Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: Telekom-Rechenzentrum, Meta, Roboter, Super-Bowl-Werbung
Telekom-Rechenzentrum soll deutsche KI-Leistung um die Hälfte steigern
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Die Telekom hat in München ihr größtes KI-Rechenzentrum eröffnet. Mit 10.000 Nvidia-Beschleunigern und zwölf Megawatt installierter Serverleistung ist es eines der stärksten in Deutschland, bleibt aber weit hinter US-Anlagen zurück, die bereits mehrere hundert Megawatt erreichen. Das Rechenzentrum kostete rund eine Milliarde Euro, finanziert ohne öffentliche Subventionen. Es wurde in ein altes unterirdisches Gebäude im Tucherpark hinter dem Englischen Garten gebaut und nutzt den nahen Eisbach zur Kühlung.
Das Projekt dient als Bewerbung für die European AI Gigafactories, große KI-Rechenzentren mit EU-Förderung. Zur Eröffnung kamen Vizekanzler Lars Klingbeil, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und weitere Politiker. Die Telekom hofft, dass die öffentliche Hand eine Grundlast bucht, etwa für Verwaltungsaufgaben. In Deutschland sind derzeit KI-Rechenzentren für mehr als 25 Milliarden Euro in Bau und Planung.

Medienwächter warnen vor KI-Zusammenfassungen
Die deutsche Medienaufsicht hat Verwaltungsverfahren gegen Google und Perplexity eingeleitet. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg und die Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen wollen klären, ob algorithmisch generierte Antworten wie Googles AI Overviews die öffentliche Meinungsbildung manipulieren oder verengen. Im Kern steht die Sorge um mediale Vielfalt und die Frage, wer für KI-generierte Inhalte journalistisch und rechtlich verantwortlich ist.
Die rechtliche Basis bildet der Digital Services Act der EU. Er verpflichtet große Plattformen, systemische Risiken für Meinungsfreiheit und Medienpluralismus vorab zu prüfen und zu minimieren. Die Verfahren markieren den Beginn einer Debatte, ob Suchmaschinen neutrale Vermittler bleiben oder zu Super-Redaktionen werden, die strengerer Aufsicht unterliegen.
Meta knüpft Mitarbeiterleistung an KI-Nutzung
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Meta führt ein neues Tool zur Leistungsbewertung ein, das die Nutzung von KI besonders belohnt. Das System namens Checkpoint wertet bis zu 200 Datenpunkte aus, etwa wie viele Codezeilen mit KI-Hilfe programmiert wurden oder wie viele Fehler im Code entstanden. Wer einen hohen Score erreicht, kann Gehaltsboni von bis zu 200 Prozent erhalten. Meta betont, Checkpoint sei kein Aktivitätstracker, sondern ein Instrument zur Ermittlung der Effizienz.
Mitarbeitende können nun neben den eigenen Llama-Modellen auch Gemini 3, GPT-5 und andere KI-Modelle nutzen. Meta spekuliert auf enorme Effizienzsteigerungen durch KI und hat bereits begonnen, sogenannte Low Performer zu entlassen. Auch in der KI-Abteilung und der Metaverse-Sparte gab es zuletzt massiven Personalabbau.
Meta meldet Fortschritte bei neuem KI-Modell nach turbulenten Monaten
Meta hat das Vortraining seines neuen KI-Modells mit dem Codenamen Avocado abgeschlossen. Laut einem internen Dokument übertrifft es bereits die besten frei verfügbaren Basismodelle und kann bei Wissen, visueller Wahrnehmung und mehrsprachiger Leistung mit führenden fertig trainierten Modellen mithalten. Zudem arbeitet Avocado zehnmal effizienter als Maverick und hundertmal effizienter als Behemoth.
Meta hatte im vergangenen Jahr erhebliche Probleme mit Llama 4. Die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, das Unternehmen manipulierte Benchmarks und Entwickler zeigten sich enttäuscht von der Leistung. Meta baute daraufhin seine KI-Abteilung um. Laut Gerüchten will sich das Unternehmen mit Avocado vom bisherigen Open-Source-Ansatz der Llama-Modelle abwenden. Für 2026 plant Meta Investitionen zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in seine KI-Infrastruktur, 73 Prozent mehr als 2025.
Alphabet kündigt Rekordinvestitionen in KI-Cloud an
Alphabet hat Umsatz und Gewinne sowohl im vierten Quartal 2025 als auch im gesamten Jahr gesteigert. Der Jahresumsatz wuchs um 15 Prozent auf 402,84 Milliarden Dollar. Für 2026 kündigte CEO Sundar Pichai Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar an, praktisch eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Das meiste Geld soll in KI-Computing-Kapazitäten für Google DeepMind und die Cloud-Infrastruktur fließen.
Googles KI-App Gemini zählt mittlerweile mehr als 750 Millionen Nutzer, 100 Millionen mehr als im letzten Quartal. Pichai betonte wachsende Effizienz: Durch Modelloptimierungen und Nutzungsverbesserungen konnte Google die Gemini-Servicekosten pro Einheit bis 2025 um 78 Prozent senken.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Amazon mit ungebremstem Wachstum und extremen KI-Investitionen
Amazon hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Konzern profitiert vom wachsenden Handelsgeschäft und der hohen Nachfrage nach Cloud-Kapazitäten aufgrund Künstlicher Intelligenz. Deshalb erhöht Amazon seine Investitionen um mehr als 50 Prozent gegenüber 2025 auf rund 200 Milliarden Dollar.
CEO Andy Jassy sieht wegweisende Möglichkeiten in KI, Chips, Robotik und Satelliten im niedrigen Orbit. Der überwiegende Teil des Kapitals ist für Rechenzentren und andere Infrastrukturen vorgesehen. Jassy erwartet eine starke langfristige Rendite auf das investierte Kapital.
Warum auch große Sprachmodelle von einem Nickerchen profitieren
Forschende des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Genf haben gezeigt, dass ein kurzes Nickerchen einen synaptischen Reset bewirkt, der dem Gehirn hilft, neue Eindrücke besser zu verarbeiten und zu speichern. Solche Mechanismen könnten auch die Performance von großen Sprachmodellen verbessern. Große Sprachmodelle sind normalerweise vergesslich: Sie können in einem laufenden Chat aus Beispielen lernen, aber nach Ende der Session sind diese Lernfortschritte wieder weg.
Künstlicher Schlaf soll kontinuierliches Lernen ermöglichen. Die Idee: Eine Offline-Phase, in der das Modell Informationen aus der Aktivitätsphase nochmal überarbeitet und neu verarbeitet. Eine Technik namens Sleep Replay Consolidation spielt dem neuronalen Netz in der Schlafphase den Input aus der Wachphase nochmal vor, aber mit einem anderen Trainingsmechanismus. Neuere Ansätze nutzen zwei neuronale Netze: Ein kleineres Modell lernt während des Tages die wesentlichen Dinge und erzeugt synthetische Daten, die dem großen Sprachmodell in der Schlafphase zur Feinabstimmung vorgespielt werden. Die Ergebnisse sind vielversprechend, das Ganze ist aber noch in einer starken Forschungsphase.
Anthropic und OpenAI veröffentlichen neue Modelle
Innerhalb weniger Stunden haben Anthropic und OpenAI neue Spitzenmodelle für Programmierer vorgestellt. Beide Unternehmen beanspruchen die Führung bei den wichtigsten Leistungstests. Anthropic veröffentlichte Claude Opus 4.6, das erstmals bis zu eine Million Token verarbeiten kann. Das entspricht etwa 750.000 Wörtern oder mehreren umfangreichen Büchern.
Laut Anthropic stellt das Modell einen deutlichen Sprung im Umgang mit dem sogenannten Context Rot dar, bei dem Ergebnisse ungenauer werden, je mehr Text ein Modell verarbeiten muss.
OpenAI konterte mit GPT-5.3-Codex, das 25 Prozent schneller als sein Vorgänger ist und weniger Rechenkapazität verbraucht. Im agentischen Coding-Benchmark Terminal-Bench 2.0 übertrifft es Opus 4.6 um zwölf Prozentpunkte.
Laut OpenAI half das Modell bei seiner eigenen Entstehung mit: Das Team nutzte frühe Versionen, um Fehler im Training zu finden. Gleichzeitig stuft OpenAI das Modell erstmals mit einem hohen Cybersicherheitsrisiko ein, auch wenn es bisher keinen sicheren Beweis für konkrete Gefahren gebe. Anthropics Opus 4.6 ist bei indirekten Prompt Injections sogar leicht anfälliger als sein Vorgänger. Beide Modelle stehen zunächst nur zahlenden Nutzern zur Verfügung.
Anthropic stichelt mit Super-Bowl-Werbung gegen OpenAI
Anthropic will beim Super Bowl damit werben, dass die hauseigene KI Claude keine Werbung einblendet. In den Werbeclips sind jeweils zwei Personen zu sehen, die eine KI-Konversation darstellen. Die Antworten klingen erst hilfreich, dann kommt plötzlich Werbung. Der eingeblendete Text erklärt: Werbung kommt in KI, aber nicht bei Claude. Jeder, der sich auskennt, versteht, dass es um OpenAI geht, das seit Wochen daran arbeitet, in ChatGPT Werbung anzuzeigen.
OpenAI-Chef Sam Altman reagierte angefasst auf dem Kurznachrichtendienst X. Er behauptet, er habe darüber gelacht, aber Anthropic sei unfair. OpenAI habe nicht vor, Werbung direkt in ChatGPT-Antworten zu schalten, sondern anders. Altman argumentiert, nur so könne man KI-Werkzeuge auch Menschen anbieten, die kein Abo bezahlen können. Anthropic biete nur ein teures Werkzeug für reiche Leute an, während OpenAI das für die große Masse anbieten wolle.
KI soll Produktionskosten für Filme und Serien senken
Amazon hat im August eine Abteilung gegründet, die spezialisierte KI-Werkzeuge für die Film- und Serienproduktion entwickelt. Ausgewählte Industriepartner werden die Software ab März im Rahmen eines geschlossenen Betaprogramms ausprobieren. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich im Mai veröffentlicht. Das bei den Amazon MGM Studios angesiedelte AI Studio steht unter der Leitung von Albert Cheng. Das Team ist klein und besteht primär aus Produktentwicklern und Wissenschaftlern.
Die KI-Werkzeuge sollen die Effizienz steigern, nicht menschliche Kreativität ersetzen. Als Beispiel verweist Amazon auf das Bibelepos House of David. In der zweiten Staffel kombinierte Regisseur Jon Erwin reale Aufnahmen mit KI-generierten Inhalten. Dieses hybride Verfahren ermöglichte längere Kampfszenen bei geringerem Budget.

(igr)
Künstliche Intelligenz
Amazon will Satellitenproduktion und Startkadenz für Leo steigern
Der Aufbau von Amazons Satellitenkonstellation Leo läuft nach Plan: Mehr als 200 Satelliten sind bereits im All. Weitere stehen bereit. Aktuell ist Leo laut Amazon die drittgrößte Satellitenkonstellation im Orbit.
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Für den kommenden Monat sind nach Angaben von Amazon drei weitere Satellitenstarts angesetzt. Damit sei man im Plan, im ersten Jahr des Aufbaus elf Starts durchzuführen. In Zukunft soll die Zahl auf 20 Starts pro Jahr steigen.
Derzeit stehen laut Amazon sechs vollständig bestückte Nutzlasten mit rund 200 Satelliten an der Startvorbereitungsanlage im US-Bundesstaat Florida bereit, eine weitere Nutzlast wird in Kourou im französischen Übersee-Department Französisch-Guayana vorbereitet.
Schwerlastraketen sollen Leo-Satelliten ins All bringen
Um eine möglichst große Zahl von Satelliten auf einen Schlag ins All zu bringen, setzt Amazon auf Schwerlastraketen. Der erste Transport mit einer Schwerlastrakete fand im Februar statt: Die europäische Trägerrakete Ariane 6 brachte 32 Satelliten ins All.
Neben der Ariane 6 sollen auch die Vulcan Centaur des US-Raumfahrtunternehmens United Launch Alliance (ULA) sowie die New Glenn von Jeff Bezos’ Unternehmen Blue Origin zum Einsatz kommen. Die Vulcan Centaur soll zunächst 40 Satelliten transportieren können, die New Glenn 48 Satelliten. Alle drei Raketen verfügen über genug Platz für weitere Satelliten.
Die Ariane wird laut Amazon in absehbarer Zeit mit verbesserten Boostern ausgestattet, sodass sie mehr Satelliten ins All bringen kann. Verbesserungen gibt es auch bei der Atlas V: Durch den Einsatz eines stärkeren Triebwerks wird die Rakete von ULA bei seinen kommenden Missionen 29 statt bisher 27 Satelliten transportieren. Der erste Flug mit 29 Satelliten an Bord ist für den kommenden Sonntag geplant.
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Amazon baut die Leo-Satelliten in seiner Fabrik in Kirkland im US-Bundesstaat Washington. Derzeit liefen dort mehrere Satelliten pro Tag vom Band, teilte Amazon mit. Die Kapazität könne jedoch noch gesteigert werden: Möglich sei, 30 Satelliten pro Woche zu bauen. Die werde jedoch derzeit nicht ausgeschöpft, weil nicht genug Trägerraketen zur Verfügung stünden.
Kapazitäten für 800 Satelliten gebucht
Amazon hat 100 weitere Satellitenstarts gebucht, unter anderem bei Blue Origin und dessen Konkurrenten SpaceX. 80 davon sind für den Aufbau der ersten Generation gedacht, die weiteren für die Satelliten der zweiten Generation. Die reservierten Kapazitäten sollen ausreichen, um mehr als 800 Satelliten ins All zu schießen.
Um diese Startfrequenz umzusetzen, hat Amazon über 200 Millionen US-Dollar in die Modernisierung der Startanlagen von ULA auf der Cape Canaveral Space Force Station im US-Bundesstaat Florida sowie in zweites Schiff, das Booster vom ULA-Werk in Alabama nach Cape Canaveral transportiert.
Zudem hat Amazon die Startvorbereitungsanlage in Florida gebaut. Eine vergleichbare Anlage soll auch auf der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien entstehen, um künftig auch Satelliten von der Westküste aus starten zu können.
(wpl)
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Apple Business vereint MDM, E-Mail und Markenmanagement ab 14. April
Apple hat mit Apple Business eine neue Plattform angekündigt, die sämtliche Unternehmensdienste des Konzerns unter einem Dach vereint. Der Dienst soll ab dem 14. April 2026 in mehr als 200 Ländern und Regionen kostenlos verfügbar sein – auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Apple Business löst die bisherigen Einzelprodukte Apple Business Essentials, Apple Business Manager und Apple Business Connect ab. Das Angebot dürfte primär kleinere Unternehmen ansprechen, die mit der gemeinsamen Plattform jetzt einen einfacheren Zugang zu den verschiedenen Diensten erhalten.
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Wie Apple in der Ankündigung erläutert, umfasst die Plattform integrierte mobile Geräteverwaltung (MDM), geschäftliche E-Mail-, Kalender- und Verzeichnisdienste mit eigenen Domains sowie ein Markenmanagement für Apple Maps, Wallet und weitere Services. Verwaltete Apple Accounts sollen durch kryptografische Trennung berufliche und private Daten auf den Geräten voneinander abschotten. Administratoren können allerdings die Anmeldung privater Apple-Accounts auf Firmengeräten auch einfach komplett unterbinden.
MDM ohne Zusatzsoftware
Die integrierte Geräteverwaltung richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die keine separate MDM-Lösung wie Jamf Pro oder Microsoft Intune betreiben wollen. Apple Business bietet vorkonfigurierte Entwürfe für Geräteeinstellungen und Apps, Benutzergruppen-Management nach Funktion oder Team sowie benutzerdefinierte Rollen für granulare Zugriffskontrolle. Verwaltete Apple Accounts lassen sich automatisch über Identity-Provider wie Microsoft Entra ID oder Google Workspace erstellen. Für größere Unternehmen dürfte die Admin-API interessant sein, mit der sie über vorhandene Tools auf Apples neue Plattform zugreifen können. Für Unternehmen mit komplexeren Anforderungen dürften spezialisierte Lösungen wie Jamf Pro weiterhin die bessere Wahl sein – einen Überblick über MDM-Systeme im Vergleich bietet unser Ratgeber.
Die Basisplattform ist kostenlos. Apple Business Essentials wird nach dem 14. April nicht mehr verfügbar sein – bestehende Kunden zahlen dann keine monatliche Servicegebühr für die Geräteverwaltung mehr. Daten aus Apple Business Connect werden automatisch migriert. Die Apple-Business-App sowie die E-Mail-, Kalender- und Verzeichnisfunktionen erfordern iOS 26, iPadOS 26 oder macOS 26. Welche Neuerungen iOS 26 für den Unternehmenseinsatz bringt, haben wir in einem separaten Ratgeber zusammengefasst.
Markenmanagement
Neben der Geräteverwaltung bietet Apple Business ein umfassendes Markenmanagement: Unternehmen können Name, Logo und Standortdetails einheitlich in Apple Maps, Wallet und weiteren Apps pflegen, Standort-Einblicke zu Suchvorgängen und Klicks einsehen sowie ab Sommer 2026 Werbung in Apple Maps schalten. Tap to Pay auf dem iPhone lässt sich mit eigenem Markenlogo nutzen.
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Update
24.03.2026,
19:43
Uhr
Eine Passage zu zubuchbaren Ergänzungen wurde entfernt, da diese zunächst nur in den USA angeboten werden.
(mki)
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EU sichert sich Rohstoffe: Freihandelsabkommen mit Australien steht
Nach jahrelangen, teils zähen Verhandlungen ist der Durchbruch geschafft: In Canberra besiegelten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese am Dienstag ein Abkommen, das über den klassischen Abbau von Handelshemmnissen hinausgeht. In einer Zeit, in der globale Lieferketten als politische Druckmittel missbraucht werden, soll der Deal einen Wendepunkt für die europäische Wirtschaft markieren. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherung kritischer Rohstoffe und der Verringerung einseitiger Abhängigkeiten, insbesondere von China.
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Der wirtschaftliche Rahmen des Abkommens ist groß. Schätzungen der EU-Kommission zufolge könnten die Exporte nach Australien im nächsten Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent steigen, was einem jährlichen Handelswert von rund 17,7 Milliarden Euro entspräche. Besonders deutsche Schlüsselbranchen wie der Automobilbau und die Chemieindustrie dürften mit deutlichen Zuwächsen rechnen.
Doch der Kern des Deals findet sich in den Zolltabellen und den Rohstoffklauseln. Mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte fallen weg, was den europäischen Unternehmen eine jährliche Ersparnis von etwa einer Milliarde Euro einbringen dürfte.
Rohstoff-Souveränität statt China-Abhängigkeit
Für die europäische Tech-Branche und den Übergang zur Green Tech ist Australien als Partner unverzichtbar. Dort werden unter anderem Lithium, Mangan und Aluminium abgebaut – Rohstoffe, die für Akkus für E-Autos und Hochleistungschips für KI-Anwendungen unverzichtbar sind. Bisher war die EU bei diesen strategisch wichtigen Ressourcen oft auf Importe aus Ländern wie China angewiesen, die den Handel zunehmend als geopolitische Waffe einsetzen. Von der Leyen betonte in ihrer Rede vor dem australischen Parlament, dass solche Abhängigkeiten abgebaut werden müssten.
Das Abkommen schafft Abhilfe, indem es den Zugang zu australischen Rohstoffen erleichtert und Investitionshürden abbaut. Erstmals gibt es dezidierte Bestimmungen, die den Markt für europäische Firmen berechenbarer machen. Gleichzeitig vereinbarten beide Seiten hohe Nachhaltigkeits- und Sicherheitsstandards, um die Rohstoffgewinnung ökologisch vertretbar zu halten. Die EU will so dafür sorgen, dass keine „schmutzigen“ Importe den eigenen Klimazielen schaden.
Geopolitische Absicherung
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Die Kooperation bezieht sich auch auf eine Verteidigungspartnerschaft und die Forschung. Australien wird demnach assoziiertes Mitglied des Forschungsrahmenprogramms Horizont Europa. Das soll den Austausch von Ingenieuren und Wissenschaftlern fördern und gemeinsame Entwicklungen in den Bereichen Quantencomputing, KI und grüne Energien beschleunigen.
Hinter der Initiative steht eine geopolitische Strategie. Nach den jüngsten Abschlüssen ähnlicher Deals mit Indonesien und Indien will die EU ihre Präsenz im Indopazifik ausbauen. Ferner reagiert Brüssel damit auf die unsichere Lage im transatlantischen Verhältnis. Angesichts der Unwägbarkeiten unter US-Präsident Donald Trump und der Spannungen innerhalb der NATO sucht die EU nach verlässlichen Partnern, die ähnliche demokratische Werte und Umweltstandards teilen.
Nach der rechtlichen Prüfung müssen der Rat und das Parlament der EU dem Entwurf für das Abkommen mit Australien noch zustimmen. Da dieser auch verbindliche Verpflichtungen zum Pariser Klimaschutzabkommen und zu Arbeitsrechten enthält, gilt eine Zustimmung als wahrscheinlich. Australien muss den Vertrag ebenfalls ratifizieren.
(wpl)
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