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Digital Business & Startups

Europa hat alles für KI – aber kein System, um daraus Gewinner zu machen


Europa hat Talente, Daten, Ideen – aber baut KI auf fremden Stacks. Ohne eigene Rechenzentren, Data-Pipelines und Clouds kommen Startups nicht weiter, sagt KI-Experte Fabian Westerheide.

Europa hat alles für KI – aber kein System, um daraus Gewinner zu machen

Europa ist nicht abgehängt – aber sehr abhängig, kritisiert KI-Experte Fabian Westerheide.
Getty Images/Science Photo Library/ Westerheide

Fabian Westerheide ist Gründungspartner des KI-fokussierten Venture-Capital-Investors AI.FUND und investiert seit 2014 privat über Asgard Capital in KI-Unternehmen. Westerheide berät öffentliche und private Institutionen strategisch im Bereich KI und lädt jährlich zur KI-Konferenz Rise of AI nach Berlin ein. In diesem Artikel fasst er zusammen, inwiefern KI die ganze Logik, wie man Startups bisher aufgebaut hat auf den Kopf stellt.

Die Diskussion über Künstliche Intelligenz (KI) in Europa kreist oft um die gleichen Fragen: Haben wir genug Daten? Haben wir genug Talente? Fördern wir Innovation? Die ehrliche Antwort: Ja. Europa hat exzellente Forscherinnen und Forscher, starke Universitäten, wettbewerbsfähige KI-Startups und ein wachsendes Ökosystem. Was fehlt, ist etwas anderes – und weit Grundlegendes: die Infrastruktur, um all das zu skalieren.

Europas zentrales KI-Problem ist ein strukturelles Skalierungsproblem

Und genau das trifft Startups zuerst – und am härtesten. Denn sie konkurrieren mit US-Plattformen um Kapital, Talent und Distribution, aber ohne deren strukturelle Vorteile: keine eigenen Cloud-Plattformen, keine High-End-Rechenzentren in europäischer Hand, keine KI-Basismodelle auf Open-Source-Niveau, keine Plattformen mit globaler Reichweite.

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Diese Asymmetrie zeigt sich auf drei Ebenen:

  1. Compute
    Rechenleistung ist das neue Öl der KI. Und Europa sitzt nicht auf den Feldern. Die Infrastruktur für das Training großer Modelle – GPU-Farmen, Foundation-Modelle, Edge-Netzwerke – ist entweder nicht vorhanden oder in ausländischer Hand. Startups mieten Infrastruktur, statt sie zu besitzen. Wer keine Kontrolle über seine Basistechnologie hat, kann auch keine Plattform aufbauen.
  2. Kapitaltiefe
    Die wirklich großen Finanzierungsrunden – also jene Summen, mit denen man eigene Technologie aufbauen und international skalieren kann – finden vor allem in den USA statt. Dort sind Investor:innen eher bereit, auch große und riskante Plattformideen zu finanzieren. In Europa dagegen dominieren Vorsicht und kleinteilige Förderung. Oft wird nur so viel investiert, dass erste Prototypen entstehen, aber nicht genug, um daraus echte Marktführer zu bauen. Oder anders gesagt: Wer nur den ersten kleinen Schritt finanziert, darf sich nicht wundern, wenn am Ende auch nur kleine Lösungen entstehen.
  3. Distribution
    Der Zugang zu Kunden läuft über Gatekeeper: Apple, Google, Microsoft, Amazon, OpenAI und SAPy. Wer KI verkauft, tut das über APIs, App Stores oder Cloud Marketplaces – selten direkt. Die Folge: Margendruck, eingeschränkte Kontrolle über das Produkt und strukturelle Abhängigkeit.

Das Ergebnis ist ein folgenschweres Muster: Startups in Europa entwickeln KI – aber auf fremden Stacks.

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Sie werden zu Integratoren, nicht zu Eigentümern. Sie schaffen Nutzen, aber keine strategische Tiefe. Die Wertschöpfung wandert ab, die Anpassungskosten bleiben hier: steigende API-Preise, regulatorischer Druck, Fachkräftemangel. Damit entsteht ein gefährliches Ungleichgewicht: Innovation ohne Infrastruktur.

Startups in der Sackgasse

Für die europäische Souveränität ist das ein Alarmzeichen. Für Startups eine strategische Sackgasse. Denn unternehmerische Gestaltungsmacht entsteht nicht in der App – sondern im Stack darunter: im Modell, in der Dateninfrastruktur, in der Plattformlogik. Wer nur auf fremde APIs zugreift, baut keine Plattform – er nutzt sie. Und bleibt ersetzbar.

Was jetzt zählt, ist kein „mehr von allem“ – sondern gezielte Skalierungsmacht.

Wir brauchen:

  • Eigene Compute-Infrastruktur, die Startups Zugang zu leistungsfähiger KI-Rechenpower gibt – unter europäischer Kontrolle.
  • Finanzierungsmodelle, die nicht nur Software-as-a-Service, sondern Deeptech, Modelle und Infrastruktur denken.
  • Plattformstrategien, die den direkten Zugang zu Kunden und Daten sichern – statt ihn an Dritte zu delegieren.

Denn wenn wir Europas Startups dauerhaft auf fremden Infrastrukturen bauen lassen, verlieren wir nicht nur Märkte – sondern die Fähigkeit, digitale Zukunft selbst zu gestalten.

Souveränität bedeutet: Wir entscheiden, auf welchen Stacks wir bauen – und wem sie gehören.

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+++ finperks +++ Barzahlen +++ Swarm Biotactics +++ DefenseTech +++ niceshops +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ STARTUPLAND: Quitting as a Power Move +++ Barzahlen-Team meldet sich mit finperks zurück +++ DefenseTech Swarm Biotactics: Die Kakerlaken sind los +++ niceshops wächst auf 169 Millionen Umsatz +++

+++ finperks +++ Barzahlen +++ Swarm Biotactics +++ DefenseTech +++ niceshops +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 13. März).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 18. März findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere dritte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

Masterclass im STARTUPLAND: Quitting as a Power Move: What Founders Get Wrong About Letting Go

Die meisten Gründer:innen betrachten Durchhaltevermögen als höchste Tugend. Agnieszka Walorska gehörte lange selbst zu ihnen. Sie kämpfte sich beim Ironman Frankfurt bei 40 Grad im Schatten ins Ziel – und konnte im Jahr danach nicht mehr laufen. In ihrem ersten Unternehmen hielt sie zu lange fest. Dann gründete sie ein zweites – und machte etwas anders: Sie hörte relativ früh auf. Im STARTUPLAND argumentiert Agnieszka, dass Aufhören nicht das Gegenteil von Durchhaltevermögen ist – sondern ein Teil davon. Basierend auf ihren Erfahrungen mit drei Unternehmen und vier Ironman-Wettkämpfen zeigt sie, woran man den Unterschied erkennt zwischen Schmerz, der einen wachsen lässt, und Schmerz, der einen zerstört – und warum Gründer:innen systematisch schlecht darin sind, diese Entscheidung zu treffen.

#STARTUPTICKER

finperks
+++ Alte Bekannte melden sich zurück! Achim Bönsch, Sebastian Seifert und Andreas Veller (alle zuvor Barzahlen bzw. viafintech) entwickeln mit finperks eine „API-Infrastrukturschicht für den globalen Prepaid-Markt“ (Geschenkkarten, eCash und Prepaid-Karten). „Banken brauchen Cashback, um Nutzer zu binden und zu begeistern. HR-Plattformen brauchen Benefits als logische Erweiterung, um Kunden weiterzuentwickeln. Keiner von ihnen möchte Prepaid-Infrastruktur selbst aufbauen. Sie wollen sich einfach einklinken“, sagt Gründer Seifert. Der New Yorker Investor Motive Partners, der Berliner Investor seed+speed Ventures (Carsten Maschmeyer) und Co. investierten kürzlich 4 Millionen US-Dollar in das junge FinTech. Barzahlen, 2011 von Achim Bönsch, Florian Swoboda und Sebastian Seifert gegründet, wurde 2021 vom Bezahldienstleister Paysafe übernommen (Bewertung: 100+ Millionen). Zu den Investoren des Unternehmen gehörte einst auch Alstin, also Carsten Maschmeyer. Der bekannte Unternehmen setzt somit erneut auf das bewährte Team. Mehr über finperks

Swarm Biotactics
+++ SciFi pur! Unter den vielen spannenden DefenseTech-Startups sticht Swarm Biotactics weiter heraus. Das DefenseTech aus Kassel, das 2024 vom Dedrone-Gründer Jörg Lamprecht und Seriengründer Moritz Strube gegründet wurde, arbeitet daran, eine Armee aus lebenden Kakerlaken für den Einsatz in Kriegsgebieten aufstellen. Nun kann das Unternehmen erste Ergebnisse präsentieren! „One year ago, this didn’t exist. Today, we deploy programmable cyborg insect swarms – field-tested and operational with paying NATO customers. What you’re seeing is real. Living organisms, controlled through bioelectronic neural interfaces, carrying sensors, edge AI, and secure comms. Moving as a coordinated unit. Scaling through breeding, not factories“, teilt das Team auf Linkedin mit. Seit der Gründung sammelte das Team bereits 13 Millionen Euro ein – insbesondere von Vertex Ventures aus den USA, Possible Ventures aus München und dem Kölner Investor Capnamic Ventures. (Linkedin) Mehr über Swarm Biotactics

niceshops
+++ Zahlencheck! Das E-Commerce-Unternehmen niceshops verkündet 169 Millionen Euro. „Das EBITDA erhöhte sich auf 8 Millionen Euro. Rund 2 Millionen Pakete wurden 2025 aus dem Logistikzentrum im südoststeirischen Saaz in 80 Länder versendet“, teilt das Unternehmen mit. Es gibt somit auch im E-Commerce noch gute Geschichten. Das Unternehmen geht auch weiter von einer guten Entwicklung aus und plant „2026 rund 50 zusätzliche Mitarbeiter:innen einzustellen“. Zur Erinnerung: Noch 2024 trennte sich das Unternehmen von 20 % seiner Mitarbeitenden. Aktuell beschäftigt niceshops rund 400 Mitarbeiter:innen. (Brutkasten) Mehr über niceshops

#DEALMONITOR

Investments & Exits
+++ DeepTech-Startup Qdrant bekommt 50 Millionen +++ SpaceTech Airmo sammelt 5 Millionen ein +++ HealthTech heycare erhält 4 Millionen +++ Another Earth bekommt 3,5 Millionen +++ Remi Health sammelt 3 Millionen ein +++ Neuramancer streicht 1,7 Millionen ein. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



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Es geht um mehr als nur Publicity


#Lesestoff

Wie verwandelt man die Neugier in Vertrauen und wie nutzt man Kommunikation, um nicht nur gehört zu werden, sondern die richtigen Köpfe dauerhaft zu binden? Ein Auszug aus dem Buch „Von Konzernkindern zu Marktmeistern“ von Eva Friese und Markus Mayr (Storypark)

Es geht um mehr als nur Publicity

Gute Kommunikation ist wie ein perfekt abgestimmtes Orchester: Ein lauter Paukenschlag zum Start sorgt zwar für Aufmerksamkeit, aber erst das harmonische Zusammenspiel aller Instrumente lässt die Symphonie zum langfristigen Erfolg werden. In der Welt der Corporate Startups reicht ein kurzes Rampenlicht nicht aus. Wer nur auf die schnelle Publicity setzt, spielt ein kurzes Solo, während der Markt nach einem nachhaltigen Soundtrack verlangt.

Wie verwandelt man die anfängliche Neugier in echtes Vertrauen und wie nutzt man Kommunikation strategisch, um nicht nur gehört zu werden, sondern die richtigen Köpfe dauerhaft zu binden? Eva Friese und Markus Mayr, Gründer:innen der Agentur Storypark und Dolmetscher:innen  für die Schnittstelle zwischen Konzern und Innovation , liefern in ihrem Buch „Von Konzernkindern zu Marktmeistern“ die Partitur für diesen Erfolg. Ein Auszug aus dem Kapitel: „Es geht um mehr als nur Publicity

Für das Festlegen des Kommunikationszeitpunkts bietet es sich an, auch danach zu fragen, warum sich der Konzern für die Kommunikation der Gründung entscheidet. Die Antwort auf diese Frage bestimmt nicht nur das Timing, sondern auch ganz maßgeblich, was, in welcher Form und von wem kommuniziert wird.

Recruiting als Kommunikationstreiber

Einer der häufigsten Gründe für frühe Kommunikation ist der Kampf um die besten Köpfe. Gerade in umkämpften Bereichen wie Technologie oder Nachhaltigkeit konkurrieren Corporate Startups nicht nur mit anderen Unternehmen, sondern auch mit der gesamten Startup-Szene um Top-Talente. Wer hier zu spät kommuniziert, steht möglicherweise mit leeren Schreibtischen da und kann sich nicht im geplanten Tempo entwickeln. Hinter dem „Projekt Collins“ verbarg sich AboutYou, mittlerweile einer der erfolgreichsten deutschen E-Commerce-Player.

Early Communication für den Marktvorteil

Manchmal geht es auch darum, den Markt zu „erziehen“ und sich als Pionier zu positionieren. Wer als Erster eine neue Technologie oder ein neues Geschäftsmodell ankündigt, kann sich als Innovationsführer etablieren – auch wenn das eigentliche Produkt noch Monate oder Jahre entfernt ist.

Tesla ist ein Paradebeispiel dafür, wie frühe Kommunikation zur Marktpositionierung genutzt werden kann. Elon Musk kündigte bereits 2006 den „Master Plan“ für Tesla an, als das Unternehmen noch ein winziges Startup war. Die Vision von erschwinglichen Elektroautos für die Masse war damals noch Science-Fiction. Aber die frühe und konstante Kommunikation half dabei, Tesla als den Elektroauto-Pionier zu etablieren – lange bevor traditionelle Autohersteller das Thema ernst nahmen.

Externe Kommunikation prägt die interne Wahrnehmung

Innerhalb des Mutterkonzerns kann frühe Kommunikation dabei helfen, Ressourcen zu sichern und interne Unterstützung zu mobilisieren. Wer seine Vision früh und überzeugend kommuniziert, hat bessere Chancen, die notwendigen Budgets und Personalressourcen zu erhalten. Eine frühe Ankündigung kann so dabei helfen, Feedback von Testgruppen, po­tenziel­len Kunden und Partnern zu sammeln. Diese Insights können wertvoll sein, um das Produkt oder die Dienstleistung zu verbessern, bevor sie auf den Markt kommt.

Von Konzernkindern zu Marktmeistern

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch „Von Konzernkindern zu Marktmeistern: Positionierungs- und Kommunikationsstrategien für aufstrebende Corporate Start-ups“. Eva Friese und Markus Mayr, Gründer:innen der PR-Agentur Storypark, liefern in ihrem Werk Antworten darauf, wie junge Unternehmen im Spannungsfeld zwischen Mutterkonzern oder VC und Markt erfolgreich wachsen und kulturelle Barrieren überwinden. Im Vorwort heißt es: „Dieses Buch ist kein nettes Beiwerk, sondern ganz entscheidend für den Erfolg eines jeden Unternehmens, besonders aber für Corporate Start-ups“. Es bietet sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Tipps, um die Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Jetzt bei Springer Gabler bestellenJetzt bei amazon bestellen

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