verbannen. Die Macs bekamen mit den eigenen Chips längere Laufzeiten und konnten auf einer gemeinsamen Plattform mit den iPhones laufen. Dass für Srouji die neue Job-Bezeichnung Chief Hardware Officer geschaffen wurde, dürfte darauf hinweisen, dass er die bisherige Verantwortung für die Chip-Entwicklung behält, während er nun auch für andere Aspekte der Geräte-Technik zuständig sein wird.
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