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Die PubMed-Falle: Deutschlands gefährlicher Datenpoker in der Medizin


Der Schock im März 2025 saß tief: Als die weltgrößte medizinische Literaturdatenbank PubMed für einen Tag komplett offline ging, wurde der deutschen Wissenschaft schlagartig bewusst, auf welch dünnem Eis sie wandelt. Die Zeiten, in denen sie sich blind auf die Bereitstellung lebenswichtiger Forschungsdaten aus den USA verlassen konnte, sind unter der Trump-Regierung vorbei. Die Bundesregierung hat die Gefahr erkannt – zumindest offiziell. Mit einem Sofortbudget von rund 30 Millionen Euro will sie gefährdete Forschungsdatenbestände sichern und die europäische Datensouveränität stärken. Doch wer glaubt, dass dieses Geld direkt in den Aufbau unabhängiger Alternativen fließt, irrt.

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Die Exekutive gibt sich gegenüber dem Parlament betont gelassen. Sie verweist auf die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die die Mittel in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren vergebe. Das federführende Forschungsministerium betont, dass bisher keine dauerhaften signifikanten Einschränkungen vorlägen. Als Rettungsanker dienen der Regierung dabei Spiegel-Dienste der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED). Doch genau da beginnt der Riss zwischen politischer Rhetorik und wissenschaftlicher Realität.

Die ZB MED, die als zentrale Säule der deutschen Informationsinfrastruktur gedacht ist, zeichnet ein deutlich düstereres Bild der Lage. Die Warnsignale aus Übersee seien systemisch: Die US-Regierung plane, das Budget der National Institutes of Health (NIH) um massive 40 Prozent zu kürzen. Gleichzeitig würden wissenschaftliche Inhalte auf Behördenseiten im großen Stil gelöscht und der Zugang zu Datenbanken für Forscher aus bestimmten Ländern blockiert. Sogar die Qualitätssicherung bei PubMed wackele, nachdem ein wichtiges Expertengremium für die Zeitschriftenauswahl kurzerhand aufgelöst worden sei.

Besonders bitter stößt der ZB MED auf, dass ihre Bemühungen um eine echte europäische Unabhängigkeit bislang ins Leere laufen. Eine ZB-MED-Sprecherin bedauerte gegenüber heise online, dass die Zentralbibliothek nach derzeitigem Stand nicht an den Investitionen der Bundesregierung teilhaben würden. Die Institution will mit dem Projekt Open Life Science Publication Database (OLSPub) eine offene, zuverlässige und nachhaltige europäische Alternative zu PubMed schaffen. Doch zwei Projektanträge sind bereits abgelehnt worden.

„Wir suchen derzeit händeringend nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten und planen dazu unter anderem eine Fundraising-Kampagne“, erklärte die Sprecherin. Bei Ersatzoptionen zu PubMed gebe es zudem Missverständnisse. Die Bundesregierung verweise hier auf Europe PMC und das ZB-MED-Suchportal Livivo. Doch diese beiden Datenbanken nutzten nur die Daten, die PubMed derzeit noch liefere. Sollte diese Quelle ausfallen, könnten die Alternativen allenfalls auf den alten Datenbestand zurückgreifen. Es gebe also keine Datensicherheit. OLSPub solle dagegen selbst die Metadaten sammeln und so Redundanz schaffen.

Das bisherige Nein der DFG zu Projekten wie OLSPub wirkt in diesem Kontext fast schon paradox. Die Gutachter forderten eine engere Kooperation mit der US-amerikanischen National Library of Medicine (NLM) – also genau jener Institution, von deren politisch unberechenbarer Führung man sich eigentlich emanzipieren will. Es ist eine klassische Catch-22-Situation: Die deutsche Digitalpolitik will souverän sein, macht aber die Zusammenarbeit mit dem potenziellen Ausfallrisiko zur Bedingung für die Förderung.

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Die ZB MED bedauert zudem, dass sie gleichzeitig mit Kürzungen in der institutionellen Förderung konfrontiert sei. Dabei handle es sich um einen Widerspruch, der die langfristige Strategie infrage stelle. Unterstützung erhält die Einrichtung vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv). Für dessen Vorsitzende Antje Theise führt die aktuelle politische Lage vor Augen, wie fragil der Zugang zu Daten geworden ist. Bibliotheken seien als gemeinwohlorientierte Institutionen ein tragendes Fundament der Forschungssicherheit und dürften nicht den Gesetzen des Marktes oder kurzfristigen Haushaltskürzungen geopfert werden.

Klar ist: Ohne ein funktionierendes, unabhängiges System zur Erfassung aktueller medizinischer Publikationen droht der deutschen Forschung und Industrie im Ernstfall ein Blindflug. Die 30 Millionen Euro des Bundes könnten so am Ende nur ein teures Pflaster auf einer Wunde sein, die eigentlich eine Operation am offenen Herzen der Infrastruktur benötigt hätte.


(mki)



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XPO-Formfaktor: Neue Optikmodule von Arista mit bis zu 12,8 Tbit/s


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This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Ausbau von KI-Backendnetzwerken führt zu deutlich steigenden Anforderungen an Bandbreite, Port-Dichte und Energieeffizienz der Netzwerkhardware. Arista hat für solche Anwendungsszenarien mit XPO (eXtra-dense Pluggable Optics) einen neuen Modulansatz veröffentlicht, der mit einer Bandbreite von 12,8 Tbit/s eine höhere Packungsdichte ermöglicht.

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Aktuell werden in KI-Rechenzentren meist die Bauformen Quad Small Form Factor Pluggable – Double Density (QSFP-DD) und Octal Small Form Factor Pluggable (OSFP) genutzt. Sie erreichen bereits Übertragungsraten von 400G und 800G. Mit der wachsenden Größe von KI-Clustern steigen jedoch sowohl die Leistungsaufnahme als auch die Anforderungen an die physische Packungsdichte der Optik weiter an.

Mit der Skalierung von GPUs wächst auch die Anzahl der benötigten Netzwerkverbindungen erheblich. Ebenfalls steigt die Leistungsaufnahme der optischen Module, was die Kühlung der Switch-Front-Panels erschwert. Dadurch entstehen neue Anforderungen an Optik-Bauformen, die sowohl eine höhere Port-Dichte als auch effizientere Kühlung ermöglichen müssen.

Ein XPO-Modul soll laut Arista künftig acht OSFP-Transceiver ersetzen können und dadurch die Durchsatzrate je Höheneinheit im Rack deutlich erhöhen. Dazu nutzt das Modul 64 Kommunikationskanäle (Lanes).

Die neue Modulvariante erhöht auch die Port-Dichte an der Switch-Front und reduziert gleichzeitig die Gesamtzahl der Komponenten im Netzwerk. In großen KI-Infrastrukturen kann dies dazu beitragen, den Platzbedarf und die Komplexität der Netzwerkarchitektur zu verringern.

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Ein weiterer Trend ist die zunehmende Nutzung von Flüssigkühlung im Rechenzentrum. Während bisher vor allem GPUs und CPUs flüssigkeitsgekühlt werden, wird diese Bauweise künftig auch relevanter für Netzwerkkomponenten und deren Zubehör, wie in diesem Fall optische Module.

Das XPO-Moduldesign berücksichtigt diese Entwicklung bereits, indem es Kühlstrukturen integriert, die an Flüssigkühlsysteme angeschlossen werden können. Dadurch lassen sich deutlich höhere Leistungsaufnahmen der Module bewältigen und gleichzeitig niedrigere Betriebstemperaturen erreichen.

Neben der höheren Integrationsdichte zielen neue Optikdesigns auch auf eine bessere Energieeffizienz und höhere Zuverlässigkeit ab. Eine effizientere Kühlung reduziert die Betriebstemperaturen der Komponenten und kann dadurch die Lebensdauer der Module verlängern. Gleichzeitig führt eine geringere Anzahl an Einzelkomponenten zu weniger potenziellen Fehlerquellen innerhalb der Infrastruktur.

Um die Interoperabilität zwischen Herstellern sicherzustellen, wird ein Multi-Source Agreement (MSA) für XPO avisiert. Es handelt sich dabei um eine Vereinbarung zwischen verschiedenen Herstellern, um einheitliche Standards für Bauform und elektrische sowie optische Schnittstellen von Glasfaser-Transceivern (z. B. SFP, SFP+, QSFP) festzulegen. Eine Liste der teilnehmenden Hersteller soll in der kommenden Woche auf der dafür eingerichteten Website bereitstehen. Module sollen dann ab 2027 verfügbar sein, erklärte Arista auf Anfrage der iX-Redaktion.


(axk)



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Claude: Anthropic führt interaktive Diagramme und Visualisierungen ein


Wer dem KI-Chatbot Claude komplexe Fragen stellte, bekam bislang zuweilen Antworten zurück, die mit einer Grafik einfacher zu verstehen gewesen wären. Mit einer neuen Funktion liefert Anthropic jetzt für alle Nutzer die Möglichkeit, dass anstelle von Text interaktive Diagramme, Charts oder Visualisierungen angezeigt werden.

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Die Grafiken sind direkt in den Chat eingebettet und nicht, wie bei den Artifacts, in einer separaten Anzeige zu finden. Anthropic betont, dass sie nur temporär sind. Sie verändern sich also oder verschwinden im Gesprächsverlauf wieder. Die Funktion wurde bereits im Herbst 2025 als „Imagine with Claude“ angekündigt und ist jetzt in die öffentliche Beta-Phase übergegangen. Artifacts sind in Claude bereits länger etabliert: Dabei handelt es sich um vom Chatbot erstellte Dokumente, Anwendungen oder Tools, die dauerhaft in einem separaten Seitenpanel angezeigt werden und sich herunterladen oder teilen lassen.

Ein Beispiel für die Anwendung der neuen Visualisierungen ist ein Zeitstrahl, der historische Ereignisse strukturiert und aufklappbar aufbereitet. Die Funktion kann auch ein Periodensystem darstellen oder zur Simulation des Schattenwurfs ein entsprechendes interaktives Modell anlegen. Teilweise entscheidet der Chatbot selbst, wann er Antworten visualisiert. Nutzer können ihn aber auch explizit dazu auffordern.

Die neue Funktion ist automatisch aktiviert. Sie steht überdies sowohl zahlenden Kunden als auch Nutzern der kostenlosen Variante zur Verfügung. Sie reiht sich ein in weitere Bemühungen von Anthropic, die Antworten des KI-Assistenten multimodaler zu gestalten.

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(mki)



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Test: Roborock Qrevo Curv 2 Flow – Saugroboter mit kurioser Station & Wischwalze


Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow ist der erste Saugroboter des Herstellers mit einer Wischwalze statt klassischer Wischmopps.

Roborock strukturiert sein Sortiment klar: Die Saros-Reihe bildet die absolute Spitze, die Qrevo-Modelle markieren den Einstieg in die Oberklasse. Der Hersteller setzt dabei zum Teil auf experimentelle Ansätze. Genau so einer steckt im Qrevo Curv 2 Flow: eine Wischwalze statt klassischer Wischmopps. Die soll während der Fahrt permanent abgestreift und mit Frischwasser beträufelt werden, sodass sie stets sauber und feucht bleibt. Der Roboter muss dadurch seltener zur Station zurückkehren. Gleichzeitig soll die Walze verhindern, dass grobe Verschmutzungen auf dem Boden verschmiert werden – ein typisches Problem herkömmlicher Roboter, die auf Mopps setzen.

Den Curv 2 gibt es in mehreren Varianten: als CurvX, 2 Pro und Curv 5A1. Die Wischwalze bleibt dabei dem Flow vorbehalten. Das Stationsdesign teilen sich alle Modelle. Preislich steigt der Qrevo Curv 2 Flow mit 899 Euro ein – deutlich günstiger als der Vorgänger, der seinerzeit über 1000 Euro kostete, und weit unter dem Saros 20 für fast 1500 Euro. Was der Roborock Qrevo Curv 2 Flow im Alltag leistet, zeigt unser Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Roborock Qrevo Curv 2 Flow?

Der Roboter selbst misst 353 mm im Durchmesser bei einer Höhe von 119 mm und ist in Weiß gehalten. An der Unterseite sitzen zwei gegenläufig rotierende Seitenbürsten mit Anti-Tangle-Funktion sowie die Duo-Divide-Hauptbürste. Die ausfahrbare Spira-Flow-Wischwalze ersetzt die bei anderen Modellen üblichen Wischmopps.

Die Station fällt sofort ins Auge. Roborock setzt erneut auf das kubische Design mit stark abgerundeten Kanten, das schon beim Vorgänger polarisierte. Manche Kollegen in der Redaktion bezeichnen sie als hässliche Tonne, andere finden das Design zumindest ungewöhnlich. Ästhetik ist immer individuell – in jedem Fall kein gewöhnlicher Anblick. Die Station misst 450 × 450 × 450 mm und beherbergt unter dem Deckel den Frischwassertank (4 Liter), den Schmutzwassertank (3 Liter) sowie den Staubbeutel (2,5 Liter) mit einer kleinen Abdeckhaube.

Die Verarbeitungsqualität geht in Ordnung, liegt aber unter dem Niveau des teureren Saros 20. Der Deckel oben an der Station lässt sich bei etwas Gegendruck leicht verwinden und senkt sich nicht sanft, sondern klatscht etwas unsanft nach unten. Das hätte man eleganter lösen können, ist aber nicht weiter tragisch – das Produkt fällt nicht auseinander. Es sind Kleinigkeiten, die im Alltag kaum stören.

Einrichtung: Wie schnell ist der Roborock Qrevo Curv 2 Flow betriebsbereit?

Die Einrichtung folgt dem üblichen Schema für Saugroboter. Zunächst meldet man sich in der Roborock-App an und scannt den QR-Code am Roboter. Danach gewährt man der App die benötigten Berechtigungen für Standort und Umgebungssuche und versetzt den Roboter durch gleichzeitiges Drücken der Home- und Power-Taste in den Pairing-Modus. Anschließend richtet man das WLAN ein – unterstützt wird ausschließlich das 2,4-GHz-Band.

Direkt nach der Einrichtung steht ein größeres Softwareupdate an, das etwa zehn Minuten dauert. Danach startet die Kartierung der Wohnung, die je nach Größe 15 bis 20 Minuten in Anspruch nimmt. Die erstellte Karte fällt dabei etwas ausgefranster aus als etwa beim Saros 20 – die Kanten wirken nicht ganz so klar gezogen, sondern leicht huckelig. Auf die Reinigungsleistung hat das keine Auswirkung, die Räume werden dennoch klar voneinander abgetrennt.

Die Roborock-App gehört zu den ausgewogensten am Markt. Sie ist intuitiv aufgebaut, bietet viele Funktionen und arbeitet zuverlässig ohne Fehler oder Grafik-Glitches. Reinigungszonen, Sperrzonen, Zeitpläne und Reinigungsintensitäten lassen sich komfortabel einstellen. Der Roboter unterstützt zudem Matter, Amazon Alexa, Apple Siri und Google Assistant.

Eine Offline-Karte lässt sich aktivieren, allerdings funktionieren viele Einstellungen, Benachrichtigungen und die Videofunktion – bei der man sich auf die Kamera des Roboters schalten und ihn fernsteuern kann – nur mit Internetverbindung. Für Datenschutz-bewusste Nutzer lässt sich die reaktive KI-Hinderniserkennung deaktivieren. Roborock wirbt zudem mit einer TÜV-Zertifizierung der Software (basierend auf dem Standard ETSI EN 303 645). Generell gilt aber für alle Cloud-abhängigen Produkte, dass diese immer ein Risiko für Schwachstellen und Ausnutzung durch Kriminelle haben, solange sie im Internet hängen und auf das Wohlwollen des Herstellers angewiesen sind, wie lange die Dienste funktionieren.

Die Sprachausgabe des Roboters ist angenehm zurückhaltend. Sie stört nicht mit zu vielen Bemerkungen und hält sich kurz – definitiv eine der angenehmeren unter den Saugrobotern.

Navigation: Wie gut erkennt der Roborock Qrevo Curv 2 Flow Hindernisse?

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow navigiert per LiDAR-Laser und Kamera mit KI-gestützter Hinderniserkennung. Absturzsensoren und Wandlaufsensoren ergänzen die Navigation. Teppiche erkennt der Roboter automatisch und hebt die Wischwalze um bis zu 15 mm an.

Im Test schlägt sich der Curv 2 Flow grundsätzlich gut und schreckt auch vor kniffligen Situationen nicht zurück. Mehrere Stuhlbeine, die unter dem Küchentisch eng beieinander stehen, meistert er problemlos – er fährt hinein und findet den Weg selbst wieder zurück. Rabiat wird er dabei nicht, Hindernisse hat er im Test nicht zusammengefahren.

Die Empfindlichkeit der Hinderniserkennung lässt sich in der App individuell anpassen. Bei der Standard-Einstellung hat sich der Roboter an besonders engen Stellen teilweise nicht getraut und den Reinigungsvorgang vorzeitig beendet. Wer das nicht möchte, dreht die Empfindlichkeit etwas herunter – dann fährt der Curv 2 Flow auch engere Passagen ab.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Roborock Qrevo Curv 2 Flow?

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow saugt mit bis zu 20.000 Pa Saugleistung. Im Roboter sitzen ein 324-ml-Staubbehälter sowie je 100 ml Frisch- und Schmutzwasser. Die Duo-Divide-Hauptbürste mit Anti-Tangle-Funktion soll verhindern, dass sich Haare um die Bürste wickeln. Zwei gegenläufig rotierende Seitenbürsten befördern Schmutz zur Absaugöffnung in der Mitte des Roboters.

Auf Hartboden überzeugt der Curv 2 Flow. Grobe Partikel nimmt er zuverlässig auf, feiner Staub wird dank der Wischwalze ebenfalls schnell und restlos beseitigt. Die beiden Seitenbürsten arbeiten dabei effektiver als die Einzelbürste des teureren Saros 20, da sie Partikel gegenläufig zur Mitte hin kehren. Allerdings rotieren sie zum Teil zu schnell und schleudern – wie quasi alle Saugroboter – einzelne Partikel durch den Raum.

Auf Teppich entfernt der Roboter grobe Partikel wie Vogelfutter nahezu vollständig. Bei feinem Staub, simuliert durch Mehl, schafft er allerdings nur etwa 75 Prozent. Auf unseren Teppich kommt er dabei nicht ganz so mühelos wie der Saros 20. Zwar kann auch der Qrevo Curv 2 Flow sein Chassis aufkippen und Schwellen bis 2 cm überwinden, im Test faltet er den Teppich aber dennoch teils auf.

Die Spira-Flow-Wischwalze ist das zentrale Feature des Flow-Modells. Sie rotiert mit 220 Umdrehungen pro Minute und drückt mit 15 Newton auf den Boden. Acht präzise Düsen – sogenannte Hydratationspunkte – versorgen die Walze gleichmäßig mit Frischwasser. Ein integrierter Abstreifer entfernt dabei laufend überschüssige Feuchtigkeit und leitet das Schmutzwasser direkt in den 100-ml-Schmutzwassertank im Roboter. Dieser Prozess findet permanent während der Fahrt statt, nicht erst in der Station. So bleibt die Walze stets optimal feucht, ohne zu tropfen, und die Reinigungsleistung konstant hoch. Herkömmliche Mopps neigen bei zunehmender Sättigung mit Schmutz dazu, gröbere Verschmutzungen eher zu verschmieren als zu entfernen – die Wischwalze schafft das deutlich besser.

Allerdings bringen Wischwalzen auch einen erhöhten Wartungsaufwand mit sich, da mehr Teile zur vollständigen Reinigung des Roboters ausgebaut werden müssen. Den Schmutzwassertank an der Rückseite des Roboters sollte man mindestens wöchentlich von hängengebliebenen Partikeln und Schmutz befreien – er lässt sich einfach entnehmen. Gleiches gilt für die Walze und den Abstreifer: Beide sollte man regelmäßig von Rückständen wie Staub befreien. Bei Roborock lassen sich diese Teile recht angenehm erreichen.

Für Parkettböden kann die Wischwalze allerdings die falsche Wahl sein: Mopps arbeiten hier schonender und verteilen weniger Wasser auf den Boden. Eine Walze kann bei zu viel nachgeträufeltem Wasser das Parkett auf Dauer zum Aufquellen bringen.

Der Roboter wischt mit Frischwasser ohne spezifische Heißwassertemperatur während der Bodenreinigung. In der Station wird die Wischwalze mit bis zu 75 °C heißem Wasser gewaschen und mit bis zu 55 °C warmer Luft getrocknet. Das reicht für den Alltag, gehört aber nicht zu den Spitzenwerten – der Saros 20 arbeitet hier mit 100 Grad. Die Station saugt den Staubbehälter automatisch in den 2,5-Liter-Staubbeutel ab.

Die Lautstärke hält sich im normalen Modus mit 56 dB(A) in Grenzen. Unter Maximalstufe steigt sie auf etwa 65 dB(A).

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Roborock Qrevo Curv 2 Flow?

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow wird von einem 14,4-V-Akku mit 5,2 Ah (Li-Ionen) angetrieben. Roborock gibt eine Betriebsdauer von bis zu 242 Minuten an, die wir im Test bestätigen können. Das ist ein starker Wert, der auch größere Wohnungen in einem Durchgang abdecken sollte. Die vollständige Ladung dauert etwa drei Stunden.

Preis: Was kostet der Roborock Qrevo Curv 2 Flow?

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow startet mit einer UVP von 899 Euro.

Fazit

Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow ist ein rundum zufriedenstellender Oberklasse-Saugroboter, der mit seiner Spira-Flow-Wischwalze einen spürbaren Vorteil gegenüber klassischen Wischmopps bietet. Acht Düsen versorgen die Walze gleichmäßig mit Wasser, der Abstreifer hält sie sauber – und das alles permanent während der Fahrt. Grobe Verschmutzungen werden nicht verschmiert, sondern tatsächlich aufgenommen.

Die Reinigungsleistung auf Hartboden überzeugt, auf Teppich gibt es bei feinem Staub leichte Abstriche. Die zwei gegenläufigen Seitenbürsten arbeiten gründlich, schleudern aber vereinzelt Partikel weg. Die Station erledigt Reinigung, Trocknung und Absaugung zuverlässig, erreicht bei der Wassertemperatur aber nicht die Spitzenwerte des teureren Saros 20. Die App gehört zu den besten am Markt.

Der erhöhte Wartungsaufwand durch Walze, Abstreifer und Schmutzwassertank ist der Preis für das moderne Wischkonzept. Das Stationsdesign ist sicherlich Geschmackssache. Die Verarbeitung am Deckel zeigt kleine Schwächen. Für 899 Euro bekommt man aber einen mehr als soliden Allrounder.



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